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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harter Stoff in überaus gelungener Blu-ray Umsetzung
Im Gegensatz zu Oliver Stones bekannteren Werken wie PLATOON, WALL STREET oder JFK lohnt es sich, den 1986 entstandenen SALVADOR neu zu entdecken. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte, erzählt aus der Sicht des engagierten Fotoreporters Richard Boyle, hat an Aktualität nichts verloren, betrachtet man die Situation in manchen lateinamerikanischen Staaten...
Veröffentlicht am 13. Februar 2010 von J. Schlachter

versus
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessantes Thema, aber mittelmäßige Umsetzung !!!!
Man liest die Namen Oliver Stone und James Woods und erwartet einen tiefgründigen politischen Film der die Machenschaften der CIA in Südamerika in den 70ern beleuchtet. Ist aber leider nur ein oberflächliches und schlecht geschnittenes Frühwerk von Stone.
Vor 10 Monaten von J. Manz veröffentlicht


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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harter Stoff in überaus gelungener Blu-ray Umsetzung, 13. Februar 2010
Von 
J. Schlachter "Schlachti" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Salvador (Special Edition) [Blu-ray] (Blu-ray)
Im Gegensatz zu Oliver Stones bekannteren Werken wie PLATOON, WALL STREET oder JFK lohnt es sich, den 1986 entstandenen SALVADOR neu zu entdecken. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte, erzählt aus der Sicht des engagierten Fotoreporters Richard Boyle, hat an Aktualität nichts verloren, betrachtet man die Situation in manchen lateinamerikanischen Staaten heutzutage. James Woods liefert die jede Sekunde fesselnde Darstellung eines zunächst unsympathischen, ungehobelt wirkenden Charakters, der nur den schnellen Dollar und billigen Sex in San Salavador zu suchen scheint. Durch die Liebe zur Einheimischen Maria wird er schließlich tiefer in die revolutionären Ereignisse verwickelt, als es ihm und seinem besten Freund Dr. Rock - ebenfalls fantastisch aufspielend: James Belushi - lieb sein kann.

Die Umsetzung des mehr als 20jährigen Streifens ist durchweg gelungen. Naturgemäß darf man nicht das High-Def-Feeling aktueller Produktionen erwarten, was aufgrund des dokumentarischen Stils (und damit unvermeidbar: Filmkörnung) allerdings auch gar nicht notwendig ist. Vielmehr punktet der Transfer durch das saubere, von Verunreinigungen nahezu vollständig befreite Bild, den mit Abstrichen in wenigen Nachtaufnahmen sehr guten Kontrast und insbesondere bei Nahaufnahmen hervorragende Detailfülle. Die ohnehin schwüle Atmosphäre über die gesamte Laufzeit wird durch die einzeln zählbaren Schweißtropfen bei jedem Protagonisten nochmals verstärkt. Die deutsche Tonspur büßt gegenüber dem Original zwar an Dynamik ein, dennoch ist die saubere, jederzeit klar verständliche Abmischung zu würdigen.

Wer nach Ansicht des unbequemen, für permanente Anspannung auf und vor dem Bildschirm sorgenden Filmes noch ausreichend Nerven hat, sich über die wahren Hintergründe sowie die strapaziösen Dreharbeiten zu informieren, findet eine hochinteressante einstündige Doku zum Thema.

Fazit: Das Upgrade zur DVD kann uneingeschränkt empfohlen werden, für alle Fans intelligenter, schonungsloser Politthriller ist SALVADOR ohnehin Pflichtprogramm.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mittelamerikanische Geschichte pur, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Salvador [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Wem Roger Spottiswoodes "Under Fire" gefallen hat, dem möchte ich empfehlen, sich auch mal Oliver Stones "Salvador" anzusehen. Wurde in "Under Fire" eine spannende Handlung über mehrere US-Journalisten während des Freiheitskampfes der Sandinisten in Nicaragua thematisiert, befaßt sich Oliver Stone mit dem Kampf des Volkes von El Salvador gegen die einheimischen Unterdrücker und die dahinter stehenden USA in der Übergangsperiode von Jimmy Carter zu Ronald Reagan. Wieder sind es zwei amerikanische Journalisten, die u.a. Zeitzeugen der Ermordung des Erzbischofs von San Salvador Oscar Romeros am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes wurden, ferner der Verschleppung und Ermordung von vier amerikanischen Nonnen, die ins Land gekommen waren um den Armen zu helfen, durch die Todesschwadrone. Man spürt hautnah den von der Regierung ausgeübten Terror gegen die Bevölkerung, man sieht Berge von Leichen, die von den Todesschwadronen und ihren amerikanischen Hintermännern im Namen der westlichen Freiheit und der einheimischen Bourgeoisie angerichtet wurden. Aber auch die moralische Verkommenheit von Journalisten der Mainstream-Medien, da anstatt kritisch zu berichten sich einen schönen Tag im Schatten der Obrigkeiten machten. Dann die Situation, in der der absehbare Wahlsieg Ronald Reagans Anlaß war, das durch seinen Vorgänger verhängte Waffenembargo aufzuheben, was die Befreiungsbewegung um den schon greifbaren Sieg brachte.

