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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur der Film zur Platte, 28. August 2009
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: The Rolling Stones - Time is on our side [IT Import] (DVD)
Im folgenden beziehe ich mich auf die holländische DVD-Ausgabe, da mir nur diese vorliegt:

"Let's spend the Night together" war der offizielle Konzertfilm zur '81er Amerika-Tour der Rolling Stones. Die erste Konzerthälfte sowie weitere Songs stammen aus Konzerten in Phoenix (wie aus Textzeilen wie "out of all the girls in Phoenix she loves me true" oder "I met a gin-soaked barroom queen in Phoenix" hervorgeht). Natürlich hat man für den Film beeindruckende Luftaufnahmen des Riesenstadions eingefangen; mit dieser Tour waren die Stones endgültig in die Stadion-Liga aufgestiegen, und das sollte auch deutlich dokumentiert werden.

Zu dieser Zeit lernte ich die Stones kennen und lieben, und ich weiß noch, wie die Frage durch die Medien ging, wie lange diese alten Säcke es mit fast vierzig (!) immer noch bringen könnten, im Rückblick geradezu lachhaft. Interessant die Parallelen bzw. Unterschiede zum aktuellen Konzertfilm "Shine a Light": Mick Jagger ist sich hier wie da der Präsenz der Kameras sehr bewusst und bezieht sie aktiv in seine Show mit ein, so wie im Grunde er es ist, der die ganze Show reißt. Was seine Agilität, sprich seinen Bewegungsdrang angeht, so legte er für "Shine a Light" fast noch einen drauf; unglaublich, wie fit er auch 25 später noch ist! Keith, seit kurzem wieder clean, sah erstaunlich gesund und vital aus (sofern man diese Begriffe überhaupt mit ihm assoziieren möchte); es fällt auf, wie aufrecht er zu dieser Zeit beim Spielen noch stand, während er im Laufe der Jahre immer mehr dazu überging, mit vornüber gebeugten Schultern und eingeknickten Knien zu spielen. Am häufigsten im Bild sind natürlich Mick und dann Keith, gefolgt von Ronnie; Bill Wyman (auf seiner vorletzten Stones-Tour) und Charlie Watts sind auch gelegentlich zu sehen.

Dies war die erste Stones-Tournee, bei der Sender für Mikros und Gitarren zum Einsatz kamen, und die Stones machten von der neu gewonnen kabellosen Freiheit ausgiebig Gebrauch. Gleichzeitig war dies die vorletzte Tour, bei der noch keine Videoleinwände zum Einsatz kamen (wohl aber das Schlussfeuerwerk), und die letzte, bei der die Stones sich nur von drei Begleitmusikern unterstützen ließen, was bedeutet, dass Keith und Ronnie noch etliche Backgroundstimmen selber ins Mikro grölen. (Für mich sind SIE die beiden echten "Black Crowes"; bei diesen Konzertaufnahmen kann man im Geiste die Brüder Robinson vor sich sehen, die beschließen: "Wir gründen auch eine Band, und wir wollen so sein wie Keith und Ronnie!")

Das Publikum ist gerade in der ersten Filmhälfte erstaunlich statisch und reagiert eigentlich fast nur, wenn Mick es von einem Bühnenflügel aus animiert - was vermutlich an der Stadiongröße liegt und Mick überhaupt nicht aus dem Konzept bringt; in der zweiten Filmhälfte kommen Showeinlagen und Publikumsaktion viel stärker zum Tragen, beispielsweise wenn während Honky Tonk Women etliche Models auf die Bühne kommen.

Die Setliste beschränkt sich erfreulicherweise nicht nur auf die reinen Ur-Hits, sondern umfasst den größten Teil des Tourprogramms und beinhaltet mit Songs wie Neighbours, Black Limousine, Hang Fire und Let it bleed selten gehörte Live-Raritäten. (Leider fehlt When the Whip comes down.) Die Film-Versionen von Satisfaction und Going to a Go-Go erschienen auch auf dem parallel veröffentlichten Live-Album "Still Life" (wie bei den Stones üblich, im Studio nachbearbeitet); letzteres wurde sogar als Single ausgekoppelt. She's so cold ist eine Hammer-Version.

Die Bildqualität ist, besonders für 1981, hervorragend. Die Tonspur liegt in lupenreinem Stereo vor: Ronnie wie üblich links (und erstaunlich gut zu hören!), Keith rechts, Ernie Watts am Sax meistens rechts, manchmal auch mittig, dann wieder links, Abwechslung muß sein! Ian Stewart (Piano) und Ian McLagan (Keyboards) liegen beide auf dem linken Kanal - und sind natürlich zusammen leiser als Ronnies Gitarre und nur gelegentlich zu erahnen. Etwas schräg die Tatsache, dass Bills Bass durchgehend nur auf dem rechten Kanal zu hören ist - ich dachte, dass sei seit Anfang der Siebziger out?!

Als Bonusmaterial gibt es nur den Kinotrailer, der mit Start me up unterlegt ist. Nicht ganz verständlich, warum man im Menu aus einer Anzahl von Untertiteln wählen soll, diese dann aber gar nicht abrufen kann. In einigen Fällen wurden der Abwechslung halber z.B. Backstage-Szenen und Doku-Material unterlegt; bei Going to a Go-Go wird im Zeitraffer der Bühnenaufbau in einer Halle gezeigt. Verständlich, dass man, um den Fluß des Konzertes zu erhalten, bei fast jedem Lied die Schere angesetzt hat. Leider wurde dabei aber bei Under my Thumb der Schlussakkord amputiert, und bei Waiting on a Friend, Let it bleed, Jumpin' Jack Flash und Brown Sugar hat man sehr unsensibel die Intros gekappt (bei den letzten beiden sogar ganze Songteile).

Während dieser Tournee entstand auch die berühmte Szene, in der Keith mitten in Satisfaction seine Gitarre abschnallt, mit ihr nach einem Fan schlägt, der die Bühne gestürmt hat, und ohne mit der Wimper zu zucken weiterspielt, als die Ordner den Fan im Griff haben; schade, dass sie hier nicht auch zu finden ist. Das tut dem Spaß jedoch keinen Abbruch: "Let's spend the Night together" war viele Jahre lang eine Rarität, und es macht Freude, endlich wieder die Bilder zur Platte auffrischen zu können. War "Still Life" ein schöner Appetitanreger, kommt man hier dem Konzerterlebnis viel näher.
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