Kundenrezensionen


709 Rezensionen
5 Sterne:
 (304)
4 Sterne:
 (86)
3 Sterne:
 (63)
2 Sterne:
 (65)
1 Sterne:
 (191)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


498 von 604 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einige Anmerkungen zu diesem Top-Film:
Ich werde mich in meiner Rezension sowohl mit dem Film, mit der Blu-Ray als auch mit der Thematik befassen.

Fangen wir beim Film an:

Es ist ein Tarantino-typischer Film in einer Tarantino-UNtypischen Zeitepoche. Eine Gruppe von "unrühmlichen Mistkerlen" hinter feindlichen Linien, hat sich unter dem Kommando von Lt. Aldo Rayne (Brad Pitt)...
Veröffentlicht am 25. Januar 2011 von Daniel Pickartz

versus
3.0 von 5 Sternen FSK 16? Merkwürdig ...
Bewertung der BluRay:

Positiv:

Sehr gutes Bild, tolle Farben, fantastische Schärfe. Der Ton ist ebenfalls sehr gelungen, Dialoge alle sehr gut verständlich, der Score meistens eher im Hintergrund. An einer Stelle erklingt ein David Bowie-Song, der äußerst wuchtig und kraftvoll durch die Boxen strömt. Hier kann eine gute...
Vor 1 Tag von Dietrich Knopf veröffentlicht


‹ Zurück | 1 271| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

498 von 604 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einige Anmerkungen zu diesem Top-Film:, 25. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds [Blu-ray] (Blu-ray)
Ich werde mich in meiner Rezension sowohl mit dem Film, mit der Blu-Ray als auch mit der Thematik befassen.

Fangen wir beim Film an:

Es ist ein Tarantino-typischer Film in einer Tarantino-UNtypischen Zeitepoche. Eine Gruppe von "unrühmlichen Mistkerlen" hinter feindlichen Linien, hat sich unter dem Kommando von Lt. Aldo Rayne (Brad Pitt) zusammengeschlossen um die Faschisten auszurotten. Dabei sind sowohl Amerikaner, als auch Deutsche und Juden sind auch mit von der Partie, angeführt, von einem halben Apachen (Indianer,Ur-Einwohner). Somit ein Multi-Kulti Exekutionskommando auf der Jagd nach der Wehrmacht.

Ich hätte genau von diesen Szenen, wo es um die "Basterds" und deren Jagd geht, gerne viel mehr gesehen.Die waren der amüsante Teil des Films. Eine weitere Handlung zeigt die französische Kinobesitzerin, die ihre Tore zu ihr Filmpalast, für das ganze Deutsche, obere Regime öffnen muss, da ein deutscher Filmabend veranstaltet wird.
Organisiert wird dieser Abend vom "Judenjäger",Christoph Waltz), der ganz nebenbei auch auf die "Basterds" angesetzt wurde. Und alles wird im Kino sein Ende finden.

Christoph Waltz hat genug berechtigtes Lob bekommen, allein schon bei Amazon. Dazu muss ich nichts mehr sagen.

Ich persönlich finde Diane Krüger in diesem Film extrem grauenhaft und ich weiß, dass ich mit diese Meinung nicht alleine dastehe. Andere deutsche Darsteller, wie Daniel Brühl und auch Til Schweiger sind ganz annehmbar.

Wo Tarantino drauf steht, da ist auch Tarantino drin. Eine Sache, die er nicht ablegen kann ist, dass er seine Meinungen und Ansichten durch die Figuren wiedergibt, die er kreiert. Das heißt, er berücksichtigt in seiner Charakterentwicklung bestimmte Charaktereigenschaftem und besondere Merkmale, aber sobald es um die Dialoge geht, da hört man nicht die Figuren des Films sprechen, man hört im Grunde TARANTINO sprechen.

Aber Schwamm drüber. Der Film ist sehr dialog-lastig, dennoch sind die Dialoge nicht uninteressant. Teilweise sind sie sehr clever und amüsant zugleich. Dasselbe gilt übrigens auch für die Story, an sich. Viele lassen sich hier negativ über die Gewaltdarstellung aus. Erstmal: Wer sich einen Tarantino-Film ansieht und etwas gewaltfreies erwartet, der ist selbst schuld. Zum anderen hat er schon schlimmeres gebracht. z.B bei "Kill Bill".

Aber das sich die Leute bei "IB" über die Gewaltdarstellung beklagen, hat wohl eher etwas damit zu tun, gegen WEN sich die Gewalt richtet. Ich frage mich, ob diesselben Leute auch bei "Kill Bill" rumgeheult haben, weil dort haufenweise "böse" Japaner abgemetzelt wurden, aber dazu komme ich später
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zur Blu-Ray:

Da gibt es nicht allzu viel zu sagen: Das Bild ist makellos und gestochen scharf.
Am Ton gibt es auch nicht zu bemängeln.

