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190 Rezensionen
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93 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
trotz kleiner Schönheitsfehler , ein Roman mit Sogwirkung,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Das andere Kind" von Charlotte Link, war für mich wieder ein fulminantes Leseerlebnis.Ein Buch das über Schuld, Hass,Lieblosigkeit und dessen Konsequenzen und Gleichgültigkeit gegenüber seinen nächsten Mitmenschen handelt,übt im Laufe des Lesens eine immer größere Sogwirkung auf den Leser aus,sodass man sein Ende kaum erwarten kann. Zwei brutal begangene Morde, die kurz hintereinander in einem kleinen nordenglischen Küstenstädchen geschehen ,erschüttern die Bewohnern von Scarborough. Haben die Morde ihren Ursprung in der Vergangenheit? Auf zwei Zeiteben spielt dieser neue Roman von Charlotte Link, bei dem mir der Strang, der in der Vergangenheit spielt,äußerst gut gefallen hat. Die Gegenwartsgeschichte schien mir zu Anfang etwas in die Länge gezogen, durch die etwas ausschweifende Beschreibung der Charaktere und ihrer Lebensumstände, war aber auf den letzten 200 Seiten dermaßen spannend, dass ich das Buch nicht vor seinem Ende aus der Hand legen konnte.Die Geschichte der Vergangenheit hat mir so manches Mal einen Schauer über den Rücken gejagd, ob der Grausamkeiten zu denen Menschen fähig sind. Frau Link versteht es immer wieder spannend über die Abgünde der menschlichen Psyche zu schreiben. Verletzte Seelen, Opfer der Einsamkeit oder der Gleichgültigkeit ihrer Mitmenschen sind immer wieder Thema ihrer Romane und bilden den Grundstock für eine spannende Krimihandlung. Die Autorin beherrscht es ,ihre Figuren interessant, lebendig und real zu beschreiben. Mir hat dieser,zum Ende hin fast unerträglich spannende Roman fantastisch gefallen, obwohl die eingangs erwähnten Längen durch die Beschreibung der vielen Personen, den Anfang etwas zäh gemacht hat. 4,5 Sterne, wegen der kleinen Längen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Der Anfang war noch viel versprechend...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Taschenbuch)
"Kunstvoll verflechten sich die Handlungsstränge zu einem fesselnden Krimi-Meisterwerk." - so wird die Hamburger Morgenpost auf Charlotte Links Buch "Das andere Kind" zitiert.Wie man zu dieser Einschätzung gelangen konnte, weiß ich nach Lektüre dieses Romans allerdings beim besten Willen nicht. Ein Krimi? Noch dazu ein Meisterwerk dieses Genres? Habe ich was verpasst? Nur weil irgendwie zwei Menschen ermordet wurden und in einem der Handlungsstränge, die alle nur nebenher zu laufen scheinen, während im Vordergrund die Leben der Protagonisten so vor sich hindümpeln, die Ermittlung zu diesen Morden läuft, kann ich noch lange nicht von "Krimi" sprechen. Es ist weder spannend, noch nimmt der Kriminalfall den Großteil des Buches ein. Zum Inhalt: In der englischen Küstenstadt Scarborough wird eine junge Studentin auf dem nächtlichen Heimweg ermordert. Die Polizei um Detective Inspector Valerie Almond tappt im Dunkeln. Wochen später wird die 79 jährige Fiona Barnes in einer einsamen Farmgegend auf ähnliche Weise ermordet. Verdächtig sind vor allem die Gäste der Verlobungsfeier von Gwen Beckett, mit deren Vater Chad Fiona befreundet ist und ein dunkles Geheimnis aus Kindertagen teilt... Wer bei einem solchen Plot aber denk, die Mordermittlungen stünden im Mittelpunkt wird leider enttäuscht. Valerie Almond ist nur eine unter vielen Protagonisten und so ziemlich die einzige, die ich als erträglich und nicht vollkommen dumm empfunden habe. Weitere sind Gwen Beckett, eine 35jährige graue Maus, die mit ihrem Vater, dem mürrischen Chad, einsam auf einer Farm lebt, ihr Verlobter Dave Tanner, ein gut aussehender Frauenheld, von dem keiner versteht, was