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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Merry Xmas, Onkel Bob!
Die gute Nachricht zuerst: Mr. Tambourine Man nimmt wieder Drogen! Die schlechte: Es sind die falschen!" So oder so ähnlich dürften die Kommentare geklungen haben, als die ersten Gerüchte im Internet zirkulierten, dass Bob Dylan (Ja, der Bob Dylan!) eine Platte mit Weihnachtsliedern veröffentlichen würde. So oder so ähnlich habe auch ich...
Veröffentlicht am 10. Oktober 2009 von Nick Charles

versus
29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigentlich keine Bewertung möglich.
Also, jemand meinte es gut mit mir und hat mir die CD geschenkt, weil ich sonst fast keine Weihnachts-CD zu Hause habe, eigentlich nur eine einzige, nämlich das Christmasalbum von Phil Spector als Bestandteil der 4-CD-Back-to-Mono-Box und das kann man ja nicht nicht mit ansehen und da ich sonst Dylan sehr gerne mag, dachte man, das wäre doch was. Nun ja, ist es...
Veröffentlicht am 15. Oktober 2009 von Rocker


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42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Merry Xmas, Onkel Bob!, 10. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die gute Nachricht zuerst: Mr. Tambourine Man nimmt wieder Drogen! Die schlechte: Es sind die falschen!" So oder so ähnlich dürften die Kommentare geklungen haben, als die ersten Gerüchte im Internet zirkulierten, dass Bob Dylan (Ja, der Bob Dylan!) eine Platte mit Weihnachtsliedern veröffentlichen würde. So oder so ähnlich habe auch ich gedacht, als ich davon las. Nun ist sie also da: Christmas In The Heart" - außen ein grauenhaft kitschiges Cover mit verschneiter Dorflandschaft, Pferdeschlitten, Kutscher und muffbewehrter Lady. Innen ein Pin-Up-Girl mit Santa-Mütze, rotweißem Mantel und pelzbesetzten Stiefelchen, das dem Betrachter die üppigen Brüste entgegen reckt. Columbia Christmas Recording" lese ich auf dem in festlichem Rot gehaltenen Silberling. Und dann? Here Comes Santa Claus, here comes Santa Claus" röchelt der alte Kannibalenhäuptling, und ein gar lieblicher Engelschor säuselt: Right down Santa Claus Lane". Ja, Onkel Bob nimmt wieder Drogen - aber diesmal sind es die richtigen. Um es kurz zu machen: Diese Platte ist ein Meisterwerk. Hätte Barbara Streisand die gleichen Songs im selben Arrangement aufgenommen, wäre das der ultimative Stimmungskiller unter dem Tannenbaum geworden. Verstaubter Mainstream bis zum Abwinken. Doch Onkel Bob ist nicht Barbara Streisand. (Die, falls Sie das nicht wissen sollten, ebenfalls der jüdischen Kultusgemeinde angehört und somit eigentlich keine Weihnachtslieder singen dürfte.) Dylan - und daran kann kein Zweifel bestehen! -, liebt diese Art von Musik. Wer das nicht glauben mag, sollte mal bei einer der um die hundert Folgen seiner Theme Time Radio Hour" reinhören. Er tut das, was man von einem Genie erwarten darf: Er tut das Unerwartete. Die ausgefeilten, ja, fast zuckersüßen Arrangements konterkariert er mit seiner Totengräber-Stimme und schafft es dergestalt, eine Hommage und gleichzeitig eine ironische und höchst unterhaltsame Dekonstruktion dieser zu Tode genudelten Standards abzuliefern. So wechseln Momente stiller Einkehr (Hark The Herald Angels Sing", The Christmas Blues", The Christmas Song") nahtlos mit Phasen augenzwinkernder Hintertriebenheit (Here Comes Santa Claus", Christmas Island"). Insgesamt handelt es sich um ein höchst homogenes Werk,. Dennoch erlaube ich mir, zwei persönliche Favoriten zu nennen: zum einen die herrlich überdrehte Polkaversion von Must Be Santa" - zweifelsohne die schnellste Nummer, die Dylan jemals abgeliefert hat. (So schnell, dass David Hidalgo an einer Stelle mit dem Akkordeon nicht mehr hinterher kommt! Ein kleiner, kostbarer Moment, der vom Produzenten Jack Frost (!) alias Dylan natürlich nicht korrigiert wurde!) Und zum anderen der ultimative Judy-Garland-Klassiker Have Yourself A Merry Little Christmas", den Dylan mit so viel Gefühl und Empathie singt, dass es einem Tränen in die Augen treibt. Natürlich ist das nur Spekulation, doch ich denke, der Meister hat sich hier ganz tief vor dieser Künstlerin verbeugt, die, wie er, aus Minnesota stammte, und leider viel zu früh an den Folgen ihres Ruhms zerbrach.

