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5.0 von 5 Sternen Blake Edwards' einziger Thriller
"Der rosarote Panther" (1963), "Das große Rennen rund um die Welt" (1964) und "Der Partyschreck" (1967). Derlei Filmtitel verbindet man mit dem Regisseur Blake Edwards. Er gilt stets als Komödienspezialist und er hatte den Bogen raus. Die genannten Filme wurden allesamt zu Klassikern und Peter Sellers nicht zuletzt durch ihn zum Weltstar.

"Der letzte...
Veröffentlicht am 13. Januar 2010 von Matthias Merkelbach

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Frühzeitlicher Exkurs von Blake Edwards und Henry Mancini ...
... "Exkurs" trifft dabei nur eingeschränkt zu und dies am ehesten auf Regisseur Edwards - er hat sich nicht allein späterhin einen Ruf durch erfolgreiche Inszenierungen von eher leichterer Unterhaltung geschaffen (die PINK PANTHER Filme, DER PARTYSCHRECK, BLIND DATE, SWITCH), bereits vor dem Noir-Krimi EXPERIMENT IN TERROR und dem Alkoholiker-Drama DAYS OF WINE...
Veröffentlicht am 13. April 2010 von theSilentNoirFreak


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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Blake Edwards' einziger Thriller, 13. Januar 2010
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Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
"Der rosarote Panther" (1963), "Das große Rennen rund um die Welt" (1964) und "Der Partyschreck" (1967). Derlei Filmtitel verbindet man mit dem Regisseur Blake Edwards. Er gilt stets als Komödienspezialist und er hatte den Bogen raus. Die genannten Filme wurden allesamt zu Klassikern und Peter Sellers nicht zuletzt durch ihn zum Weltstar.

"Der letzte Zug" heißt im Original "Experiment In Terror". Allein der Titel macht deutlich, dass es sich nicht um eine Komödie handelt. Vielmehr drehte Edwards 1962 mit Lee Remick und Glenn Ford in den Hauptrollen einen waschechten Psychothriller - etwa im Stil Alfred Hitchcocks. Nur dass es sich eben nicht um eine Hitchcock-Kopie handelt, sondern Blake Edwards auch dieses Genre eigenständig meistert.

Sicher hatte Hitchcock mit "Der unsichtbare Dritte" (1959) und mit "Psycho" (1960) just zwei seiner stärksten Filme präsentiert. Diese waren stilbildend, einflussreich und gelten bis auf den heutigen Tag als Meilensteine der Filmgeschichte.

Doch auf den ersten Blick erinnert der in Schwarzweiß gedrehte "Der letzte Zug" eher an späte Film Noirs von Fritz Lang, Robert Wise oder Stanley Kubrick. Tatsächlich ist das reiche Spiel mit Licht und Schatten jener "Schwarzen Serie" der 40er und 50er entlehnt. Aber mit seinen zahlreichen Außenaufnahmen und Schauplätzen in San Francisco ist der Film ganz in den Sechzigern angekommen. Auch das Drehbuch und die Protagonisten wären für einen Film Noir eher untypisch.

Die Bankangestellte Kelly Sherwood (Lee Remick) wendet sich an den FBI-Agenten John Ripley (Glenn Ford), weil sie und ihre Schwester (Stefanie Powers) erpresst und bedroht werden. Der unbekannte Erpresser verhält sich geschickt und weiß genau, wie man es anstellt, jemanden zunehmend zu verängstigen... So beginnt ein hoch spannendes Katz-und-Maus-Spiel, in dessen Verlauf die Identität des Unbekannten bald irrelevant wird, demgegenüber sein nächster Spielzug stets unvorhersehbar bleibt. Tatsächlich ist der anfangs irreführende, deutsche Filmtitel metaphorisch zu verstehen - "Der letzte Zug" ist der auf dem Spielfeld der Großstadt.

Um es kurz zu machen: Skript, Schauspieler, Kamera, Fotografie und vor allem Dramaturgie des Films sind erstklassig. In den fast zwei Stunden, die er dauert, kommt eines nicht auf - Langeweile. Auch fast 40 Jahre nach Produktion zieht "Der letzte Zug" den Zuschauer in seinen Bann. Dafür sorgt allein die unter Cineasten legendäre Eröffnungssequenz. Von da an gibt es so manche Überraschung, die Blake Edwards gekonnt auf den Punkt brachte. Erwähnenswert auch die Musik von Henry Mancini, der mit seinem Crossover-Stil den Frühsechzigern einen neuartigen Filmklang verliehen hat.

