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Kundenrezensionen

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am 5. Juni 2015
Dawkins ist eine der Galionsfiguren des Atheismus und „The God Delusion“ ist neben seinen wortgewandten und schalgfertigen Auftritten auf Konferenzen und in den Medien ein Fundament dieses Status. Das Buch ist so etwas wie die „Fibel des kleinen Atheisten“ und das aus gutem Grund: Dawkins hat es ausdrücklich geschrieben, damit Leute in stark religiös geprägten Umfeldern a) erkennen können, dass es in Ordnung ist, Atheist zu sein und b) diese Leute für den Weg dorthin dann auch gleich mit überzeugenden Argumenten auszustatten.

Angenehm an Dawkins Buch ist, dass der gelernte Biologe sehr unaufgeregt und nüchtern schreibt; die naturwissenschaftliche Prägung ist hier spürbar und deutlich ein bewusste Mittel, um Glaubwürdigkeit zu erlangen. Damit hebt sich Dawkins von anderen Autoren dieser Welle wie Christopher Hitchens und Sam Harris ab, die deutlich emotionaler und politischer argumentieren. Dennoch ist Dawkins Stil unterhaltsam und Spitzen und Seitenhiebe gibt es bei weitem genug.
Er verliert sich nicht in einem Klein-klein von Aspekten, sondern ist auf Metaargumentationen bedacht. Zwar nutzt er immer wieder Beispiele, die er dekonstruiert, aber hinter allem steht immer noch ein strukturelles Argument, das Substanz hat und dem Leser in Erinnerung bleibt. Dabei arbeitet er sehr sauber und trennscharf und ermöglicht es dem Leser, so manches Argument logisch-rational zu verstehen und nachzuvollziehen, das er vorher nur wolkig und vage als Überzeugung hatte.

Sehr angenehm ist dabei, dass er eine lange Liste „üblicher Argumente“ für Gott und/oder Religion abarbeitet, so dass man durch das Buch wirklich für Diskussionen argumentativ „aufmunitioniert“ wird. Dabei ist auf der grundsätzlichen Ebene wenig wirklich weltbewegend Neues dabei, aber viele der Belege (Studien aus verschiedenen Fachgebieten) sind wunderbar handfeste Argumentationswerkzeuge.

Das Buch ist uneingeschränkt zu empfehlen: Als Kickstarter für den bisher eher gefühlsmäßigen Agnostiker/Atheisten; als literarischer Sparringspartner für den religiösen Menschen; als unterhaltsame Lektüre für jeden, der geistreiche Argumentationen mag. Es ist kein Zufall, dass es Dawkins war, der den Weltklasseskeptiker Douglas Adams vom vagen Agnostiker zum Vollblutatheisten gemacht hat. Eine bessere Referenz ist nur schwer vorstellbar.
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am 28. Januar 2007
Bei bisher 231 Rezensionen auf dem Server von amazon.co.uk und 6 hier, erübrigt es sich, noch irgendetwas auf Englisch über dieses Buch zu schreiben.

Für den deutschen Sprachraum können wir eine spezielle Lektion daraus lernen: Religionskritik soll deutlich sein und nicht so verschämt, wie das bei uns oft der Fall ist. Deswegen muß sie nicht ungerecht oder geschmacklos werden.

Dawkins' Buch ersetzt zur Not, nein, nicht nur zur Not, ein philosophisches Buch über Gottesbeweise, ein religionskritisches über die tatsächlichen Glaubensinhalte der (Buch-)Religionen (a là Buggles "Denn sie wissen nicht, was sie glauben"), ein physikalisches Buch über Kosmologie, ein wissenschaftstheoretisches und wissenschaftsgeschichtliches über Evolutionstheorie, evolutionäre Erkenntnistheorie und evolutionäre Erklärungsansätze von Religion und Moral. All dies mit anschaulichen Erläuterungen und einer Fülle von Beispielen aus der persönlichen Lebenserfahrung und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Besonders mag ich die Stelle, wo Dawkins für die von ihm favorisierte Erklärung der Religion als "Nebenprodukt" evolutionär vorteilhaften Autoritätsglaubens argumentiert: "Das Kind kann nicht wissen, daß 'Plantsch nicht im krokodilverseuchten Limpopo' ein guter Rat ist, aber 'Du mußt bei Vollmond ein Ziege opfern, sonst bleibt der Regen aus' bestenfalls eine Verschwendung von Zeit und Ziegen bedeutet." (Er informiert uns aber über alternative Ansätze bei diesem alles andere als ausdiskutierten Thema.)