Bob Dyan ist 68 Jahre alt. Er hat Millionen Platten verkauft, Reichtum und Ruhm erworben, das Leben von ungezählten Menschen auf die ein oder andere Weise beeinflusst. Er muss niemandem etwas beweisen. Er muss keine Rücksicht auf Wen-auch-immer nehmen. Er tut das, was er tun will - und sein Status als lebende Ikone gibt ihm jedes Recht dazu. Wenn er sich demnächst entschließen sollte, Bach's Goldberg-Variationen auf dem Kamm zu blasen, so what? Größe und Talent kann man nicht kaufen - man muss sie sich verdienen. Merry Xmas, Onkel Bob!
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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eigentlich keine Bewertung möglich., 15. Oktober 2009
Von 
Rocker - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Also, jemand meinte es gut mit mir und hat mir die CD geschenkt, weil ich sonst fast keine Weihnachts-CD zu Hause habe, eigentlich nur eine einzige, nämlich das Christmasalbum von Phil Spector als Bestandteil der 4-CD-Back-to-Mono-Box und das kann man ja nicht nicht mit ansehen und da ich sonst Dylan sehr gerne mag, dachte man, das wäre doch was. Nun ja, ist es auch, im Prinzip...

Mir gefällt Dylan wesentlich besser, wenn er Songs singt, in denen er etwas zu erzählen hat. Zudem bin ich kein großer Freund amerikanischer Weihnachtsmusik, egal, ob von Sinatra oder Dean Martin oder meinetwegen auch von Interpreten aus dem Gospelbereich vorgetragen. Und genug Rockmusiker von Heavy Metal über Punk bis Mainstream, die ihr unvermeidliches Weihnachtsalbum aufgenommen haben, gibt es meiner Meinung nach auch schon. Nun also auch Bob Dylan. Das größte Manko solcher Platten ist für mich einfach die begrenzte Benutzbarkeit. Ich kann diese CD eben nur in 1 von 12 Monaten des Jahres einsetzen. Mir reicht eigentlich das alljährliche Gebimmel und Glockengeläut, dass mir das Formatradio fast den kompletten Dezember hindurch serviert. Zugegeben Dylan macht seine Sache eigentlich gar nicht mal so schlecht und ich bin nicht der Meinung, dass diese CD nun gänzlich unhörbar ist, wie einige hier befinden. Dieser Umstand hat für mich zweifelsohne auch mit den hervorragenden Musikern seiner Band zu tun. Und auch wenn Dylans Stimme nun wirklich nicht für das Singen von Weihnachtsliedern prädestiniert zu sein scheint, gibt es doch jenseits des subjektiven Klangerlebnisses einige gute Gründe diese CD zu besitzen:
- wer ein gutes Werk gegen die Armut in der sogenannten industrialisierten Welt tun
möchte; zugreifen. Die Künstlereinnahmen dieser CD sollen in den USA an Feed America
gehen und aus den europäischen Verkäufen an gleichartige Organisationen in
Großbritannien. So heisst es jedenfalls.
- wer zudem Dylan uneingeschränkt toll findet und im Gegensatz zu mir auch kein größeres
Problem mit amerikanischer Weihnachtsmusik hat; auch zugreifen
- die beiliegenden Grußkarten der Deluxe-Edition finde ich auch durchaus putzig, aber
natürlich zu schade, um sie auch zu benutzen

