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TOP 500 REZENSENTam 2. September 2010
Mozarts letzte italienischsprachige Oper - 1791 parallel zur Zauberflöte entstanden - galt lange als uninspiriertes Auftragswerk. Tatsächlich wurde Mozart sehr kurzfristig beauftragt, eine Oper zur Feier der Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen zu komponieren. Vorlage war ein Libretto von 1734(!), das schon über 40 x(!) vertont worden war - eine klassische opera seria (allerdings mit einigen Modernisierungen).

Erst in den letzten 25 Jahren erlebt der Titus eine große Renaissance, nicht zuletzt dank Nikolaus Harnoncourt. Er zeigt Mozart als Meister der Charakterisierung mit musikalischen Mitteln, die Oper als großes Seelendrama, in dessen Mittelpunkt der Sesto steht, eine ganz heutige, glaubwürdige Figur, weit entfernt von jedem barocken Klischee.

In dieser Aufnahme von 1993 ist Ann Murray der Sesto. Sie hatte die Rolle schon bei der Salzburger Festspielen unter Harnoncourt gesungen und berührt auch hier mit der Verzweiflung, der Trauer des Verräters wider Willen. Allerdings hat sie nicht wirklich eine Mikrophonstimme, dafür ist ihr Vibrato etwas zu groß.

Die Vitellia wird von der wunderbaren Lucia Popp in der letzten Aufnahme vor ihrem frühen Krebstod ungewohnt menschlich und zart gesungen. Ruth Ziesak, Delores Ziegler und Laszlo Polgar füllen die Nebenrollen ebenfalls mit Leben.

Der einzige Sänger der Aufnahme, der mich nur bedingt überzeugt, ist Philip Langridge in der Titelrolle, dessen v. a. im piano enge, wackelige Höhe zwar zum Charakter des Titus passt, aber nicht immer ein Genuss ist.

Chor und Orchester des Opernhauses Zürich überzeugen mit einer engagierten Leistung. Insgesamt haben wir hier also ein insgesondere dramatisch sehr überzeugendes Plädoyer für eine lange verkannte Oper. Wegen teilweise besserer Sängerleistungen ziehe ich persönlich noch die - allerdings viel teuere - Gardiner-Aufnahme (v. Otter, Varady, Rolfe-Johnson, McNair) vor. Nicht nur wegen ihres Preises ist aber auch die Harnoncourt-Version allemal sehr hörenswert.
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am 7. Mai 2011
Nikolaus Harnoncourt ist mit Mozarts letzter Seria, die leider immernoch ein wenig im Schatten seiner anderen Meisterwerke steht, eine rundum passende Einspielung gelungen. Er gibt mit dem Orchester des Opernhauses Zürich eine farbreiche Glanzleistung ab, die auch nicht vor ab und an schroffen Tönen zurückschreckt.
Ihm steht ein ausgesuchtes und ausgezeichnetes Sängerensemble zur Verfügung. Der britische Charaktertenor Philipp Langridge bringt sich mit schöner Stimme in der Titelpartie ein und sie ist bei aller Charakterzeichnung auch leicht genug, sodass ihm auch die technischen Finessen der Partie ausreichend zu Gebote stehen, wenn man über ein paar zu hastig genommene Koloraturen hinwegsehen mag.
Lucia Popp hat gerade im Mozartfach eine wirklich exemplarische Karriere gemacht. Von der Königin der Nacht hat sie sich die lyrischen Partien erarbeitet und hat - hier leider in ihrer letzten Einspielung - auch zu einer dramatischeren Partie gefunden, für die ihr Sopran prädestiniert war. Der Ton ist runder und voller geworden und sie gibt die Vitellia nicht als "Giftspritze", sondern mit viel Verzweiflung und Trauer. Das ist noch einmal ganz große Gesangskunst. Ruth Ziesak kann mit lyrischer Leichtigkeit in der kleinen Partie der Servilia überzeugen, ebenso wie Ann Murray und Delores Ziegler in den Mezzo- und Laszlo Polgar in der Basspartie des Publio. Mit Langridge, Popp und Polgar sind drei der sechs Sänger viel zu früh verstorben, ihr jeweiliger Wert für Gesangskultur bleibt mit dieser Aufnahme auf ewig nachprüfbar.
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