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109 von 115 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch Genesis passte nicht optimal in jeden Partykeller !
Ich kann diese Aufregung über "Alterswerk" und "zu ruhig" und "wer braucht so was" nicht verstehen. Hat Gabriel denn tatsächlich mal auf die Charts geschaut und versucht den Mainstream zu ertasten, um sich damit die Hallen und letztlich die Taschen zu füllen. - Eher nicht!
So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass er mit diesem -übrigens im...
Veröffentlicht am 14. Februar 2010 von Tönehörer

versus
8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen .... keine Überraschungen
Als leidenschaftlicher Peter Gabriel-Anhänger, der all seine bislang veröffentlichten Scheiben im CD-Regal stehen hat, wird natürlich auch Scratch my back dazugestellt. Ich hatte bereits vor dem offiziellen Verkaufstermin Gelegenheit, die CD komplett zu hören.

Das ich CD's von PG traditionell immer mehrmals hören muss, bis sie mich in...
Veröffentlicht am 28. Januar 2010 von Inge L. Heimer


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109 von 115 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auch Genesis passte nicht optimal in jeden Partykeller !, 14. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Audio CD)
Ich kann diese Aufregung über "Alterswerk" und "zu ruhig" und "wer braucht so was" nicht verstehen. Hat Gabriel denn tatsächlich mal auf die Charts geschaut und versucht den Mainstream zu ertasten, um sich damit die Hallen und letztlich die Taschen zu füllen. - Eher nicht!
So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass er mit diesem -übrigens im Booklet sehr überzeugend hergeleiteten- Projekt erneut experimentiert und Risiko eingeht. Wer sich mal von der musikalischen 80er und 90er Vorgeschichte dieses Genies löst und unvereingenommen die Songs anhört (nicht beiläufig im Auto oder beim Gespräch zu Hause im Hintergrund) wird sich der Magie nicht erwehren können. Spätestens beim zweiten Hören kommen die Gänsehautwellen wieder, die sich damals beim Kopfhörererleben von "Lamb lies down on Broadway" eingestellt haben. Natürlich kann man die beiden Werke nicht miteinander vergleichen. Es liegen eben drei Jahrzehnte dazwischen und damit das Wachsen und Reifen eines der außergeöhnlichsten Musiker der gesamten Popmusik-Geschichte.
Diejenigen, die nicht mit dem Anderssein dieser Aufnahmen klarkommen und noch nicht die Magie von "The Boy in the Bubble", "My Body is a Cage" oder der 10 anderen Perlen entdeckt haben, sollten mal "Nursery Crime", "Foxtrott" oder "Selling England by the Pound" neben die Chartmusik der Erscheinungsjahre legen. Danach wir klar, Gabriel ist kein Mann, der Erwartungen bedient. Er will etwas ausdrücken und das liegt nunmal meist nicht als Aufkleber auf der CD-Hülle sondern weit hintendran.
Deshalb seid aufgeschlossen und versucht zu erschließen, wo nun die Reise des "Genesis-Erben" hingehen soll/kann.
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mimikri und Meilenstein, 4. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Audio CD)
Es sind die kleinen Unterschiede. Während Sting sich derzeit selbst ein orchestrales Monumental-Denkmal setzt und dabei alte, bessere Tage aufzukochen versucht und sein «Standing» als ernsthafter Musiker nun mit dem dritten eher klassischen Album in Reihe vergeblich zu unterstreichen versucht, verbeugt sich der Großmeister Peter Gabriel mit einem wunderbar zurückhalten Album vor großen Zeitgenossen und vielversprechendem Nachwuchs. Wie angenehm, das eigene Werk nicht in Sülze zu verpacken, sondern großen Helden wie Neil Young, David Bowie, Lou Reed aber auch vergleichsweise «alternative» Acts wie Radiohead, Arcade Fire, Regina Spector, de Magnetic Fields oder Elbow einen neuen, ungewohnten Rahmen zu geben. Dass Gabriel dabei nicht auf die mit klassischen Instrumenten stets drohend Zuckerguß-Suppe setzt, nicht auf die große Geste, sondern auf einen fast minimalistischen Klangkontext, weist ihn erneut als geschmacks- und treffsicher aus, meilenweit entfernt von den ergrauten Alterswerk-Klassikkitsch-Kooperationen anderer Rockmusiker. So ruhig und kontemplativ wie das Cover-Motiv ist auch das Cover-Album geworden, minimalistisch instrumentiert, auf die unverwechselbare sonore Stimme des britischen Ausnahmemusikers setzend.

