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4.0 von 5 Sternen Die Geister, die er rief...
... wurde er nicht mehr los. So oder ähnlich verhält es sich beim Oscar Wilde-Romanhelden Dorian Gray, ein Junge vom Land, der in London eine Erbschaft antritt und dort vom charismatischen wie zynischen Lord Wotten zum "Lotterleben" verführt wird.
Nach Ferigstellung seines Portraits durch seinen Freund und Maler Basil wird der junge Dorian schnell zum...
Veröffentlicht am 8. Mai 2010 von Chris Bayer

versus
65 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Themenverfehlung
Oliver Parkers bisherige Oscar Wilde-Verfilmungen gefielen mir - ebenso wie sein "Othello" - sehr gut. Die filmische Umsetzung von Wildes Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" (in dem der Wunsch eines jungen Mannes, dass sein Portrait an seiner Stelle altern soll, auf schreckliche Weise in Erfüllung geht) ist meiner Meinung nach aber ziemlich misslungen. Der Film...
Veröffentlicht am 26. Juli 2010 von Tomatensauce


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geister, die er rief..., 8. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Dorian Gray [UK Import] (DVD)
... wurde er nicht mehr los. So oder ähnlich verhält es sich beim Oscar Wilde-Romanhelden Dorian Gray, ein Junge vom Land, der in London eine Erbschaft antritt und dort vom charismatischen wie zynischen Lord Wotten zum "Lotterleben" verführt wird.
Nach Ferigstellung seines Portraits durch seinen Freund und Maler Basil wird der junge Dorian schnell zum Stadtgespräch. Auf einmal liegt ihm ganz London zu Füßen, da er zwei Dinge besitzt, die sich viele ersehnen: Jugend und Schönheit. Doch gleichzeitig wird Dorian auch die Vergänglichkeit seiner Schönheit bewusst und er stellt fest, dass er sogar seine Seele dem Teufel überlassen würde, wenn er nur auf ewig so aussehen könnte wie auf dem Gemälde. Dieser Wunsch wird zur Wirklichkeit: sein Bild beginnt ein Eigenleben zu führen und verändert sich auf verstörende Weise, während Dorian selber ewig jung und schön zu bleiben scheint.

Ich persönlich finde die filmische Umsetzung durchaus gelungen. Der Film lädt einen in das London des 19. Jahrhunderts ein, mit seinen positiven wie negativen Seiten: das beinahe dekadente Leben der feinen Londoner Gesellschaft auf der einen und die bittere Armut der unteren Gesellschaftschichten auf der anderen Seite. Beide Seiten werden im Film sehr real dargestellt und spielen immer wieder in die Handlung hinein. Faszinierend aufgezeigt sind der Aufstieg und der Verfall, zwei wichtige Schlagworte, die sich durch den Film ziehen.

Die beiden Hauptcharaktere werden sehr überzeugend von Colin Firth (Lord Wotten) und Ben Barnes (Dorian Gray) dargestellt, wobei insbesondere Ben Barnes mich überaus positiv überrascht hat, fand ich ihn doch bisher eher als unscheinbaren und blassen Schauspieler.

Auch wenn die Gestaltung des Bildes am Ende etwas verstörend unappetitlich gezeichnet wird und die Darstellung des "lasterhaften" Lebens, das Dorian in London führt, für meinen Geschmack zum Teil etwas übertrieben klischeehaft inszeniert wurde, fand ich den Film durchaus gelungen und beeindruckend.
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wilde hätts gefallen...., 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Dorian Gray [UK Import] (DVD)
Aufgrund verschiedener Rezensionen und Filmkritiken hatte ich mir von "Dorian Gray" eigentlich einen handlungsarmen, schlecht gefilmten Softporno erwartet, der nicht mehr viel mit Oscar Wildes genialer Buchvorlage zu tun hat. Letzteres trifft partiell auch zu, doch vom Rest war ich mehr als positiv überrascht.

