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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsame Spitze, 26. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
Was kommt dabei heraus, wenn man die größte Rock-Band der Welt, die sonst eher Stadien wie Wembley oder die Rose Bowl ihr zu Hause bei Live-Auftritten nennt, auf eine Tour durch kleinere Clubs wie den Paradiso Club in Amsterdam oder das Olympia Theatre in Paris schickt? Richtig. Ein Live-Album, das auf äußerst charmante Art und Weise an die Anfänge der Mannen um Mick Jagger erinnert. Schon beim Abspielen des ersten Tracks "Street Fighting Man" kann man sich lebhaft die Stimmung im überschaubaren Getümmel in der intimen Location vorstellen. Der Funke springt dann spätestens beim Bob-Dylan-Klassiker "Like A Rolling Stone" - hier in einer Mitgröl-Gassenhauer-Version - über. Selbst dem kontrolliertesten Zeitgenossen dürfte es dabei schwer fallen, beim Refrain nicht lauthals mitzusingen. Das ist vielleicht nicht ganz im Sinne von Mr. Dylan, aber den Stones zuliebe kann man schon mal eine Ausnahme machen. Beschaulicher geht es dann bei den nächsten Songs zu. Beschaulicher wohlgemerkt - keinesfalls schlechter. "I'm Free" und eine großartige Akustik-Version von "Wild Horses" sind unbestritten eine Klasse für sich. Aber die Stones wären ja nicht die Stones, wenn sie nicht noch eine Schippe drauflegen könnten. Das tun Richards & Co. dann auf "Dead Flowers", für mich der beste Stones-Song überhaupt. Andere Zuhörer hingegen wird wohl eher "Angie" in ekstatische Verzückung versetzen. Ein weiteres Glanzlicht auf diesem sensationellen Longplayer ist die phantastische Gospel-Version von "Sweet Virginia"...Glückseligkeit ist da fast schon garantiert. Sind dann schließlich die letzten Takte von "Little Baby" verklungen, so ist man begeistert, aber auch neidisch. Neidisch auf diejenigen, denen es vergönnt war, die Rolling Stones bei jener Tour durch die kleinen Venues live zu erleben. Ein verpasstes Erlebnis, das man wohl nie mehr nachholen kann. Aber immerhin darf man sich mit "Stripped" vertrösten. Selten war ein Album, das keine neuen Songs enthält, so erfrischend und hörenswert. Bob Dylan hatte "Before The Flood", die Rolling Stones haben "Stripped". Gehört in jeden Haushalt!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I felt like a Hillbilly for a minute...", 20. November 2009
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
"...just a minute, though!" Jaggers humorige Ansage im Anschluss an Dead Flowers verdeutlicht sehr gut die humorvoll-entspannte Spielfreude, die das Album ausstrahlt. Man merkt den Stones an, wie viel Spaß sie bei den Aufnahmen hatten; als Keith die Einleitung von Love in vain verpatzt, amüsieren er und Ronnie sich prächtig und lassen sie drin, und Ronnie schraddelt unbekümmert mit seiner Slidegitarre immer mal wieder haarscharf auf der Suche nach dem richtigen Bund an eben jenem vorbei.

Die meisten nannten es damals "Unplugged", Page & Plant "unledded", bei Joe Cocker hieß es "Organic", und bei den Stones natürlich "Stripped", also in etwa "abgespeckt, entschlackt", aber eben auch "entblättert", je nach Standpunkt. Ganz "unplugged" war es ja auch nicht, schließlich blieben bei einigen Songs die E-Gitarren eingestöpselt, und das war auch gut so. Interessanterweise wählten die Stones fast nur Songs von 1964-1973 aus; die Ausnahme bildet die endgültige Version von Slipping away, die mich, anders als die '89er Studiofassung, erst überzeugen konnte.

"Stripped" (59:42), entstanden bei der "Voodoo Lounge"-Tournee '94/'95, ist das bis heute originellste Tour-Mitbringsel der Rolling Stones. Warum es allerdings immer wieder unter "Live-CD" firmiert, kann ich nicht ganz nachvollziehen; es mag ja sein, dass die Songs größtenteils ohne Overdubs auskamen, aber vor Publikum scheinen mir nur Street Fighting Man, Like a Rolling Stone, Shine a Light, Dead Flowers und Angie mitgeschnitten worden zu sein, die restlichen neun Songs sind Studioaufnahmen.

