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Die franko-kanadische Krankenschwester Hana (Juliette Binoche) ist in der Endphase des zweiten Weltkrieges in einem norditalienischen Militärlazarett tätig. Eines Tages wird ein nicht identifizierter "englischer Patient"(Ralph Fiennes) mit schweren Verbrennungen von einem Flugzeugabsturz eingeliefert. Da der Kranke nicht verlegungsfähig ist, richtet sich Hana mit ihm in einem verlassenen Kloster ein. Der Todgeweihte erholt sich langsam und beginnt sich an seine Vergangenheit zu erinnern: Als ungarischer Graf Laszlo Almásy hatte er zu Beginn des zweiten Weltkrieges in Kairo eine Affäre mit einer verheirateten Frau. Der mittlerweile im Kloster wohnende undurchsichtige David Caravaggio (Willem Dafoe) will Almásy hingegen als deutschen Spion überführen ...

Der 1992 erschienene Roman von Michael Ondaatje (*1943) beruht auf historischen Tatsachen und wurde vom Autor selbst für den Film bearbeitet, wobei er die Handlung deutlich straffte. Regisseur Anthony Minghella (1954-2008) musste lange nach einem risikofreudigen Produzenten für das aufwändige Projekt (Produktionskosten 27 Millionen US-Dollar) suchen. Es entstand ein ergreifendes bildgewaltiges Epos über Liebe, Krieg und Tod. Die einfühlsame Musik von Gabriel Yared trug deutlich zur Wirkung bei. THE ENGLISH PATIENT wurde1997 in 12 Kategorien für den Oscar nominiert und gewann überraschend 9 Academy Awards.

Die Blu-ray von STUDIOCANAL präsentiert den Film in hervorragender Bild- und Tonqualität und enthält zusätzlich eine Hörfilmfassung für Sehbehinderte, die direkt nach Start aktivierter ist. Optional sind deutsche Untertitel verfügbar. Die Extras haben eine Gesamtlaufzeit von über 5 Stunden und beinhalten Beiträge über den Romanautor Michael Ondaatje, Gespräche mit Regisseur, Produzent, Cutter sowie ein ausführliches Making of zwei weitere Dokumentationen über Hintergründe. Englischsprachige Beiträge verfügen jeweils über optionale deutsche Untertitel. Zusätzlich stehen zwei englischsprachige Audiokommentare zur Verfügung. Für den Film sind deutsche Untertitel (auch für HG) vorhanden. Das dünne Digipak ist leider mit einem festen FSK-Logo bedruckt.

Eine umfassend ausgestattete Blu-ray in sehr guter Bildqualität, die in keiner anspruchsvoller sortierten Sammlung fehlen sollte!
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am 18. Mai 2008
"Der Englische Patient" ist eine epische wie romantische und dramatische Romanverfilmung aus dem Jahr 1996, seinerzeit mit ganzen 9 Oscars bedacht, darunter auch der für "bester Film". Ralph Fiennes, Kristen Scott Thomas, Juliette Binoche, Willem Dafoe, Colin Firth und Jürgen Prochnow glänzen in diesem mitreissenden und handlungsmässig verschachtelten Mix aus Love-Story und Kriegs-Drama. Regisseur Anthony Minghella, der dieses Jahr leider plötzlich und unerwartet starb, adaptierte Michael Ondaatje's Bestseller-Roman sehr gekonnt und als eigenständiges Werk.

Nach etwa neun Jahren seit der Erst-VÖ des Films auf DVD, erscheint er nun in der hochwertigen "Arthaus Premium" Reihe.
Die Defizite der alten Auflagen waren vielfältig : matschiges Bild, kraftloser Ton, lachhafte Extras.. Sie sind aber nun gottseidank behoben worden! Die neue DVD Version wird nun endlich diesem filmischen Kunstwerk gerecht..
Dank dem neuen Bildtranfer kommen die wunderschönen Bilder viel besser zur Geltung. Bei den alten Ufa-BMG DVDs waren die Bilder durchzogen von Nachzieheffekten und Unschärfen. In der neuen Version treten nun viel mehr Details zum Vorschein, eine andere, bessere und kräftigere Farbgebung fällt ins Auge. Insgesamt wirkt das Bild vor Allem viel ruhiger und auch der Bildausschnitt ist größer.
Der Ton wirkt jetzt viel druckvoller, pointierter, räumlicher und bringt satte Bässe in den richtigen Stellen mit ein.
Die Extras umfassen ganze 5 Stunden. Hinzu kommen noch Audiokommentare und ein 24-seitiges Booklet.