Also, liebe Leute und unerbittliche Kritiker, nehmt Christmas In The Heart gerne wörtlich, nehmt Dylan seinen Ausflug in ungewohnte Gefilde nicht zu sehr übel, sondern seid großherzig im Bewußtsein, dass Dylan damit anscheinend wirklich und hauptsächlich Gutes tun möchte. Und je öfter ich diese CD jetzt höre (und hören werde), versuche ich mir vorzustellen, wie es wohl bei Bob Dylan and his Band während der Aufnahmen im Studio zugegangen sein könnte. Ich glaube, und meine mittlerweile herauszuhören, dass es Riesenspass gemacht haben muss. Apropos Spaß: bin mal gespannt auf die Reaktionen, wenn am ersten Adventssonntag die Winterkinder von Rolf Zukowski meiner Kids aus dem Player fliegen und uns stattdessen Mr. Dylan's Version von Here Comes Santa Claus aus den Lautsprechern entgegen schallt...

Für mich ein Dylan-Album außer Konkurrenz und in herkömmlichen Kategorien nicht zu bewerten. Leider muss man sich trotzdem irgendwie entscheiden und deshalb wähle ich die goldene Mitte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weinachtslieder entstaubt, 21. Mai 2013
Von 
J. Schlögl "Herzmusik" (Wien, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Christmas in the Heart (Audio CD)
Eine wunderbare Sammlung von Weihnachtsliedern, die ihrer Ernsthaftigkeit beraubt werden. Dylan wagt sich hier an ein Thema, das mit sehr viel Sentiment und Pathos besetzt ist und entreisst es dieser Zuordnung, indem er die Lieder seiner Kindheit so interpretiert, als ob er sich über sie lustig machen würde und gleichzeitig seine Liebe zu ihnen ausdrückt. Eine Musik für alternative Weihnachten.
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34 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dylan bleibt sich treu, 21. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Christmas in the Heart (Audio CD)
Sicher war es eine Überraschung, zu hören, dass Dylan eine Weihnachtsplatte machen würde, aber wenn man den ersten Schock erst einmal überwunden hat, scheint es nur konsequent, und die Platte klingt auf erstaunliche Weise eben genauso, wie man sich eine Weihnachtsplatte von Dylan vorstellt - das kann man natürlich mögen oder nicht. Dylan hat bereits vor zwei Jahren eine zweistündige Radioshow zum Thema Christmas gemacht, und alle seine Platten seit "Love & Theft" orientieren sich an einem Sound und einer Tradition, die noch hinter seine ersten LPs aus den frühen Sechzigern zurückgeht. Mit seinem Ultra-Retro-Weihnachtsalbum ist er damit nur ein kleines bisschen stockkonservativer als heute jene "Fans", die 2009 noch versuchen, ihn auf eine Protestsong-Schiene festzunageln, die er spätestens 1964 verlassen hat. Und dass er nun nach vier von der Kritik hochgejubelten und allseits freundlich abgenickten "Meisterwerken" endlich wieder eine Platte gemacht hat, die für heftige Kontroversen sorgt, ist doch sehr zu begrüßen und sollte ihm selbst neue Energie geben. Was kommt wohl als Nächstes?
Sicher ist es nicht seine beste Platte (he, wer könnte das erwarten?), aber wie schon "Together through life" zeichnet sie sich eben auch durch eine erfrischende Unbekümmertheit und eine Freude an der Musik aus, die alle Unvollkommenheiten wettmacht. Dylan weiß, dass er "Blonde on Blonde" nicht noch einmal neu erfinden wird, aber endlich schert er sich auch nicht mehr darum, sondern macht, was ihm Spaß macht. Ich denke, dass ihm die weltlichen "Crooner"-Balladen hier am besten gelungen sind, "I'll be home for Christmas", "Have yourself a merry little Christmas", "The Christmas Song". "Must be Santa" ist eine grandiose Mischung von Polka, Punk und Kindergarten-Abzählreim, und "The Christmas Blues" ist nun wirklich ein grundsolider Dylan-Blues, den sich jeder Fan auf einen Sampler brennen könnte, ohne sich deshalb schämen oder rechtfertigen zu müssen.
Ich bin kein großer Freund von Weihnachten und Weihnachtsliedern - diese Scheibe wird mir aber in Zukunft die Glocken etwas süßer klingen lassen, und ich freue mich, jetzt neben Bachs Weihnachtsoratorium noch etwas anderes zu haben, mit dem ich fortan alle Jahre wieder meine Familie quälen kann.
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34 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bob Dylan verblüfft ratlose "Fans", 9. Oktober 2009
Ein anderer Rezensent gab 1 Stern und schrieb u.a.: "... Ich habe mir eben die Samples auf www.amazon.com gegeben und es würgt mich seither heftig. Sorry Bob, das war nicht notwendig.... " [Zitat Ende]

