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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wajda erzählt die Geschichte seiner Eltern
Mich hat dieser Film beeindruckt. Das Werk eines Meisters. Was den Film aber noch interessanter macht ist zu wissen, dass Andrzej Wajda hier die Geschichte seiner Eltern erzählt. Sein Vater war einer der Offiziere, die nie wieder zurückkehrten, seine Mutter eine der Frauen die vergeblich auf die Rückkehr ihres Mannes warteten. In einem Interview sagt der...
Veröffentlicht am 14. Juli 2010 von allaboutwarmovies

versus
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Von Polen und Russen oder: Ehre, Gott und Vaterland
ZUM FILM:
Ich kenne nur wenige Polen, die auf Russen gut zu sprechen sind. Der Grund liegt in der (gemeinsamen) Geschichte beider Länder begründet. So wurde Polen z.B. nach dem 2. Weltkrieg mehrere Jahrzehnte von der damaligen Sowjetunion unter deren kommunistischer Herrschaft geknechtet. Und während des 2. Weltkriegs waren russische Soldaten...
Veröffentlicht am 18. April 2011 von H. Weisser


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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wajda erzählt die Geschichte seiner Eltern, 14. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Mich hat dieser Film beeindruckt. Das Werk eines Meisters. Was den Film aber noch interessanter macht ist zu wissen, dass Andrzej Wajda hier die Geschichte seiner Eltern erzählt. Sein Vater war einer der Offiziere, die nie wieder zurückkehrten, seine Mutter eine der Frauen die vergeblich auf die Rückkehr ihres Mannes warteten. In einem Interview sagt der Regisseur, dass es für ihn das Schwierigste war zu entscheiden, wie er die Geschichte erzählen sollte. Nur den Teil des Vaters oder nur den der Mutter? Er hat sich dazu entschlossen, beide Geschichten zu erzählen. Das ist sehr gelungen und zeigt wie tragisch dieses Massaker für die Zurückgebliebenen war. Sie mussten mit der Unsicherheit leben, den Verlust akzeptieren und durften am Ende nicht einmal darüber sprechen.
Verschiedene Filmsequenzen spiegeln sich, wiederholen sich scheinbar und werden nuanciert wieder aufgegriffen. Möglich, dass man dies als langweilig empfinden kann. Ich fand's spannend.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckend..!!, 4. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Dieser Film kommt ohne Effekthascherei aus. Ganz nüchtern stellt er die Vorgeschichte des Massakers von Katyn anhand der Schicksale von Einzelpersonen dar. Sogar der Ablauf des Massakers wird detailiert beschrieben. Auch der Umgang mit den Ereignissen nach Krieg wird nicht ausgespart. Ein Film der zum nachdenken anregt ohne auf die nationalistische Pauke zu hauen. Sehr empfehlenswert.
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit über Katyn, 24. Januar 2010
Von 
R. Streschewski (Nordwalde) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Hier wird die Grausamkeit deutlich. Nicht nur die Nazis sondern auch die Rote Armee hat am Anfang des 2 Weltkriegs ihren Beitrag zur Vernichtung der polnischen Intelligenz dazu getragen.
Die letzten 20 Min des Films gehen richtig unter die Haut. Noch nie wurden die Hinrichtungen so in einem Film dargestellt.
Der Vater des Regisseurs "Andrzej Wajda" war einer unter den Opfern von Katyn.
Unbedingt ansehen !!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Von uns werden nur noch Knöpfe übrig bleiben.", 15. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
2007 drehte Andrzej Wajda den ersten Film über das polnische Trauma Katyn. Wajdas Vater selbst wurde 1940 auch vom sowjetischen Geheimdienst in Katyn ermordet. Für das Drehbuch verwendete Wajda ausschließlich Originaldokumente, was dem Film stellenweise einen fast dokumentarischen Charakter gibt.
Zur Handlung: Am 17.9.1939 treffen die polnischen Flüchtlinge, die vor dem deutschen Einmarsch Richtung Osten und die Flüchtlinge, die vor der sowjetischen Besetzung Richtung Westen fliehen, aufeinander. Mittendrin versucht die junge Anna (Maja Ostaszewska) mit ihrer Tochter Nachrichten von ihrem Mann, dem Offizier Andrzej (Artur Zmijewski) zu erhalten. Zwar erreicht sie ihn noch kurz bevor er in die Sowjetunion deportiert wird, aber er fühlt sich der polnischen Armee verpflichtet und verzichtet auf eine noch denkbare Flucht. Anna selbst kann nicht mehr nach Krakau zurückkehren und kann sich ihrer Verhaftung durch die Sowjets nur knapp entziehen. In Krakau wird derweil Andrzejs Vater wie die meisten Professoren der Universität, ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Andrzej und die übrigen gefangenen polnische Offiziere feiern Weihnachten 1939 in einem sowjetischen Gefangenenlager und schöpfen Hoffnung, dass sie den Krieg irgendwie überleben werden. Als im Frühjahr 1940 ein Teil der Gefangenen weiter transportiert wird, keimt sogar Hoffnung auf, vielleicht in ein neutrales Land abgeschoben zu werden. Andrzej verspricht dem zurückbleibenden Jerzy (Andrzej Chyra), sich für ihn einzusetzen. Im April 1943 entdecken Soldaten der Deutschen Wehrmacht in Katyn ein Massengrab und können einen Teil der Toten aufgrund von Ausweispapieren identifizieren. Anna und ihre Schwiegermutter schöpfen Hoffnung, da Andrzejs Name nicht darunter ist. Nach dem Krieg taucht allerdings der tot geglaubte Jerzy bei ihnen auf. Und mit dem Kriegsende sind die Leiden der Angehörigen der Ermordeten längst nicht vorbei.

