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VINE-PRODUKTTESTERam 9. Oktober 2009
14 Jahre nach ihrem dritten Werk und zwei Solo-Alben von Jerry Cantrell hat die Band mit William Duvall tatsächlich einen Sänger gefunden, der in der Lage ist die alten Songs so gut zu singen ohne als peinliche Kopie zu verkommen und der sich auch problemlos auf der neuen Platte hervorragend in Szene setzt.

OK, Grunge ist Geschichte, Post-Grunge und New Grunge ebenso, aber was Alice In Chains auf ihrem Comeback-Album abliefern ist einfach grandios. Da spielt Grunge auch gar nimmer die große Rolle, sondern das ist einfach ein klasse Rock-Album, welches zeigt, dass sämtliche Nachkommen dieses Genres wie Creed oder Nickelback ganz arme Würstchen sind. Und wer kennt hier noch Staind?

Schon der schleppende Opener All Secrets Known knüpft nahtlos an die "guten alten Zeiten" an und es ist kaum vorstellbar, dass diese Band fast 15 Jahre in der Versenkung verschwunden war.

Check My Brain beginnt mit den für AIC typischen Dissonanzen um dann in einen ohrwurmigen Refrain überzugehen. Dass der Song dazu noch rockt wie Sau ist das Sahnehäubchen.

Das Album bewegt sich überwiegend im Slow- bis Midtempo, überrascht aber dann und wann mit Tempiwechseln wie bei Last Of My Kind wo plötzlich die Handbremse gelöst wird und die Matte geschüttelt werden darf.

Zwischendurch befinden sich auch einige Stücke drauf, die sehr gut zu dem legendären MTV-Unplugged Konzert gepasst hätten. Your Decision und When The Sun Rose Again seien hier als Beispiele genannt.

Cantrells Riffs sind nach wie vor messerscharf, Black Sabbath sind allgegenwärtig und die Produktion ist astrein. Das schleppende Tempo gepaart mit tollen Hooklines haben AIC in keinster Weise verlernt, das macht ihnen kaum einer nach.

Ich hab die neue Pearl Jam noch nicht gehört, aber gegen diesen Brocken anzustinken ist sicher kein leichtes.

