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Kundenrezensionen

66
4,6 von 5 Sternen
M - Eine Stadt sucht einen Mörder / Edition Deutscher Film
Format: DVDÄndern
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2012
Nach seinen monumentalen Werken der 20er Jahre wie "Die Nibelungen" oder "Metropolis" beschloss Meisterregisseur Fritz Lang einen ruhigeren, auf die Psychologie seiner Figuren eingehenden Film zu drehen, & schuf in Folge dessen 1931 mit "M" den ersten deutschsprachigen Tonfilm von Bedeutung, einen Film Noir aus einer Zeit, als es dieses Genre noch gar nicht gab. Ein Meilenstein der Filmgeschichte, der auch heute noch als einer der besten Filme aller Zeiten bezeichnet werden kann.

Zum 80. Geburtstag erscheint der S/W-Klassiker in dieser Jubiläums-Edition liebevoll überarbeitet erstmals auf Blu-ray. Die 2 Discs (die Blu-ray für den Film, die DVD für's Bonusmaterial) wurden in ein sehr edles Mediabook im (nicht so edlen) Pappschuber mit fast identischem Cover (am Schuber fehlt die Umrahmung des Mediabooks) verpackt. Der Schuber beinhaltet auf seiner Rückseite die Edition-/Disc-Infos & verfügt über ein fixes FSK-Logo - im Gegensatz zum Mediabook, welches frei ist von jeglichen FSK-Hinweisen & dessen Rückseite ein gespiegeltes Porträt von Hauptdarsteller Peter Lorre ziert.

Der Film ist in der (zumindest bis dato) best-restauriertesten Fassung enthalten. Die letzte Restaurierung wurde 2011 durchgeführt, im Zuge derer der Film durch französische Kopien erweitert wurde, wodurch die Laufzeit nun 111 Min. beträgt, was die bislang längste veröffentlichte Fassung darstellt. Da der Film ursprünglich 117 Min. dauerte, ist auch diese leider immer noch als gekürzt anzusehen - allerdings dürften die letzten Teile der Originalfassung wohl für immer verschollen bleiben. Der Film ist auch im für die frühe Stummfilmzeit typischen, originalen Filmformat 1:1,19 enthalten & nicht - wie in früheren DVD-Ausgaben - in 1:1,33, wodurch am oberen und unteren Rand Bildteile fehlten.
Die ersten 1:56 Min der Filmlaufzeit wurden mit Infotafeln zur Restauration des Films gefüllt, die letzten 7 Sekunden sind Schwarzbild.
Ton-mäßig kann man zwischen der 2001 zur Erhaltung konservierten & der 2011 restaurierten Fassung wählen (beide in DTS-HD Master Audio 2.0 Mono). UT sind sowohl in Deutsch oder Englisch als auch in Deutsch für Hörgeschädigte vorhanden.