Und es wäre natürlich auch kein echtes Peter-Gabriel-Projekt, wenn es nicht auch auf seinem (nur) achten Studioalbum nicht eine Art Konzept gäbe ' hier ist es eine Art Song-Austausch, die in die reale Welt übergetauschte Welt von Musik-Torrents, bei dem die von Gabriel gecoverten Künstler sich wiederum Songs von ihm vornehmen sollen, die dann auf einem späteren Album erscheinen sollen. Die Idee des Zwillingsalbums ist zumindest bei dem ersten der beiden Brüder ausgenommen gut gelungen ' die von John Metcalfe (Durutti Column, was vielleicht den Indie-Einschlag der Auswahl erklärt) arrangierte und von Bob Ezrin im legendären Air Lyndhurst Studio produzierte Einspielung zeigt, dass es sich immer noch lohnt, auf ein neues Album von Gabriel zu warten. Keine Spur von der komplexen Überproduktion, mit der er bei Up brillierte, sondern eher die karg-wilde Innerlichkeit, die 2002 vielleicht «The Drop» bereits vorwegnahm.

Der Kunstgriff von Scratch my back ist, dass das Album zugleich enormen Pathos, enorme Ruhe hat ' und doch zugleich eine fast nicht bündelbare Energie, einen ständig aufziehenden, aber nie ausbrechenden Sturm, das Gefühl selbst in den ruhigsten Tönen, dass unter der stillen Wasseroberfläche wilde Strömungen fließen, die alles andere als harmlos sind. The Boy in the Bubble, im Original ein fröhlich wippender Gumboot-inspirierte-Song, kriegt hier die düster leuchtende Atmosphäre, die der Song seit jeher verdient und die dem Text eine ganz andere Dimension entlockt (wie übrigens auch bei Heroes ' es ist interessant, wie die ausgebremste, depressive Stimmung den Kontext eines Textes völlig verändern, kippen kann und dem positivsten Text eine bittere Ironie entlockt). My Body is a Cage von dem Neon-Bible-Album von Arcade Fire ist schon im Original ein staubiger Gospel, hier aber eine theatralische Inszenierung, eine Reise in die Tiefe des seelischen Marianengrabens, wenn Gabriel etwa in der Mitte seiner Fassung alle Sicherungen herausdreht und ein Orchester entfesselt, dass an A Day in the Life von den Beatles erinnert, eine sich emporschraubende Kakophonie, die schließlich in schwärzester Stille mündet. Manche Tracke, wie Listening Wind von den Talking Heads, bleiben nahezu erkennbar, andere, wie Street Spirit, sind eigentlich im Original schon bedächtig und ruhig, werden in Gabriels Version aber durch scheinbar minimale Eingriffe völlig verändert. Gabriel covert nicht, er macht sich Lieder zu eigen, er dekonstruiert, remontiert, ändert Logiken und Harmonien, bis am Ende Fassungen entstehen, die originär Peter Gabriel sein könnten, denen man ihren Ursprung kaum mehr anerkennt. Gabriel gelingt ein bewundernswertes Mimikri, das nicht das Subjekt verwandelt, sondern die Umwelt ' er taucht in die Musik an und anstatt sich selbst zu verwandeln, verwandelt er das Ursprungsmaterial so grundsätzlich wie es selten bei Coverversionen vorzufinden ist ' und bleibt dabei doch stets respektvoll auf Distanz, interessiert, ironisch, ganz dabei und doch bei sich.