Eine der besten Bands der 90er hat sich zurück gemeldet und wie! Als Referenz für die besten Comeback-Platten steht bei mir immer noch Deep Purple's Perfect Strangers ganz oben, aber diese Scheibe hat das Zeug die alten Säcke vom Thron zu schubsen.
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am 27. September 2009
Aller Anfang ist schwer...doch manchmal kann ein kompletter Neuanfang viel, viel schwerer sein. Niemand dürfte dies besser wissen als die legendären Seattle-Veteranen von ALICE IN CHAINS, die Anfang der 90er Jahre einer der wichtigsten Wegbereiter des Grunge waren, und es mit Rock-Meilensteinen wie "Facelift" und "Dirt" (in eingeweihten Fankreisen eines der besten Grunge-Alben überhaupt!) quasi über Nacht zu Weltruhm brachten. Zusammen mit Bands wie SOUNDGARDEN , PEARL JAM , TEMPLE OF THE DOG und natürlich NIRVANA avancierte man urplötzlich zum musikalischen Aushängeschild einer neuen Generation, wenn gleich ALICE IN CHAINS diese hohe Popularität niemals gewollt haben. Das Ende ist natürlich bekannt...infolge persönlicher Zerwürfnisse - wobei vor allem die exzessive Drogensucht des Sängers Laney Staley maßgebend war - zerbricht die Band Ende der 90er Jahre, und schien somit bereits frühzeitig in die "ewigen Jagdgründe" des Rock-Business einzugehen. Im Jahre 2002 geschah das, was im Grunde jeder Fan schon lange erwarten musste, und was das endgültige Ende von ALICE IN CHAINS scheinbar für immer besiegeln sollte. Laney Staley setzte sich eine Überdosis Drogen und wurde erst nach mehreren Tagen tot in seinem Appartement aufgefunden. Die Szene verlor dadurch einen seiner schillerndsten Persönlichkeiten und stimmlich begnadetsten Sänger...ALICE IN CHAINS waren fortan nur noch eine Legende, die auf eine herausragende musikalische Vita zurückblicken konnte. Doch glücklicherweise kam dann alles doch ganz anders.
Im Rahmen eines Reunion-Konzerts rappelten sich Haupt-Songwriter Jerry Cantrell und seine Musikerkollegen nochmals zusammen. Was zunächst losen Projekt-Charakter zu haben schien, entwickelte sich im Laufe der Zeit jedoch wieder zu einer festen Band. Während ALICE IN CHAINS zunächst nur durch vereinzelte Konzerte bzw. Mini-Tourneen beschränkten, entschied sich die Band dann jedoch dazu, eine neue Studio-Scheibe in Angriff zu nehmen, die nun in diesen Tagen - 7 Jahre nach dem Tod von Laney Staley - weltweit in den CD-Regalen steht.
"Hope, a new beginning. Time, time to start living. Like just the way we died. There's no going back to the place we started from." Bereits mit den ersten Worten des superben Openers "All secrets known" wird dem Hörer bereits früh bewusst, wie wichtig Jerry Cantrell die Auseinandersetzung mit den dunklen Kapiteln der Band-Historie ist. Insofern kommt "Black gives way to blue" einem Befreiungsschlag gleich, mit dem die Band den Blick endlich wieder in die Zukunft richten kann. Und auch in musikalischer Hinsicht ist dieses Comeback eindrucksvoll geglückt. Während sich Bands wie z.B. NIRVANA seinerzeit eher vom Hardcore/Punkrock beeinflussen ließen, eilte ALICE IN CHAINS schon immer der Ruf voraus, die BLACK SABBATH des Grunge zu sein. Und auch im Jahre 2009 hat sich diese Maßgabe nicht geändert. Die auf düsteren, tonnenschweren Riffs basierenden Groover "Last of my kind" , "A looking in view" oder "Lesson learned" stehen allesamt in typischer ALICE IN CHAINS-Tradition, wobei man jedoch fairerweise sagen muss, dass die alten Band-Klassiker (speziell der Oberknaller "Dirt") erwartungsgemäß unerreicht bleiben. Darüber hinaus handelt es sich bei diesem knapp einstündigem 11-Tracker um eines der mitreißensten und komplettesten Rock-Scheiben des Jahres, welches komplett ohne Durchhänger daherkommt. Hierbei muss man zunächst mal Neu-Sänger William DuVall erwähnen, der mit seiner Stimme wirklich verdammt nah an Laney Staley herankommt. Teilweise möchte der Hörer tatsächlich glauben, der Geist des Ex-Fronters wäre auf die Erde herabgestiegen und in den Stimmbändern Duvall's wiedergeboren. Natürlich kann man diesbezüglich auch mit dem Argument "mangelnde Originalität" ins Felde ziehen...an der musikalischen Klasse von "Black gives way to blue" ändert dies aber nichts.
Weitere Highlights sind zweifelsohne das ziemlich schräg arrangierte Refrain-Wunder "Check my brain" , das zwischen sanften Melodien und harten Riff-Ausbrücken pendelnde "Acid bubbles" sowie die halbballadesken Ohrwürmer "Your decision" , "When the sun rose again" und "Private hell" (wundervoll!). Und wenn der leider etwas kurze Seelenschmeichler "Black gives way to blue" - auf dem kein geringerer als Sir Elton John am Klavier zu hören ist! - diese Scheibe nach 55 Minuten ausläutet, ist jeder Fan einfach nur erleichtert, dass ALICE IN CHAINS nach Jahren der Abstinenz endlich wieder in die Spur gefunden haben.
Kein Zweifel, so ein derart starkes Comeback konnte die Musikwelt nun wirklich nicht erwarten. Und wenn es heutzutage überhaupt eine Band gibt, die kläglich substanzlosen Post-Grungern wie NICKELBACK , 3 DOORS DOWN oder STAIND die Leviten lesen kann...dann sind es eindeutig ALICE IN CHAINS. 5 Sterne für ein kleines Juwel!!!
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am 10. Juni 2010
Vorweg: als alter (40+)Grunger hätte ich mir die neue AIC-CD selbst dann gekauft, wenn sie darauf nur Weihnachtslieder gesungen hätten. Bei noch im Sound der 90er festhängenden Alice Fans könnte die CD eventuell auf Ablehnung stoßen, eine gewisse Altersmilde ist dem neuen Werk nicht abzustreiten. Losgehen tut's fulminat, All Secrets Known und Check My Brain rocken fett los, aber schon in der dritten Nummer Last Of My Kind wird stark abgebremst, Your Decision geht noch mal gut ab und der Rest der CD ist dann hauptsächlich Alice In Groove. Das groove - rockt dann dermassen lässig, dass in der letzten Nummer sogar Pianomethusalem Sir Elton John(!) ans Piano darf. Der neue Shouter William DuVall macht seine Sache sehr gut, Layne Staley selig ist Geschichte, freuen wir uns das AIC endlich einen Ersatz gefunden haben. Also für alle, die quälend-dissonanten 90er Jahre Psycho - Grunge erwarten, ist die neue Scheibe nix, für uns mit Jerry & Co Gealterte aber ein Kaufempfehlung mit nostalgischem Background.
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am 20. November 2009
wunderbar, dass aic wieder am start sind und die fans mit ihrem sehr eigenen sound beglücken. erstaunlich, wie gut das mit neuem sänger funktioniert. aber wegen des häufig eingesetzten doppel-lead-gesangs zwischen dem neuen sänger william duvall und jerry cantrell klingt das ganze fast wie in alten tagen. das songmaterial ist gut. es kann sicher nicht mit dem geniestreich "dirt" mithalten, ist aber sicher besser und abwechslungsreicher als das letzte album mit layne staley "aliche in chains". also findet eine erfreuliche fortsetzung statt, auf der ein paar echte highlights wie das düstere "last of my kind" oder das einfach schöne titellied "black gives way to blue" sind.
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am 31. Januar 2014
Alice in Chains – Black gives Way to Blue (2009)

