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35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielschichtiges Stadtportrait ohne Kompromisse
Qualitativ hochwertiges Fernsehen ist man ja vom amerikanischen Bezahlsender HBO gewohnt. "The Wire" nimmt selbst hier noch eine Sonderstellung ein. Diese Serie als Krimiserie zu bezeichnen ist zu kurz gegriffen, sie befasst sich mit der Kehrseite des Amerikanischen Traums und liefert eine Menge Fragen ohne klare Antworten zu geben.
Das gängige Krimiformat, bei...
Veröffentlicht am 13. August 2010 von Protos Eklesius

versus
3 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Serie klasse - DVD-Umsetzung...
Bisher habe ich nur die erste Staffel auf geliehenen DVDs gesehen und fand die Serie bis dahin tatsächlich uneingeschränkt 5-Sterne-würdig.
Drei Sterne gibt es von mir, da es bisher noch niemand geschafft hat, die Serie, die bereits vor über drei Jahren komplett im Kasten war, auf deutsch herauszubringen, obwohl nach Internet-Informationen bereits...
Veröffentlicht am 7. Oktober 2011 von Amazonas


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35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielschichtiges Stadtportrait ohne Kompromisse, 13. August 2010
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Qualitativ hochwertiges Fernsehen ist man ja vom amerikanischen Bezahlsender HBO gewohnt. "The Wire" nimmt selbst hier noch eine Sonderstellung ein. Diese Serie als Krimiserie zu bezeichnen ist zu kurz gegriffen, sie befasst sich mit der Kehrseite des Amerikanischen Traums und liefert eine Menge Fragen ohne klare Antworten zu geben.
Das gängige Krimiformat, bei dem pro Folge ein bis zwei Fälle gelöst werden, wird hier auf den Kopf gestellt. Hier dauern die Fälle ganze Staffeln oder länger. Ganz nebenbei ist die Serie ein Portrait der Stadt Baltimore.

Handelt die erste Staffel noch hauptsächlich von dem Versuch eine Gruppe von Drogendealern zu zerschlagen, geht es in der zweiten Staffel um den Hafen und zeigt einen Wirtschaftszweig im Niedergang, Gewerkschaften die mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen und einzelne Mitglieder die dabei in die Kriminalität abrutschen. Die dritte Staffel nimmt die Stadtpolitik mit an Bord und zeigt die Konsequenzen einer Legalisierung von Drogen. Die vierte Staffel beschreibt den Zustand an Schulen in sozialen Brennpunkten sowie einen schmutzigen Wahlkampf ums Amt des Bürgermeisters. Die letzte Staffel betrachtet die Rolle der Presse im all diesem.
Das das Ganze nicht in eine dröge soziologische Studie abdriftet, verdankt die Serie einem Darstellerensemble, das den Figuren Leben einhaucht und den brillanten Dialogen mit schauspielerischen Können Nachdruck verleiht.

Da die DVDs keine deutschen Untertitel aufweisen, sind gute Englischkenntnisse von Nöten und selbst mit diesen ist der Code der Straße nicht immer einfach zu verstehen.

Während die ersten zwei Staffeln bis auf vereinzelte Audiokommentare keine Extras aufweisen, sind bei den anderen interessante Featurettes dabei, in denen die Macher der Serie ausführlich zu Wort kommen.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Mikrokosmos Baltimore, 25. Februar 2011
Von 
Gerhard Mersmann "GM" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert versuchten zwei Bewohner der damaligen Weltmetropole Paris, die Komplexität der dortigen Gesellschaft in großen, viele Bände umfasenden Romanzyklen zu erfassen. Der erste war Honoré de Balzac mit seiner fast 40 Bände umfassenden Comedie Humaine, der zweite war Emile Zola mit dem 20 Bände zählenden Werk Rougon Marquard. Beide drangen mit einzelnen Romanen in verschiedene gesellschaftliche Subsysteme vor und die handelnden Personen tauchten immer wieder an anderen und neuen Schnittstellen auf.
Die beiden großen schriftstellerischen Auftaktprojekte der metropolitanen Moderne sollten die einzigen bleiben, die es mit diesem Ansatz versuchten. Zu groß war wohl die Last der Produktion für ein isoliert schreibendes Individuum.

