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8 Jahre hatte der selbsternannte "Präsident auf Lebenszeit" - Idi Amin Zeit, um Ugandas Bevölkerung zu dezimieren - die Zahl seiner Opfer wird auf 100.000 bis 500.000 geschätzt... - politische Gegner wurden gnadenlos aus dem Weg geräumt... - alleine der Hauch eines Verdachtes genügte und man verschwand von der Bildfläche... - das Volk blutete über die Jahre hinweg aus, menschlich und wirtschaftlich... - der Westen hatte zugeschaut, nichts unternommen, wie so oft, wenn in Afrika die Ungerechtigkeit zum Himmel stinkt!

In diesen Sog von Luxus, Macht, Paranoia, Gewaltexzessen, Elend, Verrat und zunehmender Hoffnungslosigkeit gerät der junge Arzt Nicholas Garrigan - direkt nach dem Medizinstudium hat es ihn freiwillig nach Uganda verschlagen - in der Hoffnung den Menschen dort helfen zu können, gerät er nach kurzer Zeit in den Focus des durch Putsch an die Macht gelangten Idi Amin - dieser vereinnahmt den jungen Mediziner komplett für sich, Nicholas blendet alle Ungerechtigkeiten aus - bis er eines Tages persönlich zu spüren bekommt, was es bedeutet eine eigene Meinung gegenüber dem allmächtigen Boss haben zu wollen....

Die Folterszenen verlangen dem Zuschauer starke Nerven ab - ist lange her dass ich mir bei einem Film die Hand vor Augen halten musste...

In der Hauptsache ist es die düstere Stimmung, die den Film so fesselnd macht - wenn ich alleine an den irren Blick von Forest Whitaker (in der Rolle des Diktators) denke, bekomme ich Gänsehaut!

Whitaker hat für seine Leistung völlig verdient den Oscar erhalten.
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am 10. September 2007
Die Geschichte des üblen Freibeuters Idi Amin wird hier insofern klug aufbereitet, als es gelingt das Opfer der Verführung durch den Demagogen und Charismatikers Amin, also den Westen, in Form des jungen Arztes -gespielt von James McAvoy - ein Gesicht zu geben. Jung und unerfahren fährt er nach seiner Promotion zum Dr. med. nach Uganda, um hier Abenteuer zu erleben und kommt, ehe er sichs versieht, als Leibarzt von Idi Amin wieder zum Vorschein. Anfangs geblendet von Stellung und Privilegien und umschmeichelt von Idi, aber auch vom lokalen Repräsentanten des British Empire, dämmert ihm so nach und nach, dass der vordergründig unberechenbare, aber freundliche Idi eine Bestie in Menschengestalt ist. Minister verschwinden, Gegner werden umgebracht, der junge Arzt selbst merkt zunehmend die Paranoia des Diktators. In letzer Sekunde gelingt ihm, nach einer filmisch grausig realistisch aufbereiteten Folter, die Flucht nach Europa. Übrigens im Rahmen der Befreiung der Geiseln der historischen Flugzeugentführung in Entebbe. Etwas plump, aber ganz originell in den Handlungsstrang eingearbeitet, übrigens. Was kurz kommt ist das Ausmaß der Greueltaten, aber diese genauer zu beschreiben ist vielleicht nicht notwenig, es reicht auch so. Erschüttert erkennt man jedoch, wie leicht es Typen vom Zuschnitt eines Idi Amin haben, die Massen zu verführen, den einzelnen einzulullen, ohne das er es merkt, bis er sich wiederfindet in den Fängen der Macht. Ausgezeichnet agieren die Hauptdarsteller, wobei mich James McAvoy fast noch mehr beeindruckt hat als Forrest Whittaker. Spannender Plot, gedreht an Originalschauplätzen, gut geschnitten. Enttäuschend das "Making of" und das historische Doku-Material. Gerade über Amin sind die Archive voll!! Und das "Capturing of Idi Amin" - frei übersetzt "Das Phänomen Idi Amin verstehen" mit "die Gefangennahme von Idi Amin" übersetzt wird, sollte im Profi-Filmgeschäft nun wirklich nicht vorkommen! Trotzdem 5 *****
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Mit "Der letzte König von Schottland" schuf Regisseur Kevin MacDonald einen weiteren filmischen Höhepunkt zum Thema Afrika.

