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TOP 500 REZENSENTam 3. Juli 2009
Von der Berlin Trilogie, also von 3 ganz starken Alben, ist das hier das Beste, nicht wegen des Titelsongs, sondern weil es Rock und Elektronik auf eine bis dahin nie gehörte Art und Weise verband.

,Heroes' rockt härter als ,Low' und enthält im Gegensatz zu diesem auch nur 2 quasi ,Ambient' Stücke, die allerdings auch wieder ein wenig ermüden können; dafür wird man aber danach mit dem erstklassigen und leicht mystisch angehauchten ,The Secret Life Of Arabia' voll entschädigt. Sicher einer der bemerkenswertesten songs aus dieser Schaffensphase.

Kompositorisch ebenfalls äußerst interessant ist ,Sons Of The Silent Age', denn spätesten bei diesem song spürt man bei den Strophen Bowie's Hochachtung und Verehrung für Peter Hamill, der erhebenden Refrain wiederum erinnert an seine songwriter Phase von ,Hunky Dory'.

,Heroes' und die Rock-Nummern ,Beauty & The Beast', ,Joe The Lion' und ,Blackout' glänzen einerseits durch die innovative aber stimmige Gitarrenarbeit von Robert Fripp und andererseits durch ein sehr modernes songwriting. ,Blackout' ist das aufwühlendste Stück das Bowie je komponiert hat.

Die instrumentals ,V-2 Schneider' und ,Sense Of Doubt' sind beide gelungen, aber äüßerst unterschiedlich. Das positive und erhebende feeling das ersteres durch den Saxophon part und die Stimmen erzeugt, wird durch die gespentische, minimalistisch dargebrachte Atmosphäre von ,Sense Of Doubt' völlig konterkariert; doch genau diese Gegensätze machen die Faszination des flows dieses Albums aus.