Das Zusatzmaterial ist sehr umfangreich und unterhaltsam.

Also technisch ist diese Blu-Ray mit einer der besten, die je in meinem Player waren.

Mehr kann ich zur Blu-Ray nicht sagen, sorry. Mir brennt auch was ganz anderes auf der Seele:
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
ACHTUNG: Folgender Text beinhaltet SPOILER und ausserdem könnten sich einige auf den Schlips getreten fühlen:

Ich habe mir viele negative Rezensionen zu diesem Film durchgelesen, besonders die 1-Stern Bewertungen. Und ich habe für die meißten Leute kein Verständnis und kann deren Meinung nicht tolerieren, weil sie in ihrem verletzten "Nationalstolz" einfach maßlos übertreiben.

Der Großteil der Leute, die den Finger heben und sich die deutsche Wunde lecken, haben überhaupt nicht kapiert,(oder WOLLEN nicht kapieren), dass der 2.Weltkrieg diesem Film lediglich als Kulisse gedient hat. Auch wird hier gerne mal übersehen, dass die Amerikaner als sadistische Brutalos dargestellt werden und die Deutschen als intelligente Lebemänner, die sogar mehrere Sprachen sprechen.

Der Film soll uns nicht zum 100. Mal daran erinnern, was für eine dunkle Vergangenheit wir haben und er ist auch nicht als Vorwurf gedacht und auch nicht als Hass-Propaganda, gegen uns böse Deutsche. Das hat damit überhaupt nichts zu tun!

Es ist einfach eine fiktive Handlung, die in eine reale Zeitepoche eingebaut wurde. Quentin Tarantino ist nicht der erste, der das getan hat.

Dazu sei gesagt, dass es bei vielen eh die geliebte Doppel-Moral ist, die hier die Oberhand gewinnt.

Jedes Land hat, historisch gesehen, Blut an den Händen. Und über jedes Land wurde die blutige Historie mal ein ernster Film gemacht. Habt ihr euch da beschwert?

Wie hat Mel Gibson denn die Engländer in "Braveheart" dargestellt? Alles kaltherzige, arrogante Mörder und Vergewaltiger. Dabei war die Geschichte gar nicht so unähnlich. Schottland war von den Engländern besetzt, so wie Frankreich von den Deutschen mal besetzt war. Und man hat sich dagegen gewehrt.

In "Braveheart" wurden somit haufenweise "böse" Engländer abgeschlachtet, und der Film war noch brutaler, als "IB". Habt ihr euch da auch so beschwert, wie bei QT's Werk? Geht es auch wirklich um die Gewalt, per sé, oder um die Gewalt, gegen die deutschen? Und so, wie QT die deutschen darstellt, könnt ihr doch noch froh sein. Steven Spielberg hat sie doch wirklich hauptsächlich als seelenlose Monster dargestellt und dessen Filme sollen den historischen Tatsachen entsprechen, was von "Inglorious Basterds" niemals, irgendjemand ansatzweise behauptet hat.

ACHTUNG SPOILER:

Das bringt mich zu den Leuten die aufschreien, weil der Film falsche historische Tatsachen vermittelt:

Es ist keine Dokumentation und kein Anti-Kriegsfilm. Es ist einfach eine GESCHICHTE!

Das Hitler und Konsorten am Ende in einem Kino in Frankreich getötet werden, dass ist in Wahrheit gar nicht so gewesen? Nee, echt jetzt????

Leute, hört auf, so bescheuert naiv zu tun. Es ist ein Tarantino Film. Und das das Böse am Ende in einem Kino vernichtet wird, ist als Liebeserklärung an das Kino und an jeden Film-Fan gedacht. Weil Tarantino selbst ein besessener Film-Fanatiker ist.

Wie gesagt, ich denke nicht,dass es verboten ist, eine fiktive Story in eine reale Zeit einzubauen, Deswegen ,vergesst die Geschichte, interpretiert nicht irgendeinen MÜLL in diesen Film hinein und stempelt ihn nicht als etwas ab, was er überhaupt nicht ist.

Der Film soll lediglich unterhalten und ist nicht ernst zu nehmen.

Allein anhand hunderter Rezensionen, hier bei Amazon, sieht mann, dass die Meinungen zu diesem Film sehr stark auseinander gehen. Und ich erwarte auch nicht, dass mit mir jetzt jeder einer Meinung ist. Allerdings ist nicht jeder, der unter meiner Rezension nun auf "nein" klickt ernst zu nehmen, da es wirklich Leute gibt die:

- Es nun mal nicht verstehen WOLLEN.
- Die zu sehr auf ihre eigene Meinung versteift und zu rechthaberisch sind.
- Die sowieso auf jede kleine, lächerliche Gelegenheit warten, um ihren pseudo-moralischen Finger zu heben und ihre dumme "Anti-Amerika"- Hetze loszulassen.