er an Gwen findet, die Feriengäste der Becketts, Jennifer und Colin Brankley, und die Enkelin der ermordeten Fiona, die Londoner Ärztin Leslie Cramer, frisch geschieden und fast 40. Bezeichnend finde ich bei diesem Roman, dass alle Personen trotz des Umfangs des Buches von über 650 Seiten farblos bleiben. Die meisten versteifen sich in ihren persönlichen Problemen, über die sie unentwegt in Pseudo-Psychologen-Manier sinnieren. Denken sie über andere Personen nach, kommen auch ständig die gleichen Auffälligkeiten auf den Tisch und ich frage mich, ob ich wirklich von jedem Protagonisten (mehrmals) lesen muss, dass Chad wortkarg oder Gwen unscheinbar und schlecht gekleidet ist. Irgendwann hat man es verstanden und diese Wiederholungen fangen an zu langweilen. Anstatt sich ständig zu wiederholen hätte Frau Link ihre Seiten besser mit neuen Informationen gefüllt, um ihren Charakteren mehr Tiefe zu geben. Das wurde leider versäumt. Leslie Cramer, die man noch am ehesten als Hauptprotagonistin ausmachen könnte, soll wohl durch ihre Schicksalsschläge sympathisch wirken, mich hat sie genervt. Völlig irrationales Verhalten, ständiges unbegründetes Selbstmitleid und Gefühlskälte kennzeichnen diesen Charakter. Der Leser ist nur leider sehr an Leslie Cramer gebunden, da er Fionas dunkles Geheimnis, das sie aufgeschrieben und per Email an Chad geschickt hatte, nur dadurch erfährt, indem er bei Leslie "mitliest". Während alle anderen Protagonisten normal schnelle Leser zu sein scheinen und problemlos die paar Seiten in wenigen Stunden bewältigen können, braucht Leslie dafür mehrere Tage, was so ziemlich der gesamten Handlungszeit des Buches entspricht. Es wirkt auf absurdeste Art in die Länge gezogen. Dabei fragt man sich, was sie abhält. Immerhin hat sie Urlaub, hängt in der Wohnung ihrer toten Großmutter rum und unternimmt sehr wenig, jedenfalls nichts, was Tage ausfüllen würde. Irgendwann, auf Seite 403, also schon weit nach der Hälfte des Romans, kommt auch Leslie mal der Gedanke, dass sie endlich weiterlesen müsste, um das Geheimnis ihrer Großmutter endlich zu erfahren. Und ich als Leser denke: "Ja, richtig, super Idee, endlich!" und Leslie setzt sich aufs Sofa und ... ist plötzlich ganz müde und macht erstmal ein Nickerchen. Ich konnte es kaum fassen! Ein weiteres Problem des Buches war, dass die ganze Story extrem konstruiert wirkte und neben Leslie auch alle anderen Protagonisten an chronischer Dummheit zu leiden scheinen. Es ruft zum Beispiel nie jemand die Polizei, was vor allem zum Ende hin einfach nicht mehr logisch begründbar ist. Es wirkt völlig an den Haaren herbeigezogen. "Ach, ich glaube das ist der Mörder, aber bevor du die Polizei rufst, ziehe ich nur mit Taschenlampe noch eine halbe Stunde allein durchs Niemandsland, um ihn zu finden" oder "Ach, ich glaube die sind in Gefahr, aber bevor wir die Polizei rufen, die in wenigen Minuten da wäre, fahren wir lieber selbst eineinhalb Stunden hin und schauen mal selbst nach" - solche Situationen haben mich wahnsinnig gemacht. Das Ende ist dann auch noch enttäuschend und denkbar unspektakulär und man fragt sich, wozu man Fionas dunkles Geheimnis überhaupt gelesen hat - wenn es auch das einzig lesenswerte an dem Roman war - denn viel zu tun hat es mit der ganzen Geschichte letztendlich nichts. Dabei fand ich den Anfang des Buches noch ganz gut, halbwegs spannend, gut geschrieben, flüssig zu lesen, interessant. Eigentlich mag ich auch den spannungsaufbauenden Stil am Anfang, immer nur Andeutungen zu machen. Allerdings muss ein guter Autor den Punkt abfangen können, an dem man von noch spannenden Andeutungen zum Klartext übergeht. Das ist hier nicht geschehen und daher verlor sich bei mir jegliche Spannung, durch die konstruierte Handlung und das teilweise schon absurde "In-die-Länge-ziehen". Ich war schon bald