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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Klass: Klasse Film, grauenhafte Realität!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Am gestrigen Dienstag war ich wie desöfteren in der DVD-Abteilung eines namhaften Discounters ein wenig stöbern.Zunächste habe ich nur das Cover gesehen. Als ich jedoch die Hülle drehte, laß ich mir die kurze Schilderung auf der Rückseite durch und muss sagen, dass ich diesen Film umbedingt sehen wollte. Beim Film Klass musste ich direkt an eine ähnliche Szene in meiner damaligen Berufsschule denken, zwar noch lange kein Amoklauf, jedoch brutales Mobbing, wo ich selber einschritt. Hauptcharaktere im Film Klass sind 2 Schüler Namens Kasper und Josep, Kaspers Freundin Thea und eine gewaltätige Clique welche sich in der Klasse bildete. Josep wird fast von der gesamten Klasse als Schwuchtel und Looser dargestellt. Kasper hingegen entschloss sich jedoch zu einem Ausstieg aus der Clique um Josep zur Seite zu stehen und Ihm in dieser schwierigen Situation zu helfen. Er hat verstanden, dass sein Handeln bzw. die der Clique grundlegend falsch und nicht tolerierbar ist. Dabei riskiert er nicht nur, dass ihm seine alten Freunde selber angreifen und verprügeln sondern auch die Beziehung zu Thea, welche jedoch nicht zur "Guten Seite" gezählt werden kann. Ihre Position im Film ist etwas fragwürdig, menschlich kann ich Thea nicht verstehen. Einerseits hat man schon das Gefühl, dass sie weiß, das Kasper das richtige tut, wenn man ihre Blicke gegenüber Kasper deutet, andererseits zerfällt der Glaube an das gute im Menschen, da sie tatenlos zuschaut, wie Kasper von den anderen, seiner damaligen Clique gedemütigt, geschlagen, mit Füßen traktiert wird nur um Josep zu helfen. Keiner der beiden spricht jedoch die täglichen Probleme und Erlebnisse an, Lehrer schauen weg, Joseps Vater versucht mit Parolen nd Gegengewalt seinen "fremden" Sohn, da er absolut nicht weiß wie es um Josep und Josep's Psyche steht, dazu zu bewegen gegen die Angriffe vorzugehen. Beide werden 6 Tage lang geschlagen, gefoltert und später noch zu abscheulichen Szenen gezwungen. Beide entschließen sich nun das Leiden ein für alle mal zu beenden allerdings nich wie erforderlich auf nonverbaler Ebene und Hilfe von außen, sondern mit Waffengewalt. Sie stürmen schließlich die Mensa, erschossen diejenigen, von denen sie Tagelang geqäult wurden. Am Ende entschlossen sie sich beide für einen Selbstmord, zählten bis 3, abgedrückt hat allerdings nur Josep. Fazit: Erstklassige Inszenierung einer der schlimmsten Ereignisse. Authentische Wirkung aller Charaktere. Ein MUSS für jeden, der sich kurzzeitig einmal aus der Welt der erfundenen Geschichten ausklinken und in die Welt des schaurigen Realismus eintauchen möchte. Dieser Film mahnt auch die fehlende Zivilcourage in unser Bevölkerung an. Mobbing ist psychisch als auch physisch einer der schwersten Demütigungen in unser Gesellschaft und sollte bekämpft werden. ANSCHAUEN! Gruß Daniel Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Schockierend und realistisch,
Von Marc Jozefiak "horror 1966" (Hildesheim) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Wegschauen oder eingreifen? Mitmachen oder sich in den Weg stellen? Auch wenn das eigene Leben in Gefahr gerät? Joosep ist der Prügelknabe der Klasse. Auch für Kasper. Doch eines Tages kommt Kasper seinem Klassenkameraden zu Hilfe und gerät damit ebenfalls in die Schusslinie. Ein System von Demütigungen und Gewalt wird in Gang gesetzt. Schließlich sehen die beiden Jungen nur noch einen Ausweg. KLASS erzählt in dokumentarisch anmutenden Bildern die ebenso beunruhigende, wie erschütternde Vorgeschichte eines