Anders als bei vergleichbaren Filmen der letzten Jahre wie "Der ewige Gärtner", "Hotel Ruanda" oder "Goodbye Bafana" stehen bei diesem Werk die Thriller-Elemente weitaus deutlicher im Vordergrund. Der Film ist durchweg enorm packend und mitreißend inszeniert, sodass keine Sekunde Langeweile entsteht.

Die fiktive Geschichte des jungen schottischen Arztes Nicholas Garrigan, der in Uganda zum Leibarzt des Diktators Idi Amins ernannt wird, ist dramaturgisch perfekt erzählt und erlaubt dem Zuschauer ein hohes Maß an Identifikationspotential.

Doch das Herz des Films ist ganz eindeutig Forest Whitaker, der in der Rolle seines Lebens als Idi Amin dermaßen brilliert, dass es einem die Sprache verschlägt. Whitaker, der sowohl in Filmen als auch in der Öffentlichkeit immer einen enorm sanften und gutmütigen Eindruck macht, verschwindet in dieser Rolle, die ihm auch einen Oscar und so gut wie alle Preise diverser amerikanischer Kritikerverbände bescherte, völlig. Eigentlich gibt es keinen Moment, in dem man, wie bei den meisten Darstellern etwa an frühere Darstellungen erinnert wird, man sieht einzig und allein nur noch diese beeindruckende Erscheinung von Mensch namens Idi Amin. Für diese Hingabe für die atemberaubende Performance muss man Whitaker enormen Respekt zollen. Er ist sogar präsent, wenn er auch nicht in einer Szene auftritt, es herrscht eine regelrecht latente Hochspannung.

Durch die Regie und natürlich vor allem durch Whitaker wird der Zuschauer ebenso wie Garrigan, der viel jugendlichen Elan und Abenteuerlust versprüht, manipuliert. Es entwickelt sich eine regelrechte Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann.

Die Erscheinung Amins kann man nur als faszinierend bezeichnen: Im einen Moment ist sein Charme und seine Freude unglaublich ansteckend, im nächsten Moment kann er sich in ein unberechenbares, tobendes Monster verwandeln, das einen erschaudern lässt. In der ersten Hälfte des Films überwiegt diese menschliche, charmante Seite Amins, wodurch man als Zuschauer permanent bei seinen Auftritten ein Grinsen auf dem Gesicht hat. Es ist ohne Probleme nachvollziehbar, wie Amin, der gut 300.000 Menschenleben auf dem Gewissen hat, sein Volk mitreißen und an die Macht kommen konnte. Auch heute ist er in Uganda teilweise noch populär.

Nur selten blitzt zunächst seine Unberechenbarkeit auf, doch im Verlauf des Films driftet der berüchtigte Diktator immer mehr in den Wahnsinn ab. Diese erschreckende Erfahrung, die Garrigan im Film macht, wird dem Zuschauer spürbar gemacht. Seine ausweglose Situation, die immer bedrohlicher wird, sorgt für ein Höchstmaß an Beklemmung.

Die Filmemacher scheuten auch nicht vor expliziter Gewaltdarstellung zurück, die so manchem wohl heftig auf den Magen schlagen wird. Viele Bilder in "Der letzte König von Schottland" sind nur schwer verdaulich und bleiben dem Zuschauer im Gedächtnis.

Es gibt zudem vereinzelt typische Suspense-Elemente, die den Film sehr spannend machen, doch am bemerkenswertesten ist, wie bereits erwähnt, die Spannung, die allein durch Antizipation erweckt wird. Man wartet immer regelrecht auf den nächsten Auftritt Whitakers.

