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Kundenrezensionen

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am 21. Januar 2016
So einen Beziehungsalltag erlebe ich, in abgeschwächter Form, in vielen mich umgebenden Beziehungen. Einer von beiden mag sich nie so richtig binden und wartet auch im beruflichen immer darauf, dass irgendwann die ganz große Chance vorbei kommt. Nichts ist gut genug, nichts ist unkonventionell genug - zumindest so lange, wie man es selbst ist, der unkonventionell agiert. Sobald die Freundin mal ein bisschen aus dem Ruder läuft, wird kritisiert Sie sei peinlich oder eben nicht normal. Das beziehe ich jetzt nicht nur auf die Herren der Schöpfung. Auch bei Frauen hab ich solche Aussetzer schon oft genug gesehen. Es wird immer nur kritisiert, nie aber akzeptiert oder auch einfach mal wirklich konstruktiv darüber geredet. Jeder ist in seiner eigenen Welt gefangen und möchte davon keinen Schritt zurück treten. Das ist wirklich sehr typisch für "meine" Generation der Anfang-Mitte 30er. Kein Wunder, dass so viele doch lieber Single bleiben oder eben seriell monogam leben, anstatt sich dauerhaft auf einen Partner oder eine Partnerin einzustellen.
Der Film wirkt ellenlang, aber ich denke auch, dass das so gewollt ist. Man soll sich so richtig unwohl in der Beziehung von Gitti und Chris fühlen. Der Film hat für mich also voll und ganz sein Ziel erreicht.
Schauspielerisch sind die beiden Hauptrollen super besetzt. Lars Eidinger ist einer der besten männlichen Schauspieler unserer Tage, auf der Bühne wie auch im Film. Hier finde ich Ihn super unsymphatisch, also hat er wirklich gut gespielt (eigentlich ist er nämlich ein echt netter Typ, finde ich). Birgit Minichmayr kannte ich bisher kaum, aber Sie spielt die etwas verrückte, aber liebenswerte Gittu ganz toll.
Vom mir bekommt der Film also unbedingt das Prädikat: absolut sehenswert!
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am 8. April 2011
Ein Verfasser einer 1-Stern-Rezension schrieb etwas von - seiner Meinung nach- fehlenden Gemeinsamkeiten der beiden Protagonisten.
Ich habe den Film und auch die Geschichte anders erlebt. Beiden gemein sind z.B. große Unsicherheiten und Ängste, nur eben höchst unterschiedlich kaschiert bzw. offenbart. Auch wird die intensive Suche nach der Anerkennung und Wahrnehmung des "So-seins" für mich sehr deutlich. Beide suchen zweifelsohne auch Halt. Dass sich beide - vordergründig - in ganz unterschiedlichen Polaritäten bewegen, macht diese Beziehung für mich sehr lebhaft und intensiv.

Ja, der Film ist mitunter ruhig und es gibt längere Einstellungen; zum Glück! Manchmal ist es eben auch wichtig, mal genauer hinzusehen, anstatt permanent die eigene Langeweileschwelle im Blick zu haben. Aber ich gebe zu, man muss sich schon ein wenig für diese Dinge interessieren. Wer hat noch nicht die Erfahrung gemacht, dass Entwicklungen, bzw. Verwicklungen in den eigenen Beiziehungen scheinbar unerklärlich sind? Hier kann man einem Paar sehr intensiv dabei zusehen, wie sich die Partner in teilweise quälenden und anstrengenden Prozessen aufeinander zu bewegen, um sich dann doch wieder zu verlieren, um sich irgendwann wiederzufinden. Nähe und Distanz; Autonomie und Bindung, bisweilen ganz schwierige Polaritäten voller Ambivalenzen und Wechselwirkungen, die in wohl jeder (dauerhaften) Beziehung irgendwann zum Thema werden.