Das Making-Of der Alt-DVDs lief übrigens nur knapp 7 Minuten, ging dann in ein unkommentiertes B-Roll über, welches knapp 8 Minuten dauerte. Auch deutsche UT hierfür suchte man vergebens.. und nach einer Fotogalerie und einigen Trailern ging Ihr schon extramässig die Luft aus. Und so Etwas durfte sich damals "Deluxe Widescreen Edition" nennen..

Die Extras der 3-Disc Arthaus Premium sehen so aus:
- Trügerischer Sand - Auf der Spur des englischen Patienten (50 Min.)
- Verschollen im Meer der Trockenheit - Die Wüste des englischen Patienten (45 Min.)
- Making-Of (53 Min)
- Im Gespräch mit den Filmemachern (86 Min)
- Über den Romanautor Michael Ondaatje (22Min.)
- Hörfilmfassung für Sehbehinderte
- Deleted Scenes mit Erläuterungen von Regisseur Anthony Minghella (20 Min)
- Audiokommentare mit den Filmemachern
- 24-seitoges Booklet zum Film

Sprachen : Deutsch und Englisch (5.1)
Bildformat : 1,85:1 (anamorph)
Laufzeit Hauptfilm : 155 Min.

Fazit: Toller Film - Klasse Edition - Tolle Aufmachung.
So sollte eine Special Edition aussehen..
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am 1. Januar 2010
Endlich ist wieder ein gefühlvoller Film auf Blu-ray Disc erschienen. Zwei Handlungsstränge, aus denen sich schicksalgebeutelte Personen kurz begegnen und die Geschichte des mysteriösen titelgebenden "englischen Patienten" beim Lesen dessen Tagebuches reflektieren. Wer schon Leidenschaftlich "..mit dem Wolf getanzt hat" und auch an Jane Campion's "Piano" Geschmack fand, findet hier wieder bildgewaltiges, emotionales, großes Kino.

In Zeiten von Special-Editionen, Steelbox und Wende-Covern macht die dünne, fleck-empfindliche Pappumhüllung(mit Plasikinnenteil)der Disc wirklich nicht viel her.
Die im Regal platzsparende Disc bietet dafür über 5.Stunden zahlreiche Extras wie: BD-Live, Making of., Audiokommentare, Deleted Scenes, Hörfilmfassung &&&

Das engl./dt. DTS-HD Audio ist gut, wenn auch Filmbedingt nicht sehr Effekthaltig.
Nun zum Bild, trotz 1080/24P schwächelt das Bild etwas an Schärfe, was dem Gesamteindruck leider trübt.
Ebenfalls stören nach dem Einlegen der Disc das Bombardement von vielen aufdringlichen Fremd-Trailern, einem veralteten Relikt aus vergangenen DVD-Zeiten. Hier wünscht man ARTHAUS, sich auch den Gepflogenheiten der großen Filmstudios und deren Umsetzung auf Blu-ray anzupassen..
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am 16. November 2010
Die tragisch endende Liebesgeschichte zwischen dem Grafen László Almásy und Lady Katharine Clifton, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Michael Ondaatje, wurde für diese Blu-Ray neu bearbeitet, und erstrahlt jetzt in neuem Glanz.

Die Bildqualität ist für einen Film diese Alters optimal. Für mich nicht all zu weit vom Referenzniveau entfernt.
Gegenüber der DVD lässt sich eine deutliche Verbesserung feststellen. Besonders die Schwarzwerte haben es mir jetzt angetan.
(--> siehe hierzu auch meine Anmerkungen zu den auf der Blu-Ray befindlichen Extras.)
Am HD Ton gibt es meiner Meinung nach nichts auszusetzen.

