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198
4,0 von 5 Sternen
Wahn
Format: Hörbuch-DownloadÄndern
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67 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Februar 2008
Ja, gebissen, nicht geküsst, denn King läuft hier zu einer Horror - Hochform auf, die man seit Jahren bei ihm nicht mehr gesehen hat! Manchmal subtil, manchmal hochgradig verstörend (ich sage nur: Fischreiher!), aber immer in bester King-Manier, die eher schwache Werke wie "Puls" oder "Der Buick" in Vergessenheit geraten lassen.

Aber nicht nur das Gruseln lehrt "Wahn" (im Original "Duma Key" - warum nur wieder dieser bescheuerte deutsche Titel - man müsste meinen, die Verleger hätten aus dummen Betitelungen wie "Love" und "Qual" gelernt, aber nein...). Es ist ebenso eine Charakterstudie eines Menschen, der sich vom Rande des Selbstmords wieder ins Leben zurückkämpft (oder wie hier: Malt), obwohl auch sein neues Dasein, trotz des scheinbar positiven Anfangs, zunehmend Schlechtes für ihn bereithält. Und trotzdem gibt er nicht auf, sondern kämpft für seine Familie und seine Freunde, die gegen Ende immer mehr und mehr von einer Gefahr bedroht werden, deren Verbannung nur in seinen Kunstwerken und denen eines kleinen Mädchens zu finden ist.

Wer Fan von Kings früheren Werken ist, wird von "Wahn" auf keinen Fall enttäuscht sein. Im Stil von "Sara" und "Insomnia", mit einer Prise des "Dunklen Turms", ist der neue King ein Roman, der nicht nur Horrorfans, sondern auch Leser ernsthafter Literatur gleichermaßen begeistern wird!
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130 von 146 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. März 2008
Sorry "Oliver Pilz", aber WAHN ist keine zwei Punkte wert. Ich weiß, einige Fans können einfach nicht damit aufhören, King mit seinen früheren Werken zu vergleichen - aber bitte, lasst es doch endlich: Unser King hat sich weiter entwickelt, der Schreibstil wurde anders, sein Horror schleichender und sanfter - ein leiser Horror. Und diese Tatsache, hat er in WAHN wunderbar verpackt. Dieses Buch ist ein Paradebeispiel für den neuen Stephen King. Die wunderschöne, unheimliche Atmosphäre von Duma Key war einfach nur gut rübergebracht; ich hatte Spaß beim Lesen dieses Buches.
Es ist das Beste, was King ab dem Jahr 2000 verfasst hat. Ich fand auch schon LOVE vor zwei Jahren nicht schlecht. Es sind einfach neue, nachdenklichere Werke. Und das gefällt mir. Die Elemente in WAHN hätten einfach nicht besser sein können: das Wesen war unheimlich, die Umgebung ebenfalls. Alles stimmte. Ein subtiler Horror, mit Charakteren, die richtig unter die Haut gingen.
WAHN hat mehr verdient als zwei Punkte, viel mehr - weil das Buch wieder einmal ein richtiger King ist. Und die King-Fans, die sich immer noch an alte Werke klammern, sollten sich so langsam einmal an den neuen Stil gewöhnen. Sein nächstes Buch - wie er selbst ankündigte - wird im Umfang von The Stand oder ES sein ... und der Stil wird wieder so sein wie in LOVE oder WAHN (wobei WAHN der bessere Stil war). Das Buch war sehr gut! Für mich ein wundervolles Erlebnis. Aber es war sicherlich kein Fluch der Karibik!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. September 2011
Edgar Freemantle hatte ein erfülltes Leben: Zwei reizende Töchte, eine liebenswerte Frau, Millionen auf dem Konto und einen erstklassigen Job. Doch dann kam der Unfall und alles änderte sich. Edgar verliert einen Arm und mit dem Arm verabschiedet sich auch sein wundervolles Leben. Durch eine Kopfverletztung hat er erhebliche Gedächtnislücken. Darunter leidet er so sehr, dass er regelrecht aggressiv wird und seine Frau schlimm beleidigt. Daraufhin reicht diese die Scheidung ein. Von diesem Wahnsinn schwer geplagt zeiht Edgar auf Anraten seinen Arztes auf die Florida-Insel Duma Key in ein Strandhaus. Dort versucht er seinen Schmerz duch die Malerei zu lindern. Duma Key gehört zu einem großen Teil der alten Dame Elisabeth Eastlake, deren mysteriöses Familiengeheimnis sich Edgar immer mehr erschließt, je mehr er unheimliche Szenen auf der Insel zeichnet. Seine Gemälde entstehen wie in einem Fieberwahn. Hinterher hat er fürchterlichen Hunger und kann ich sich an fast nichts mehr erinnern. Die Insel scheint Edgars Talent zu verstärken. Doch schon bald scheinen die Bilder ein Eigenleben zu entwickeln. Sie entwickeln eine unbändige Kraft, die es ihnen ermöglicht die Insel zu verändern. Als dann noch Käufer der immer berühmter und beliebter werdenden Bilder Edgars auf seltsame Weise durch das Eigenleben der Bilder ums Leben kommen, weiß Edgar, dass er handeln muss. Zusammen mit seinem Freund Wireman, den er ebenfalls auf der Insel kennengelernt hat, begibt er sich auf die Suche nach dem Grund des Eigenlebens der Bücher. Dabei tauchen sie tief in die Familiengeschichte von Elisabeth ein und bemerken die drohende Gefahr erst, als es fast schon zu spät ist.