Eine weitere sehr positive Überraschung ist der eigentliche Hauptdarsteller James McAvoy, der Garrigan spielt. Wenn seine Performance nicht so enorm glaubwürdig wäre, würde der Film darunter entscheidend leiden, denn er ist letztendlich die Identifikationsfigur des Streifens.

Ansonsten ist der Film zudem sehr atmosphärisch, durch das Drehen an Originalschauplätzen in Uganda wird ein absolut überzeugendes Bild der damaligen Geschehnisse dargeboten.

Leider trägt die ansonsten sehr gute Musik hin und wieder ein wenig zu dick auf und die fiktiven Elemente werden eventuell zu einem gewissen Zeitpunkt zu stark einbezogen, wodurch "Der letzte König von Schottland" nicht ganz die Höchstwertung erhält.

Aber nichtsdestotrotz wurde hier ein pulsierendes Stück Kino erschaffen, das bei weitem nicht nur Afrika-Liebhaber begeistern sollte.
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am 14. Juli 2008
Ein (fiktiver) junger schottischer und abenteuerlustiger Arzt, Garrigan, fährt nach seinem Abschluss nach Uganda, um dort in eimem Dorfkrankenhaus zu praktizieren und etwas "Weltluft" zu schnappen. Durch eine Zufallsbegegnung fällt er dem frischgebackenen Diktator Idi Amin auf, den er durch seine naßforsche und selbtssichere Art beeindruckt.

Nach kurzem Überlegen nimmt er die angebotene Stelle als Leibarzt an und wird von da an in die Welt seltsamer Machtausübung verstrickt, die Amin praktiziert. Warnungen, die er von Landsleuten zu hören bekommt, weist er ziemlich großspurig zurück.

In seinem jugendlichen Überschwang genießt er seine neue Tätigkeit und den damit verbundenen Luxus, bestärkt durch Amin, der sich ihm als Vaterfigur anbietet und ihn immer wieder als "Berater" aufwertet. In Laufe der Zeit verstärkt sich jedoch die Paranoia Amins, der überall Feinde wittert. Dummerweise verpasst Garrigan den richtigen Zeitpunkt der Distanzierung und wird durch sein Vertrauen sogar zum Denunzianten und somit mitschuldig an den Verbrechen des Diktators. Erst als man ihm seinen Pass wegnimmt, merkt er, dass es fast zu spät ist. Sein Schicksal ist so gut wie besiegelt, als er sich mit einer der Frauen von Amin einlässt.

Die fiktive Person Garrigan ist als Platzhalter für den Zuschauer zu verstehen, der sich fragen sollte, wie er sich selbst verhalten hätte.

Was hier gezeigt wird, ist eine Beziehungsstruktur, deren Schwerpunkt Garrigan anfangs nicht verstehen kann. Er betrachtet sich als Gewinner in einem Spiel, das für ihn schon verloren ist. Fühlt sich Garrigan aufgrund seiner mangelnden Lebenserfahrung geschmeichelt, wird er stattdessen von Amin nach Strich und Faden manipuliert und verführt. Er verschließt die Augen so lange, bis er fast nicht mehr entkommen kann und sich mitschuldig an den Verbrechen des Diktators gemacht hat. Garrigan denkt letztlich an die kurzfristige Befriedigung seiner Bedürfnisse und ist dadurch das Spiegelbild der naiv-weißen Kultur im Umgang mit Staaten wie Uganda. Est als er selbst "am Haken hängt" liegt, wird ihm bewusst, dass er von Anfang an verloren hatte.

Gleichzeitig wirkt Garrigan dennoch sympathischer als das lauernde westliche Diplomatenpersonal, das anscheinend von vornherein wesentlich mehr Hintergründe kennt, ohne jedoch ehrliche Konsequenzen aus diesem Wissen zu ziehen, dabei Garrigan erst benutzen will und ihn letztendlich hängen lässt. Dieses Fäden ziehen im Hintergrund wirkt unangenehmer als die Schuld Garrigans, weil Garrigans Schuld am Ende eine reflektierte und eingestandene Schuld ist.