Da ich mir Filme zur Auffrischung und Verbesserung meines Englisch ganz gerne auch Mal im Original ansehe, stört es mich zuletzt dann doch, dass es keine englischen Untertitel gibt.
Dies war mir zwar zuvor schon bekannt, dass die Unterschiede zwischen englischen Texten und deutschen Untertiteln (und auch dem deutschen Text) inhaltlich dann so krass ausfallen, konnte ich natürlich nicht wissen.
Zum Glück sind alle Darsteller im englischen Originalton leicht verständlich.

Hierzu ein einfaches Beispiel ab Spielfilmlänge 2:32.25.

Im englischen Ton heißt es dort: 'I want all these marks on my body.'
Im deutschen Ton wird daraus: 'Ich möchte von all den Spuren auf meinem Körper.'
Die deutschen Untertitel zum Vergleich: 'Dies alles soll auf meinem Körper gezeichnet sein.'

So etwas nenne ich, gelinde gesagt, nicht ganz so gut gelungen.

Wenn ich mich richtig entsinne, dann steht im Roman von Michael Ondaatje ungefähr der folgende Text: 'Ich möchte von all den Spuren auf meinem Körper, keine einzige missen.'
Genau so muss mein Gehirn den Text wohl zuvor immer ergänzt haben. Anders kann ich mir nicht erklären, dass mir dies zuvor im Kino und auf der DVD nie aufgefallen ist.

Apropos Roman: Ich kann den Roman guten Gewissens jedem ans Herz legen. Die Handlung dort ist viel komplexer und vielschichtiger, als es die Handlung des Filmes ist. So ist Lt. Kip Singh dort z.B. einer der Hauptcharaktere, und die Tragik der Beziehung zwischen ihm und Hana ist ähnlich groß angelegt, wie die zwischen László Almásy und Katharine Clifton. So hat mir der Roman auch noch ein Mal besser gefallen als der Film.

Dieser Blu-Ray sind im Gegensatz zu meiner alten DVD Extras beigelegt, die diesen Namen auch verdienen.
Dadurch sieht mann/frau dann auch im 'Making Of', dass der Film, wie dies auch im Abspann des Filmes zu lesen ist, mit Panavision Kameras und Linsen gedreht wurde.
So sind alle dort gezeigten Szenen, die am Ende dann nicht für den fertigen Film verwendet wurden, im originalen Kinoformat von rund 21:9 zu sehen.
Diese Szenen werden allerdings in keiner guten Qualität präsentiert. Vielleicht wurde das Filmmaterial ja nicht besonders gut gelagert.
Dies würde dann nicht nur die kleinen Schwächen bei der Bildqualität der Blu-Ray erklären, sondern würde auch die Wahrscheinlichkeit mindern, dass dieser wunderschöne Film irgendwann ein Mal auch zu Hause im richtigen Seitenverhältnis erstrahlen darf.

Noch ein Hinweis an ARTHAUS.
Es macht keinen Spaß, wenn man als Käufer einer Blu-Ray nach dem Starten der Disk, als allererstes mit Raubkopierer- und sonstigen rechtlichen Hinweisen genervt wird, die man nicht umgehen kann, und danach dann auch noch jede Menge Trailer aufgedrückt bekommt, die man dann auch noch jeden einzeln 'vor skippen' muss, wenn man diese nicht sehen will.

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So schaue ich mir meine Filme an:

