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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastische Julie Delpy
Julie Delpy hat das Buch für diesen Film geschrieben, Regie geführt und spielt die Titelrolle. Sie hat einen großartigen Film gemacht! Die geheimnisvolle Gräfin Erzsébet Báthory wird von ihr vielschichtig und eindringlich dargestellt. Sie wird weder als blutrünstiges Monster noch als unschuldiges Opfer dargestellt, sondern als...
Veröffentlicht am 22. August 2010 von Dankward Sellin

versus
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Düstere Gruselkost
Der Film nimmt sich einer düster-charismatischer Frauengestalt an: Die Blutgräfin Erzebeth Bathory. Dieselbige entstammte einem der mächtigsten und reichsten Fürstenhäuser Ungarns und durch Heirat mit Franz Nadasdy - einem erfolgreichen Kriegsherren gegen die Osmanen - wurde ihr Reichtum und ihre Macht noch gestärkt.
Von Kindesbeinen an...
Veröffentlicht am 18. Mai 2010 von Daisy


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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastische Julie Delpy, 22. August 2010
Von 
Dankward Sellin (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Julie Delpy hat das Buch für diesen Film geschrieben, Regie geführt und spielt die Titelrolle. Sie hat einen großartigen Film gemacht! Die geheimnisvolle Gräfin Erzsébet Báthory wird von ihr vielschichtig und eindringlich dargestellt. Sie wird weder als blutrünstiges Monster noch als unschuldiges Opfer dargestellt, sondern als verletzte Frau, die ihre Macht benutzt, um ihren Traum vom Jugend- und Schönheitswahn zu verwirklichen, wobei ihr von den damals Herrschenden nicht die von ihr begangenen Verbrechen verübelt werden, sondern der Umstand, dass sie sich als Frau anmaßt, ihre Rechte mit allen Mitteln zu verteidigen. Sehr eindrucksvoll wird die Rolle von Adel und Kirche gezeigt, denen es letztlicht nur darum geht, wer sich die Reichtümer der Gräfin "unter den Nagel reißen" kann.
Der Film stellt sicher nicht die historische Wahrheit dar, die weitgehend im Dunkeln liegt; aber Julie Delpy gelingt eine Deutung der Geschichte, die plausibel und eindrucksvoll ist. Ihr Darstellung der "Blutgräfin Erzsébet Báthory" ist eine ganz große schauspielerische Leistung! Die Schreckenstaten der Gräfin werden nicht ausgemalt; es handelt sich nicht um einen Horrorfilm, sondern eher um einen historischen "Psychothriller", einen spannenden Film, der zum Nachdenken anregt. Der Film hat auf jeden Fall 5 Sterne verdient!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erzsébets blutiger Traum vom Jungbrunnen..., 8. Juli 2010
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Die in die Geschichte als Blutgräfin eingegange Erzsébet Báthory (Julie Delpy) wird im Jahre 1570 in Nyírbátor, Ungarn als Tochter Feldherren Georg Báthory von Ecsed und seiner Frau Anna geboren.
Die Mutter erzieht sie mit und zu grausamer Härte, sie muss schon als Kind zusehen, wie unfolgsame Diener gefoltert oder bestraft werden. Sie wir d mit 11 Jahren mit dem ungarischen Freiherrn Frerenc Nadasdy verheiratet, verliebt sich aber als Teenager in einen der Jungen aus der Dienerschaft, der daraufhin gefoltert und hingerichtet wird. Das Kind aus dieser sexuellen Erfahrung wird ihr weggenommen. Nach der Rückkehr ihres Mannes (Charly Hübner) von einem Feldzug gegen die Osmanen wird dieser krank und stirbt sehr schnell an seinem Fieber. Die alleinerziehende Mutter zeigt nun noch mehr Härte, sowohl in ihrer Macht als Herrin als auch im politischen Fach, gilt es doch das Vermögen und das Wohlwollen des Königs zu sichern. Helfen tut ihr ihr großes Vermögen und die vielen Ländereien, die ihr gehören.
Auf einem Ball lernt sie den 20 Jährigen träumerischen und sensiblen Istvan (Daniel Brühl) ihres im Krieg verbündeten Grafen György Thuro (William Hurt) kennen und verliebt sich spontan in ihn. Die bisher wenig empathische Frau fühlt sich in den Armen des schwärmerischen jungen Mannes erstmalig richtig glücklich und fühlt sich jung wie ein Schulmädchen. Doch die Beziehung wird vom Vater unterbunden, der schwache Sohn kapituliert und Eezsebet deutet seinen Rückzug mit dem zu hohen Altersunterschied von beinahe 20 Jahren. Sie umgibt sich mit der Hexe Darvulla (Annamaria Marinca) als Beraterin und gelegentliche Bettgespielin, ebenso werden durch die Bekanntschaft des undurchsichtigen Grafen Vizakna (Sebastian Blomberg) ihre sadistischen Neigungen hervorgeholt, gefördert und verfeinert. Bald wird die erste Magd zur Ader gelassen, da das Blut junger Frauen die Haut verjüngern soll...
"Die Gräfin" ist ein schön und üppig bebilderter Historienfilm der französischen Schauspielerin und Regisseurin Julie Delpy, in dem die Lebensgeschichte dieser Blutgräfin ohne Splatterinhalt geschildert wird.
Dabei nimmt die Französin dieser Geschichte, ebenso wie der ein halbes Jahr früher entstandene "Bathory" von Juraj Jakubisko, auch weitestgehend das Splatterpotential heraus und zeichnet eher das Bild einer Frau, die sich in ihrer Zeit zuerst einmal einer machtvollen, kriegerischen Männergesellschaft und politischem Ränkespiel behaupten muss und zunehmend dem Wahn verfällt. Eine der besten Szenen des Films ist der Aderlass an der jungen Magd, die zuerst so aussieht als würde die Gräfin nur Gutes für die kranke junge Frau wollen.