Während die Ereignisse während des Krieges durch Einblendung von Jahreszahlen und Ortsangaben wiedergegeben werden, wird die Nachkriegszeit (vermutlich späte 40er/ frühe 50er Jahre) fast fragmentarisch dargestellt. Die Schuld der Sowjets wird geschildert ohne die Verbrechen der Nazis zu relativieren. Eine besonders grausige Szene ist, wie Andrzejs Mutter vermeintlich Post von ihrem inhaftierten Mann erhält, man ahnt das Schlimmste, wenn der sonst so offene Briefträger verschämt den Kopf senkt und kein Trinkgeld annimmt. Auch während des Krieges sind die Deutschen "korrekt" genug, die Asche der verstorbenen (ermordeten?) Gefangenen ihren Angehörigen zuzustellen. Die Entdeckung der Massengräber wird von den Nazis natürlich auch instrumentalisiert, um ihren Eroberungsfeldzug im Osten zu legitimieren. Im Nachkriegspolen verkauft eine Polin ihre Haare an ein Theater. Wie sich -fast beiläufig- herausstellt, braucht die Hauptdarstellerin eines Stückes eine Perücke - als Ausschwitzüberlebende ist sie zwar wieder einigermaßen zu (körperlichen) Kräften gekommen, aber ihre Haare wachsen nicht mehr.
Die eigentlichen Ereignisse im April/ Mai 1940 klammert der Film zunächst aus, der Zuschauer erfährt erst am Ende des Films anhand eines Tagebuch eines Ermordeten von den wirklichen Ereignissen in Katyn. Nach dem Krieg ist Polen zwar von den Deutschen befreit, aber nicht frei. Die Angehörigen der ermordeten Offiziere hoffen vergeblich auf Gerechtigkeit. Offiziell wird das Massaker an Tausenden Offizieren und Intellektuellen den Deutschen zugeschrieben, wer an dieser Version zweifelt, verliert seinen Job - oder gar sein Leben. Anhand einiger Schicksale werden die Auswirkungen der sowjetischen Unterdrückung gezeigt. Zwei Schwestern trauern um ihren toten Bruder. Während die eine die offizielle Version der Sowjets stützt, da sie die Hoffnung auf ein freies Polen aufgegeben hat und ihre Stellung als Schulleiterin nicht verlieren will, versucht die andere, eine Gedenktafel für ihren Bruder aufstellen zu lassen, wobei die Bekanntschaft mit einem Priester, der in Katyn dabei war, ihr zusätzlich zum Verhängnis wird. Sie wird in einen dunklen Keller abgeführt. Das eigentliche Geschehen dort wird nicht gezeigt. Aber die sehr suggestive Montage zeigt daraufhin die zerbrochene Grabplatte ihres Bruders, was genauso verstörend wirkt, als habe man einen malträtierten Körper gesehen. Annas Neffe taucht unverhofft nach dem Krieg wieder auf, für ihn scheint es eine Zukunft zu geben. Er möchte das Abitur nachholen, er verliebt sich sogar, aber ein "Unfall" zeigt, wie absurd seine Hoffnung auf ein "normales" Leben war. Besonders verstörend wirkt die Geschichte Jerzys, der sich anscheinend mit der Katyn- Lüge arrangiert hat, um sein Leben nicht zu gefährden. Etwas resigniert ist er der Polnischen Volksarmee beigetreten. Allein schon die Andeutung (im betrunkenen Zustand), mehr über die Vorgänge in Katyn zu wissen, wird zur unvermittelten Gewaltexplosion führen. Dessen ungeachtet zeigt der Film auch einige nur schwer einzuordnende Rotarmisten. Im von den Sowjets besetzten Teil Polens verweigert ein Russe Anna die Ausreise nach Krakau, macht ihr sogar einen Heiratsantrag. Was zunächst nach billiger Ausnutzung ihrer Notsituation aussieht, erweist sich als Freundschaftsdienst. Der Offizier weiß von den geplanten Massakern an polnischen Offizieren und den Folgen für die Witwen. Er versucht sie zu schützen und wird schließlich sogar ihre Verhaftung vereiteln.
Mögliches Pathos ist weitgehend vermieden, die Massenerschießungen am Ende werden von Krzysztof Pendereckis "Polnischem Requiem" elegisch untermalt. Fast noch schlimmer als die Darstellung der Erschießungen (zu Recht ist der Film FSK 16) sind die indirekten Darstellungen der Verbrechen: Ein Soldatenstiefel versucht mehrmals eine aus dem Massengrab herausragende Hand zur Seite zu schieben, damit das Grab eingeebnet werden kann.
Erst 1990 gab die Sowjetunion offiziell ihre Schuld an dem Massaker zu. Im Hinblick auf die Nachkriegszeit war es ja auch opportun, einen großen Teil der Intelligenz auszuschalten, die sich ggf. gegen die Hegemonialmacht UdSSR zur Wehr gesetzt hätte. Für viele Polen bedeutete der Film auch eine Aufarbeitung dieses jahrzehntelangen Tabuthemas.
Zur Ausstattung. Es gibt optionale deutsche Untertitel, die (wenigen) auch im Original deutschsprachigen Szenen sind nicht extra polnisch untertitelt. Außer einer kurzen Einführung Wajdas (mit dt. UTs) gibt es nur ein paar Werbetrailer für andere Filme.