,Heroes' ist zu Tode gespielt, zugegeben, so wie ,Bohemian Rhapsody von Queen, zurecht ein Klassiker ist es aber allemal; und davon abgesehen gibt es auf diesem Album sowieso noch viel mehr zu erleben, denn hier werden Bowie's und die Experimente anderer Künstler aus Prog, Rock und Elektronik von ihm zu kurzen, aber nicht weniger anspruchsvollen Pop Songs destilliert.
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am 3. März 2011
"Heroes" mag, was seinen Aufbau und seine Dramaturgie angeht, eine Fortführung von "Low" sein. Stimmung und Ausdruck der beiden "Berlin"-Platten unterscheiden sich allerdings (Das Gerede über die "Trilogie" aus diesen beiden Alben plus "Lodger" kann ich persönlich gar nicht so richtig nachvollziehen, da "Lodger" zwar auch experimentelle Anteile und Brian Eno enthält, ansonsten aber in Montreux aufgenommen wurde und eher eine Sammlung von Songs ist, ohne die konzeptionellen und visionären Implikationen von "Low" und "Heroes"; aber die Menschen mögen Trilogien, siehe "Aller guten Dinge sind 3", Tick, Trick & Track usw.usf.) - "Low" als Antithese zu Bowies Kokain-Exzessen thematisiert Implosion, den Rückzug nach innen und klingt dementsprechend fast kataton (nicht nur auf den Instrumentals, gerade "Sound & Vision" hört sich an, als hätte sich das Leben komplett in die Innenwelt des Künstlers verabschiedet). "Heroes" geht viel mehr nach außen, allerdings ohne deswegen gleich mit der Welt sprechen zu wollen. Eine Platte über Drop-Outs und komische Vögel. Der Protagonist der paranoiden Metropolis-Disco von "Beauty & The Beast" gehört wahrscheinlich zu den Leuten, zu denen man auf dem Tanzboden oder wo auch immer, lieber einen Sicherheitsabstand hält, weil man so ein Zeitbomben-Gefühl bekommen hat. "Sons Of The Silent Age" - Sie sind unter uns, sie haben ihre eigenen Reproduktions- und Lebenszyklen, aber sie bleiben unter sich. Zu "Heroes" selbst schließlich will Bowie von der Beobachtung eines jungen Liebespaares, das sich immer an der Beliner Mauer traf, inspiriert worden sein. Ob das nun so stimmt oder nicht - "Heroes" ist das, wovon oft gesprochen wird, was man aber selten antrifft: DER PERFEKTE SONG. Gebrochenheit, Verzweiflung, Schönheit, Hoffnung und das alles eingebettet in ein Arrangement, daß diese Emotionen spiegelt, trägt und sublimiert. Sowas gibt's nur ein Mal im Leben. Nebenbei: Was soll das ganze trutschige Verzücktsein über DIE DEUTSCHE VERSION des Songs? Da halte ich es doch eher mit Heinz-Rudolf Kunze, der in einem vor Jahrzehnte veröffentlichten, ganz wunderbaren Essay über Bowie sagte, daß dies einer der wenigen Momente wäre, in denen Bowie sich erschreckend unsouverän anhört - außerdem wäre die Übersetzung blöd. Recht so! Ich muß immer an Nicole denken, wie sie 1980 mit "Ein bißchen Frieden" den Grand Prix gewinnt und nach ihrer Krönung das Lied in 3 verschiedenen Sprachen singt. Jede neue Sprache wird mit artigem "Hui, nette Geste!"-Applaus bedacht. Das ist Kitsch und paßt nicht zu Bowie.
"V2-Schneider" hat Vocoder-verfremdete Fantasie-Vocals, aus denen sich erst in der letzten Quasi-Strophe der Titel herausschält - eine Hommage an KRAFTWERKs Florian Schneider, auf einen Marschrhythmus gespielt und dann auch noch die Erwähnung der deutschen Boden-Boden-Rakete aus dem 2. Weltkrieg - naja, Bowie und sein Rumgespiele mit faschistischen Bildern...aber die Musik, der Titel, das Image von KRAFTWERK und die Tatsache, daß Bowie sie als großen Einfluß benannte, sind als Kombination ohne Frage faszinierend, von Bowies konsequent gegen den Strich getutetem Saxophon mal gar nicht zu sprechen.
"Sense Of Doubt" ist neben "Warszawa" der eingängigste von allen Instrumentaltiteln, die Bowie & Eno gemacht haben: 4 chromatisch absteigende Töne, große Räume, ein paar Synthesizer-Flächen - mehr braucht es nicht, um ein hochgradig visuelles, beklemmendes und dystopisches Stück Musik zu erschaffen, das schonmal "Alien" und "Blade Runner" andenkt. Diese Platte gehört, wie man so sagt, in jeden gut sortierten Haushalt.
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TOP 500 REZENSENTam 5. Juni 2008
Es ist schon erstaunlich, das es einen Engländer bedurfte, der hierher kam, um unsere ureigenen Gefühle und Atmosphären perfekt zu vertonen.

Man könnte sagen, seit dem Krautrock und seinem unendlichen Output, gab es keine adäquatere Platte mehr, die den Zeitgeist so fantastisch dokumentiert, wie Bowie hier auf Heroes.

Andererseits braucht man dafür natürlich gerade einen Künstler seines Kalibers. Das hätte zu der Zeit keiner von uns geschafft.

Wenn man das Album dann auflegt und völlig unvoreingenommen laufen läßt, ist es einfach nur unglaublich, mit welcher Sensibilität und Anteilnahme hier gearbeitet wurde. Wer die Berliner Straßen, Menschen und Szenen aus dieser Phase wirklich kennt, und weiß was los war, dem muß das Kinn schier bis auf den Fußboden fallen! Unsere haß-geliebten Klischees werden durch das dritte Ohr gedreht und auf die Essenz gestrippt, das man glaubt zu halluzinieren.

So kühl, berechnet und stilisiert werden da Klangwelten erschaffen, die so leicht klingen, und doch so tonnenschwer wiegen.

Eigentlich gibt es keine passenden Worte dazu. Man muß diese Gefühle durchlebt haben, dann versteht man diese Musik ohnehin ohne Umwege.