TV: Panasonic Viera TX-P42S10E (Intelligent Frame Creation --> Aus)
BDP: Panasonic DMP BD 60
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am 26. Dezember 2002
Ja, auch mich als Mann hat der Film fasziniert! Der Film ist keineswegs langatmig (wie oft behauptet); es ist vielmehr eine genaue und detailreiche Erzählkunst, die dieses Meisterwerk auszeichnet. Ein Merkmal, das den meisten Filmproduktionen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit verloren gegangen ist. Der Film erscheint dadurch fremdartig und exotisch. Man wird förmlich in eine frühere Zeit katapultiert, da man als Zuschauer emotional mitgerissen wird. Dies wird herbeigeführt einerseits durch die tragische Liebesgeschichte und andererseits durch die geradezu verliebte Hingabe des Regisseurs in ein Sujet: die romantische Überzeichnung des Orients, der Wüste.
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am 30. April 2009
Mein Lieblingsfilm mit Ralph Fiennes. Er schlüpft in die Rolle des ungarischen Grafen, wie andere in eine 2. Haut. Der Film zeigt uns eine Gruppe Abenteurer vor dem 2. Weltkrieg, deren Ziel es ist die südostafrikanische Wüste zu erforschen und zu katographieren. Sie intressieren sich nicht sonderlich für die politische Weltlage, solange Gelder für ihre Expeditionen fließen. Zu dieser Zeit verliebt sich der Ungar in eine verheiratete Frau. Beide beginnen eine leidenschaftliche Affaire. Dann erreicht der 2. Weltkrieg auch Kairo, die Expeditionen werden abgebrochen. Der gehörnte Ehemann deckt die Affaire auf und das Unglück nimmt seinen Lauf. So kommt es, daß aus einem ungarischen Piloten ein englischer Patient wird. Er wird schwer verletzt durch Italien transportiert, bis eine Krankenschwester sich kurz vor Kriegsende mit ihm in einer alten Kirche niederläßt um ihm weitere Strapazen zu ersparen. Die Geschichte wird mit vielen Rückblenden erzählt und erhält durch die Erinnerungen des Grafen eine sehr emotionale Tiefe. Die Zeitsprünge verwirren keinewegs, sondern helfen eher sich ganz auf das Geschehen zu konzentrieren. Nebenbei wird gefühlvoll die Geschichte der Krankenschwester Hannah erzählt und läßt einen auch Dank ihrer Leichtigkeit fast mühelos zwischen den Zeiten hin und her gleiten. Fazit: Ein gefühlvoller Einblick in das Leben und Lieben einiger Menschen zur Zeit des 2.Weltkriegs. Knallharte Zusammenfassung für die heutige Zeit: Betrogener Ehemann tötet Ehefrau, Liebhaber und sich selbst.
Meine persönliche Bewertung: Der "schönste", traurigste Liebesfilm, den ich je gesehen habe. Taschentücher und starke Schulter erwünscht, aber kein "Frauenfilm" an sich.
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am 4. Juni 2005
Als ich den "Englischen Patienten" im Kino gesehen habe, war ich völlig begeistert. Leider gehört der Film nicht zu jenen, die mit jedem mal schauen besser werden. Es ist eher so, dass mit etwas mehr Abstand betrachtet doch sowohl die großen Stärken als auch die wenigen, aber deutlichen Schwächen zu Tage treten.
Zu den Stärken gehört ohne Zweifel die fast perfekte Verbindung von Musik und Fotografie sowie die große Ausstattung. Es ist eben doch noch ein qualitativer Unterschied, ob man mit einer ganzen Filmcrew monatelang durch Italien und Nordafrika stapft oder ob drei Computerfuzzis die Arbeit mal eben am Rechner erledigen. Der Soundtrack von Gabriel Yared ist für mich der eigentlich Star des Films. Nichts gegen James Horner, Ennio Morricone und John Williams, aber es ist doch ganz angenehm, mal wieder neue, unverbrauchte Töne zu hören.
Zu einer der Schwächen würde ich zählen, dass der Film an manchen Stellen zu pseudo-literarisch daherkommt. Dialoge wie der von Kristin Scott Thomas und Ralph Fiennes über Adjektive (beim ersten Aufeinandertreffen der beiden) mögen im Buch funktionieren, im Film wirken sie irgendwie wie ein Fremdkörper.
An der Leistung von Ralph Fiennes scheiden sich die Geister. Meiner Meinung nach war zumindest die Oscar-Nominierung nicht verdient; der Charakter zerfällt in zu viele verscheidene Teile, die jeder für sich gut gespielt sind, die aber nicht so recht zusammen passen. Man nimmt es diesem Wüsten-Waldschrat Almàsy zum Beispiel nicht ab, dass er angeblich immerzu vor sich hin singt (was wir bis auf eine kurze Szene am Ende auch nie gezeigt, sondern nur gesagt bekommen). Man hätte für diese Rolle besser einen Schauspieler gewählt, der mehr Lebenslust versprüht als der etwas hölzerne Ralph Fiennes.
Der aus meiner Sicht größte Kritikpunkt ist das Deutschenbild. Im Buch streift Almàsy mit seinem verrottenen Flugzeug eine Palme und stürzt deshalb ab. Im Film sind es, warum auch immer, die typischen "hässlichen Deutschen", die Almásy heimtückisch vom Himmel schießen. Bei Caravaggio ist es ähnlich: Im Buch schneidet ihm, wenn ich mich recht erinnere, ein Italiener die Daumen ab, im Film ist es ein deutscher Nazi-Offizier. Natürlich kann man hier die Deutschen nehmen (Folterknechte hat es unter den Nazis ja genügend gegeben), aber im Buch steht es nun mal anders. Warum hat man das geändert? Zur dramaturgischen Geschmacksverstärkung? Es ist auf jeden Fall ziemlich enttäuschend, wenn ausgerechnet ein Film, der ja gerade ausdrücklich jedes Schubladendenken kritisiert, seine eigene literarische Vorlage auf so klischeehafte Art abändert.