frustriert und gegen Ende habe ich mich wirklich gequält, weil ich sowohl gelangweilt als auch genervt nur noch das Ende erfahren wollte. Für mich hat Charlotte Link in diesem Roman eine große Chance vergeben, etwas wirklich gutes zu schreiben. Für den guten Anfang und Fionas nicht uninteressante Geschichte gebe ich noch zwei Sterne. Noch einmal lesen würde ich das Buch nicht. Leider keine Empfehlung, erst recht nicht für Krimi- oder Thrillerliebhaber. PS: Vorhersehbar ist es auch noch. Man muss einfach nur nachprüfen welcher der Hauptcharaktere nie als direkter Protagonist auftaucht und uns so als einziger nicht Einblick in seine Gedanken um den Mord gibt. Man merkt es dadurch leider sehr früh. Ein klarer Makel, der bei so vielen Protagonisten schnell auftreten kann... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Endlich neues von Charlotte Link....,
Von S. Epperlein (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Gebundene Ausgabe)
....und schon ist es leider wieder gelesen.In diesem Roman bekommt es Detective Inspector Valerie Almond gleich mit zwei Mordfällen zu tun. Nachdem nachts auf dem Heimweg die junge Studentin Amy Mills in einem Park erschlagen wurde, kommt einige Monate später die etwa 80-jährige Fiona Barnes auf ähnliche Weise ums Leben. Ebenfalls erschlagen in einer einsamen Gegend in der Nähe von Scarborough. Die Ermittlungen konzentrieren sich schnell auf die Beckett-Farm, ein heruntergekommenes Farmhaus, in dem Fiona kurz vor ihrem Tod an einer Verlobungsfeier zwischen der Tochter Gwen des Farmbesitzers Chad Beckett und Dave Tanner teilgenommen hatte. Diese Feier endete mit einem Eklat, ausgelöst durch Fiona. In einem zweiten Erzählstrang erfährt man, wie Fiona die Jahre während des zweiten Weltkrieges erlebt hat. Sie hat "ihre Geschichte" in E-Mails an Chad geschickt, den sie als 11-Jährige kennen lernte, als sie wegen der Bombenangriffe von London nach Yorkshire aufs Land geschickt wurde. Da diese Aufzeichnungen nur "stückchenweise" in die Gegenwartsgeschichte eingestreut sind, erfährt der Leser erst spät, dass es da einen dunklen Punkt in der Vergangenheit gibt. Liest sich der Beginn des Romans noch etwas schwierig, da sehr viele Personen auftreten, gelingt es Charlotte Link im weiteren Verlauf die Spannung zunehmend zu steigern. Viel Wert legt die Autorin auf die Ausarbeitung der Charaktere. Allerdings bleiben einige Personen etwas blass. Dies mag an der Vielzahl der Handelnden liegen. Im Grunde haben alle Charaktere Probleme, unsympathische Eigenschaften. Dadurch findet man zwar keine Identifikationsfigur, aber die Autorin gewährt dafür tiefe Einblicke in die nicht immer angenehme Psyche und ihre Figuren bleiben so glaubwürdig. Hinter freundlichen Fassaden verbergen sich zum Teil Angst, Wut, Trauer und Hass. Charlotte Link macht deutlich, was Schuld, Lieblosigkeit und Einsamkeit aus Menschen macht. Man liest mit zunehmender Anspannung, auch Erschütterung, welche Konsequenzen Gleichgültigkeit und "Wegsehen" haben können. Damit hat Charlotte Link einen tiefgründigen, psychologischen Spannungsroman geschrieben, der dazu noch hochaktuell ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Enttäuschend,
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Taschenbuch)
Mir hat der Roman im Nachhinein gar nicht gefallen. Bis über die Hälfte wurde ich zwar gefesselt, war aber maßlos enttäuscht von der Auflösung des Falls. Versprach es vorher eine ungewöhnliche Verbindung zwischen der Rahmen- und der Binnenhandlung zu geben, so fiel der Autorin wohl nicht so recht ein, wie sie es hätte anstellen sollen, und so blieben viele anfänglich gute Ideen letztlich unausgeführt und eben unbefriedigend. Nach der letzten Seite fragte ich mich, ob das denn nun der Autorin aller Ernst war, dem letzten Drittel des Romans eine solche Auflösung angedeihen zu lassen. Ich finde, Frau Link kann das sonst besser. Schade, dass sie aus ihrer recht guten Idee nicht mehr gemacht hat. Zwei Sternchen gibt es für die fesselnde Binnenhandlung um Brian.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