The Wire aus dem Hause HBO hat am Beispiel des heutigen Baltimores das Konzept wieder aufgegriffen und den Versuch durchgeführt, die gesellschaftliche Komplexität einer ehemaligen maritimen Metropole, deren Abstieg bereits Vergangenheit ist, zu erfassen. In den Staffeln 1 bis 5 werden verschiedene Subsystem der urbanen Gesellschaft durchleuchtet, es beginnt mit einem Drogenkartell, geht über die Gewerkschaft zurück zu einer generellen Überlegung der Funktionsweise von Imperien, betrachtet dann die Schulen, um in der letzten Folge bei der Presse zu landen. Den Roten Faden bilden eine Handvoll Polizisten, die gegen die Auswirkungen der Kriminalität ermitteln und in der Wahl ihrer Mittel erfinderisch und skrupellos sind, weil ihnen der legale Rahmen keinen Erfolg ermöglicht. Eskortiert wird ihre Geschichte von korrupten Politikern, die ihre Wahlkämpfe von Drogenbossen bezahlen lassen und einer Justiz, die zwischen Auftrag und politischer Opportunität ins Wanken geraten ist.

Kriminalität als Folge von Arbeitslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit und miserabler Bildung führt letztendlich dazu, dass die systematische Zerstörung der nachwachsenden Generationen durch Drogenkonsum und Drogenhandel zur einzigen volkswirtschaftlich relevanten Geldquelle einer maroden Stadtgesellschaft wird. So unsäglich die kriminelle Verrohung auch immer wieder erscheinen mag, irgendwie wird man bei der Betrachtung der einzelnen Folgen nie das Gefühl los, einem Schauspiel beizuwohnen, das so fern gar nicht liegen muss. Die Quintessenz mag sein, dass die mögliche politische Steuerung einer wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung den kritischen Punkt verschlafen kann, nach dem keine sinnvolle Intervention mehr möglich ist.

Das dramaturgisch ausgewählte Ensemble der Figuren ist nahezu genial, vom versoffenen, manischen irischen Police Officer McNulty über den schwarzen Politdemagogen Davies, den afroamerikanischen Cowboyverschnitt Omar Little, Stringer Bell, den CEO eines Drogenkartells, den es zum Bildungsbürgertum treibt, den jüdischen Anwalt, der die Kartelle abzockt, die Polizistin Kima, die mit ihrer gleichgeschlechtlichen Familie schlingert, Bubbles, der den eigenen, aussichtslosen Kampf gegen die Drogen zu gewinnen scheint, Proposition Joe, den fetten Boss der East Side, der wie viele mit einem Kopfschuss dahin sinkt, die vielen zähen Afroamerikanerinnen, die ihren Weg machen und ihren männlichen Pendants wie ein schlechtes Gewissen die Sicht am Horizont verderben und und und. Großes Kino, mit der Dimension eines vielbändigen Romans.
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36 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Beste Show in der Geschichte des TV", 3. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Dieses Stück an Monumentalkunst ist eine TV-Serie die alle Regeln bricht: Die einstündigen Episoden haben keine Spannungsbögen, sondern funktionieren wie Kapitel in einem Buch, die Handlung geht unfassbar langsam voran.

"The Wire" verzichtet auf comichafte Heldenfiguren wie den Agenten Jack Bauer in "24" oder ein seine Umwelt überstrahlendes Kraftzentrum wie Tony Soprano. Mehr als dreißig gleichberechtigte Charaktere führen vor, wie ein gescheitertes System Menschen in verheerende Abhängigkeiten treibt. Oftmals scheinen Mörder und Dealer menschlichere Vorstellungen von Moral zu haben als die Amtsinhaber, die für Recht und Ordnung sorgen sollen.

Der Star ist das verfallende Baltimore, und jede Staffel lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt des Lebens in der Stadt: wie eine Spezialeinheit der Polizei versucht, Beweismaterial gegen eine Drogengang zu sammeln; wie der Niedergang des Hafens die weiße Mittelschicht zerstört; wie Hierarchien und persönlicher Ehrgeiz in den Institutionen jeden Fortschritt verhindern; wie die Schulen versagen; wie die Medien versagen. Kein Zuschauer könnte diesen Schwall deprimierender Vorgänge ertragen, wären Proposition Joe, Omar, The Bunk, McNulty und alle anderen Figuren nicht beseelt von einem Sinn für Humor, so trocken und herzerfrischend, wie man ihn noch nie im TV gesehen hat.

