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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich denke, also gilt es Gott!"
Als der Gelehrte Aesculapius(Edward Petherbrigde) das kleine fränkische Dorf in der Zeit um 825 n.Chr. besucht, diskutiert er über diesen Satz mit dem Dorfpriester(Iain Glen). Der fromme, strenge, und gewalttätige Priester ist bei weitem nicht so aufgeschlossen wie Aesculapius. Er wollte seinen Sohn Matthias zur Domschule anmelden, aber Matthias starb...
Veröffentlicht am 12. April 2010 von Thomas Knackstedt

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen DVD geschnitten ?
Ich habe diese DVD schon fast ein Jahr und schaue den Film auch recht gern.

ABER:

Heute sehe ich die TV Version in der ARD und muss feststellen, dass die TV Version mehr Szenen enthält als die DVD Version. Ich kenne das normalerweise eher umgekehrt. Schade, es sind teilweise gute Szenen, welche uns mit der DVD leider verwehrt bleiben.
Veröffentlicht am 19. Dezember 2011 von Mike Mudat


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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Ich denke, also gilt es Gott!", 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Als der Gelehrte Aesculapius(Edward Petherbrigde) das kleine fränkische Dorf in der Zeit um 825 n.Chr. besucht, diskutiert er über diesen Satz mit dem Dorfpriester(Iain Glen). Der fromme, strenge, und gewalttätige Priester ist bei weitem nicht so aufgeschlossen wie Aesculapius. Er wollte seinen Sohn Matthias zur Domschule anmelden, aber Matthias starb. Jetzt soll Johannes, der jüngere Bruder die Schule in Dorstadt besuchen. aber Johannes kann nicht richtig lesen und schreiben. Die Tochter des Priesters, Johanna(Johanna Wokalek), ist zwar die Jüngste der Familie, aber sie ist außerordentlich intelligent. Mit der Hilfe von Matthias hat sie Lesen und Schreiben gelernt und beeindruckt Aesculapius mit ihrer Klugheit. Aesculapius unterrichtet sie und Johanna macht beeindruckende Fortschritte. Doch ihr Vater lässt sie nicht gehen. Er schickt Johann zur Domschule. Johanna flieht und folgt ihrem Bruder. Gemeinsam landen sie in der Domschule. Dort wird Johanna zur Musterschülerin, kämpft aber gegen starke Widerstände der Lehrkräfte. Sie wohnt beim Grafen Gerold(David Wenham), der sofort erkennt, wie gebildet das Kind ist. Als Gerold in die Schlacht gegen die Normannen zieht, soll Johanna verheiratet werden. Aber der Krieg kommt der Heirat zuvor. Johanna muss wieder fliehen und landet im Kloster Fulda. Dort meldet sie sich mit den Papieren ihres Bruders Johann an und gibt sich als Mann aus. Was weiter passiert, ist eine Legende, die bis heute erzählt wird...

Sönke Wortmann hat die Chance genutzt, nach der Romanvorlage von Donna Woolfolk Cross, einen großen Historienfilm zu machen. Obwohl...ein klassischer Historienfilm ist -Die Päpstin- eigentlich nicht. Wortmann hat die zeitlichen Realitäten zu Gunsten einer Blockbuster-tauglichen Hadlung ein wenig vernachlässigt. Das brachte ihm Kritikerschelte, aber auch ein großes Publikum ein. Die Story um die Frau Johanna, die es bis zum Amt des Papstes schafft, strotzt nicht unbedingt vor Glaubwürdigkeit, aber nichtsdestotrotz ist der Plot sehr gut erzählt. Der Einbau der Erzählstimme des Bischofs von Paris, Arnaldo, der uns die Geschichte 887 n.Chr. erzählt, halte ich persönlich für äußerst gelungen.

-Die Päpstin- bietet alles, was ein publikumsorientierter Historienfilm braucht. Schlachten, Intrigen, eine schwierige Vater-Kind-Beziehung, unerfüllte Liebe, Geheimnisse, fiese Bösewichter und Wendungen, mit denen man nicht unbedingt rechnen musste. Insofern greift Wortmann alle Erfolgsklischees ab. -Die Päpstin- wirkt dennoch nicht abgekupfert oder käme als billiger Abklatsch daher. Vielmehr hat Wortmann ein erfolgreiches Konzept für seinen Film passend umgesetzt.