Insgesamt mag ich den Film aber wirklich sehr, und bei den kleinen Schwächen darf man auch nicht vergessen, unter welch schwierigen Bedingungen er entstanden ist - die Produktionsfirma hat Minghella mit der ganzen Mannschaft in der Mitte des Films mehr oder weniger einfach in Italien sitzen lassen, bevor Miramax einstieg.
Eins muss man Minghella vor allem hoch anrechnen: in der Zeit, in der der "Englische Patient" entand, verlangte das Publikum nach nicht anderem als nach Computertrick-Action-Müll und Teenie-Horror-Movies. Minghella hatte den Mut zu einem "erwachsenen" Melodram mit Szenen vor großer Kulisse, die zu keiner Zeit kitschig wirken. Dass sich so viel künstlerisches Selbstbewusstsein so auszahlte, dürfte auch viele gleichgesinnte Regisseure ermutigt haben, einen ähnlichen Weg zu beschreiten.
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am 4. Juni 2016
Während in Italien der Zweite Weltkrieg tobt, pflegt die kanadische Krankenschwester Hana die Verwundeten der letzten Offensiven. Doch als die Alliierten entscheiden, das Lager abzubrechen und weiter zu ziehen, entschließt sich Hana zurückzubleiben, um sich um einen schwer verwundeten, transportunfähigen Patienten zu kümmern. Dieser ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sein ganzer Körper ist eingehüllt mit Bandagen, und selbst an seinen Namen kann oder will er sich nicht mehr erinnern. Dieser erzählt Episoden seines abenteuerlichen Lebens und von seiner großen, tragischen Liebe - daher die vielen Rückblenden, die den Film auszeichnen. Während sich die Kampfhandlungen immer weiter entfernen, entspinnt sich hier in der stillen Villa zwischen vier Protagonisten eine wechselhafte Beziehung zwischen Verdächtigung und Verlangen, zwischen Hass und Liebe
Ein nicht umsonst mit neun Oscars ausgezeichnetes, opulentes Melodram mit einer exzellenten Fotografie. Der Film beinhaltet fast alles, was großes Erzählkino haben sollte: eine Story um Liebe, Verrat und Eifersucht, eine wunderbare Naturkulisse und exzellente Darsteller.
Ein Film, der dem zuschauer zwischendurch auch etwas Luft läßt, um die Bilder und den emotional sehr anspruchsvollen Inhalt des Filmes zu verdauen.
Wer hier einen Kriegsfilm mit Aktion und Gemetzel erwartet, liegt falsch. Es handelt sich aber auch keineswegs um eine Schmachtschmunzette!
Ein Film, den man einfach gesehen haben muß!
Sehr zu empfehlen!
Darsteller: Juliette Binoche, Ralph Fiennes, Willem Dafoe, Naveen Andrews, Kristin Scott Thomas
Spieldauer: 155 Minuten
Regisseur: Anthony Minghella
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am 10. Oktober 2004
Italien 1944: die kanadische Krankenschwester Hana lässt sich mit ihrem schwer verbrannten und an Amnesie leidenden, Patienten in eine alte Klosterruine nieder, um ihn in Ruhe sterben zu lassen. Nach und nach vermag sich der Patient (Graf Almásy) wieder zu erinnern und erzählt Hana von seiner leidenschaftlichen und tragisch endenden Liebe zu der verheirateten Katherine Clifton...
Dank eines erneuten miserablen Programmangebots im Fernsehen ließ ich mich äußerst skeptisch auf dieses hollywood-produzierte Liebesdrama ein. Obwohl meine Vorurteile teilweise von einigen kitschigen Szenen (z.B. als Kip Hana die Bilder in einer Kirche zeigt oder Amásy die verletzte Katherine in einem übergroßen wehenden weißen Gewand zu dramatischer Musik in eine Höhle trägt) bestätigt wurden, war ich zum Schluss des Films doch so tief bewegt und beeindruckt, dass ich mir schnellstens diese DVD besorgte, um noch einmal das Ganze, doch dieses Mal mit den Originalstimmen von Fiennes und Binoche, auf mich wirken zu lassen.
Die wahre Stärke des Filmes liegt in meinen Augen nicht unbedingt in der dramatischen Liebesgeschichte. Hollywood bedient sein Publikum jederzeit mit dergleichen Dingen. Vielmehr begeisterten mich die überzeugenden Schauspielkünste sämtlicher DarstellerInnen sowie die abenteuerlichen Lokalitäten wie die romantische Klosterruine, die faszinierenden Weiten der Sahara und die exotisch-orientalischen Atmosphäre der Basare.
Ferner zeichnet sich dieses Liebesdrama durch zahlreiche poetische wie wunderbare Wortspiele aus. Besonders angetan haben es mir dabei auch die Erotikszenen, die einmal völlig anders aber nicht minder sinnlich waren. Oder gab es schon einmal einen Film, in dem der Liebhaber seiner Geliebten das Kleid näht, das er zuvor beim Liebesakt zerrissen hat?
Die Extras für diesen Film sind hingegen mittelmäßiger Natur: kurze Bios von Fiennes, Binoche, Dafoe und Thomas, eine nichtsagende Photogalerie, eine Auflistung der gewonnenen Filmpreise sowie der deutsche und englische Trailer. Am meisten enttäuscht hat mich jedoch das Making-of von gerade einmal lächerlichen zehn Minuten, bei dem einfach zusammenhangs- und kommentarlos einzelne Drehszenen aneinandergereiht wurden sind. Gerade bei einem Film eines solchen Formates wäre es doch besonders interessant gewesen zu sehen, welchen Aufwand und Zeit beispielsweise das Herstellen der Maske des verbrannten Almásy kostete; wie lange die Dreharbeiten in der Wüste in Anspruch nahmen; über eventuelle Schwierigkeiten dort etc. Aber nichts dergleichen. Sehr schade.
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am 3. April 2016
Da bei Amazon DVD, Bluray und verschiedene Ausgaben wieder in einen Rezensententopf geworfen werden :Ich habe die Bluray >Special Edition< von ARTHOUSE geshen, mit umfangreichstem Bonus programm.