Dieser Horrorthriller ist größtenteils aus der Sicht von Edgar geschrieben. Doch immer wieder werden andere kurze Kapitel eingeschoben. Diese nennen sich "Wie man ein Bild zeichnet" und lösen nach und nach das Familiengeheimnis von Elisabeth Eastlake auf.

Die Charaktere haben mir ausgesprochen gut gefallen. Mit Edgar leidet man regelrecht mit! Der Unfall hat sein Leben so grundlegend verändert, dass man ihm auf der Insel Duma Key endlich Ruhe und Entspannung wünscht. Daraus wird allerdings nichts! Man konnte sich super in ihn hineinversetzten und konnte jede seiner Handlungen gut nachvollziehen. Auch Wireman hat mir sehr gut gefallen. Er scheint richtig intelligent zu sein und trotzdem bringt er Schwung, Witz und Sarkasmus in die Geschichte mit ein. Auch er hat mit einem schweren Leiden und einer düsteren Vergangenheit zu kämpfen, was ihn umso symphatischer macht. Elisabeth Eastlake war ebenfalls eine liebenswerte Persönlichkeit. Wenn man anfangs noch dachte, sie sei sehr verwirrt und altersgeschächt, merkt man nach und nach was hinter ihrer "Krankheit" steckt und wie clever sie in Wirklichkeit ist.

Der Schreibstil ist, wie für King meiner Meinungs nach typisch, wahnsinnig gut! Er schafft es wie kein anderer seine Leser in fremde Welten zu entführen. Bei ihm ist einfach alles so unglaublich authentisch und echt gestaltet, dass man ihm die verrücktesten Sachen abnimmt. An Spannung und Horror hat es dem Horrorthriller meiner Meinung nach auf keinen Fall gefehlt. Teilweise hatte ich beim Lesen richtig Angst und das nicht nur im spannenden Showdown. Die Geschichte ist so clever eingefädelt und gut durchdacht, dass die fast 900 Seiten bei mir nur so dahingeflogen sind.

Die Idee des Buches an sich war genau nach meinem Geschmack. Gut durchdachte Charaktere, eine individuelle Geschichte, eine tolle Kulisse und mächtig viel Horror.

Da ich Bücher von King wirklich liebe, verwundert es wohl nicht, dass ich diesem Buch einfach 5 Sterne geben muss. Trotz seiner Dicke habe ich es regelrecht verschlungen. Auch wenn viele sagen, King sei nicht mehr so gut wie früher zu "Es" Zeiten, muss ich sagen, dass ich finde, dass er mindestens genauso gut ist! Er ist eben anders. Die teilweise nicht gut durchdachten Wendepunkte, die seinen damaligen Werken noch mehr Ekel und Horror verliehen haben, fehlen nun. Sein Horror kommt schleichend und wirkt sicher eher auf die Psyche aus.