Und mit solchen Leuten zu diskutieren ist zwecklos. Ansonsten nehme ich natürlich jede Meinung dazu ernst.

Niemand hat bei der Produktion des Films daran gedacht, auf diese Weise "uns bösen deutschen" einen reinzudrücken. Die Leute unter Euch, die in der Vergangenheit hängen, ihr wollt den Machern mit aller Gewalt eine gewisse Einstellung uns gegenüber aufzwingen. Ich würde nur gerne mal verstehen, was Euch das gibt. Warum wolt ihr in diesem Film unbedingt etwas sehen, was gar nicht gerechtfertigt ist? Der Film ist nicht krank, die Leute, die diesen Film mögen sind auch nicht krank, sondern die Unterstellungen von diesen verbohrten Leuten sind es.

PEACE!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meine Blu-Ray kommt nach der Menüführung ins Stocken..., 23. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds [Blu-ray] (Blu-ray)
...und kann den Film oder die Extras nicht abspielen. Ist das jetzt eine Montags-Blu-Ray oder haben das andere auch schon gehabt?? Mein Blu-Ray-Player ist von Samsung und 2 Jahre alt. Alle anderen Filme laufen gut, nur eben nicht dieser Film!!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


213 von 309 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Blu Ray Umsetzung, 14. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds [Blu-ray] (Blu-ray)
Da ich der Meinung bin, dass eine Bewertung des Films nicht in die Rezension eines Amazon Produktes gehört (dafür gibt es wesentlich bessere Quellen) möchte ich nur kurz auf folgende Merkmale der Blu Ray eingehen:

- Das Bild der Blu Ray ist exzellent und hat absolute Referenzqualität (und zwar nicht im Vergleich zu DVDs, sondern zu den besten Blu Rays)
- Extras sind sehr unterhaltsam, insbesonders der außerordentlich witzge Ausschnitt zu "Stolz der Nation"
- Im Gegensatz zur Amerikanischen Blu Ray, wo eine Szene entfernt wurde, ist der Film hier ungeschnitten

- Und hier hat Universal sehr gut aufgepasst: dadurch dass der Film im Original viersprachig ist (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) gibt es eine besondere Problematik bei den Untertiteln und Sprachen. Zum Einen hat Universal den Originalton mit allen 4 Sprachen und der (mir im Sinn nicht ganz schlüssigen) Deutschen Synchro, wo nur die Englischen Schauspieler synchronisiert sind, draufgepackt. Zum Anderen bieten die Untertitel eine Vielzahl von verschiedenen Optionen an, die je nach Sprachbegabung des deutschen Zuschauers Sinn machen. So gibt es eine Untertitelspur, wo alles ausser Deutsch untertitelt ist, die Untertitelspur der Internationalen Fassung, wo alles ausser Englisch untertitelt ist, und jetzt kommt es: eine Untertitelspur, wo nur die französischen und italienischen Dialoge untertitelt sind! Für mich persönlich als jemandem, der Deutsch und Englisch sprechen kann (und was wahrscheinlich dem Profil vieler Deutscher O-Ton Gucker etspricht) ist dies genau die Option, auf der ich gehofft habe!

- Und noch als Zuckerle: im Gegensatz zur Amerikanischen Blu Ray sind die Untertitel NICHT im Filmmaster eingebrannt, sondern werden vom Player generiert. Und zwar so, wie sie auch im Kino ausgeschaut haben.

Fazit: die Deutsche Blu Ray ist tatsächlich bisher die beste Veröffentlichung. Universal hat sehr gute Arbeit geleistet!

ERGÄNZUNG: die im Review erwähnten Untertiteloptionen sind nur über die Fernbedienung erreichbar! Die Option "Alles ausser Deutsch untertitelt" ist in Spur Nr. 4 vorhanden, Option "Nur Französisch und Italienisch untertitelt" ist in Spur Nr. 6. Danke an Chris für den Hinweis.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


65 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein paar Anmerkungen zur DVD-Version, 5. April 2010
Von 
N. I. Body - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds (DVD)
1.) Preise vergleichen! Bild- und Tonqualität der DVD sind zwar einwandfrei, die Blu Ray kostet aber manchmal gleich viel oder sogar weniger als die DVD.

2.) Schon allein wegen der unglaublichen Performance von Christoph Waltz sollte man den Film gesehen haben. Der von ihm gespielte höflich-tödliche Über-Bösewicht wird zu Recht in die Filmgeschichte eingehen. Aber auch die anderen Schauspieler liefern zum Teil aussergewöhnliche Leistungen ab.