Als Bonusmaterial befindet sich auf der Blu-ray zusätzlich zum Hauptfilm der Kinotrailer zur Wiederaufführung von 1960 (in HD) sowie ein Audiokommentar moderiert von Torsten Kaiser, dem Produzenten der 2011er Restauration, mit den beiden Autorinnen Elisabeth Lenk & Regina Stürickow. Auf der Bonus-DVD gibt's ebenfalls den 1960er Trailer, Bildergalerien mit Werksfotos, Produktionsskizzen & Pressematerialien, umfassende PDF Dateien mit seltenen Materialien (6 Stk, 103 MB) zum PC-Download, ein Interview mit Fritz Lang von 1968 ("Zum Beispiel Fritz Lang", ca. 43 Min.), die 2003er Dokumentation "The Hunt For M" (ca. 95 Min, teilw. engl. mit deutschen UT) sowie die beiden 2011er Featurettes zur Restauration "Um die Welt in 80 Jahren" (Vergleiche der verschiedenen Filmfassungen, ca. 50 Min.) & "160 000 x M: Bild für Bild - Die Restauration 2011" (ca. 12 Min.).
Weiters ist ein 60seitiges Hochglanz-Booklet in der Mitte des Mediabooks fixiert, welches eine Inhaltsangabe der Edition, eine Kapitelangabe des Films, einen Text von Restaurator Torsten Kaiser, Film-Skizzen & Setfotos, ein originales Programmheft von 1931 sowie einen Auszug aus der Graphic Novel "M" von Jon J. Muth enthält.
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59 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nach langem Warten - in Japan und USA etwa gibt es den Film schon seit zwei Jahren auf DVD - erscheint auch hierzulande Fritz Lang's Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" auf DVD. Ein cineastisches Meisterwerk, welches bis heute Maßstäbe gesetzt hat in seiner Bildsprache, dem Gebrauch von Metaphern, der filmischen Umsetzung.
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist in vieler Hinsicht ein Lehrstück: Die typischen visuelle Mittel des Film Noir - Licht/Schatten, Hell/Dunkel - kommen hier perfekt zum Einsatz, und wer den Film einmal gesehen hat, wird seiner Faszination nicht erliegen können - geschweige denn gut schlafen können. Bezieht der Film sein wohldosiertes Grauen nicht aus plumpen Schockeffekten und Blut- und Schleimorgien - neuzeitliche Popcorn-Movies die ständig vorgeben, wie 'cool' sie doch sind haben unsere Augen in den letzten jahren genügend beleidigt - sondern läßt Geschichte, Gedanken und Bilder im Kopf entstehen, die fesselnder und umbarnherziger sind als jede 'gefilmte' Wahrheit.
Der typisch expressionistische Stil - filmisch eingesetzt zum Einfangen der 'Bedrohung', die Anfang der dreißiger Jahre in der Erscheinungsform des Nationalsozialismus herankeimte, ist gleichzeitig auch eine Warnung, die auch heute noch Gültigkeit hat. Fritz Lang hat einen epochalen, zeitlosen Kriminalfilm geschaffen, der über das Genre des eigentlichen Kriminalsfilm weit hinausreicht. Der Film ist ein historischer Spiegel dessen, was in der 30ern im Heranwachsen war und wenige Jahre explodioerte. Kontrolle, Macht, Haß, Verbrechen - all das liegt zueinander näher, als es scheint. Im Expressionismus liegen Ordnung und Chaos eng zusammen, in Langs 30er Filmen werden sie in eins gesetzt, Ordnung und Chaos sind dasselbe und darin liegt die Bedrohung.
Wer "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" gesehen hat, wird diesen Film als Referenz für viele andere Produktionen sehen müssen.
In einer Glanzrolle: Peter Lorre - er spielt einfach teuflisch gut, schon nahezu beängstigend 'gut'.
Noch ein paar Anmerkungen zur DVD selbst: Der Film wird hier in seiner ursprünglichen Fassung - er wurde später, u.a. von den Nazis, zensuriert und gekürzt - präsentiert, es sind somit all jene Teile enthalten, die man nie zuvor auf Kassette oder TV-Ausstrahlung gesehen hat. Darüberhinaus wurde der Film komplett neu abgetastet, von Staub und Kratzern befreit und präsentiert sich somit wie am Tag seiner Entstehung.
Wer diesen Film nicht hat, darf sich nicht 'Cineast' nennen.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die technische Qualität ist ausgezeichnet, ich kann mich an keinen Kratzer oder Flimmern erinnern. Neu:
- Peter Lorre versteckt sich auf dem Dachboden, länger als das Video.
- Einige Set-Szenen mit Fritz Langs Kamerateam, als der Mörder die ersten Male erscheint werden gezeigt, sowie Biographien, Trailer, Poster, etc. als Fotografien mit Text.
- Eine englische Version gibt es nicht.
- Der Kindermörder sieht in den Spiegel: länger als ursprünglich.
- Damals endete der Film (gut gemacht) als der Kindermörder aus den Händen der Ganoven befreit wird (Hand auf Lorres Schulter: "Im Namen des Gesetzes"- Ende). Jetzt ist eine kurze Gerichts-Sequenz mit ein paar weinenden Frauen am Ende (wirkt nicht gelungen).