William DuVall hat's nicht leicht. In die Fußstapfen einer ebenso genial ausdruckstarken wie destruktiven Grunge-Ikone eines Layne Staley zu treten, diese Aufgabe mutet unfassbar an. Jerry Cantrell hat's nicht leicht. Nun liegen fast alle kompositorischen wie lyrischen Feinheiten in der Hand des Quasi-Masterminds. Schafft es die Band sich trotz wiedriger Umstände aus der Lethargie zu befreien und kraftvoll, quälenden, grunge-beeinflussten Alternative Metal zu bieten?

Schlichte Antwort: Ja. Black gives Way to Blue versucht direkt an Dirt, die perfekte Mischung aus depressiven Lava-Riffs und Energie anzuschließen und schlägt sich dabei tapfer. Schon beim Opener All Secrets known sind Erinnerung an das unhörbar zähe selbstbetitelte Vorgängeralbum und somit alle Sorgen und Ängste vergessen. Schlagzeug und Bass bauen eine spannende Sinuskurve auf, während die Gitarren konstant harmonisch-disharmonische Riffs vor sich hinbrodeln lassen. Und man weiß: Man ist im Reich der geballten depressiven Macht der einstigen Drogenabhängigen angekommen, ohne dass es diesmal bedrückend wirkt. Die Gesänge von Jerry und William bilden wieder diese langsamen Linien versehen mit gleichförmigen Intervallen, welche somit stark den Sound von Alice in Chains bestimmt haben und nun wieder bestimmen. Die Jungs sind zurück! Und das wird mit einem Kracher sondergleichen zelebriert. Penetrant hart und schon fast doomig tönt das Riff böse und voller Elan aus dem Boxen in Check my Brain, während Sean Kinney am Schlagzeug für den nötigen Dampf sorgt. Die belastende Doom-Metal-eske Stimmung der Strophen wird konsequent genial mit einem harmonischeren Refrain abgewechselt.

