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64 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heterogen
Massive Attack gehen mit ihrem neuen Album wieder (wie jedes Mal) neue Wege und verlassen sich nicht auf Altbewährtes. Diesmal streifen sie sogar etwas von ihrer entrückt-verauchten Nachtclub-Atmosphäre ab und experimentieren mit nervöseren avantgardistischen und Break-Beat-Zappel-Rhythmen. Ich persönlich finde, dass aber gerade hier ihre...
Veröffentlicht am 9. Februar 2010 von Timmo

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, kommt aber mit den Voralben nicht ganz mit
Zunächst freute ich mich nach so langer Pause sehr über ein neues Werk von Massive Attack. Im Gegensatz zu den unglaublich starken Vorgängern fehlt mir aber der ganz große Ohrwurm, den jede Massive Attack bisher hatte (sei es "What Your Soul Sings" auf 100th Window, "Teardrop" auf Mezzanine oder das unerreichte "Protection" auf Protection)...
Veröffentlicht am 15. September 2010 von Estefan333


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64 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Heterogen, 9. Februar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Massive Attack gehen mit ihrem neuen Album wieder (wie jedes Mal) neue Wege und verlassen sich nicht auf Altbewährtes. Diesmal streifen sie sogar etwas von ihrer entrückt-verauchten Nachtclub-Atmosphäre ab und experimentieren mit nervöseren avantgardistischen und Break-Beat-Zappel-Rhythmen. Ich persönlich finde, dass aber gerade hier ihre Stärke lag und sehne mich ein wenig nach den fetten organischen Lynch-Sounds, die schon auf 100th Window nur noch Ansatzweise zu finden waren. So etwas wie die eigenhändig einzeln verflangerten Nachhall-Effekte eines jeden einzelnen Snaredrum-Schlags von Angel (was meiner Meinung nach die Tiefe und den Rausch des Songs ausmachte) oder die kunstvoll zu lateinamerikanischen Rhythmusphrasen aneinander gereihten Vinyl-Knistereien am Anfang von Teardrop (beide von Mezzanine) wurden in der für eine gefühlte halbe Stunde in voller Qualität aufblühenden TripHop-Phase der 90er Jahre zurückgelassen. Anstatt dessen kamen 3D-Soloeskapaden mit Kinderlied-Melodien im Abzählreim-Stil, Null Songwriting und für mich nicht zugänglich, und erst ab 100th Window fester Bestandteil im Massive Attack-Repertoire (siehe Atlas Air" von Heligoland).

So selbstverständlich es ist, gute Musik mehrmals hören zu müssen, damit sie ihre Klasse entfaltet, ist, wie ich finde, genau hier das Besondere an Massive Attack zu finden gewesen: Man konnte Angel aus einer Box in der hinteren Ecke einer Bar zum ersten Mal hören und fragte sich sofort: Was ist das eigentlich für eine abgefahrene Mucke, die da läuft? Nix mit langsam reinhören, das ging sofort unter die Haut. Aber letztendlich können MA ihren Ruf nur so halten, indem sie sich als Künstler wie Radiohead präsentieren, die mit wachsender Reife auch immer experimenteller und uneingängiger wurden.

Es gibt einiges Gutes an Heligoland, weshalb ich diese Platte im Moment sehr gerne höre. Die Stärke liegt in der Produktion, die Band setzt mehr denn je auf psycho-Soundstrukturen, die sich in immer neuen Gewändern entfalten, je nachdem wo, auf welcher Anlage und in welcher Verfassung man das Album gerade hört. Nüchtern betrachtet sind einige sehr schwache Songs drauf (Splitting the Atom"), entspannt betrachtet sind einige der faszinierendsten Soundgemälde drauf, die es im Moment so zu kaufen gibt (Splitting the Atom"). Insgesamt fließt es allerdings diesmal nicht wie aus einem Guss, sondern es ist für jeden etwas dabei, von organisch-songorientiert und bomastisch (Pray for Rain", Saturday come slow") bis hin zu (für Massive sehr ungewöhnlich) hektisch-avantgardistisch (Babel", Flat of the Blade"). Auch für die Liebhaber der Chill-Out-Sounds mitsamt dramatischen Piano/Streicher-Einsätzen von Protection ist etwas dabei (Paradise Circus"). Egal, welcher Stil, jedem einzelnen Song wohnt eine Genialität inne, die das Album über die Zeit Bestand haben lassen wird. Als Beispiel sei der unglaublich gesungene tränentreibende Mittelteil von Flat of the Blade" genannt, der von nachhaltig uneingängigem disharmonischem Gesang und unstetem Elektropluckern eingerahmt wird.

