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Le Nozze di Figaro
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TOP 500 REZENSENTam 22. September 2009
Diese Aufnahme von 1950 ist für mich bis heute die Wienerischste von allen - und das trotz eines kanadischen Grafen (London), einer preußischen Gräfin (Schwarzkopf), einer bayrischen Susanna (Seefried), eines kroatischen Cherubin (Jurinac), etc:

Alle diese Sänger, nicht zu vergessen der gebürtige Wiener Erich Kunz, gehörten nämlich dem legendären Mozartensemble der Wiener Staatsoper der Nachkriegszeit angehörten. Genau diese Besetzung hätte man an guten Tagen auch im Notquartier der ausgebombten Staatsoper, dem Theater an der Wien, hören können bzw. mit einem anderen Grafen (Fischer-Dieskau) auch bei den Salzburger Festspielen. Und das hört man: In kaum einer anderen Aufnahme ist das Ensemble so aufeinander eingespielt, hört man derart den Spaß am gemeinsamen Musizieren heraus.

Über die Gräfin der Schwarzkopf zu sprechen, erübrigt sich fast: Ihre Noblesse, ihre Trauer und ihre Eleganz waren der Maßstab für alle Nachfolgerinnen. Zudem klingt sie in dieser Aufnahme noch natürlicher als in der späteren - auch wunderbaren - Giulini-Einspielung.

Sena Jurinacs Cherubin ist die eigentliche Sensation dieser Aufnahme: So viel jugendliches Temperament bei gleichzeitig soviel Charme und Stimmschönheit habe ich nie mehr gehört. Sicher gibt es virtuosere (Bartoli), männlich herbere (v. Otter, Cossotto), elegantere (Mathis) Darstellungen, doch für mich war diese Aufnahme, in der ich diese wundervolle Stimme erstmals hören durfte, eine Offenbarung.

Erich Kunz ist ein sehr komödiantischer Figaro, weniger gefährlich oder erotisch als z. B. Cesare Siepi, entwickelt aber sehr viel Charme und Witz und passt zur übrigen Besetzung. Eine klassische "deutsche" Besetzung.

Irmgard Seefrieds Susanna ist Geschmackssache: Mir ist sie etwas zu burschikos und gewollt jugendlich, möchte pfiffig sein, statt ihre so schöne Sopranstimme frei strömen zu lassen - eine einfachere Darstellung wäre der Rolle besser bekommen. Stimmlich passt sie sehr gut zu den beiden anderen Frauen.

George London schließlich ist ein sehr herrischer, fast brutaler Graf, der trotzdem die nötige Anziehungskraft hat, um die Liebe der Gräfin verständlich zu machen - mir fehlt allenfalls etwas die Eleganz eines Dietrich Fischer-Dieskau, der Charme eines Thomas Hampson oder die Erotik des jungen Eberhard Waechter.

Das Orchester spielt gewohnt schwungvoll und Karajan begleitet adäquat, noch ohne seine späteren Mätzchen.

Warum also nur vier Sterne? Weil leider sämtliche Rezitative gestrichen worden sind, ebenso wie zwei Arien (Marzelline und Don Basilio im 4. Akt - das war damals allerdings üblich).

Insofern ist die Aufnahme eigentlich mehr ein sehr ausführlicher Querschnitt, als solcher allerdings sehr empfehlenswert. Als Gesamtaufnahme sollte man dann entweder auf die einige Jahre neuere Aufnahme unter Erich Kleiber (ebenfalls aus Wien mit dem unübertroffenen Cesare Siepi als Figaro), Giulinis "italienische" Aufnahme (mit Schwarzkopf, Waechter, Taddei, Moffo) oder die beiden neueren Aufnahmen unter Levine und Abbado zurückgreifen.
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