Auf der Schauspieler-Liste kann -Die Päpstin- ordentlich punkten. Johanna Wokalek geht, jedenfalls für mich, in keiner Szene des Films als Mann durch, aber ihr Schauspiel, dass ist Güteklasse 1A. David Wenham spielt den Grafen Gerold so, wie wir uns einen echten Ritter vorstellen. Iain Glen ist als Vater Johannas eine Traumbesetzung. John Goodman kommt als Papst Sergius mindestens so gut rüber, wie als King Ralph. Und Typen wie Anatole Taubmann und Marc Bischoff braucht man einfach, wenn der Zuschauer händeringend nach einem Feindbild sucht.

-Die Päpstin- ist großes Unterhaltungskino, das es mit der Geschichte nicht immer ganz genau nimmt. Der Film unterhält hervorragend und in über zwei Stunden Spielzeit kommt nie Langeweile auf. Für einen Aufreger in Richtung Kirche, gerade was die zur Zeit heftig diskutierte Rolle der Frau angeht, reicht Wortmanns Skript nicht aus. Dazu scheint mir der Stoff zu sehr an Verkaufszahlen orientiert zu sein. Alles in allem bietet -Die Päpstin- einen Spielfilm, der nicht nur Old-School-Kino Freunde finden wird. Ich kann ihnen den Streifen in jedem Fall empfehlen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Blu-ray nicht durchweg gut, 12. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Verfilmumg ist an sich ganz gut gelungen. Wokalek war jedenfalls optisch die Idealbesetzung. Sie wirkt tatsächlich nicht sehr weiblich, so dass ihr Auftritt weder unglaubhaft, noch lächerlich herüberkommt. Leider überzeugt die erste Hälfte deutlich mehr. Sobald Johanna Rom erreicht, wird die Handlung zu oberflächlich abgehakt. Trotz allem war der Film packend inszeniert und durchweg unterhaltsam. Ein Film ist eben ein Film und folgt anderen Grundsätzen als ein Buch. Vor allem darf er nun Mal nicht zu lang geraten, was gewisse dramaturgische Änderungen mit sich bringt. Es ist immer wieder dasselbe: Den Lesern eines großen Romans kann man es kaum rechtmachen, muss es aber auch gar nicht! Kritisch ist die Bildqualität der Blu-ray zu bewerten. Das bewußt farbreduzierte Bild zeigt sehr häufig starke Nachzieheffekte und liegt in einigen dunkleren Sequenzen eher auf DVD-Niveau. Streckenweise werden aber andererseits auch sehr gelungene HD-Bilder mit ordentlich Tiefenschärfe geboten. Der Sound ist angemessen gut und klingt sehr räumlich.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ganz gut umgesetzt....., 12. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Ich selber habe das Buch vor ca 5 Jahren gelesen und war schlichtweg begeistert. Dieses Buch hat mich so gefesselt das ich es innerhalb von 3 Tagen durch hatte. Sogar in der Nacht stand ich auf um zu lesen. Wenn mich heute jemand fragt was denn mein Lieblingsbuch sei antworte ich immer: DIE PÄPSTIN.

Als ich dann irgendwann erfuhr das dieses Buch verfilmt werden soll war ich anfangs sehr erfreut doch dann machte ich mir gedanken. Es gibt immerhin so viele Bücher die schlecht verfilmt wurden und ich wollte mir den Zauber dieses Buches nicht zerstören.

Dann war es so weit der Kinostart stand bevor und ich nahm mir fest vor ins Kino zu gehen. Doch tat ich es aus Zeitmangel und auch ein wenig aus Angst nicht.

Tja doch dieses Wochenende kam ich nicht drum rum denn mein Freund der weiß das ich dieses Buch liebe hat den Film einfach aus der Videothek ausgeliehen und ich schaute ihn mir trotz meiner Angst an.