Insgesamt ist "Die Gräfin" gradliniger und etwas gefälliger als der vergleichbare "Bathory" ausgefallen. Er entscheidet sich im Gegensatz zum Vergleichsfilm markanter für seine Theorie und ist konkreter, wobei "Bathory" vielleicht der faszinierendere Film ist, da seine Bilder aus dem Leben um 1600 noch etwas verstörender und daher auch geheimnisvoller wirken.
Ansonsten halte ich beide Werke für recht gut und interessant. Es sind beides ganz verschiedene Filme mit abweichende Schwerpunkten.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Was ist so schlimm daran, wenn man jung und schön sein will?", 26. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
"Geschichte wird von Siegern geschrieben",so beginnt "Die Gräfin" und stellt damit von vorne herein klar, daß hier eine ganz persönliche Interpretation eines der faszinierendsten und geheimnisvollsten Frauengestalten der Weltgeschichte ihren Anfang nimmt.
Der dunkle Mantel des Geheimnisses, der die Gräfin Bathory umhüllt wird wohl niemals gelüftet werden.
Tatsache ist nur, daß sie lebendig eingemauert wurde.
Ein endgültiges lebenslanges Urteil nach dem furchtbaren Vorwurf hunderte von Jungfrauen auf grausamste Art getötet, in ihrem Blut gebadet zu haben, um sich damit ewige Jugend und Schönheit zu erhalten.
War dies tatsächlich in diesem Ausmaß geschehen, handelt es sich um eine politische Intrige um die mächtige Gräfin aus dem Verkehr zu ziehen? Ein ewiges Rätsel.
Gräfin Bathory wurde zum Mythos, zum Auslöser zahlloser Vampirgeschichten und Romane, zum literarischen Prototyp, ähnlich wie ein Vlad Tepes Dracul den Ur-Mythos zu "Dracula lieferte.
Zeitgleich nahmen sich jetzt auch zwei Kinofilme diesem Mythos an.
Während der Film "Bathory" ein verschlungenes, märchenhaft, opulent, verzweigtes Sittengemälde schuf, ging Julie Delphy in ihrem Film einen vollkommen entgegengesetzten Weg.
Ihr Film ist ein packendes, auf ein verstörendes Frauenporträt verdichtetes Psychodrama.
Ein glasklar, streng, auch in den Kostümen düster und prostestantisch gehaltenes, und gerade deshalb so dichtes Kammerspiel über vielschichtige Themen wie Liebe, Hörigkeit, Verzweifelung und daraus resultierende Obsessionen und tödlichen Wahnsnn.
"Die Gräfin" ist so hochspannend und atmosphärisch mitreissend inszeniert, dabei so ruhig, tiefgründig und bizarr, fast klinisch präzise, daß man nur ob der Drehbuch, Regie, Musik, Hauptdarsteller- Leistung (alles vereint in Julie Delphy) staunen kann. Wo "Bathory" sich oft auch verwirrend weit verzweigt, wird sich hier voll und ganz auf den tragischen Liebeswahn, die düstere Tragödie einer verzweifelt begehrenden Frau konzentriert.
Julie Delphy legt großen Wert darauf hier keine detaillierte Geschichtslektion uns vorzuführen sondern vertraut voll und ganz auf ihre sehr intime Sichtweise auf diesen Charakter, der für die Liebe schließlich bereit ist zu morden und in einem tödlichen Realitätsverlust verhaftet ist.
Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts, Gräfin Bathory schön, intelligent, unnahbar.
Doch hinter ihrer so reservierten, kühlen Erscheinung brodeln dunkle, unterdrückte Sehnsüchte, Ängste, Selbstzweifel.
Großartig wie Delphy diese fast zu einer Maske erstarrte Mimik einer Frau wiedergibt, die in jeder Situation die Contenance behält, und die doch im Laufe des Films immer mehr an Halt, an Selbstachtung verliert.
Schon von Kindheit an ,seit dem Tod ihres Vaters scheint sie das Thema um Leben, Tod, Siechtum, Sterben zu begleiten.
Hinter der Fassade die allzu menschliche Angst die Kontrolle zu verlieren, die Anmut, die Makellosigkeit, die Faszination der Macht, der Jugendlichkeit irgendwann aufgeben zu müssen.
Letzendlich unser aller Angst vor dem Verfall, dem Ende, dem Mysterium des Sterbens und Loslassens.
" Schaut meine Falten an ich habe keine Zeit mehr für oberflächliche Schwärmereien." und selbst angezogen von dem Zauber der Jugend wird sie sich in den fast zwanzig Jahre jüngeren Graf Istvan Thurzo verlieben.
Wir lieben, in der Psychoanalyse immer wieder ein Thema, nicht den Menschen sondern oft nur Projektionen.
Sehnen uns nach dem, was wir eigentlich in uns selbst vermissen und so wird diese ungleiche und zum Scheitern verurteilte Schwärmerei die Gräfin Bathory in eine suchtartige Abhängigkeit, in eine demütigende Hörigkeit führen.
Eifersucht, Angst vor Zurückweisung, Angst nicht Begehrenswert genug zu sein wird nun ihr ständiger zehrender Begleiter.
Das Warten auf den nächsten Brief, das Hadern mit der eigenen Unzulänglichkeit.
"Ich fühle mich von der Liebe wie von tausend Dolchen durchbohrt".
Während Istvan Thurzo kein Kostverächter in Sachen Weiblichkeit ist, versucht sein Vater auch politisch Bathory zu schaden, während sich die Gräfin nun wahnhaft auf den Erhalt ihrer äußeren Schönheit fixiert. Eine Illusion, der sie hinterjagt, um ihre große Liebe an sich zu binden.