Sehr schön auch das Konzept, den ersten Teil mit obskuren Songs zu gestalten und dann im zweiten Abschnitt, die dunklen Meditationen zur Underground-entspannung.

Danke David, für ein einmaliges Album, das du uns geschenkt hast. Womöglich kam dir das Ergebnis selbst wie ein Wunder vor.
Eine Aufnahme, die es nicht nochmal gibt; in ihrer Art unübertrefflich.
Ein Album, das das Genre "Klassiker" deutlich mitdefiniert hat!

Liebe Grüße und ganz viel Freude damit!
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am 5. Januar 2007
Der perfekte Berlin-Soundtrack: Die Musik ist roh, dreckig, düster und wahnsinnig romantisch - mit Betonung auf wahnsinnig. Bowie beweist echtes Talent, seine Umgebung musikalisch abzubilden.

Der raue Sound der Platte ist entstanden, weil die Preproduction-Aufnahmen verwendet wurden. Das lag daran, dass Bowie und Eno einige Sounds nicht reproduzieren konnten, weil sie sich nicht mehr erinnerten, wie sie entstanden waren. Das hatte natürlich nichts mit Bowies damaligen Alkoholproblemen zu tun.

Mit dem Titeltrack hat Bowie einen perfekten Popsong abgeliefert - wer außer John Lennon kann das schon von sich behaupten - eine großartige Hymne, mit unglaublicher Leidenschaft vorgetragen. Die anderen Stücke der ersten Seite wirken skizzenhaft, unfertig, wie merkwürdige Pop-Mosaike.

Die Ambient-Musik der zweiten Seite malt schaurig-schöne Sound-Landschaften, in den stärksten Momenten versetzt sie den Hörer in wohliges Gruseln. Hier ist eine echte Weiterentwiccklung seit "Low" festzustellen, die Ambient-Tracks wirken sehr viel ausgefeilter als beim Vorgänger.

Anstatt die Platte wie "Low" mit Ambient-Sounds ausklingen zu lassen, überrascht Bowie den Hörer mit "Secret Life Of Arabia", das mit der düsteren Stimmung der Platte bricht, und mit seinen orientalischen Klängen auf das Nachfolge-Album "Lodger" hinweist.

Fazit: Zusammengenommen mit "Low" - denn die beiden Alben gehören zusammen - Bowies größter Wurf. Ein Meilenstein.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Oktober 2009
Es ist nicht nur einer der bekanntesten Songs Bowies, sondern auch einer seiner besten. Auf dieser EP sind die deutsche Version "Helden", die französische Version "Heroes", die deutsch/englische Version "Heroes/Helden" und die Liveversion vorhanden.

Bei diesem Song passt einfach alles, die Musik, der wirklich starke Gesang von Bowie, sowie ein herausragender Text. Der wirklich starke Text handelt von der Geschichte zweier Liebender die sich im Schatten der Berliner Mauer treffen.

Alle Versionen können hierbei überzeugen, wobei die Liveaufnahme gesanglich nicht ganz die Qualität der Studioversion hat, aber gerade daraus ihren ganz speziellen Reiz zieht. Ebenfalls unvergleichlich die beiden Versionen: deutsch und deutsch/englisch, die einfach wunderbar sind und der deutsche Text durchaus ansprechend ist.

Ein wenig schwächer empfinde ich die französische Version, aber das ist nun mal Geschmacksache.
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am 12. März 2013
Berlin 1977, Bowie lebt mit Iggy Pop Wand an Wand in Schöneberg. Neben täglichen Streifzügen durch die Stadt nimmt er im Sommer 1977 mit Visconti, Eno, Alomar "HEROES" auf. Der signifikanteste Unterschied zum Vorgänger LOW ist der Tagesausflug von Robert Fripp. Kam, spielte, flog davon.
Ich finde "HEROES" grandios, eine Platte voller Fragmente (eigentlich ein Nachteil), vier von zehn Liedern instrumental, die Songs haben nur selten eine klare Linie, sie brechen ab, und dennoch entsteht ein Flow. Natürlich muss man Zugang zu solch einer Musik haben. Findet man den nicht, kann das Ding sicher sehr nerven. Geht mit aber absolut nicht so.