Insgesamt gesehen jedoch etwas zu kopflastig und heterogen, 3D hätte sich vielleicht für eine Richtung entscheiden sollen und vielleicht ein paar bessere Songs schreiben sollen. An sich ein sehr gutes Album aber warum soll man geniale Bands nicht an ihren Meisterwerken messen? Im Vergleich zu Mezzanine mehr gewollt als gekonnt und daher 4 anstelle von 5 Sternen...
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37 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Maßstab dieser Band .., 21. Januar 2010
Von 
Mapambulo "Mapambulo" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
... war ja bekanntlich seltener der Tanzboden, sondern eher die sparsam beleuchtete, verruchte Nachtbar, natürlich Afterhour. Für diesen Ort waren die bisherigen Platten größtenteils gemacht und genau dort haben sie auch bestens funktioniert. Für die Clubs taugten sie nur bis jetzt nur bedingt, könnte sein, dass sich das mit der neuen Platte "Heligoland" ganz schnell ändert. Bei genauerer Betrachtung ist sie ja ganz so neu nicht mehr, immerhin kommen drei Songs von der 2009 veröffentlichten EP "Splitting The Atom" - das erdige "Pray For Rain" mit Tunde Adebimpe von TV On The Radio, ein nach wie vor berückendes "Psyche" mit Ex-Tricky-Chanteuse Martina Topley Bird und der damalige Titeltrack als unterkühlter Schwof mit Grabesstimme. Das hinzugefügte Material kann sich durchaus sehen und hören lassen: "Babel", wiederum mit Topley Bird, entpuppt sich als erste Ausnahme im bisherigen Kanon, angedeutete Breakbeats weisen hier deutlich in Richtung Clubhit. Bei "Girl I Love You" wird's dann kurz mal düster und bedrohlich - alte Schule, "Maxinquaye" winkt über die Schulter. Das zu Beginn recht zerrissen wirkende "Flat On The Blade" mit Elbows Guy Garvey entwickelt sich mit allem Pfiepen und Pluckern zu einem echten Höhepunkt mit fast mystischer Dimension, der Song als Sog - großartig. Von gleicher Qualität ist auch das Stück "Paradise Circus" mit Hope Sandoval, eine sehr entspannte Nummer; Handclaps und Streicherchöre inklusive. Deutlich beschleunigt zeigt sich dann auch "Rush Minute" mit feinen Gitarrenloops, während für Damon Albarn ein nicht minder bestechendes "Saturday Come Slow" gefunden wurde. "Atlas Air" zum Schluß gibt in fast acht Minuten noch einmal alles, was unter den Topics Triphop und Bristol subsummiert werden kann: lässige Beats, Soundwände satt und rauchige Vocals. Ein eindrucksvolles Album ohne erkennbare Schwachstellen, gelungene Rückkehr, Wiedergeburt, was immer nach Durchhängern und BestOf-Gedöns. Massive Attack stehen wieder am Pult und geben den Ton an - gute Nachrichten für die Freunde der Nacht.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach 10-maligem Hören: Genial !, 9. Februar 2010
Von 