Dennoch gab es für mich - gerade im Vergleich zu Film Noir und Alfred Hitchcock - eine signifikante Schwäche. Das exzellente Spiel der Hauptdarsteller Ford und Remick kann die eher flache Charakterzeichnung der Rollen kaum verhehlen. Weder John Ripley noch Kelly Sherwood erscheinen als überaus vielschichtig oder sonderlich dreidimensional. Ihre Beziehungen, Handlungsweise und Reaktionen sind vorhersehbar, so dass mir eine Anteilnahme beizeiten schwer fiel. Dass der Film demgegenüber auf manches Filmklischee gekonnt verzichtet, unterstützt die geradlinige Dramaturgie und die Glaubwürdigkeit der gnadenlos voran getriebenen Handlung. Eine weitaus schärfere Charakterzeichnung gelang Blake Edwards mit seiner zweiten Nicht-Komödie des Jahres 1962, dem Alkoholikerdrama "Days Of Wine And Roses" - erneut mit Lee Remick und einem ebenbürtig grandiosen Jack Lemmon.

"Experiment In Terror" erschien 2003 bei Columbia Tristar in den USA. "Der letzte Zug" ist die deutsche Lizenzausgabe und bringt den Film bildtechnisch restauriert, in org. Widescreen und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bildlaufgeschwindigkeit mit 118 Minuten ungekürzt. Ich fand den englischen Ton, hier ebenfalls enthalten, auch ohne Untertitel gut verständlich - qualitativ gibt es da nichts zu beanstanden.

Neben den bereits gelisteten Argumenten für den Film gibt es für Cineasten und vor allem die Kenner der TV-Serie "Twin Peaks" (1990/91) bzw. der Filme David Lynchs einige zusätzliche. "Der letzte Zug" ist nämlich eine wahre Fundgrube formaler und inhaltlicher Zitate bei Lynch, derer ich einfach mal zwei (von vielen) anfüge.

1. In der Eröffnungsszene fährt die Bankangestellte Kelly Sherwood (Lee Remick) in ihrem Cabriolet durchs nächtliche San Francisco und passiert hügelan auf dem Weg nach Hause ein Hinweisschild, das den Namen der Gegend anzeigt: "Twin Peaks". Dieser Name wird später bei einem Telefonat noch einmal wörtlich genannt. Das Wichtige und Witzige aber: Im Vorspann von "Twin Peaks" erfährt auch der Zuschauer der TV-Serie den Namen derselben über ein nahezu identisches Straßenschild.

2. Das Drehbuch für "Der letzte zug" stammt von einem Autorenpaar, das unter dem Namen "The Gordons" auftrat. Dahinter verbargen sich die Eheleute Mildred Gordon und Gordon Gordon - kein Scherz! - die bereits unterm Titel "Operation Terror" die Romanvorlage verfasst hatten. Gordon Gordon war von 1942 bis 1945 tatsächlich ein G-Man (Special Agent) fürs Federal Bureau Of Investigation (FBI) gewesen. In der TV-Serie "Twin Peaks" spielt David Lynch einen FBI-Agenten mit Namen Gordon Cole. Glenn Ford spielt in "Der letzte Zug" den FBI-Agenten John Ripley, der in einem Fall von schwerer Erpressung und Mord die Ermittlungen leitet.

In der kaum noch überschaubaren Flut von Veröffentlichungen, die monatlich auf den deutschen DVD-Markt geschwemmt werden, ist "Der letzte Zug", Blake Edwards' einziger Thriller, eine echte Perle. Mit Blick auf die zudem preisgünstige Edition ist der Film nach meiner Ansicht vorbehaltlos zu empfehlen!

