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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Wunder Karajan!, 9. Juli 2010
Von 
Caliban (Süddeutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde: Nilsson,Windgassen, (Audio CD)
Der Kenner weiß, dass der Journalist Edwin von der Nüll den Begriff vom Wunder Karajan unter dem Eindruck einer Tristan-Aufführung im Jahre 1938 geprägt hat, sehr zum Leidweisen des ewig neidischen Furtwängler übrigens. Dass von der Nüll später auf Betreiben Goebbels an die Front versetzt wurde, ist ein eigenes trauriges Kapitel.

Vorliegend kann man nachvollziehen, was es mit diesem Überschwang auf sich hat. Es handelt sich allerdings nicht um eine Aufnahme aus dem Jahr 1938, sondern um eine Aufführung vom 30.4.1959 an der Scala in Mailand. Sie ist so luxuriös besetzt, wie dies nur in den für die Künstler verzweifelten Nachkriegsjahren möglich war, wo die Großen auch kleine Engagements annahmen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass Anton Dermota hier den jungen Seemann singt. Ansonsten: Tristan: Wolfgang Windgassen (große Stimme, allerdings eher geringe gestalterische Intelligenz), Marke: Hans Hotter (kein Kommentar), Birgit Nilsson (!), Kurwenal: Gustav Neidlinger (was für eine Aufwertung), Melot: Claude Heater und Brangäne: Hilde Rössel-Majdan (kannte ich nicht, aber werde ich nie mehr vergessen).

Die Sensation der Aufnahme liegt aber in der Orchesterbehandlung durch Karajan. Ich habe ihn als Dirigenten nur in der "affigen" Phase der siebziger und achtziger Jahre kennen gelernt. Sein bekannter Tristan mit Vickers steht bei mir zu Hause im Schrank, lässt sich aber mit dieser Interpretation nicht im Ansatz vergleichen. Hier spielt das Orchester der Mailänder Scala (und ich dachte sofort: Oh Schreck!). Aber hier hört der Leser eine Brillanz, ein Funkeln, eine Leichtigkeit und eine Bereitschaft zu leidenschaftlicher Gestik, die schlicht unerhört ist. Das Vorspiel lässt die oft gediegen und bedeutend gemeinte, hingegen langweilig wirkende Herangehensweise vieler moderner Interpretationen völlig vermissen und wirkt gerade deshalb besonders authentisch. Der Orchesterklang deckt die Stimmen, soweit dies die Partitur zulässt, nicht zu und wirkt - wie dies nur ganz selten erfahrbar ist - als ein echter Kommentar zum Bühnengeschehen. Mir bereitete die Leistung Windgassens leider einen kleinen Dämpfer: Ich mag das Timbre seiner Bärenstimme eigentlich sehr. Nur verlässt er sich ein wenig zu selbstgefällig auf diese. Doch bessert sich dies im Laufe der Aufführung.

Man hört hier einen Wagnerklang, der mittlerweile verloren gegangen ist. Ohne dass sich das Phänomen restlos beschreiben ließe, ist doch zu vernehmen, dass alle Beteiligten eine besondere Identifikation zum Werk mitbringen und dieses in selten packender Weise zum Klingen bringen.

Mein Tipp: Auch wenn der Schrank bereits mit Aufnahmen des Werkes überquellen sollte, muss für diese Platz sein! Solche Interpretationen hört man sich ein Leben lang an.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen .............milano 1959, 10. September 2010
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tristan und Isolde: Nilsson,Windgassen, (Audio CD)
Durch und durch eine erstklassige Aufnahme von "Tristan und Isolde", nicht nur die traumhafte Besetzung mit Birgit Nilsson in der Titelrolle, auch der klare Mono-Klang, vermutlich vom italienischen Radio mitgeschnitten. Ansagen in italienischer Sprache gibt es vor jedem Akt. Das Booklet von "Myto-Records" beinhaltet noch zusätzlich - oder sollte man sagen überflüssigerweise - Nachdrucke von Autogrammkarten der Sänger und des Dirigenten.

Karajan entlockt dem Orchester der Mailänder Scala einen weichen Wagner-Klang, der weder die Sänger noch die Gedanken des Publikums zudeckt. Man findet dieses Klang in der Tat nicht mehr allzu oft heute. Wie fantastisch jedoch gerade das Orchester der Scala Wagner spielt, konnte man auch 2007 bei der Neuproduktion von "Tristan und Isolde" unter Daniel Barenboim erleben, oder kürzlich beim "Tannhäuser" unter Zubin Metha.
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