Amoklaufs, bei der die Grenzen zwischen Opfern und Tätern fließend sind.Die Chronik eines Amoklaufs Wie oft ist man in den letzten Jahren mit Amokläufen an Schulen konfrontiert worden, so das schon teilweise der Eindruck entstanden ist, das es sich um eine Art neuen Volkssport handelt? Und immer wieder trauert man um die Opfer, die aus scheinbar nicht nachzuvollziehenden Gründen ihr junges Leben lassen mussten. Die Täter hält man für psychisch krank und sieht in ihnen zumeist seelenlose Monster, die sich anscheinend einen Spaß daraus machen, ihre Mitschüler scheinbar mutillig und vollkommen willkürlich zu töten. Das eine solche Tat aber auch aus vollkommen anderen Beweggründen geschehen kann, zeigt dieser estnische Beitrag auf sehr schockierende, aber auch äusserst eindrucksvolle Art und Weise. Bei "Klass" bekommt es der Zuschauer mit einem Jugenddrama zu tun, das schonungslos das perfide System des Schulmobbings durchleuchtet und dabei eine so ungeheure Intensität entwickelt, das einem die Haare zu Berge stehen. Wenn man diesen Film gesehen hat, gibt es zwar immer noch keinen Grund, die Taten eines Amokläufers zu rechtfertigen, aber man ist doch dazu in der Lage, eine gewisse Art von Verständniss dafür aufzubringen, ohne jedoch die Taten gutzuheissen. Im Vordergrund der Geschichte steht nicht die Tat an sich, sondern vielmehr eine Chronik der Geschehnisse, die zu ihr geführt haben. Regisseur Ilmar Raag erzählt diese Chronik, die lediglich 7 Tage dauert, in einer schockierenden, gleichzeitig aber auch absolut faszinierenden Art, die einem phasenweise kalte Schauer über den Rücken jagt. Das ist ganz sicher auch in der extrem realistischen und authentischen Szenerie begründet, die sich dem Zuschauer offenbart, denn nicht selten entsteht der Eindruck, das man sich vielmehr in einem wirklich geschehenden Szenario befindet, als das man einen Spielfilm schaut. Das Geschehen fesselt einen auf seine ganz eigene Art, wirkt aber gleichzeitig auch abstossend und vollkommen schockierend. Man fühlt sich nicht selten einer Ohnmacht nahe, denn möchte man doch einerseits den beiden Mobbingopfern Jossep und Kaspar zur Hilfe eilen und sich mit ihnen zusammen gegen den restlichen Klassenverbund entgegenstemmen, der unter dem Befehl des Anführers Anders steht, muss aber andererseits die Hilflosigkeit akzeptieren, zu der man als Zuschauer verdammt ist. Und gerade dieses ohnmächtige Gefühl der Hilflosigkeit ist es, das sich durch den gesamten Film zieht und eine unbändige Wut in einem selbst aufsteigen lässt. Das geschieht aber keineswegs nur deshalb, weil man selbst zur Untätigkeit verdammt ist, sondern auch deshalb, weil hier wirklich alle Personen wegsehen, oder genau die falschen Hilfeleistungen anbieten. So ist es die gesamte Schule, die hier im Prinzip über das vorherrschende Mobbing informiert ist, jedoch findet sich nicht eine Person, die wirklich etwas gegen die immer mehr eskalierenden Handlungen unternimmt. Und dann sind da noch die Eltern von Joseep, die selbst, als er mit mehreren Hämatomen aus der Schule kommt, noch von harmlosen Hänseleien sprechen. Vor allem sein Vater, der einem typischen Macho gleicht, hat keinerlei Verständnis für die Opferrolle seines Sohnes und rät ihm lediglich, das er umso fester zurückschlagen soll. Seine Mutter hingegen macht den grössten Fehler, indem sie die Schule informiert, das ihr Sohn mishandelt wird. Nun ergibt es sich dadurch schon fast zwangsläufig, das sich das Mobbing immer weiter verstärkt und dabei Ausmaße annimmt, die nicht mehr zu kontrollieren sind. Selbst einige Mitschüler wenden sich angewidert von den Rädelsführern ab, da sie ihre Taten nicht mehr gutheissen können. Doch ist es mittlerweile schon viel zu spät und