Auch eine weitere groteske sadomasochistische Affäre, die die zunehmende Gefühlsverwirrung Bathorys unterstreicht, kann sie nicht von ihrer Sehnsucht nach Istvan heilen.
Julie Delphy bringt hier in einem Interview zum Film sehr schnell das Thema Macht ins Spiel.
Wenn Menschen die Macht haben und ein Allheilmittel ihrer Sorgen plötzlich in greifbarer Nähe sehen würden, wären sie zu allen Zeiten zum Töten schnell bereit.
Bathory glaubt mit Jungfrauenblut ihre Schönheit und damit die Kontrolle über den geliebten Menschen behalten zu können.
Sie hat die Macht nun auf unmenschlichste Art und Weise in blankem Egoismus Menschen für ihre Zwecke zu opfern.
Erst sind es nur ein paar Blutstropfen ihrer Magd, die sie als Gesichtswasser verwendet, am Ende wird sie eine grauenhafte Maschine, einer "eisernen Jungfrau" ähnlich, zur Verfügung haben, in der sie täglich Jungfrauen der Umgebung ausbluten läßt.
Dämonisch und schauderhaft, wie Delphy, diese erstarrte, hochaufgerichtete Frau spielt, die hier zur Geißel ihrer Untergebenen wird. Manchmal nur ein Zucken ihrer Mundwinkel, welches ihre inneren, zerstörerischen Kämpfe verrät.
In nur kurzen aber prägnanten Bildern vermittelt der Film den Horror der Situation.
Fast alles spielt sich nicht auf der Leinwand sondern in der Gedankenwelt des Zuschauers ab, und ist damit umso nachhaltiger.
Mehr als jede plakative Blutszene, läßt den Zuschauer eine einzelne scheinbar belanglose Situation das Grauen spüren.
Wenn Bathory mit ihrem Graf Thurzo am gedeckten Tisch sitzt und Fliegen durch die Luft schwärmen sagt sie leichthin:"Ein Pferd wurde in der Nähe geschlachtet. Diese Insektenplage bekommen wir jetzt so schnell nicht wieder los", und es fröstelt einen bei ihren Worten.
Das blutig, bizarre Folter- und Tötungsinstrument ist mit einer ägyptischen Totenmaske verziert.
Der Pharaonen- und Mumienkult als Sinnbild für ewiges Leben im Jenseits und Überwindung des menschlichen Verfalls.
"Die Gräfin" ist in seiner Prägnanz durchaus neben dem Psychodrama auch ein intelligentes, unheimliches Horrorstück.
Bis zum erschütternden Ende läßt uns der Fim in seiner Sogkraft nicht mehr los.
"Wenn ich längst verfault bin werden sich hunderte junger Menschen in den Armen liegen und lieben", traurig, verstörend ihre letzten wahnhaften Worte.
Fazit: Ein äußerst pointiertes und gleichzeitig hochkomplexes packendes Filmdrama über eine seelisch verletzte Frau und über.. Vergeblichkeit, könnte man sagen.
Atemberaubend gut inszeniert.
Seit ich "Passion der Beatrice" sah, gehört Julie Delphy für mich zu den überrragendsten Schauspielerinnen.
Hier zeigt sie Ihr großes Können vor und auch hinter der Kamera in einem dunklen Kinojuwel.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kabale und Liebe um 1600 - mit blutigen Folgen, 12. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Julie Delpys Regiearbeit deutet den Mythos um die so genannte "Blutgräfin" Erzsébet Báthory neu. Dass es sich dabei um ihre "wahre Geschichte" handele, ist natürlich Unsinn, aber Delpy weiß geschickt Fakten und Fiktion zu einer klugen Geschichte über Machtmissbrauch zu komponieren.
Zur Handlung: Die aus dem ungarischen Hochadel stammende Erzsébet Báthory (Julie Delpy) wird mit Franz Nádasdy verheiratet. Schon als Kind zeichnete sie sich als besonders wissbegierig aus, die strenge, teils grausame Erziehung der Eltern trieb ihr aber auch jegliche Empathie aus. Nádasny kämpft erfolgreich im Auftrag des ungarischen Königs Mathias II (Jesse Inman) gegen die Türken, auch finanziell steht der König in seiner Schuld. Nach dem plötzlichen Tod Nádasdys wird die attraktive Witwe von Graf György Thurzo (Willliam Hurt) umworben, der sie politisch kaltstellen will. Sie allerdings verliebt sich in dessen Sohn Istvan (Daniel Brühl). Die leidenschaftliche Affäre wird allerdings von Thurzo unterbunden, der Istvan mit der Tochter eines Geschäftspartners verheiratet. Die verlassene Erzsébet glaubt, Istvan habe sie wegen des Altersunterschiedes verlassen. In einem Wutanfall verprügelt sie eine ihrer Mägde. Als sie deren Blut aus dem Gesicht wischt, glaubt sie in ihrem zunehmenden Wahn, das Blut der jungfräulichen Magd verjünge ihre Haut. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Landbewohner die vielen Todesfälle junger Frauen mit der "Blutgräfin" in Zusammenhang bringen.
Tatsache ist, dass 1611 ein Prozess gegen Erzsébet stattfand, in deren Verlauf ihre Bediensteten unter Folter die Tötung einiger Dutzend oder sogar Hunderter junger Frauen zugaben. Während diese hingerichtet wurden, wurde Erzsébet -die selbst nicht aussagen durfte- für den Rest ihres Lebens in einen Raum ihrer Burg eingemauert, wo sie 1614 starb. Es scheint außer Frage zu stehen, dass es zahlreiche Todesfälle gab, ausschlaggebend für ihre Verurteilung dürfte aber die Tatsache gewesen sein, dass sich ein paar adelige Frauen unter den Opfern befunden haben sollen. Zudem war sie eine Bürde für den König geworden. Nach ihrer Verurteilung wurden seine Schulden gegenüber dem Haus Nádasny für nichtig erklärt.