Amin selbst wird dargestellt als unbekümmerter Schlächter, den man in vielen Situationen fast mögen kann, solange man fähig ist, nicht wahrzunehmen, was er anrichtet. Er ist der klassische Verführer, der so naiv wie er selbst scheint, die Naivität der anderen ausnutzt und dazu einlädt, ihn zu unterschätzen.

Ein durchaus bemerkenswerter Film, der das Wechselspiel zwischen Verführung und verführt werden wollen, hervorragend auf die Leinwand bringt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die beliegende Dokumentation, wo einige Landsleute von Amin aus ihrer anhaltenden Begeisterung für den ehemaligen Dikator kein Geheimnis machen.
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TOP 500 REZENSENTam 17. September 2007
...schon korrumpiert.
der junge arzt nicholas garrigan kommt 1971 nach uganda um dort zu helfen.
zufällig lernt er den neuen machthaber idi amin kennen, der ihn auch gleich zu seinem leibarzt macht.
er lernt dessen familie kennen und wird mit wohlwollen und geschenken überhäuft und steigt schon bald zu amins berater auf.
bis dahin ist der film recht harmlos und man denkt sich, so hätte ich auch gehandelt. amin gibt sich als charismatischer best friend und grosszügiger präsident seines landes.
aber dann, nach einem anschlag wird zum erstenmal deutlich wer idi amin wirklich ist. ein wahsinniger diktator der sein land mit terror überzieht.
die spirale aus blut, angst und leid beginnt sich zu drehen.
ich kann jedem nur empfehlen sich diesen film anzuschauen, forest whitaker spielt amin so gekonnt und eindringlich, das einem ein kalter schauer über den rücken läuft.
mehr möchte ich nicht verraten denn dieser film sollte unvoreingenommen gesehen werden.
unbedingte kaufempfehlung.
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am 9. April 2008
Zwar ist diese fiktive Geschichte schon sehr weit von den tatsächlichen Geschehnissen in Uganda entfernt, jedoch besticht der Film durch seine Schaupieler, Schnitt und Kamera ziehen in den Bann, geben einem beinahe das Gefühl selbst Zeuge dieses Schauspiels zu sein. Als der Gedanke aufkeimt warum Nicholas so unklug ist und nicht nach Schottland zurückkehrt sieht man ihn im eben nächsten Moment seine Ausreise organisieren. Whitaker ist einfach brilliant, aber auch das Schaupiel aller anderen Beteilligten lässt einen glaubhaft erscheinen was im ersten Moment so bizarr wirkt: Ein Ausländer, noch dazu kein Polikiker, als engster Berater eines Regierungschefs.
Kurz und Knapp: der Film ist großartig. Absolut sehenswert. Und für all die Kritiker die dem Film schlechte Noten gegeben haben weil er historische Begebenheiten verfälscht - die Authenzität liegt in den Charakteren bei einem Film, nicht im Drehbuch allein. Es geht um Emotionen, Naivität, die Arroganz von Ausländern, der Film will vielleicht auch begreiflich machen dass Afrika ein fremder, ein sehr fremder Kontinent ist und wie oftmals auch im Nahen Osten glauben wir Europäre oft die ganze Welt ticke wie der "Westen". Armut ist immer verknüpft mit Unterdrückung, wo geringe Bildung herrscht, Hunger und Arbeitslosigkeit, da sind solche Greultaten keine Seltenheit.
Am Ende birgt jedes geschichtliche Ereignis eine subjektive Wahrnehmung. Ich für meinen Teil habe mich danach sofort hingesetzt und nach den tatsächlichen Geschehnissen gegoogelt. Wie es bei jedem Film sinnvoll wäre. Schließlich nennst sich der Film ja auch keine Dokumentation.
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am 25. Mai 2016
Ein Gruselfilm so ganz ohne Monster oder Zombies. Nur ein Teufel spielt mit. Und wer mit dem frühstückt, braucht bekanntlich einen langen Löffel. Forest Whitaker als Idi Amin: einfach nur brillant. Gehört für mich zusammen mit Hotel Ruanda und Blood Diamond zu meiner persönlichen Afrika-Trilogie, die zeigt, wie abgrundtief schlecht der Mensch werden kann, wenn die Umstände ihn dazu treiben oder dies zumindest begünstigen. Wer hat Afrika so abscheulich gemacht? War es wirklich der Kolonialismus der Europäer? Oder ist es der Kapitalismus der Jetztzeit? Oder ist es - ernst gemeint - das Klima? Oder alles zusammen? Oder ist Afrika am Ende gar nicht so abscheulich? Na ja, die aktuellen Flüchtlingsströme sprechen jedenfalls eine eindeutige Sprache.
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am 3. August 2007
Die Uganda Story fängt für den jungen schottischen Arzt relativ belanglos bzw. beschaulich an und erinnert an die Karriere des kleinen Mannes vom Tellerwäscher zum Millionär.