Aber egal, das Konzept zählt, und das hat Bestand: mit den Akustikgitarren, die Street Fighting Man antreiben, nähert sich die Band wieder der Rangehensweise an die '68er Studioaufnahme. Not fade away war der Opener bei dieser Tournee, Angie wurde um eine Minute gekürzt gespielt, was ihr gut tat, Shine a Light war kompakter als die Studiofassung, und Songs wie Dead Flowers, Sweet Virginia oder Let it bleed flockten gut gelaunt vor sich hin (wenn auch letzteres einiges von der ursprünglichen Düsternis eingebüßt hat). Aus der etwas unbeholfenen Beat-Band-Nummer I'm free machen die Stones dreißig Jahre später ein kleines, aber schimmerndes Juwel, und aus der Satisfaction-UK-B-Seite The Spider and the Fly blitzt Jaggers Humor auf, wenn er statt der ursprünglichen Zeilen "she was comin' flirty, she looked about thirty" (das war für den Mittzwanziger seinerzeit offenbar gruselig alt!) selbstironisch singt, dass sie mittlerweile fünfzig ist. Obwohl der Blues Little Baby Premiere auf einer Stones-CD feiert, ist er als Schlussnummer vielleicht doch nicht die glücklichste Wahl.

Zwei Songs waren die ganz offensichtlichen Single-Auskoppelungen: Bob Dylan mag Like a Rolling Stone weder für noch über die Stones geschrieben haben, aber ich musste schon schmunzeln, als sie es am 19.8.'95 auf dem Hockenheimring spielten! (Die Karte kostete noch 65 DM, wohlgemerkt.) Wild Horses, seit 1971 eine der eindringlichsten Balladen in ihrem Repertoire, erreicht durch die leicht gestraffte Neuinterpretation sogar noch etwas mehr an altersweiser Intensität; sie gehört zu Charlies Lieblingseinspielungen.

Auf den Maxi-CDs Like a Rolling Stone, Wild Horses und I go wild fanden sich noch geile Versionen von Live with me und Tumbling Dice (beide tauchten auf "Rarities 1971-2003" wieder auf), All down the Line, Black Limousine, I go wild und meine Lieblings-Liveversion von Gimme Shelter, auf dem "Hope floats"-Soundtrack gab's noch Honest I do, alle ebenfalls von dieser Tournee und mühelos das "Stripped"-Niveau haltend.

Beim Remaster von 2009 kann ich beim besten Willen keine Klangbearbeitung oder gar -verbesserung feststellen, was beim fantastischen Klang des Originals auch gar nicht vonnöten war. Wer also seine Original-CD noch hat, braucht sie nicht zu entsorgen und kann sich weiterhin am CD-ROM-Teil erfreuen, der bei der Neuauflage nicht mehr enthalten ist.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stones Live? - wenn dann diese, 14. Dezember 2009
Von 
V-Lee (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
Gleich vorweg - die Musik der Stones liebe und höre ich seit fast 30 Jahren und besitze auch alle ihre Studio Alben. Es gab bis heute wohl kaum eine wichtigere Rockband, nur alles was in diesen 30 Jahren ,Live' von ihnen gesehen, oder gehört habe, hat mich nie überzeugt - bis auf dieses Album hier.

,Stripped' erschien im Zuge des unplugged booms und präsentiert die Stones auch tatsächlich in einem akkustischeren Gewand. Sie vermeiden es hier auch die großen Rock Hits wie ,Satisfaction', ,Jumpin' Jack Flash' oder ,Start Me Up' zu spielen, denn die würden mit diesem sound zweifellos verlieren. Die songauswahl geizt aber trotzdem nicht mit Klassikern und viele davon gibt es hier in ihren besten Versionen zu hören.

Schon bei ,Street Fighting Man' bekommt man das Gefühl, dass dieser song genauso gespielt gehört, ,Like A Rolling Stone' wird geschmackvoll - wenn auch nicht sehr innovativ - interpretiert, und das entschleunigte ,Not Fade Away' mit seinen detailverliebten percussions schlägt dann die Studio Version sowieso um Längen.