Die Kritiker schwärmen: "Beste Serie seit Jahrzehnten" (New York Times); "beste Show in der Geschichte des amerikanischen TV" (Philadelphia Inquirer); "wird als das beste Drama, seit es Fernsehen gibt, erinnert werden" (San Francisco Chronicle); "HBOs Meisterwerk - eine TV-Revolution" (Entertainment Weekly).

Quelle: FAZ
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Schatztruhe "way down in the hole", 4. März 2012
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Wie erklärt man, was The Wire ist? Vielleicht am besten darüber, was es nicht ist - nämlich eine Krimiserie im klassischen Tatortstil, in der die Freunde und Helfer von der Polizei in schöner Regelmäßigkeit den bösen Buben das verbrecherische Handwerk legen und damit zugleich dem Guten zum Sieg über das Böse verhelfen und die soziale Ordnung, die einzelne Individuen kurzzeitig durchbrachen, zum Wohle aller wieder herstellen. Zwar kreist auch The Wire um einen Konflikt zwischen der Polizei und Verbrechern im Drogenmilieu, aber die restlichen Merkmale der genrekonventionellen Krimiserie spielen keine Rolle, es sei denn als die Asche, aus der der Phönix zu Höherem empor strebt.

Wenn aber The Wire keine Krimiserie ist, was ist es dann? Kurz und knapp lautet die Antwort: Ein episches Sozialdrama, das anmutet, als habe jemand einen guten Roman Szene für Szene verfilmen dürfen, anstatt die Handlung in kinotaugliche zwei bis drei Stunden quetschen zu müssen. Ort der Handlung ist zuallermeist die im Verfall begriffene amerikanische Großstadt Baltimore, wo ganze Stadtviertel in der Hand krimineller Banden sind - wobei der Gedanke, ob man die Staatsmacht nicht dazu zählen sollte, im Verlauf der Serie Stück für Stück seine anfängliche Absurdität verliert. Die fünf Staffeln legen den Schwerpunkt jeweils auf einen anderen Aspekt der Stadt und ihrer Institutionen, namentlich in der ersten Staffel einen sozialen Brennpunkt, in dem das Leben ganz von den Aktivitäten einer Dealer- und Mörderbande geprägt ist, anschließend der zunehmend prekären Lage der traditionellen Arbeiterschicht. In den beiden letzten Staffeln widmet sich die Serie der "doppelten Vergesellschaftung" ganzer Generationen von Menschen als Schüler und Nachwuchs-Kriminelle sowie abschließend den Beziehungen zwischen Politik, Polizei, Medien und Gangstern in einer Situation, in der ein allgemeine Sparzwang nur vor letzteren halt zu machen scheint. Ein sozialer Brennpunkt ganz eigener Art steht dazwischen in der dritten Staffel im Mittelpunkt, mehr kann an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden, ohne einen zentralen Wendepunkt im Plot vorwegzunehmen.

Durch alle Staffeln hinweg ist The Wire eine zutiefst sozialkritische Serie, die jedoch nie in einen schwarz-weiß-malerischen, moralisierenden Law-and-Order-Diskurs verfällt, sondern im Tonfall nicht der moralischen Entrüstung, sondern des interessierten Sozialforschers und Psychologen fragt, wie es nur so weit kommen konnte, und wieso es immer wieder dazu kommt: Dazu, dass die Polizei keinesfalls mehr in erster Linie daran interessiert ist, jeden Fall aufzuklären; dazu, dass Menschen, die den Willen und die Fähigkeiten mitbringen, die man braucht, um dem Dunstkreis von Drogen und Verbrechen zu entkommen, dies dennoch so selten schaffen; dazu, dass auf beiden Seiten des Gesetzes eine perverse Evolution nach dem Muster "survival of the worst" stattfindet, die integre und wohlmeinende Personen auf der Strecke zurück lässt - schließlich aber auch dazu, dass es in einer derart schlechten Welt trotz allem bisweilen Platz für Liebe, Vergebung, Hoffnung und Wenden zum Besseren geben kann.

