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am 28. November 2009
"Deutschland09" - Dirk Wilutzky, Verena Rahmig und der NDR haben dreizehn bekannte deutsche Regisseure versammelt, um ebensoviele Stellungnahmen zur Lage der Nation einzuholen. Bei den Dreharbeiten von August bis November 2008 entstanden trotz Weltwirtschaftskrise äußerst vielfältige Antworten.

Dany Levy bringt in "Joshua" konstruiertermaßen einen Psychiater dazu, einem depressiven Juden ein Medikament zu verschreiben, das diesen halluzinieren, die Welt um ihn sich in beklemmende Fröhlichkeit verwandeln lässt; originelle Szenen, aber nicht wirklich schlüssig verbunden. Hans Weingartner dreht in "Der Gefährder" eine wahre Begebenheit um einen politisch aktiven Wissenschaftler, der völlig unschuldig in die Mühlen von Überwachungsstaat und SEK gerät. Silke Enders' "Schieflage" ist ein Dokument der Überfordertheit mit Krankheit, Alltag, Kindern - leider ebenso überfordert erzählt. Fatih Akin filmt in "Der Name Murat Kurnaz" einfach das SZ-Interview des ehemaligen Guantanamo-Häftlings nach; er setzt es unreflektiert, als pure Anklage ins Bild. Dominik Grafs Antwort auf die Deutschlandfrage, "Der Weg, den wir nicht zusammen gehen", ist ein schönes Potpourrie der Großstadtbrache, unterlegt mit poetischer, symbolschwerer Prosa. Nicolette Krebitz bringt in "Die Unvollendete" eine sechzehnjährige Autorin mit Ulrike Meinhof und Susan Sontag im Alter von 36 zusammen, konstruiert ein Was-wäre-wenn um Kunst, Gesellschaft und Revolte.

"Feierlich reist" Benno Fürmann im Auftrag Tom Tykwers als Jungmanager um die Welt, um in immer gleichen Flughafenhallen, Hotels und Meetings zunehmend durchzudrehen. "Eine demokratische Gesprächsrunde zu festgelegten Zeiten" animiert Grundschüler in München dazu, demokratisch Lösungen für Streits zu erarbeiten; angesichts des ausgewählten Themas Ballabgeben beim Völkerball ist leider nur die Darstellerin der Lehrerin wirklich überzeugend. In "Fraktur" schickt Hans Steinbichler Josef Bierbichler als Speditionsbesitzer vom Obersalzberg in die FAZ-Redaktion, wo dieser aus Empörung über das modernisierte Layout Amok läuft. "Ramses" ist ein altgedienter, iranstämmiger Bordellbesitzer, den Romuald Karmakar einfach nur erzählen lässt; er tut gut daran, denn der Mann gibt auf seine spitzbübische Art unglaublich Skurriles zum besten, verheddert sich sympathisch in bizarrem Schweinkram, über den er der Vergangenheit nachtrauert.

In "Seance" verfrachtet Christoph Hochhäusler die Menschheit auf den Mond, beraubt sie ihrer Erinnerungen; nur eine Frau, die "Deutschland" in den Staub schreibt, zeigt noch eine menschliche Regung. Hochhäusler erzählt es als Bildermosaik vergessener Gegenstände, begleitet von einer wuchtigen Erzählstimme; leider ein Kunstfilm, bei dem die Form den Inhalt erdrückt. Wolfgang Beckers "Krankes Haus" ist der Höhepunkt dieser Kurzfilme, eine völlig überdrehte Groteske, in der die Krankheit von Gesellschaft und Individuum in einem detailreichen Horrorszenario verschmelzen; ein zeitgemäßes Update von "Schöne neue Welt" bzw. "1948". Dieses Stück alleine lohnt die DVD. Danach fällt es schwer, sich noch auf Angela Schnalecs "Erster Tag" einzulassen - dunkle Morgenbilder einer Flusslandschaft, dazu ein poetischer Text über Sehnsucht, die Monotonie des Alltags und den ewigen Kreislauf der Dinge.