Julie Delpy zeichnet psychologisch nuanciert das Bild einer starken Frau, die sich in den falschen Mann verliebt. Istvan liebt sie zwar aufrichtig, ist aber kein Kämpfertyp, der sich gegen seinen eigenen Vater auflehnen kann. Der zunehmende Wahnsinn Erzsébets zeigt sich in mehreren Szene vor dem Spiegel. Je nach Verfassung sieht sie sich als schnell alternde oder jugendlich frische Frau. Die Computertricks werden hier sehr effektiv eingesetzt, da zum Beispiel das Bild der ca. 20jährigen Delpy in die Spiegelszenen montiert wurde.
Neben Brühl und Hurt spielen Anamaria Marinca als Darvulia und Sebastian Blomberg als Dominic Vizakna wichtige Rollen. Darvulia ist Erzsébets Verwalterin, die ihr in Liebe verbunden ist und sich in ihrem Abscheu gegenüber deren Taten nur im Tod sicher weiß. Die interessanteste Rolle hat mit Sicherheit Blomberg als sinister-umtriebiger Vizakna der sich im Auftrag der Thurzos in ihr Vertrauen schleicht, sie sogar in ihrem Sadismus bestärkt, um hier, in einer seltsamen Vermengung von Arbeit und Vergnügen, sich seinen masochistischen Neigungen hingeben zu können. Dagegen sehen selbst Brühl und Hurt blass aus. Dass Brühl den Guten spielt, liegt auf der Hand, aber Hurts Rolle hätte ruhig etwas stärker ausgebaut werden können, so wirkt er etwas zu stark besetzt.