Heroes ist von der reinen Komposition her eigentlich nichts Besonderes. Live konnte man das manchmal hören. Aber der fertige Song, der Sound, die Stimme, das Arrangement, entwickeln eine schier überwältigende Präsenz. Ein sehr gelungener Song und zurecht ein Klassiker. Der Opener Beauty And The Beast, druckvoll, zwei fragmentarische Strophen, eine Art Refrain, Wiederholung, dann so etwas wie eine Bridge, nochmal Strophe und Ref, seltsam und dennoch im Fluss. Auch bei Joe The Lion findet man keine klassischen Songstrukturen. Zu Beginn ein Rockriff, die Drums, dann der Gesang, eine kurze Bridge unterbricht die formlosen Strophen. Doch der Song klingt dennoch fesselnd und zusammenhängend.

V-2 Schneider, Bowies Hommage an Kraftwerks Florian Schneider zähle ich instinktiv nicht zu den Intrumentalstücken, obwohl außer dem Titel (zweimal) nichts gesungen wird. Ein klarer, grauer Popsong, groovender Bass, schönes Saxophon. Sense Of Doubt vermittelt eine kalte, dunkle, bedrückende und beindruckende Atmosphäre. Korrespondiert mit Warszawa von LOW. Moss Garden mit japanischer Koto ist der meditativste und friedlichste Song auf "HEROES". Klingt ein wenig wie die ersten Anzeichen des Frühlings auf diesem meist kalten Album. Auch bei anderen Momenten hört man optimistische Anflüge. Neuköln greift die Stimmung von Sense Of Doubt wieder auf, dazu hören wir orientalische Saxophontöne. Bowie sagte, dass er mit dem Lied die Isolation der türkischen Immigranten in Neukölln und Kreuzberg darstellen wollte. Ich finde dies sehr anschaulich.

Die Instrumentaltitel gefallen mir auf LOW etwas besser, sind aber für mich dennoch sehr gelungen. So hört sich Berlin (aber auch viele andere Städte) zwischen Oktober und März wirklich an, wenn man in der Stimmung dafür ist. Eine sehr emotionale Scheibe, karger als sein Vorgänger. Beim letzten Berlin-Besuch , April, sehr kalter Ostwind, beim Verlassen des Brücke Museums, in den Straßen Schönebergs, in Friedrichshain etc., an vielen anderen Plätzen oder Straßen, die Platte passt (auch heute noch) als Soundtrack. Jedenfalls für mich. Ich finde "HEROES" auch zeitlos und keineswegs schlecht gealtert. Blackout schließt sich den ersten beiden Stücken an, fragmentarische Melodiephrasen werden verworfen und wieder aufgegriffen. Schräg, abgedreht, hämmerndes Klavier, der Sänger ist "...under Japanese influence...", der Ruf nach dem Doktor. Der größte Teil des Gesangs, der Texte von "HEROES" , ist vor dem Mikro spontan geschrieben und eingesungen worden. Das hört man und das ist für meinen Geschmack durchweg sehr gelungen.

Sons Of The Silent Age ist der einzige Song der (neben vielleicht V-2 Schneider und mit Abstrichen Heroes) klassischen Songstrukturen folgt. Ein sehr schönes, nachdenkliches Stück, würde auch gut auf die 22 Jahre später erscheinende "hours..." passen. The Secret Life Of Arabia ist ein unglaublicher Song. Zwei sehr kurze Strophenfragmente, die auch noch verschieden sind, dazu dann ein sich wiederholender Refrain & das Ding funktioniert, nimmt mich mit. Beim Ausklingen des Songs habe ich nicht selten das Gefühl, die Strophen wären länger, als der Text offenbart. Beim Fadeout-Refrain mit clapping hands und lockerem Piano führt der Song zum Tanzboden an der Mauer. Ein "HEROES"-Popsong, wenn es so etwas gibt.