Dawkins trifft auch die Abgrenzung zwischen einer kritischen und wissenschaftsorientierten Weltsicht und religiösem Glauben in der wünschenswert klaren Weise: Revidierbarkeit durch neue Fakten und Argumente ist in aller Kürze der Knackpunkt.

Am Schluß des Buches hat er dann spürbar genug von der Auseinandersetzung mit veralteten Weltbildern und Weltanschauungen: Da geht's nur noch um die Frage, wie weit unsere Erkenntnismöglichkeiten als in der "Mittelwelt" evolvierte Lebewesen reichen und in Zukunft reichen könnten (hierzulande hat sich insbesondere Gerhard Vollmer unter dem Begriff des Mesokosmos mit dergleichen auseinandergesetzt).

Überblickswissen und Lesespaß! Wenn jemand in unserer Zeit die Rolle des wirkungsmächtigen Aufklärers einnimmt, wie sie einst Bertrand Russell ausfüllte, dann ist es am ehesten Dawkins.
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am 29. November 2006
Richard Dawkins is an evolutionary theorist and holds the Charles Simonyi Chair in the Public Understanding of Science at Oxford University. He is also a best seller author of science books, and quite easy to read.

In this book, Dawkins tackles the problem of religion -- and he does see it as a problem. Dawkins begins by pointing out that there is no evidence whatsoever of god. True, he cannot prove that god does not exist, but the same is true of all possible gods, including Zeus and Wotan. The fact that something cannot be proven false is no evidence whatsoever that is true.

Dawkins further points out how religion (or, more precisely, faith) is so damaging. Faith is, quite simply, the enemy of reason. If one believes something on faith then, be definition, it does not matter what the evidence shows, one will still believe. It is a matter of faith. No matter how strong the evidence of evolution, for example, many faithful simply refuse to believe. With faith, there is no argument, no evidence good enough. With reason, one will still make mistakes, but at least one is trying to get it right.

Dawkins believes very strongly in what he says, but that does not make him just another fundamentalist. Dawkins came to his beliefs by looking at evidence, considering all arguments and applying reason. If, tomorrow, one presented him with evidence that he was wrong, he would change his mind.

This book will offend many readers, but that is not what Dawkins intends and it only proves his point: readers who are offended have been so blinded by religion that they are unable to consider that they might be wrong without suffering pain.

For an explanation of how evolution works, read Dawkins' The Blind Watchmaker. For a small sample of the evidence behind the theory (and a brief history of life on earth), read The Ancestor's Tale. These books are written in a less strident manner, and would only offend the those who take the Bible completely literally, and cannot tolerate the thought that they are mistaken.
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am 30. Oktober 2006
There is a challenge in reviewing a book of this sort - being "objective". Customers want reviewers to stand aside from prejudices when they assess an item's value as a purchase. It's a stance nearly impossible with this book - few people are indifferent to their perceived gods.

That is the point of this effort - most people are "religious", some violently so in its name. Why should either circumstance hold among Homo sapiens - "wise man"? "Wise" men figure prominently in this book, even when their wisdom - whether through ignorance or manipulation - is misunderstood by others. Einstein's words about "playing dice" are trotted out and examined. The famous "Pascal's Wager" about the usefulness of "denying God" is scrutinised [was Pascal making a joke?]. Scientists of many stripes, particularly three in Dawkins' own Britain, are cited with their logic, if any, carefully dissected. Religion and the idea of a god permeate our society and Dawkins wants to examine the real roots of that phenomenon. In this stimulating study, which will fail to reach those who need it most, the author of "The Blind Watchmaker" and other fine works spells out why the notion of "God" is untenable. He accepts the capitalised version because it's the one his readership accepts.

After explaining why the many and various arguments supporting the idea of "God" are based on false or illogical premises - the author must explain why the notion persists. One reason, he insists, is the "hands-off" approach to the subject that has been so widely accepted. "It's bad form to question religion". Dawkins dismisses such timidity as unworthy of the scientific enterprise. If we can investigate an unseen force that can be measured, such as gravity, why must we pass over one that cannot manifest itself? If this god is "everywhere", why weren't the Ten Commandments engraved on the Moon? There must be another answer, and Dawkins, as an evolutionary biologist, supplies one. However, readers are here cautioned by Dawkins that an understanding of natural selection is the prerequisite.