Lyrisch macht Mastermind Jerry Cantrell seine Sache ebenso gut wie die Produktion pure Kraft und Elan demonstriert. Mal traurig, mal kraftvoll, mal Layne hinterhertrauend, mal anprangernd, stets können die geschwungenen, aber nie überladenen Textzeilen überzeugen, besonders in Lesson learned. Der Mann neben Jerry, der diese Zeilen an den Mann bringt, also William DuVall, macht seine Sache indes recht gut. Natürlich ist er kein Layne Staley und lässt dessen pure Kraft (in seinen besseren Tagen) und Wut vermissen. William sticht also nicht herauß. Nein, er fügt sich eher ein. Und das macht er ganz hervorragend, könnte man bei den gewohnten zweistimmigen Gesängen sogar manchmal Layne vermuten. Und wenn er dann mal eigenhändig drauflos singt wie in Last of my Kind bringt er Emotionen und kraftvolle Gesangslinien souverän herüber, während unaufhörlich die Gitarren brettern und im Midtempo Lavafälle imitieren. Und die Wut, Kraft, Elan, Spannung etc. wird im Refrain übertragen, bevor Jerry kurz rasant solieren darf.

Akustische Referenzen gibt es auch wieder, so in When the Sun rose again und Your Decision. Letzteres erinnert in Akkordfolgen und gitarristischen Einwürfen etwas an Nutshell, ohne natürlich dessen Klasse zu erreichen. Eingebettet in diese Lieder ist das sieben Minuten brutal vor sich hin wütende A Looking in View. Fans kommen bei diesem Lied voll an ihre Kosten und fühlen sich wahrscheinlich vollständig in Dirt-Zeiten zurück versetzt.

Jedoch kann die Qualität nicht gehalten werden. Zwar spielt Jerry extrem gefühlvolle Soli auf Private Hell und versucht mit plötzlichen Riff-Explosionen in Acid Bubble scharfen Kontraste zu setzen, jedoch vermischen sich die Lieder in der zweiten Hälfte wieder zu einer einzigen zwar energischen, aber doch zähen Masse. Hört sich schlimm an, aber dieses Problem, oder besser: diesen unverkennbaren Stil hatten bereits die alten Klassiker-Alben der Band. Kontraste und Auffälligkeiten setzt jedenfalls der Closer Black gives Way to Blue, welcher eine wunderschön ruhige, Klavier-begleitete (Wer hat da Elton John gerufen?) Ode an Layne darstellt.

Fazit: Black gives Way to Blue schafft es direkt an Dirt anzuknüpfen, ohne dieses zu erreichen. Aber allzu sehr protzen muss diese Platte auch gar nicht. Lang erwarteter Nachschub an sehr gutem Material dürfte jedem Fan reichen.
Wertung: ****
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am 2. November 2010
Wenn die Stimme einer Band stirbt, dann ist meistens auch der Erfolg bedroht, das Ende der Band vorbestimmt.

Als Layne Staley im April 2002 starb schien es, als sei sein Tod nur die letzte Konsequenz des Niedergangs von Alice in Chains, die zu diesem Zeitpunkt bereits fast komplett von der Bildfläche verschwunden waren.
Drei Jahre später jedoch kehrte neues Leben in die Reihen der verbliebenen Bandmitglieder zurück. Man spielte mehrere Konzerte mit verschiedenen Gastsängern, und es sollte Willem duVall (ex Comes with the fall) sein, der letztlich Alice in Chains als festes Mitglied wieder komplettieren und das drohende Aus verhindern sollte.