J. M. Wagner (Saarland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Zugegeben: Wenn man andere CDs von Massive Attack im Kopf präsent hat, kann "Heligoland" beim ersten Hören durchaus ein wenig befremden. Doch schon beim zweiten Durchlauf steigt die Lust, sich auf die neuen Stücke einzulassen. Die Aneignung von "Heligoland" erfordert mehrmaliges intensives Hören (und eine gute Musikanlage!). Auch die Vorgänger-CD "100th Window" war definitiv nichts für Schnellhörer und Schnellbewerter. Um "Heligoland" in seiner Differenziertheit zu erfassen und angemessen zu bewerten, muss man sich Zeit nehmen. Und nach 10-maligem Hören von "Heligoland" gibt es für mich keinen Zweifel: Massive Attack ist erneut ein geniales Werk gelungen!
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Besondere!, 9. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Schön zu sehen wie sehr auf das neue Album gewartet wurde und wie hoch die Erwartungshaltung war. Das zeigt den Ausnahmestatus von Massive Attack. Mezzanine ist eben bisher vermutlich das beste Album überhaupt und begründete nach zwei hervorragenden Alben der Band diesen unglaublichen Kultstatus - zu recht! 100th Window war nicht schlecht hatte aber dennoch keinesfalls die Klasse der Vorgänger. Und Heligoland? Ein sehr gutes Werk! Unglaublich wie es Massive Attack wieder schaffen typisch Massive Attack zu sein und dennoch abwechslungsreich und modern zu klingen. So war es bei den ersten drei Alben und mit Ausnahme von 100th Window wird diese besondere Qualität fortgeführt. Mal ehrlich, auch ich liebe Mezzanine über alles und möchte dass Massive Attack mit neuen Tracks wieder exakt diese Atmosphäre zaubern. Hätten sie es getan würden wir uns langweilen und behaupten dass das Original damals besser war. Ginge ja nicht anders. Deshalb freue ich mich dass Heligoland erfrischend anders klingt. Die Songs haben auch diesmal wieder viel Raffinesse und erzeugen ihre Sogwirkung frühestens nach dem zehnten Hören, wie üblich bei Massive Attack. Selbst 'Splitting the atom', das mir anfangs öde vorkam, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Glanzstück. Für mich zeigt sich, 3D und G sind außergewöhnliche Künstler und sie beweisen es immer wieder. Und die Brücke zu Mezzanine wird mit Songs wie 'Girl i love' you perfekt geschlagen. Ich könnte auch noch einiges über die treffsichere Auswahl an Gästen schreiben möchte aber nicht den Rahmen sprengen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerwartet wundervoll und erfrischend dissonant., 24. November 2010
Von 
N. Kellermann (Bocholt, Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Es ist ja eher selten so, dass ich mich in ein Album regelrecht verliebe.
Aber es kommt vor. Und es ist wieder vorgekommen. Leute, die in der Vergangenheit bereits Berührung mit verschiedenen Alben von Massive Attack hatten, und diese - sagen wir mal - zu speziell fanden, dürfen an dieser Stelle einfach aufhören zu lesen und sich um wichtigere Dinge kümmern.