Zja nun muss man sagen das ich die Verfilmung nicht ganz so schlecht fand auch wenn natürlich wie bei vielen Buchverfilmungen sehr vieles weggelassen wurde aber das was gezeigt wurde fand ich dennoch ganz gut umgesetzt.
Was ich wirklich bemängel ist das Ende. Es ist einfach nicht wie im Buch es ist gänzlich anders. Ich finde wenigstens das Ende hätte man doch gut 1 zu 1 umsetzen können aber gut ändern kann man es jetzt auch nicht mehr.

Was mich auch an manchen Stellen gestört hat ist die erzählweise des Filmes. Im Buch wird viel mehr auf Johanna eingegangen man kann sich mehr mit ihrer Figur identifizieren doch im Film kommt leider nichts davon rüber. Das ist schade ich denke man hätte noch viel mehr auf johanna eingehen können.

Nichts desto trotz finde ich den Film in Ordnung an das Buch kommt er nunmal bei weitem nicht ran aber ich sehe ihn einfach akls etwas eigenes an.

4 Sterne
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Päpstin, 30. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Der Film ist gut aufgemacht und von seinem Inhalt wirklich wertvoll, bewegende Darstellungen, gibt Einblicke in das mittelalterliche Leben und die Glaubensfragen der Zeit, ohne dem Kitsch zu verfallen.
Es ist spannend und ausdrucksvoll. Ich würde ihn wieder kaufen.
Tolle schauspielerische Leistung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anerkennung versus Leben, 8. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein beeindruckende filmische Umsetzung eines voll aktuellen Themas: Was tue ich alles, um Anerkennung zu erhalten?
Im Film zeigt Johanna auf brilliante Weise, wie stark wir alle vom Familienenergiefeld geprägt sind ... sie entstammt einem Elternhaus mit gewaltvollem (er glaubt, von Gott legitimiert zu sein) Vater, der seinen Willen erzwingt ... auch im Umgang mit Sexualität - ein totalitäres Regime also, in dem die Kinder aufwachsen und welches von Geringschätzung der Weiblichkeit geprägt ist, ja es ist schon Verachtung und Ablehnung tief eingebrannt.
Sie findet einen Weg, dieses Energiefeld der Familie zu verlassen - jedoch in ihr ist die handelnde Seite so verwundet, dass sie sich - wenn auch auf anderer Weise - genauso gewaltvoll ihren Gefühlen und ihrer Weiblichkeit gegenüber verhält. Damit ist sie starr auf eine Art begrenzt, mit dem Leben umzugehen: So gelingt es ihrem Geliebten nicht, sie zu bewegen, freiwillig diese Verurteilung ihrer selbst zu beenden und sich ihm und ihrem Kind zu widmen. Sie opfert ihn und ihr Kind für die Anerkennung als Päpstin - um sich an der manipulierenden gewaltorientierten Männlichkeit zu rächen ... Dafür gibt sie ihr Leben hin und richtet sich damit selbst ... und wird damit ein weiteres Opfer - was die Filmemacher schön mit dem Ostergeschehen inszenieren ...
Johanna stirbt mir einem seligen Ausdruck auf dem Gesicht ... Ihr Glaube, dass nur im Jenseits die Erlösung möglich ist, hat damit gesiegt.
Fazit für mich: Fataler Irrtum der Johanna, dass sie Anerkennung ihrer selbst über die Massen sucht ... die sie wohl bewegt hat, die sie aber ebenso schnell vergessen haben, als sie nicht mehr lebte ...
Die Anerkennung der Weiblichkeit findet durch die Annahme der Rolle als Mutter statt, die von ihrem Mann - der auch bestenfalls ihr Geliebter ist - ein Kind erwartet und sich entschließt, dieses neue Leben voller Freude anzunehmen, weil es die Frucht einer gemeinsamen Aktion ist und demzufolge immer eine Weiterentwicklung der Schöpfung, die Mutter und Vater bislang repräsentieren ... Damit würde sie Päpstin über ihr eigenes Leben - und entscheidet sich somit für die Weitergabe des Lebens.