ein wenig korrekturen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Taschenbuch)
das buch von Charlotte Link ist mal wieder gut, aber nicht so gut wie einig andere die sie geschrieben hat. Und ich muesste doch einige Fehler bemerken.Es wird zuviel Kaffe getrunken, in Yorkshire? In einem County das beruehmt ist fuer seinen Tee.Dann gibt es auch keine Briefkaesten in England, nur briefschlitze in den Haustueren.Salamibrot wird auch nicht als Abendbrot in England gegessen, vor allen Dingen nicht auf einem Bauernhof.Die Englaender essen Abends warm. Und was der groesste Fehler ist, das die Kommisarin eine Schusswaffe zieht. Die Detectives in England tragen nie Schusswaffe bei sich, dafuer sind die 'Special Units' zustaendig. Oder haben sie schon mal 'inspector barneby' oder 'Morse' oder 'Lewis' mit einer Schusswaffe gesehen. Das waren die Punkte die mich doch sehr gestoert haben.Ich habe 16 Jahre in England gelebt und Yorkshire war eines meiner favorite Counties. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch voller Spannung mit einem Appell an die Menschlichkeit,
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir das Buch auf gut Glück selbst geleistet, obwohl ich niemals im Leben so teure Bücher selbst gekauft habe. Eher bin ich der Typ für gebrauchtes. Aber da ich von "Echo der Schuld" schon so angetan war, habe ich den Kauf einfach mal riskiert.Und ich muß sagen: Jeder Cent war es wert. Das Buch fängt meines Erachtens schon äußerst spannend an. Schon nach den ersten zwei Kapiteln konnte ich es nicht mehr weglegen. Viele Rezensenten haben als kleines Manko die eingangs vielen Charaktere bemängelt, dass ein leichtes Durcheinanderkommen möglich sei. Dies kann ich nicht bestätigen, da jeder Charakter sehr bildlich und authentisch - aber nicht ausschweifend und langatmig - dargestellt ist, so dass man recht leicht den Überblick über alle Figuren behält. Die Charaktere tragen alle ein Geheimnis mit sich herum und wirken deshalb auch nicht perfekt wie es in vielen anderen Romanen vorkommt, sondern sind einfach echt mit Ecken und Kanten. Jedes einzelne Kapitel, auch die einzelnen Rückblicke, wirkt spannend und hat seinen besonderen Reiz. Die Spannungskurve bleibt von Anfang bis Ende erhalten. Auch bei den fast 670 Seiten gibt es keine Seite, die man hätte weglassen können. Eine herausragende Leistung von Frau Link war wieder einmal die Schilderung der tragischen Geschichte um Brian Somerville. Man geht in die Geschichte ein, fühlt förmlich mit, man wird an die eigene Menschlichkeit gepackt. Der erste Mord um Amy Mills tritt dann zum Ende erheblich in den Hintergrund, so dass durchaus einige offene Fragen zurück bleiben. Aber dies schmälert diesen grandiosen Roman in keinster Weise. Ich kann nur sagen, ich habe bisher sechs Bücher von Charlotte Link gelesen, aber dies war neben "Echo der Schuld" das beste. Es hatte alles, was in einen guten Roman gehört: enorme Spannung, Unterhaltung, Dramaturgie und Psychothrill. Daumen hoch, Frau Link!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Gewohnte 08/15-Kost,
Von andfri80 "Andrea" (Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Taschenbuch)