Fazit: Ein aufrüttelnder Film, der besonders in der Schilderung der Nachkriegszeit überzeugt. Wer sich noch nie etwas eingehender mit dem Überfall auf Polen beschäftigt hat oder gar eine geradlinige Beschreibung der Ereignisse erwartet, dürfte sich etwas schwer tun. Allen anderen sei der Film sehr empfohlen. Wajda kann eine Tragödie auch ohne Sentiment erzählen. Meisterlich!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine nicht so häufig erwähnte Geschichte des 2. Weltkriegs, 3. März 2012
Von 
Reene "Wildus" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Dieser Film erzählt die Geschichte von polnischen Kriegsgefangenen sowie polnischen Zivilisten in den Händen der deutschen und russischen Besatzungsmacht. Dabei spielt das Geschehen in der Zeit als Hitler und Stalin einen Nichtangriffspakt geschlossen hatten und die Besetzung sowie Aufteilung Polens vorantrieben.
Die deutschen Besatzer waren in erster Linie darauf aus, die polnische Intelligenz daran zu hindern , den Widerstand zu organisieren und verfrachteten diese zu tausenden in die Arbeits- und Konzentrationslager. Die russische Seite war eher darauf aus das polnische Militär am Widerstand zu hindern.
Beide Seiten schreckten in ihren Bemühungen nicht davor zurück tausende Polen umzubringen. Während des Massakers von Katyn wurden tausende polnische Soldaten hingerichtet und verscharrt. Beide Seiten , Russen wie Deutsche, beschuldigten sich später, dieses Verbrechen begangen zu haben.
Der Film zeigt, wozu die Russen fähig waren und welche Greueltaten unter Stalin verübt wurden. Dabei ist die Verfilmung sehr genau und präzise, was den Film als ganzes etwas langatmig erscheinen läßt. Trotzdem bleibt man als Zuschauer immer in dem Bann wissen zu wollen, was mit den Gefangenen passierte und welche Seite es nun wirklich war.
Alles in allem ist es eine sehenswerte Verfilmung welcher ich 4 Sterne gebe. Als geschichtsinteressierter Filmfan muss man diesen Film gesehen haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die eigentliche Frage ist nicht wer sondern warum, 14. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Menschen fähig waren, und immer noch sind, solch ein Massaker anzurichten. Die letzten Minuten des Films sind wirklich kaum zu ertragen und obwohl man ja schon Dokumentationen dazu gesehen hat, raubt einem diese Darstellung der Tötungsmaschinerie doch den Atem. Wichtiger Film, der aber leider auch versucht zuviele Beispiele und Schicksale unterzubringen und mit den Vor-und Rückblenden ein wenig zu verfahren wirkt.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der lange Atem der Wahrheit, 31. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
"Verfluchtes Katyn", titelte eine große polnische Tageszeitung nach dem furchtbaren Flugzeugunglück vom 10. April 2010 bei Smolensk und in der Nähe von Katyn, bei dem ein beträchtlicher Teil der polnischen Führungselite aus Politik und Militär ums Leben kam - nicht zum ersten Mal: Katyn ist auch der Ort eines sowjetischen Kriegsverbrechens an polnischen Offizieren. Jetzt steht Katyn für ein doppeltes polnisches Trauma. Doch die politischen Begleitumstände sind heute zum Glück andere.