Mit Ausnahme von Wolfgang Becker haben die weniger ambitionierten Regisseure die Nase vorn, weil sie sich nicht in bedeutungsschwangerer Symbolik und erdrückender Sprache verlieren. Auch sind die später gezeigten Streifen insgesamt deutlich gelungener. Die Vielzahl der Antworten auf die Deutschlandfrage zeigt vor allem eines: die Vielfalt des Landes - wenigstens und immerhin seiner Wahrnehmung durch die Filmemacher.
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am 11. August 2014
Es ist sechs oder sieben Uhr durch, genau die Stunde, wo wir Deutschen noch zu wissen glauben, was Normalität ist. Oda hat ihr Kinderzimmer verlassen und steht allein in der Ess- Küche. Ihr Bett ist noch ungemacht. Wie so oft ist Odas Mutter noch nicht vom Nachtdienst zurückgekehrt, während Oda selbst bald auf dem Weg zur Schule sein wird. Am Telefon erhält sie von ihrer Mutter die letzten Instruktionen. Ein Linienbus wird Oda bald mitnehmen + in Schulnähe absetzen *****Erster Tag***** von Angela Schanelec.................

Joshuas Vater, Alleinerzieher, Typ Kulturredakteur, soll kein gebeuteltes Schaf mehr sein. Sein Nervenarzt hat ihm ein (Natur)- Heilmittel verschrieben, damit er das ewige Schwarzsehen lässt. Ob es sich nun um ein Placebo handelt oder nicht, immer wieder holt der fantastische Fatalismus des besorgten Vaters die tatsächliche oder vermeintliche Wirkung des Mittels ein. Die Sorge ist einfach zu groß, Joshua könnte die Schranken der Normalität durchbrechen und wie dereinst der fliegende Robert deutsche Anti- Geschichte schreiben (*****Joshua***** von Dani Levy)............

*****Der Name Murat Kurnaz***** von Fatih Akin bringt Neuigkeiten vom "Bremer Taliban", der vier Jahre lang unschuldig in Guantanamo einsaß. Das Kurzfilm- Interview dokumentiert K.'s Haltung dazu Jahre später. Murat K. findet es immer noch unverzeihlich, wie wenig sich der damalige Chef des Bundeskanzleramts für ihn eingesetzt hat.............

Helene Hegemann, eine Berliner Jungautorin, spinnt sich eine private Begegnung mit Susan Sontag und Ulrike Meinhof aus. Es ist Sommer 1969. Die Befreiungs-Aktivistinnen können mit Helenes frühen Grunge- Gedanken nichts anfangen und verschwinden wieder aus ihrem Leben (*****Die Unvollendete..........***** von Nicolette Krebitz). Die Film- Kopien von Susan Sontag und Ulrike Meinhof (, in s/w wie der ganze Kurzfilm,) sind sehr gelungen. Helene lernt u.a., dass ihre Idole von einst als erziehende Mütter zumindest zeitweilig genau so ortsgebunden lebten wie viele andere Frauen auch...........................

Junge Menschen aus Problemvierteln leben manchmal wie ausgesperrt und an den Rand gedrängt. So auch die Jugendlichen dieser privaten "Suppenküche", die Besuch von einer Fernseh- Journalistin bekommt. Dieser Kurzfilm, der Grenzen verschiebt, zeigt, wie der Leiter der Küche, die nur eine Not- Lösung ist, um die "richtigen" Worte ringt. Es geschehen kleine Grenzfälle von Unachtsamkeit oder Vandalismus. Alles wirkt aber unheimlich echt und ehrlich und nimmt der Schieflage den Ort, wo sie sich dingfest machen ließe. So steht auch die Fernseh- Journalistin einen Moment lang hilflos vor ihrer Tochter, als sie es ablehnt, sich an ihrem Geburtstag von ihr zur Erinnerung aufstellen zu lassen (*****Schieflage***** von Sylke Enders).....................

*****Den Weg, den wir nicht zusammen gehen***** von Dominik Graf und Martin Gressmann dokumentiert den schleichenden Um- Bau im augenfälligsten Sinn des Wortes, das in Wort + Bild + sehr aus der Sicht der Filmemacher, die gerne in leerstehenden Gebäuden mit Spuren von Leben an den Wänden oder anderswo arbeiten. Einstmals prächtige, große Wohnhäuser, die jetzt sanierungsbedürftig sind und leer stehen, markieren den Weg. Der Blick fällt auf die matt- silbernen Messing- Schilder einer Klingelanlage. Sie tragen die Namen osteuropäischer Einwanderer, die hier noch wohnen oder gewohnt haben. Daneben die Entstehung des neuen Berliner Hbfs als Beispiel für die Gentrifizierung der Innenstädte, die ganze neue "gläserne" Architektur und Schein- Transparenz....................