(C) by Matthias Merkelbach, [...]
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Töte, wenn Du liebst (kleine Spoiler), 12. Juni 2011
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
Deutscher Titel: "Der letzte Zug". Mit Eisenbahnen hat das Ganze jedoch nichts zu tun, eher mit der Frage, wer in einem Katz- und Maus-Spiel den letzten Zug macht und dem anderen um eine entscheidende Nasenlänge voraus ist. Der jungen Ms. Sherwood (Lee Remick) lauert ein zunächst auch für uns un- und später nur ansatzweise sichtbarer Verbrecher auf, der sie in Panik versetzt. Sherwood, Kassiererin in einer Bank, soll für den Unbekannten 100.000 Dollar entwenden, er scheint sich extrem gut in ihrem Umfeld auszukennen und Mittel zu wissen, diese Frau unter Druck zu setzen. Dennoch vertraut sie sich dem FBI-Agenten Ripley (Glenn Ford) an, ein spannender Mystery-Thriller beginnt...

Während manch anderer "Experiment in Terror" als bestenfalls achtbar bezeichnet, halte ich ihn für ein ganz und gar erstaunliches, wunderbares Meisterwerk, auf allen Ebenen gelungen. Der Film (USA 1963, s/w) wurde von Blake Edwards inszeniert, der selten im Thriller zu Hause war. Betrachtet man einmal seinen weitgehend misslungenen Agentenfilm "The Tamarine Seed" (1974) und vergleicht, so kann man sehr schön herausarbeiten, was Edwards bei dem einen Film richtig und bei dem anderen falsch gemacht hat. Während "The Tamarine Seed" vor lauter Agentenfilmvorbilderehrfurcht den Regisseur geradezu erschreckend verleugnet und ein Langweiler wird, ist "Experiment in Terror" ein echter Edwards. Und das im fremden Genre, und gerade das trägt sehr zum Gewinn des Filmes bei. Bereits in der wunderschön fotografierten Eröffnungssequenz, in der sich die nachts heimfahrende Ms. Sherwood aus der anonymen Masse herausschält, können wir vieles beobachten - und hören. Das ist mit den grellen Scheinwerfern in dem Großstadtmoloch, mit den Wechseln aus glänzenden, kontrastreichen Nachttotalen un extremen Nahaufnahmen (und später mit jeder Menge Lamellenschatten und Ähnlichem) ein später film noir. Es ist vielleicht aber schon insoweit echt Edwards, als dieser oft auch in seinen Komödien das Tragisch-Anonyme von Menschen in der Großstadt herausgearbeitet hat (am Bekanntesten ist da wohl "Breakfast at Tiffany's"). Und Edwards tat gut daran, mit dem Genre nicht auch seinen Komponisten auszutauschen wie in "The Tamarine Seed": Hier komponierte unverwechselbar Henry Mancini und lässt seinen unverwechselbaren Jazz mit gewissen Tendenzen zum orchestralen Easy Listening erkennen, wenngleich der Komponist das sehr geschickt zum Thrillermäßigen hin variiert: Das Orchestrale hat etwas Wehmütiges, klingt "blue" wie die Nacht schwarz ist, eine Bassklarinette wird herausgehoben, aber es wird immer auch bedrohliche Klangteppiche hinter dissonanten Klaviertönen geben - und ein elektronisch verzerrtes Terror-Erkennungsmotiv. Wir sind sofort in Edwardsville, trauen dem Mann aber im selben Moment zu, dass er das fremde Genre meistern wird.

Das tut er dann auch, wobei manche dem Film vorwerfen, er könne nach dem furios-gemeinen Auftakt die Spannungsschraube und das Tempo nicht derart angezogen halten. Ich bin anderer Ansicht! Zum einen gibt es immr noch genügend Spannung sowie bedrohlich wirkende, skurrile Bilder (was man alles in ein Setting voller Schaufensterpuppen einbauen kann!!!), die in Größenverzerrungen und Tiefenschärfe stets ein Gefühl des Beobachtens und Beobachtetwerdens vermitteln, des Verlustes von Privatsphäre. Und so ist es ja auch, Ms. Sherwood und die FBI-Beamten können sich nie ganz sicher sein, wie viel der Erpresser schon mitbekommen hat und wer mit wem zusammenhängt (ein paar scheinbare Nebenhandlungen werden Erstaunliches offenbaren). Das Bedrohungsgefühl bohrt sich dem Zuschauer unmittelbar in die Magengrube. Und in Aug' und Ohr; der Film glänzt durch minutiöse Kameraarbeit, Beleuchtung sowie einen ausgeklügelten Einsatz von Ton. Das asthmatische Stöhnen des Erpressers, das plötzliche Schrillen des Telefons, die plötzlichen Großaufnahmen von Lee Remick, in denen die Kontraste härter werden und Remick auf einmal viele Jahre älter wirkt - gerade dann, wenn die Bedrohung am Größten ist. Gleichzeitig lässt die Kamera die Darstellerin auch zu ihrem Recht kommen, verharrt mitunter lange auf ihr, dass wir jedes Zucken, jeden Versuch der Augenbewegung (um ihren Peiniger zu erkennen) wahrnehmen können. Remick macht das wunderbar, ist einerseits mutig und entschlossen, andererseits menschlich statt Superwoman, und die Kamera ist nicht so selbstverliebt, dass sie der Darstellungskunst der Remick die Butter vom Brot nimmt. Glenn Ford scheint daneben fast die unwichtigere Rolle zu haben, auch wenn er seine Sache gut macht.