Es ist fast undenkbar, dass endlich ein Popmusiker die Brücke zur Klassik schlägt und dabei all die Geschmacklosigkeiten, die Klischees, die Übertreibungen, beiseite lässt und sich mit seiner Stimme souverän in das Orchester einfügt, ohne sich jemals dominieren zu lassen. Scratch My Back zeigt Gabriel immer noch als Innovator, immer noch als Perfektionist, der vom elektronischen Progpopper zum grandiosen Altmeister jenseits aller Kategorien gewachsen ist, zu einem der eigensten und eigenartigsten Musiker, die wir haben und der sich selten so von seiner introspektiven und dunklen Seite zeigt wie hier. Es ist eine weite Reise von den wirschen Cabaret-Klängen von Excuse me, den Numanesquen Klängen von Games Without Frontiers oder dem affirmativen Pop von Sledgehammer zu der kraftvollen dunklen Energie, die dieses Album mit fast jedem Track ausstrahlt. Wo andere Musiker nach 40jähriger Karriere in Selbstzitat und Unbedeutsamkeit verfallen und sich mit Alben abgeben, die nur noch als Ausrede für die nächste Stadiontour dienen (bestenfalls), liefert der große englische Exzentriker hier einen Meilenstein ab, der eine neue Ader seiner Musik so pur wie selten zuvor bloßlegt und preisgibt.
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49 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Meinung eines Laien, 21. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Super-Jewel-Case) (Audio CD)
Ich bin absoluter Laie was Musik angeht, finde ziemlich viele Richtungen gut und ziemlich viele schlecht.
Habe mich noch nie bewogen gefühlt, eine Rezension zu schreiben, eben weil mir echt die Ahnung fehlt - aber:

Bei dieser CD geht es gar nicht anders. Ich habe schon viel gehört, was mir unter die Haut ging, aber was Peter Gabriel hier fabriziert hat, dass schreit danach, verbreitet zu werden. Bisher gab es viele Gabiel-Lieder, die ich super fand, aber auch einige, die ich wirklich nur 1x hören mußte und dann übersprungen habe.

In den anderen Rezensionen sind aus fachmännischer Sicht viele Gründe genannt, dieses "andere" Album gut oder schlecht zu finden. Ich kann nur sagen, hören, hören hören, dann kommt das Fühlen und dann wird man kaum noch loskommen von der CD. Mehr Tiefgang geht kaum, damit meine ich in den Bauch und in den Kopf.

Aber eines ist auch klar, wenn der Funke nicht überspringt, dann wird man sich nicht mit der CD anfreunden. Ich kann nur sagen, gebt der CD eine Chance auf euch zu wirken. Ich bin absolut begistert.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zweifelsohne ein großer Wurf!, 25. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Special Edition) (Audio CD)
Bei "Scratch my back" gehen die Meinungen weit auseinander. Wer hier die gecoverten Songs nahe am Original hören möchte, kann nur enttäuscht werden und sollte tunlichst die Finger von diesem Album lassen. Natürlich wird Peter Gabriel nicht so wie viele Andere einen Song einfach nachplärren um so vielleicht noch einmal im Mainstream auf den vorbeirauschenden Hitparadenzug springen zu können.

Vielmehr hat er bei diesen Liedern keinen Stein auf dem anderen gelassen, sie förmlich in kleinste Stücke zerlegt, neu zusammengesetzt und komplett neu interpretiert. Die Tempi werden radikal geändert und eine im ursprüngliche Genre nicht erwartete Instrumentalisierung genutzt. Von dem Vorhandenen bleibt sogar etwas weniger als ein Gerippe. Dieses verwirrt zunächst, macht aber auch genau den Reiz des Albums aus.

Herausgekommen ist ein Werk, das sicherlich insgesamt ein wenig schwermütig, aber niemals düster klingt. Es lebt gleichwohl von einer ungeheuren Dramatik und Dynamik, die nur ein grosses Orchesters so liefern kann; im Gegenzug dazu wird es auch nur von einem Piano getragen. Die Spannungsbögen sind ideal gezeichnet, musikalische Überraschungseffekte perfekt gesetzt.

Gesanglich zeigt sich Peter Gabriel in Bestform und immer Mittendrin. Sein Einsatz bei "Heroes" ist atemberaubend und wird sicherlich bei dem einen oder anderen eine Gänsehaut hervorrufen.