Im September 2009 erschien dann "Black gives way to blue", und spätestens nach dem Hören des ersten Song stand fest: Alice in Chains sind zurück. Nicht besiegt, nicht einmal verwundet, sondern stärker und präsenter als je zuvor. Dieses Album war und ist mehr als nur ein Lebenszeichen nach langem Siechtum, es ist eine Explosion an Vitalität und Leben. Ohne Zweifel immer noch getränkt von AiC typischer Melancholie, unverwechselbar und einzigartig, aber weit entfernt vom Todeshauch und langsamen Siechtum das Layne Stayles eigener Untergang dem Sound und der Inspiration der Band in den letzten Jahren vor seinem Tod hatte angedeihen lassen. "Black gives way to blue" ist in vieler Hinsicht ein Goodbye für Layne Staley, das dankbare Abschließen mit dem Mann, der immer die Stimme der Band war und dessen innerer Kampf beim Wandeln am Abgrund des Drogensumpfes ein gutes Stück der Identität der Band ausgemacht hat. Layne lebt in der Musik dieser Band weiter, auch das macht dieses Album unmißverständlich klar, ebenso wie es keinen Zweifel daran gibt daß hier Ausnahmemusiker am Werke sind die mehr als nur großartige Rocksongs schreiben. Die Authentizität der Band hat nicht im Geringsten gelitten, auch duVall kein zweiter Layne Staley ist, so passt seine Stimme so verblüffend gut zum Sound der Band, daß man sich keinen besseren Nachfolger hätte wünschen können.
Und wer wie ich einem der ersten Liveauftritte nach Erscheinen des Albums hat beiwohnen dürfen (ich durfte in München dabei sein), dem sollte aufgefallen sein daß die neue Mischung nicht nur im Studio funktioniert. Gleichsam musste bemerkt werden, daß auch die Fans die Band nicht vergessen haben. So voll war die Theaterfabrik selten, und Hunderte sangen die alten wie die neuen Songs auf vollem Halse mit, als wäre das letzte Lebenszeichen nur Monate und nicht 8 lange Jahre her.
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am 3. Oktober 2009
Man hat schon nicht mehr daran geglaubt. Selbst zu Layne Staleys mit Drogen angereicherten Lebzeiten sah es danach aus, als würde man nie wieder neue Alice In Chains Songs zu hören bekommen. Nach dem Tode Staleys rechnete nun wirklich niemand mehr damit. Doch vor einigen Jahren war ich selbst Gast bei einem Auftritt der Band mit einem gewissen William DuVall am Mikro. Eine tolle Show, mit James Hetfield als Gast-Gitarrist, und ein neues Album war plötzlich gar nicht mehr so abwegig. Und, verdammt, hier ist es! Unverkennbar, eindeutig und unvergleichlich Alice In Chains! Gewiß, eine Platte wie "Dirt" schreibt eine Band nur einmal. Doch bereits der erste Song "All Secrets Known" läßt die 14 Jahre seit dem letzten Album vergessen und man kann sich mühelos der Musik der Seattle-Veteranen hingeben, "Rooster" scheint erst gestern auf MTV gelaufen zu sein. Hohe Erwartungen werden mit Leichtigkeit erfüllt, die weit oben befestigte Meßlatte wird locker übersprungen. Düster, balladesk, schleppend, melancholisch, mit subtiler Härte schallen die 11 Songs aus den Lautsprechern, getragen von Jerry Cantrells einzigartigem Gitarrenspiel. William DuVall integriert sich musikalisch so gut in die Band, dass es eine wahre Freude ist. Dazu immer wieder die Zweitstimme von Jerry Cantrell, die nicht zuletzt für den typischen Alice In Chains Sound sorgt. Die Produktion ist erstklassig, wie ich immer wieder feststellen muß, wenn sich das Epi-Zentrum erneut in meinem Wohnzimmer befindet. Auch ruhige Songs, wie man sie zum Beispiel von der EP "SAP" kennt, weil sie einfach zu Alice In Chains gehören, findet man auf der aktuellen Scheibe, "Your Decision" und "When The Sun Rose Again" mit Namen. Layne Staley ist nicht vergessen, Alice In Chains widmen ihm den letzten Song, den Titelsong. Es versteht sich, dass dies kein lustiges Stück ist. Das Piano wurde interessanterweise von keinem geringeren als Sir Elton John eingespielt.
Auch wenn der Fan aus verständlichen Gründen, mehr als lange warten und bangen mußte: Es hat sich gelohnt! "Black Gives Way To Blues" begeistert mich wie es schon lange kein Album mehr geschafft hat. Ich höre die Songs in Konzertlautstärke und sitze dabei entspannt auf der Couch, das Booklet in der Hand um die Texte nachzuvollziehen. Hier kann ich nicht anders und spreche eine dringende Kaufempfehlung aus.