eine Situation am Strand, die vollkommen eskaliert und eine Demütigung sondergleichens an den tag legt, ist der Funke, der das Fass zum explodieren bringt. Die sich daraus ergebende Reaktion der beiden Opfer ist schon fast als logisch anzusehen und so nimmt das Unheil seinen Lauf und endet am nächsten tag in der Schule in dem finalen Showdown, der sich im Amoklauf der beiden Mobbingopfer äussert. Dabei ist es nicht nur die Tötung mehrerer Schüler, die einen absolut fassungslos macht, sondern insbesondere die mehr als tragische Reaktion von Joseep, kurz bevor die Polizei eintrifft. Denn in seiner Reaktion auf die Ereignisse liegt die gesamte Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit eines jungen Menschen, der innerlich schon längst gestorben ist und nicht aus seiner Hilflosigkeit heraus kann. Ilmar Raag hat hier ein wirklich beeindruckendes Stück Film geschaffen, das mit einer ungeheuren Härte auf den Betrachter einschlägt und ihn in gewisser Weise selbst zu einem hilflosen Opfer macht, da er zum Zuschauen verdammt ist und trotz des vorhandenen Willens zu keiner Zeit in das Geschehen eingreifen kann. Die Intensität, die diese estnische Produktion entfaltet, ist extrem hoch angesiedelt und so manche Situation ist wie ein körperlicher Tiefschlag, den man förmlich spüren kann. Dazu tragen vor allem die herausragenden Jung - Darsteller bei, die dem Geschehen einen mehr als authentischen Eindruck verleihen. Ihr dargebotenes Schauspiel ist erschreckend realistisch und hält dem Zuschauer die Verrohung der heutigen Jugend auf erschreckende Art und Weise vor Augen. Begriffe wie Rücksicht, Anteilnahme oder Hilfe scheinen hier absolute Fremdworte zu sein. Ohne Rücksicht auf die gefühlslage eines anderen Menschen werden hier systematisch zwei junge Menschen zerstört und gedemütigt, bis sie im Endeffekt keinen anderen Ausweg mehr sehen, als das sie sich von ihren Peinigern für immer befreien. Fazit: "Klass - Chronik einer Katastrophe" sollte ein mahnendes Beispiel dafür sein, wie schnell aus anfänglichen Hänseleien eine Katastrophe entstehen kann, die eigentlich jederzeit hätte aufgehalten werden können, wenn sich einige Personen etwas intensiver mit den Vorfällen beschäftigt hätten. Gleichzeitig wird einem aber auch die teilweise vorhandene Gleichgültigkeit der heutigen Zeit vor Augen geführt, so das Situationen immer erst eskalieren müssen, bevor sich einem die Ernsthaftigkeit der Handlungen und deren Wirkung auf andere erschließt. Ein Film, der sehr nachdenklich stimmt und auch einen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Betrachters hinterlässt. Das hier gezeigte Geschehen ist absolut realistisch und zeigt einmal mehr, das wegschauen nicht immer die richtige Maßnahme ist, manchmal sollte man die innere Gleichgültigkeit überwinden und vielmehr eine ordentliche Portion Zivilcourage an den Tag legen, um eventuell deeskalierend einwirken zu können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kein schöner Film, aber wichtig.,
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Während in der öffentlichen Berichterstattung stets Videospiele, Actionfilme, Psychosen und verantwortungslose und unfähige Eltern als Sündenböcke nach Amokläufen in Schulen herangezogen werden, zeigt dieser Film was einem Amoklauf wirklich vorausgeht. Kein Amoklauf ohne präzises und längjähriges Mobbing durch Mitschüler, kein Amoklauf ohne passive Lehrer die durch Wegschauen und den naiven Glauben an eine selbstregulierende Klassenkultur den Weg zur Katastrophe ebnen. Solange in der Öffentlichkeit nicht endlich angesprochen wird, das die Opfer vormals immer auch Täter waren bleibt dieser Film wichtig, so drastisch die Darstellung auch ist. Ich wünschte jeder Lehrer würde diesen Film sehen und ihn ggf. im Unterricht behandeln.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Die eigentlichen Beweggründe, die hinter einem "Amoklauf" stecken, authentisch und schamlos inszeniert,