Die Spannung wird also eher durch eine bis ins Letzte stimmige Atmosphäre statt durch ein extrem forciertes Tempo der Aktionen und der Schnitte erzeugt, nach meinem Empfinden wirkt das wunderbar, wenn man es denn so gut kann wie hier. Und auf eine ganz andere Art hat der Film sogar ein ungeheuer hohes Tempo: Er lässt sich zwar alle Zeit der Welt, die die Entfaltung der Atmosphäre braucht, hat aber erstaunlich oft Ellipsen, lässt eine Liebesgeschichte zwischen potenziellem Opfer und Ermittler völlig aus oder deutet gewisse Plot-Elemente nur an, für die andere ellenlange Erklärungsdialoge geschrieben hätten. Es ist äußerst erfreulich, dass sich "Experiment in Terror" aufs Wesentliche konzentriert. So verzichtet der Film beispielsweise am Ende auf eine Erklärung à la "Psycho" für die Motive des Schurken. Wir haben es zwischen den Zeilen sowieso wahrgenommen, was zu einem interessanten und irgendwie auch berührenden Subplot führt: Der Schurke tötet tatsächlich aus einer ganz aufrichtigen Liebe. Hier muss auch der offenbar so gewiegte FBI-Fachmann Ripley noch seine Lektion lernen (so wie er sich auch in einer scheinbar nebensächlichen Szene in einer Karateschule wundern muss, dass einmal eine Frau einen Mann auf die Bretter schickt): In einem Dialog mit einem Kollegen bringt er zum Ausdruck, dass man doch einen Mann nicht lieben könne, der bereits drei Menschen umgebracht hätte. Doch, kann man. Und er kann lieben. Der Spruch "Schatz, ich tue ALLES für Dich", bekommt hier - und das ist glücklicherweise alles nur angedeutet statt ausgewalzt - eine völlig neue Dimension. Da auf so unaufdringliche, aber meines Erachtens gerade deshalb intensive Weise die persönliche Tragik des Verbrechers im letzten Drittel ins Spiel kommt, ist es stimmig, dass er am Ende keine Chance hat und ein Hitch ihn vielleicht in dieser Phase noch etwas spektakulärer hätte auftrumpfen lassen. Aber Edwards hat dennoch seine Hitch-Lektionen gelernt und beispielsweise schön begriffen, dass man wunderbar in einem Menschenauflauf Spannung erzeugen kann.

Kleine Auffälligkeiten am Rande: Wenn Edwards einen Spitzel in einem Slapstickkino zeigt, mag dies seine Affinität zu solchen Scherzen à la Pink Panther zeigen. Dass sich der Böse einmal als Frau verkleidet, lässt an Edwards' "Victor/Victoria" denken. Eine Bar mit einer gewissen Zirkusatmosphäre und nostalgischer Musik erinnert an das Zelebrieren alter Zeiten in vielen Edwardsfilmen, z.B. an eine Western-Bar-Szene in "The Great Race". Das alles mag allzu wildes Spekulieren sein. Ob jedoch ein gewisses enfant terrible der späteren US-Regisseure davon angetan war, dass der Schurke hier "Lynch" heißt (!) und das Opfer in Twin Peaks wohnt (!!), würde mich schon einmal brennend interessieren.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schrecken der Lee Remick ..., 9. Mai 2013
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Hannover & Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
oder eine Schwester in Not, trifft es vielleicht besser, als die deutsche Übersetzung des "Experiment in Terror", sprich "Der letzte Zug".

