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5.0 von 5 Sternen Der virtuoseste und swingendste Gitarrist aller Zeiten ..., 24. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Djangologie 1928-1950 Box Set (Audio CD)
... unter all denen, die je berühmt geworden sind. In dieser 20 CD-Box der EMI, die ich mir vor einigen Jahren zugelegt habe, findet der Liebhaber des Gipsy-Swing, des frühen Jazz, der lebensfrohen Musik jene Stimmung, die vor, während und kurz nach Ende des Zweiten Weltweiten Menschenabschlachtens "WW II" in Frankreichs Cafes, Salons und Straßen gespielt wurde. So fröhlich und heiter wie die Marschmusik der Blaskapellen, die die Soldaten, Väter, Söhne, Ehegatten, Brüder und Freunde in den Krieg begleiteten, damit ein jeder sich fröhlich totschießen lasse und Volkes Unwille an den hungrigen duldsamen Unschuldigen des Nachbarvolkes ausgelassen werde, statt die an ihrer Krise und Armut wirklich Schuldigen zu treffen, die Reichen, die Handlanger unbekannten Herrscher unserer Welt. Jener seelenlosen, herzlosen, humorlosen und in der Unendlichkeit des ewigen Lebens der göttlichen Gerechtigkeit in grauester Tristesse perspektivelosen Reichen (synonym mit "das Groß-Kapital" "die Wirtschaft" und "die Industrie", jenen Leuten, in allen Medien ständig hofiert werden und für deren Stimmung und Wohlergehen die Menschen, das Volk ständig neue Opferbringen müssen, nur um dann kurz darauf doch gekündigt zu werden, wobei man dann umsonst auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet hat)...
Django, dem in einem Vorort von Brüssel als belgischem Sinto durch ein Feuer die Nerven zu drei Fingern der rechten Hand irreparabel verletzt wurden, spielte immer die Musik der Kleinen Leute. Es war immer die mal beschwingte, mal traurig melancholische Musik, die in der ein oder anderen Form seit Jahrhunderten von den Rastlosen, den Zigeunern, den Gipsies, den Gitanes, den Cigani, den Gitanos, wie die Sinti und Roma seit langer Zeit genannt wurden, an den Lagerfeuern zu den abendlichen Zusammenkünften, Tänzen und Gesängen (Flamenco bis Anna Netrebko) der Familien gespielt wurde. Manitas de Plata, eigentlich Ricardo Baliardo und Onkel der Gipsy Kings, der mit ca. 100 Lps weltberühmt geworden ist, Camaron de la Isla, Schnuckenack Reinhardt, Titi Winterstein, Häns'sche Weiss, das Kocani Orkestar, Taraf de Haidouks, Loyko, Esma Redjepova, Kara Bila, die ganzen Bands des jährlichen Brass-Contests im serbischen Guca wie Boban Markovic's, Alexander Sisic's, aber auch Babik Reinhardt, Roby Lakatos (Yehudi Menuhin fuhr nach Konzerten in Brüssel stets sofort in den Club, in dem der geniale ungarische Geiger Roby Lakatos spielte), dessen Verwandeter Tony Lakatos zu einer Frankfurter Saxophon-Größe avancierte), der Gitarrist Joscho Stephan, das Rosenberg Trio und so viele andere Musiker sind heute ohne die Berühmtheit des großartigen Django Reinhardt kaum vorstellbar. Sehr interessante Einblicke in das Zigeunerleben finden sich bei Jacques Derlon, der lange mit ihnen lebte und als einer der wissendsten Kenner des Alltagsleben und der Geheimnisse der letzten "Freien Menschen" gilt sowie beim britischen Autor und Multi-Sprachtalent George Borrow, dem Sohn eines Offiziers und einer Roma, der in "The Bible in Spain" erzählt, wie es ihm erging, als er in der Mitte des 19.Jahrhunderts versuchte, die anglikanische Bibel in Spanien zu verbreiten "Lavengro" und "Romany Rye" sind beim Manesse-Verlag Zürich erschienen, "The Bible in Spain" und "Wild Wales" erschienen in der Reihe 'The World's classics' bei Oxford University Press. "Freie Menschen" wie sie sich selbst nennen und was an den großen schwarzen Bass-Bariton Paul Robeson erinnert (das berühmteste "Ol' Man River" entstammt seiner unvergleichlichen Interpretation). Robeson, der als US-College-Student Jura studierte und drei US-Sportrekorde aufstellte, war