Von Alexander Hoefer "Animus" (Pähkinäkolo) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Eines gleich vorweg. Kein Mensch (auch kein psychisch kranker Mensch) läuft OHNE Grund "AMOK" und tötet dabei GRUNDLOS, oder einfach mal nur so aus Spaß, eine Gruppe von Menschen.Bevor ein Mensch, oder in diesem Fall ein Jugendlicher, zu einer solch schrecklichen Tat überhaupt fähig ist, müssen im Vorfeld, genauso wie es in dem estnischen Film - Klass - dargestellt wird, erst einmal über einen sehr langen Zeitraum, sehr viele persönliche und schmerzhaft einschneidende Demütigungen, Diskreditierungen und Erniedrigungen vorhanden sein. Nur wenn ein Mensch abgrundtiefe Hassgefühle gegenüber einer Gruppe empfindet, oder in diesem Zusammenhang extrem starke Rachegelüste verspürt, ist er überhaupt mental dazu in der Lage eine solche Tat durchzuführen. Es ist nämlich etwas ganz anderes mit einer Waffe auf ein Ziel zu schießen, oder sie auf einen Menschen zu richten und abzudrücken. Wir sprechen hier auch nicht - wie das fälschlicher Weise immer in den Medien verzerrt dargestellt wird - von "AMOK" - Ein Amoklauf entsteht nämlich immer aus einer momentanen Situation heraus, und wird nicht Monate im Voraus geplant. Wir sprechen hier eindeutig von einem geplanten und ganz gezielten Massenmord. Der Täter wollte diese Menschen, aus welchen Gründen auch immer, töten. Und dass der Täter tatsächlich gezielt handelte, das zeigt uns nicht nur der Showdown in dem Film - Klass - in ganz erschütternder Weise, sondern das können wir auch an den Fakten der beiden großen "Amokläufe" in Deutschland direkt erkennen. Der Täter von Erfurt tötete 2002 16 Menschen, darunter 12 Lehrer. Der Täter von Winnenden hingegen tötete 2009 15 Menschen, darunter 8 Schülerinnen (Mädchen) und einen Schüler aus einer bestimmten Klasse. Beide Täter handelten also - genauso wie es in - Klass - dargestellt wird - gezielt und wohl durchdacht. Der Film - Klass - bricht, gerade was die Darstellung der Ursache betrifft, jegliches gesellschaftliches Tabu und zeigt schamlos und absolut authentisch, welche vergifteten gesellschaftlichen Grundvoraussetzungen (Rivalitäten) - im Vorfeld vorhanden sein müssen, damit eine Person irgendwann zu einer solchen Tat überhaupt fähig ist. Die vielen Bloßstellungen, Diskreditierungen und Denunzierungen, die Kasper, aber vor allem Josip hier von ihren Klassenkameraden ertragen müssen, sind entsetzlich, aber alles in Allem noch "harmlos" im Gegensatz dazu, was ich bisher als Sozialpädagoge innerhalb meiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hier in Deutschland erlebt habe, denn gerade Dinge wie "Mobbing", sei es nun Mobbing unter Schülern (gezieltes "Sündenbock-Mobbing") oder aber auch Mobbing zwischen Lehren und Schülern, laufen bei uns nicht nur wesentlich versteckter (auf der Toilette, in der dunklen Ecke des Pausenhofs, auf dem Nachhauseweg, im Internet, oder auf dem Handy), sondern auch um ein Vielfaches professioneller ab - (Lehrer löschen zum Beispiel Buchstaben weg, und machen dem Schüler daraufhin eine schlechtere Note). Mobbing zu erkennen, aber vor allem zu beweisen ist äußerst schwierig. Nur in sehr wenigen Fällen können die Eltern, oder auch wir Sozialpädagogen wirklich erkennen, dass Kinder tatsächlich "gemobbt" werden, weil sie meistens aus Angst oder aufgrund von Scham schweigen. Letztendlich, und das zeigt uns auch der Film - Klass - ganz deutlich, liegt die generelle Hauptschuld für eine solche Tat, also nicht primär beim