Natürlich weicht der Film in großen Teilen von Wildes Roman ab, doch empfinde zumindest ich das als nicht weiter störend. Bei Literaturverfilmungen wird meiner Meinung nach sehr oft vergessen, dass ein Film zwar denselben Zweck verfolgt wie ein Buch - jemanden zu unterhalten -, dafür aber aufgrund der Natur des Mediums 'Film' dramaturgisch vollkommen andere Mittel einsetzen muss. Was in geschriebener Form funktioniert, kann auf der Leinwand sehr schnell daneben gehen, und umgekehrt. Es stellt sich also die Frage, was man lieber möchte: Eine bis aufs letzte Wort getreue, aber vielleicht langweilige Umsetzung des Buches; oder einen spannenden Film, der mit verschiedenen Buchaspekten spielt.

"Dorian" entpuppte sich also als spannender, atmosphärisch ansprechender Film mit hohen Standars in Kostüm- und Setdesign. Mit Ben Barnes (Prinz Kaspian aus "Narnia") wurde ein hervorragender Hauptdarsteller gewonnen. Man nimmt ihm die Unschuld vom Lande zu Anfang vollkommen ab, die er mit großen schwarzen Kulleraugen und dem Gesicht eines 19jährigen überzeugend spielt, obwohl er auch schon 29 Lenze zählt (ob er wohl auch ein ominöses Porträt von sich zuhause hängen hat?). Aber auch die Wandlung hin zum skrupellosen Lebemann schafft er nahtlos; behält aber dabei eine leise Ahnung von Dorians anfänglicher Sensibilität zurück, die in gewissen Momenten immer wieder durchzubrechen scheint. Alles in allem eine sehr überzeugende Leistung.

Die sprichwörtlichen Ausschweifungen kommen natürlich ebenfalls vor, nur hatte ich mich auf 'Schlimmeres' eingestellt. Anstatt wie erwartet sinnlos aneinandergereihter Orgien mit Männlein und Weiblein gibt es also eine Reihe wohldurchdachter Szenen zu sehen - genau das richtige Maß, um Dorians langsamen Abstieg in die Welt (sexueller) Abarten darzustellen. Je weiter er seine Skrupellosigkeit treibt, desto bizarrer werden die Spielchen. Jedoch wird das alles nicht übermäßig aufreizend oder effektheischend gezeigt, sondern zeichnet sich durch eine sensible Kameraführung und ansprechende Belichtung aus.

Auch eine übermäßige Betonung der 'Beziehung' Basils und Dorians konnte ich nicht erkennen; im Gegenteil. Es wird wunderschön dargestellt, dass gerade Basil eigentlich tiefere Gefühle für Dorian hätte, die aber von diesem in seiner oberflächlichen Art schmerzlich unerkannt bleiben. In der einzigen irgendwie erotischen Szene der beiden zusammen nutzt Dorian schließlich Basil auch nur für seine Zwecke aus, was dem anderen Mann endlich die Augen öffnet und den Mut gibt, Klartext mit seinem jungen Freund zu reden. Mit fatalen Konsequenzen....

Mehrmals wurde die Kritik geäußert, das Bildnis selbst käme im Film zu wenig vor. Dem kann ich mich gar nicht anschließen. Im Gegenteil, das Bildnis wird in seiner ganzen Länge sehr prominent in der ersten Hälfte des Films gezeigt, und dann in all seiner Scheußlichkeit wieder in voller Größe am Schluß. Dazwischen sind nur immer Ausschnitte - Gesicht, Augen, Nase - und deren Veränderungen zu sehen, was meiner Meinung nach ein gewollter und sehr gekonnter filmischer Kniff ist.

Es ist überhaupt nicht nötig, dem Zuschauer ständig die makabere Veränderung des Porträts vor die Nase zu halten. Im Gegenteil, die ganze Sache entwickelt eine viel düsterere Dramatik und Spannung, gerade weil man das Bild in den Phasen dazwischen NICHT oder nur auszugsweise sieht. Zum Ende hin hat den Zuschauer einerseits eine morbide Neugier gepackt, andererseits wünscht man sich aber fast, der verhüllende Vorhang möge über der Leinwand bleiben und man müsse nicht ansehen, was darunter versteckt ist.