,Shine A Light' ist packend und berührend gleichzeitig. Letzteres muß man auch den großen Balladen wie ,Wild Horses' und ,Angie' attestieren. Auch ,I'm Free' klingt hier von der Stimmung her viel passender dargebracht, als das Original.

Der schleppende Blues von ,The Spider And The Fly' ist dann ein später Beweis dafür wie authentisch die Stones diese Musikrichtung drauf haben. Auch ,Let It Bleed' und ,Dead Flowers' erleben hier ihre überzeugendsten Inkarnationen, eben weil sie ,stripped' aber viel melodiöser und intensiver gespielt sind.

Der akkustisch dominierte sound (E-Gitarren solis gibt's schon auch, aber die sind sehr geschmack- und gefühlvoll) passt ihnen ausgezeichnet und damals schien es es so, als hätten sie einen Weg gefunden in Würde zu altern.

Jagger's performance ist kaum queirlig und er legt hier wirklich Wert darauf gut zu singen, was ihm auch gelingt, weil er bei diesem set eben nicht ständig nervös über die Bühne zappeln muß.

Wer die Stones mit einem wirklich guten live-set hören will, der sollte hier unbedingt zugreifen - zumal es eines der besten unplugged - Veröffentlichungen dieser Zeit überhaupt ist. Ihr bestes Album der 90er ist es sowieso.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochwertigster Live-Sound,..., 11. November 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
der ohne Zweifel im Studio ein wenig >>aufgepuscht<< wurde, was >>Stripped<< aber keineswegs schadet, wie ich finde.
Live haben die Stones (auf einer Platte) niemals besser geklungen. Zudem ist die Setlist unglaublich stark.
Die meisten Songs auf >>Stripped<< stammen aus den 60er und 70er-Jahren. Nur >>Slipping away<<, das Richards mühevoll ins Mikro krächzt ist (wenn man so will) eine neuere Aufnahme (Jahrgang 1989).

Das Booklet enthält alle Songtexte und zeigt einige hervorragende Schwarzweißfotografien.

Nun möchte ich auf die einzelnen Nummern etwas genauer eingehen, um mein Lob (für diese Scheibe) anschaulich zu begründen:
* MIES
* * * * * HERVORRAGEND

1. STREET FIGHTING MAN * * * * *
Keith hämmert leidenschaftlich in seine Akustikgitarre, Charlie steigt locker-rockig mit der nackten Snare ein - was für eine Eröffnung!!
Street Fighting Man klingt hier absolut echt, nahe, direkt, energiegeladen - kurz: SPITZE!!

2. LIKE A ROLLING STONE * * * *
Wurde auch als Single ausgekoppelt. Die Stones covern hier die erfolgreichste Single im Rockgeschäft aller Zeiten. Wer Bob Dylans Originalversion kennt, wird feststellen, dass es die Band nicht ganz so toll hinkriegt, wie er einst. Allerdings kann man der Single, so wie sie Jagger und Co hier bringen, einen gewissen Charme (im Stones-Stil) nicht absprechen. Mir gefällt die Nummer jedenfalls!!

3. NOT FADE AWAY * * * *
Die erste Stones-Single vom 1. Album der Band ist ebenfalls eine Cover-Version. Ich persönlich finde die alte Studioaufnahme etwas besser. Not fade away klingt alles in allem aber trotzdem ganz nett und passt hervorragend auf diese Scheibe.

4. SHINE A LIGHT * * * * *
Diese Single vom legendären >>Exile On Main Street<<-Album wurde, soweit ich weiß, das erste Mal überhaupt Live wiedergegeben - mit Erfolg, wie ich nebenbei gleichzeitig erwähnen möchte - SUPER!!

5. THE SPIDER AND THE FLY * *
Dies war ursprünglich nur eine B-Seite. Ehrlich gesagt verstehe ich auch, wieso. Die Nummer ist nicht schlecht und passt auch gut zu den anderen Songs auf dem Album. Absolut Klasse ist sie allerdings nicht.

6. I'M FREE * * * * *
Besser geht's kaum. DANKE!!!!!!!!!

7. WILD HORSES * * * * *
Die Neuauflage des Klassikers von >>Sticky Fingers<< braucht sich hinter der Studioaufnahme (obwohl das hier ebenfalls eine Studioaufnahme ist) nicht zu verstecken. KLASSE!!!!