Die Qualität der Produktion und Aufnahme ist erwartungsgemäß herausragend. Musikalisch ist dieses Album ein großer Wurf, der seinesgleichen sucht und es wird sicherlich wieder einen Trend setzen. Dafür fünf Sterne.
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63 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine ruhige klassische schönheit., 13. Februar 2010
Von 
Jürgen Sieber "zeppe" (mimberg, bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Super-Jewel-Case) (Audio CD)
o.k.,
versuche nach dem dritten anhören der neuen peter gabriel cd
scratch my back eine würdige rezension zu schreiben.
gestehe, war nach dem ersten durchhören enttäuscht.
kam mir doch alles etwas sehr nüchtern vor.
um mich dem album in ruhe nähern zu können, hab ich mir dann meinen kopfhörer gepackt.

bei dem vierten song "flume" viel es mir zum ersten mal auf.
und wieder bei lied nr.6 "the power of the heart".
bei song nummero acht "the book of love" wusste ich es.
mister gabriel hat mit seinem neuen werk eine verborgene perle geschaffen.
nehmt euch zeit, ruhe und geduld und hört es euch an.
nicht zu laut und nicht zu leise.
und lasst es auf euch wirken.
vielleicht werdet ihr es dann auch spüren. hören. fühlen.

ja, es ist klassische musik.
und, es ist auch kein typischer gabriel sound.
aber es beinhaltet teilweise wunderschöne ruhige songs.
hätte mir den einen oder anderen flotten song zwischen den liedern gewünscht.
respektiere aber herrn gabriels entscheidung, es doch nicht getan zu haben.
album ist 53 minuten und 25 sekunden lang.

habe mich für die super jewel case box entschieden,
da mir die einfache und billige version der cd, ausreichend erschien.
das album gibt es übrigends wieder mit den schönen real world streifen
an der seite und hinten.

