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am 27. März 2010
"Die Milchstraße ist ein einzigartiger Film des großen Luis Buñuel aus dem Jahre 1969, ein Meisterwerk des Surrealismus. Die beiden Protagonisten befinden sich auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, wo die Gebeine des heiligen Jakobus liegen sollen und als Reliquien verehrt werden: Tatsächlich aber befinden sich die beiden auf einer Reise durch Raum und Zeit. Auf ihrem Weg treffen sie auf verschiedene Personen, die für den christlichen Glauben von Bedeutung sind oder waren bzw. verschiedene Glaubensrichtungen verkörpern: u.a. auf Jesus und die Jungfrau Maria, aber auch den Satan und den Marquis de Sade. Sämtliche Dialoge über den christlichen Glauben bzw. verschiedenartige Häresien sind authentisch, stammen entweder aus der Bibel oder den Schriften der von der Kirche anerkannten Kirchenväter oder der von ihr verworfenen Häretiker, wobei man schwer entschieden kann, welche davon am absurdesten sind. Ein Film, der absolut sehenswert ist und bei dem man auch bei mehrmaligem Sehen immer neue Entdeckungen machen kann!
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am 15. Januar 2013
"Wenn es einen Gott gibt, dann soll mich auf der Stelle der Blitz treffen!" Ausgerechnet ein zweifelnder Pilger stellt in "Die Milchstraße" die Existenz des Allmächtigen mit jenen markigen Worten auf eine harte Probe. Und was passiert? Natürlich schlägt es nicht bei ihm ein. Dafür aber ein paar Meter weiter hinten, in einem klapprigen Schuppen, während eines fürchterlich tobenden Gewitters. Zufall oder göttliches Zeichen? Weder noch. Das ist das Werk von Luis Bunuel, denn diesmal knöpft sich das alte Lästermaul die Clochards Jean und Pierre vor, die sich gerade auf dem St. Jakobsweg zwischen Paris und Santiago de Compostela befinden, auch genannt die Milchstraße, entsprechend der Legende, wonach angeblich einst im 7. Jahrhundert die Sterne einen Hirten zum Grab des heiligen Jakobus geleiteten. Doch ehe die beiden Pilger das Ziel ihrer Wallfahrt erreichen, müssen sie zunächst noch einige Abenteuer bestehen, in denen die Festigkeit ihres Glaubens ziemlich heftig ins Wanken geraten wird.

So begegnen sie als erstes einem obskuren Seher, der ihnen prophezeit, dass am Ende ihrer beschwerlichen Reise ein hübsches Freudenmädchen als Belohnung auf sie wartet, um mit ihnen (so wörtlich) zwei Kinder der Prostitution zu zeugen. Ein Polizist und ein Pfarrer streiten wenig später in einem Wirtshaus über das Phänomen der Transsubstantiation. Ohne Lösung. Woraufhin sich ein Kellner einmischt, der meint, dass der Leib Christi in der Hostie enthalten ist wie der Hase in der Pastete. Das klingt zunächst nach Bauernweisheit. Wenn allerdings ein solcher Schelm wie Bunuel so etwas in die Welt posaunen lässt, handelt es sich natürlich eher um einen besonders schweren Fall von Pasteten-Ketzerei! Von allen Seiten piesackt er in diesen rabenschwarzen 97 Minuten die Religion, kehrt ihre Widersprüche an die Oberfläche und wirft Fragen auf, die manchmal dadaistische Züge annehmen. Besitzen Wunder wirklich etwas Wunderliches? Wie kann sich ein Gott in drei Teile teilen? In den Vater, den Sohn und den heiligen Geist? Ist es möglich, noch Jungfrau zu sein, obwohl die Geburt Christi unmittelbar bevorsteht? Der Marquis de Sade philosophiert selbstgefällig, dass es kein Verbrechen ist, den natürlichen Neigungen zu folgen, und die Welt weniger böse wäre, wenn es keinen Gott gäbe. Woraufhin seine in Ketten gelegte Mätresse ihn verdutzt anschaut, leicht blutend aus dem Ohr. So etwas aus diesem Mund! Unerhört! Dieser pointierte Sarkasmus durchzieht den ganzen Film, dessen einzelne Episoden sich aus einem surrealen Sammelsurium an Visionen, Halluzinationen, Sagen und Schauergeschichten speisen, erzählt mit einem äußerst süffisanten Zungenschlag, der es durchaus versteht, in beide Richtungen auszuteilen, Religion und Atheismus. Denn es geht hier nicht darum, unterschiedliche Weltauffassungen gegeneinander auszuspielen, stattdessen wird exemplarisch durchexerziert, wie subtil Fanatiker aus allen Lagern Nonkonformisten auf ihre Linie trimmen. Eine Nonne will leiden wie ihr Heiland und lässt sich in einer Kapelle ans Kreuz nageln, während sich ein Jesuit und ein Jansenist draußen vor dem Gebäude mit dem Degen duellieren. Mitten im Gefecht strecken sie die Waffen nieder, weil sie merken, dass sie auf derselben Seite stehen. Marxisten schreiten zur Tat und erschießen den Papst, gespielt von Bunuel höchstpersönlich, den man allerdings kaum erkennt, weil es die Kamera vor lauter Scham nicht wagt, ihm bei diesem Lausbubenstreich von Nahem ins Gesicht zu blicken. Doch es ist sowieso nur ein Tagtraum, den einer der beiden Pilger gerade genervt fantasiert, als indoktrinierte Mädchen auf einem Schulfest eine Reihe von christlichen Dogmen rezitieren, unterlegt mit dem Verdikt eines Bannfluchs, falls jemand im Publikum doch tatsächlich den Frevel besitzt, von der absoluten Wahrheit abzuweichen. Und schon springt die Handlung zurück ins Mittelalter, wo ein Häretiker vor einem Inquisitionsgericht seinen blasphemischen Thesen abschwören soll. Eine typische Szene für diese subversive Spöttelei, weil permanent die verschiedenen Ebenen von Traum, Wirklichkeit, Zeit und Raum simultan in einem Punkt zusammenfallen, nämlich auf diesem Pilgerweg, dem roten Faden dieses anekdotenartigen Reigens, dessen Verlauf mitten durch die Botanik geht, ohne Rücksicht auf Verluste, abgelichtet in grotesken Bildsequenzen, virtuos verwoben durch den Schnitt.