Das alles in einer äüßerst spannenden Rahmenhandlung mit einem glänzenden James Wood als kaputtem Typen und beruflich gescheitertem Journalisten. Kein strahlender Held wie Nick Nolte in "Under Fire".

Wenn ich die Filme Oliver Stones bewerten soll, bekommt "Salvador" einen Platz ziemlich weit oben an der Spitze. Das er sich beim deutschen Publikum nicht durchgesetzt hat, dürfte politische Gründe haben, da er dem Zeitgeist der achziger Jahre entgegen gesetzt war. Immerhin wurde die Videokassetten-Version von dem damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Jürgen Wohlrabe (von Herbert Wehner oft als "Übelkrähe" tituliert) vertrieben. Wer also sehen will, wie unsere Freiheit, die heute unter kriegsähnlichen Bedingungen am Hindukusch verteidigt wird vor einigen Jahren noch in Lateinamerika zur Begründung unmenschlicher Unterdrückung und Grausamkeit herhalten mußte, sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein unterschätztes Meisterwerk!, 5. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Salvador [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Ich kenne kaum einen Film, der die Machenschaften der CIA in Mittelamerika derart entlarvend darstellt. Für alle Interessierten in Weltpolitik: Anschauen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein beinahe vergessenes Meisterwerk auf einer durchschnittlichen Blu-Ray-Veröffentlichung, 6. März 2012
Von 
H. Weisser "Sunny Mars" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Salvador (Special Edition) [Blu-ray] (Blu-ray)
>>> ZUM FILM <<<
Oliver Stone ist bzw. war lange Zeit bekannt dafür, den Finger in die Wunden der US-amerikanischen Seele zu legen und unangenehme oder gar politisch brisante Themen zu verfilmen, man denke nur an die filmische Aufarbeitung einer persönlichen Vietnam-Erfahrung in Platoon oder an seine Interpretation der Geschichte um den Mord an John F. Kennedy JFK - Tatort Dallas.

Noch vor diesen modernen Klassikern ist SALVADOR entstanden. Damals entschied sich Oliver Stone, die US-amerikanische Mittelamerika-Politik gnadenlos zu entlarven. Ein solch heißes Thema hatte in den USA keine Chance auf eine Finanzierung, so dass Oliver Stone gezwungen war, den Film unabhängig mit britischen Geldern zu finanzieren.
Zur Erinnerung: In jener Zeit des kalten Kriegs - lange bevor sich Begriffe wie Islamismus, Osama Bin Laden und Al Quaida ins öffentliche Bewusstsein brannten - stellte der Kommunismus in Augen der USA die größte Bedrohung für die Freiheit der westlichen Welt dar. Und da just zu dieser Zeit gleich mehrere lateinamerikanische Staaten Gefahr liefen, unter kommunistische Herrschaft zu fallen, unterstützten die USA so ziemlich jeden potentiellen Machthaber oder machthabende Regierungen, die sich nur groß genug das Wort DEMOKRATIE auf die Fahnen geschrieben hatten - egal, ob sie diesem Wort auch folgten oder nicht. So flossen unzählige Millionen von US-Dollars in die Region, um den Kampf gegen die kommunistische Gefahr zu unterstützen. Dass die Herrschenden dabei oftmals die Menschenrechte mit Füßen traten und unzählige, unbescholtene Menschen entrechtet, gefoltert und oftmals auch getötet wurden, haben die USA dabei - ob bewusst oder unbewusst - ausgeblendet. Ganz nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Die Folge: Bürgerkriege mit vielen Tausend, zumeist zivilen, Toten.

Vor diesem geschichtlichen Hintergrund ist die SALVADOR-Handlung in El Salvador angesiedelt. Es herrscht Bürgerkrieg und ein US-amerikanischer Journalist versucht, die Hintergründe und grauenvollen Umstände des Bürgerkriegs in dem geschundenen Land, sowie die Verstrickungen der USA darin, aufzudecken.
Wer jemals einen Krieg oder auch nur Ungerechtigkeiten erlebt hat, die Regierungen an einfachen Bürgern verüben, weiß wie sehr das alles schmerzen kann.