- (Luftballon oder die Treppe von Else Beckmanns Altberliner Wohnhaus am Beginn ist länger zu sehen, ...)
- Gute Szenen:
-- das Mädchen Else kommt nicht nach Hause, deren gewaltsames Ableben wird symbolisch und stumm dargestellt: Leerer Teller, freilfliegender Luftballon ohne Besitzer, Telegraphendrähte, Ball rollt weg, Stille auf die Rufe der Mutter. Der Ton ist wohltuened sparsam eingesetzt (wäre für heutige Filme angebracht, als Erholung zur täglichen akustischen Informationsflut), manchmal mehr als eine Minute Stille: "nur" Bilder, was diese intensiver wirken läßt.
Gute Szenen:

-- Als die Ganoven beraten, was gegen den Kindermörder unternommen werden kann: Langes Schweigen, da sagt Gustav Gründgens "W i r müssen ihn fangen". Betroffenheit.

-- Als Peter Lorre das erste Mal als Schatten an der Litfaßsäule auftaucht: "Du hast einen schönen Ball, mein Kind."
-- Die Berliner Ganoven bei der Paß-Razzia scheinen typisch, daß man fast echte vermutet? BR>-- Die lange Suchaktion als Peter Lorre keinen Fluchtweg auf der Straße mehr weiß, ein großer Mann (von G. Gründgens Organisation) steht an einer dunklen Ecke, betrachtet ihn schweigend und drohend, läßt ihn aber weiterlaufen. Man bekommt hier fast Mitgefühl mit dem Mörder, daß er nicht entdeckt werden soll.
-- Ein Höhepunkt ist die surreale Gerichtsverhandlung in der unheimlichen Berliner Fabrikruine (eine Schnapsfabrik, die in der Inflation den Konkurs starb). Man bekommt z.T. Verständnis für den Ankläger und Verbrecherboß Berlins Schränker (der ihn unschädlich machen will. Es herrscht keine primitve Lynchatmosphäre, Lorre bekommt die Gelegenheit, sich zu verteidigen, er stellt sich immer reumütig (machen das heutige Mörder oft vor Gericht?) als Opfer seiner Triebe dar, was im "Gericht" kurze Verständnis-Tränen für ihn auslöst.
-
- Vieles in "M" ist angedeutet und symbolisch. Der Zustand der Mädchenleichen wird nicht entschleiert. ("Meine Herren, Sie können sich sicher an die Berichte erinnern"), dennoch ist der Film thematisch (Sexualmorde, Bezug zur Weimarer Zeit) unter 16 J. nicht geeignet.
- Lang las viel über den Fall Peter Kürtens aus Düsseldorf (wurde hingerichtet).