Inbesondere die beiden Hauptdarsteller kamen für mich so "echt" und ungeschönt rüber, dass ich teilweise vergaß, einen Film zu sehen. Die gefühlsmäßigen Modulationen der Beiden waren für mich intensiv nachzuempfinden. Dieses Berühren macht für mich einen guten Film aus.
Leider kann ich keinen halben Stern abziehen, also ziehe ich für das folgende Manko gar nichts ab: Einige geflüsterte Dialoge leiden unter der zeitweise ausbaufähigen Tonqualität.
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am 6. März 2016
Chris liebt Gitti. Er liebt sie sogar sehr. Nur sagen kann er ihr das nicht. Außer vielleicht beim Sex, kurz vor dem Höhepunkt.
Das Paar verbringt den ersten gemeinsamen Urlaub. Auf Sardinien bewohnen sie das Haus von Chris’ Eltern. Doch die beiden machen es sich nicht einfach.
Chris (Lars Eidinger) ist Architekt, doch die Auftragslage nicht so rosig aus. Gitti (Birgit Minichmayr) versucht, ihn trotzdem zu unterstützen. Wenn er doch aber mehr über seine Arbeit erzählen würde. Chris ist wortkarg, verschließt sich ihr gegenüber.
Als ein Hans (Hans-Jochen Wagner), ein ehemaliger Studienfreund von Chris, auftaucht, sprudelt es plötzlich aus Gittis Freund heraus. Und überhaupt ist Chris plötzlich ganz anders: abweisend, sich nicht auf ihre Seite stellend.
Aber auch Chris ist genervt. Er sucht nach Normalität, die ihm Gitti nicht liefern will. Liefern kann. Er hat das Gefühl, eingeengt zu sein.
Die Beziehung der beiden scheint vor dem Aus zu stehen.

Einen Applaus für diesen Film!
Maren Ade seziert in “Alle anderen” die Szenen einer offenbar noch jungen Beziehung. Auf den Punkt genau beobachtet sie auch kleinste Nuancen im Zusammenspiel von Chris und Gitti. Sie zeigt das Scheitern, die Trauer, die Wut, aber auch die Freude, die Liebe, die Geilheit.
Unter Magenschmerzen verfolgt der Zuschauer, wie die beiden agieren. Wie sie klammert. Wie er sich entfernt. Und die Sehnsucht, die trotzdem da ist.

In diesem Film wird sehr viel gesprochen, meistens spielen nur Eidinger und Minichmayr. Aber der Zuschauer hängt an ihren Lippen, ist gespannt (und völlig ahnungslos), wie es weitergeht.
Die beiden Hauptdarsteller rauben einem den Atem, sie spielen, als hätten sie die Kamera komplett vergessen. Die Dialoge wirken extrem natürlich, wie in einem heimlichen gefilmten Homevideo. Eine fantastische Leistung. Die Thesterherkunft ist unverkennbar.

“Alle anderen” wirkt noch lange nach, Diskussionen sind im Anschluss garantiert. Über Männer, Frauen und Beziehungen.
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am 26. Juli 2014
Regisseurin Maren Ade, die deutsche Sofia Coppola?
Amsterdam ist nicht das Venedig des Nordens und umgekehrt.
Der Name Ade sollte hierzulande aber ein Begriff sein, wie Coppola einer ist.
M.E. ist die Frau im brachliegenden Deutschen Kino eine der interessantesten Filmemacher der letzten 20 Jahre.

Dieses Beziehungsdrama hat mich gefesselt. Hier ringen 2 Menschen mit- und gegeneinander.
Hier wird gelebt und gelitten und man fühlt sich als Zuschauer nahe drann am Geschehen.
Es wirkt alles sehr real und streckenweise äusserst beunruhigend.
Maren Ade bringt diese unheilvollen Stimmungen in ihrem Film aussergewöhnlich gut rüber.
Ähnlich intensiv ist ihr das auch im vorangegangenen "Der Wald vor lauter Bäumen" gelungen.

Unterm Strich:
Packend inszeniertes "Kammerspiel" mit herausragenden Schauspielern. 5 Sterne!
Aber Achtung! Wenig geeignet für einen Popcorn- oder Pärchenabend.
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Ein Kammerspiel, dass auch im Theater funktionerien würde; die Geschichte des Films ALLE ANDEREN ist auf die reele Urlaubsinsel als Umgebung nicht angewiesen. Lars Eidinger und Birgit Minichmayr, zwei erstklassige THEATERschauspieler dominieren diesen Film, die Kulisse verschwindet nahezu gänzlich. Natürlich entsteht diese Intensität nur weil es sich hier um richtige Schauspieler, Theaterschauspieler - und nicht um Fernsehschauspieler! - handelt.