Ein seltsames Album, fragmentarisch, viel Raum für Intrumentalstücke und Improvisationen, beeindruckend und zurecht ein Klassiker!
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HALL OF FAMEam 5. September 2002
Das Album "Heroes" wird gerne in einem Atemzug mit "Low" genannt. Es hat im Vergleich mehr kommerzielle Power gehabt, Bowie selbst legte Wert auf viel Promotion, da er stolz auf "Heroes" war.
- Der Titelsong ist der beste Song, den Bowie seit Jahren abgeliefert hatte. Er wurde in mehrere Sprachen übersetzt. In Deutschland wird er leider oft mit dem abgegriffenen Christiane F. Motiv gesehen, da er in dem Film verwendet wird (als ein Geschäft geplündert wird). Der Track handelt von Bowies und Visconties Beobachtungen an der Berliner Mauer, als sich ein Liebespaar auf den hölzernen Aussichts-Plattformen regelmäßig traf (hat also mit Gewalt oder Drogen nichts zu tun). Besonders Enos majestätisches Syntesizer Gerüst und die Gitarre des für 1 Tag eingeflogenen Robert Fripp bringen den Song auf Hochformat.
- "Joe The Lion" ist etwas überproduziert. Selbst wenn gute Maler zu viele Schichten ihrer Farbkunst übereinanderlegen können sie die Wirkung zerstören. Es gibt eine Bonus-Version mit einfacherem Arrangement. Der Text handelt von einem Mann, der davon träumt sich an sein Auto zu nageln.
- "Sons Of The Silent Age" hier klingt seine Stimme fast dämonisch. Paßt zu Berlin mit seiner Stummfilmvergangenheit und Starmythen, die Engländer heute offenbar mehr interessieren als Einheimische.
-"Blackout" - handelt von einem großen (New Yorker?) Stromausfall und ist ein gelungener Instrumental-Track
- "V-2 Schneider" ist neben dem Titelsong das bekannteste Lied, leider auch wieder wegen "Christiane F." Es ist eine Huldigung an einen Musiker von Kraftwerk, Florian Schneider. Die Atmosphäre geht elektronisch los und das Saxophonspiel Bowies wird dem Song seine Melodie geben.
- jetzt geht es nur noch instrumental weiter, wie auf "Low", doch die Klänge sind ein wenig exotischer und freundlicher.
- "The Secret Life Of Arabia" - klingt exotisch
- Moss Garden klingt unheimlich mit seinem Pochen und Hintergrundwimmern.
- Neukölln handelt von dem Berliner Bezirk und suggeriert mit dem einsamen Saxophon einen großen Raum, was in der Tat für die riesige Stadt Berlin mit ihren einsamen großen Häusern und weiten Distanzen nicht untypisch ist.
RCA atmete auf, das Album verkaufte sich damals recht gut.
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am 13. Dezember 1999
"Heroes" ist künstlerisch eins der ausgereiftesten Bowie-Alben, auch wenn ihm der große kommerzielle Erfolg versagt blieb. Bowie nimmt den Faden des Vorgängeralbums "Low" auf und entwickelt ihn zielstrebig weiter. Wieder bietet er eine Mischung aus ungewöhnlichen Gesangsstücken und elektronisch geprägten, z.T. schroffen Instrumentals, an denen sich der Einfluß Brian Enos deutlich ablesen läßt. Während auf "Low" aber eine depressive Grundstimmung dominiert, zeigt sich auf "Heroes" ein kraftvollerer Bowie. Die musikalischen Ideen werden nicht nur skizzenhaft angerissen, sondern vollständig ausgeführt. Eins der schönsten Beispiele ist das Titellied, zu dem ihm der Anblick eines Liebespaars vor der Berliner Mauer inspirierte. Schroffen Rockern wie "Beauty and the Beast" und "Joe the Lion" werden dekadent-theatralische Töne wie in "Sons Of The Silent Age" gegenüber gestellt. Auch die Instrumentals haben es in sich. "V-2 Schneider" ist noch ein gitarren- und drums-lastiges Powerstück. "Sense of Doubt" und "Moss Garden" gehen in eine eher meditative Richtung, während bei "Neukölln" insbesondere das einsame Saxophongequäke am Ende eine Stimmung totalen Verlorenseins entstehen läßt. "Heroes" erschließt sich dem Hörer nicht leicht. Wer sich jedoch auf dieses musikalische Abenteuer einläßt, der wird reich belohnt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 26. März 2005