Es ist ein wenig schwer, die heutigen Theorien um M und den Nationalsozialismus nachzuvollziehen, obwohl Lang (selbst jüdischer Abstammung) Thea von Harbou als Drehbuchautorin und Frau hatte, die bereits bei den Nationalsozialisten war.
Der Film zeigt für alle Gruppen Verständnis, am meisten natürlich für die Familien und Kinder, deren Sicherheit. Die Staatsmacht wird mit der Polizei nicht unsympathisch dargestllt, etwas tollpatschig aber autoritär.
Die Berliner Unterwelt (z.B. Theo Lingen und der alleingelassene Wache-Schieber) werden recht volkstümlich dargestellt,; Kinderliebe ist aber nicht ihr Haupt-Motiv, sie wollen in Ruhe wieder ihren dunklen Geschäften nachgehen können, ohne permanente Polizeirazzien.
- Der seltsame sanft-weichliche Kindermörder soll unschädlich gemacht werden, als Schutz vor der Bevölkerung und vor sich selbst. Er wird als Kranker angesehen, der sich auch vor Gericht verteidigen darf, was Lorre in einem Anfall von Selbsteinsicht/Selbstmitleid und Distanz zu seinen dunklen Trieben auch versucht. Er rollt mit den Augen und gestikuliert in einer der packendsten Filmszenen der deutschen Filmgeschichte. Das Abwägen der Krankheit / Taten (mit dem logischen Todesurteil) hat meiner Meinung wenig mit der medizinischen "Philosophie" der Machthaber nach 33 gemein.
Eine Sternstunde Deutscher Kinokunst des 20. Jh, die bis heute erfolgreich auch das Ausland (inkl. Amerika) berührte; Portrait von Berlin 1931. Im Ausland gibt es unter Cineasten einen regelrechten Kult um das deutsche expressionistische Kino der Frühzeit. Warum nicht hier (untreue Kameraden). Wer Berlin mag, sollte sich auch "Emil und die Detektive" von 1931 anschaffen, auch hier wird ein Verbrecher gejagt, und es gelingt wiederum nicht der Polizei ihn zu fangen.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein Kindermörder hält Berlin 1931 in Atem. Dadurch ist die Polizei fieberhaft tätig, was der Unterwelt missfällt. So beginnt auch diese mit Jagd auf den Mörder und stellt ihn vors Gericht.

Auch heute noch beeindruckt Langs Film durch die brillanten Bilder und Licht-Schatteneffekte, aber auch durch die scharf gezeichneten Charaktere der Protagonisten. Peter Lorre als Psychopath spielt schlicht ergreifend.

Auch nach über 70 Jahren ein Muss!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zentral in diesem Film ist die Leistung von Peter Lorre als Schauspieler. Er spielt den Kindermörder, dessen schreckliche Taten die Stadt Berlin in Aufruhr versetzen, und der dann selbst um sein Leben kämpfen muss. Am Ende erläutert er sein eigenes Sein und Handeln, und tut das tatsächlich überzeugend, so dass es gerade nicht einfach fällt, ihn zu verurteilen. So ist der Film durchaus intelligenter gestrickt als viele andere Krimis, in denen die Monster am Ende von der Polizei oder anderen einfach erschossen werden. Ist der Mörder böse oder krank? Das ist die Frage, die hier gestellt wird. Der Film ist 1930 gedreht. 1933 waren dann in Deutschland Menschen an der Macht, die diesen Unterschied nicht mehr sehen oder verstehen wollten. Und viele der Mitwirkenden an "M" mussten schleunigst das Land verlassen.

Das auf dieser DVD gewählte Ende stellt das Thema, was man nun mit dem Mörder macht, noch einmal besonders deutlich hervor, da man statt einem finalen Urteil eine der Mütter der Opfer den Schlusssatz sagen lässt. Es gibt noch ein konventionelleres Ende, in dem der Film mit einem Gerichtsurteil endet. Auch wenn einige sich mit dem offenen Ende sicher schwer tun werden, finde ich doch, dass man für die DVD hier das bessere, weil passendere Ende ausgewählt hat.

Formal ist das ganze auch ein spannender Film. Für 1930 wirkt er in vielen Einstellungen sehr modern. Am Ehesten bemerkt man noch die Abwesenheit von Filmmusik, die unseren Sehgewohnheiten widerspricht. Sonst ist es ein spannender Film, der auch einen Ausblick in die Lebensweise und Stimmung der Zeit zwischen den Weltkriegen bietet. Die Berliner Ringvereine werden erwähnt. Und man merkt auch, dass es arme Zeiten und Verhältnisse waren, in denen die Leute damals leben mussten.