Nachdem mir mein Nachbar letzte Woche fünf Bücher von Charlotte Link geschenkt hat, bleibt nach dem Lesen ein Gesamteindruck übrig: Sie bietet schnelle, leicht verdauliche, oberflächliche Kost, die weder zum Nachdenken, noch zu Kontroversen einlädt.Auch in "Das andere Kind" bedient sich CL wieder aus ihrer üblichen Kiste der stereotypen Charaktere: verhuschte graue Mäuschen; "starke" Frauen mit schrecklicher Kindheit, die ihre schlechten/gescheiterten Beziehungen nur allzu gern dem Mann zuschieben; männliche Weicheier, die sich die Allüren ihrer Frauen kommentarlos gefallen lassen; ruchlose, charmante Verführer, bei denen sonst abweisende Ehefrauen schwach werden und bereitwillig das Höschen lüften; Ermittler, die immer einen Schritt hinter den übrigen Protagonisten hertapsen. Insgesamt ist der Handlungsverlauf unlogisch und nicht nachvollziehbar: Obwohl fast alle Mitwirkenden über die alte Geschichte der ermordeten Fiona Barnes Bescheid wissen, fällt jedem ein an den Haaren herbeigezogener Grund ein, nicht zur Polizei zu gehen und den Mörder lieber ungestraft davonkommen zu lassen. Die Polizei wiederum ist nicht in der Lage, die Namen der Beteiligten an der Verlobungsfeier in ihren Rechner einzutippen, um sie auf frühere Fälle hin zu untersuchen. Zu all dem passt auch die Präsentation des Täters: Um seine Identität möglichst lange geheim zu halten, entpuppt er sich hinterher als irrer Psychopath, der alle anderen erfolgreich jahrelang getäuscht hat, sodass niemand ihm die Tat überhaupt zutrauen konnte. Nein, intelligente Krimis sehen für mich anders aus, der einzige Stern gebührt Links sprachlichen Fähigkeiten, denn auszudrücken weiß sie sich in jedem Fall sehr gut. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Gefühlskälte und andere Schicksale,
Von Manarola (Salzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Taschenbuch)
Das nordenglische Küstenstädtchen Scarborough ist in Aufruhr, als eine Studentin am späten Heimweg brutal ermordet wird. Monate später der nächste Mord: ähnlich ausgeführt – ähnlich brutal. Gibt es einen Zusammenhang? Diesmal ist der Leser schon in der Handlung drinnen, denn die Ermordete – die über 70-jährige Fiona Barnes – war eben mit ihrer Enkelin bei einer Verlobungsfeier in kleinem Rahmen. Gwen, die Tochter des langjährigen Freundes Chad ist eine graue Maus (alte Jungfer hätte man früher dazu gesagt). Und plötzlich soll sich der mittellose Prinz - ein attraktiver 40-er - in Sie verliebt haben? Oder eher in das Anwesen von Chad und Fiona, das mit etwas Arbeit ganz ansehnlich sein könnte? Es kommt durch Fiona zum Eklat, der Verlobte Dave Tanner verlässt das Anwesen. Bald darauf ist Fiona tot.Die ermittelnde Detective Inspector Valerie Almond ist spätestens seit dem ersten Mord stark unter Druck und wittert jetzt Morgenluft. Der Kreis der Verdächtigen ist klein, es waren ja nur noch ein weiteres Ehepaar, langjährige Feriengäste anwesend. Und dennoch bleibt der Fall schwierig: denn die Verdächtigen haben Alibis, ein Zusammenhang der Morde ist kaum herstellbar und Sie verfügt auch nicht über die Lebensbeichte von Fiona, die diese an Chad geschrieben hat und in deren Jugend in die 40-er Jahre und das Ende des Weltkrieges zurückführt. Der Leser wird gemeinsam mit einigen Protagonisten darin aber schrittweise eingeführt und lernt dabei auch das andere Kind kennen... Bewertung: Charlotte Link schafft es über verschiedene Perspektiven und Erzählebenen eine schöne Geschichte zu weben (und erinnert dabei in vielen Aspekten an Hakan Nessers „Die Einsamen“ das ich kurz zuvor gelesen und rezensiert habe). Man lernt die Schicksale kennen, dramatische Ereignisse in der Vergangenheit, ist hin und her gerissen zwischen Verurteilen und Verstehen – Sie waren ja noch jung. Und entsetzt über das Schicksal des anderen Kindes. Aber wie hängt das mit dem Mord zusammen, und gar mit dem ersten. Die Autorin setzt uns geschickt auf falsche Fährten und lässt uns lange im Dunkeln tappen. Die Beamtin spielt in den Ermittlungen eine geringe Rolle. Eher sind es die Protagonisten selber, die das Ende herbeiführen. Und dieses ist überraschend, aber wirkt nachvollziehbar. Clever und dramatisch zugleich. Und da gibt es ja noch den zweiten Mord. Sowohl der Spannungsbogen als auch die Psychogramme sind gut gelungen und lassen den Leser in die Handlung eintauchen. Allein die Sprache ist oft banal, platt und anspruchslos. Sie reicht über den Level einer Trivialliteratur nicht hinaus. Das schadet auch der Zeichnung der Charaktere. Wem das nichts ausmacht, der ist mit dem Buch sehr gut bedient. Für mich reicht es hier – trotz der gut konstruierten Handlung - deshalb aber nur für immerhin 4 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