3.) Diesen Film unbedingt mit Originalton und Untertiteln anschauen! Die Schauspieler wechseln zwischen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch ständig hin- und her. Wer I.B. eingedeutscht ansieht, dem entgeht zwangsläufig ein großer Teil des Filmgenusses. Nicht wenige Szenen beziehen ihren Witz genau aus dieser Sprachenvielfalt.

4.) Über Pro- und Contra von Story und einzelnen Charakteren lässt sich nahezu endlos diskutieren. Q.T. hat sich über jedes einzelne Detail Gedanken gemacht. Ob man das Ergebnis gut findet, oder nicht, das bleibt einem selbst überlassen. Ansehen sollte man sich diesen Film, der keine Hollywood-Einheitsbrei-Produktion ist, auf jeden Fall. Historische Genauigkeit, guten Geschmack und Samthandschuhe hat Q.T. vor Drehbeginn jedenfalls über Bord geworfen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen FSK 16? Merkwürdig ..., 23. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds [Blu-ray] (Blu-ray)
Bewertung der BluRay:

Positiv:

Sehr gutes Bild, tolle Farben, fantastische Schärfe. Der Ton ist ebenfalls sehr gelungen, Dialoge alle sehr gut verständlich, der Score meistens eher im Hintergrund. An einer Stelle erklingt ein David Bowie-Song, der äußerst wuchtig und kraftvoll durch die Boxen strömt. Hier kann eine gute Surround-Anlage durchaus etwas zeigen! Ein paar Explosionen gibt es auch, MG-Salven klingen täuschend echt, so wie auch zum Beispiel die Szene, in der Fredrick an die Tür zum Vorführraum klopft. Hätte um ein Haar zuhause die Tür aufgemacht :-)

Überragend sind die Leistungen der Darsteller Christoph Waltz und Diane Kruger, auch August Diehl überzeugt in seiner Rolle. Alleine wegen der beiden Erstgenannten, lohnt es sich durchaus, den Film anzusehen. Kulissen, Locations und Ausstattung (Kostüme) wirken sehr plakativ, beinahe schon übertrieben bunt. Das ist aber wohl so gewollt und deshalb auch positiv.

Die Anfangsszene auf dem französischen Bauernhof und der "Spiele-Abend" in der Taverne sind sicher jetzt schon Klassiker der Filmgeschichte. Wirklich genial herausgearbeitet.

Mittelprächtig:

Die Story ist etwas dünn. Der Film handelt zu 70% von den Vorbereitungen rund um eine Kino-Sprengung in Paris. Dort haben sich alle Nazi-Größen zu einer Premiere versammelt. Brad Pitt und Daniel Brühl fallen jedenfalls nicht negativ auf, aber leider auch nicht besonders positiv.

Negativ:

Neben den eher dürftigen schauspielerischen Leistungen von Martin Wuttke (Hitler) und Til Schweiger (der aus seiner Rolle fast nichts macht), hat mich in allererster Linie die brutale Gewaltdarstellung in dem Film massiv gestört. Von einem FSK 16-Film erwarte ich zwar durchaus Geballer aber einfach keine grausamen Blut-Orgien, wie sie hier mehrfach zu sehen sind. Wäre der Film (wie meiner Meinung nach dringend geboten) FSK-18 gewesen, hätte ich mir die BluRay gar nicht erst gekauft weil ich Blut und Gemetzel in detaillierter Darstellung nicht sehen will. Hier wird es stellenweise ähnlich eines Horror-Schockers. Geht für mich eindeutig zu weit und führt vor allem anderen zur Abwertung auf drei Punkte.