Also in jeder Hinsicht ein sehenswerter Film.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Januar 2003
Fritz Lang's "M" stellt einen schweren Stand für alle seit seinem Erscheinen hergestellten Kriminalfilme dar...
Die Unterwelt einer deutschen Stadt sieht sich zunehmend durch die Polizei unter Druck gesetzt: ein Kindermörder bleibt unfassbar und stellt sein Treiben nicht ein. Durch die Tätigkeiten der Polizei wird das Leben der "normalen" Kriminellen immer schwerer. Schließlich rottet sich das Verbrechertum zusammen und beschließt selbst den Mörder zu suchen.
Dieser Film kann und wird nicht übertroffen werden. Das gleiche Thema(Kindermord) kommt auch im Film "Es geschah am hellichten Tag" mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe zur Sprache: kongenial.
Peter Lorre als Kindermörder "M" zeigt und spielt die beste Rolle seines Lebens. Er hätte einer der größten Filmstars in Deutschland werden können, hatte aber als Jude nach der Machtergreifung Hitlers den richtigen und lebensrettenden Weg der Emigration (in die USA) ergriffen. Vielleicht werden Sie auch zu einem Peter Lorre-Fan durch dieses Werk.
Im Vergleich zu den meisten heutigen deutschen Filmen, sieht man die qualitativen filmhandwerklichen Unterschiede, mit denen Fritz Lang ein Werk schuf, dass atemberaubend, spannend und ohne die Ansicht einer einzigen Leiche auskommt. Auch hier der Rat, wenn Sie den Film noch nicht kennen und auch wenn Sie ihn kennen): Alles verdunkeln und lassen Sie sich den Atem rauben.....
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Juni 2011
Superb package of behind the scenes stills and production sketches is just the icing on the cake of this edition of Lang's great film, for this has to be the best visual and audio presentation of M we have yet seen. Beautifully restored, the BD quality is simply wonderful with enormous clarity, contrast and a very real sense of seeing a print being projected. For those interested (and you might be, reading this English language review here)the English subs are first class.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Mai 2010
Diese Blu-ray von Eureka aus UK hat alles was das Herz begehrt: Den Film in deutscher Original Tonspur mit optionalen englischen Untertiteln in brillianter Bild-(zum ersten mal im korrekten Filmformat von 1,19 :1 ) und Tonqualität (DD DTS-HD 2.0 Master). Was hier an Restauration geleistet wurde, ist mindestens ebenso gut, wie Fritz Langs Film selbst. Das Bild ist für das Alter verdammt gut, durchgehend scharf und sehr plastisch. Besser als alle DVD-VÖs der letzten Jahre. Der Ton klingt nach all den Jahren natürlich nicht mehr taufrisch, ist aber immer sehr gut in den Dialogen zu verstehen. Als Extra gibt es diverse Audiokommentare von Restauratoren und Filmkritikern (leider nicht untertitelt) in englischer Sprache - Des weiteren die englische Fassung des Films, die von Lang aus Ermangelung der Synchronisationstechnik paralell für den internationalen Markt gedreht wurde - Und ein Interview mit Fritz Lang (in deutsch) aus den 50er Jahren in dem er seine Probleme mit dem Reichs- Propagandaminister schildert. Die Restauration des Films wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bundesfilmarchiv, Kirchmedia, dem ZDF und arte erstellt. Umso trauriger ist es dann auch, dass es in Deutschland keine BD des Films gibt. Wer allerdings in diese Blu-ray investiert braucht nicht länger auf die deutsche Version des Films warten. Diese BD ist jeden Cent wert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. November 2013
Ein Klassiker der deutschen Filmgeschichte, der in jede DVD-Sammlung gehört. Vor allem Fritz Langs Tonarbeit im Film "M" ist hervorragend und Hollywoodfilmen der 50er um Längen voraus.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Berlin in den frühen 30er-Jahren: Eine Stadt ist in Aufruhr. Über einen Zeitraum von acht Monaten verschwanden acht Kinder, die zum Opfer eines Serienmörders wurden. Die Handlung setzt mit dem Verschwinden der kleinen Else ein. Dies wird zum Ausgangspunkt einer akribischen und verzweifelten Suche der örtlichen Polizei. Da verhöhnt der Täter mit einem Brief auch noch die Gesetzeshüter.
Da das öffentliche und schattenhaft-zweifelhafte Leben immer schwieriger auszuüben ist, beschließen die Kleinkriminellen und deren Vereinigung, allem voran die Bettler, nun selbst tätig zu werden und den Mörder zu fassen. Und tatsächlich: ein blinder Ballonverkäufer liefert ausgehend von einer gepfiffenen Melodie den entscheidenden Hinweis. Ein Kampf mit der Zeit entbrennt...