Damit zeigt sich auch, dass es in The Wire um weit mehr geht als um das, was vordergründig auf dem Bildschirm zu sehen ist. Letztendlich dringt The Wire zu den großen Fragen der Sozialphilosophie und -forschung vor: Wieso gestaltet sich unser gesellschaftliches Zusammenleben gerade so und nicht anders? Und wie kann eigentlich eine Gesellschaft bestehen, anstatt in völlige Anarchie auseinander zu fallen, wenn das Leben viel mehr vom hobbesschen Krieg aller gegen alle hat als von Adam Smiths Idee, dass es allen gut geht, wenn nur jeder seine eigenen Interessen verfolgt? Was hält unsere Gesellschaft zusammen, wenn der Arm des Gesetzes langsam vor sich hin fault, und wenn ein allgemeiner Wertekonsens höchstens darin besteht, dass man Menschen selbstredend als bloße Mittel zu anderen, nämlich den eigenen, Zwecken benutzen darf? Und zuletzt: Wem nützt all das Elend und Leid, das mit dem Status quo verbunden ist, und lässt sich etwas an der Lage ändern? Seien Sie versichert: Simple Antworten auf komplexe Fragen wird Ihnen diese Serie nicht geben, sie beschränkt sich darauf, die Welt zu zeigen, die all diese Fragen aufwirft. Und das ist auch gut so.

Nach den beiden vorigen Absätzen sollte klar sein, dass The Wire keine Serie zum Sich Wohlfühlen, Nebenbei Schauen oder zum Abschalten nach einem harten Arbeitstag ist. Sie verlangt vom Zuschauer einiges - die Bereitschaft, sich in eine Welt führen zu lassen, die alles andere als heil ist, ist darunter ebenso wie die Fähigkeit, den Überblick über ein gutes Dutzend dynamische, facettenreiche Hauptcharaktere und unzählige Nebenpersonen zu behalten, und schließlich die Bereitschaft, am Ball zu bleiben, obwohl klassische Spannungsbögen meist ebenso fehlen wie klare Protagonisten, mit denen man sich vorbehaltlos identifizieren mag, oder Antagonisten, an denen man nichts Gutes findet.

Wer also nach leichter, wohlschmeckender, en passant genießbarer Kost sucht, der suche anderswo weiter. Wer aber bereit ist, sich auf The Wire einzulassen, wird belohnt mit einer (zumindest in der Originalsprache) atmosphärisch extrem dichten, intellektuell fordernden wie auch anregenden, bei aller Komplexität nie wirren oder sich in Details verlierenden Serie, die ganz ohne Schwarz-Weiß-Malerei und reißerische Bilder von Grausamkeiten auskommt, dabei aber auch nichts beschönigt, und in der wohl jeder Zuschauer zwischen all den Charakteren ein, zwei Sympathieträger finden wird, die ihm - ganz wie echte Menschen - ans Herz wachsen, obwohl (oder weil) sie so unvollkommen sind. Kann man noch mehr verlangen? Ich glaube nicht.

Daher lautet mein Fazit: Bei manchen Filmen wünscht man sich nach einer Stunde, dass es vorbei sein möge. Nach 60 Stunden The Wire - so lange dauern die fünf Staffeln zusammen ungefähr - fand ich es schade, dass keine sechste Staffel existiert. Aber ein Wiedersehen irgendwann in der Zukunft wird es geben, denn ich bin gespannt, was die Serie noch an Entdeckungen für denjenigen bereithält, der als Kenner des Plots die Landschaft am Straßenrand betrachten kann, ohne auf den Verkehr achten zu müssen. Dass da nur Ödnis ist, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Nicht bei diesem Meisterwerk.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echtes Serien-Meisterwerk!, 6. März 2011
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Vom US-Sender HBO stammen Erfolge wie The Sopranos und Sex and the City. Die Polizeiserie The Wire erzählt vom aussichtslosen Kampf zwischen Gut und Böse in der amerikanischen Großstadt - und bricht dabei mit allen Konventionen. Nachdem die Öffentlichkeit die Serie vier Jahre lang ignoriert hatte, brach nach dem Ende der fünften und letzte Staffel beim amerikanischen Bezahlsender HBO ein Hype aus, der sogar den Wirbel um The Sopranos in den Schatten stellt.

The Wire ist mehr als eine Polizeiserie, sie ist ein Epos über den Niedergang der amerikanischen Großstadt. Drogendealer und Polizisten, Hafenarbeiter und Lehrer, Eltern und Immobilienmakler, Politiker und Journalisten - etwa drei Dutzend Hauptfiguren - begleitet die Serie bei ihrem täglichen Überlebenskampf. Es gibt keine hektischen Schnitte, keine Großaufnahme von Schusswunden wie bei CSI, das klassische Gut-Böse-Schema funktioniert nicht und am Ende ist auch kein Fall gelöst. Erzählt wird die Geschichte von Polizisten, Drogendealern, Gewerkschaftern, Politikern, Lehrern und Journalisten in Baltimore. Jede dieser Gruppen will ihren Platz in der Stadt behaupten, die Idealisten wollen sie verändern, die anderen sie beherrschen. Doch mit jeder Folge geht die Stadt ein bisschen mehr zugrunde. Keiner entkommt diesem System aus Kriminalität, Korruption, sozialem Abstieg und der düsteren Zukunftsaussicht.