Der Film beginnt äußerst stark, mit einer Frau, die in den Tiefen der Nacht, in einer DARK CITY mit ihrem Straßenkreuzer unterwegs nach Hause ist. In der Garage merkt sie, dass sie nicht alleine ist. Ein Mann bedroht sie, atmet schwer, sein Gesicht liegt im Dunkel. Er verlangt, dass sie ihm Geld aus der Bank, in der sie arbeitet, beschafft, ansonsten wird er sich an ihrer kleinen Schwester (Stefanie Powers) vergreifen.
Die verängstige Frau ruft das FBI ein, legt jedoch wieder auf. Der Ermittelnde Beamte (Glenn Ford) macht die junge Ms. Sherwood allerdings ausfindig und ist ihr eine unschätzbare Stütze in jener ausweglosen Bedrohung.
Was hat die Dame, die kurz darauf im FBI-Büro auftaucht, angeblich um Rat für eine Freundin zu suchen, die sich mit den Falschen eingelassen hat und so in etwas verwickelt wurde, das sie in Angst und Schrecken versetzt, damit zu tun? Hängen beide Fälle zusammen?
Das FBI ermittelt mit Hochdruck und Lee Remick hält uns mit jeder Menge unerwartetem Geschehen und wirkungsvollen Totalen ihres wunderschönen Gesichts, das die Angst so wirkungsvoll widerspiegelt, gebannt in Atem.

Per Zufall stieß ich die Tage auf diesen Film, den ich mir -allen voran- wegen Ford kaufte. Ich hatte jedoch nicht mit Remick, der extrem guten Geschichte, sowie der subtilen, wirkungsvollen Spannung gerechnet, die diesen Film (Psychothriller mit Noir-Anleihen) zu einem Film der Extraklasse machen. Fein abgestufte Schwarz-Weiß-Töne und daraus entstehende Hell-Dunkel-Kontraste in Verbindung mit jeder Menge Schatten und Licht (v.a. die Lamellen der zahllosen Roleaux), kreieren eine unheilvolle, bedrohliche, düstere Atmosphäre, die gepaart mit der Mancini-Musik und dem Schnitt, mich vollauf begeistern und beeindruckt haben. Blake Edwards Arbeit ist definitiv einen genaueren Blick wert;)!

Lee Remick spielt dabei so hinreißend und überzeugend, dass um weitere Filme mit der Dame (dies ist mein dritter dieses Jahr), wohl nicht herumkommen werde. Glenn Ford bleibt neben ihrer grandiosen Darstellung fast etwas blass, wird an die Wand gespielt.Nichtsdestotrotz hätte ich keinen anderen als ihn in der Rolle sehen wollen. Gelungen auch das Zusammenspiel mit der jungen Wagner, die ich nur aus HART ABER HERZLICH kenne. Beide Schwestern bilden eine Einheit, die nichts und niemand auseinander bringen kann.

Ein Film, den man einfach selbst sehen muss. Schwer zu beschreiben, ohne zuviel zu verraten. Deswegen einfach sehen und selbt erfahren!

Zur DVD: Meine Rezi bezieht sich auf die UK-Ausgabe EXPERIMENT IN TERROR, die auch über eine deutsche Tonspur verfügt und zahlreiche UT.
Ich empfand die Bildqualität, im Gegensatz zur technischen Beschreibung in der Amazon-Angabe oben, als sehr gut. Auf meinem BD-Player sehe ich kein Rauschen; auch der Ton ist einwandfrei.