der erste Schwarze, der auf von Weißen dominierten Football-Feld stand, worauf der Gegner nicht antrat. Doch er spielte derart überragend, dass bald alle Teams mit Farbigen antraten. Als er sein Studium beendet hatte und er seine erste Stelle antrat, weigerte sich eine weiße Sekretärin von ihm als Schwarzem Anweisungen anzunehmen. Da kündigte Robeson und begang als Schauspieler und Sänger unvergleichliche Karriere. Anders als "everybody's darling" Satchmo und andere wurde er das Vorbild des starken, selbstbewussten aber gebildeten Schwarzen in einer weiß-beherrschten Welt. Er bezeichnte sich selbst, als er aus Protest gegen McCarthy nach Europa kam, als ihm in England der Pass abgenommen wurde und die Sowjets ihn Kommunisten und Bruder Genossen nannte, nur immer als das, wovon seine Lieder kündeten "Songs of Free Men", einen freien Mann. So wie der Exilpole Bernard Gutmann in den späten 30ern erstmals schwarze Jazz-Musiker auf die Bühne holte (Benny Goodman's Carnegie Hall Concert), so holte sich Django den virtuosen und feingeistigen Geiger Stephane Grappelli von der Bühne herunter aus den Pariser Salons und gründete mit ihm den berühmten "Hot Club de France". Er setzte sich mit seinen Brüdern in die erste Reihe und fixierte Grappelli die ganze Zeit über. Nach dem Konzert standen sie auf traten auf Grappelli zu, Django sah ihm ernst in die Augen und sagte "Mitkommen!". Dann führten sie Grappelli in einen Club und spielten ihm erst vor, bald nahm er eine bereitgelegte Violine und fing an voller Inbrunst mit der Combo zu spielen. Grappelli gab später zu, dass er ohne seinen Freund Django wohl nie auch nur annähernd solche Berühmtheit und solches Glück als Musiker erfahren hätte. Gefragt, wie es war, mit Django zu spielen, sagte er süffisant grinsend: "Na, wie es schon ist, wenn man mit einem Musiker spielt, dessen einzige Uhr die Sonne ist, der Banken misstraut und sein Geld daheim im Strumpf aufbewahrt und nicht einsieht, warum er wegen einer Einladung zum Mittagessen eine spannende Partie Poolbilliard - seine Leidenschaft - unterbrechen sollte." Da war es gleichgültig, dass ihn kein Unbekannterer als der Präsident von Frankreich in den Elysée-Palast zum Diner eingeladen hatte.
Als ihn Duke Ellington für viel Geld zur Ergänzung der Rhythm Section seines Orchestras für eine lange Tournée verpflichtete, hielt es Django nicht länger als zwei Wochen aus. Er suchte sich einen talentierten Doppelgänger, der für ihn einspringen sollte, spielte stattdessen Poolbilliard und kehrte bald wieder nach Frankreich zurück. Ja, so war er. Und damit nicht genug, musste wohl, was wenige wissen, auch sein Grabstein ausgetauscht werden, denn ein Familienmitglied, das diesen in Auftrag gegeben hatte, muss des Lesens ebenso unkundig gewesen sein, wie Django und viele des "Fahrenden Volkes" und nicht bemerkt haben, dass auf dem Grabstein "Djengo Reinhardt" statt "Django Reinhardt" stand. Das Foto des ursprünglichen Grabsteins ist im Booklet einer 4-CD-Box von CHARLY RECORDS unter dem Titel "Swing de Paris" auf der letzten Seite zu sehen. In einem deutschen Film, einer Doku über eine Hamburger Gipsy-Band, die zum alljährlichen Django Reinhardt Festival fahren, nur um wegen der TV-Crew 3 Songs auf einer kleinen Bühne spielen zu dürfen, besuchen sie auch Djangos Grab. Dort steht auf dem Grabstein der Name "Django Reinhardt". Also muss es entweder zwei Gräber geben oder einen neuen Grabstein. Geboren wurde Django am 23.Januar 1910 in einem Camp in Liverchies, Belgien als JEAN-BAPTIST REINHARDT, als Sohn sogenannter Manouches, französischsprachiger Roma. Sehr zu empfehlen ist die 5-CD-Box von WAGRAM 2012 "Best of Jazz Manouche", die erwähnte CHARLY Box, die "Django plays Django"-Box von Harmonia Mundi France, sowie die türkisfarbene Doppel-CD mit einigen Allstars, worauf Django gen Ende seines Lebens mit Bill Coleman und anderen