Wer allerdings genauso wie ich Horror der an die Psyche geht lieber mag, als eklige Schocker, der wird mit diesem Buch sicherlich sein schauerliches Vergnügen haben ;).
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Oktober 2009
Ich habe seit langem mal wieder zu einem Stephen King Roman gegriffen - und wurde nicht enttäuscht.
Sein packender Schreibstil und die dichte Atmosphäre lassen die fast 900 Seiten wie im Flug vergehen. Trotz der (für meine Verhältnisse) hohen Seitenanzahl war kein Abschnitt der Geschichte langatmig. Vorallem wohl wegen der Ich-Perspektive des Hauptcharakters Edgar Freemantle, der das Geschehen spannend schildert. Überhaupt sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und vielschichtig, und wirken dadurch menschlich und lebendig.
Natürlich ist das Schicksal dieser Charaktere nicht immer positiv, was noch mehr zur beklemmenden Atmosphäre des Romans beiträgt.
Besonders gut gefallen haben mir die "Eigenheiten" von Edgar, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen ("It was RED!").
King baut mehrere Parallelen auf und lässt sie am Schluss schlüssig zusammenfließen, mit dem ein oder anderen Schockmoment, von denen aber keiner übertrieben wirkt.

Alles in allem würde ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen - aber nur, wenn man auch wirklich Zeit dafür hat, denn es aus der Hand zu legen fällt schwer.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. März 2008
Welcome Back,Mr.King!!..der Meister des Horrors ist wieder dort angelangt wo er hingehört:an der Spitze der Horrorautoren..mit seinem neuen Roman "WAHN" hat Stephen King nach einigen schlechteren Romanen nun endlich wieder zu sich selbst gefunden und eine Geschichte der Extraklasse geschrieben.

In dieser Geschichte geht es um Männerfreundschaften,Kunst und lange Strandspaziergänge..eigentlich harmlos..wäre da nicht das immer anwesende Böse in den Romanen vom Autoren..eine Geschichte die sich immer weiter steigert und bei der man zum Ende hin das Buch garnicht mehr aus der Hand legen will..und so soll es ja auch sein..Ein MUSS für jeden King-Fan und ein Einstieg für alle Neuleser..
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. September 2009
Edgar Freemantle ist Bauunternehmer, dann wird er durch einen Unfall sensibilisiert und zu einem überragenden Kunstmaler. Er zieht sich auf Duma Key in Florida zurück, um an seinen Bildern zu arbeiten und bemerkt dabei, dass er mit ihnen Unheil heraufbeschwören, aber auch heilen kann. Wer oder was steckt dahinter?

Finden Sie es heraus, wenn Sie Horror mögen, der sich wie eine Katze anschleicht, sich erst einschmeichelt, dann plötzlich die Krallen ausfährt und Ihnen ins Gesicht springt.

Der Stil und der Humor sind sehr angenehm, weil es kein aufdringlicher, splattermäßiger Horror, sondern eher subtiler Psychoterror ist, der sich ganz langsam aufbaut. Der ruhigen, angenehmen Stimme von David Nathan kann man ohne Mühe stundenlang zuhören.

Es ist wirklich wieder ein sehr gelungenes Hörbuch, das ich sehr genossen habe. Beim Malen. Ich war richtig traurig, als es zu Ende war.

Aber so ist das eben. Jedes Buch hat seine letzte Seite, jedes Bild seinen letzten Arbeitsschritt und jedes Leben seinen letzten Tag.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Januar 2012
Ich hab schon seit längerer Zeit kein King-Buch mehr gelesen, früher hab ich fast NUR King gelesen. Dann gab es eine Phase mit seinen neueren Büchern die mir nicht mehr gefallen hat. Der Kick, die Spannung seiner früheren Werke gingen mir dort etwas verloren. Nun habe ich mit Qual mal wieder zu einem King gegriffen, vielleicht hat das Buch aber auch in King-Manier nach mir gegriffen? Ich weiß es nicht ;-)
Edgar Freemantle muss nach einem schweren Unfall bei dem er seinen Arm einbüßt und auch Hirnschäden davonträgt sein Leben neu sortieren. Die einfachsten Dinge fallen ihm nicht ein, er neigt zu Wutausbrüchen bis sich schliesslich seine Frau Pam von ihm trennt. Auf anraten seines Arztes zieht er nach Duma Key, eine Insel vor Florida, in das Big Pink - ein großes herrschaftliches Haus. Dort findet er alleine neuen Lebensmut und entdeckt in der Malerei eine neue Leidenschaft. Wie im Fieber zeichnet er ein brilliantes Bild nach dem anderen und lernt auf der Insel mit Wireman und Jack Cantori neue Freunde kennen. Elisabeth Eastlake, eine geheimnisvolle alte Frau die von Wireman gepflegt wird, weckt besonderes Intresse in ihm. Irgendwie scheint eine besondere Verbindung zwischen Edgar und Elisabeth zu bestehen. Seine Bilder werden immer unheimlicher, tatsächlich scheinen sie zum leben zu erwachen, doch nicht nur seine Töchter, sondern alle sind begeistert von Edgars Werken. Allerdings scheint eine böses Wesen am Werk zu sein, welche durch die Bilder versucht wieder an Macht zu gewinnen und Edgar hierzu benutzt. Es scheint als Elisabeth mehr weiß, als das sie zugibt.
Ein wundervoll geschriebenes Buch vollkommen perfekt ausgefeilt. Langsam und leise fängt es an, wie immer werden die Charaktere lang und genauestens beschrieben, in der Mitte gewinnt es an Fahrt und am Ende gibts einen furiosen Schluss. King wie ich ihn liebe!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nur Stephen King schafft es eine Insel im Urlaubsparadies Florida in eine gruselige grüne Hölle zu verwandeln und einen Sonnenuntergang neu zu erfinden. Was ist schon daran zu fürchten, wenn jemand einen Pinsel in die Hand nimmt? King nimmt das Normale, das Alltägliche und gibt den Dingen eine neue, dunkle, gruselige Bedeutung. Ich gebe zu, ich bin ein King-Fan.