Das Splatter-Potential der Geschichte wird von Delpy nicht ausgeschlachtet, in erster Linie ist es eine Liebesgeschichte mit bizarren Folgen. Zwar gibt es viel Blut und viele schöne Leichen zu sehen, aber die Gewaltexzesse selbst werden meist ausgespart. Am erschreckendsten ist wirklich die Darstellung der verprügelten Magd, die zunächst naiv glaubt, die Gräfin kümmere sich wirklich um ihre Wunde. Als diese allerdings verheilt, wird sie "nur zu ihrem Besten" immer mehr zur Ader gelassen, bis sie schließlich an den Folgen stirbt. Die ersten Leichen werden noch kirchlich bestattet. Als der örtliche Geistliche Verdacht schöpft, werden sie zunächst den Wölfen im Wald überlassen. Die zunehmende Fliegenplage auf der Burg lässt erahnen, wo die übrigen Leichen geblieben sind.
In einem plötzlichen Aufflackern ihres Verstandes erkennt Erzsébet die eigentlichen Hintergründe ihrer Verurteilung. Für die vielen namenlosen Mägde und Bäuerinnen hätten sich Thurzo und der König nie interessiert, Thurzo selbst habe in seinen Kriegen genauso Hunderte und gar Tausende geopfert für seinen Ruhm. Durch ihre Verurteilung aber fiele ein Teil ihres Besitzes an ihn. Das Scheusal als moralische Instanz, da blitzt etwas von Chaplins "Monsieur Verdoux" durch.
Neben der Kameraarbeit und den beeindruckenden Kostümen ist auch die Musik besonders zu erwähnen (von Delpy selbst), die sich niemals in den Vordergrund drängelt oder falsche Gefühle hervorruft. Man kann den Film natürlich auch in Hinblick auf den grassierenden Jugendwahn deuten. Dies bedeutete aber, dass alle Jungbrunnensucher wahnsinnig seien
Neben optionalen deutschen Untertiteln (für den Film, nicht für die Specials) und dem Trailer bietet die DVD Interviews mit Delpy, Brühl und Hurt. Ein kurzer, aber sehr informativer Film stellt die visuellen Effekte des Films dar. Die Pressekonferenz auf der Berlinale 2009 wird von Simultanübersetzern begleitet. Schön, dass Frau Delpy ins Regiefach gewechselt ist.
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36 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz allem : Fast grosses Kino. Aber bestimmt nicht "Die wahre Geschichte", 1. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Die Gräfin bietet dem Zuschauer einen selten gut ausgestatteten Kostümfilm, bis ins kleinste Detail in der Ausstattung rekonstruiert.