Täter, sondern bei "UNS" - den Erwachsenen (der Gesellschaft) - denn wir sind es, die unsere Kinder entweder zu sozialen gesellschaftsfähigen Menschen oder "Unmenschen" erziehen. Vielen Erwachsenen, und vor allem Eltern fehlt allerdings in diesem Zusammenhang die soziale Kompetenz, die eine wesentliche Grundvoraussetzung dafür ist, Kindern ein Vorbild (Leitbild) zu sein. Die wenigsten Eltern, und vor allem die unfähigen Eltern bekommen daher überhaupt nicht mit, wenn, oder dass ihre Kinder regelmäßig Mitmenschen seelisch quälen und verletzen, denn äußerlich und leistungsmäßig ist ja sowohl in der Schule als auch im Verein alles in bester Ordnung. So ist auch nicht verwunderlich, dass diese ahnungslosen und erziehungsunfähigen Eltern oftmals völlig aus dem "Häuschen" sind, oder uns Sozialpädagogen sogar als Lügner bezeichnen, wenn wir sie mit dieser traurigen Wahrheit konfrontieren, selbst sogar dann, wenn wir ihnen beweiskräftige Fakten auf den Tisch legen, dass ihre Söhne oder Töchter tatsächlich Mitschüler oder jüngere Kinder regelmäßig abziehen, mobben, seelisch terrorisieren oder moralisch entwürdigen. Die breite Palette an "Sauereien" oder völlig absurden "Mutproben" der Jugendlichen (ab 12 Jahren) unterscheidet sich nicht wesentlich von denen der Erwachsenenwelt, und gehen von verbalen Erniedrigungen und Ausgrenzungen, bis hin zum Komasaufen, "Airbaggen", "Autoschrotten", oder in "Mädchengangs" sogar bis hin zu dem gezielten auswürfeln (auslosen), wer mit dem ausgewählten "Jungenopfer" zuerst ins Bett gehen muss (darf), und wer als letztes. Oftmals werden diese entsetzlichen Schandtaten dann auch noch per Handy geschickt fotografiert oder so gefilmt, dass nur das Opfer darin zu sehen ist, und wenig später dann im Internet veröffentlicht, oder als Mail, bzw. per SMS - "Happy Slapping" - durch die Gegend geschickt. Leider werden wir niemals erfahren, warum die Täter von Erfurt und Winnenden diese entsetzlichen Taten begangen haben, aber eines steht für mich als Sozialpädagoge hier außer Frage, nämlich, dass sich deren Beweggründe nicht wesentlich von denen in - Klass - oder meinen gerade hier aufgeführten praktischen Beispielen unterscheiden dürften. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Wer Gewalt sät...,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Ein typische Schulklasse: Rowdy Anders (Lauri Pedaja) gibt den Ton an, ein Anführer, der es schon seit längerem auf den Aussenseiter Joosep (Pärt Uusberg) abgesehen hat. Als dieser sich im Sportunterricht mal wieder völlig Panne verhält, wird er von allen Kameraden gedemütigt, indem er nackt ausgezogen wird und so in die Mädchengarderobe gesperrt.Eine Szene, die die ganze Klasse auskostet, die Jungs johlen - die Mädchen machen auf empört "schafft diesen Freak hier raus". Auch Kaspar (Vallo Kirs) steht beim Mobben an vorderster Front, doch an diesem Tag jedenfalls macht er während der Aktion einen Rückzieher und lässt die Türe los, damit das Opfer aus der peinlichen Lage befreit wird. Freundin Thea (Paula Solvak) findet das Verhalten ihres Kaspars zunächst gut, aber Anders fährt in den Folgetagen brutalste Geschütze auf, um von dem Prügelknaben Joosep eine Entschuldigung abzuverlangen. Er hat schon einen Großteil der Klasse auf seiner Seite, die restlichen ergeben sich dann dem Gruppenzwang, um nicht selbst Zielscheibe zu werden. Und natürlich ist es cooler auf der Siegerseite zu schwimmen und einen optimalen Sündenbock wie Joosep zu haben, der sich alles gefallen lässt und seine Opferrolle annimmt. In Kaspar ist aber der Oppositionsgedanke geweckt und es ist am Anfang gar nicht so klar, ob er sich nun auf einen Machtkampf mit dem Anführer eingelassen hat oder ob er wirklich