Ähnlich geht es Dorian. Ist er am Anfang noch begeistert von der scheinbar 'magischen' Eigenschaft seines Porträts, so wird das ungeheure Ding auf dem Speicher bald zu einer erdrückenden Gewissenslast, die auch für den Zuschauer immer spürbarer wird. Insofern ist das Bildnis, auch wenn es nicht permanent gezeigt wird, doch ständig präsent.

Auch ausstattungstechnisch überzeugt der Film voll und ganz: das viktorianische London und seine Gesellschaft wurden perfekt eingefangen, was sich besonders an einigen erstklassigen Nebenrollen, dem Kostümdesign sowie der Beleuchtung zeigt. Die Art, wie Szenen ausgeleuchtet werden, ist hochgradig künstlerisch und unterstreicht perfekt die jeweilige Stimmung (z.B. helles, fast weißes Licht und zusätzlich helle Kostüme in Szenen mit dem 'guten' Dorian; als Farbfleck die rote Marmelade auf einem Brötchen, die im Blendeneffekt zu Blut in einer dunklen Szene in einem Bordell wird).

Zwei kleine Minuspunkte gibt es: Zum einen die eher langweilige Wahl von Colin Firth als Lord Wotton, der mit seinem seltsamen Bart mal wie ein Schuldirektor, mal wie ein Gartenzwerg ohne Mütze aussieht und irgendwie nicht so recht in diese Rolle paßt. Das mag aber eine rein persönliche Aversion sein.

Der zweite Minuspunkt betrifft einen akustischen Effekt, der eigentlich eine prima Idee ist, mir aber leider die Haare zu Berge hat stehen lassen. Dorians Porträt entwickelt eine Art Eigenleben und fängt mit zunehmendem Verfall an, zu atmen und zu röcheln. Diesen einen Sound des 'rasping breaths', der leider immer wieder unvermittelt im Film auftaucht (so dass man nichtmal rechtzeitig den Ton abstellen kann) finde ich persönlich so wesentlich scheußlicher als das entstellte Porträt oder den entstellten Dorian, den man natürlich am Ende nochmal in etlichen Großaufnahmen zu sehen bekommt - da vielleicht nochmal eine Warnung an Leute mit schwachen Nerven.

Alles in allem ist "Dorian Gray" aber etlichen Unkenrufen zum Trotz ein hervorragender Film, der nicht zuletzt dank Ben Barnes und einem tollen Designkonzept sehenswert ist. Ich denke, Oscar Wilde hätte die Bearbeitung seines Stoffes gemocht.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Ding der Unmöglichkeit, 9. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (DVD)
ist es, den Stoff des Buches aus dem Jahr 1891 in einen Film aus dem Jahr 2009 zu transferieren. Aber dennoch ist dieser - zugegeben - mutige Ansatz wirklich gut geglückt.
Dorian Gray kommt als 20 jähriges Landei nach London des ausklingenden 19. Jh. um sein Erbe anzutreten. Dort macht er die Bekanntschaft von Lord Henry Wotton, welcher ihn in die Gesellschaft einführt. Ein gemeinsamer Freund, Basil, ist von Dorians Jugend und Schönheit so fasziniert, daß er ein Portrait von ihm anfertigt. Dorian erkennt, daß seine anziehende Optik das Ticket in die Londoner High Society ist und wünscht sich, daß das Portrait an seiner statt altern möge. Ein fataler Wunsch mit noch fataleren Folgen...

Als die Romanvorlage 1891 erschien, war das Buch in vielerlei Hinsicht ein Skandal. Der Autor, Oscar Wilde, nahm dort sich dabei Themen an wie die Doppelmoral der viktorianischen Gesellschaft und seiner eigenen Homosexualität. Die heutige Gesellschaft jucken solche Themen überhaupt nicht mehr! Um also den Film bzw. auch die Romanvorlage ansatzweise zu verstehen, muß man sie unbedingt im Kontext zu ihrer Entstehungszeit sehen.