finde im abschluß die neue arbeit von ihm doch sehr gelungen,
obwohl die cd teilweise wirklich düster klingt.
dafür ist der meister stimmlich in guter verfassung.
meine favoriten: flume note 1 - the boy in the bubble und the book of love.
kann sein, das peter gabriel mit dieser für ihn doch ziemlich untypischen
arbeit, ein kleines meisterwerk geschaffen hat.
ein wort zum cover, wunderschön.
auch das foto im booklet von peter gabriel ist gelungen.
das neue werk von ihm ist eine ruhige klassische schönheit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Every Thing Has Changed, 28. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Audio CD)
Violinen und Holzbläser streng gesetzt, Kontrabässe, statische, fast dissonante Klänge und dann Peter Gabiel, leise und sehr nah. So eröffnet sein Album "Scratch My Back". Nach einiger Zeit nimmt Peter Gabriel Anlauf zu einer seiner berühmten emphatischen Ausbrüche, jedoch über einer sequenziellen Violinpassage ohne Beats, ohne die berühmten Flächen und ohne Toni Levin, und so endet auch das erste "Stück Heroes".
Tolle Intro aber jetzt könnte es mal losgehen.
Das zweite Stück "The Boy In The Bubble" beginnt am Klavier. Spätestens nach dem zweiten Refrain, nach dem zweiten spartanischen aber sehr gefühlvollen Einsatz von zwei Celli kommen die ersten Zweifel. Wird das noch was? Wo bleiben die Beats und Tony Levin.
Das dritte Stück. Wieder eine sequenzielle Violinpassage. Haben etwa Philip Glass oder Steve Reich mitgearbeitet? "Every Thing has Changed" mit dieser Gesangszeile nimmt das Orchester fahrt auf, erzeugt eine dramatische Szene, Emphase, Puls, aber immer noch keine Beats und kein Tony Levin.
"Every Thing Has Changed", ist nicht nur eine Zeile des Refrains, es ist das Konzept des Albums, was die unverwechselbare Stimme Peter Gabriels vor moderner avantgardistischer Orchestermusik präsentiert. Der Herr mit der gebrochenen Stimme will etwas Neues versuchen. Das ist keine Unterhaltungsmusik, nicht der alte Sound, aber es ist der alte Peter Gabriel. Der theatralische Geschichtenerzähler, der Schauspieler, der Dramatiker. Die lauten Gesangspassagen erinnern an seine Songs "Signal To Noise" und "Rythm Of The Heat", die leisen Passagen sind ebenfalls altbewährt interpretiert. Über weite Teile ist kein Hall auf der Stimme zu hören. Der künstliche Pathos wird nicht gebraucht. Die Orchester Arrangements erinnern an Werke von Steve Reich, die Kompositionen sind aber Lieder mit wiederkehrender Strophe und Refrain.
Dass keines der Lieder aus der Feder von Peter Gabriel ist, ist mir erst sehr spät aufgefallen. Es sind eigentlich Cover Songs, aber der Begriff will hier nicht passen. Der Text und die erste Stimme einer jeden Vorlage wurden übernommen und nah an der originalen Melodie, Tempo und Pausen verarbeitet. Die avantgardistisch anmutende Begleitung jedoch wandelt die Songs zu Werken, die nicht der Unterhaltungsmusik angehören.
So ist es zu erklären, dass man zu Beginn David Bowies "Heroes" gehört, aber nichts von diesem Rockklassiker vernommen hat. Auch bei anderen Liedern wie "Listening Wind", "Philadelphia" oder "I Think It's Going To Rain Today" ist es mir so ergangen. Respekt!
"Scratch my back" ist unverkennbar ein Werk von Peter Gabriel, bewußt ohne Beats und ohne Tony Levin.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar und "Wow", 2. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Audio CD)
Ich habe mir die CD wegen "The Book of Love" zugelegt und bin letztendlich über dieses Album zum Fan geworden - mittlerweile habe ich eine P. G.-Sammlung, die mich begeistert! Bei diesem Album hier ist es mir mal egal, ob es sich um Cover handelt, wenn es gute sind - und das sind sie. "Boy in the bubble" ist sowas von der Hammer...Überhaupt geht mir die ganze CD sehr nah, ich finde man muss sie schon sehr bewusst hören und wirken lassen...diese Stimme - einfühlsam, speziell und wow! Im Mai fahre ich zum Konzert der neuen Tour und ich kann es kaum erwarten - Peter hat mich gekriegt - und das Album kriegt fünf Sterne!
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Metamorphose, 7. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Special Edition) (Audio CD)
Keiner von denen, die Peter Gabriel seit Jahren kennen, kauft eine neue CD von ihm ,weil er meint, dort Sledgehammer-Musik wiederzuentdecken. Keiner, der ihn halbwegs versteht, kommt auf die Idee, dass Peter Gabriel sich von kommerziellen Gedanken in Versuchung bringen lässt.

Viele der Rezensionen, die hier zu lesen sind, scheinen von Leuten zu kommen, die Peter Gabriel verstehen und schätzen. Sie wissen,dass dieser Mensch sich in keine Schablone zwängen lässt. Einige wenige waren schon bei Trespass dabei, die meisten anderen spätestens bei der Selling England by the Pound oder halt der Lamb lies down. Was damals galt, gilt heute immer noch:

1. Peter Gabriel ist ständig auf der Suche
2. Peter Gabriel streift alte Häute konsequent ab.
3. Peter Gabriel ist nicht gleich beim ersten Anhören zu erfassen.