Und SALVADOR schmerzt sehr! Die Kamera hält schonungslos drauf, wenn Gräueltaten verübt werden. Schwächere haben keine Chance gegen Stärkere und in der Bürgerkriegssituation mit ihrer konsequent-darwinistischen Auslese, gibt es weder Gerechtigkeit noch Nächstenliebe. Jeder kleine Hoffnungsschimmmer wird zerstört durch Morde, willkürliche Exekutionen, Vergewaltigungen. Erstickt wird die Hoffnung aber auch im Keim durch die US-amerikanische Außenpolitik, die sich zum Helfershelfer jener macht, die das eigene Volk knechten.
James Woods in der zentralen Rolle des Fotojournalisten Richard Boyle war nur noch in ES WAR EINMAL IN AMERIKA ähnlich gut wie in SALVADOR. Er spielt des leicht halbseidene Schlitzohr mit herzensgutem Kern und Drang nach absaoluter Wahrheit absolut authentisch. Jim Belushi und John Savage stehen ihm dabei zur Seite. Beide agieren ebenfalls hervorragend, verblassen aber angesichts Woods' beeindruckender Präsenz.
Das Drehbuch zu SALVADOR beruht übrigens auf einem Buch des richtigen Richard Doyle, der in diesem seine Erinnerungen an die Ereignisse in El Salvador im Zeitraum 1980/81 zu Papier gebracht hat.

>>> ZUR BLU-RAY <<<
Bild (gesehen auf 50 Zoll-Display)
Koch Media macht immer wieder durch höchstens durchschnittliche Blu-Ray-Veröffentlichungen auf sich aufmerksam. Der Anbieter verfügt zwar über HD-Master, scheint jedoch keinen Aufwand in eine Restauration zu stecken. SALVADOR bildet dabei leider keine Ausnahme. Die Qualität schwankt dabei von sehr gut bis schwach. So vernimmt man beinahe durchgehend ein deutliches Rauschen, oftmals treten Unschärfen auf und die Detailauflösung könnte ebenfalls besser sein. Letztlich weist das Bild öfter sichtbare Beschädigungen auf. Insgesamt ein nur durchschnittlicher Transfer. In Anbetracht, dass SALVADOr hierzulande jedoch nie auf DVD erschienen ist, kann dieser Umstand halbwegs verkraftet werden

TON (gehört mit 7.1-Set)
Der deutsche Ton liegt nur in Mono vor. Niemand sollte sich von der Angabe DTS Master Audio 2.0 täuschen lassen. Mono bleibt Mono - egal, ob dies mit dem Zusatz "DTS Master Audio" versehen wird oder nicht. Und dieser Mono-Ton klingt dazu wenig druckvoll und eher dumpf. Zumindest die englische Tonspur liegt in DTS Master Audio 5.1 vor, kann jedoch ebenfalls nicht überzeugen. Eine Räumlichkeit wird kaum erzeugt. Immerhin wird eine Stereofront dargeboten und der Ton klingt deutlich frischer als die deutsche Tonspur. Im Zweifel ist die englische Tonspur der deutschen vorzuziehen.

EXTRAS
Gerade bei einem Film vom Kaliber eines SALVADOR freut man sich über informative Extras. Zumindest hier hat Koch Media vieles richtig gemacht. Oliver Stone steuert einen sehr interessanten Audiokommentar bei und eine sehr interessante Doku mit einer Spieldauer von über einer Stunde liefert interessante Fakten zum geschichtlichen Kontext und der Entstehung des Films. Dazu gesellen sich deleted Scenes und Trailer