Schwierig ist es außerdem, die Kernaussage des Buches auf Leinwand zu bannen. Es ist nicht nur ein vermeintlich amoralischer Lebensstil mit viel "Sex Drugs and Rock'n Roll" was Dorians Bildnis (oder seine Seele vielmehr) verfallen lässt, sondern vielmehr seine Rücksichtslosigkeit, Grausamkeit und Skrupellosigkeit. Wotton schafft es Stück für Stück, Dorians moralisch Vorsätze und Grenzen auszuhebeln. Zuckt Dorian anfänglich noch vor dem Genuß einer Wasserpfeiffe zurück, so tötet er kurz darauf ohne mit der Wimper zu zucken einen anderen Menschen.

Dieser seelische Verfall aufgrund wachsender Grausamkeit ist schwierig in cineastische Bilder zu pressen und es empfiehlt sich in jedem Fall, im Internet ein wenig zu recherchieren um sowohn Hintergrundwissen zu Oscar Wilde zu bekommen als auch zu seinem Werk. Ich verkneife mir hier auch den Vergleich von Film und Buch - das wäre keinesfalls fair.

"Das Bildnis des Dorian Gray" ist nur auf den 1. Blick ein Mysteryshocker, wenn man sich mit dem Stoff und etwas Hintergrundwissen vertraut gemacht hat, kann man auch ohne das Buch gelesen zu haben, erahnen, was Oscar Wilde mit seinem Roman den Menschen nahebringen wollte. Von daher ist der Spagat zwischen Mainstream-Unterhaltung und Weltliteratur duchaus gut gelungen.

Die Darsteller wurden gut gewählt, Setting und Musik sind ebenfalls eine runde Sache.

Für mich durchaus eine Empfehlung wert
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geister, die er rief..., 16. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (DVD)
... wurde er nicht mehr los. So oder ähnlich verhält es sich beim Oscar Wilde-Romanhelden Dorian Gray, ein Junge vom Land, der in London eine Erbschaft antritt und dort vom charismatischen wie zynischen Lord Wotten zum "Lotterleben" verführt wird.
Nach Ferigstellung seines Portraits durch seinen Freund und Maler Basil wird der junge Dorian schnell zum Stadtgespräch. Auf einmal liegt ihm ganz London zu Füßen, da er zwei Dinge besitzt, die sich viele ersehnen: Jugend und Schönheit. Doch gleichzeitig wird Dorian auch die Vergänglichkeit seiner Schönheit bewusst und er stellt fest, dass er sogar seine Seele dem Teufel überlassen würde, wenn er nur auf ewig so aussehen könnte wie auf dem Gemälde. Dieser Wunsch wird zur Wirklichkeit: sein Bild beginnt ein Eigenleben zu führen und verändert sich auf verstörende Weise, während Dorian selber ewig jung und schön zu bleiben scheint.

Ich persönlich finde die filmische Umsetzung durchaus gelungen. Der Film lädt einen in das London des 19. Jahrhunderts ein, mit seinen positiven wie negativen Seiten: das beinahe dekadente Leben der feinen Londoner Gesellschaft auf der einen und die bittere Armut der unteren Gesellschaftschichten auf der anderen Seite. Beide Seiten werden im Film sehr real dargestellt und spielen immer wieder in die Handlung hinein. Faszinierend aufgezeigt sind der Aufstieg und der Verfall, zwei wichtige Schlagworte, die sich durch den Film ziehen.

Die beiden Hauptcharaktere werden sehr überzeugend von Colin Firth (Lord Wotten) und Ben Barnes (Dorian Gray) dargestellt, wobei insbesondere Ben Barnes mich überaus positiv überrascht hat, fand ich ihn doch bisher eher als unscheinbaren und blassen Schauspieler.