8. LET IT BLEED * * *
Ich hätte mich über >>You Got the Silver<< vom >>Let It Bleed<<-Album mehr gefreut. Trotzdem ganz OK!!

9. DEAD FLOWERS * * * *
Ein weiteres Mosaiksteinchen, das zum Gelingen der Platte insgesamt beiträgt!

10. SLIPPING AWAY * *
Da es Mr. Richards immer recht wenig geschert hat, was gerade >>in<< ist, passt diese Nummer von >>Steel Wheels<< irgendwie (mehr oder weniger) schon auf >>Stripped<<. Trotzdem ist es die schwächste Single auf der Platte, wie ich finde. Der Ausklang des Songs ist ganz gut. Die Studioversion ist aber um ein Vielfaches besser!

11. ANGIE * * * *
Genau so und nicht anders DARF dieser Klassiker live klingen. Der Song ist etwas kürzer als auf >>Goats Head Soup<<, was ihm aber keineswegs schadet!!

12. LOVE IN VAIN * * *
Zu Beginn haben Richards und Jagger Schwierigkeiten in den Song zu finden, was nach etwa 30 Sekunden zum Abbruch der Single führt. Anschließend hört man die Glimmer-Twins kurz miteinander reden. Dann legen sie nochmal los, wobei's diesmal klappt. Ich denke, dass dieser >>Fehler<< absichtlich eingebaut wurde, um zu verdeutlichen, dass die Stones hier tatsächlich Live spielen... Nun denn... Eigentlich wäre ein solcher Beweis nicht nötig gewesen. Das Album klingt auch dann gut, wenn man weiß, dass die Studiocrew hie und da ein wenig nachgebessert hat!!

13. SWEET VIRGINIA * * * *
Ein weiteres Juwel von >>Exile On Main Street<<. SCHÖN!!!

14. LITTLE BABY * * *
Dieses Cover ist der Abschluss dieser tollen Live-Platte. Der Song ist, wie ich finde, mittelprächtig. Er wertet das Album weder auf, noch macht er es schlechter. Ganz OK!

Dass die Stones auch Live-Platten machen können, haben sie leider nicht allzu oft unter Beweis gestellt. >>Stripped<<, das in einer Halle bzw. einem Club in Holland aufgenommen wurde zeigt, dass die >>größte Rock `n` Roll Band der Welt<< ihre Hausaufgaben eben in kleinen Clubs gemacht hat, bevor sie die Stadien und Megaarenen dieser Welt eroberte.

Meiner Meinung nach wurde >>Stripped<< (zumindest bislang) nie wieder übertroffen!!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Platte für die einsame Insel, 13. Januar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
Die Rolling Stones bei Stadionkonzerten zu hören, ist schon ein Erlebnis für sich. Sie spielen einfach in einer anderen Liga als alle anderen. Die Highlights jeder Tour sind aber die meistens kurzfristig angekündigten Clubkonzerte, von denen jeder wahre Fan träumt, einmal dabeizusein. Dann gibt es immer diverse Bootlegs davon, auf denen man meistens nur erahnen kann, was sich dort abgespielt hat. Nun wurde es endlich mal auf eine offizielle CD gebracht, dazu ein paar live im Studio gespielte Titel. Die CD ist nicht innovativ und enthält keine radiotauglichen Singlehits, zeigt aber besser als alle anderen Platten der Band ihre Qualitäten als Musiker. Sie brauchen kein Netz und doppelten Boden. Hier spielen Vollblutmusiker. Wie bei anderen Gelegenheiten auch, haben sich die Stones den Offerten von MTV-Unplugged verweigert und lieber ihr eigenes Ding gemacht, daß zwar nicht ganz "Unplugged" ist, aber trotzdem in diese Reihe paßt. Ich würde mir wünschen, daß es davon eine Fortsetzung gibt. Und wenn ich drei Platten mit auf die sprichwörtliche Insel nehmen dürfte, diese würde auf jeden Fall dazugehören, sie sollte auch sonst in keinem guten CD-Schrank fehlen.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochwertigster Livesound,..., 19. Februar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
der ohne Zweifel im Studio ein wenig >>aufgepuscht<< wurde, was >>Stripped<< aber keineswegs schadet, wie ich finde.
Live haben die Stones (auf einer Platte) niemals besser geklungen. Zudem ist die Setlist unglaublich stark.
Die meisten Songs auf >>Stripped<< stammen aus den 60er und 70er-Jahren. Nur >>Slipping away<<, das Richards mühevoll ins Mikro krächzt ist (wenn man so will) eine neuere Aufnahme (Jahrgang 1989).