Der Grund: Das Album ist unverkennbar Massive Attack. So wie sie nunmal sind.

Und ich liebe es.

Irgendwie will sich während des gesamten Albums einfach keine echte Harmonie einstellen. Das ganze Album ist ein großes, dissonantes Fragezeichen. Schon mit dem ersten Track Pray for Rain werden alle Fronten geklärt! Es beginnt leise und melodisch - und dann geht es los.

Immer wenn so etwas wie eine erkennbare Melodie entstanden ist, wird diese durch eine Spur die irgendwie nicht passen will unterbrochen. Und was sich komisch anhört - und weiß Gott auch komisch klingt - passt hervorragend zusammen. Babel gehört zu den Stücken, die dann doch eine nachvollziehbare Melodieführung haben. Sängerin ist hier Martina Topley-Bird, die ich auch in Bezug auf ihr letztes Album The Blue God erwähnen darf.

Splitting the Atom hab ich schon ausführlich wegen seines Videos gelobt. Verstöhrend und gut. Girl i love you hätte von seiner Farbe - beziehungsweise schönen Farblosigkeit - her gut auf den Soundtrack zu The Matrix gepasst.

Ich hab bei dem Stück Psyche entsetzlich lange überlegt, woran mich der Anfang erinnert. Mir ist es bis heute nicht eingefallen. Flat of the Blade ist einfach nur verrückt. Schon grenzwertig. Dürfte nur noch Massive Attack Fans wirklich gefallen.

Wer noch nicht aufgehört hat, wird mit Paradise Circus belohnt. Eines meiner ungeschlagenen Lieblingsstücke - neben Atlas Air - für 2010.

Das ganze Album ist wahnsinnig gut - nicht nur für hauptsache-kein-mainstream Freaks. Auch wenn ich mit der Meinung eventuel alleine da stehe.

Peace Out.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Karma, 1. November 2012
Von 
ROTT - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Die besten Songs in der Geschichte von Massive Attack waren pure Hypnose. 'Karmacoma' von ihrem 1995er Album 'Mezzanine' steht sinnbildlich, aber auch wörtlich für den Zustand, den die Band mit ihrem speziellen Sound zu erzeugen wusste, für den schließlich, trotz des Widerstandes der Gruppe, ein eigener Name gefunden wurde: Triphop.

Die atmosphärische Verdichtung von Drums&Bass, Electronica, Dub, Jazz-Elementen und Hiphop hat viele Nachahmer gefunden, doch bis heute konzentrieren sich sämtliche Hoffnung auf die Weiterentwicklung des Triphop auf dessen unfreiwillige Begründer, zu denen neben Massive Attack auch die ebenfalls aus Bristol stammenden Kollegen von Portishead gehören. Die kehrten ja auch nach zehnjähriger Albumpause mit ihrer dritten CD ('Third') triumphal zurück. Die Absenz von Massive Attack währt ähnlich lang, jedenfalls dann, wenn man ihr letztes Studioalbum '100th window' von 2003 wie die meisten Kritiker als Solowerk von Bandgründer Robert del Naja alias "3D" betrachtet.

So gesehen ist 'Heligoland' das erste wirkliche Massive Attack-Album seit 1998, und Fans dürften zunächst erleichert, an vielen Stellen auch begeistert aufatmen: 'Heligoland' hat viele ungemein starke Songs und Momente, in denen Massive Attack in Höchstform zu genießen ist. Bereits der Eröffnungssong PRAY FOR RAIN mit seinen repetitiven Beschwörungsformeln, den drohenden Drums und dem unheilschwangeren Soul in der Stimme Tunde Adebimpe, dem Sänger der New Yorker Band TV on the Radio, präsentiert die Soundspezialisten in Bestform. Grandios, wie Tempo und Dramatik im Verlauf des Stücks angezogen werden - um schließlich in einem bonbonfarbenen Chor-Intermezzo aufzugehen - bis die düstere Dramatik zum Abschluss kulminiert.

Noch stärker ist der Eindruck, den GIRL I LOVE YOU hinterlässt. Schon die Hihats sind Massive Attack-typisch, der wummernde Bass, der betont lakonische Gesang von Horace Andy, doch der Sound wird hier von dröhnenden Bläserfanfaren angeheizt, die den Schiffssirenen von Björks jüngstem Album 'Volta' entlehnt sein könnten. Doch anders als die versponnene Isländerin, und auch anders als das jüngste Album von Portishead, finden Massive Attack immer wieder, fast stoisch, zu einem tanzbaren Grundrhythmus aus Karma und Koma (sic!) zurück.

SPLITTING THE ATOM, die Vorab-Singleauskopplung ist für diese Fähigkeit, Eingängigkeit zu erzeugen, ohne oberflächlich oder beliebig zu werden, ein ebenfalls gelungenes Beispiel - aber längst nicht der stärkste Song des Albums. Schon die Single enthielt mit dem Remix von BULLETPROOF LOVE ein unter die Haut gehendes Gegenstück: ein schwarzer Sounddiamant des Underground.