In der Rolle der Päpstin in diesem Film hat Johanna sich eindeutig für den Tod des Lebens entschieden - dieser Tod ist keinesfalls gottgewollt - ich bin froh, dass bereits viele Menschen das erkannt haben und umsetzen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gottes Wege, 11. Juli 2010
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Johanna ist die Tochter eines Dorfpfarrers. Gegen den Willen ihres Vaters lernt sie von ihrem Bruder Lesen und Schreiben. Früh werden die Talente von Johanna entdeckt und sie wird gefördert. Glückliche Umstände ermöglichen ihr den Besuch der Domschule in Dorstadt.

Die Zeiten sind unsicher und marodierende Normanden überfallen Städte und Dörfer. Johanna verkleidet sich als Mann und tritt ins Kloster Fulda ein. Hier vervollständigt sie ihre Kenntnisse in der Heilkunst und geniest unter ihren Brüdern beträchtliches Ansehen.

Als ihren Tarnung zu versagen droht, reist sie nach Rom. Hier werden bald ihre Heilkünste geschätzt und sie wird Leibarzt des amtierenden Papstes Sergius. Intrigen und Gift töten diesen alsbald. Durch eine überraschende Entscheidung wird Johanna zum Papst gewählt.

Die Geschichte wird leidenschaftlich und spannend erzählt. Schlüssige Handlungen und filigrane Dialoge feilen an den Profile der Protagonisten. Gut gewählte Szenarien mit reichlich Accessoires erfreuen Kameramann und das Auge des Betrachters. Regie und Schauspieler leisten ordentliche Arbeit.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen DVD geschnitten ?, 19. Dezember 2011
Von 
Mike Mudat (Rülzheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Ich habe diese DVD schon fast ein Jahr und schaue den Film auch recht gern.

ABER:

Heute sehe ich die TV Version in der ARD und muss feststellen, dass die TV Version mehr Szenen enthält als die DVD Version. Ich kenne das normalerweise eher umgekehrt. Schade, es sind teilweise gute Szenen, welche uns mit der DVD leider verwehrt bleiben.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht Fisch, nicht Fleisch, 31. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Im Frankenreich des 9. Jahrhunderts: die kleine Johanna wächst als jüngstes Kind eines Priesters in ärmlichen Verhältnissen auf. Das Mädchen leidet unter ihrem despotischen, gewalttätigen Vater und der Tatsache, dass Frauen zu jener Zeit jegliche Bildung verweigert wird, denn sie ist aufgeweckt und verfügt über einen außergewöhnlich scharfen Verstand. Ihr ältester Bruder bringt ihr heimlich Lesen und Schreiben bei und als ihre Intelligenz die Aufmerksamkeit des Gelehrten Aeskulapius weckt, scheint ihr Traum von einem gelehrsamen Leben endlich in greifbare Weite gerückt. Doch in den kommenden Jahren muss sie immer wieder erleben, dass sie aufgrund ihres Geschlechtes unterdrückt, gedemütigt und benachteiligt wird. Nur als Mann, so sieht sie schließlich ein, kann sie in dieser Welt ihre Fähigkeiten nutzen und ein selbstbestimmtes Leben führen. Aus Johanna wird Johannes und das Verhängnis nimmt seinen Lauf, das sie letzten Endes sogar auf den Stuhl Petri führen wird.