>>> FAZIT <<<
SALVADOR muss man gesehen haben - sofern man bereit ist, sich auf einen Film einzulassen, der den Zuschauer eher runterzieht als aufbaut. Drehbuch, Kamera, Schauspieler, Soundtrack - alles ist vom Feinsten! Leider wird die Blu-Ray-Umsetzung diesem brillianten Film nur ansatzweise gerecht. Sowohl Bild als auch Ton bieten deutlich Luft nach oben und nur die Extras überzeugen.
Film: 5 Sterne
Blu-Ray: 3 Sterne
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Medialer Geschichtsunterricht, 1. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Salvador [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Ich habe den Film damals im Kino gesehen. Auf Grund der zeitlichen Nähe zu dem Geschehenem waren die Eindrücke auf mich Mitte der 80er sehr stark und wohl auch prägend. Als ich mir den Film nun nach mehr als 25 Jahren gekauft und wieder angeschaut habe, war positiv beeindruckt. Auf jüngere Zuschauer dürfte er aber wohl kaum noch den Eindruck machen wie auf meine Generation seinerzeit. Dafür häufen sich die Grausamkeiten auf dieser Welt zu stark. Und durch die tägliche multimediale Aufbereitung der Realität wirkt dieses Werk eher zahm. Trotzdem, wer Interesse an jüngerer Geschichte und US-amerikanischer Politik, kommt an diesem Film nicht vorbei. Zu technischer Umsetzung etc., bitte ein Bild mit Hilfe der anderen Rezensionen machen.
Meine Empfehlungen: The Killing Fields, Under Fire, Ein Jahr in der Hölle und Syriana.
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4.0 von 5 Sternen Drecksjob, 3. Dezember 2013
Von 
S. Kluthe "SK" (Wuppertal) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Salvador (DVD)
Ein Film über einen Drecksjob in einer dreckigen Geschichte über eine Revolution und den Versuch der Amerikaner in ihrem Vorhof keinen Roten Satelitten-Staat zu dulden.
Gute schauspielereische Leistung von James Woods, John Savage und Jim Belushi.
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4.0 von 5 Sternen Schwierige Rettung, 26. Juni 2011
Von 
Matthias Haas (Sumiswald Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Salvador [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Amerika gegen Ende der Carter-Präsidentschaft: Der Reporter Richard Boyle (James Woods) hat allerhand Ärger. Seine Arbeiten sind nicht so gefragt, er ist ziemlich unzuverlässig und seine Familie sieht er kaum. Als eines Tages seine Frau mit dem kleinen Kind abhaut, ist er zunächst erschüttert. Doch dann beschliesst er, zusammen mit seinem Kumpel Doctor Rock (Jim Belushi) im Cabrio auf lange Fahrt südwärts zu gehen. Boyle nimmt billigend in Kauf, dass man dabei in El Salvador vorbei kommt, wo gerade Bürgerkrieg herrscht. Zunächst kann er noch auf Beziehungen zurückgreifen, die ihm helfen, sich durchzuschlagen. Doch das Militärregime kennt immer weniger Erbarmen. Wer schon nur verdächtig ist, den Widerstand zu unterstützen, muss um sein Leben fürchten. Schliesslich hängt man der Widerstandsbewegung den Mord an einem Geistlichen an, der sich für Versöhnung und damit gegen das Regime eingesetzt hatte. Während der vom Regime gedungene Auftragsmörder entkommt, wird für Boyle und seine Landsleute der Boden zu heiss. Die US-Regierung taxiert den Umbruch als mögliche kommunistische Revolution und will militärisch eingreifen. Boyle muss fliehen, doch die Grenzen sind dicht. Zudem hat er Fotos dabei, die für das Regime sehr belastend sind. Vielleicht kann ihm noch der abtretende US-Botschafter helfen, doch der Wechsel zu demjenigen der Reagan-Regierung steht unmittelbar bevor.
In seiner 2. Regiearbeit SALVADOR (Hemdale Film Corporation, 1985) betritt Oliver Stone das Feld des politischen Films. Er bezieht sich auf eine wahre Geschichte und stellt diese sehr authentisch nach. Stone lässt die Hauptfigur für sich sprechen und kann das Publikum für diese einnehmen, obwohl die Protagonisten nicht derart sympathisch sind, aber für das Richtige einstehen. Die militärischen Konflikte werden schonungslos dargestellt, und auch mit deren medialer Aufarbeitung befasst sich Stone kritisch. Wer Filme zum Mitdenken mag, ist hier sehr gut aufgehoben.