US-Jazz-Stars zu hören ist. Hier überwiegt das Duell Gitarre gegen Klarinette. Auch die weiße Doppel-CD der "Jazz Tribune" mit "La mer ist sehr schön. Ausgefallen ist das Zusammentreffen Djangos mit Musiker der Glenn Miller Band "Glenn Miller's G.I.'s in Paris 1945", Timeless Records Wageningen Holland (CBC 1-051 Jazz) 1988, Gesamtlänge 71.16 min. Habe sie gestern für 1 EUR auf dem Flohmarkt gekauft. Zitat aus dem Booklet,S.6: "(...)the first session duly took place at Rue de Ranelagh on the morning of Thursday, 25th January 1945, supervised by Yvonne Blanc, who ran the 'Jazz Club Francais'. Mme Blanc had booked Django Reinhardt to play the guitar that day and, remarkably, he even turned up on time. Django was notoriously unreliable, but perhaps he was galvanized into punctiality by the prospect of finally recording with top American musicians again." Deutsch: "... die erste Session fand zur gegebenen Zeit in der Rue de Ranelagh am Morgen des 25.Januars 1945, einem Donnerstag, unter Aufsicht von Yvonne Blanc, der Geschäftsführerin des "Jazz Club Francais" statt. Madame Blanc hatte an diesem Tag Django Reinhardt für die Gitarre gebucht und er erschien, bemerkenswert genug, pünktlich. Django war bekannt für seine Unzuverlässigkeit, aber vielleicht war es die Aussicht darauf, endlich wieder mit amerikanischen Spitzenmusikern Aufnahmen machen zu dürfen, was ihn zur Pünktlichkeit zwang." Ein wenig typisch amerikanisch überheblich klang das schon, zumal Dajngo heute jeder kennt und er weltweit gehört wird, während die besagten US-Stars heute kaum mehr kennt.
Wenn man hier bei amazon.de " Glenn Miller Django " eingibt, müssten vier Songs als MP3-Version erwerbbar erscheinen. Das sind "How high the moon", "If dreams come true" (nicht wie es dort steht "came"), "Beatin' the Hallelujah Drum (Hallelujah)" und "Stompin' at the Savoy".
Die Besetzung der "Jazz Club Mystery Hot Band" (lustiger Name, der fast nicht an das berühmte "Quintet Hot Club de France" erinnert, oder...?) lautete: Bernie Privin (tp), Peanuts Hucko (cl-1, as-2, ts-3), Mel Powell (p), Django Reinhardt (g), Joe Shulman (b), Ray Mckinley (d).
Nach diesen vier Songs hatte Django entweder keine Lust mehr, in der wohl für ihn allerseltensten Konstellation mit Saxophon, Piano und Trumpete weiter mitzuspfen zu dürfen, oder er war den Herren zu teuer, denn fortan (am 28. Januar, dem 12. und 19 und 20.Mai 1945 spielte Carmen Mastren die Gitarre.
Doch zurück
Diese 20-CDBox der EMI ist von erstaunlich guter Qualität, das ganze Repertoire hätte auch auf 10-12 CD gepasst. Die CD sind wie Mini-Lps mit schwarzer Oberseite und silberner Unterseite gefertigt. Auf 18 CDs sindje 14 Songs. Auf CD 18 sind nur 12 und auf der im Gegensatz zu sonst schwarzen CD-Pappcovern ganz in Rot-Gold gehaltenen CD 19 (Inedits - bisher unveröffentlicht) sind 13 Songs. Es gibt zudem eine weitere Inedits-CD in grüneem Cover mit 14 Songs. Auf CD 10 ist das letzte Lied der "Noel Blues", der "Weihnachts-Blues" vom Oktober 1940 (2.55 Min.), den ich mir heute an Heiligabend 2012 gleich mal anhören werde. Übrigens sind die vier oben mit den Glenn Miller Jungs eingespielten Songs nicht in dieser Box unter dem Jahr 1945 enthalten.
Wunderbare Musik, meist instrumental, einige wenige mit Gesang. Erschienen unter EMI Pathe Marconi 2009.
Sehr zu empfehlen. Wunderbare Lieder mit bald genial gefühlvollem, bald rasant virtuosem Spiel. Aber immer mit Stil, mit maximal Gefühl und mit seinem Lächeln auf den Lippen. Manchmal mit einem schönen Halstuch und hellem Jacket wie an diesem besagten 25.Januar zwei Tage nach seinem 35.Geburtstag mit den Glenn Miller Solisten,als er ein Mal pünktlich war...
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Djangologie 1928-1950 Box Set
Djangologie 1928-1950 Box Set von Django Reinhardt (Audio CD - 2009)
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