Eigentlich schade, denn Tarantino hat auch in diesem Film so geniale Ideen und Umsetzungen bzgl. Dialogen und Gesellschaftsszenen, dass er es m. E. nicht nötig hat, hier derartig die Gewalt zu übertreiben. Werde mir den Film mit Sicherheit nicht nochmal ansehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Fiktion schlägt Wirklichkeit: Bei Tarantino gewinnt das Kino den Krieg!, 25. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds [Blu-ray] (Blu-ray)
Wenn sich ein cineastischer Gratwanderer vom Schlage eines Quentin Tarantino mit seinem Hang zur ästhetisch stilisierten Gewalt einem Thema wie dem Zweiten Weltkrieg widmet, kann man nicht ernsthaft erwarten, dass dabei ein weiteres dieser Machwerke inflationär produzierten Kitsches herauskommt, mit denen vor allem das Fernsehen den Zuschauer in regelmäßigen Abständen versorgt. "Inglourious Basterds" ist eine fast schon kindliche Rachevision, die politisch vollkommen unkorrekt ist, sich um historische Fakten wenig kümmert, in der ohne jegliche moralische Bedenken getötet wird und Tarantino sich mit unverschämter Dreistigkeit über die schwere Bürde der Geschichte hinwegsetzt, indem er den Spieß einfach mal umdreht, die Betroffenen aus ihrem Trauma reißt und die sonst so hilflosen Opfer zu erbarmungslosen Richtern macht. Dabei geht es aber nicht nur um eine surreale Revision einer ungerechten Wirklichkeit, in der die Täter meist ihrer verdienten Strafe entkamen. Dieser groteske Parforceritt will vielmehr eine befreiende Katharsis sein, die sich versucht, von allen Fesseln einer faschistoiden Ästhetik aus jenen dämonischen Zeichen und Symbolen zu lösen, die bis heute immer noch ihr Unwesen in manchen Köpfen treiben. Wer die Nazis endgültig besiegen will, muss ihre Propagandamaschinerie zerstören. In Tarantinos Logik gehört es dazu auch, sich in aller Konsequenz von den gängigen Formen des Erzählkinos zu verabschieden. Man könnte diese heikle Thematik auch als den immer selben drögen Aufguss inszenieren, wie es beispielsweise Bryan Singer nahezu zeitgleich in "Valkyrie" tat. Oder man tränkt stattdessen den Topos in eine hochexplosive Mixtur aus Kriegsfilm, Italo-Western, Agententhriller, Pulps, Comics und einen Hauch von Melodram und reichert das Ganze noch mit etlichen filmischen Zitaten, doppelzüngigen Dialogen, makabren Humor und extravaganten Dingen wie einem Mexican Standoff an. Dabei fällt der Plot ziemlich trivial aus: Eine kleine Gruppe von US-Soldaten unter dem Kommando von Aldo Raine schlachtet alle Nazis ab, die ihnen über den Weg laufen. Ihr Gegenspieler ist der perfide Judenjäger Hans Landa, der gleich zu Beginn eine jüdische Familie aufspürt und ermorden lässt, bis auf Shosanna, der die Flucht gelingt. Sie taucht in Paris unter, wo sie sich als Filmvorführerin über Wasser hält. Als Goebbels ausgerechnet Shosannas Kino für die Uraufführung des Propagandafilms "Stolz der Nation" auswählt, schlägt die Stunde der Rache.

Insbesondere die Exposition erinnert in ihrem erbarmungslosen Rhythmus stark an den Spaghetti-Western und ähnlich wie bei Leone verschwimmen auch bei Tarantino die Trennlinien zwischen Gut und Böse, weil die Guten eben auch ein bisschen böse sind, nur haben sie die besseren Gründe dies zu sein. Im Prinzip steckt in Typen wie Raine oder Stiglitz dieselbe Sorte Mensch wie in Landa, nämlich ein Sadist. Am deutlichsten wird dies in der Szene in der Kellerbar, als die Basterds in Naziuniform zu einem konspirativen Treffen mit der charmanten Agentin Bridget von Hammersmark erscheinen. Als Betrachter ist man hier kaum noch in der Lage zu differenzieren, zumal sich die Basterds der Methodik ihrer Gegner bedienen. So wie die Nazis mit ihrer Propaganda das Bewusstsein ihres Gefolges manipulieren, so unterminieren die Basterds auf gleiche Weise die Wahrnehmung der Nazis. Jeder von den Basterds könnte auch ein Nazi sein und jeder von den Nazis wiederum ein Basterd. So gaukelt es Tarantino zumindest dem Publikum vor, vielleicht weil er glaubt, dass man Sadisten nur mit Sadisten besiegen kann. Der einzige Unterschied zwischen Landa und den Basterds besteht darin, dass sich Landa kultivierter gibt. So ist er höflich und zuvorkommend (wenn auch nur um seine Opfer aus der Reserve zu locken), verfügt über stilvolle Manieren, begrüßt Damen sogar mit einem Handkuss, weiß die Vorzüge eines guten Apfelstrudels zu schätzen und ist rhetorisch überaus begabt. Dass Tarantino und in Persona der grandiose Waltz das Bild dieses effizienten Judenjägers völlig entgegen aller Klischees nachzeichnen, ist dabei ein raffiniertes Kalkül, weil dadurch für Landa das Alibi vom einfachen Mitläufer, der von Goebbels Propaganda nur verführt wurde, nicht mehr gilt. Landa ist zu schlau, um sich über die wahren Umstände des Regimes im Unklaren zu sein. Was er sogar indirekt selbst zugibt, indem er gleich zu Beginn im Haus des Milchbauern über Führer-Reden witzelt. Jemand, der so intelligent ist, dass er bereits im System die dahinterstehende Ideologie durchschaut und ins Lächerliche zieht, aber dennoch willig in gehobener Position mit grenzenloser Lust an der Folter in dieser verbrecherischen Maschinerie mitwirkt, kann man getrost als voll schuldfähig und abgrundtief bösartigen Opportunisten bezeichnen, zumal er mitnichten nur der bürokratische Schreibtischtäter ist, den er in der Eröffnungssequenz mit seiner Zettelwirtschaft zu suggerieren glaubt. Weswegen ihm Raine auch das Hakenkreuz mit einem Messer als Stigma in die Stirn ritzt. Uniformen kann man abstreifen, eine Tätowierung dagegen nicht. Man stelle sich mal vor, dieses Ritual hätte es damals wirklich gegeben. Tausenden von flüchtigen Nazis wäre es nach dem Krieg unmöglich gewesen, mit einer neuen Identität irgendwo in der weiten Welt unterzutauchen, um sich so vor der eigenen Verantwortung zu drücken, wie es Landa plant, als er Raine zu einem Deal überreden möchte.