Having already disposed of the "traditional" [in the Western world, at least] arguments such as "it's just there" or the "argument from design", about the existence of a deity, Dawkins provides a two-pronged evolutionary basis. The first, and most compelling, is the training of children. "Honour thy parents" makes no distinction about whether parental advice and direction is valid. Our primate heritage ties the young to their parents longer than other species. There's a vast span of time to provide both valuable and worthless material for their retention. What is retained, is due to the second of his two reasons, the "meme". The meme, units of information retained by the mind and passed on have featured largely in Dawkins' views on religion. Cognitive studies have shown that information planted early tends to remain in place and guide later behaviour. Religion is far more often "passed down" than it is "picked up" in later life.

The "faithful" are often quick to point out that in religion rests "morality", "comfort" and the roots of what we consider "beauty". Dawkins skilfully demolishes each of these contentions. "Morality", already a vague term, is hardly exemplified by what religion sources provide. Intemperate and massive slaughters, hypocrisies at wholesale rates and misogynist examples that make the reader shudder with disgust. "Beauty" is a topic at which Dawkins shines best. Long an advocate of the beauties in Nature science has revealed, he extols the wonders science has demonstrated to us. We often have difficulty dealing with those fascinating, if normally hidden, aspects of nature because we didn't evolve to perceive them. We live in a narrow zone of perception, which Dawkins calls the "Middle World". We see only a small set of light frequencies. We hear in a limited range of sounds. We can't detect "colours" by smell or see the magnetic fields used by porpoises.

To those who already accept the idea that lack of evidence for any deity renders the concept implausible at best [such as this reviewer], there won't be much new in this book. People consider it sufficient to "declare" there are gods without feeling the need to "demonstrate" them. All of the phenomena attributed to a god have been examined and shown to have natural causes. Even the beginnings of life are well enough understood to forecast confidently that "life" will emerge from some laboratory, as Dawkins points out cogently. The zoologist is even able to handle questions of cosmology with better than layman's skills, as he outlines the various concepts currently under investigation. None of these theories needs a deity to either start the universe or regulate it. This is a formidable examination, redundant aspects or not, deserving the widest possible audience. [stephen a. haines - Ottawa, Canada]
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am 28. Januar 2007
According to some US poll, about half of the people in the US believe in the literal truth of the bible. Thus, the earth (and of course the universe) is only a few thousand years old, etc. Those people should not read this book, since they will find nothing of value there, and will be most likely so far down the road of their personal "faith" that nothing can bring them back to reality. Of course the same statement is true for the literal believers of other creeds (particular those with the many virgins in paradise waiting for the fighters of holy wars).

For the rest of mankind, however, this book offers a brilliant summary of the topic of "faith versus reason". Granted, many people in the last centuries have had similar thoughts, but this does in no way diminish this book.

There are certainly stronger and weaker parts here, and if you start to scrutinize every page for possibilities of the writers vanity or personal dogmatism, you will find your fair share. But it is not the purpose of the book to be absolutely neutral and political correct about this heavily polarized topic.

In a time of increasing religious extremism with entire nations following some superstitial delusion, with Taliban in the middle east and Taliban in the fly over states of the US trying to ban evolution theory from their schools, you have to thank all the present and past gods for people like Dawkin and books like this.
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am 9. September 2007
Leider haben die Rezensionen über dieses sehr engagierte Buch die Tendenz, in Stellungnahmen Pro und Contra Atheismuns zu münden. Darüber kommt eine Kritik des Buches zu kurz.

Ich fand das Buch sehr anregend und anspruchsvoll. Nicht jeder Gedankengang von Dawkins ist gleich überzeugend, aber jeder ist interessant.

Die vielen wiedergegebenen Zitate wären allein als Zitatsammlung zum Thema lesenswert.

Dawkins schreibt (ich beziehe dies auf den englischen Originaltext) durchaus lesbar, eine straffere Struktur hätte dem Buch aber nicht geschadet.