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am 2. Oktober 2009
Wer hätte das gedacht? ALICE IN CHAINS, eine der unverwechselbarsten, innovativsten und hypnotischten Bands der geheiligten 90er Musikjahre veröffentlichen 7 Jahre nach dem tragischen, einsamen Drogentod ihres begnadeten Sängers Layne Staley das Album "BLACK GIVES WAY TO BLUE" mit neuem Sänger.
Voller Vorfreude und Neugierde und gleich am Veröffentlichungstermin kaufte ich mir "BGWTB", stellt für mich das 92er Opus "DIRT" doch eines der drei besten Alben der gesamten 90er Jahre dar und auch das übrige Material, angefangen von dem 91er Album "FACELIFT", über die EP's "SAP" und "JAR OF FLIES" und der letzten, selbstbetilten Studioveröffentlichung sind durchweg hochklassig und einzigartig.
"BGWTB" beginnt wie ein Schlag in die Magengrube am frühen Morgen. Stomach hurts and I don't care! Bleischwere, wuchtige Gitarrenbretter, eingebettet in einen fetten, druckvollen Sound und dem bekannten zweistimmigen Gesang dominieren die drei ersten Songs des Albums, bevor es mit "Your decision" etwas ruhiger und melodischer, jedoch aber nicht minder eindrucksvoll weitergeht.
Diese Grundausrichtung zieht sich dann auch durch die gesamte CD wie ein roter Faden hindurch: Hammerharte Riffs bestimmen die sehr atmosphärischen und psychedlisch angehauchten, teilweise auch durchaus sperrigen Mid-Tempo Songs der CD, deren Vergleich mit den alten Black Sabbath durchaus nicht hinkt. Manchmal glaube ich auch ein wenig "Tool", "A Perfect Circle" und sogar "Soundgarden" Einflüsse herauszuhören.
Zwischendurch gibts dann immer wieder ruhige und sehr gefühlvolle Songs zu hören, welche immer einen deutlichen Kontrast zu den Vorgängersongs bilden und ein ums andere Mal durch wirkliche Gänsehautatmosphäre und hervorragend plazierte Soli zu überzeugen wissen.
Textlich gehts dabei wieder etwas positiver und optimistischer zur Sache, die Zeit der großen Depression scheint überwunden und auch der neue Sänger weis gesanglich durchaus zu überzeugen, ohne jedoch so zu brillieren wie ein gewisser Herr Staley.
Absoluter Höhepunkt ist für mich dabei das fantastische "Private Hell", bei dem dann auch zum ersten Mal wirkliche Erinnerungen an "DIRT" wach werden und obwohl ich bestimmt niemand bin, der neue Musik einer Band immer wieder mit alten Sachen vergleicht, sei folgende Anmerkung doch erlaubt:
Die songwriterische und gesangliche Klasse von "DIRT" wird auf "BGWTB" nicht erreicht.
Dies ist aber mit Sicherheit auch gar nicht nötig, um "BGWTB" zu einer wirklich erstklassigen, einzigartigen und absolut eigenständigen Scheibe werden zu lassen, die auch viele jüngere Fans Musik härterer Gangart ansprechen dürfte.
Verglichen mit den oft so hochgelobten Veröffentlichungen jüngerer Bands sind volle 5 Sterne daher nur folgerichtig und keineswegs zu hoch gegriffen.
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am 22. Oktober 2009
Was soll man zu dieser Scheibe noch sagen?! Unglaublich!!!!!
Ich habe die Grunge-Zeit voll mitgelebt. Meine absoluten Helden waren damals (und sind es auch heute noch)Alice in Chains, Pearl Jam und Nirvana. Der Gesang von Eddy Vedder, Kurt Cobain und Laney Staley waren bzw. sind unvergessen. Deshalb war für mich damals klar, daß es ohne Laney Staley kein Alice in Chains mehr geben wird. Da hatte ich mich wohl sehr getäuscht. Ich wollte mir die Scheibe gar nicht anhören, als ich hörte dass alice in Chains ne neue Scheibe rausgebracht hat. Mit neuem Sänger. Bis zu dem Tag als ich bei nem Freund saß und der die Scheibe reingelegt hat.
Ich war mit offenem Mund da gesessen und hab Gänsehaut bekommen. Mir ham die Worte gefehlt. Ich glaub "All secrets known" hab ich mir an diesem Tag 40x angehört und mir echt gedacht, dass das kein neuer Sänger sein kann. Is aber so und William DuVall passt perfekt!! Auch die restlichen Songs sind einfach nur geil. Geiles Grunge-Flair und back in time!!!
Natürlich werden Songs wie "Dirt", "Rooster" usw. nicht erreicht, aber wie die erste Zeile in "All secrets known" schon sagt "a new beginning"!!!!!!...und das ist vollkommen geglückt!!!
Wenn die Formation um Jerry Cantrell so bestehen bleibt, freu ich mich schon aufs nächste Album!!!!