Irgendwann beginnt man Lars Eidinger zu hassen, weil er Birgit Minichmayr so schlecht behandelt. Birgit Minichmayr hat ihren Preis bei der BERLINALE für diese Rolle zu Recht bekommen. Der Zuschauer leidet mit.

"....sehr in, ohne doof zu sein", ein Zitat aus dem Film, von Eidinger gesprochen, möglicherweise trifft es auch auf diesen Spielfilm zu. Sehr sehenswert auf jeden Fall.
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am 27. Dezember 2009
Ich habe mir diesen Film angesehen mit der Warnung eines Kollegen im Hinterkopf, das besser nicht mit meinem aktuellen Partner zu tun, da der Film viele Situationen anspricht oder auch nur andeutet, die zum Beziehungskiller werden können. Mein Kollege sollte Recht behalten: In vielen Momenten hält "Alle Anderen" einem derart unverschämt den Spiegel vor, dass man verschämt im Kinosessel verkriechen möchte. Ob es Konflikte sind, die nicht offengelegt werden und entsprechend einen halben Film verstolen immer dann wieder aufblitzen, wenn man sie am wenigsten erwartet oder Lügen (und unausgesprochene Wahrheiten), die zur Schonung des Partners oder Selbstschutz aus der Not heraus entstanden sind und die nach und nach explodieren bis hin zu scheinbar unüberwindbaren Unterschieden zweier Menschen, die sich trotz alledem lieben - all das wird sehr realistisch aufgezeigt, nicht zuletzt dank der wunderbaren Hauptdarsteller. Birgit Minichmayr hat den Silbernen Bären nicht zu Unrecht bekommen, sie ist meiner Meinung nach ganz klar der Star des Films. Ich habe "Alle Anderen" zweimal im Kino gesehen und werde mir mit Sicherheit auch die DVD kaufen.
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am 8. Mai 2010
Wie schon in ihrem grandiosen Erstling "Der Wald vor lauter Bäumen" demonstriert Maren Ade eine beeindruckende Präzision in der Beobachtung und Offenlegung menschlicher Verhaltensmuster in der Interaktion mit Anderen.
"Alle Anderen" ist zum Glück sonniger geraten als der Vorgänger - schließlich geht es hier auch nicht um eine in unentrinnbarer Isolation gefangene Einzelperson, sondern um ein auf den ersten Blick sympathisches, gut miteinander harmonierendes Paar.

Die Rollen in dieser Paarkonstellation sind immer im Wandel und auch die Sympathien, die man als Zuschauer hegt, tendieren mal zur einen und mal zur anderen Seite.
Wirkt Gitti (Minichmayer) anfangs vielleicht ein wenig zu laut, raubeinig und selbstsicher, offenbaren sich im Laufe der Geschichte ganz andere Seiten an ihr und man schließt sie recht schnell ins Herz.

Chris (Eidinger) ist zu Beginn die stille, sensible Schönheit - was in Verbindung mit der burschikosen Gitti einer interessanten Umkehrung der klassischen Geschlechterrollen gleichkommt. Alsbald legt der scheinbar so nette Chris jedoch manchmal eine abweisende Kälte an den Tag und man sieht ihn in einem ganz anderen Licht. So sehr unterscheidet sich der "neue",aufgeklärte Mann manchmal gar nicht vom Macho und Patriarchen alter Schule.

Bei vielen Szenen wird sich der Zuschauer denken: "Ja, genauso ist es!", "Diese Situation habe ich genauso erlebt!". Gerade im Zusammentreffen mit dem anderen Pärchen offenbart sich vieles über unsere Art der Kommunikation und auch über unsere allgemeinen Wertvorstellungen, die uns manchmal selbst dann im Griff haben, wenn wir uns eigentlich für unkonventionell halten.
Darin liegt der Trost des Films: dass es einem nicht nur selbst manchmal alles so ritualisiert und vorgezeichnet vorkommt. Kommunikation ist eben doch ein Minenfeld, das den Anderen auch nicht immer so mühelos gelingt.