"Die Milchstraße" steht irgendwo zwischen Bergman und Monty Python, zwischen "Das siebente Siegel" und "Das Leben des Brian", Sinnsuche und Provokation. Bunuel killt die Dogmen seiner katholischen Herkunft, um im selben Atemzug zu bedauern, dass das Mysterium seinen Zauber verloren hat. Es ist nicht mehr dieser reine Antiklerikalismus, den er in früheren Filmen noch mit aragonesischer Sturheit bebilderte, sondern eher eine altersmilde Form eines differenzierten aber jederzeit humorvollen Glaubensdiskurses. Ein Jäger schießt als Zeichen seiner Verachtung auf einen Rosenkranz, der irgendwo oben in den Bäumen hängt. Da offenbart sich ihm die Jungfrau Maria, die ihm die Kette mit einer sanften Geste der Vergebung zurückgibt. Ergriffen von der Erscheinung bricht der Jäger in Tränen aus, während in dem kargen Zimmer einer notdürftigen Spelunke ein Mann konsterniert auf einem Bett sitzt und sich bitterlich beklagt, dass sein Hass gegen die Wissenschaft ihn noch in diesen absurden Glauben an Gott treiben wird. Ehe am Ende doch die irdischen Gelüste die Oberhand gewinnen und die Pilger in Santiago de Compostela auf das versprochene Freudenmädchen treffen, das ihnen mitteilt, dass die Gebeine des heiligen Jakobus längst durch eine Attrappe ausgetauscht wurden. Dann verschwinden sie mit ihr in den Büschen, um ihre eigentliche Mission zu erfüllen und zwei Kinder der Prostitution zu zeugen. Das eine soll heißen "Du bist nicht mein Volk" und das andere "Keine Barmherzigkeit mehr". Amen.
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am 2. April 2010
Es handelt sich um einen der wichtigsten Filme von Luis Bunuel (nicht von Laurent Terzieff, der einer der mitwirkenden Schauspieler ist). Es geht um die christlichen Mysterien und um die sich daraus ergebenden Häretica (Ketzereien), die Bunuel sorgfältig und drastisch vorführt. Der Film ist kein Unterhaltungsprodukt, sondern eine lustvolle kritische Auseinandersetzung mit dem Christentum, deren Ausgangspunkt die Darstellung des Lebens Jesu von Ernest Renan ist.

Gerd Voswinkel
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am 9. September 2010
Ich freue mich, dass die Bunuel Filme nun zum erschwinglichen Preis auf DVD erschienen sind. Die Filme anderer großer Regisseure sind schon seit Jahren erhältlich.

Ich mag es sehr gerne wie dieser Film religiöse Themen ernsthaft in der Alltagswelt bespricht. Das Küchenpersonal eines Restaurants diskutiert ambitioniert über die Leiblichkeit Jesus Christus als Hostie. Sehr amüsant.
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am 1. August 2015
Einer der besten Bunuel-Filme, sollte jeder Fan gesehen haben.
Wiedermal Surrealismus pur, den Teufel trifft man ebenfalls auf dem Jakobsweg, in Begleitung eines Liliputaners.
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am 26. Oktober 2012
als auch hintergründig.

Ein erfrischend unkonventioneller Film zu chrisltichen Themen der, vor allem unvoreingenommen erscheint und sich fern von Polarisierungen und einseitigen Klischées präsentiert. Eigentlich ein "Muß" für Filminteressierte Christen - für andere zumindest ein "Soll" ;-)
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