Das Booklet enthält alle Songtexte und zeigt einige hervorragende Schwarzweißfotografien.

Nun möchte ich auf die einzelnen Nummern etwas genauer eingehen, um mein Lob (für diese Scheibe) anschaulich zu begründen:
* MIES
* * * * * HERVORRAGEND

1. STREET FIGHTING MAN * * * * *
Keith hämmert leidenschaftlich in seine Akustikgitarre, Charlie steigt locker-rockig mit der nackten Snare ein - was für eine Eröffnung!!
Street fighting man klingt hier absolut echt, nahe, direkt, energiegeladen - kurz: SPITZE!!

2. LIKE A ROLLING STONE * * * *
Wurde auch als Single ausgekoppelt. Die Stones covern hier die erfolgreichste Single im Rockgeschäft aller Zeiten. Wer Bob Dylans Originalversion kennt, wird feststellen, dass es die Band nicht ganz so toll hinkriegt, wie er einst. Allerdings kann man der Single, so wie sie Jagger und Co hier bringen, einen gewissen Charme (im Stones-Stil) nicht absprechen. Mir gefällt die Nummer jedenfalls!!

3. NOT FADE AWAY * * * *
Die erste Stones-Single vom 1. Album der Band ist ebenfalls eine Cover-Version. Ich persönlich finde die alte Studioaufnahme etwas besser. Not fade away klingt alles in allem aber trotzdem ganz nett und passt hervorragend auf diese Scheibe.

4. SHINE A LIGHT * * * * *
Diese Single vom legendären >>Exile on main street<<-Album wurde, soweit ich weiß, dass erste Mal überhaupt Live wiedergegeben - mit Erfolg, wie ich nebenbei gleichzeitig erwähnen möchte - SUPER!!

5. THE SPIDER AND THE FLY * *
Dies war ursprünglich nur eine B-Seite. Ehrlich gesagt verstehe ich auch, wieso. Die Nummer ist nicht schlecht und passt auch gut zu den anderen Songs auf dem Album. Absolut Klasse ist sie allerdings nicht.

6. I'M FREE * * * * *
Besser geht's kaum. DANKE!!!!!!!!!

7. WILD HORSES * * * * *
Die Neuauflage des Klassikers von >>Sticky Fingers<< braucht sich hinter der Studioaufnahme (obwohl das hier ebenfalls eine Studioaufnahme ist) nicht zu verstecken. KLASSE!!!!

8. LET IT BLEED * * *
Ich hätte mich über >>You got the silver<< vom >>Let it bleed<<-Album mehr gefreut. Trotzdem ganz OK!!

9. DEAD FLOWERS * * *
Ein weiteres Mosaiksteinchen, das zum Gelingen der Platte insgesamt beiträgt!

10. SLIPPING AWAY * *
Da es Mr. Richards immer recht wenig geschert hat, was gerade >>in<< ist, passt diese Nummer von >>Steel wheels<< irgendwie (mehr oder weniger) schon auf >>Stripped<<. Trotzdem ist es die schwächste Single auf der Platte, wie ich finde. Der Ausklang des Songs ist ganz gut.

11. ANGIE * * * *
Genau so und nicht anders DARF dieser Klassiker Live klingen. Der Song ist etwas kürzer als auf >>Goats head soup<<, was ihm aber keineswegs schadet!!

12. LOVE IN VAIN * * *
Zu Beginn haben Richards und Jagger Schwierigkeiten in den Song zu finden, was nach etwa 30 Sekunden zum Abbruch der Single führt. Anschließend hört man die Glimmer-Twins kurz miteinander reden. Dann legen sie nochmal los, wobei's diesmal klappt. Ich denke, dass dieser >>Fehler<< absichtlich eingebaut wurde, um zu verdeutlichen, dass die Stones hier tatsächlich Live spielen... Nun denn... Eigentlich wäre ein solcher Beweis nicht nötig gewesen. Das Album klingt auch dann gut, wenn man weiß, dass die Studiocrew hie und da ein wenig nachgebessert hat!!