Hätte ein polnischer Regisseur diesen Film im Jahre 1970 gedreht, wäre das nur im Untergrund und unter Lebensgefahr möglich gewesen. Einem deutschen Regisseur wäre es nicht viel besser ergangen: Er wäre vermutlich von den bornierten 68-er-Linken verbal gesteinigt worden. Im 21. Jahrhundert dagegen glauben auch viele Altlinke nicht mehr an ein kommunistisches Utopia und das ist auch gut so. Es wäre allerdings schon 1970 möglich gewesen, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und die Verbrechen im Namen von Marx und Lenin zu sehen - wenn man dazu bereit gewesen wäre.
Das 2007 als Konkurrent des deutschsprachigen Siegerfilms "Die Fälscher" für den Oscar nominierte Drama von Altmeister Andrzej Wajda holt lange Versäumtes nach. Dazu bedient sich Wajda in mancher Szene christlich-symbolischer Überhöhungen, die auf manchen altmodisch wirken dürften. Allerdings macht der einstige Priester-Seminarist Martin Scorsese, namentlich in seinem Erfolgsfilm "Departed - Unter Feinden", nichts anderes. Und Wajda hat, wenn er den Irrglauben an Marx mit dem soliden Glaubensfundament zum Tode verurteilter polnischer Offiziere kontrastiert, immerhin ein Argument auf seiner Seite: Der christliche Glaube hat den Kommunismus in Polen überlebt. Neben den christlichen Symbolen sticht auch die gewollte Analogie Agnieszka - Antigone ins Auge, die Wajda inszeniert, indem er die für einen würdigen Grabstein für ihren ermordeten Bruder kämpfende Agniezska, Enkelin eines Katyn-Opfers, im Theater mit einer Antigone-Darstellerin ins Gespräch kommen lässt. An Wajdas Bildsprache insgesamt ist nichts auszusetzen: Er findet durchgehend düstere und kalte Bilde für das, was düster und kalt war.

"Katyn" schwächelt ganz woanders: Es fehlt eine vernünftige Exposition. Die Brücke, auf der die fliehenden Polen von Nazis und Sowjets in die Zange genommen werden und so gewissermaßen die Wahl zwischen Teufel und Satan haben, ist zwar ein weiteres sprechendes Bild und eignet sich von daher gut für die Eröffnungssequenz, doch bis ungefähr zur zwanzigsten Filmminute dreht sich alles um die Familie des jungen Offiziers Andrzej und seiner Frau Anna. Wie Kai aus der Kiste kommt dann ein weiterer Erzählstrang dazu, nämlich der um Agnieszka und ihre Mutter, die Witwe eines im Wald von Katyn getöteten Generals - und die Figuren sind gar nie eingeführt worden. Noch unmotivierter erscheint, etwa in der Mitte des Films, die kurze Liebesgeschichte um einen Neffen von Anna (vorher ebenfalls nie zu sehen), der im Untergrund gegen das kommunistische Regime in Polen kämpft. Dafür versandet der Konflikt zwischen Anna und ihrer Mutter, deren Mann in Sachsenhausen starb; letztere ist plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Solche Brüche in der Dramaturgie gehen zu Lasten der Stringenz und Stimmigkeit des Gesamtkunstwerks, das aber dennoch einen interessanten Weg findet, um über die kriegerischen Ereignisse hinaus noch die Geschichte einer Lüge zu illustrieren. Denn die wenigen Hinterbliebenen, auf die sich Wajda konzentriert, reagieren unterschiedlich auf die Installation der Legende von den Deutschen als den Tätern von Katyn im kommunistischen Polen. Dass die Deutschen im Übrigen hier nicht als Unschuldslämmer gezeichnet werden, nur weil sie ausnahmsweise mal an einem Blutrausch nicht beteiligt waren, versteht sich von selbst und da Deutsche (ebenso wie die Russen) hier im Wesentlichen nur als politische oder militärische Entscheidungsträger eine Rolle spielen, bleibt naturgemäß auch wenig Raum für eine Ausdifferenzierung ihrer Charaktere.