Die vorliegende DVD ist die der "Edition Deutscher Film" der Spiegel-Reihe. Die hier dargebotene 2002er Filmfassung des 1931 erschienen Films schließt eher, - mehr dazu unten - aber Achtung leichte Spoilergefahr.

Fritz Langs früher Tonfilm überzeugte und begeisterte mich auf ganzer Linie. Einfach überragend.
Das beginnt schon mit der Symbolik ganz am Anfang: Schulschluss einer "Gemeinde-Schule" - das "D" ist aber verdeckt, demnach eine Schule für das "GEMEINE Volk". Die kleine Else schwimmt gegen den Strom - sie bewegt sich entgegen aller anderen Kinder, landet so in den Fängen ihres Mörders, den man nur als Schatten vor einen Litfaßsäule sieht. Er kauft ihr bei dem blinden Ballonhändler einen heliumgefüllten Ballon, der als Symbol ihres Ablebens in den Himmel steigt, somit die Himmelfahrt der kleinen Else andeutet. So bleibt das Tellerchen Elses leer und zeigt wie alles andere andeutungsvoll, was Sache ist.
Gelungen auch die Darstellung des trostlosen Lebens in den Hinterhöfen - die Kargheit, die Enge - auch durch das verwinkelte und heruntergekommene Treppenhaus dargestellt. Zudem weist selbiges neben der Enge bedrohliche Strukturen (Geländer...) auf.

Der Mörder, dessen Schatten wir bislang kennen, schreibt einen Brief - à la Jack the Ripper - an die Polizei. Verhöhnt sie. Scheint ungestraft mit dem Morden davonzukommen und eine Stadt mit über vier Millionen Einwohnern in Angst und Schrecken zu versetzen. Jeder verdächtigt jeden. Hysterie und Angst an der Grenze zur Psychose grteift um sich. Prägnant und pointiert reiht Fritz Lang Szenen aneinander, die dies eindrucksvoll belegen und den Zuschauer erschauern lassen. Eine Saat des Misstrauens und des Zweifels wird gesät. Berlin wird stimmungsvoll und ungeheuer atmosphärisch dargestellt, voller Lokalkolorit.

Gelungen auch die Charakterstudie des Mörders. Man erlebt eingängig und nachhaltig seine Zwänge und Ängste mit. Eine sehr gute Darstellung eines kranken Geistes. Lorres Mienenspiel, gerade am Ende, ist eine Klasse für sich. Er verkörpert sehr eindrucksvoll den gejagten, von seinen Trieben geleiteten und besessenen Mann, der einem im Grund vor dem Tribunal fast - aber nur fast - schon leid tut. Sein Abgleiten in den wahnhaften, besessenen Zustand wird durch Ausblenden der anderer Geräusche, als auch durch zunehmend heftigeres Pfeifen Peer Gynts symbolisiert.
Allerdings dachte ich mir, Beckerts Geschichte hätte etwas mehr psychotischen Background. So war ich ob der Auflösung der psychischen Komponente doch ein klein wenig enttäuscht. Will aber an dieser Stelle nicht mehr verraten. Krass, wie Lorre es schafft die Augen einzusetzen. Einige Male mal war ich geneigt anzunehmen sie springen gleich heraus ...