Er wird völlig überraschend vom neuen Präsidenten als Leibarzt verpflichtet, nachdem er ihn bei einem relativ belanglosen Verkehrsunfall mit seiner Entschlussfreudigkeit beeindrucken konnte.

Der Präsident scheint ein väterlicher Freund und großer Gönner.
Nur langsam ahnt der junge Arzt, dass die locker - leichten Auftritte des Präsidenten in der Öffentlichkeit nur gespielte Show sind.
In Wirklichkeit steckt ein geistig zurückgebliebener, infantiler und grausamer Despot hinter der medienfreundlichen Maske, der Kritiker und angebliche Verräter hinterrücks beseitigen lässt.

Das Finale des Films erinnert stark an beste Top - Thriller und ist nichts für schwache Nerven.
Die Hauptdarsteller sind in Höchstform und der Oscar für Forest Whitaker ist mehr als verdient.
Klasse Streifen !
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am 2. September 2007
Im weithin gefeierten "Der Untergang" wurde Hitler ent-dämonisiert und somit endlich der Weg bereitet für eine neue Diskussion fernab aller Rechtfertigungsversuche mit diesem abgelutschten Ein-Mann-Monster-Diktator-Mythos. Das gleiche wurde hier ebenfalls mit einem der übelsten Männer des 20. Jahrhunderts versucht (und ich verstehe nicht, warum hier einige Rezensenten diese Vorgehensweise verwerflich finden). Dank eines ebenso talentierten Hauptdarstellers ist der Versuch einer kritischen Aufarbeitung durchaus gelungen.
Dass man dafür eine völlig fiktive Geschichte um einen schottischen Arzt am Hofe des Diktators als Vehikel brauchte, wirkt auf den ersten Blick kontraproduktiv bei einem solchen Thema. Aber dank einer solchen in filmischer Hinsicht notwendigen Identifikationsfigur, die die widersprüchlichen Emotionen des Zuschauers widerspiegeln hilft, wird einem die verführerische Nähe zu echter Macht und die daraus resultierenden schrecklichen Konsequenzen begreiflicher.

Denn genau das ist das Thema des Films. Wie gelingt es solchen rückblickend betrachtet monströsen und grausamen Menschen wie eben Hitler, Idi Amin, Stalin, Pol Pot und wie sie alle heißen, ganze Menschenmassen zu begeistern? Wie leicht es einem fallen kann, als anfänglicher Idealist die mit dieser Macht einhergehenden Gräueltaten mit der Zeit auszublenden und sich somit mitschuldig zu machen, versucht dieser Film darzustellen.
Es gibt Momente, da wirkt das Ganze aber schon ein wenig zu konstruiert. Die Affäre mit einer von Amins Frauen nimmt man so nicht ganz hin. Obwohl ihr in der Realität das gleiche grausame Schicksal blühte, wirkt es im Film etwas aufgesetzt.

Ansonsten ist der Film sowohl als Polit-Drama als auch als Thriller sehr gelungen und dank eines genialen Forest Whitaker, der die extremen Stimmungsschwankungen und die zunehmende Paranoia überzeugend darstellt, bleibt es bis zu letzten Minute extrem spannend.