Man muss Geduld mitbringen und darauf vertrauen, dass man irgdenwann letztendlich doch noch den Zugang findet. Auch die US klang beim ersten Anhören ziemlich kitschig, wenn man gerade noch Rhythm of the Heat im Ohr hatte. Aber Digging in the Dirt zum Beispiel ist alles andere als kitschig. Man merkt es halt nur nicht auf Anhieb. Auf der UP hätte es keine Melanie gegeben, wenn es nicht seine Tochter wäre, und das obwohl er sonst nie was veröffentlicht hat, wenn er es nicht für absolut perfekt hielt. Wandlung, andere Werte, neue Sicht der Dinge, mittlerweile womöglich mehr Vater, Sohn, Mentor, Humanist als schierer Musiker - das ist Peter Gabriel. Als Father Son erschien, hat einer meiner Kumpels, der schon wie ich 1970 von The Knife begeistert war, gesagt: Was für ein Scheiß. Das wars jetzt. Kauf mir nie wieder was von PG. Dann hat er aber irgendwann doch noch die Kurve gekriegt, weil er sich daran erinnert hat, wie das so ist mit der Musik von Peter Gabriel. Mann kann ignorant oder tolerant mit ihm umgehen. Man kann verzweifelt an eine Genesis Reunion glauben oder eben verstehen, dass Zeiten und Menschen und deren spezifische Interessen sich ändern. Wenn man verstanden hat, dass Peter Gabriel allenfalls seinen Gefühlen und Stimmungen nachgibt und sich nicht dem Diktat der Erwartungen seiner "Fans" unterwirft, müsste man zu dem Schluß kommen, dass Peter Gabriel nur authentische Musik machen kann. Dafür sollten wir dankbar sein. Denn so eine Musik kann nur gut sein. Denn sie ist im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig. Für uns kehrt Peter Gabriel jedesmal sein Innerstes nach ganz Außen. Wir sollten das zu schätzen wissen. Denn wer von uns erzählt schon wildfremden Menschen, dass er Angst hat, dass sein Vater bald sterben wird? Mit dem neuen Werk ist Peter Gabriel auf seiner Reise ins Ich einfach wieder weitergezogen ob das für uns nun melodiös und harmonisch oder sonst wie klingt, spielt dabei wohl keine Rolle. Um Scratch my Back richtig beurteilen zu können muß man a) die Stimmungslage von PG kennen, aus der heraus dieses Album entstanden ist, und b)die Texte verstehen. Sonst kann man gar nicht mitreden, weil man gar nicht weiß, worum es ihm dieses Mal geht. Denn warum hat er sich wohl genau diese Songs ausgesucht und nicht welche von Otis Redding, den er seit seiner frühen Jugend sehr schätzt. Er wäre der einzige gewesen, der nicht mehr retournieren kann. Damit hätte er ihm ein Denkmal gesetzt.

Eigentlich würde als Renzension reichen:

Ein neues Album von Peter Gabriel. Innovativ, wie immer. Authentisch, wie immer. Schwer zugänglich, wie immer. Gut, wie immer.
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78 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großartig, 26. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Special Edition) (Audio CD)
Eines vorweg: Ich verfolge das Schaffen von Peter Gabriel seit über 30 Jahren und kenne sein musikalisches Werk vermutlich inzwischen ziemlich komplett, weil ich als Künstlerin bildnerisch seit 5 Jahren mit dieser Musik arbeite.(zeichne u.a.auf bestimmte Art alle!!! songs, die er jemals veröffentlicht hat/: pg-project.)

Mit "scratch my back" hat sich Peter Gabriel (wieder) Großes vorgenommen:
Die Verbindung von rein klassischem Instrumentarium mit einer eher nicht klassisch ausgebildeten Stimme (nicht klassisch = eigentlich kein "guter" Sänger) halte ich zunächst für ein schwieriges Unterfangen, welches schnell zu Lasten des Sängers gehen kann.(Also, seine Stimme ist im künstlerischen Sinne hervorragend, weil er weiß, wie er sie einsetzen kann und muß.....als Opersänger würde er natürlich kläglich untergehen)

Peter Gabriel ist also ein Musiker, der künstlerisch vorgeht und er weiß genau, was er tut. Das zeigt hier wieder einmal nicht nur seine unendliche ,fast kindliche, innovative Experimentierfreude. Er ist über die Jahre bei sich angekommen.- Fast weise.- Immer mit einer guten Portion Selbstironie behaftet und weiterhin heftig intellektuell unterwegs.
"Scratch my back" ist in meinen Ohren musikalisch eher was fürs Herz.
PG ein Superkünstler, der auf den Teppich gekommen ist, bzw. geblieben ist.Sein musikalisches Repertoire ist so breit aufgestellt, daß er hier wieder einmal vorführt, wie einfühlsam und zugleich unabhängig er mit dem musikalischen Gedankengut Anderer umgehen kann, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren oder die der Anderen zu verletzen. Gabriel zeigt uns , daß er hören und zuhören kann und er zeigt uns, daß er dies filtert. Die Facetten werden neu gemischt, aber nicht beliebig und nicht ohne das eigene musikalische Repertoire neben dem des zugrundeliegenden Stückes aufkeimen zu lassen. Das Alte ist noch da, bestimmte Facetten der Vorlagen (Urversion)werden aber von Peter Gabriel mit anderen Gewichtungen gesehen... interpretiert.