Was der Film auch sehr schön zeigt: Manchmal gibt es einfach kein "richtig" mehr. Manchmal ist eine Situation so verfahren, eine Beziehung durch einen Fehler oder Streit so vergiftet, dass jedes Wort verletzt - das gesprochene, das unausgesprochene, das tröstlich gemeinte wie das anklagende.
Bleibt die Frage: Ist jede längerfristige zwischenmenschliche Beziehung zum Scheitern verurteilt? Der Film beantwortet diese Frage trotz aller Konflikte seiner Charaktere nicht mit einem eindeutigen Nein, was ja durchaus tröstlich ist.
Ein lehrreicher, erhellender Film. Abgerundet wird die DVD-Ausgabe mit einigen schönen Extras (Interviews/ Audiokommentar / Outtakes und mehr) und einem ebenfalls schönen Photo-Booklet. Kurz und knapp: Ich liebe diesen Film und empfehle ihn guten Gewissens auch allen anderen.
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TOP 1000 REZENSENTam 31. Oktober 2012
Über den Film wurde ja in den verschiedensten Rezensionen sehr kontrovers diskutiert und ich finde das ist in diesem Fall auch angebracht. Es ist einfach kein Stoff für jedermann/frau, es gibt auch Filme, die ich selbst nach einer halben Stunde weglege, weil ich es nicht mehr ertrage, man sollte aber diejenigen, die sich von einem solchen Film angeregt oder inspiriert sehen nicht vorschnell aburteilen.

Chris und Gitti, darin können sich wenigstens auf weiten Strecken viele Paare entdecken. Wie oft ist man mit sich selbst beschäftigt, achtet darauf sein Wohlbefinden zu organisieren, scheut die Auseinandersetzung, weil sie zu anstrengend ist, oder Konsequenzen nach sich zöge und dann doch eines Tages der Knall. Oder wie bei Gitti, die wenigstens zu Anfang recht kreativ, leicht subversiv ist, wenn man dann versucht sich mit Gewalt umzustellen, anzugleichen, dann birgt dies auch die Gefahr neuer Konflikte.

Auch das Zusammentreffen mit anderen Paaren, das Chris und Gitti erlebten, regt zum Nachdenken an und besonders, wenn man ein Paar im Urlaub oder in der Freizeit erlebt, nicht im grauen Alltag, dann stellt man Vergleiche an, da man meist an eigene Probleme denkt und nun die Ausgeglichenheit des anderen, wenn auch in einer Ausnahmesituation, erlebt und diese viel positiver beurteilt, obwohl das Gegenüber vielleicht im gleichen Boot sitzt, nur ist der Moment nicht gegeben, dass dies deutlich zutage tritt.

Dann aber auch wieder die versöhnende Geste durch sexuellen Austauch und Intimität. All dies ist in dem Film sehr gut eingefangen, wenn es vielleicht auch nicht jeden in gleicher Weise erreicht.
Etwas verwundert bin ich aber dennoch über die FSK 12, da das Thema zum einen doch sehr komplex ist und eigentlich Erwachsene erreichen möchte, zum anderen die kurzen aber heftigen Sexszenen, wenn ich an Chris denke wie er mit einer Erektion am Bettrand sitzt. Ein Film der demjenigen als sinnvoll und lohnenswert erscheint, der einen Sensus dafür hat, ist dies nicht so, herrscht wohl Langeweile vor.
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am 28. Februar 2010
Ein junges aber ungleiches Paar, wird im Urlaub mit sich selbst konfrontiert. Die Situation gerät aus den Fugen, als Gitte und Chris auf ein befreundetes Paar treffen. Das erinnert nicht nur ein bisschen an Martin Walsers Ein fliehendes Pferd. Der Unterschied: bei Alle Anderen geht von dem befreundeten Paar keine sexuelle Anziehung für die beiden aus. Allein die Spieglung ihrer Beziehung im Umgang mit den Anderen genügt, um das fragile Konstrukt in Frage zu stellen und schließlich zu zerbrechen.

Dass die Geschichte dennoch ganz anders und viel dynamischer wirkt, liegt nicht nur daran, dass die Protagonisten und ihre Beziehung jünger sind. Es ist vielmehr der Hauptfigur Gitte geschuldet. Und sie wiederum, wie der gesamte Film, lebt von Birgit Minichmayrs Präsenz und schauspielerischer Kraft. Birgit Minichmayr (geboren 1977 in Linz) hat ihr Können bereits am Wiener Burgtheater und mittlerweile auch in sehr vielen Film bewiesen. Zahlreiche Preise erkennen ihre einzigartige schauspielerische Leistung an. Darunter der silberne Bär als beste Darstellerin der Berlinale 2009 für ihre Rolle in Alle Anderen.