13. SWEET VIRGINIA * * * *
Ein weiteres Juwel von >>Exile on main street<<. SCHÖN!!!

14. LITTLE BABY * * *
Dieses Cover ist der Abschluss dieser tollen Live-Platte. Der Song ist, wie ich finde, mittelprächtig. Er wertet das Album weder auf, noch macht er es schlechter. Ganz OK!

Dass die Stones auch Live-Platten machen können, haben sie leider nicht allzu oft unter Beweis gestellt. >>Stripped<<, das in einer Halle bzw. einem Club in Holland aufgenommen wurde zeigt, dass die >>größte Rock `n` Roll Band der Welt<< ihre Hausaufgaben eben in kleinen Clubs gemacht hat, bevor sie die Stadien und Megaarenen dieser Welt eroberte.

Meiner Meinung nach wurde >>Stripped<< (zumindest bislang) nie wieder übertroffen!!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I felt like a Hillbilly for a minute...", 28. Juni 2011
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
"...just a minute, though!" Jaggers humorige Ansage im Anschluss an Dead Flowers verdeutlicht sehr gut die humorvoll-entspannte Spielfreude, die das Album ausstrahlt. Man merkt den Stones an, wie viel Spaß sie bei den Aufnahmen hatten; als Keith die Einleitung von Love in vain verpatzt, amüsieren er und Ronnie sich prächtig und lassen sie drin, und Ronnie schraddelt unbekümmert mit seiner Slidegitarre immer mal wieder haarscharf auf der Suche nach dem richtigen Bund an eben jenem vorbei.

Die meisten nannten es damals "Unplugged", Page & Plant "unledded", bei Joe Cocker hieß es "Organic", und bei den Stones natürlich "Stripped", also in etwa "abgespeckt, entschlackt", aber eben auch "entblättert", je nach Standpunkt. Ganz "unplugged" war es ja auch nicht, schließlich blieben bei einigen Songs die E-Gitarren eingestöpselt, und das war auch gut so. Interessanterweise wählten die Stones fast nur Songs von 1964-1973 aus; die Ausnahme bildet die endgültige Version von Slipping away, die mich, anders als die '89er Studiofassung, erst überzeugen konnte.

"Stripped" (59:42), entstanden bei der "Voodoo Lounge"-Tournee '94/'95, ist das bis heute originellste Tour-Mitbringsel der Rolling Stones. Warum es allerdings immer wieder unter "Live-CD" firmiert, kann ich nicht ganz nachvollziehen; es mag ja sein, dass die Songs größtenteils ohne Overdubs auskamen, aber vor Publikum scheinen mir nur Street Fighting Man, Like a Rolling Stone, Shine a Light, Dead Flowers und Angie mitgeschnitten worden zu sein, die restlichen neun Songs sind Studioaufnahmen.

Aber egal, das Konzept zählt, und das hat Bestand: mit den Akustikgitarren, die Street Fighting Man antreiben, nähert sich die Band wieder der Rangehensweise an die '68er Studioaufnahme. Not fade away war der Opener bei dieser Tournee, Angie wurde um eine Minute gekürzt gespielt, was ihr gut tat, Shine a Light war kompakter als die Studiofassung, und Songs wie Dead Flowers, Sweet Virginia oder Let it bleed flockten gut gelaunt vor sich hin (wenn auch letzteres einiges von der ursprünglichen Düsternis eingebüßt hat). Aus der etwas unbeholfenen Beat-Band-Nummer I'm free machen die Stones dreißig Jahre später ein kleines, aber schimmerndes Juwel, und aus der Satisfaction-UK-B-Seite The Spider and the Fly blitzt Jaggers Humor auf, wenn er statt der ursprünglichen Zeilen "she was comin' flirty, she looked about thirty" (das war für den Mittzwanziger seinerzeit offenbar gruselig alt!) selbstironisch singt, dass sie mittlerweile fünfzig ist. Obwohl der Blues Little Baby Premiere auf einer Stones-CD feiert, ist er als Schlussnummer vielleicht doch nicht die glücklichste Wahl.