Gewissensbisse wegen dem stattfindenden Mobbing hat. Jedenfalls positioniert sich der ehemalige Mitläufer als Beschützer von Joosep, was die Situation für die Klasse noch zuspitzt. Die Kränkungen werden härter, Anders und seine Freunde fahren immer gewalttätigere Geschütze auf, die sich schliesslich in einer erschreckenden Straftat gipfelt. Doch es geht weiter. Die nächste Runde heisst dann leider Amoklauf... "Klass" ist ein estnischer Film des Filmemachers Ilmar Raag aus dem Jahre 2007, Raag schrieb auch das Drehbuch zu dem Film über einen Amoklauf, der sich innerhalb einer Woche durch das Gewaltpotential einer Klasse offenbart. Wahrscheinlich aber braucht es für einen Amoklauf mehr als eine Woche des übelsten Mobbing, sondern steigert sich über Wochen und Monate, bis sich der mörderische Frust entlädt. Allerdings gelingt es dem Macher sehr gut ein typisches Bild einer Gruppe zu zeigen, mit ihren Anführern, ihrem Gruppenzwang und ihrem Aussenseiter. Der Film ist also vor allem auch eine Studie der Gewalt und ihren Entwicklungen innerhalb von Gruppen von Jugendlichen, dort also, wo Persönlichkeiten und Identitäten sich erst kristallisieren. Unter der radikalen Persönlichkeit des Prüglers Anders werden diese jungen Menschen immer mehr zu einer kompakten Masse, die den einzigen Aussenseiter mit Prügeln und Demütigung klar macht, dass er nicht zu ihnen gehört und ein Freak ist. Lediglich ein einziger dieser Jugendlichen sticht aus dieser Masse heraus und versucht den anderen ihre Ungerechtigkeit klarzumachen - mit sehr schlechtem Erfolg. Die Lehrer sind überfordert und verschärfen mit ihrem Verhalten teilweise noch die schreckliche Situation, ohne dass es ihnen bewusst wird und sie diese Fehler korrigieren können, sie belassen die Situation so wie sie ist. Nach dem Motto "Wer Gewalt sät" ist dann auch klar, wohin der Konflikt steuert und wie er auf erschreckende Weise bereinigt wird. Das Gewitter, dass sich entlädt, fordert mehrere Menschenleben. Ein guter und aufrüttelnder Filmbeitrag, der eine ganz andere Herangehensweise wie Gus van Sants grßartiges Meisterwerk "Elephant" bietet. "Klass" liefert Erklärungen und versucht die Ursachen aufzudecken, die hinter solchen Taten stecken, denn keiner wird als Amokläufer geboren, man wird dazu gemacht. Und hier bietet er sinnbildlich durch die Klasse eine Ursache von Täter-Opfer Verschiebung an, die in der Natur des Menschen steckt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erschütternd realististisch,
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Als "eine Frage der Ehre" bezeichnet der 16-jährige Kaspar seine Entscheidung, sich auf die Seite eines permanent gehänselten und gedemütigten Mitschülers und somit gegen die Klassengemeinschaft zu stellen, die, angestachelt von ihrem "coolen" und skrupellosen Anführer Anders, sich den zurückhaltenden Außenseiter Joosep zur Zielscheibe von Spott und beliebiger Gewaltanwendung erkoren hat. Mit diesem Schritt begibt sich Kaspar ebenfalls in Gefahr, zum "Freiwild" sadistisch anmutender Aktionen zu werden.Ich habe selten einen Film gesehen, der mich so erschüttert hat wie "Klass", die Bewerbung Estlands als Bester Fremdsprachiger Film bei den Academy Awards 2007 (die es allerdings nicht in die engere Auswahl der Nominierten schaffte). "Klass" ist ein Film über Gewalt in einer Schulklasse, aufgebaut als Chronologie von sich steigernden Ereignissen an sieben aufeinander folgenden Tagen, was schließlich in einem dramatischen und tragischen Finale seinen Höhepunkt findet. Der Film schockiert durch seinen potentiellen und filmerischen Realismus. Ersterer ergibt sich aus bekannten vergangenen Tragödien dieser Art und wird zusätzlich betont durch den Hinweis darauf, dass