VON MIR ABSOLUTE KAUFEMPFEHLUNG !!!!!!!!!!!!!!!
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am 22. September 2009
Ganze 14 Jahre nach dem letzten Studioalbum und 7 Jahre nach Layne Staleys Tod kehren Alice In Chains zurück. Als die Meldung durchsickerte, dass die Band an einem neuen Album arbeite, gab es wohl nicht wenige die sich die Frage stellten, wie man den Verlust eines derart charismatischen und stilistisch einzigartigen Sängers kompensieren soll.
William DuVall heißt der neue Mann am Mikro. Wer die Band diesen Sommer live erlebte, durfte durchaus überrascht gewesen sein, wie gut sich DuVall in die Band einfügt und wie sicher und kraftvoll er die alten Songs interpretiert. Zudem ist seine Stimme gar nicht weit von der seines Vorgängers entfernt. Gute Voraussetzungen also für das neue Album.

Dieses beginnt düster, melancholisch, atmosphärisch. Typisch Alice In Chains eben. Gesanglich dominiert zunächst Gitarrist /Hauptsongschreiber Jerry Cantrell. Der Text handelt von Neubeginn und unwiederbringlicher Vergangenheit. Mit 'Check My Brain' wird's dann deutlich rockiger und eingängiger. Fast fühlt man sich an das Debütalbum 'Facelift' erinnert. 'Last Of My Kind' ist der erste von DuVall dominierte Song. Ein kantiger Rocker, auf dem er weniger nach Staley, dafür eher wie Scott Weiland in Bestform klingt. Spätestens hier sollten alle Vorbehalte ausgeräumt sein.

'Black Gives Way To Blue' ist kein zweites 'Dirt' geworden. Das durfte man auch nicht erwarten, da dieser Klassiker vor allem von seiner depressiven und morbiden Stimmung lebt, welche hauptsächlich in Staleys Drogensucht begründet war. Das neue Album verbindet dennoch alles wofür man Alice In Chains schätzt. Intensive, düstere, bleischwere Songs mit schönen mehrstimmigen Gesängen, ein paar eingängige rockige Stücke und auch drei Balladen sind vertreten. Dabei ist das Album nie nostalgische Rückschau, sondern erstklassige moderne Rockmusik, die auch ein Jahrzehnt später fasziniert. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht, dass die Stimmen häufig stark verwoben sind und DuVall eher selten die Chance für echten Leadgesang bekommt. Textlich geht es nicht mehr so düster zu wie zuvor. Viele der Songs verbreiten eher eine hoffungsvolle als eine beklemmende Atmosphäre. Die Band scheint mit sich und der Vergangenheit im Reinen zu sein. Der ruhige von Cantrell vorgetragene Titelsong bildet den feierlichen Abschluss und ist gleichzeitig Abschied vom verstorbenen Freund.

'Black Gives Way To Blue' ist ein Comeback Album, das diese Bezeichnung auch verdient. Dabei wirkt es in sich geschlossener als das sperrige selbstbetitelte Album und die beiden, stilistisch ähnlichen Soloalben von Cantrell. Alice In Chains haben gut daran getan die Vergangenheit ruhen zu lassen und einen Neuanfang zu suchen. Es wäre schade, wenn solch gute Songs niemals den Hörer erreicht hätten.
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