Die Aufgeregtheit der Diskussion über das Buch zeigt deutlich, dass sich die Lektüre lohnt.
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am 15. März 2007
Ich bin auf Dawkins' neues Buch aufmerksam geworden durch ein religionsgeschichtlich/-soziologisches Werk, das ebenfalls von einem Biologen geschrieben wurde: "The Story of God" von Robert Winston. Beide - Winston und Dawkins - sind Briten und haben auch Dokumentarfilme über Religion/en gemacht. Sie sind leicht im Internet zu finden und wirklich sehenswert. Sir Robert ist gläubiger und praktizierender Jude, doch er spricht mit größter Hochachtung von seinem Kollegen Dawkins, der mit "The Selfish Gene" vor Jahrzehnten einen entscheidenenden Beitrag zur Evolutionstheorie leistete und seither immer wieder als überzeugter Atheist auftrat. "The God Delusion/Der Gotteswahn" bildet die Summe aller Argumente, die er bisher in verschiedenen Büchern und Artikeln verstreut vorbrachte. Es IST polemisch, doch mich hat das nicht gestört, im Gegenteil: mit glänzender Rhetorik und bitterer Ironie begegnet er den Auswüchsen des Fundamentalismus jedweder Provenienz, fanatischem Bibel- oder Koranglauben; er zeigt, dass daraus 'himmelschreiende' Unvernunft werden kann und dass Moral nicht ein Produkt von Religion und schon gar nicht ein Gottesgeschenk ist, sondern für den Menschen von der Natur nahegelegt wird. Das Buch ist ein Muss für jeden, der sich mit aktuellen Weltanschauungsfragen beschäftigt.
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TOP 500 REZENSENTam 25. September 2012
Dawkins polarisiert. Dawkins polarisiert mit großem Geschick und offenkundigem Vergnügen. In diesem Buch ist alles, aber auch alles enthalten, was ein rational denkender Mensch zur Beantwortung der Frage braucht, ob Gott existiert oder nicht: Alle Argumente für ein real existierendes überirdisches Wesen werden elegant und genussvoll pulverisiert, ebenso wie alle Argumente dafür, dass es ohne Religion keine Moral gibt.

Ein unbeirrbar religiöser Mensch muss sich bei der Lektüre fühlen wie jemand, der in die Sonne schaut und die Augen schließen muss, weil das Licht schmerzt. Deshalb ist es auch wenig wahrscheinlich, dass dieses Buch die Anzahl der "Konvertiten" zum Atheismus spürbar steigen lässt. Es tut einfach zu weh. (Und wer glaubt, dass die Erde vor 6000 Jahren erschaffen wurde - von solchen soll es ja nicht wenige geben - dem ist ohnehin nicht zu helfen, wenn er denn das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen wagt.)

Die anderen, die nicht mehr überzeugt werden müssen, können sich nach der Lektüre auf den Augenblick freuen, wenn zwei schwarzbeanzugte junge Männer an der Tür läuten, um ihnen die Bibel näher zu bringen. Für die sich anschließende Diskussion sind sie jetzt gut gerüstet.

Ich habe selten ein Buch mit größerem Vergnügen gelesen.
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Ein umstrittenes Buch (die Diskussion hier ist ein deutliches Zeichen) - doch vor allem ein rational-wissenschaftliches Buch mit Zorn im Leib.

Richard Dawkins ist Evolutionsbiologe und Religionskritiker in Oxford. Dieses Buch schrieb er auch vor dem Hintergrund der sich immer aggressiver gebärdenden "christlichen" Rechten in den USA des George W. Bush: staatliche Gelder werden abgezockt, Wissenschaft behindert, Ärzte erschossen ...

Ja, auch Dawkins hat etwas, wofür er streitet: Vernunft, Rationalismus, Wissenschaft. Das schließt für ihn ein, Religion als negativ zu betrachten, auf jeden Fall, wenn sie intolerant ist, den Diskurs verweigert und einen allmächtigen Gott predigt. Diese christlich-monotheistische Auffassung von Gott setzt er voraus, legt dies aber zuvor offen im Buch dar.

Dawkins sähe eine Erklärung à la "Gottes Wirken" als bequeme Ausrede für mangelnde Forschung. Wenn Wissenschaft es nun einmal einfacher erklären kann, dann ist sie doch vorzuziehen (er zitiert ihn nicht, doch das ist Ockhams "Rasiermesser"). Gottes Existenz ist nur äußerst unwahrscheinlich und natürlich nicht zu beweisen, aber sollte auch nicht mehr angenommen werden (steht so drin im Buch).

Der Inhalt ist bereits zusammengefasst worden. Richard Dawkins' Stil kann in seiner Bissigkeit und Schärfe mit seinem Freund selig, Douglas Adams, weitgehend mithalten. Es ist mit englischem "wit" und hoher Intelligenz geschrieben. Dies heißt allerdings auch, dass auf Empfindlichkeiten keine sonderliche Rücksicht genommen wird.

Einfühlungsvermögen und Gefühl sind Dawkins' Stärke nicht - darum kann das Buch wohl auch keine große missionarische Wirkung entfalten, höchstens Atheisten den Rücken stärken. Das dürfte in den USA eher nötig sein: einen Atheisten will laut Umfragen dort quasi niemand im Weißen Haus. Auch Obama wurde bei seinem Eintritt in die Politik plötzlich zum Kirchgänger.