die dargestellten Inhalte auf wahren Begebenheiten beruhen, letzterer entsteht durch eine atmosphärisch dichte Inszenierung und das überzeugende Spiel der jungen Darsteller. Erschreckend ist, dass einem die geschilderten Grausamkeiten von Jugendlichen an einem Mitschüler (dem 16-jährigen Joosep), auch wenn sie in der Geballtheit vielleicht (hoffentlich!) im Film auf die Spitze getrieben wurden, im Grunde nicht als unrealistisch erscheinen. "Mobbing" wirkt als Wort viel zu harmlos, um zu beschreiben, wie einzelne Personen ausgegrenzt und systematisch erniedrigt werden können. Die schlimmste körperliche Misshandlung wird übertroffen durch die brutale Zerstörung der persönlichen Würde und Selbstachtung der Opfer. "Klass" zeigt uns diese Niedertracht in sämtlichen Facetten und Variationen, samt der perfide Rationalisierung der Gewalttaten durch die Täter (als Strafe und Rache für "Fehlverhalten" des Opfers), des feigen Handelns in der Gruppe, des Rechtfertigens der Gewalt durch Zusehen und Nichtstun. Erschreckend realistisch auch die Hilflosigkeit der Opfer, ihre Ohnmacht angesichts der Übermacht und die Angst vor Verschlimmerung ihrer Lage durch (möglicherweise) unzureichende Hilfsangebote. Deutlich wird auch, dass die Erwachsenen in der Umgebung oft keine Hilfe sind und sein können: die Lehrer agieren wie in einem Paralleluniversum, sie unterrichten an der Lebenswelt der Schüler vorbei, missverstehen Situationen und Zusammenhänge und bekommen nicht mit, welche Dramen sich vor ihren Augen abspielen; außerdem verhindert ein auferlegter "Ehren-Kodex", sich bei ihnen Hilfe zu holen, denn das wäre Petzerei und Verrat (was wiederum von der Gruppe "bestraft werden muss"). So verstricken sich die Opfer selbst schließlich in der vermeintlichen Logik der Übermächtigen, aus der es für sie keinen anderen Ausweg gibt, als sich der Misshandlung auszuliefern. Doch hierdurch wächst die Verachtung ihnen gegenüber noch mehr; sie werden nicht als Menschen betrachtet, nur noch als Freaks, die im Grunde selber "schuld" sind, weil sie einfach anders sind und dadurch "stören". Der Film zeigt sehr gut die verschiedenen Mechanismen, die sich in dieser Weise gruppendynamisch entwickeln können. "Klass" macht auch emotional sehr betroffen und das in einer Dimension, die schon bald erschreckend wird, da bei einem selbst nicht nur Mitleid, sondern auch Wut gegenüber den Peinigern und der hilflose Wunsch nach Rache aufkommt. Mit dieser möglichen Reaktion im Hinterkopf sollte der Film nicht als Aufruf zur Rechtfertigung oder gar Befürwortung verzweifelter Gewaltaktionen aufgefasst werden, sondern wie ein Lehrstück, an dem wichtige Aspekte verdeutlicht und verständlich gemacht werden können. Der Film weist darauf hin, wie wichtig es ist, seine Aufmerksamkeit für Bedingungen in unserem Umfeld zu schärfen, die zu derartigen Verzweiflungsakten (und wesentlich häufiger zu "einfachen" Selbsttötungen) führen können. Und gerade weil die Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit von uns Erwachsenen groß ist, sollte der gesellschaftliche Dialog über die tatsächliche Situation und die oft untergründigen und überspielten Probleme unserer Jugendlichen intensiviert werden. Um adäquate Hilfen anbieten zu können, wäre besonders wichtig und interessant, was die Jugendlichen selbst zu dieser Thematik zu sagen haben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Film über das Mobbing...,