Fazit: beklemmender, düsterer Thriller mit Film-Noir-Anleihen. Gelungenes Experiment in Angst und Schrecken!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Frühzeitlicher Exkurs von Blake Edwards und Henry Mancini ..., 13. April 2010
Von 
theSilentNoirFreak (Somewhere over the rainbow ... and beyond!) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
... "Exkurs" trifft dabei nur eingeschränkt zu und dies am ehesten auf Regisseur Edwards - er hat sich nicht allein späterhin einen Ruf durch erfolgreiche Inszenierungen von eher leichterer Unterhaltung geschaffen (die PINK PANTHER Filme, DER PARTYSCHRECK, BLIND DATE, SWITCH), bereits vor dem Noir-Krimi EXPERIMENT IN TERROR und dem Alkoholiker-Drama DAYS OF WINE AND ROSES (beide 1962 inszeniert) hatte er durch Filme wie UNTERNEHMEN PETTICOAT und den berühmten FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY auf sich aufmerksam gemacht. Henry Mancini hat sich, obwohl er zu beweisen vermochte, daß sein Talent von subtilerer Natur war, in erster Linie einen Namen auf dem Gebiet der 'Easy Listening'-Musik gemacht, dies allerdings auch erst seit den 60er Jahren. Zuvor nämlich komponierte er bereits Musik für u.a. Orson Welles' TOUCH OF EVIL oder Jack Arnold's DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS. In diesem Zusammenhang wirkt die großartige Arbeit, die er kompositorisch für DER LETZTE ZUG/EXPERIMENT IN TERROR geleistet hat, nicht ganz so überraschend. Der Komponist und der Regisseur lernten sich Mitte der 50er Jahre kennen und blieben auf Lebenszeit mit einander befreundet, was zu einer Zusammenarbeit an knapp 30 gemeinsamen Filmprojekten führte.

In EXPERIMENT IN TERROR spielt Lee Remick eine junge Bankangestellte in San Francisco namens Kelly Sherwood, die eines Abends in ihrer Garage von einem Unbekannten bedrängt wird, der über ihre sozialen Kontakte, Lebensgewohnheiten etc. bestens im Bilde zu sein scheint und sie jetzt erpresst: Sie soll für ihn $ 100.000 aus der Bank stehlen, andernfalls würde er sie und ihre Schwester (Stefanie Powers) töten und dies ebenfalls, sollte sie die Polizei einschalten. Kelly weiß sich aber nicht anders zu helfen und wendet sich an das FBI, somit leitet jetzt John Ripley (Glenn Ford) die Suche nach dem Unbekannten (Ross Martin) ein, den Kelly während der "Unterhaltung" in der Garage nicht eindeutig erkennen konnte. Ihr fiel aber auf, daß er ein Asthmatiker ist und dieses Leiden führt das FBI letztlich auf die richtige Spur, während Kelly als Köder fungieren soll, um den Erpresser in die Falle zu locken ... ein gewagtes Spiel, schließlich schweben Kelly und ihre Schwester potentiell fortwährend in Lebensgefahr, noch ist der mysteriöse Unbekannte dem FBI immer einen Schritt voraus ...

Obwohl in den frühesten 60ern gedreht, beginnt der Film in bester Noir-Tradition der 50er Jahre: Zur verheißungsvollen, düsteren Musik von Mancini eröffnen sich während der Opening Credits Perspektiven auf ein nächtliches San Francisco, durch das Lee Remick im Auto fährt, bis sie nach Twin Peaks abbiegt (Fans der gleichnamigen TV-Serie erfahren hier somit, woher Regisseur David Lynch seine Inspiration für die Wahl des Titels bezog, wer allerdings einen geographischen Hinweis auf die Region erhalten möchte, in die Lynch 'sein' Twin Peaks verlegte, der sollte sich ROADHOUSE ansehen). Bei sich zu Hause angekommen, wird sie in ihrer Garage von einem Mann drangsaliert, den sie nicht erkennen kann, der sie allerdings erschreckend gut zu kennen scheint und der somit zur Bedrohung wird, alles in schwach ausgeleuchteter Schwarz/Weiß Atmosphäre gefilmt - schnell wird deutlich, daß Blake Edwards, auch jenseits der Komödien, 'seine Hausaufgaben gemacht' hat. Und nicht allein in den ersten Minuten hat der Regisseur genrespezifische Komponenten verarbeitet: Der weitere Verlauf, in Hinblick auf die Ermittlungen des FBI, erinnert verhalten an die sog. 'Semi-Documentaries', die seit Ende der 40er Jahre einen Teilaspekt des Noir-Genres darstellen. Überdies entsteht durch ein sehr gut erstelltes Schaufensterpuppen-Szenario der Eindruck einer Verbeugung vor Stanley Kubrick's offiziellem Erstlingswerk KILLER'S KISS (= Der Tiger Von New York, 1955). Eine wahre Bereicherung ist zu jeder Zeit Henry Mancini's Musik, der das getragene Grundthema für eine Szene sogar umarrangiert hat, so daß es wie eine tanzbare Nummer aus einem Radio erklingt. Stilistisch fehlt es dem Film an nichts, die sog. 'atmosphärische Dichte' ist definitiv gegeben, dennoch muß sich EXPERIMENT IN TERROR mit einer 3-Sterne-Bewertung zufrieden geben. Warum? Nach mittlerweile mehrmaligem Ansehen, das meine Bewertung nicht zu verändern vermochte, habe ich mir die Frage natürlich auch gestellt ... Lee Remick überzeugt, in noch vergleichsweise jungen Jahren, ohne Frage in ihrer Darstellung der Figur Kelly Sherwood, die zwischen Stärke und Verzweiflung hin und her pendelt. Und auch Glenn Ford - jederzeit okay, für mich dennoch niemals die 'Erste Wahl' für eine männliche Hauptrollenbesetzung -, mittlerweile gealtert/gereift, verkörpert die Rolle eines nicht unfehlbaren, dabei souverän operierenden, engagierten und beharrlichen FBI-Agenten wirklich gut. Ich glaube, die "Schwachstelle" ist die Länge im Verhältnis zum nahezu vorhersehbaren Ende, dem etwas, wie (mindestens) eine Wende, ein Clou fehlt ... oder aber: Wäre in der Gesamtlänge mindestens eine halbe Stunde eingespart worden, entstünde nicht zuweilen der Eindruck von Langatmigkeit - das Spiel mit dem bewußt eingesetzten Verstreichenlassen von Zeit (dies im Sinne von spürbarer Effizienz) verstand ohnehin kaum jemand so gut wie der 'Master Of Suspense, Alfred Hitchcock ... daran hätte Blake Edwards noch arbeiten müssen, wäre er diesem Genre treu geblieben - aber es war schließlich nur sein einmaliger Exkurs. Und, gemessen daran, hat er seine Sache im Großen und Ganzen eigentlich recht gut gemacht.