Und mich würgt es heftigst, wenn ich Kommentare wie den von Werner K. lese. Sorry Werner, DAS war nicht notwendig!

Zum Album: Bob singt wunderbar, wirklich schön, auf diesem Album. Die Songs sind sehr liebevoll arrangiert. Manchmal fast ein bißchen kitschig, doch Dylan's grandiose Stimme rettet alles. Es paßt einfach zu Weihnachten. Außerdem sind die Einnahmen für einen guten Zweck bestimmt. Ich bewundere Dylan außerdem dafür, immer das zu produzieren was ihm selbst gefällt und nicht irgendwelchen verbohrten Hobby-Kritikern, die nur das gut finden, was sie selbst erwarten und ihn in eine bestimmte Schublade stecken wollen. In diesem Sinne: Merry Christmas!

Hinzugefügt 24. Dezember 2011:
Selbst nach über 2 Jahren höre ich dieses Album immer noch sehr gerne während der richtigen Jahreszeit. ;)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht notwendig, aber schön und wohltuend, 23. Oktober 2009
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es war natürlich vorauszusehen, dass einige auf die Tasten und auf den Tisch hauen, um der Welt mitzuteilen, diese CD sei nicht nötig. Wer der Meinung ist, Weihnachtslieder hätten ausgedient oder müssten zumindest nicht von Bob Dylan zu neuem Leben erweckt werden, muss diese CD ja weder kaufen, noch anhören. Mir jedoch hat sie Weihnachten schon jetzt gebracht. Das mag kitschig klingen und ist es vielleicht auch. Aber wer den Kitsch nicht liebt, baut allzu sehr auf die Vernunft.

Wie sehr Weihnachten mit der Kindheit verbunden ist, merkte ich einmal mehr bei dieser Musik. Denn als ich "Little Drummer Boy" hörte, tauchte ich weg und war plötzlich wieder der vierjährige Knabe, der mitten im Amish-Gebiet im Haus meines Onkels vor dem Tannenbaum saß und mit seinen Cousinen, seinem Cousin und der ganzen amerikanischen Verwandtschaft Weihnachtslieder sang - und trommelte. So ist das eben mit den Erinnerungen an längst verflossene Zeiten. Und ich bin überzeugt davon, dass Bob Dylans Weihnachts-CD auch bei anderen Hörern Erinnerungen und Sehnsüchte wecken wird. Nostalgie kann auch heilende Wirkung haben.

Den persönlichen Zugang etwas zur Seite schiebend, bin ich auch der Meinung, die Dylan'sche Interpretationen der traditionellen Weihnachtslieder sei geglückt. Suche ich angestrengt nach einem Makel, so würde ich ihn im Aufnahmestudio suchen. Aber vielleicht hätte ein Meisterproduzent den Aufnahmen wieder etwas von dem Charme genommen, den sie verströmen. Kommentare zu den einzelnen Liedern erspare ich mir, da andere Dylan-Fans dies bereits super gemacht haben.