Allerdings ist der Untertitel "Die wahre Geschichte der Erzsébet Báthory" nonsens. Alleine schon wegen der dazu erfundenen Liebesgeschichte.
Die "wahre" Geschichte kennt kein Historiker genau, hier gibt es die unterschiedlichsten Urteile und Interpretationen. Michael Farin, der als Herausgeber der aktuellen deutschsprachigen Quellensammlung zu Báthory sowohl die zeitgenössischen Quellen als auch die Entstehung der späteren Báthory-Legende dokumentiert hat, hält die Báthory nicht für unschuldig, ebenso wie der anerkannte Historiker György Pollák.

Eine Bindung zur Protagonistin kann trotz der guten schauspielerischen Leistungen - Julie Delpy zeigt sich sowohl vor als auch hinter der Kamera von ihrer besten Seite und hat sich tolle Darsteller ins Boot geholt - nicht so recht aufkommen.

Genau betrachtet ist die Story etwas mager, weil ein zu starkes Gewicht auf die Liebesgeschichte gelegt wird. Warum Erzsébet Báthory solch einem extremen Blutrausch verfallen ist und ob die Ursache in ihrer freudlosen Kindheit zu finden ist, bleibt offen bis auf diese Vermutung:
Bestimmt lag es auch an dieser noch extremer als sonst so üblichen heuchlerischen Epoche des Katholizismus und des Lutheranertums, wo Liebe (Wasser) gepredigt wurde, und Hass (Wein) getrunken wurde bei den Pfaffen und Herrschenden.(Und das nicht nur zu jener Zeit.)
Eine Variation dieser Auffassung besagt, dass Báthorys Verhalten lediglich exzessiver war als das anderer Hochadliger. Sie sei demzufolge nur angeklagt worden, weil sie sich nicht nur mit Bauernmädchen begnügte, sondern schließlich auch Mädchen aus dem niederen Adel Ungarns umbrachte, darunter z.B. die Sängerin Helene Harczy, die sie in Wien kennengelernt hatte.

Trotz allem : Fast grosses Kino, man ist ja in diesen Kinozeiten nicht verwöhnt mit historischen Werken.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Düstere Gruselkost, 18. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Der Film nimmt sich einer düster-charismatischer Frauengestalt an: Die Blutgräfin Erzebeth Bathory. Dieselbige entstammte einem der mächtigsten und reichsten Fürstenhäuser Ungarns und durch Heirat mit Franz Nadasdy - einem erfolgreichen Kriegsherren gegen die Osmanen - wurde ihr Reichtum und ihre Macht noch gestärkt.
Von Kindesbeinen an wurde sie mit Härte uns Strenge erzogen, welche ihre spätere Emotionslosigkeit und Gefühlskälte erklären könnte.
Erklären könnte auch die jahrhundertelange "interfamiliäre" Verheiratung des Adels - auch Inzest genannt - einen gewissen geistigen Defizit. Als sich besagte Gräfin, mittlerweile verwitwet, in einen jungen Adelssproß verliebt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der Vater des Liebsten hintertreibt die Liaison und Erzebeth verfällt in ihrem Liebeskummer einem krankhaften Schönheits,- und Jugendwahn. Nur das Blut von Jungfrauen kann ihr ewige Schönheit bringen. Um an den gewünschten Lebenssaft zu kommen, scheut sie keine Grausamkeit. Diese Grausamkeit wird noch durch ihre fatale und perverse Affäre mit einem anderen ungarischen Adeligen verstärkt, der sie in ihrem Wahn stützt und fördert.

Ob sich alles so zugetragen hat, wie uns der Film glauben machen will, mag ich bezweifeln. Die Wahrheit liegt wohl - wie immer - irgendwie und irgendwo dazwischen.

Fakt ist aber, daß eine großartige Julie Delpy und ein fader Daniel Brühl uns die Gestalt der Blutgräfin in dunklen charismatischen Bildern näher gebracht hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Gräfin, die alles wollte und nichts bekam, 25. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
würde auch ganz gut passen ^^
Es wird die Geschichte der ungarischen Adeligen Erzebet Bathory erzählt. Der Film ist eher ein Historienfilm, wer Fantasy oder Doku erwartet, ist hier falsch.