Man erkennt, dass der Film ein früher Tonfilm ist - teils überzogen-manieriert wirkende Gestik, Mimik und Sprechweise, trotzdem nie deplatziert. Lang bedient sich des Stilelements "Subjektiver Ton" d. h. er stellt die Szene aus Sicht des jeweils erlebenden Subjekts dar. So ist der Mörder so in seiner Welt versunken und pfeift Auszüge aus der Peer-Gynt-Suite vor sich hin, alle anderen Alltagsgeräusche sind ausgeblendet. Merkwürdig allerdings die Razzia-Szene: hier ist plötzlich der Ton weg. Man ist geneigt zu denken, dass dies aus Sicht der Kleinkriminellen dargestellt wird, die im Keller von nichts wissen. Allerding ist die Aufnahme aus der Vogelperspektive dargestellt (wie vieles andere in diesem Film auch - lediglich einmal ist mir die Froschperspektive aufgefallen, aber der Sinn warum gerade Frosch erschloss sich mir nicht so wirklich), deswegen sollte man eigentlich Geräusche vernehmen.
Weiteres Stilmittel: die Fortführung von Dialogen über Szenewechsel hinweg, genannt Parallelmontage. Da greift geht Gangster-Szene nahtlos in die Polizei-Szene über, denn Halbsätze werden von dem anderen vervollständigt.

Zum Regisseur Lang ist folgendes zu sagen: zusammen mit seiner Frau Thea von Harbou verfasste Lang ein Drehbuch, das vor allem von seiner intensiven täglichen Zeitungslektüre geprägt war. So basiert der Film auf wahren Tatsachen. Quasi inspiriert von Peter Kürten, dem "Vampir von Düsseldorf", weiterhin von Carl Großmann und Karl Denke (Mord an den Schwestern Fehse); auch der Hannoveraner Mörder Fritz Haarmann (berühmt bis heute das Haarmann-Lied) findet Eingang. Am stärksten aber erstgenannter Kürten. Sein Prozess und das Urteil endeten kurz vor der Erstaufführung Ms. In anderen europäischen Ländern dann gleich werbewirksam unter M - "El Vampiro de Dusseldorf" vermarktet, wobei Dialekt und Einwohnerzahl definitiv auf Berlin hindeutet. So recherchierte das Paar ausgiebig u.a. in psychiatrischen Kliniken, als auch bei der Berliner Polizei. Die Figur Karl Lohmann ist eine Reminiszenz an den berühmten Berliner Kriminalbeamten Ernst Gennat, der im Fall Kürten ermittelt hatte in Langs Dr. Mabuse hat er einen weiteren Auftritt..
Interessant ist auch der Anklang auf Zeitgeschichtliches im Bezug auf das Plädoyer des Tribunals am Ende: "Diese Bestie hat kein Recht zu existieren, die muss ausgerottet werden." (Anmerkung: nur ein Volk kann ausgerottet werden). Hier wird eindeutig auf das Unrechtsregime angespielt. Auch greift der Film die Ohnmacht der Weimarer Republik gegenüber dem erstarkenden Unrechtsregime auf. Dargestellt in der Wühlarbeit im Bürogebäude. Der Schränker erinnert dabei in seinem Ledermantel und Auftreten/Gebaren an eine namhafte Größe.

***** Achtung Spoiler bzgl. Ende *****

Die restaurierte 2002er Fassung schließt die Endszene mit dem Todes-Urteil aus. Sie schließt mit den Worten der Mutter, aus denen ich allerdings die gleiche Schlussfolgerung zog. Während mein Mitschauer anderer Ansicht war. Also wer es ganz genau wissen möchte - einfach nachlesen. Nun verstehe ich auch, warum die Mutter am Ende mitten im Satz - nach einem Wort abbricht! Mich hat es aber nicht sonderlich gestört.
Die DVD weist für das Alter eine überragende Bildqualität auf, in Folge der Restaurierung.

******* Spoiler-Ende ******

Fazit: Geniales, frühes Dokument des Tonfilmes mit eindrucksvoller, tiefsinniger Geschichte! Unbedingt empfehlenswert. Ob man nun die Jubiläums-Sonderediton oder die Edition Deutscher Film wählt ist wohl Geschmackssache, als auch Preisfrage. Ich bin mit dieser vollauf zufrieden.
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