Auch wenn die Gestaltung des Bildes am Ende etwas verstörend unappetitlich gezeichnet wird und die Darstellung des "lasterhaften" Lebens, das Dorian in London führt, für meinen Geschmack zum Teil etwas übertrieben klischeehaft inszeniert wurde, fand ich den Film durchaus gelungen und beeindruckend.
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65 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Themenverfehlung, 26. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (DVD)
Oliver Parkers bisherige Oscar Wilde-Verfilmungen gefielen mir - ebenso wie sein "Othello" - sehr gut. Die filmische Umsetzung von Wildes Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" (in dem der Wunsch eines jungen Mannes, dass sein Portrait an seiner Stelle altern soll, auf schreckliche Weise in Erfüllung geht) ist meiner Meinung nach aber ziemlich misslungen. Der Film funktioniert weder als Horror-Movie noch als Literaturverfilmung. Der Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass der Regisseur die Hauptfigur nicht allzu unsympathisch zeigen wollte und dadurch der Handlung ihre Kraft und ihre Logik genommen hat.

Im Buch macht Wilde sehr deutlich, dass der Hauptgrund für die Veränderung des Gemäldes Dorians seelische Grausamkeit ist. Dorians Seele nimmt Schaden, weil er skrupel- und gedankenlos das Leben seiner Mitmenschen zerstört. Der Film blendet das weitgehend aus und konzentriert sich stattdessen auf das "unmoralische" Verhalten Dorians - aber von den (ohnehin nur sehr, sehr verschämt angedeuteten) sexuellen Eskapaden würde das Portrait wohl nichts Schlimmeres als Augenringe aufgrund von Schlafmangel bekommen. Auch das Ende, das mit dem Buch nur mehr wenig zu tun hat, wird verwässert und überdies durch zusätzliche "Einfälle" komplett unlogisch.

Die Schauspielleistungen sind in Ordnung, aber nicht so gut, dass sie den Film mitreißend machen würden. Ben Barnes sieht gut aus und spielt überzeugend, auch wenn er kein so richtig mieser Kerl sein darf. Colin Firth ist als Lord Wotton leider schon rein vom Typ her fehlbesetzt, und Ben Chaplin zeigt als Maler Basil seine Verliebtheit in Dorian (die Wilde im Buch so deutlich machte, wie er es zu der Zeit, in der er schrieb, nur irgendwie machen konnte) viel zu wenig. Die Ausstattung ist ok, die Settings hätte man aber stimmiger gestalten können; die computergenerierte Ansicht von London gleich zu Anfang des Films ist z.B. gar nicht gut gelungen.
Insgesamt hätte ich mir einen unheimlicheren und gleichzeitig psychologisch schlüssigeren Film gewünscht. In vieler Hinsicht ist Wildes 1891 veröffentlichter Roman radikaler, brutaler und kompromissloser als Oliver Parkers Film von 2009. Auf eine wirklich gute, packende, authentische und gleichzeitig mutige Verfilmung des Stoffes werden wir weiterhin warten müssen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr zu empfehlen,düsterer und spannender Thriller, 8. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Genialer Film, der neben der Story und einem hervorragenden, sehr authentischen Ben Barnes als Dorian Gray durch seine schaurig-romantische Düster-Gothic-Atmosphäre besticht. Thematisiert wird die Sehnsucht nach ewiger Schönheit und Jugend, für die Dorian Gray "seine Seele an den Altar des Teufels nagelt" und schließlch selbst immer mehr zu einem "Teufel im Engelsgewand" wird. Er vergisst dabei nur, dass man als ewig junger Mensch nach einigen Jahren alle Beziehungen, in denen man steht, komplett austauschen und weit weg neu anfangen sollte, weil sonst der faule Zauber auffällt...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Verfilmung von Oscar Wildes Klassiker, 29. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (DVD)
Vor einigen Jahren habe ich das Buch "Das Bildnis des Dorian Gray" gelesen und war fasziniert von der Welt die Oscar Wild in dem Roman beschrieb. Dass die Verfilmung nicht detailgenau ist macht bei dieser Geschichte überhaupt nichts. Doch vieles, wie es im Film dargestellt wurde, hatte ich mir genauso vorgestellt.