Fazit: Wer sich einmal auf das epische Erzähltempo einlässt, dem eröffnet sich eine neue Welt des Fernsehens. Wie bei einem guten Roman kann das kann ein bisschen dauern, danach lässt es einen aber nicht mehr los!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios, 28. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Es dürfte schwierig werden diese Meisterstück in den nächsten Jahren zu übertreffen. Packend, real, aufwühlend, brutal, traurig, deprimierend, überraschend, manchmal auch ein wenig lustig, fantastische Charaktäre mit unglaublicher Tiefe... Es fällt schwer sich zu entscheiden welche Staffel die beste ist (in meinem Fall ist es wohl die vierte). Nach Möglichkeit sollte man sich allerdings zwingend die Original Fassung in englisch anschauen, ist anfangs etwas schwierig, mit englischen Untertiteln klappt das das aber ganz gut! Definitiv geht - wie immer - mit deutscher Synchronisation viel zu viel an Authentizität und Stimmung verloren...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hut ab vor HBO, 10. Juni 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Was David Chase mit den Sopranos gelungen ist, hat David Simon mit The Wire vollbracht - ein Serien-Meisterwerk, das in seinem jeweiligen Genre Maßstäbe setzt. Bei den Sopranos fesseln den Zuschauer stärker Setting und Charaktere, im Falle von The Wire ist es die extrem differenzierte Beschreibung gesellschaftlicher Zustände, ihrer Ursachen und ihrer Wirkung auf die in ihnen gefangenen Menschen.

Neben der technischen Ausführung der polizeilichen Überwachung beleuchtet Simon jedesmal aufs neue den Prozess der Sammlung und Aufbereitung von Beweisen für die Beantragung der Maßnahmen, das Ringen von Exekutive und Judikative sowie die Lernprozesse beim Einordnen der Ergebnisse. Bisweilen trägt all das die Züge eines Dokumentarfilms, ist aber dennoch spannend und natürlich essenzieller Bestandteil als Rahmenhandlung. In jedem Falle trägt dieses Element die unverkennbare Handschrift des früheren sozialkritischen Polizeireporters David Simon.

Die Sopranos thematisierten, teils auch drastisch, eher primetime-untypische Themen wie Rassismus oder Homophobie. Allerdings spielte sich all das im Mob-Mikrokosmos sowie an seinen Rändern ab. The Wire erforscht dies im viel größeren Maßstab und aus unterschiedlichsten Blickwinkeln, wobei die Beschreibung der Lebenswirklichkeit der hoffnungslos abgehängten, armen Schichten besonders breiten Raum einnimmt.

Deshalb Hut ab vor HBO, denn die Verkaufsaussichten dieser Serie gerade in nicht englischsprachigen Märkten dürften verheerend sein. Bei uns versendet es derzeit ZDF.neo, natürlich in sychronisierter Fassung (die sicherlich perfekt gemacht ist, der Serie aber prinzipbedingt nicht gerecht werden kann). Daher: DVD-Set kaufen und lieber die ganz schwer verständlichen Folgen ein zweitesmal anschauen oder englische Untertitel zuschalten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wireless is out, 1. April 2011
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Absolut gelungene Unterhaltung.
Die realistisch wirkenden Schauplätze, Charaktere, "Sprachen"
und Probleme kommen ganz ohne Langeweile aus.

Die Sprachniveau ist durchaus hoch, aber
Untertitel und wiederholtes Anschauen schmälern
den Spass nicht.