Natürlich stellte ich mir ebenfalls die Frage, wie ernst Bob Dylan es mit dieser Überraschung meint. Aber denke ich an all die Interviews der letzten Jahre und an seine Äußerungen als Radiomoderator, so drängte sich ein solches Projekt geradezu auf. Und Geld spielt ja ohnehin keine Rolle, kommen doch die Einnahmen wohltätigen Organisationen wie Feeding America, der englischen Crisis und dem United Nations World Food Programm zugute. Und wenn all die Motzer auch noch spenden, hat sich das Unterfangen noch mehr gelohnt.

Mein Fazit: Da ich zu den Menschen gehöre, die ihre tägliche Portion Kitsch brauchen, bin ich meinem Helden dankbar, dass er mir diese Weihnachten mit seiner CD versüßt, mich in Kindheitserinnerungen schwelgen und von einer besseren Welt träumen lässt. Die Deluxe-Edition kann man sich allerdings sparen, sind doch die fünf Weihnachtskarten mit dem Cover-Motiv sehr viel weniger originell als das Pinup-Girl auf der Rückseite des Booklets im Sankt Nikolaus Kostüm.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemeint..., 2. September 2010
Von 
Michael Krautschneider "Filmfan & Musikliebhaber" (Scheiblingkirchen, Niederösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Christmas in the Heart (Audio CD)
...ist nicht gleich gut gelungen. Ja, ein Weihnachtsalbum hat in der üppigen Plattenchronologie Dylans noch gefehlt. Und auch die Idee hinter der ganzen Sachen, nämlich die erreichten Gewinne durch die Verkaufszahlen einer guten und ernstzunehmenden Sache zu widmen, muss man dem großen BOB einfach hoch anrechenen...

Trotzdem kommt mir - und ich würde mich durchaus als echten Dylan-Fan einschätzen - die etwas "kauzige" Interpretation sämtlicher Weihnachts-Klassiker ein bisschen seelenlos vor. Freilich waren meine Erwartungen (wie immer) recht hoch. Immerhin gibt sich hier kein Geringerer als König BOB selbst die Ehre, um teilweise bereits etwas totgespielten, aber zur Weihnachtszeit natürlich trotzdem gern gehörter Weihnachtssongs, wie etwa "Little Drummer Boy" oder "Santa Claus Is Coming To Town" einen kratzig-melancholischen Dylan-Touch zu verabreichen.
Und leider, wenigstens ich sehe es so, ist ihm das nur sehr selten gelungen. Manchmal kommt mir Mr. Dylans Unterton gar ein wenig zynisch vor, was für die Interpretation von Weihnachtsklassikern ein wenig unangenehm befremdlich wirkt.

Natürlich ist "Christmas In The Heart" trotzdem eine schönere Bereicherung fürs CD-Regal als der 15. Rock-Christmas-Sampler mit "Last Christmas" und Co!
Letztenendes aber würde ich dieses durchaus gewagte Dylan-Projekt lediglich als schönen "Nebenversuch" ansehen. Mit seinen letzten (sehr starken) Alben, wie etwa "Together Trough Life" kann sich "Christmas In The Heart" nicht messen.

Betrachtet man dieses weihnachtliche "Spendenprojekt" jedoch als solches, dann ist "Christmas In The Heart" aber sicherlich keine Fehlinvestition und eine Scheibe, die man - unter anderem - durchaus zur Weihnachtszeit in die Stereoanlage einlegen kann...