Die Nähe zu den elektronischen Experimenten von Radiohead stellt FLAT OF THE BLADE unter Beweis, wiederum ergänzt durch ein Bläserensemble, das man nicht hören kann, ohne an Björk zu denken. Wirklich nötig ist dieser Versuch nicht, denn interessant daran ist nur, diesen introvertiert wirkenden Computersound einmal ohne Björks expressive Sirenenstimme oder Thom Yorks Klagegesang zu hören - deren Part übernimmt Gastsänger Guy Garvey.

Insgesamt sind es wieder die coolen, bisweilen unterkühlten Triphop-Stimmen, die 'Heligoland' prägen: Neben Robert del Naja und Horace Andy sowie den bereits genannten Gästen sind diesmal Martina Topley-Bird und Damon Albarn mit von der Partie, wobei Albarn klug genug war, seinen Part in SATURDAY COME SLOW so zurückhaltend zu gestalten, dass man ihn zunächst kaum erkennt. Denn die Erfahrung aus '100th window', für das del Naja Sinéad O'Connor engagiert hatte, zeigt, dass allzu charismatische, eigenständige Stimmen bisweilen zu sehr vom atmosphärischen Klangkonzept ablenken können: Massive Attack benötigt Stimmen, die sich wie Orchesterinstrumente in ein Ensemble einfügen.

Topley-Bird, Albarn, Hope Sandoval und alle anderen passen sich bereitwillig in das Konzept von 'Heligoland' ein - dessen letztes Rätsel der Albumtitel selbst bleibt: Helgoland, die rote Felseninsel in der Nordsee, die einst zu Großbritannien gehörte. Der lautmalerische Name, aber auch die wechselhafte Geschichte der Insel habe ihn beeindruckt, erklärt Robert del Naja. Man sollte sich dennoch nicht in die Irre führen lassen. Massive Attack geben sich nicht der Beschreibung von Klanglandschaften hin: Auch 'Heligoland' ist eine Vertonung einer urbanen Realität.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen disparat, 5. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Hierzu will ich mich nach der Durchsicht solch kontroverser Kritiken auch äußern. Blue Lines und Mezzanine sind sog. Alltime-Faves von mir und Protection verehre ich ebenfalls. Das letzte Album der Britol-Helden (ohnehin ein Soloalbum!) hat mir überhaupt nichts mehr bieten können, ich halte es für schlecht und überflüssig. Genauso wie an Portishead, vor deren letztem Album, hatte ich an meine mittlerweile gealterten Helden kaum noch Erwartungen, aber Hoffnung eben doch. Und diese wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil: In den letzten 10 Jahren habe ich mich v.a. mit minimalistischen elektronischen (Techno-)Klängen beschäftigt und "Heligoland" ist ebenfalls minimal in seiner Grundstruktur. Aber gegen Ende der Lieder türmen sich immer wieder großartige Melodien (unglaubliche Streicher) auf. Obwohl unterschiedlich besungen, stellt es sich doch als Konzeptalbum, als echtes Album (was heute nur wenigen gelingt), dar. Und ich halte Heligoland für intensiver als Third von Portsihead, weil es zugänglicher ist. Während auf Third mich vor allem "The Rip" nochmal gänzlich berührt hat, ist es auf Heligoland schließlich das Gesamtwerk. Wobei doch einige Songs herausragen, die aber nicht als Single im Radio laufen müssen. Bin begeistert.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stagnation auf sehr hohem Niveau., 7. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
Allzu lange Zeit zwischen Alben vergehen zu lassen birgt mannigfaltige Gefahren: mangelnde Einnahmen, schwindende Fanzahlen und vielleicht gar nicht zu erfüllende Erwartungen der verbliebenen Getreuen (Axl Rose könnte ein Lied davon singen und es in 10-15 Jahren veröffentlichen). Seit 100th Window sind 6 Jahre vergangen in denen sich musikalisch einiges getan hat und selbst der geneigte Hörer muss feststellen, dass Massive Attack darauf kaum reagieren. Erfreulicherweise bedeutet das zwar, dass sie das unsägliche 80er-Revival ignorieren, aber auch, dass sich, anders als etwa bei Portishead, das Warten nur bedingt gelohnt hat. Denn Heligoland hätte genausogut bereits direkt nach 100th Window oder Mezzanine erscheinen können. Schon damals waren alle Stilelemente und Sounds des Kollektivs um Robert del Naja an ihrem Platz, von den typischen Beats über grummelnde Bässe zu den Gastsängern. Diesmal sind es Damon Albarn, Hope Sandoval, Martina Topley-Bird, Guy Garvey, Tunde Adebimpe sowie natürlich Horace Andy, der mit "Girl I Love" den besten Track des Albums dominiert - einen Song allerdings, der sich ebenso wie das auch sehr gute "Rush Minute" durchaus bereits auf Massive Attacks Meisterwerk Mezzanine hätte befinden können, also klingt wie 1998. Ist das schlimm? Nein, denn diese und einige andere Songs, etwa Schlussnummer "Atlas Air" (live noch "Marakesh" betitelt) gehören zu den besten Massive Attack-Songs überhaupt. Ja, denn von einer Band, die sich bisher durch wegweisende Alben die wie nichts anderes klangen ausgezeichnet hat kann man mit Recht mehr erwarten als sich auf hohem Niveau zu wiederholen. Dass einige der interessantesten live vorgestellten neuen Nummern wie "Dobro", "Marooned" oder "All I Want" es nicht auf Heligoland geschafft haben, macht die Sache auch nicht besser. Kurz: kein schlechtes Album, in etwa in der 100th Window- aber nicht annähernd in der Mezzanine-Klasse, weder an sich noch als Vorgabe für die Konkurrenz. Was allerdings auch nur die wenigsten Alben sind.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine NICHT-rezension, 8. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
ganz ehrlich: die einen meinen, es sei die beste platte von massive attack, die anderen meinen die gruppe zerstöre sich gerade selbst. offenbar haben sie etwas richtig gemacht: sie haben sich verändert und sind sich trotzdem treu geblieben.