Selten fiel es mir so leicht, einen Film zu rezensieren. Wir sehen mit Vorgeschichte Juliette Binoche als wunderbare empathische und liebevolle Krankenschwester, die den "englischen Patienten", Graf Almasy aus Ungarn, in einem verlassenen italienischen Kloster ab Ende 1944 versorgt. Dieser war mit seinem wunderschönen Tiger Moth Doppeldecker über der Sahara abgeschossen worden, hatte ausgedehnte drittgradige Verbrennungen und einen Lungenschaden erlitten, der nicht wie die Haut vernarbt, sondern fortschreitet. Die Pflege und die kurze Liaison der Binoche mi einem Sikh-Major, der Bomben und Minen entschärft, sind eigentlich nur eine berührende Nebengeschichte, Hauptthema des fast 160 Minuten langen Filmes ist die stückweise, immer durch Ereignisse der Jetztzeit unterbrochene Rückerinnerung des Verbrannten an seine Zeit in Nordafrika mit anderen Geometern und der tragisch endenden Liebesgeschichte mit der erst seit einem Jahr verheirateten Katharine (Kristin Scott-Thomas).
Man mag mich als zu prosaisch empfinden, wenn ich den Film fast auf seine Schönheit reduziere, aber: Binoche ist eine zauberhafte wunderbar menschliche Krankenschwester, über die anderen Personen kann man unterschiedlichster Meinung. Letztendlich reduziert sich die Handlung doch auf das Fremdgehen der wunderschönen und eleganten Kristin Scott-Thomas, die ihren Ehemann betrügt, einfach eine Frau mit faszinierender Ausstrahlung ist, während andere austauschbar sind. Colin Firth als ihr Ehemann Geoffrey bleibt blass, und zumindestens ich habe nicht mitbekommen, ab wann er hinter die Beziehung seiner Frau gekommen ist, es wird nur gesagt, dass wohl schon länger. Woran sich außer der faszinierenden Ausstrahlung von Scott-Thomas die Liebe zwischen Ihr und dem Grafen entzündet, habe ich auch nicht erkennen können, und Ralph Fiennes blieb für mich (aber das sehen viele anders) genauso fehlbesetzt wie als älterer "Vorleser" von Kate Winslett, in dem wunderbaren Film hat David Kross viel mehr überzeugt.
Tja, und Jürgen Prochnow, es macht sich immer gut, wenn ein Deutscher einen Nazi spielt, bis auf Willem Dafoe ist der Rest Staffage.