Fazit: 3 STERNE für dieses gut gemeinte, aber nicht rundum gut gelungene Weinachtswerk!
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14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weihnachten mit Onkel Bob, 10. Oktober 2009
Von 
Bob Dylan hat ein Weihnachtsalbum aufgenommen. Bob Dylan? DER Bob Dylan? Der Meister? Der Dichterfürst? Der coolste alte Mann auf Erden, der sich vor 12 Jahren mit "Time Out Of Mind" spektakulär zurückmeldete, seitdem auf einer Welle des Erfolgs schwimmt und alles zu Gold macht, was er anfasst? Die Ikone, die uns Songs wie "Masters Of War", "Visions Of Johanna", "Like A Rolling Stone" und unzählige Hochkaräter mehr beschert hat? Genau der...
Was hat nun ausgerechnet Bob Dylan, Säulenheiliger und Identifikationsfigur der Protestbewegung und allseits anerkannter Großmeister der Songwriterzunft ausgerechnet mit dem am unfassendsten kommerzialisierten Fest der Welt zu tun? Auf den ersten Blick rein gar nichts, Weihnachten spielte in seinem Schaffen noch nicht mal während seines heftigen Flirts mit dem Christentum Ende der 70er eine sonderliche Rolle. Geld hat er wohl auch genug, immerhin ist er ebenso geschäftstüchtig wie genial. Warum also ausgerechnet ein Album mit Weihnachtsliedern?
Diesmal rief das Gutmenschentum, Dylan wird von den Erlösen dieses Albums wohl keinen Cent sehen, die Einnahmen in den USA gehen komplett an Feeding America, eine Organisation, die der von der Finanz - und Wirtschaftskrise arg gebeutelten niederen Einkommenschicht der USA warmes Essen auf den Tisch bringt. Die Einnahmen aus dem Rest der Welt gehen ebenfalls an Wohltätigkeitsorganisationen. Eine höchst ehrenvolle Angelegenheit also.
Was kann man nun zur Qualität der Platte sagen? Es wurde ja schon kräftig geätzt und kritisiert und tatsächlich ist Dylans krächzende Raspelstimme wohl kaum etwas, was mit dem Fest des Friedens und der Liebe (was Weihnachten im Idealfall ja immer noch sein sollte, die Realität sieht oft genug anders aus) in Verbindung bringt. Nach dem ersten Durchhören muß ich sagen: Hab noch nie so ein schönes Weihnachtsalbum gehört. Dylan hat seine bewährte Studio - und Tourband im Rücken, die die größte Aufgabe, die weltbekannten Weihnachtslieder nicht zu sehr in die Kitschfalle tappen zu lassen, hervorragend lösen. So wird diese Gefahr meist weiträumig umschifft und es ensteht ein möglichst erdiger Sound um die Stimme Dylans, der hier so zart und einfühlsam wie selten zuvor klingt. Daß er ein hervorragender Crooner ist, hat er auf seinen letzten Alben Mal um Mal bewiesen und auch hier präsentiert sich der Meister in Bestform. Ferner bleiben dem Hörer (größtenteils) Bimmelglöckchen und Kinderchöre erspart, die Chorparts werden dankenswerterweise von nicht allzu süßlichen Männer - und Frauenstimmen gesungen. Nicht immer war Dylan so geschmackssicher, ich erinnere mich mit Grausen an "They Killed Him" von "Knocked Out Loaded". Höhepunkte des Albums sind für mich der ziemlich schräge "Christmas Blues" und das krachende "Must Be Santa". Wunderschön einfach Dylans Version von "Hark The Herald Angels Sing", "I'll Be Home for Christmas" und "Little Drummer Boy", außerdem hat man die wohl einmalige Gelegenheit, Dylan auf Latein singen zu hören ("Adeste Fideles"). Irgendwie macht dieses Album warm ums Herz und man fühlt sich in bessere Zeiten versetzt.
Punktabzug gibts einzig für das bescheuerte "Christmas Island" und den exzessiven Einsatz von Bimmelglöcken in zwei Songs. Ansonsten: Sehr schönes Album, das mir mein einmal mehr ausfallendes Weihnachten versüßen wird.