Zwei Songs waren die ganz offensichtlichen Single-Auskoppelungen: Bob Dylan mag Like a Rolling Stone weder für noch über die Stones geschrieben haben, aber ich musste schon schmunzeln, als sie es am 19.8.'95 auf dem Hockenheimring spielten! (Die Karte kostete noch 65 DM, wohlgemerkt.) Wild Horses, seit 1971 eine der eindringlichsten Balladen in ihrem Repertoire, erreicht durch die leicht gestraffte Neuinterpretation sogar noch etwas mehr an altersweiser Intensität; sie gehört zu Charlies Lieblingseinspielungen.

Auf den Maxi-CDs Like a Rolling Stone, Wild Horses und I go wild fanden sich noch geile Versionen von Live with me und Tumbling Dice (beide tauchten auf "Rarities 1971-2003" wieder auf), All down the Line, Black Limousine, I go wild und meine Lieblings-Liveversion von Gimme Shelter, auf dem "Hope floats"-Soundtrack gab's noch Honest I do, alle ebenfalls von dieser Tournee und mühelos das "Stripped"-Niveau haltend.

Beim Remaster von 2009 kann ich beim besten Willen keine Klangbearbeitung oder gar -verbesserung feststellen, was beim fantastischen Klang des Originals auch gar nicht vonnöten war. Wer also seine Original-CD noch hat, braucht sie nicht zu entsorgen und kann sich weiterhin am CD-ROM-Teil erfreuen, der bei der Neuauflage nicht mehr enthalten ist.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit sichtlicher Freude eingespielt, 23. Januar 2003
Von 
Peter-Thilo Hasler (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
Wer kann sich die Stones unplugged vorstellen? Allein der Gedanke, sich die E-Gitarren-Riffs von Keith Richards unverzerrt anzuhören, lässt mich schaudern. Unerträglich die Vorstellung, die Stones würden sich einreihen in die Riege derer, die vor einem wie üblich kritiklos kreischenden MTV-Publikum ihren wohl definierten Sound aufgeben. Dennoch ließ die MTV-Unplugged-Idee Mick Jagger und seine Mannen nicht mehr los, so dass sie sich schließlich zu diesem Live-Projekt entschlossen, wenn auch mit einer kleinen Änderung: In kleiner Besetzung vor kleinem Publikum, in Clubs ohne das übliche Brimborium, na gut, aber ein klares Nein zu einer reinen Akustik-Scheibe: Die Verstärker blieben an.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schon allein, weil auf Stripped, man kann es kaum glauben, erstmals der Bob Dylan-Klassiker "Like A Rolling Stone" zu hören ist. Wie lange habe ich darauf warten müssen! Andere Lieder profitieren hörbar von der Schrumpfkur, zum Beispiel "Wild Roses" oder "Let It Bleed". Wieder andere sind Cover-Versionen klassischer Blues-Songs wie "Little Baby" von Willie Dixon und "Love in Vain" von Robert Johnson. So kehren die Stones zu ihren selbst erklärten Wurzeln zurück. Gut so!
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5.0 von 5 Sternen der absolute Knaller, 18. März 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
Alles unversehrt bei mir angekommen. Kein "Zusatzmüll" dabei. Sehr angenehm. Immer wieder schön, die alten Songs zu hören. Das ist Musik ;-)
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5.0 von 5 Sternen Stilles Fest, 10. Januar 2014
Von 
E-Max "Max" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
Ein vergleichsweise stilles Werk ist diese CD der Stones, überwiegend mit akustischen Instrumenten eingespielt und mit dem Schwerpunkt auf ruhigeren Nummern. Und die Stones sind gut genug, gerade dies zu einem Erlebnis werden zu lassen! Eine Cd, die völlig zu Unrecht in der zweiten Reihe des Stones-Kataloges steht - ich halte sie für eine ihrer besten und wünsche mit sehnlich einen zweiten Teil. Geeignetes Material hätten sie genug, da wartet noch mancher Song-Schatz darauf, auf diese Weise gehoben und poliert zu werden! Sehr schöne Platte!
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