Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madamet designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen1
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
0
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Audio CD|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 28. Juni 2010
Nikolaus Harnoncourt hatte 1980 mit Idomeneo eine Reihe von Gesamtaufnahmen von Mozart-Opern begonnen, die immer wieder für Aufsehen und für Überraschungen sorgte. Kaum eine Aufnahme aber hat das Bild einer Oper so geprägt wie diese 1991 entstandene Einspielung von Così fan tutte:

Die letzte Zusammenarbeit von Mozart und seinem Librettisten Lorenzo da Ponte galt im 19. Jahrhundert als zu frivol und albern und wurde allenfalls in stark verfremdeter Form aufgeführt. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Stück wieder entdeckt, galt aber trotzdem als v. a. geniale Musik mit mäßigem Libretto. Kritisiert wurde v. a. das plötzliche, unvermittelte Happy End. Dann verglich Harnoncourt die Musik des Finales mit anderen Mozart-Finali und stellte fest, dass offenbar auch Mozart selbst den Lippenbekenntnissen seiner Darsteller nicht glauben wollte. Nach dieser Deutung stehen am Ende eben vier desillusionierte junge Menschen vor den Trümmern ihrer Beziehungen und zwei eitle Zyniker vor ihren Gewissensbissen. Diese Interpretation hat Schule gemacht, und heute kommt eigentlich kein Dirigent oder Regisseur daran vorbei.

Die Aufnahme selbst ist sehr sorgfältig erarbeitet. Jedes Detail der Interpretation der Sänger und der Artikulation des - sehr guten - Orchesters (Concertgebouw Orkest Amsterdam) erscheint bewusst und verdeutlicht das Konzept des Dirigenten. Die Solisten bieten nicht den Stimmluxus, den man etwa in der alten Karajan-Aufnahme aus den 50ern oder bedingt der Böhm-Aufnahme aus den 60ern hören konnte. Dafür entschädigen sie mit ausgefeilten Interpretationen.

Die Holländerin Charlotte Margiono überzeugt darstellerisch als zarte Fiordiligi mit ihrer in der tiefen Lage warmen, weichen Stimme. In der Höhe verliert sie dagegen Volumen, die Stimme wird schärfer, das Vibrato etwas unkontrolliert. Delores Ziegler klingt als Schwester Dorabella jünger, ihr hoher, heller Mezzo passt gut zu ihrer Interpretation eines impulsiven jungen Mädchens.

Auch bei der Besetzung der Despina mit Anna Steiger setzte Harnoncourt einen Trend - statt einer hohen Soubrette besetzte er einen tiefen Mezzosopran, um den Erfahrungsabstand zu den beiden Schwestern deutlich zu machen. Leider klingt Steigers Stimme in der Höhe scharf und etwas zu alt.

Der vor einigen Jahren bei einem Familienstreit so tragisch ums Leben gekommene südafrikanische Tenor Deon van der Walt ist ein technisch guter, musikalisch überzeugender Ferrando, allerdings ohne die männliche Ausstrahlung eines Fritz Wunderlich oder Léopold Simoneau. Gilles Cachemaille wäre als Don Alfonso besser besetzt gewesen. Seiner etwas rauhen Bassbaritonstimme fehlt die Rundung, um nicht nur den draufgängerischen Offizier, sondern auch den Verführer glaubhaft zu machen.

Thomas Hampson schließlich singt den Don Alfonso ebenso zynisch wie attraktiv - er ist tatsächlich eine Idealbesetzung.

Eine spannende, wegweisende und zumindest gut besetzte Aufnahme.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

11,49 €
11,49 €
8,78 €