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5.0 von 5 Sternen Genial !, 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die etwas andere Weihnachtsscheibe. Von dem kommerziellen Kram hören wir doch jedes Jahr immer wieder dasselbe. Bob hat in den letzten Jahren viel gute Musik herausgebracht, diese gehört definitiv dazu. Habe mir die Vinyl-Variante gekauft, die klingt auch noch Spitze.
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5.0 von 5 Sternen Abwechslungsreicher Dylan-Gesang auf einer stimmungsvollen Weihnachtsplatte, 11. Oktober 2009
Von 
Stefan Weise (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Christmas in the Heart (Audio CD)
Daß es vor allem eine Überraschung war, als man erfuhr, daß Dylan ein Weihnachtsalbum veröffentlichen würde, ist ja schon hinreichend besprochen worden. Schließlich ist Weihnachten inzwischen ein höchst kommerzialisiertes und kitschüberschwemmtes Ereignis, das nur noch selten Kontakt zu seinen christlichen Wurzeln hat. Die anschließenden Diskussionen drehten sich vor allem um die Frage, wieso und wozu Dylan jetzt so was mache und ob es einem Dylan überhaupt angemessen sei, so etwas aufzunehmen. Dahinter stand natürlich deutlich sichtbar die viel wichtigere Frage, ob man als Dylanfan so etwas gutfinden kann oder darf. Und ob man kann! Mit dieser Platte habe ich viel weniger Einstiegsprobleme als zum Beispiel mit Together Through Life. Natürlich sind die Arrangements auf dieser Platte kreuzkonservativ (wenn nicht -reaktionär), diesmal konsequent nostalgisch und überschreiten auch oft genug die Grenze zum Gemütlichkeitskitsch. Aber Dylans Gesang ist über jeden Zweifel erhaben, daß er es ernst meint. Hätte Louis Armstrong seinerzeit diese Platte aufgekommen, wäre erst gar nicht die Frage aufgekommen, ob seine Stimme geeignet für solche Art Musik ist. Bei Dylan war es zunächst eine Frage, dabei singt er so viel differenzierter als Armstrong! Voller Hingabe, mit vielfarbig schillernder und oft bemerkenswert warmer Stimme, gekonnt kurzatmiger Phrasierung und niemals ohne Humor krächzt, gurgelt, schnurrt, brummelt und croont er sich durch die Standards und zeigt damit einmal mehr, daß das Zusammenspiel von verlebter Stimme und süßlichen Arrangements höchst interessant und keineswegs lächerlich ist. Das ist die Stimme von jemandem, der durch sämtliche Tiefen des Lebens gegangen ist (um nicht in diesem Zusammenhang zu sagen: durch die Hölle). In der Zeit der höchsten Verunsicherung singt Dylan Erlösungslieder und grinst in Richtung Israel: "Born ist the king of Israel". Die Songauswahl ist geschmackvoll, mir fehlt eigentlich nur "Pretty Paper", von dem ich gern mal eine ultimative Aufnahme hören würde. Bei aller Begrenztheit des Weihnachtsthemas ist das für mich die (vor allem auch gesanglich) abwechslungsreichste Dylan-Platte seit vielen Jahren. Überdies ist sie im besten Sinne höchst weihnachtsmarkttauglich, anders als vergleichbare Scheiben von anderen ernstzunehmenden Künstlern, z.B. Aimee Manns "One More Drifter In The Snow", das viele der hier ebenfalls aufgenommen Lieder enthält, aber im Ganzen eher eine Langweilnummer ist. Von anderen Weihnachtsplatten namhafter Stars gar nicht zu reden, bei denen man sich fragt, was sie überhaupt außer dem Titel mit Weihnachten zu tun haben. Diese hier ist ein überaus stimmungsvolles Beispiel und wird in meinen Ohren nur noch getoppt von der letzten Aufnahme der großen Odetta, "Gonna Let It Shine".
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Christmas in the Heart
Christmas in the Heart von Bob Dylan (Audio CD - 2009)
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