Die Extras sind ein wenig dürftig ausgefallen. Bei solch einem Thema hätte eine Doku das ganze noch vertiefen können. Die als Doku angekündigte "Gefangennahme Idi Amins" sorgte bei mir zunächst für etwas Verwirrung, weil ich mich trotz glühender Synapsen nicht daran erinnern konnte, das Amin jemals festgenommen wurde (er starb 2003 im saudischen Exil). Beim neugierigen Ansehen stellte sich heraus, dass es ein simpler Übersetzungsfehler ist.
Bild und Ton sind eher Durchschnitt.
Alles in allem aber ein spannender und anspruchsvoller Thriller zu einem tragischen Thema.
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am 6. Juni 2008
Der letzte König von Schottland war einer der schlimmsten und grausamsten Diktatoren Ugandas, der in seiner 8jährigen Schreckensherrschaft von 1971-79 mehr als 300.000 Menschen hat umbringen lassen. In Anlehnung an seine Hassliebe zu Großbritannien hat er sich diesen Titel gegeben.

Idi Amin, wahrscheinlich 1928 geboren, war ein 1,93 großer Mann von über 100 kg. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, ging er 1946 zur Britischen Kolonialarmee, wo er sich schnell hocharbeitete. Seine Brutalität wird bereits hier offenkundig. Aber Idi Amin hatte viele Gesichter, er war charmant, witzig, paranoid, kumpelhaft, großzügig, gewissenlos und kaltblütig. Jeder, von dem er sich in seiner zunehmenden Paranoia bedroht fühlte, wurde umgebracht. Nach einem unblutigen Militärputsch bemächtigte er sich 1971 des Amtes seines Vorgängers und ehemaligen Gönners Obote. Von da an begann seine Schreckensherrschaft. Es gab öffentliche Hinrichtungen, die Opfer wurden an Krokodile verfüttert, sogar von Kannibalismus war die Rede. Er ließ alle ca. 50.000 Asiaten (vornehmlich geschäftstüchtige Inder) aufgrund einer Afrikanisierungskampagne innerhalb von 90 Tagen des Landes verweisen, was die wacklige ugandische Wirtschaft vollends zum Einsturz brachte. Er zeugte über 25 Kinder mit verschiedenen Frauen, lebte im Luxus, während sein Volk kaum genug Essen zum Überleben hatte. Uganda war beherrscht von seiner Willkür, Brutalität und Launenhaftigkeit, die Ugander waren - anfangs in Ehrfurcht, später nur noch in Furcht - vor ihrem Diktator erstarrt. Sie hatten so viele Hoffnungen auf diesen neuen "Mann des Volkes" gesetzt, doch auch Idi Amin ging es, wie Vielen vor und auch nach ihm, nur um die Profilierung der eigenen Person, um Macht und Unterdrückung, um Anerkennung und Reichtum.

Wie stellt man nun so eine komplexe Persönlichkeit filmisch dar? Man nimmt sich zuerst einmal einen Ausnahmeschauspieler mit einem großen Talent zur Wandlungsfähigkeit und der wahrhaftigen Verinnerlichung seiner jeweiligen Rollen wie Forest Whitaker (ich erinnere nur an "Ghost Dog" und "The Crying Game"), der in dieser Rolle brilliert wie selten zuvor. Des weiteren tragen ein bis dahin vorrangig durch TV-Produktionen in Erscheinung getretener Regisseur und ein gut ausgearbeitetes Drehbuch (nach Buchvorlage von Giles Folden) zum Erfolg der Verfilmung bei.
In 123 Minuten versucht Regisseur Kevin Macdonald nun, uns möglichst viele Aspekte dieses Diktators und Ugandas nahe zu bringen. Anhand der fiktiven Geschichte eines jungen schottischen Arztes, der durch Zufall zu Amins Leibarzt ernannt wird, wo er doch eigentlich nur weg aus dem spießigen und beengten Schottland, ein bisschen Spaß mit jungen Afrikanerinnen haben und nebenbei dem Land ein wenig medizinische Unterstützung zukommen lassen wollte, führt uns Macdonald durch Idi Amins Kosmos. Er genießt den mit seinem neuen Status einhergehenden Luxus, freundet sich mit Amin an, der ihm immer verantwortungsvollere Aufgaben anvertraut. Nach und nach bleiben aber auch dem jungen Schotten die dunklen Seiten Amins Persönlichkeit nicht mehr verborgen und er sieht seine einzige Chance zu überleben in der Flucht.