Welche Frau wäre nicht gern wie Gitte. Sie ist schön, witzig, klug und - kompromisslos? Nicht ganz, denn für Chris versucht sie durchaus Kompromisse einzugehen. Nur warum? Was will sie eigentlich von diesem Langweiler? Die Liebe kann man sich nicht aussuchen. Genau darin liegt natürlich die Spannungskraft. Chris ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um Gittes bereichernde Einzigartigkeit zu würdigen. Da geschehen schnell gegenseitige Verletzungen. Eine Bedrohung liegt die ganze Zeit in der Luft, auch dann, wenn der Film komische Szenen hat. Damit spielt Maren Ade natürlich. Drei große Überraschungsmomente gibt es in Alle Anderen. Jedes Mal ist sich der Zuschauer lange nicht sicher, ob nun die Tragödie ihren vollen unaufhaltsamen Lauf genommen hat.
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am 28. März 2010
Wenn Gitti(Birgit Minichmayr)das ihren Freund Chris(Lars Eidinger) auf einem Berggipfel fragt, ist man schon eingetaucht in die Dialogwelt der Filmemacherin Maren Ade. Diese Welt wird von einigen Zuschauern geliebt, andere versetzt sie schlicht und einfach nur in gnadenlose Langeweile.

Glauben sie mir, wenn es eins gibt, was ich nicht gern tue, dann ist das Rezensionen gegen den allgemeinen Trend zu schreiben. Wenn es dann noch um einen Film geht der zwei Silberne Bären gewonnen hat und mit der von mir hoch geschätzten Birgit Minichmayr in der Hauptrolle besetzt ist, fällt das sogar doppelt schwer. Allerdings will ich aus meinem Herzen keine Mördergrube machen und mich an meinen Leitsatz zum Thema Film halten: Film darf alles! Nur nicht langweilig sein!

Gitti und Chris verbringen gemeinsam Zeit auf Sardinien. Sie leben in den Tag hinein, lassen sich treiben und reden miteinander. Irgendwann treffen sie Chris Bekannten Hans(Hans Joachim Wagner) und seine Freundin Sana(Nicole Marischka). Das Paar imponiert Gitti und Chris. Aber das hilft ihnen nicht, ihre eigenen Beziehungsprobleme in den Griff zu bekommen.

Das war es eigentlich auch schon. Nach einem zähen Beginn, der(das ist natürlich nur meine persönliche Meinung) mit einer Vielzahl von sinnfreien Dialogen bestückt ist, treffen Gitti und Chris auf Hans und Sana. Jetzt sollte eigentlich etwas passieren. Tut es aber nicht. Es wird weiter geredet, Träume werden erzählt und Witzchen gemacht. Das Ganze auf einem künstlerisch angehauchten, seltsamen Niveau. Als dann die aktive Gitti den passiven Chris unter Druck setzt, denkt man: Jetzt aber! Doch auch dieses Hoffen erweist sich als Trugschluss.

Tut mir leid, wenn es dafür zwei Silberne Bären gab, darf sich Maren Ade zwar freuen, verstehen muss ich das aber nicht. Für mich sollte Film, auch in der künstlerischen Nische, immer unterhalten. -Alle anderen- tut das nicht. Das mögen Jurys, die Preise vergeben, anders sehen. Auch begeisterte Zuschauer dürfen da durchaus anderer Meinung sein. Da ich hier aber nur für mich spreche, fällt mein Fazit düster aus. -Alle anderen- würde, meiner Meinung nach, auf einer Theaterbühne besser funktionieren als in einem Film. Birgit Minichmayr ist und bleibt eine hervorragende Schauspielerin, aber in dieser Rolle war sie mir fremd.

Sie dürfen das natürlich wieder einmal selbst entscheiden. Ganz große Filmkunst mit Ausrufzeichen, oder doch eher surrealer Quark für Freunde des gepflegten Dauerdialogs? Ich kann ihnen diese Entscheidung leider nicht abnehmen.
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