Es ist bereits einige Jahre her, dass ich "Die Päpstin" von Donna Woolfolk Cross gelesen habe, aber was mir zu allererst an dem Film auffiel, war, dass er sich sehr stark an das Buch hält und kaum von der Romanhandlung abweicht. Und das ist in meinen Augen der Grund, warum der Film nicht richtig funktioniert. Johannas Geschichte zieht sich über mehrere Jahrzehnte und führt den Zuschauer von Ingelheim nach Dorstadt, Fulda und schließlich nach Rom. Dabei tauchen eine Vielzahl Personen auf, die verschiedenste Rollen in Johannas Leben spielen, vom geliebten Bruder, missgünstigen Lehrer, bewundernden Schützling bis hin zu väterlichen Freunden, intriganten Gegenspielern und dem edlen Geliebten. Das Gefühl für die Charaktere und deren Beziehungen zueinander, das die Autorin im Roman vermitteln kann, geht im Film leider fast vollständig verloren. In 142 Minuten peitscht der Regisseur seine Protagonisten durch die knapp 600 Seiten des Romans, der Zuschauer bleibt dabei keuchend (oder viel mehr gähnend) auf der Strecke. Sönke Wortmann wollte auf keinen Aspekt der Geschichte verzichten und verzettelt sich somit auf ganzer Linie. Sämtliche Figuren, leider auch Johanna selbst, bleiben oberflächlich.
Das liegt zum einen daran, dass ihnen viel zu wenig Raum für eine Entwicklung gelassen wird. Die meisten Rollen tauchen auf und verschwinden ebenso schnell wieder aus der Geschichte, noch bevor der Zuschauer sich richtig mit ihnen auseinander setzen konnte. Meiner Meinung nach war es unnötig sich so sklavisch an die Vorlage zu halten. Interessante Charaktere wie Kardinal Anastasius (Johannas Gegenspieler in Rom), der Gelehrte Aeskulapius oder auch Johannas Vorgänger, Papst Sergius, haben leider keine Gelegenheit (oder sollte ich lieber sagen: Zeit), Konturen und Tiefgang zu erhalten und bleiben absolut austauschbar. Hier wäre es sicher interessanter gewesen, sich auf bestimmte Lebensstationen zu konzentrieren, anstatt alles in Eile "anzuschneiden".
Zum anderen ist der Film im Hinblick auf seine Botschaft zu ambitioniert. Johannas Leben soll moderne Emanzipationsgeschichte, Liebesdrama, Abenteuerfilm und Mittelalterstudie zu gleich sein und überzeugt bei weitem nicht auf allen Ebenen. Die Chemie zwischen Gerold und Johanna ist praktisch nicht vorhanden, was vor allem daran liegt, dass ihnen kaum gemeinsame Filmminuten gegönnt werden. Johanna schmachtet ihren edlen Ritter zwar in ein, zwei Szenen mit herzzerreißendem Blick an, in der nächsten Szene ist der gute Gerold jedoch bereits wieder vergessen, Johanna hat schließlich wichtigeres zu tun: sie muss sich emanzipieren, die Armen retten, ein Mittel gegen die Pest, Aussatz und Gicht entwickeln und nebenbei den päpstlichen Wahlkampf schmeißen.

Schade, schade, dass daraus nicht mehr gemacht wurde ("mehr" im Sinne von weniger ist mehr). Johanna Wokalek ist die ideale Besetzung und gäbe der legendären Johanna ein glaubhaftes Gesicht, hätte man ihr doch nur etwas inneren Konflikt und Tiefgang zugestanden. Blass ist vor allem David Wenham, auch wenn es erstaunlich ist, wie jugendlich sein Gerold bis zum Schluss bleibt, während alle um ihn herum fröhlich altern. Gute Faltencreme kann man da nur sagen, vermutlich aus Johannas Kräuterpasten-Sortiment. Mit am besten gefiel mir noch John Goodman, der an seiner Rolle als Papst Sergius sichtlich Spaß hatte und sich nicht so ernst nimmt wie der Rest des Besetzungsstabes.

Der Film hat mir nicht so schlecht gefallen, wie es vielleicht wirken mag, ich ärgere mich nur ein bisschen über die verschenkten Möglichkeiten. Denn Potential hatte die Geschichte zur Genüge. Gelungen fand ich in jedem Fall die Atmosphäre des Films, so rau, hart, brutal und schmutzig stellt man sich das Mittelalter vor. Dass sämtliche Darsteller natürlich trotzdem ein lupenreines Zahnpastalächeln zur Schau stellen, lässt sich dabei verkraften.