Bedauerlicherweise schafft es Macdonald nicht, die Komplexität Idi Amins adäquat darzustellen. An Forest Whitaker liegt es nicht, er spielt Amin überzeugend und charismatisch. Aber der Film bleibt alles in allem hinter den in ihn gesetzten Erwartungen zurück. Wenn ich die diktatorische, grausame, ungerechte und zutiefst menschenverachtende Herrschaft eines Schlächters darstellen will, darf ich mich nicht nur auf seine positiven Seiten beschränken und die negativen nur andeuten bzw. abmildern. Zugunsten der Massenkompatibilität werden - wie in Hollywood üblich - die Fakten verdreht und Wichtiges einfach weggelassen. Man muss nun nicht allzu sehr ins Detail gehen und z. B. den Amin nachgesagten Kannibalismus in Bilder umsetzen, aber ein bisschen mehr Objektivität und Ausgewogenheit bei eben auch der Darstellung des paranoiden, wahllos mordenden und unglaublich barbarischen Diktators hätte den Film weitaus glaubwürdiger und auch packender gemacht.

Die Bedrohung, die von Amin ausging und seine immer stärker werdenden Wahnvorstellungen, seine Paranoia, werden kaum mehr als angedeutet. Es werden keine Hinrichtungen gezeigt, nicht das achtlose Wegwerfen der Leichen in Flüsse, weil man mit dem Gräber schaufeln nicht hinterher kommt und ebenso wenig die Angst und Panik des Volkes von Uganda vor ihrem Diktator. Ein paar hochrangige Minister, Ärzte etc. verschwinden, eine seiner Frauen wird - zugegebenermaßen - bestialisch ermordet (die einzig wirklich erschütternde Szene des Films), aber weitestgehend bleiben seine Greueltaten schemenhaft. Dies wird weder der Realität noch Idi Amin gerecht. Und was kann man mehr fordern wenn nicht wenigstens Gerechtigkeit; Gerechtigkeit für hunderttausende unschuldige Opfer, Gefolterte und Beraubte, Ermordete und Verschwundene?

Der letzte König von Schottland ist ein guter, ein wichtiger Film. Und man sieht deutlich das Potenzial, das noch in ihm steckt. Wenn man ein bisschen mutiger gewesen wäre, wenn Forest Whitaker sich ganz hätte entfalten dürfen, wenn man - auch auf Kosten ein paar tausend Zuschauer weniger - Idi Amin und "sein" Uganda wahrheitsgemäßer und somit sicherlich grausamer dargestellt hätte, wäre dieser Film noch besser geworden. So bleibt ein leichtes Unverständnis über den doch gar nicht so schrecklichen Diktator und das Bedauern über einen guten Film, der aber hinter seinen (sichtbaren) Möglichkeiten zurück bleibt. Ein bisschen weniger Katzbuckelei vor Hollywood, dafür ein bisschen mehr Respekt vor Afrika, und dieser Film wäre mehr geworden als ein halbwegs akzeptables Biopic über einen der vielen Massenmörder Afrikas.

P.S.: Idi Amin wurde 1979 gestürzt, flüchtete erst nach Libyen und von dort aus in den Irak. Schließlich landete er im Exil in Saudi Arabien, wo er 2003 an Nierenversagen starb. Er wurde für seine Taten nie zur Rechenschaft gezogen.

Zu empfehlen sei an dieser Stelle der 1974 von Barbet Schroeder gedrehte und von Amin selbst autorisierte Dokumentarfilm über Idi Amin, "General Idi Amin Dada" (UK-Import).
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