42 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Diesmal eine kleine Enttäuschung,
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Bücher von Charlotte Link kaufe ich schon seit langer Zeit blind und war bis jetzt auch immer begeistert - wie gesagt, bis jetzt. Am Anfang hat es mir noch sehr gefallen, die Autorin hat einfach einen wunderbaren Schreibstil, der einen immer direkt ins Geschehen hineinsaugt. Doch diesmal hat sie es nicht geschafft, dass ich auch nur einen der Charaktere annähernd sympathisch fand. Vor allem die Hauptperson Leslie, eine in meinen Augen gefühlskalte Frau die sich gerade von ihrem Mann scheiden ließ, ging mir schon nach dem ersten Viertel gehörig auf die Nerven. Bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit knallt sie ihrem Mann seinen Seitensprung um die Ohren, sei es im persönlichen Gespräch oder am Telefon - nachdem SIE IHN angerufen hat, um sich auszuheulen. Der Rest der handelnden Personen ist auch nicht besser, schon allein durch die strunzdummen Entscheidungen, die hier massenhaft getroffen werden. "Zur Polizei gehen? Ähhh , ach nee." (Hier folgt dann immer eine nicht nachvollziehbare Begründung, warum man es nicht tut.)Lediglich die ermittelnde Polizistin Valerie Almond konnte ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln - aber wenn ich mich beim Showdown dabei erwische, wie ich der "bösen Seite" (um nicht zuviel zu verraten) die Daumen drücke, kann da ja irgendetwas nicht stimmen. Am besten ist noch die "Geschichte in der Geschichte", ein Rückblick auf die Zeit des zweiten Weltkriegs, sehr spannend und eindringlich von der Autorin geschildert. Die eigentliche Auflösung ist dann leider absolut vorhersehbar, besonders wenn man schon mehrere Bücher von Frau Link gelesen hat. Für dieses Ideenrecycling" gibt es von mir leider nur 3 Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Wenig überzeugendes Ende,
Von Sylvie Spieß "Sternchen" (Lothringen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das andere Kind: Roman (Taschenbuch)
Nur zufällig habe ich diesen Roman gelesen und am Anfang gefielen mir vor allem die Landschaftsschilderungen und auch die differenziert gezeichneten Charaktere. Weniger gelungen fand ich die Dialoge, die allzu oft steif und wenig lebensnah waren. Aber die Geschichte um die im Verborgenen liegende böse Tat der beiden alten Menschen hat mich doch sehr gepackt, überhaupt waren die Rückblicke in die Vergangenheit mit das Beste an dem Roman und ich war ziemlich gespannt, wer denn nun die beiden Morde an den Frauen begangen hatte. Verdächtige gab es genug und als sich endlich die Spannunbg steigerte, mochte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Doch dann kam die Auflösung und damit die Enttäuschung. Es war, als habe die Autorin plötzlich eine Figur ausgetauscht, der jetzt geschilderte Charakter wollte so gar nicht zu dem über mehrere hundert Seiten zuvor aufgebauten passen. Da halfen auch die gebetmühlenartig wiederholten Erklärungen aus unterschiedlichsten Perspektiven wenig. Sie zeigten im Gegenteil nur, dass offenbar auch der Autorin etwas mumig bei ihrem plötzlichen Sinneswandel war.Schade. Ein Buch, das gut beginnt, aber wenig überzeugend endet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Das andere Kind von Charlotte Link
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