Edgar Freemantle beginnt sein neues Leben auf einer kleinen abgelegenen Insel in Florida, nachdem sein altes Leben mit einem schweren Unfall endete. Der Unfall hatte ihn seinen rechten Arm und die Ehe gekostet, aber er ist mit dem Leben davon gekommen. Arbeitsunfähig, ständig kurz vor einem Wutanfall, mit Gedächtnislücken, die eher einem Grand Canoyn gleichen als einer Zahnlücke, von Schmerzen gepeinigt, scheint ihm Selbstmord als sinnvoller Ausweg. Er will beenden, was der Unfall nur halbherzig angefangen hat. Um seinen Töchtern das schlechte Gewissen zu ersparen, will er fernab seiner Familie ein Jahr abwarten. Die Zeit vertreibt er sich mit Zeichnen, einem alten Hobby, dass zu der Zeit als aufstrebender erfolgreicher Bauunternehmer in Vergessenheit geraten ist. Tatsächlich scheint er erstaunliches Talent zu haben und aus Zeichnungen werden faszinierende Gemälde mit einer besonderen Ausstrahlung. Er bemerkt, dass eine gierige Macht auf der Insel seine Bilder für sich nutzen will und merkwürdige Träume sind wahrer, als es ihm lieb ist. Als er sich weigert, seine Bilder zu verkaufen, bringt er ein uraltes, mächtiges Wesen gegen sich auf.

Nachdem ich mit den letzten beiden Bücher von Stephen King nicht sehr viel anfangen konnte, wusste ich schon bei der Leseprobe von Duma Key", auf deutsch Wahn", dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Ein besonderen Grusel" birgt das Wissen, dass King genau weiß, was er schreibt, wenn er die Folgen eines fast tödlichen Unfalls beschreibt. 1999 wurde King bei einem Spaziergang angefahren und schwer verletzt. Oft frage ich mich beim Lesen, ob er selbst auch so gelitten hat, wie Edgar.
King schreibt in einem sehr umgangssprachlichen Stil und deshalb wirken die Gedankengänge Edgars auch nicht fremd. Ich war beim Lesen schnell in der Geschichte und um Edgar und seine neuen Freunde besorgt. King schafft es hier wieder sehr treffend eine so normale Szene zu bereiten, dass das Grauen sich von hinten an schleichen kann.

Die fast 900 Seiten waren anfangs doch etwas abschreckend. So einen dicken Wälzer hatte ich schon ewig nicht mehr gelesen und auch wenn es Längen gab, liest sich diese Unmengen an Wörtern erschreckend schnell durch. Leider ist das Cover wirklich nicht besonders schön und hat mich auch nicht gerade zum Buch gelockt.

Nicht sein Bestes, aber eines seiner wirklich guten Bücher.
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Eingangs muss ich sagen, dass ich ein absoluter Stephen King-Fan bin und aufgrunddessen vielleicht voreingenommen bin.
Vielleicht bin ich verblendet und man könnte den Eindruck gewinnen (insbesondere wenn man meine anderen Kritiken liest), dass ich alles, was er schreibt, gut finde.
Dem ist aber nicht so! Stephen King hat mich zum Lesen gebracht! Nur weil ich IHN damals mit 12 Jahren lesen wollte, habe ich mit dem Lesen angefangen und bereue es keine einzige Sekunde - auch nicht, dass ich dieses brillante Buch gelesen habe.

