summersale2015 Hier klicken mrp_family studentsignup Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More designshop Fire HD 6 Shop Kindle SummerSale

Kundenrezensionen

4
4,5 von 5 Sternen
5 Sterne
2
4 Sterne
2
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Februar 2006
Julia Hülsmann ist eine Entdeckerin: Die Jazz-Komponistin und Pianistin hat ein feines Gespür für gute Stimmen. Sie hat zugleich die Fähigkeit, sie auf eine Weise in ihre musikalisch-poetischen Konzepte einzuspannen, dass sie sich geradezu atemberaubend stimmig entfalten können. Das galt für Rebekka Bakken, mit der Julia Hülsmann die eigenen Vertonungen von Gedichten des amerikanischen Avantgarde-Lyrikers E.E. Cummings einspielte ("Scattering Poems"), sowie für Anna Lauvergnac, der sie ihre Randy-Newman-Hommage anvertraute ("Come Closer").
Und jetzt gilt es für Roger Cicero, dessen faszinierend bewegliche Stimme Julia Hülsmann für die späten Gedichte einer ungewöhnlichen Frau einsetzt: "Sag die ganze Wahrheit, aber sage sie schräg" lautet eine programmatische Gedicht-Zeile der amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson (1830 - 1886), die - in einer streng calvinistischen Familie aufgewachsen - ihr ganzes Leben zurückgezogen im ländlichen Amherst / Massachusetts verbrachte.
In ihren unkonventionellen Versen, die fast ausnahmslos posthum veröffentlicht wurden, spricht sie von Leben und Tod, Liebe und Enttäuschung, Natur und Alltagsleben. Wie können diese stillen Klagelieder mit Jazz und Pop einhergehen?
Julia Hülsmann gelingt der Brückenschlag mühelos. Die strenge Strophen-Form der Gedichte, am protestantischen Kirchenlied geschult, kommt der Komponistin offensichtlich entgegen: Sie verzichtet auf süffig-sentimentales Melos, ihre Melodielinien sind einfach und komplex, gestrafft und in ein enges minimalistisches Korsett gezwängt, zugleich aber stets mit einem swingenden oder gar rockigen Unterboden versehen.
Eine zurückhaltende, unterkühlte Melancholie spricht aus ihren wenigen Piano-Zwischenspielen, die Marc Muellbauer am Bass mit seinen weichen und temporeichen Improvisationen noch verstärkt, während Drummer Heinrich Köbberling elegant und gelassen für rhythmische Raffinesse als Gegengewicht sorgt.
Es ist vor allem Roger Cicero, der diese formbewussten, hintergründigen Lieder buchstäblich zum Swingen bringt. Die Stimme des 35-Jährigen "Soulounge"-Sängers ist hinreißend schön, verführerisch introvertiert schafft sie Nähe und Distanz zugleich, sie kann warm und weich sein, um sich im nächsten Moment silberhell und virtuos zu weiten, hohen Bögen aufzuschwingen, in denen der kultivierte Stil eines Kurt Elling anklingt.
So gelingt es ihm, die Farben der Lyrik Emily Dickinsons ebenso hörbar zu machen wie die musikalischen Farben Julia Hülsmanns. "Good Morning Midnight" ist der doppelbödige Titel des Albums, aber auch in anderen Liedern ist nichts so, wie es aussieht, nichts ist sicher, auch nicht das Frühlingslicht ("Light"), und nur die Erinnerung hält fest, was vergangen ist.
In diesen Rahmen fügt sich zwanglos ein Stück des früh gestorbenen englischen Songwriters Nick Drake ein, jenes ohrwürmige "Riverman", das Brad Mehldau kürzlich ("Live in Tokio") in ein kongeniales Pianosolo verwandelt hatte. Julia Hülsmann liebt die kleinen musikalischen Phrasen, die stets wiederholten Riffs, in "Tell her" gibt das Piano mit treibenden Achtelnoten den Rhythmus vor, die Schlusszeile ("Gesture, coquette, and shake your head!") wird durch mehrfache Wiederholung und Zweistimmigkeit hervorgehoben.
Immer wieder unterstreicht die Komponistin mit diskreten musikalischen Mitteln besondere Textzeilen. "She did not sing as we did/It was a different tune" beginnt eine Strophe aus "One Sister", die Roger Cicero refrainartig wiederholt. Julia Hülsmann nimmt den Gedichten Emily Dickinsons nicht ihre Fremdheit, obwohl die Musiker alles tun, um dieses geheimnisvolle Fremde, diese "different tune" zum Fließen und das heißt, zu Gehör zu bringen. Das Ergebnis ist beglückend gelungen.
Mit "Good Morning Midnight" legt Julia Hülsmann ihr bislang bestes und reifstes Album vor.
© Hans Happel
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Julia Hülsmann komponiert unglaublich raffiniert und spielt so überlegt und zurückhaltend Klavier, dass es manchmal an Klassik erinnert. Die linke Hand fast nicht zu hören, die Rechte arbeitet sich durch faszinierende Variationen und Auflösungen der musikalischen Themen. Nur das entspannte und konzentrierte Spiel ihrer langjährigen Begleiter an b und dr sorgen dafür, dass diese zum Teil musikalisch sehr anspruchsvollen Stücke nicht in reine Kammermusik abgleiten. So aber wird es spannender Jazz, teilweise sogar richtig groovy. Vor allem am E-Piano verliert das Spiel von Julia Hülsmann die fast körperlose Leichtigkeit und Zurückhaltung und wird kraftvoll und dynamisch. Da bekommt das kleine Trio dann die Wucht und den Drive einer "großen" Band.

Cicero mit seiner geschulten und glatten Stimme gibt den Crooner überhaupt. Was ihm hier an technischen und musikalischen Schwierigkeiten zugemutet wird, ist schon fast mörderisch. Jedoch bleibt seine Interpretation immer entspannt und bringt die sehr vertrackten Melodien locker zur Geltung - ein ideales Zusammenspiel.

Ein Album mit hohem Langzeitwert für Liebhaber anspruchsvoller Jazzmusik. Und hört sich einfach schön an.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. November 2010
julia hülsmann sollte man sich auf die liste setzen... neben roger cicero den ich ob seiner unglaublichen stimmlichen facetten äusserst schätze und geniesse
neben den gängigen roger cicero alben wie sie wohl die halbe welt mittlerweile kennen mag, ist dies ein weiterer beweis das man r.c. nicht in eine einzige schiene pressen darf. wo gibt es tickets für live-konzerte von julia hülsmann und roger cicero??
kauft das album!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
am 5. Oktober 2013
ich bin kein Cicero-Fan, - aber ich liebe Hülsmann, hier kommen die beiden zusammen und machen großartigen literarischen Jazz, absolut hörenswert und für mich eine schöne Entdeckung!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
There I Go
There I Go von Roger Cicero & After Hours
EUR 8,99

Was immer auch kommt
Was immer auch kommt von Roger Cicero
EUR 9,89

In diesem Moment
In diesem Moment von Roger Cicero
EUR 6,19