Reden ist ein gutes Stichwort. Denn "Inglourious Basterds" ist kein normaler Kriegsfilm. In normalen Kriegsfilmen wird viel geballert und wenig geredet, bei Tarantino wird dagegen viel geredet und dazwischen ein bisschen geballert, dafür dann aber umso heftiger und brutaler. Und es scheint fast so, als würden die langen Dialoge nur dazu dienen, die Temperatur weiter zum Sieden zu bringen, ehe sich die Gewalt in ekstatischen Ausbrüchen entlädt. So sehr die Protagonisten allerdings auch versuchen, den Plot in einer Flut von Dialogen zu ertränken, so wenig Wahres transportieren doch die rege ausgetauschten Floskeln. Jeder belügt hier jeden, jeder führt sein Gegenüber an der Nase herum, der Schein verdeckt das Sein, was den Film zu einem zynischen und suggestiven Katz-und-Maus-Spiel macht, das sich um Maskerade, Täuschung, die Kunst der Verstellung und die Entschlüsselung geheimer Codes dreht und somit in eine unterschwellige Aufforderung an das Publikum mündet, die Sinne zu schärfen, genau zu beobachten, Zeichen richtig zu deuten, um sich von der medialen Subversion nicht hinters Licht führen zu lassen.

Ungewöhnliche Dinge erfordern manchmal ungewöhnliche Maßnahmen, weshalb Quentin Tarantino für die Auflösung dieser Rachevision auch sein Allerheiligstes auf dem Altar opfert, nämlich das Kino, wo er die elitäre Herrenrasse zum diabolischen Todestanz bittet. So verriegelt er die Türen und brennt die gesamte widerliche Nazi-Clique in einem lodernden Inferno nieder, das seinen Ursprung in über 350 Filmen auf leicht entflammbaren 35mm-Nitrozelluloid hat, während Shosanna mit sardonischem Gelächter eine letzte Botschaft von der Leinwand an die Peiniger sendet. Die Begleitmusik zu diesem bestialischen Gericht liefern die Basterds, die lüstern mit Maschinengewehren in die Menge halten. Die blutige Krönung einer über zwei Stunden währenden Dekonstruktion des Nazi-Mythos in seine allererbärmlichsten Einzelteile. Und wenn Tarantino mit Goebbels Propagandamaschinerie fertig ist, dann sind alle Zeichen zerstört, alle Symbole zertrümmert, alle Heldenepen abgewickelt, sämtliche Bilder ausgelöscht und ihre Macher endgültig in Stücke zerfetzt auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Bei Tarantino gewinnt das Kino am Ende den Krieg.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Rache. Zumindest in der Phantasiewelt des Films, 21. September 2011
Von 
junior-soprano "Powderfinger" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds (DVD)
Inglourious Basterds. Ein Tarantino Film. Historisch sehr unpräzise. Und doch sehr unterhaltsam. Da ich den Film erst viel zu spät gesehen habe, musste ich an den hervorragenden X-Men First Class denken, denn auch hier spielt der brillante Michael Fassbender mit. Und das ist es für mich auch was diesen Film so interessant macht: die vielen Assoziationen, die ich damit verbinde. Und natürlich die vielen bekannten Schauspieler (sogar Bela B. von den Ärzten ist dabei, sowie der großartige August Diehl). Im Wesentlichen ist es aber die Christoph Waltz Show! Der sadistische, sprachbegabte, kultivierte, ehrgeizige Offizier, den er spielt fasst den ganzen Film sehr gut zusammen. Erst wird höflich parliert und für die Dame ein Apfelstrudel bestellt, nur damit anschliessend die Maske fällt, die Zigaretten im Strudel ausgedrückt und noch viel Barbarischeres getan wird. Eine zivilisierte Nation, die sich barbarisch benimmt.

Der Film ist ein einziger Rachefeldzug. Ein fiktiver freilich. All die Täter zur Rechenschaft ziehen für ihre Taten. Im Film geht das.