Hier in Europa herrscht eher eine Art Schwundstufenreligion vor - Dawkins zählt dagegen gnadenlos auf, was Christentum und die beiden anderen Mittelmeermonotheismen eigentlich an skurril anmutenden Glaubenssätzen haben. Sie wurden zwar in den Hintergrund gedrückt, doch würden eigentlich dazu gehören (Jungfrauengeburt etc.). Ja, sie können sogar in unserer Zeit zur Rechtfertigung von Unmenschlichkeit dienen:
Ein mich erschreckendes Beispiel war eine Studie mit über 1000 israelischen Kindern (S. 289-292): Joshuas Dahinmetzeln der Jerichoer samt Vieh wurde von zwei Dritteln ausdrücklich gutgeheißen (arme Palästinenser). Ersetzte man Joshua durch einen "General Lin" im "alten China", war es nur noch jedes vierzehnte Kind einer Kontrollgruppe.

Kritisieren kann man schon auch hier einiges: Dawkins gebärdet sich als Bewusstseinsschaffer für Atheisten, wie es andere für Homosexuelle gewesen seien - das ist in Deutschland schwer nachvollziehbar, wo der Sonntagvormittag allem Möglichen dient, aber nicht dem Kirchgang. Seine ätzende Polemik attackiert religiöse Menschen in eine Verteidigungsstellung hinein, was kaum etwas bringt. Ein Kapitel zu Buddhismus und anderen Religionsformen jenseits eines allmächtigen Gottes wäre das 'Sahnehäubchen' gewesen. Die letzten 20, 30 Seiten zu Wahrnehmungsgrenzen lassen ebenfalls etwas nach.

Und wenn Religion nun einen Evolutionsvorteil hätte, etwa dadurch, dass gruppenkooperatives Verhalten besser funktioniert (Dawkins führt u.a. die "In-Group" Juden an), so käme Dawkins' Buch nach seiner eigenen Logik schwerlich dagegen an, dann müsste er Atheisten eigentlich eher das Kinderkriegen und Zusammenhalten predigen.

Mehr als einen Stern Abzug kann das aber kaum bedeuten: "The God Delusion" sollte genauso gelesen werden wie die Bibel, der Koran oder das Kommunistische Manifest.
Ein guter Kandidat also für das 'Atheistische Manifest' und gut zu lesen.
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am 3. August 2015
Dawkins ist ein scharfer Denker und argumentiert seine Position stringent und konsequent. An vielen Stellen schreibt er Atheisten geradezu aus dem Herzen und bringt Religionskritik auch wissenschaftlich auf den Punkt. Befremdlich für mich als Europäerin sind die langen Ausführungen zum Kreationismus. Die weitaus meisten Christen in meinem Umfeld haben diesen längst überwunden und einen Weg gefunden ihren Glauben mit der Evolution zu "vereinen ". Hier ist sicherlich zu sehen, dass Dawkins in einem Land lebt, in dem TV-Prediger und christliche Konfessionen weiterhin gegen Darwin hetzen. Für mich gibt es hier dennoch einen Punkt Abzug, nachdem dieser Teil der "Diskussion" zumindest in Europa weitgehend (wenn auch nicht ausnahmslos wie einige Freikirchen oder Zeugen Jehovas zeigen) überwunden ist. Ich denke ein Schwerpunkt sollte auch die Frage sein, wie man mit einem zunehmend vergeistlichten Gottesbild umgeht, das die Figur eines Gottes immer mehr zum Lückenbüßer für die noch wenigen wissenschaftlich nicht erklärbaren Tatsachen dieser Welt werden lässt.
Insgesamt ist das Buch ein echtes "Muss" für engagierte Atheisten und Leser , die noch ihre Zweifel haben. Im Übrigen ist Dawkins als Vertreter des neuen Atheismus keineswegs übermäßig kämpferisch. Stark Gläubige mögen sich angegriffen fühlen, wenn an ihren Manifesten gerüttelt wird, aber vielleicht ist das dann auch einfach nicht die richtige Lektüre für sie. Religionsfreiheit beinhaltet auch Kritik zu respektieren. Ach ja, wer erwartet, dass Dawkins einen weltbewegenden "Beweis" erbringt, dass Ein Gott, mehrere Götter, Göttinnen, dreifaltige Götter nicht existieren. Das tut er nicht, aber er überzeugt vollkommen damit, dass in meinem Garten keine Elfen leben ;) .
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