Kurz zum Inhalt: Edgar Freemantle hatte einen schweren Unfall, verliert seinen Arm und geht schwer lidiert und voller Wut über seine Behinderung aus dem Krankenhaus. Seine Frau hält seine Wutattacken nicht mehr aus und trennt sich von ihm. Er zieht darauf hin auf die Insel "Duma Key" (so auch der Originaltitel des Romans)und beginnt das Malen. Bald bemerkt er, dass seine Bilder ein ungewöhnliches Eigenleben entwickeln und die Realität beeinflussen können...

King hat mit diesen knappp 900 Seiten wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Sein letzter großer Roman Qual hat mir nicht sonderlich gut gefallen und daher war ich skeptisch was "Wahn" anging.
Aber ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Das Buch ist wie ein Sog: es fängt langsam an den Leser in seinen Bann zu ziehen und irgendwann kommt man nicht mehr aus diesem Strudel heraus und ich hatte das Gefühl, ich muss jetzt weiter lesen. Die Geschichte um Edgar, Wireman und Jack ist einfach so toll und wunderbar geschrieben, dass die Akteure einem einfach ans Herz wachsen und man sie lieb gewinnt.

Die Athmosphäre, die King aufbaut, ist so geschildert, dass man das Gefühl hat, man stehe auf Duma Key und könnte die Geräusche (die Muscheln) hören oder den Strand beobachten.

King ist mit "Wahn" ein richtig guter Roman gelungen, den ich sehr schnell verschlungen habe.
Ich freue mich jetzt schon auf seinen neuen Roman "Under the Dome", der im November 2009 erscheinen soll.
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am 17. März 2008
Der inzwischen 60jährige Großmeister des Horrors ist mit einem neuen Buch zurück, in dem der Horror nur die zweite Geige spielt. Vorrangig geht es um die Wiedergenesung des nach einem Unfall halbseitig lädierten ehemaligen Bauunternehmers namens Edgar Freemantle, den es, schwer reich, einarmig und persönlichkeitsgestört, zur Erholung auf die vor Florida liegende fiktive Insel 'Duma Key' (so auch der Originaltitel des Buches) verschlägt. Dort entdeckt er seine Leidenschaft (besser: Obsession) fürs Malen. Seine Bilder wirken auf den Betrachter gleichermaßen abstoßend wie faszinierend und entwickeln schon bald ein umheimliches Eigenleben...
Auf mehr als 800 Seiten breitet Stephen King das zweite Leben Edgar Freemantles aus. Und obwohl für ein Buch dieses Umfangs im Verlauf der Geschichte erstaunlich wenig passiert, kommt doch zu keiner Zeit Langeweile auf. Das liegt einerseits daran, dass es King aufgrund eigener Erfahrungen (er hatte 1999 einen schweren Unfall) meisterhaft versteht, das widersprüchliche Innenleben des Rekonvaleszenten darzustellen, andererseits aber auch an starken Charakteren, deren persönliche Lebensgeschichte teilweise eng mit den übernatürlichen Ereignissen auf der Insel zusammenhängt. Aus jenen Ereignissen heraus entwickelt King die Horrorgeschichte, die erst auf den letzten 300 Seiten Fahrt aufnimmt. Mangels Kenntnis des King-Oeuvres kann ich nicht beurteilen, ob die Horrorstory zu den besten oder schlechtesten Kings gehört, aber für meine Begriffe wirkt sie authentisch und keinesfalls aufgesetzt, allerdings beschlich mich der Eindruck, King hätte sich hin und wieder bei Kollegen Clive Barker bedient, der für das Computerspiel "'Undying"' eine in Grundzügen ähnliche Idee ersann. Unabhängig davon finde ich die Idee aber auch an sich nicht so bahnbrechend originell. Die atmosphärische Dichte gleicht das jedoch wieder aus. Schwierigkeiten hatte ich damit, dass der rational denkende Freemantle ab einem gewissen Punkt seine übernatürlichen Fähigkeiten einfach akzeptiert, ohne sie weiter zu hinterfragen. Außerdem ist die Geschichte gespickt mit Anspielungen auf die amerikanische Pop-Kultur, was zur Folge hat, dass Leuten, die sich mit der Materie nicht so gut auskennen, sicherlich der ein oder andere Wortwitz entgeht. Aber das sind nur kleine 'Mängel' in einem ansonsten sehr lesenswerten Buch. Ungeachtet der Einordnung in King's Gesamtwerk ein fesselnder Roman, der sich darüber hinaus sprachlich auf hohem Niveau bewegt.
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