Die Gräfin machte vorallem mit den Gerüchten auf sich aufmerksam, dass in der Umgebung ihres Schlosses Jungfrauen getötet und ihnen das Blut entzogen wurde.
Der Film erzählt die Geschichte einer verwitweten starken, mächtigen und unabhängig die Geschäfte ihres (jetzt toten) Mannes führenden Frau, die sich (zum ersten mal?) wirklich verliebt. Ihr Auserwählter ist zwar etwas jünger als sie, erwidert aber ihre Gefühle und die beiden beginnen eine Affäre. Der Vater ihres geliebten ist von dieser Verbindung jedoch alles andere als Begeistert und sorgt für die Trennung der beiden. In Selbstzweifel und Verzweiflung gestürzt gelangt Erzebet zu dem Schluss, dass sie aufgrund ihres Alters verlassen wurde. Als das Blut einer Zofe nach einem Schlag auf ihr Gesicht trifft, denkt sie, es hätte sie verjüngt und so beginnt ihr blutiger Wahn von ewiger Schönheit und Jugend.

Wundervoller Film mit guten Schauspielern, hat mir sehr gefallen! Der Film gibt tiefe Einblicke in die Psyche eines Menschen, der nie auf andere angewiesen war und nun von dem ersten Menschen, dem man wirklich vertraut hat, verraten wird. Stärke, die in Wahn umschlägt.
Mehr kann ich dazu nicht wirklich sagen: Bildet euch selbst eine Meinung dazu ;)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer ist für die Altersbeschränkung verantwortlich, 20. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Der Film Die Gräfin ist ein guter Film es ist natürlich eher ein Horrorfilm aber nur für Fans der alten Schule. Mich und meine Frau hat der Film gespannt vor den Tv gezogen.

Nun zu dem Problem ich möchte mal wissen wer für den Film beschlossen hat das er ab 12 Jahren freigegeben wird niemand aber auch niemand würde mit seinem Kind einen Film schauen wo man sieht wie den Frauen der Kopf abgeschlagen wird wo man jede menge Blut sieht. Hiermit bezweifle ich den sachlichen Verstand der BPJM.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bin voll und ganz zufrieden, 15. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Ich habe schon mehrere Filme über die Blutgräfin gesehen.
Die meisten waren sehr kitschig, haben alles heruntergespielt oder die Bathory eher als Monster als als Mensch dargestellt.
Dieser film nimmt keinen Einfluß auf die Meinung und überläßt einem selbst das Urteil.
Wunderschöne historisch korrekte Kostüme und gute Schauspieler.
Sehr empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mythos und Legende., 8. Juli 2010
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Gräfin (DVD)
Ungarn zum Wechsel vom 16. ins 17. Jahrhundert. Die Türken bedrohen das Land und der königstreue, erfolgreiche Graf Barthory kommt zu Ruhm und Reichtum. Nach seinem Tod verwaltet seine Frau die Gräfin Erzebet Bathory erfolgreich allein die Grafschaft.

Dies weckt Begehrlichkeiten beim Grafen Thruzo und wirbt um sie. Sie weist ihn ab und beginnt eine Liaison mit Thruzo's deutlich jüngerem Sohn Istvan. Der alte Graf lässt nichts unversucht seinen Sohn von Erzebet zu entfremden. Er lässt Istvan entführen und mit einer anderen Frau vermählen.

Kummer und falsche Wissenschaft führten bei Erzebet zu der Ansicht, dass Blut junger Frauen erhalte ihre Jugend. Um an das begehrte Gut zu gelangen, werden ihre Anstrengungen immer ausgefallener und sorgen für Aufmerksamkeit. Zudem intrgiert Graf Thruzo beim König gegen Erzebet.

Die historische Geschichte oszilliert zwischen Lovestory und politischer Intrige. Zahlreiche Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Figuren. Auf Surreales wird verzichtet und der Narzissmus der Protagonistin ist in der heutigen Zeit der Schönheitschirurgie durchaus nachvollziehbar. Die Szenarien bieten einiges fürs Auge. Julie Delpy liefert eine ausgezeichnete Regiearbeit ab. Gleiches gilt für die Hauptdarsteller.
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Die Gräfin
Die Gräfin von Daniel Brühl (DVD - 2009)
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