Von jeglichen synchronisierten Versionen rate ich ab.
Die Sprache ist hier wirklich die Hauptzutat für
die Authentizität der Charaktere.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein naturalistischer Filmkunst, 30. Januar 2013
Von 
OldboY - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Nach drei Jahren lief gestern die letzte Folge der fünften und letzten Staffel von "The Wire" über meinen Bildschirm. Am Ende war mir bewusst, dass damit ein großartiges Kapitel Serienunterhaltung sein Ende gefunden hat. Drei Jahre lang wurde ich bestens unterhalten, staunte über die schier unbegreifliche Detailhaftigkeit und die Glaubwürdigkeit der Charaktere, fühlte und litt mit ihnen. Baltimore war mein Mikrokosmos und die "Detail" um McNulty, Freamon, Sydnor, Bunk und Daniels wurden zu guten Bekannten, denen man förmlich nach getaner Arbeit auf die Schulter klopfen und ihnen sagen möchte: "Gute Arbeit, Buddy".

"The Wire" ist an Facettenreichtum und Genauigkeit, insbesondere in der naturalistischen Sprache und der Darstellung der Lebensumstände der "Corner-Boys" unerreicht und vermutlich auch in absehbarer Zukunft unerreichbar. David Simon, der selbst als Journalist und Polizeireporter Monate lang auf den Straßen Baltimores für sein Buch "The Corner", aus dem die Serie entstand, recherchiert hatte, durfte am eigenen Leib erfahren und erleben, wie die mafiosen Strukturen im Drogenstraßenhandel ablaufen und was die Polizei dagegen tun könnte und tatsächlich tut.

"The Wire" gibt eigentlich allen Anlass zur Verbitterung, mit den Politikern, die nur auf die nächste Wahl schauen und sich in der Zwischenzeit die Taschen vollstopfen, mit den Polizeichefs, die sich zum Handlanger der Politik machen und Statistik um Statistik fälschen und mit den "Kingpins", den Marlo Stanfields, Barksdales und Stringer Bells. Doch Verbitterung ist am Ende nicht das was von "The Wire" übrig bleibt; vielmehr erinnern wir uns an die alltäglichen Helden im Kampf gegen den organisierten Mob und den sozialen Verfall dieser, ihrer Stadt. Es gibt sie im Baltimore von "The Wire", die engagierten Lehrer wie Prezbelewski, die moralisch sauberen Polizeichefs wie Daniels, Polizisten wie Freamon und McNulty, die gute, ordentliche Polizeiarbeit machen wollen, jedoch daran durch die verfilzte Politik und die bürokratischen Strukturen gehindert werden. Es gibt den "fallen angel" Bubbles, den geläuterten ex Junkie und "last but not least" den wahrscheinlich komplexesten Charakter der Fernsehgeschichte, den "Robin Hood" und Rächer der Straße Omar Little. Hervorragend und in Tiefe gezeichnete Charaktere, dargestellt von herausragenden Schauspielern, das macht eine gute Serie aus und "The Wire" ist bis zum Platzen voll von davon.

Am Ende, wenn die letzte Klappe gefallen ist, bleiben wir staunend zurück und fragen uns, wie derartig herausragendes Fernsehen möglich ist und warum wir in Deutschland trotz GEZ und Gebührenüberfluss mit "Musikantenstadel" und Serien wie "Um Himmels Willen" und "Unser Charly" abgespeist werden. Die Spiegel-Redakteure Georg Diez und Thomas Hüetlin schreiben hierzu treffend: "Und wenn es zutrifft, dass die großen Serien die Romane unserer Tage sind, dann leben wir Deutschen in einer literarischen Barbarei." Und mit Blick auf die Serie "The Wire" fahren sie fort: "Es sind die großen Stoffe, die sich das amerikanische Fernsehen zutraut".

Im düsteren "Staatsfunkerland" Deutschland bleibt uns folglich nur die aktive Verweigerungshaltung, unterstützt durch den Konsum amerikanischen Qualitätsfernsehens, geschaffen von privaten Fernsehanstalten gegen eine freiwillige Gebühr der Zuschauer statt durch Zwangsgebühren a la GEZ. Der Sender HBO zeigt, wie die Zukunft des Fernsehens aussehen kann. "The Wire" ist dafür ein grandioses, ein monumentales Beispiel.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Serie der Welt, 19. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] (DVD)
Mit welcher Feinheit die Figuren entwickelt werden - gerade auch bei den brutalen - ist unerreicht. McNulty die Suffnase mit Playboy-Depression; Bunk, sein Saufkumpan, in dem manchmal der alte Prediger hochkommt; Stringer Bell, die coole Sau, die einen um den Finger wickelt, bevor sie zur nächsten Gemeinheit ansetzt... Man braucht etwas Geduld um reinzukommen, aber dann ist es ein Dauergenuss mit Suchtpotential.
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The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import]
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