Und dieser Dorian Gray ist sogar noch einen Tick schnuckeliger als in meiner Vorstellung. Aber dennoch gibt Ben Barnes den Dorian genauso wie Oscar Wild ihn beschrieb. Und Colin Firth als sein Freund, sein Mentor ist einfach grandios.

Deshalb bekommt dieser Film von mir 5 Punkte, da er genauso fesselnd und atemberaubend ist, wie Oscar Wildes Klassiker. Ich glaube ich muss ihn nochmal lesen...
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider ziemlich schlecht, 19. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (DVD)
Das Bildnis des Dorian Gray: Eine verzichtbare Filmversion
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Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray" ist eines der wenigen Bücher, dass ich sowohl auf deutsch, als auch auf englisch und französisch gelesen habe - ich bilde mir also ein, die Vorlage für diese Literaturverfilmung gut zu kennen. Ich hatte vor dem Kauf dieser Filmversion ein paar Kritiken dazu gelesen (die sich überwiegend negativ äußerten) und entsprechend waren meine Erwartungen bedauerlicherweise schon nicht besonders hoch. Nachdem ich den Film gesehen hatte muss ich leider sagen, dass diese noch unterboten wurden...

Der Anfang des Films ist noch gut gemacht und schön in Szene gesetzt: Dorian Gray kommt am Bahnhof in King's Cross an, wird in den folgenden Tagen in die Londoner High Society eingeführt und trifft sowohl auf den Maler Basil, als auch auf den exaltierten Lord Henry Wotton. Auch der für die weitere Handlung wichtige Dialog mit Henry Wotton bzw. die Szene, in der Basil von Dorian Gray ein Portrait anfertigt und Dorian den Wunsch äußert, das Bildnis möge an seiner statt altern, wirkt plausibel.

Ziemlich bald aber sieht man Dorian, angesteckt von Wottons ausschweifendem Lebenstil, nur noch dabei zu wie er alles angrabscht und ins Bett zerrt, was ihm in die Finger kommt. Ich möchte meinen, dass es Oscar Wilde in der Romanvorlage um mehr ging als nur um Sex und ein bisschen Opiumrausch. Wo sind zum Beispiel ist Dorians neu entfachte Begeisterung für Kunst, Kultur, gutes Essen und Luxusgüter? Das alles findet im Film zugunsten der x-ten Sexszene wenig bis keine Erwähnung.

Basil, der den naiven Dorian vor Wottons schädlichen Einflüssen schützen will, wird von Dorian nach einigen Versuchen, ihn zur Vorsicht zu ermahnen, brüsk abgewiesen. Getrieben von Vergnügungssucht betritt Dorian eines Abends ein schäbiges kleines Theater und verliebt sich auf der Stelle in die junge Schauspielerin Sybil. Auch sie verliebt sich Hals über Kopf. Schnell ist klar, dass beide heiraten wollen und so lädt Dorian seine Freunde nach ein paar Wochen ein, das Talent seiner zukünftigen Braut während einer Theateraufführung zu erleben - mit desaströsen Folgen...
Die Handlungsstränge rund um die junge, schüchterne Sybil Vane und den um Dorian besorgten Basil bringen zum Glück doch noch etwas Konflikt und Spannung in den bis dahin ziemlich monotonen Film. Auch eine weitere Schlüsselszene zwischen Dorian und James Vane, Sybils Bruder, ist nicht schlecht.

Was mich allerdings ziemlich genervt und gestört hat waren die künstlich auf "gruselig" getrimmten Soundeffekte rund um das von Basil gemalte Bild. Anstatt das Gemälde Geräusche wie in der Geisterbahn machen zu lassen, hätte eine sparsam eingesetzte, unheimliche Filmmusik einen wesentlich besseren Effekt erzielt und wäre weitaus weniger lächerlich gewesen.