Auf DVD dauert der Film gut 117 Minuten. Die Special-Edition versucht, ihm gerecht zu werden. Auf der Bonus-Disc gibt es eine interessante Dokumentation (ca. 1 Stunde, mit dt. Untertiteln), in der auch der echte Richard Boyle zu Wort kommt. Ausserdem gibt es zusätzliche und verlängerte Szenen und Trailer. Im "Booklet" gibt es das Wichtigste zum Film in schriftlicher Form. Auf der Film-DVD gibt es einen aufschlussreichen Audiokommentar von Stone, aber leider ohne Untertitel. Zu den Sprachen: wie üblich verliert Koch Media mit der zu dürftigen Auswahl an Sprachen- und Untertitelauswahl den Anschluss ans Optimum. Die Audio-Sprachen sind Deutsch und Englisch (mit recht gut aufbereitetem Ton). Die Untertitel sind nur Deutsch, entweder durchgehend oder als "Inserts".
Fazit: ein packender, unbedingt sehenswerter Film. Wie die Protagonisten zieht sich die DVD nicht unbeschadet aus der Affäre. Das gibt gerade noch vier von fünf Notanrufen beim US-Botschafter und eine Flasche Fusel.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es lohnt sich!, 18. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Salvador (Special Edition) [Blu-ray] (Blu-ray)
Auch wenn einige Szenen aus heutiger Sicht etwas sehr gezwungen und belehrend wirken, so spiegelt dieser Film doch die damalige Zeit und die Zustände in diesem Land sehr gut wieder. Spannend, glaubhaft und in seiner Schonungslosigkeit nicht immer ganz einfach. Aber wer zumindest eine Ahnung bekommen will, wie es damals gewesen ist, sollte sich diesen Film ansehen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Kamera als Waffe, 5. Juli 2010
Von 
Tonio Gas - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Salvador [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Bürger- und Bilderkrieg: Packendes Drama um El Salvador zu Beginn der 1980er Jahre, in dem Regisseur Oliver Stone kongenial Zeitgeschichte und Geschichtenerzählen verbindet und mit James Woods einen überragenden Hauptdarsteller hat. Mehr von mir inklusive kommentierten Screenshots und einem Trailer auf spielemagazin.de/main/brennpunkte/filme-brennpunkt/salvador-dvd/.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Authentisch, aber auch uneben..., 2. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Salvador [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Oliver Stone soll sich am vorzeitigen Ende seiner Karriere gefühlt haben, als er in einer Art verzweifelter, vermeintlich letzter Anstrengung "Salvador" machte, nach einer Tatsachenstory des Journalisten Richard Boyle, der im Film auch die Hauptperson ist. Der beruflich und persönlich abgebrannte Reporter Boyle fährt mit einem ebenso abgeleuchteten Freund Anfang der Achtziger nach El Salvador, wo er in besseren Zeiten mal eine preisgekrönte Reportage gemacht hat und deshalb hofft, noch einmal erfolgreich zu sein; außerdem ist das Leben dort billig und er hat da noch eine Freundin. Er kommt in ein Land im Bürgerkrieg, in dem es jeden Moment zu Gewalttätigkeiten kommen kann (und immer wieder kommt), durch Soldaten, Todesschwadrone, Aufständische oder einfach nur durch ein paar Besoffene. Die Darstellung des Dritte-Welt-Landes kurz vor dem kompletten Chaos gelingt Stone unerreicht gut (wer mal in einem gelebt hat, wird es bestätigen), und auch die der Gefahr, die dort gerade von Uniformierten ausgeht. Uneben (sozusagen) wird der Film, wo Stone Zeitgeschichte einmischt und seine Hauptfigur die US-amerikanische Außenpolitik kritisch kommentieren lässt: hier spricht der Regisseur mit empört erhobenem Zeigefinger und hätte es garnicht nötig gehabt.
Der Hauptdarsteller James Woods ist als Schauspieler eine Klasse für sich und läuft in "Salvador" zu Hochform auf; er hat keine Probleme damit, einen schon fast unsympatisch verkommenen und mitleiderregenden Schwächling und Opportunisten zu spielen. Wie sich seine Figur Boyle einmal aus einer Lebensgefahr herausschleimt durch maximales Anschmiegen an seine Peiniger, das ist geradezu schmerzhaft anzusehen, aber große Schauspielkunst. James Belushi als Boyles Reisebegleiterfreund ist einfach James Belushi, das kann er am besten und so mögen wir ihn. Boyles salvadorianische Freundin heißt natürlich María und wird von Elpidia Carillo gespielt; für eine kurze Zeit war sie Hollywoods Allzweck-India und hat z.B. mit Jack Nicholson (in "The Border") und Arnold Schwarzenegger (in "Predator") gearbeitet. Wer als Kleriker, Arzt, "Helfer", Journalist oder sonst etwas nach Mittelamerika geht, sollte sich vorher diesen Film ansehen, auch wenn er 1985/86 entstanden ist. Die Verhältnisse dort haben sich nicht wesentlich gebessert.
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Salvador (Special Edition) [Blu-ray]
Salvador (Special Edition) [Blu-ray] von Oliver Stone (Blu-ray - 2010)
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