Eine amerikanische Spezialeinheit, angeführt vom Halb-Indianer Aldo Raine (Brad Pitt) ist in Europa auf der Jagd nach Nationalsozialisten. Dabei kreuzen sich ihre Wege mit einer Überlebenden einer Exekution, die Hans Landa (Waltz) beauftragt hatte. Die junge Frau trifft auf einen deutschen Kriegshelden (Daniel Brühl), der im Alleingang 300 Amerikaner erschossen hat. Der Propagandaminister machte daraus einen Film. In den Extras der DVD ist dieser Film enthalten. Die Amerikaner hätten die Stellung des Deutschen sprengen können, nahmen aber Rücksicht auf das denkmalgeschütze Gebäude, in dem sich der Soldat versteckt hielt.
Anfang und Finale des Films sind besondere Highlights. Die Premiere des Propagandafilms finden im Kino der jungen Überlebenden statt und im Sahl befinden sich einige der prominentesten Figuren des NS-Reiches. Eine Chance den Krieg vorzeitig zu beenden. Besonders lustig: die dilettantische Tarnung der Basterds. Mal fliegt ihre Tarnung als Deutsche auf, weil sie starken Akzent haben und drei Getränke mit den falschen Fingern bestellen. Dann tarnen sie sich als Italiener und werden vom Oberlehrer Landa erst abgefragt und dann für ihre Mühe gelobt. Ein schöner Seitenhieb auf all die unzähligen Filme mit völlig unplausibler Handlung und unglaubwürdigen Charakteren. Die Basterds wollen eigentlich nur endlich Rache üben und nicht Fremdsprachen lernen und Spielchen mit Leuten spielen, die sie verachten. Sogar Til Schweiger hat hier eine sehr schöne Szene, während Diane Heidkrüger/Kruger wieder mal sehr blass bleibt.

Der Film hat seine Längen, ist halb Western, halb Drama, ein ziemlicher Klamauk, aber doch sehr unterhaltsam.

Extras: Film "Stolz der Nation", Erweiterte & Alternative Szenen, Trailer
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Macht doch mal die Augen auf........, 16. Oktober 2010
Von 
SkyShootZ - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
......und Ihr werdet erkennen, dass es sich bei dem Streifen mitnichten um eine Dokumentation handelt! Ich kann die ganzen abwertenden Kommentare im Bezug auf den geschichtlichen Wahrheitsgehalt nicht mehr hören! Wenn jemandem der Film nicht gefällt, ist es sein gutes Recht, dass zu äußern. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden! Allerdings doch dann aber nicht unter dem Vorwand, dass dort nur geschichtliche Halbwahrheiten verbreitet werden, denn dieser Film wurde nie gegenteilig angepriesen! Das ist ein Tarantino und der soll unterhalten. Das ist keine Dokumentation mit einer tiefgründigen, geschichtlichen Hintergrundrecherche! Aber vielleicht habt Ihr ja bei "From Dusk till dawn" auch schon verzweifelt danach gesucht!

Von mir gibt's eine klare Kaufempfehlung, zumal die Box sich nun bei einem Schnäppchenpreis wieder findet, wenn man bedenkt, dass das Steelbook einzeln lediglich 7,- günstiger ist! Das verlangte Sümmchen ist für diese Box und deren Inhalt vollkommen gerechtfertigt!
Alleine der Part von C. Waltz ist es wert, sich diesen Film anzusehen. Den Oscar hat er nicht grundlos bekommen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahlloses Morden als filmisches Stilmittel?, 25. Februar 2013
Ich möchte vorwegnehmen, dass ich keinesfalls pazifistischer Natur bin und auch einem höheren Gewaltgrad im Filmen nichts entgegenzusetzen habe.

Zu meiner ersten Rezension überhaupt hat mich jedoch jene Fragestellung veranlasst, inwiefern sie in Tarantinos Werk ihre Daseinsberechtigung hat. Zweifelsfrei ist sie in solchen Momenten angebracht, wie sie auch tatsächlich anno '45 an der Tagesordnung waren, wie *Spoiler* die Erschießung der Juden zu Beginn des Films. *Spoiler off*
In dieser Szene ging es nicht um die Befriedigung Tarantinos Gewaltdarstellungssucht, wie in manch anderer Szene, als "jemandem" mit einem Maschinengewehr das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt wird. Solcherlei Szene wiederum erzeugt in keinem Falle Authentizität sondern eher Absurdität, die dem Film eine surreale Note verleiht, welche im Konflikt zu den realistischen, authentischen Episoden des Films steht.

Ungeachtet dessen erzeugen die Dialoge und Figuren eine Hau-drauf-Stimmung, wie man sie von diesem Film auch erwartet. Die deutsche Penibilität dargestellt von Christoph Waltz wird aufs Herrlichsten karikiert, was wohl zum großen Teil seiner schauspielerischen Leistung zuzuschreiben ist.