um es kurz zu machen: ich denke, heligoland ltd ist eine art best of mit ausschließlich neuen liedern. genau das macht diese zusammenstellung so variantenreich. es ist weder eine neuerfindung von noch nie dagewesenem (sonst hätte man sie nicht wiedererkannt) noch ist es das wiederkäuen eines totgekauten klumpen. es wird aufgegriffen, eingebaut, verändert, verschoben und gelangt schrittweise immer stimmiger in den gehörgang. und das ist gut so, auch die beste musik verlangt etwas arbeit bei der aneignung, und selten geht diese arbeit so entspannt voran wie bei dieser platte.

mein tipp: kauft sie und lasst euch fallen! sie ist es wert.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mehr Tempo, nicht weniger Musik als 100th window, 28. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Heligoland Ltd (Dieser Artikel wird in 4 unterschiedlichen Covervarianten ausgeliefert) (Audio CD)
MA's fünftes Studioalbum sei es, habe ich irgendwo gelesen. Und wie so oft, wenn Hauptveröffentlichungen eines Projektes über die Jahre rar scheinen, wurde ich auch hier hinsichtlich der Qualität nicht enttäuscht.
Die Songs sind anspruchsvoll und abwechslungsreich, was das Tempo und die Beats angeht. Das Album schließt sich dennoch und trotz der langen Pause an Soundcollagen und Samples des Vorgängers the 100th Window an, nach dessen Schwere und seltsamer "bitterer" Süße ich regelrecht süchtig war.... Die Strings in paradise circus (song 7) schaukeln sich in mein Herz und auch die Vocals der Gastsänger(innen)auf der gesamten Platte überzeugen mich vom ersten Ton an. Schön, dass im Unterschied zum 100th window- Album auch die unirdisch tiefe Stimme von Del Naja's Partner in Song 3 mal wieder erklingt. Sehr empfehlendswert!
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