Für manchen Hörer mag die neue Mischung mit Orchester eventuell zunächst zu nett daher kommen. Man sollte sich die Stücke aber mehrfach anhören, um dann bald zu entdecken, daß sich ,wie immer bei PG, das Darunterliegende in alle Richtungen entfalten kann. Diese Stücke haben das Zeug, jedes Mal neu gehört zu werden ! Das ist in meinen Ohren Kunst.
Fehlt der CD der gewohnte rauhe Drive? Nicht unbedingt.
Ich konnte mir zunächst auch nicht vorstellen, wie ein Peter Gabriel song ohne Drums und Gitarrensoli funktionieren soll.Der Einstieg in diese Musik ist (wie immer) bei PG zunächst sperrig. Seine Stimme wirkt neben und mit Orchester noch gebrochener als sonst. Scheint beim ersten Hören nicht zu funktionieren...da regt sich dann Kritik. .... Aber welches Kunstwerk ist beim ersten Hören rezipierbar?
Also ist wirklich mehrfaches Hören angesagt. Da erschließt sich bald in meinen Ohren ein Kosmos, der schöner (im Sinne von gut)kaum sein kann, weil er das Ideale (Klassik) mit dem Brüchigen auf einzigartige Weise zu verbinden weiss. Das ist PG. Was wäre die Welt ohne solche Ausnahmemusiker. Er riskiert vieles- und dabei selbst, seine eingefleischten Fans zu vergraulen, weil er sich seiner Arbeit verpflichtet fühlt und nicht in erster Linie dem Markt. Das ist gut so....denn nur so kann gute Kunst entstehen.

Einen einzigen Haken sehe ich für dieses Album darin, daß es für Leute schwierig werden könnte, die keine klassische Musik mögen.

Die Interpretationen sind alle! sehr eigenständig - aber noch erkennbar, was das mal war. Wäre doch schlimm, wenn man als Zuhörer keine Arbeit mehr hätte.... .
Peter Gabriel redet in seinen podcasts (Homepage)selbst von der Möglichkeit, ein Negativ herzustellen, von dem was schon als Positiv da ist. Wenn er aus dem Bowiehelden dann den gebrochenen, kläglichen Helden macht , ist das sicher erstmal ungewohnt, aber in meinen Augen und Ohren die hohe Kunst, sich Dinge nicht ungefiltert einfach einzuverleiben, sondern daraus ein neues, eigenständiges musikalisches Kunstwerk zu machen. Gabriel zeigt das er hören und zuhören kann. Er zeigt, daß er immer noch ein innovativer Denker ist und er zeigt, daß er ein reifer Mensch ist, der sein Fach nach allen Regeln der Kunst zu bespielen weiss.

Dafür gibt es für mich nur ein Wort:("scratch my back " ist) großartig !!
Viel Spaß beim (Zu-)Hören. (nehmt Euch viele Tempos mit, wenn ihr auch das Konzert besucht)
Katja Romeyke (katjaromeyke.blogspot.com)
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musik die in die Seele tropft, 14. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Scratch My Back (Audio CD)
Peter Gabriel hat ein neues Album gemacht. Wunderbar, darauf warte ich nun schon einige Jahre. Was? Nur Coversongs?
Schade. Aber man kann ja mal reinhören.
Und dann das. Gleich beim ersten Song gehen erst die Ohren und dann die Seele ganz weit auf. Gänsehaut im Kopf, die sich angenehm im ganzen Körper ausbreitet. Dies erlebe ich immer bei Musik, die mich ganz tief berührt.
Und das sind natürlich keine Cover im herkömmlichen Sinne. Das sind Adaptionen, oft ganz weit weg vom Original, mitunter extrem verlangsamt, es hört sich nur noch nach Gabriel an. Nach dem besten Gabriel seit vielen Jahren.
Und das alles ohne jegliches Rock-Instrumentarium. Kaufen, hören und staunen!
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