"Das Massaker von Katyn" ist mithin zwar kein Meisterwerk, verdient aber dennoch das Prädikat unbedingt empfehlenswert. Schon allein deshalb, weil so monströse Lügen, wie sie um den Massenmord von Katyn gesponnen wurden, nie genügend Gegner haben können, Gegner, deren Gegnerschaft auf dem verlässlichen Wissen um die Wahrheit fußt. Um diese Wahrheit hat sich Andrzej Wajda, dessen Vater in Katyn ermordet wurde, auf eindrucksvolle und bewegende Weise verdient gemacht. Das polnische Trauma Katyn aber, das wird bleiben.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nachher sieht man einiges anders..., 21. November 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Wer sich diesen Film ansieht um nur die ausgegrabenen Leichen anzuschauen, der wird sicherlich enttäuscht sein. Es handelt sich um einen Spielfilm und nicht um eine der vielen Reportagen.
Der Film beruht auf einem Tagebuch und Informationen direkter und indirekter Opfer und Täter. Es ist ein Film für welchen man sich Zeit nehmen sollte. Ich selbst habe diesen Film am Abend in aller Ruhe angeschaut und konnte visuell, akustisch sowie emotional völlig eintauchen. Ich hatte nach diesem Film ein anhaltendes anteilnehmendes Gefühl, vergleichbar mit dem, als ich zum ersten Mal "Schindlers Liste" sah.
Besonders gut gefallen hat mir, dass man das Kriegsgeschehen in Polen verstehen konnte, als Deutschland und die Sowjetunion Polen überfielen und die sich schriftlich verpflichteten ursprünglichen Alliierten nicht da waren. Ein leichtes Spiel ein Land auf diese Art und Weise in die Zange zu nehmen. Das Verbrechen nimmt nach 1945 in diesem Film sowie auch in der Realität kein Ende. Zeugen wurden nach Kriegsende denunziert, gefoltert und ermordet wenn sie die Wahrheit über Katyn erzählten. Jede Polin und jeder Pole kannte die Wahrheit, aber es dauerte noch Jahre bis man sie öffentlich aussprechen konnte.
Ich würde mir wünschen, dass dieser Film irgendwann für die breite Masse im TV gesendet wird. Möglicherweise würden einige die Zusammenhänge besser verstehen und in dem einen oder anderen Punkt ihre Ansichten überdenken. In der Realität wird das sicher nicht passieren, man wird froh sein dieses Kapitel zu verdrängen oder zu vergessen. Wirtschaftlich Interessen stehen gegenüber einer geschichtlicher Verantwortung höher im Kurs.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert., 28. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Wer sich für die Geschichte Polens interessiert, kommt nicht an diesem Film vorbei.
Klasse besetzt, brillant gespielt, aufwändig produziert.
Wertvolle Korrektur der Europe- Geschichte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Film, 21. September 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Massaker von Katyn (DVD)
Das Massaker von Katyn ist ein guter Film über die Verbrechen der Russen
an den Polen 1940 und in der Nachkriegszeit.

Jeder, der sich für Geschichte und den Zweiten Weltkrieg interessiert,
sollte diesen Film gesehen haben.

Wenn die Sprünge zwischen den zeitlichen Abschnitten nicht so hart wären,
dann wäre er sogar perfekt.

Eindrucksvolles Stimmungsbild der russischen Besetzung Polens.
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Das Massaker von Katyn
Das Massaker von Katyn von Andrzej Mularczyk (DVD - 2010)
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