*****Fraktur***** von Hans Steinbichler huldigt der Tatsache, dass die "FAZ" in 2007 schlagartig ihr Layout wechselte. Die Front- Seite mit Schlagzeile + Foto wirkte jetzt ebenso peppig wie die Erste der "WAZ", der "Ruhrnachrichten" oder tausend anderer Presse- Organe. Für Steinbichler Anlass unter anderen, einen Großunternehmer aus Oberbayern zu erfinden. Seine Kurzfilmsatire dreht die Bewegung um. Der Großspediteur spielt nicht nur den Rächer, indem er seine ganze Belegschaft mobilisiert, um die Tages- Auflage der "FAZ" aus dem Verkehr zu ziehen und wegzuplanieren. In seiner maskierten Wut bahnt er sich sogar den Weg in die Konferenzräume des Frankfurter Presse- Organs selbst................

*****Eine demokratische Gesprächsrunde zu festgelegten Zeiten***** von Isabelle Stever nimmt Bezug auf den landesweiten Medienrummel um eine Berlin- Neuköllner Hauptschule mit hohem Ausländeranteil und angeblicher Randale. Im Film will der 8jährige Marko nicht länger Völkerball spielen, nachdem ein türkischer Mitschüler ihn als "Loser" bezeichnet hat. Seine Klassenlehrerin, die sich als Integrations- Beauftragte versteht, manipuliert die Beratung des Klassenrats, indem sie dem Mitschüler eine Eintragung ins Klassenbuch androht. So entfallen Markos Argumente, um sich beim Schulsport vorerst am Rand halten zu können. Eine unbefriedigende Lösung, denn was ist eine demokratische Gesprächsrunde unter jungen Schülern wert, wenn diesen das Recht auf ihre eigene, keineswegs ungezügelte Initiative abgesprochen wird. Markos türkischer "Gegenspieler" sollte zudem nicht den Eindruck gewinnen, an der Schule müsse er über alles schweigen, was ihm nicht gefällt................

Ein mögliches Terror- Daten- Opfer: In *****Gefährder***** von Hans Weingärtner wird ein Hochschuldozent wie ein Terrorist in seinen eigenen vier Wänden von einem Einsatzkommando der Polizei überrascht und drangsaliert..................

Ein Werbemanager namens Fröhlich könnte eigentlich fröhlich sein, so wohlvertraut ihm die Dinge der globalen Welt sind, die er ständig durchreist, aber das Lächeln der Stewardessen kann ihm keine Sicherheit geben, ob die Wohlfühlwelt vor seinen Augen wirklich echt und existent ist. Wird Fröhlichs Frau diese Sicherheitslücke schließen, wenn er wieder daheim ist? ( *****Fröhlich reist***** von Tom Tykwer)...................

*****Ramses***** von Romuald Karmakar wirkt wie ein später Hohn auf das lange Gedicht, das wieder kurz werden sollte: Der 66jährige Türke erzählt, was in seiner Berliner Nachtbar alles so abging, und das ist, vor der Kamera jedenfalls, alles andere als lustig.......................

Mit *****Krankes Haus***** ist es Wolfgang Becker wie keinem anderen gelungen, die Temperamente zu versammeln, Pleghma und Cholera zwischen Kür- Übungen in Neo- Philie und volkstümlerischer Lüsternheit ........................

.*****Séance***** von Christoph Hochhäusler befasst sich thematisch mit den mal abgeschatteten, mal abgeschotteten Sedimenten unserer Geschichte.......... Auf der erdabgewandten Seite des Mondes hat sich die Menschheit eine tapfere neue Welt geschaffen. In täglichen Séancen wird den ehemaligen Erdbewohnern die Erinnerung an Herkunft und Vergangenheit ausgelöscht. Eine Frau, die sich der neuen Gehirnwäsche nicht unterziehen will, verlässt die Kolonie und schreibt das Wort "Deutschland" in den zähen Mond- Staub......................

Eine famose Compilation auf DVD........Die Kurzfilme lassen sich alle einzeln anwählen...... Ein EXTRA- Booklet rundet die Sammlung noch ab.......Auf 16 Hochglanz- Seiten erzählen die Autoren von sich und ihren Film- Ideen........Bis jetzt konkurrenzlos!!!
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am 18. Oktober 2014
Sehr lehrreich und interessant, besonders für Studenten und Schüler. Benutze ich in meinen Kursen. Auch sehr abwechslungsreich. Kann ich allen empfehlen!
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am 15. Dezember 2010
how important it is to have such vision in cinema nowdays, as if some "spirit" was coming back... should be about time...will we react before it all start again (or maybe it never ended...) ? Herbst oder Winter, mit Glük werden wir aufwachen to a new Spring, if there are voices, as those, to let us not fall asleep...
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