Nicht so ganz im Sinne eines stimmigen Gesamtwerkes also (obwohl es an schlüssiger Regieführung nicht fehlt, eher am Aufrechterhalten/weiteren Aufbau von Spannung), in jedem Fall aber aufgrund vereinzelter, wirklich sehenswerter Szenarios und wegen Mancini's Musik mag ich diesen Film, bereue die Anschaffung der DVD keinesfalls und empfehle selbige ebenfalls jedem Sammler von Hollywood-Schwarz/Weiß-Krimis - EXPERIMENT IN TERROR fehlte schließlich bis vor kurzem noch auf dem deutschen DVD-Markt und gehört in eine gut sortierte Genre-Sammlung fraglos integriert, zumal es an Bild und Ton nichts auszusetzen gibt und der Preis stimmt.
-- theSilentNoirFreak
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei junge Frauen in Gefahr..., 13. April 2010
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
Nachts, in den Straßen von San Francisco: Die junge Bankangestellte Kelly Sherwood (Lee Remick) fährt nach Hause. In der Garage stellt sie ihr Auto ab und hört Geräusche. Plötzlich schleicht sich von hinten ein Unbekannter an, überwältigt sie und kommt anschliessend bedrohend zu seinem Erpressungsplan: Kelly soll ihre Bank um 100.000 Dollar bestehlen. Ansonsten ist ihr Leben und auch das Leben ihrer 16jährigen Schwester Toby (Stephanie Powers) im Gefahr. Unter keinen Umständen soll die Polizei eingeschaltet werden. Dann verschwindet der Mann im Dunkel.
Trotz der tödlichen Warnung nimmt Kelly schliesslich Kontakt zum FBI Mann John Ripley (Glen Ford) auf, der ihr rät, so zu tun, als würde sie den Aufforderungen des Erpressers Folge leisten.
Schnell wird bei der Polizei eine Sondereinheit gebildet und die Gruppe hat viel zu tun. Auf Hochtouren wird nach dem unbekannten Mann, vom dem Kelly nur weiss, dass er Asthma hat, gesucht.
Einige unaufgeklärte Morde scheinen auf das Konto des Fremden zu gehen.
Eine Nancy Ashton (Patricia Houston), die Schaufensterpuppen herstellt, taucht unterdessen im Revier auf und möchte mit Ripley sprechen. Sie erzählt ihm, dass sie eine Freundin hätte, die ohne Schuld in eine Straftat verwickelt wäre. Der Polizist rät ihr, dass sich diese Freundin stellen soll.
Durch den Polizeispitzel Popcorn (Ned Glass) wird der Verdacht auf einen gewissen Red Lynch (Ross Martin) gelenkt. Der scheint aber auch gute Seiten zu haben, einer asiatischen Freundin Lisa Soong (Anita Loo), mit der sich immer mal wieder trifft, schickt er Geld für deren kranken kleinen Jungen...
"Experiment in Terror" - so der Originaltitel - entstand 1962 als Blake Edwards Nachfolgefilm seines Welterfolgs "Frühstück bei Tiffany".
Blake Edwards war meistens im Komödienfach tätig, auch wenn er immer mal wieder kurze Ausflüge in andere Genres wagte. Sein nicht sehr besonders bekannter Thriller ist eine kleine Perle, die es wert ist entdeckt zu werden.
Kameramann Philip H. Lathrop leistet glänzende Arbeit und erzeugt mit seinen Schwarzweiss Bildern eine sehr überzeugende Atmosphäre, die auch ein bisschen Lebensgefühl Anfang der Sechziger vermitteln.
Auch Suspencemomente, die im Gedächtnis bleiben, bietet der Thriller: Sehr stark die Bedrohungszene in der Garage und noch stärker die Sequenz in der Wohnung mit den vielen Schaufensterpuppen.
Ross Martin wurde sogar damals für seine Darstellung des Red Lynch für einen Golden Globe Award in der Kategorie Bester Nebendarsteller nominiert.
Wie so oft in Blake Edwards Filmen ist Henry Mancini für die Musik verantwortlich.
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4.0 von 5 Sternen Düster...., 16. Februar 2014
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
Eines Abends wird die Bankangestellte Kelly Sherwood von einem Mann in ihrer Garage angegangen.
Er droht damit Kelly und vor allem ihrer jüngeren Schwester Toby schlimmes anzutun wenn sie nicht das tut was er sagt.
Trotz dieses Schocks ruft sie beim FBI an womit der Mann aber gerechnet hat und Kelly niederschlägt.
Der FBI-Agent John Ripley, der nur ihren Nachnamen kennt, gibt allerdings nicht auf und durchforstet mit Kollegen sämtliche Telefonbücher des Bezirks.
Tatsächlich bekommt er Kelly in die Leitung die erneut vom Mann bedroht wurde.
Am nächsten Tag kommt es zu einem verdeckten Treffen in ihrer Bank wo Ripley die ganze Geschichte erfährt.
Nun muss das FBI sehr vorsichtig agieren um Kelly und Toby nicht in Gefahr zu bringen und dem Mann habhaft zu werden.