Schauspielerisch kann eigentlich nur Colin Firth als Lord Henry Wotton was rausreißen, auch wenn der ganze Handlungsstrang rund um Wottons Tochter im Film frei dazuerfunden ist. Ben Barnes hat mich ehrlich gesagt nicht sonderlich beeindruckt. Und Fiona Shaw, die eigentlich keine schlechte Schauspielerin ist, wird in diesem Film auf eine albern kichernde reiche Lady reduziert, die ihre besten Tage schon gesehen hat, aber gleich nach ihrer Tochter mit Dorian zwischen die Laken hüpft. Was auch immer sich der fürs Skript Verantwortliche dabei gedacht hat, an die Oscar Wildes Roman hat er sich dabei nicht gehalten, und das merkt man auch ganz deutlich, weil diese Szene (wie so viele) einfach unnötig war.

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FAZIT

Einer der wenigen Filme, bei denen ich mich nach dem Ansehen richtiggehend geärgert hatte ihn gekauft zu haben. Ich hätte es besser wissen müssen, nachdem ich gesehen hatte, wie enttäuscht vorherige Rezensenten von diesem Film gewesen waren. Nur weil "The Picture of Dorian Gray" zu meinen Lieblingsbüchern zählt, habe ich den Kauf doch gewagt und bin leider ebenso enttäuscht worden. Tja, das war wohl nix.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Positiv überrascht, 23. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Dorian Gray [UK Import] (DVD)
Ich gebe es ja zu: Ich wollte den Film in erster Linie sehen, weil mein Lieblingssynchronsprecher die Hauptrolle spricht. Doch es war ebenfalls der Hauptdarsteller, der mich skeptisch machte. Bevor ich den Film sah, hielt ich Ben Barnes für farblos und langweilig.

Und dann das: Der kann ja wirklich schauspielern. Nicht nur das: Er hat es auch geschafft, dass ich innerhalb dieser zwei Stunden, die der Film lief, komplett seinem Charme verfallen bin. Und welche besseren Voraussetzungen können das sein, um Dorian Gray zu spielen?

Ich gebe ebenfalls zu, dass ich die Romanvorlage nicht kenne. Als eigenständiges Medium und Kunstwerk hat mich der Film beeindruckt: Wunderschöne Kulissen, schicke Kostüme, schillernde Darsteller, die Handlung entwickelt sich gut, es gibt witzige Momente, Schreckmomente und erotische Szenen. Am Besten fand ich wie immer Colin Firth und es war erfrischend, ihn mal als, naja, sagen wir, Bösewicht zu sehen. Oder zumindest raffinierten Intriganten. Und dann natürlich Ben Barnes: Jung, fast zeitlos schön wie eine Statue und sehr, sehr faszinierend. Den Prozess, den seine Rolle im Film durchläuft hat er, meiner Meinung nach, auch passabel dargestellt.

Auch die Special Effects kamen nicht zu kurz und das Gemälde ist, zumindest in seinem ursprünglichen Zustand, wunderschön geworden. Vor allem aber möchte ich an dieser Stelle die Synchronisation der Hauptrolle loben: Julien Haggége, der in diesem Film zum ersten Mal eine historische Rolle spricht, macht seine Sache fantastisch. Er wechselt spielend zwischen den Emotionen und berührt jedesmal.

Fazit: Ein faszinierendes Sittengemälde, in dem man sich nur zu gern verliert und bestens unterhalten wird. Allerdings muss ich auch eine kleine Warnung aussprechen: Es gibt ein paar deftige Szenen, die nichts für Leute mit schwachen Nerven sind.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viktorianisches Klassikerkino vom Feinsten !, 7. Januar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Bildnis des Dorian Gray (DVD)
Mit viel Liebe zum Detail, welche absolut priotaer bei einer bekannten Geschichte ohne Ueberraschungen ist, wird der Zuschauer in das viktorianische London versetzt und mit Hilfe einiger sehr guten Schauspieler, in einer Kombination aus Sherlock Holmes, Jack the Ripper und in 80 Tagen um die Welt, komplett Von Zeit und Raum verrueckt! Das schoenste Kompliment was man einem Film dieser Art geben kann...unbedingt sehenswert !!
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