Fazit: In den 2 Stunden Laufzeit tut sich viel und nichts zu gleich. Der Film ist mit Ereignissen, Personen und Ambitionen überfrachtet und nimmt leider keinen seiner Charaktere richtig ernst. Trotz einer gut aufspielenden Johanna Wokalek herrscht hier vor allem eines: gepflegte Langeweile. Die Geschichte hätte entweder fürs Kino gestrafft oder auf einen TV-Mehrteiler ausgedehnt werden sollen. Leider hat man sich für die denkbar schlechteste Umsetzung entschieden und einen Film geschaffen, bei dem man spätestens nach einer Stunde ständig auf die Uhr schaut und das Ende herbei seht. Verdammt schade.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hier stimmt einfach alles!, 22. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin [Blu-ray] (Blu-ray)
Bereits im Jahr 1996 wurde der Roman "Die Päpstin" von Donna Woolfolk Cross veröffentlicht. 2009 brachte der deutsche Regisseur Sönke Wortmann den Stoff als deutsch-britische Co-Produktion auf die Kinoleinwände. Eine Aufgabe, die er mit Bravour gemeistert hat. Die Kulisse ist mit viel Liebe zum Detail erstellt und ihr gelingt es erfolgreich, ein Bild der damaligen Zeit zu vermitteln. Die Schauspieler, allen voran Johanna Wokalek, leisten hervorragende Arbeit. Sie schafft es perfekt, die gläubige junge Frau, die sich in einer Welt der Männer zurechtfinden muss, zu porträtieren. So lehnt Johanna sich beständig gegen das auf, woran sie glaubt, sieht sie doch die Fehler und Probleme in der Kirche, ohne aber ihren Glauben an Gott selbst in Frage zu stellen.

Einziges Manko ist die Aufteilung der Filmzeit. Während den jungen Jahren der Protagonistin sehr viel Zeit gewidmet wird, gehen die Ereignisse in Rom deutlich zu schnell vonstatten und besonders der Amtszeit von Johannes Anglikus wird nicht viel Raum gewidmet. Ärgerlich, aber auch verständlich, da über das Leben der "Päpstin" bis heute nicht viel bekannt ist, ja nicht einmal bewiesen wurde, dass es sie wirklich gab. So existieren noch immer Zweifler, die nicht an die Existenz von Johannes Anglikus glauben.

Doch ob Fiktion oder historische Tatsache, mit "Die Päpstin" liegt ein Film vor, den es sich zu sehen lohnt. Von ihrem Werdegang über ihre innere Zerrissenheit bis zu den Reformen, die Johanna auf dem Stuhl Petri nach und nach einleitet, wird eine spannende und abwechslungsreiche Handlung geboten, die realistisch auf den Bildschirm gebracht wurde.

Fazit: Ein ausgezeichneter Film, mit guten Schauspielern, exzellent ausgearbeiteten historischen Kulissen und einer spannenden Handlung. Zudem bietet die Premium Edition eine große Fülle an Extras, die zu sehen es sich ebenfalls lohnt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer das Buch kennt, sollte die DVD auf jeden Fall sehen!, 29. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Päpstin (DVD)
Ich habe mir die DVD gekauft, nachdem ich das Buch gelesen habe. Ich kann die DVD nur empfehlen! Wer das Buch kennt, wird auf jeden Fall auf seine Kosten kommen, denn die Bilder, die während des Lesens im Kopf entstehen, finden sich im Film wieder. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber der Film hat es wirklich geschafft, das Buch so zu inszenieren, wie man es sich vorstellt. Natürlich ist der Inhalt wesentlich gekürzt worden (vor allem der Teil, in dem sich Johanna in Rom befindet) und trotzdem hat der Film eine beachtliche Länge. Wer allerdings meint, es kommt Langeweile auf, der hat sich getäuscht. Die Figuren sind extrem gut besetzt und gerade die Szenen in Rom sind extrem pompös. Die Extras auf der DVD kann man nicht wirklich als Extras bezeichnen, d.h. es gibt keine Outtakes und kein Making of.
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Die Päpstin
Die Päpstin von Sönke Wortmann (DVD - 2010)
EUR 7,10
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