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am 15. Mai 2009
Small wonder that Bruce Chatwin carried this book with him. I used to be a tour guide for S. Asia for 8 years and have read quite some travel books. They are all knitted more or less the same way. Byron's book is very different.

R. Byron writes with a typical British aloofness that creeps up in a nicely measured way and makes this book so entertaining. It is a personal account, sometimes in your face, sometimes hilariously funny and throughout he is engaged in the subjects of his various destinations with beautiful descriptions. Even if you never intend to travel there or don't like to travel at all, this is travel writing at its best. I will read it again.
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am 28. März 2013
Ich bin mir nicht sicher, wie ich das Buch bewerten soll. Besonders gelungen finde ich, wie Byron andere Personen beschreibt. Das hat oftmals etwas Slapstickartiges. Auch die Umstände der Reise sind eindrucksvoll beschrieben. Da klingt es für mich beinahe wie ein Abenteuerroman und liest sich auch so. Doch dann kamen wieder Passagen, durch die ich mich durchquälen musste. Vielleicht liegt es daran, dass ich die kindle-Version lese - aber die detaillierten Beschreibungen irgendwelcher Ruinen oder noch existierender Moscheen und Paläste nerven. Da wären mir Fotos lieber gewesen.

Dennoch - trotz Längen ist es ein interessantes Buch, gibt es doch gute Einblicke in die Umstände, unter denen man 1935 reiste - noch dazu in so exotische Ländern wie Persien oder Afghanistan. Wen das interessiert (und auch die Kultur dieser Länder), dem sei dieses Buch empfohlen!
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am 15. August 2013
Das beste Reisebuch der Dreißiger? Bruce Chatwin huldigt ihm und seinem Autor in einem wenig informativen, aber hymnischen Vorwort meiner englischen Picador-Taschenbuchausgabe. Der große Dalrymple scheint zuzustimmen. Ein Erfolg war das Buch jedoch offenbar nicht.

Byron interessiert sich kaum für die Menschen unterwegs. Das sind alles Eseltreiber, Fahrer, bestenfalls Botschaftsangehörige. Die Bewohner eines Landstrichs nennt er pauschal "seedy mongrels". Zweimal hat er mild unfreundliche Begegnungen mit zwei unterschiedlichen Arabern und folgert: "So much for Arab charm." Dieser Byron hegt wohl nicht nur ein Faible für Architektur und Geschichte Zentralasiens, er scheint auch ein Völkerkundler von Gnaden zu sein.

Stimmt, es gibt einige pfiffige Dialoge, die Byron allerdings oft mit seiner schneidend arroganten Ironie prägt. Ansonsten lesen wir lange historische, kunsthistorische und architekturgeschichtliche Betrachtungen, Ruinenbesichtigung im Überfluss, und dann wieder resignierten Spott über das nächste verlauste Übernacht-Loch. Alkohol oder dessen Mangel thematisiert Byron auch wiederholt. Selten hatte ich Hot Country Reading, bei dem Land und Leute so wenig zu Leben kamen; seine nicht-enden-wollenden deskriptiven Absätze wirken heute noch langatmiger, da man das alles mit einem Klick in Google Streetview sieht. Andere Buchausgaben zeigen offenbar Byrons eigene Fotos, nicht so jedoch mein Picador-Taschenbuch.

Etwas lebendiger wird es im zweiten Teil, ungefähr ab Shiraz, doch immer schweben Byron und sein Begleiter distanziert über dem Geschehen, selbst wenn sie sprichwörtlich bis zu den Knien im Matsch stecken; interessant ist der ständige Wechsel der Transportmittel - Pferd, Pkw, Lkw, Esel, Zug, Fußmarsch, Boot; Flugzeuge und Kamele erscheinen nur gesprächsweise, Fahrräder und Motorräder gar nicht.

Der Ton erinnerte mich etwas an andere Engländer oder nach englischer Art Schreibende: Die vor allem im ersten Teil verächtlich rassistische Stimmung klang etwas nach Paul Theroux' Railway Bazaar; Theroux wuchs zwar in den USA auf, lebte aber vor Beginn der zugrundeliegenden Reise in England und englischen (Ex-)Kolonien, mit einer BBC-Redakteurin (seine frühesten Romane aus Afrika klingen weniger arrogant). Dann musste ich auch an Graham Greenes Journey without Maps denken, eine Westafrika-Wanderung, geschrieben fast zur selben Zeit wie Byrons Oxiana; Greene schreibt nicht sehr arrogant, aber à la Byron distanziert bis gelangweilt von den örtlichen Umständen, weit abschweifend, und Graham denkt (und nippt) auch viel an Spirituosen.

Byron ist allerdings der einzige von den Genannten, der klar tagebuchartig schreibt. Die einzelnen kurzen Absätze wirken teils zusammenhanglos, nicht immer war mir die Rolle der erwähnten Personen klar und ich fragte mich, ob hier für den Druck irgendetwas redigiert wurde (ein Absatz in "Oxiana" impliziert, dass Byron sein Reisetagebuch zwei Jahre nach der Reise an einem Schreibtisch in China für den Druck durchgesehen hat).

Das beste Reisebuch? Sogar Bruce Chatwin selbst ist besser.
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am 3. Februar 2016
Byron ist ein brillanter, außerordentlich witziger Reiseschriftsteller, aber er ist auch ein Radikalromantiker und ein hochversnobter, homosexueller Brite. Er sucht (in Afghanistan) nach dem reinen, unkontaminirten Urphanömen, gibt aber keine Kriterien, warum es in Afghanistan zu finden sei, und nicht z.B. Im Iran, wo er aufbricht, oder in Indien, wo er ankommt. Iran und Indien sind "gemischt", Afghanistan ist rein. Die unterschwellige Botschaft ist immer: "Ich bin meinen Gesprächspartnern intellektuell haushoch überlegen". Das ist Byron auch tatsächlich, aber auf die Dauer geht einem soviel Snobismus doch auf die Nerven.
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