1977 gab es zwei Neuerscheinungen von David Bowie, das erste davon war Low, dessen Anfänge sich in Frankreich finden, welches aber in Berlin fertiggestellt wurde. ''Heroes'' ist ganz in Berlin entstanden und wurde 1977 zum besseren der beiden Alben erklärt. Das wird heute oft angezweifelt und das zeigt, wie sich die Zeiten ändern und Vergleiche der Zeit oft nicht zu lange stand halten. Denn wie man weiß gibt es 'Old Wave, New Wave und Bowie.'.
Die A Seite sind 'normale' Rocknummern, die unter Zuhilfenahme von Visconti und Eno genial umgesetzt wurden, aber heute von dem Lied ''Heroes'' einfach in den Schatten gestellt werden, genau wie die B Seite, die außer dem letzten Titel rein instrumentell ist. Dabei ist gerade V-2 Schneider ein Höhepunkt der Platte. Die anderen Stücke sind alle gut, fügen sich aber dem Gesamtkonzept und scheinen relativ homogen, also ein bisschen abgedreht, negativ/positiv, es spiegelt Berlin Ende der 70'er sehr gut wieder, alle Gegensätze, einfach Klasse, das Album
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am 9. Februar 2016
Mit „heroes“ von 1978 schält sich bowie aus seiner vergangenheit heraus und wird wirklich er selbst. Es gibt wenige alben, die so sehr mit ihm und seiner wirkung identifiziert werden. Die songs grooven in einem rock and rolligen arrangement, der sound ist zwar nicht wirklich hart, aber doch zur hauptsache krachig, schiefe töne und verstörende klänge inklusive. Auch seine stimme scheint erholt und kräftig zu sein, und der etwas schwächliche thin white duke zeigt, dass er sich aufrappeln kann. wahrscheinlich ist das werk zu recht neben „ziggy stadust“ das erfolgreichste seiner karriere – was immer noch nicht bedeutet, dass es jedem gefallen muss.
„beauty and the beast“ und „joe the lion“ bemühen ein wenig den horror effekt mit all den schrägen tönen und den kantigen klängen, „heroes“ ist die bowie-hymne schlechthin, „sons of the silent age“ bringt einen verwandelten bowie aus der „space oddity“-vorzeit zurück, „black out“ rockt los und integriert doch lyrische synthie-sounds, „v2-schneider“ groovt im bass wie eine disco-nummer. In der zweiten hälfte genehmigt sich bowie wie in „low“ ausflüge in elektronische experimente und instrumentals. „sense of doubt“ klingt düster und drohend, „moss garden“ wie fernöstliche tempelmusik, „neuköln“ futuristisch und jazzig wie echter krautrock, und erst mit „the secret life of arabia“ kehrt bowie zu seinen gewohnten songstrukturen zurück, allerdings sehr disco-orientiert und groovig.
Alles in allem fällt bei dieser sammlung von ergebnissen auf, dass bowie zwar vielseitig interessiert und ein mann der einprägsamen melodien war, aber nie der der böse rocker. Er war kommerziell und originell, liebte grooves und sounds, war aber nie der tanzbodenkönig, sondern einfach immer ausschließlich er selbst. Wenn es dem hörer gefiel, hatte er glück (der hörer), denn etwas anderes als bowie bekam er von ihm nicht geboten, bei aller vielfalt, bei allen künsterischen launen, trotz des immer schicken outfits, die er trug. Er war nicht das rock-chamäleon, als das man ihn immer gern bezeichnete, er war der rock-harlekin, tieftraurig und doch der clown für den rockzirkus, den er so liebte. Daran ändert auch „heroes“ nichts – es ist ein sehr gut produziertes, kommerzielles album mit ecken und kanten, wartet mit einem unsterblichen hit auf, aber es ist nur ein stein auf dem weg des meisters.
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