Was macht den Film so schön?
Vor gut 30 Jahren durften ich und Kollegen eine gut 90 Minuten dauernde Diashow sehen, in der mit 2 Projektoren überblendend Dias gezeigt wurden, aufgenommen während eines 6wöchigen Trips eines Kollegen mit Eherfrau und befreundetem Paar mit Landrover, VW-Bus und gutem Kartenmaterial durch DIE SAHARA ! Unterlegt das ganze mit sanfter Hintergrundmusik und den nicht zu ausführlichen Erzählungen des Kollegen.
Und fast genau das gleiche Glücksgefühl bekam ich beim Sehen des Filmes, insbesondere der grandios abwechselnden Wüstenlandschaft mit welliger Sandwüste mit zauberhaften Mustern durch die Schatten der untergeghenden Sonne. Geröllwüste und Felsformationen. Im Gedächtnis bleiben die beindruckenden Bilder der "Höhle der Schwimmer", großartig gemacht der Beginn des Filmes, ein Pinsel zeichnet breite Linien auf grobkörniges Papier, bis sich gegen Ende das Bild eines schwimmenden Menschen in beeindruckend einfacher, aber wunderbar charakteristischer Weise abzeichnet, eine Zeichnung von Scott-Thomas für Fiennes. Dies, die Wüste, die Szene, in der Juliette Binoche vom Sikh an einem Tau hochgezogen wunderbare Fresken anleuchtet und ob deren Schönkeit glücklich lächelt, in geringerem Maße nach die faszinierende Atmosphäre von Städten in Nordafrika sind die Highlights des Filmes. und das traurige Schicksal des Grafen und seine Katharine bedauert man, weil es bei ihm grausames Leiden bedeutet, die Ehebrecherin wäre uns egal, wenn es nicht eine so wunderbare Darstellerin wie Scott-Thomas wäre und ihr Ende so tragisch.

Der Film lebt im wesentlichen von zwei wunderbaren Darstellerinnen, einer Krankenschwester und einer Ehebrecherin, vor allem aber von den vielleicht traumhaft schönsten Bildern, die man im Film je gesehen hat. Wer denkt da noch über moralische Aspekte nach?

Doc Halliday
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