Dieser Schwarz-Weiß-Psychothriller aus dem Jahr 1962 von Blake Edwards glänzt vor allem durch seine spannende Story und die Darstellerischen Leistungen der Schauspieler (U.a.: Glenn Ford, Lee Remick, Stefanie Powers und Ross Martin).
Auch die Atmosphäre kann punkten ebenso der stimmige Soundtrack.
Die Dialoge wirken allerdings etwas gekünzelt was aber wohl an der Deutschen Syncho liegt.
Besonders faszinierend ist die Boshaftigkeit des Mannes die man in einem Film aus dieser Zeit so nicht erwartet.
Alles in allem ein gelungener Thriller der auch Heute noch fesseln kann.
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5.0 von 5 Sternen toller Film noir, 11. Mai 2014
Von 
BabsiG. (am unteren Niederrhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Der letzte Zug (DVD)
Ich kannte diesen Film noch nicht, habe einfach aufgrund der Hauptdarsteller und eines guten Preises sowie der Beschreibung zugeschlagen und bin vollauf zufrieden! Auch wenn das Drehbuch ein paar Schwächen hat, z.B. dass der Aufwand an Personal niemals zu decken sein würde, wenn die Polizei so arbeiten würde... egaal... nicht drüber nachdenken, einfach einen sphärisch dichten Film, der noch die gute alte unblutige (weil nicht gezeigt werden durfte, was geschah) Thrillerkunst bietet genießen! Mir gefallen diese Art Filme sehr. Ich würde ihn empfehlen. Extras sind keine zu verbuchen, aber das war mir nicht wichtig. Bild ist super bei dem Alter erstrecht. Slimcase ganz simple, aber ok für mich.
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Der letzte Zug von Blake Edwards (DVD - 2010)
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