Von Sixfeet123 "Ich bewerte vorwiegend Bücher, Vi... (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Der estnische Film Klass dürfte nicht vielen ein Begriff sein. Bereits im Jahr 2007 erschien dieser Film in zahlreichen Kinos im Umland, aber erst im Jahr 2009 bei uns. Eher zufällig draufgestossen, konnte mich dieser Film auch sofort überzeugen.Der Film behandelt ein sehr strittiges aber auch seltenes Filmthema. Das Mobbing. Der Film handelt von einem Jungen namens Jacob, der von seinen Mitschülern gemobbt und erniedrigt wird. Kaspar, ein Mitschüler der Klasse, kann nicht mehr tatenlos zu sehen wie Jacob gemobbt wird. Doch seine Hilfe eskaliert in einem Streit zwischen ihm und der Klasse. Das Thema wird in Klass sehr ausführlich behandelt. Es werden viele teilweise radikale Szenen gezeigt, die die Situation des Gemobbten nur noch verdeutlichen. Am Ende werden schlussendlich auch die Folgen gezeigt, die Mobbing verursachen kann. Der Film bietet eine unglaubliche dichte Atmosphäre, die vorallem dem tollen Filmschnitt und dem Stil zu verdanken ist. Die ganze Gegend wirkt trist und farbenlos, die Filmszenen teilweise schnell und dynamisch. Die Schauspieler tragen viel zur sehr guten Atmosphäre bei. Die No-Name Sschauspieler spielen ihre Rolle sehr überzeugend und glaubwürdig. Klass ist ein wundervoller Film aus Estland, der jedem zu Empfehlen ist, der sich mit dem Thema Mobbing genauer befassen will. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
absolut authentisch!!!! ein Film der zum nachdenken anregt!!,
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Endlich mal ein Film der zum nachdenken anregt!!!Der Film hat es echt in sich, er ist keine Minute langweilig, immer will man wissen was nun passiert, und das schlimme ist das sowas passiert!!! Ich kann diesen Film empfehlen, besonders denen die es toll finden in der Gruppe auf einen gehen und allen die es spaßig finden anderen Mitschülern das leben zur Hölle zu machen. Ich denke viele würden dann auch ansatzweise begreifen, wie es ist der Depp zu sein. Fazit: DIESER FILM SOLLTE IN JEDER SCHULE GEZEIGT WERDEN!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Dieser Film tut weh!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Und das ist gut so!Hier geht es keinesfalls um Unterhaltung, sondern im Gegenteil: Dieser Film ist eine Lehrstunde über Mobbing, Zivilcourage und Gerechtigkeit. Ich möchte hiermit gerne einen Aufruf starten: Jede(r), die/der in ihrer/seiner Klasse oder Beruf oder in welchem Umfeld auch immer mit Demütigungen zu tun hat, diese Person soll zeigen, dass es noch das Gute da draußen gibt! Solche Taten müssen einfach ans Licht gebracht werden, dass Feiglinge(die Peiniger), wie sie in diesem Film dargestellt werden, nicht etwa für ihre Taten bestraft, sondern gewarnt oder eines besseren belehrt werden! Denn wie heißt es doch so schön: "Denn sie wissen nicht was sie tun"! Wenn nötig, dann zeigt diesen Film euren Lehrern, Eltern oder wem auch immer. Auch wenn du selbst daran beteiligt bist andere auf die eine oder andere Art zu demütigen: SCHAU DIR DIESEN FILM AN! Ich bin mir sicher, dass dieser Film das Zeug dazu hat, Leute zu verändern! Mit freundlichen Grüßen Martin Weißflog Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Traurig,
Von
Rezension bezieht sich auf: Klass - Chronik einer Katastrophe (DVD)
Das gefühl zu wissen was pasieren wird, macht es nicht leichter den sehr realistischen film zu ertragen, ich war wirklich erschüttert, Wie grausam können menschen sein? ich stufe diesen Film als Pedagogisch wertvoll ein, er sollte meiner meinung nach an jeder Schule gezeigt werden, auch wenn er sehr brutal ist! aber vieleicht wachen manche erst dann auf!Fazit: klasse Schauspieler, Super leise Musikalische untermalung, klasse Kameraperspektiven, starke story, beruht auf waren begebenheiten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Klass - Chronik einer Katastrophe von Ilmar Raag (DVD - 2010)
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