Abschließend spreche ich für all jene, denen der unkonventionelle, blutrünstige Stil Tarantinos nichts ausmacht, eine klare Kaufempfehlung aus.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schauspiel-Kino...., 22. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Inglourious Basterds (DVD)
Ich habe mir nach Tarantinos neuestem Film Django Unchained" (der mich überzeugt hat) , Inglourious Basterds" angesehen, um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben. Ich muss zugeben ich bin kein Kenner was Tarantino betrifft, da mich bislang seine Filme nicht wirklich interessiert haben.

Kontinuierlich interessant, aber selten wirklich unterhaltsam, steht Inglourious Basterds auf den ersten Blick in der Tradition von martialischen, selbstironischen Abenteuerfilmen wie The "Guns of Navarone" (1961) und "The Dirty Dozen" (1967). Doch trotz den ungewöhnlich actionlastigen Szenen, findet man in den über zweieinhalb Stunden Laufzeit von Inglourious Basterds keine Szene, die man als Schlacht bezeichnen könnte, noch andere spektakuläre Actionszenen (das finale Massaker mal ausgenommen, in dem aber nicht so sehr gekämpft als gestorben wird). Auch erfährt man weder viel über die einzelnen Mitglieder der titelgebenden "Basterds", noch sind die Nazis hier die üblichen widerlichen, eindimensionalen Bösewichter. Das Genre dient Tarantino anscheinend mehr als Sprungbrett für eine Reihe von sehr angespannten, ausufernden Unterhaltungen zwischen verfeindeten, aber freundlich agierenden Gesprächspartnern.

Unterteilt in fünf Kapiteln, erzählt Inglourious Basterds einem Roman gleich von mehreren Hauptfiguren und verbindet dabei mehrere Handlungsstränge, die dann im letzten Kapitel zusammenlaufen. Man hat das Gefühl Tarantino ist weniger an der Story seines Films interessiert, als an den Abschweifungen vom eigentlichen Thema, an denen seine Aufmerksamkeit aber oft zu lange hängenbleibt. So gibt es immer wieder leicht ermüdende, manchmal banale Unterhaltungen, Gestik und Mimik der Dialogpartner, die akribisch registriert werden. Dabei können die Schauspieler in diesen mitunter sehr amüsanten Szenen oft glänzen (neben dem bereits allerorts gefeierten Waltz als ungemein charmanter, eloquenter und wunderbar enthusiastischer Bösewicht können vor allem auch der besonders intensive August Diehl und der besonders coole Michael Fassbender als konkurrierende Tischpartner brillieren). Die Sprache ist gefährlicher als die Tat, der hochhackige Schuh gefährlicher als das Laufen in ihm, Schweiger ist ungefährlich, wenn er schweigt. Und Waltz walzt alles nieder - selbst den österreichischen Apfelstrudel.

Deshalb ist auch Inglourious Basterds nicht der actionhaltige Kriegsfilm, den der Trailer zum Film verspricht, sondern ein genuiner Schauspielerfilm, ein hochgradig selbstverliebter Dialogfilm mit erzählerischen Längen und dramaturgischen Schwächen, aber doch auch gesegnet mit einer handvoll gelungener Momente. Die Figuren aus Inglourious Basterds sind etwas interessanter, bleiben aber doch bemüht-schräge Schablonen, vom durchweg überzogen agierenden Pitt als Aldo Raine über den eintönig psychotischen Eli Roth als "Bärenjuden" bis hin zu den generell farblosen "Basterds". Richtig auftrumpfen dagegen dürfen sämtliche Nazi-Darsteller, vom grotesken Pop-Hitler über den fabelhaft schmierigen Goebbels bis zu Daniel Brühl in einer ungewohnt doppelbödigen Rolle. Aber wirklich haften bleibt letztlich nur die Figur des Hans Landa. (Christoph Waltz) Daher bekommt der Film für mich trotz mancher Mängel 4 Sterne, 3 wären eindeutig zu wenig und 5 zu viel.

Noch eine Anmerkung, es scheint eine Tatsache zu sein, was mich bei vielen hier zu lesenden Rezensionen erschreckt hat, daß der Film extrem in Richtung pures Action-Kino gerückt wird. Dies wird dem Film am wenigsten gerecht, denn dafür sind zuviele versteckte Anspielungen und oft messerscharfe, hintersinnige Dialoge vorhanden. Das vielleicht oberflächlich betrachtete Action-Kino, stellt für mich nur eine Art Transport- und Stilmittel dar, ohne anscheinend von vielen Betrachtern bemerkt zu werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 271| Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Inglourious Basterds [Blu-ray]
Inglourious Basterds [Blu-ray] von Quentin Tarantino (Blu-ray - 2010)
EUR 8,97
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen