40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Muse und "The Resistance" ist ein Muss!
Das 5. Album von Muse "The Resistance" ist wieder für Menschen, die nach Edel- Glamrock suchen und die ihn hier auch definitiv finden werden.
"The Resistance" beginnt sehr groovig mit dem Opener "Uprising", der allerdings die größte Schwachstelle des neuen Album darstellt und sich im Vergleich mit "Take a Bow" aus dem Vorgängeralbum, den Vergleich gefallen lassen...
27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Dudel dudel dudel - Oh, war was?
Jede Band soll das Recht haben, sich weiter zu entwickeln und neue Musikstile für sich zu entdecken. Bei "The Resistance" erinnern aber leider nur mehr die Hälfte der Lieder an Muse, wie ich sie kennen gelernt habe. Ich bin normalerweise keiner, der eine Band nicht mehr mag, weil sie andere Musik macht als "damals"; die neue Musik sollte aber halt schon gut sein. Aber...
Das 5. Album von Muse "The Resistance" ist wieder für Menschen, die nach Edel- Glamrock suchen und die ihn hier auch definitiv finden werden.
"The Resistance" beginnt sehr groovig mit dem Opener "Uprising", der allerdings die größte Schwachstelle des neuen Album darstellt und sich im Vergleich mit "Take a Bow" aus dem Vorgängeralbum, den Vergleich gefallen lassen muss, welcher Opener der schlechtere ist.
Danach folgt sofort der Übersong / das Highlight der CD "The Resistance". Man sollte ja mit Superlativen aufpassen, aber für mich stellt dieses Lied für mich sogar das Single- Highlight (keine Auskopplung bisher) im Jahr 2009 dar.
"Undisclosed desires" macht ebenfalls Freude und fischt dabei in Depeche-Mode Gewässern. Weiterhin wird mit "United States Of Eurasia" wieder klar auf Glamrock gesetzt, mit dem Muse ein Denkmal für die alte Liebe Queen setzt.
Die Nachfolgenden zwei Lieder bieten dann leider nicht viel Nährwert, weshalb ich diese Lieder nur mit 3,5 Sternen bewerte. Mit "MK Ultra" und dem Zweiteiler "I Belong To You / Mon Coeur S'Ouvre A Ta Voix" ist Muse wieder ein großer Wurf gelungen. "MK Ultra" gehört zu den lauteren Stücken des Albums und stiehlt dem Zweiteiler nur Hauchdünn die Show - geil! Danach kommt es sogar noch besser: Mit "Exogenesis: Symphony Part 1 - 3" rocken Muse dann endgültig alles weg. Der Hörer wird entzückt mit 15 Minuten kunstvollen Pathos wie nur die Engländer ihn hinbekommen. Nach den Vorgängern "Absolution" und "Black Holes And Revelation" ist "The Resistance" ein weiterer Schritt der Band, sich vom Alternative Rock wieder ein wenig zu entfernen oder anders: Muse machen opernhafte Musik für Menschen, die keine Opern mögen.
Setliste + Bewertung:
1. Uprising 3 Sterne
2. Resistance 6 Sterne
3. Undisclosed Desires 4,5 Sterne
4. United States Of Eurasia / Collateral Damage 4 Sterne
5. Guiding Light 3,5 Sterne
6. Unnatural Selection 3,5 Sterne
7. MK Ultra 5 Sterne
8. I Belong To You / Mon Coeur S'Ouvre A Ta Voix 5 Sterne
9. Exogenesis: Symphony Part 1: Overture 5 Sterne
10. Exogenesis: Symphony Part 2: Cross-Pollination 5 Sterne
11. Exogenesis: Symphony Part 3: Redemption 5 Sterne
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...wie auf der Absolution oder Origin-Scheibe sind die Jungs nicht mehr. Das mag hier den ein oder anderen stören. Geschmack ist eben Geschmack und über den lässt sich ( auch wenn es hier oftmals versucht wird ) eben nicht streiten.
Sicher, ich war auch etwas verstört über die Queen-Sounds. Aber mal ehrlich: wenn einer das Zeug dazu hat, eine sauber und aufwendige Hommage an Freddie und seine Truppe zu liefern, na dann doch wohl MUSE. Genius M.B. trifft im Klang-Olymp auf ein ebensolches Genie F.M. - is doch eigentlich ganz geil !
Ein weiteres Wunder ist es, Matthews Stimme mal in anderen Tonlagen zu hören, nämlich nicht auf der höchstmöglichen. Finde ich durchaus gut. Die hohen Stimmlagen werden außerdem auf der "Exogenesis Symphony" rausgehauen, dass es einem die Rübe - im positiven Sinne - zum platzen bringt.
Wer den sogenannten Original-Hammer-Sound wie zu "alten" Zeiten sucht, findet ihn mit "MK Ultra" auf jeden Fall im Gepäck.
Es ist also meiner Meinung nach genug alter Stil vorhanden, ohne aber die Weiterentwicklung und das..... naja "Erwachsenwerden" der Band zu bremsen. Hier wird kein Alternativ-Rock der Jugend gemacht, sondern richtige Musik. Schön das es sowas überhaupt noch gibt.
Um zu den Superlativen zu kommen und meine Huldigung abzuschließen:
Matthew Bellamy steht für mich in einer Reihe der absolten Multi-Instrumental begabten Meistern, wie ich sie nur von Mike Oldfield [sic!] und Dave Grohl kenne. WAS FÜR KOMPOSITIONEN !
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MUSE: The Resistance
Was für eine Entwicklung! Was für eine enorme Wegstrecke haben Muse in den 10 Jahren, die seit dem Erscheinen ihres ersten Albums "Showbiz" vergangen sind, zurückgelegt! Auf "The Resistance" scheint nichts mehr an die Songs von früher zu erinnern! Die drei Briten haben sich auf ihrem neuesten, enorm komplexen Album in jeglicher Hinsicht neu erfunden.
"The Resistance" ist in jeglicher Hinsicht bombastisch, es bietet in sämtlichen Bereichen ,mehr`, ohne dabei je ,zuviel` zu sein. Bisweilen erinnern einzelne Momente des Albums an eine Reihe bekannter Künstler oder Bands, deren Spannweite von Queen über Maroon 5, Depeche Mode, U2, System of a down und Meat Loaf bis hin zu Andrew Lloyd Webber, Filmkomponisten wie Howard Shore, John Barry oder Hans Zimmer und klassischen Komponisten wie Chopin und Rachmaninov reicht, aber all diese scheinbar bekannten Klänge sind bei genauem Hören nie mehr als geschickt aufgenommene Musikzitate, die Muse ohne jede Scheu mit außergewöhnlicher Kreativität und viel Witz zu etwas absolut Eigenem (und bisweilen Eigentümlichem) gestalten. Sicher ist das fünfte Studioalbum von Muse nicht leicht in seiner ausufernden Komplexität zu begreifen und zweifellos wird es vielen Fans der ersten Stunde schwerfallen, sich damit anzufreunden - zu unvorstellbar scheint es, dass dies dieselbe Band ist, die Songs wie "Citizen erased" oder "Stockholm syndrome" geschaffen hat -; aber wer im Rückblick alte Songs wie "Megalomania", "Blackout" oder auch "Map of the problematique" hört, wird erkennen, dass es Vorboten für ein Album wie "The Resistance" schon immer in der Musik von Muse gegeben hat. Und es ist ein Merkmal großer Kunst und Künstler, dass sie sich stets weiterentwickeln, ohne sich dabei je untreu zu werden. Die diffuse Wut, mit denen die früheren Songs getränkt waren, scheint beim ersten Hören milder geworden zu sein, aber dies scheint nur so: Der frühere, meist richtungslose Zorn hat sich weiterentwickelt zu konkreten (politischen) Anklagen und sehr direkten Aussagen - auch und vor allem zur Macht der Liebe im Widerstand gegen herrschende politische Verhältnisse. Zu diesem Thema, das bereits in "Invincible" (Black Holes & Revelations, 2006) angeklungen war und das eine neue Dimension und neue Farben in die Songtexte einbringt, wurde M. Bellamy laut eigenen Aussagen von George Orwells "1984" inspiriert, einem Roman, der in mehreren Songs Spuren hinterlassen hat, allen voran in "United States of Eurasia".
Es sind neben ihrer großen Innovationskraft in erster Linie ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Genauigkeit, die die Mitglieder von Muse auszeichnen: Schwierige Oktavläufe in den an Chopin und Rachmaninov gemahnenden Klavierparts sowie Gitarrenriffs, die ihresgleichen suchen, zeugen von Bellamys außergewöhnlichem Talent und Können; der Bass ist in weiten Teilen zu einem vollgültigen zweiten Melodieinstrument entwickelt, das Schlagzeug ist intensiv und häufig vorherrschend wie selten, und über allem spannt sich in anspruchsvollen, großangelegten Melodien mit weiten Sprüngen Bellamys gereifte, ungemein kraftvolle Stimme, die die Songs zusammenhält. Mit dem gelenkigen und erstaunlich leichtfüßigen Wechsel sowohl in der Dynamik der Songs (schnell / langsam; laut / leise) als auch in ihrer Thematik (Politisches Statement / Liebe) und besonders in der von ihnen gebotenen Perspektive (Ernst / Komik) fordern Muse dabei viel von ihrem Publikum: "The Resistance" verlangt sowohl Zeit als auch eine gehörige Portion Mut zum tiefen Eindringen in das äußerst komplexe Klang- und Textgebilde, aber für denjenigen, der sich vorurteilsfrei auf die Reise durch die elf Songs mitnehmen lässt, wird das Bündel roter Fäden, das sich durch das gesamte Album zieht, immer deutlicher und greifbarer werden.
Bei all seiner beinahe grotesken Skurrilität und Absurdität ist "The Resistance" durchaus eine der am ernstesten zu nehmenden musikalischen Neuerscheinungen dieses Jahres, nicht zuletzt auch, weil es selbst genau das vollzieht, wozu der Text von "Unnatural Selection" aufruft, nämlich "counterbalance this commotion": Scheint "The Resistance" anfangs überladen, so wird immer deutlicher, dass es in seiner schwierigen Komplexität stets perfekt und genau austariert ist. Muse, wandelbar und facettenreich wie das Albumcover, beweisen soviel Mut, sich mit gewagten experimentellen Innovationen und ihrer uneingeschränkten theatralischen Opulenz an der Grenze zur Lächerlichkeit zu bewegen (und - warum auch nicht? - diese bisweilen zu überschreiten), dass sie damit schon wieder über jede Lächerlichkeit erhaben sind. Kompromisslos, verspielt, intelligent, stilvoll und mit hohen Ansprüchen an die Fähigkeiten der Musiker sowie an die des Publikums ist "The Resistance" ein großartiges, absolut unvergleichliches Meisterwerk, das aber ohne Zweifel sowohl bei manchen Fans als auch Kritikern auf Widerstand stoßen wird.
Der Perfektionismus von Muse, der nicht nur beim genauen Songwriting und bei dem hohen Niveau der musikalischen Umsetzung zu spüren ist, sondern auch in der brillanten Aufnahmequalität und der genau überlegten Gestaltung des Booklets, wird nicht zuletzt auch auf der "Making of"-DVD auf sehr sympathische Weise porträtiert: Neben interessanten und sehr informativen Einblicken in die konkrete Entstehung und Aufnahme des Albums, bei der die musikalische Klasse der drei Briten deutlich wird - wahrhaft handgemachte Musik! -, beweist die DVD mit augenzwinkernden Detailszenen ganz nebenbei auch noch, dass Muse trotz beinahe uneingeschränkter Möglichkeiten im eigenen Studio durchaus geerdet sind und bei allem Erfolg und Ruhm nie die ursprüngliche, pure und zutiefst authentische Freude am gemeinsamen Musikmachen verlieren.
Uprising: Genialer Opener mit mitreißenden Rhythmen und engagiertem Text; ungewöhnlich für Muse ist der sehr direkte Einstieg ins Album; die erste Zeile - "paranoia is in bloom" - enthält die Stimmung des gesamten Albums und der monotone Refrain ist geradezu prädestiniert, von Tausenden Menschen mitgesungen zu werden ("They will not force us / they will stop degrading us / they will not control us / and we will be victorious")
Resistance: Sehr eingängig, treibende beats, wundervolle Melodie, harmonischer Wechsel von Gegensätzen (laut-leise, schnell-langsam), Refrain mit befreiender Aufwärtsbewegung; die Erwähnung der "thought police" verweist auf Orwells "1984" und auf den Themenbereich von Kontrolle und einem Widerstand, dessen Wurzeln in der Liebe liegen ("love is our resistance")
Undisclosed desires: Stilistisch am ehesten vielleicht zu vergleichen mit "Map of the problematique" und "Supermassive Black hole"; der einzige Song, der bis auf den Gesang nahezu ganz aus Samples besteht und nicht zuletzt schon allein daher an Depeche Mode der 90er erinnert, ein Vergleich der jedoch nicht lange standhält; durchaus gelungenes Experiment, clubtauglicher Sound
United States of Eurasia (+ Collateral Damage): Schon der Titel ist ein expliziter Verweis auf Orwells Roman "1984", auf den der Song (wie das gesamte Album) in vielerlei Hinsicht verweist; eine langsame, melancholische Ballade mit Klavierbegleitung geht über zu einer Stimmexplosion à la Freddie Mercury ("comic relief"), der arabische Klänge folgen, bevor das Lied mit dem wiederholten "Eura-sia -sia -sia -sia" Refrain vollends ins Absurde gleitet - bevor es durch die Einfügung eines Auszugs von Chopins Nocturne Nr. 2 (Opus 9, E Moll) wieder die Brücke zum Anfang schlägt und erneut die melancholische Dimension des Songs wachruft - die dann ihrerseits mit dem Geräusch eines startenden Düsenjets radikal abgebrochen wird... ein Meisterwerk, wie es aufgrund der Verbindung verschiedenster, scheinbar sogar gegensätzlicher Elemente nur Bellamy schreiben (und singen!) kann; großartiger, überaus poetischer Text, der durchgängig auf 2 Ebenen lesbar ist (Politik / Liebe)
Guiding light: Erinnert ein wenig an U2 der 90er, unterlegt mit 80er Synth-Effekten; beeindruckend: Bellamy als Verkörperung von Freddie Mercury UND Brian May; beinahe musicalartig und vielleicht gerade deshalb am wenigsten überzeugend von allen Tracks auf der CD: lyrisch und musikalisch zu wenig innovativ, um ganz ernst genommen zu werden, für eine ironische Sicht-(Hör-)weise aber liefert der Song nicht genug Hinweise
Unnatural selection: Zweifellos einer der ganz großen Höhepunkte des Albums (der stürmische Jubel der Fans bei den ersten Live-Aufführungen am Seaside-Rendezvous-Festival in Teignmouth am 4. und 5. September 2009 war bezeichnend, zumal die meisten Fans den Song dort zum ersten Mal hörten): Der Anfang mit Kirchenorgel und meditativem Gesang geht schnell über zu enorm dichten Rhythmen und einem aggressiven Riff (das eingefleischte Fans vielleicht ein wenig an den Anfang des sehr frühen Muse-Songs "Futurism" erinnert); grandioser Refrain, sowohl in Bezug auf den (kryptischen, und dabei vielsagenden) Text als auch auf die Musik; der langsame Teil ("slow motion") ist ein Kunstgriff, der dem ganzen Song Relief verleiht und seine Wirkung, gefördert durch das wiederholte "I want the truth", mit aggressivem Nachdruck hervorhebt
MK Ultra: Schnell, energiegeladen, aggressiv; Gitarrenriff mit Wahnsinns-Arpeggios; Bellamys Stimme in all ihren Facetten; der Refrain wirkt geradezu unheimlich durch die zuerst leise, dann laut mehrmals wiederholten Worte "They are breaking through"
I Belong to you (+ mon coeur s'ouvre à ta voix): Vor Ironie sprühendes, selbstparodistisches Meisterwerk, das zeigt, bis zu welchem Grad Muse das lustvolle Spiel mit musikalischen Zitaten treiben: hochkomisch, intelligent, verspielt; mag es auch ein wenig an "This love" von Maroon 5 erinnern, so gehen Muse doch über ein bloßes musikalisches Zitat weit hinaus - indem sie nämlich alles zitieren, was ihnen unter die Finger kommt, und dabei machen sie weder vor großen Opernarien halt, noch vor eigenen Songs: Dass die Opernarie (aus C. Saint-Saens` "Samson and Dalila"), die Bellamy mit herrlich britischem Akzent auf französisch singt, wie ein Song-im-Song genau zwischen Mu- und -se" eingefügt ist, ist alles andere als ein Zufall, genau wie auch die Zeile "you're my guiding lightning strike" nicht von ungefähr mit einem subtilen Augenzwinkern auf "Guiding light" vom selben Album verweist; auch Textzeilen wie "she attacks me like a Leo / when my heart is split like Rio / but I assure you my debts are real" zeugen von einem großen Humor, den man bei Muse nicht unbedingt mit solcher Deutlichkeit erwartet hätte. Dass Bellamys Stimme bei der Arie klingt, als käme sie aus einem alten Grammophon, was ihn kurzfristig zum Chansonnier à la Aznavour macht, und dass gegen Ende gar eine Bassklarinette fast jazzartig die Musik bereichert, zeigt, dass Muse vor nichts zurückscheuen, wozu sie in ihrer musikalischen Verspieltheit Lust haben - was zu erstaunlichen Meisterwerken führen kann!
Exogenesis I-III: Dreiteilige Rocksymphonie (I. Overture II. Cross-Pollination III. Redemption) mit vielen Tempo- und Stimmungswechseln; schwierige Klavierparts von tragender Bedeutung; Bellamys Falsett gibt dem Anfang etwas Sphärisches; der Anfang des zweiten Teils erinnert an Chopin und Rachmaninov und bietet Bellamy einmal mehr Gelegenheit, sein enormes musikalisches Talent und Können unter Beweis zu stellen; den Fundamentalfragen ("Who are we? / Where are we? / When are we? / Why are we?") und direkten Aufforderungen im Text ("You must rescue us all") folgt ein überraschend versöhnlicher, optimistischer Schluss in Dur. Ein sehr gewagtes, riskantes Experiment und vielleicht der Teil des Albums, der am schwersten zugänglich ist.
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Zu Muse sei zunächst einmal gesagt: Die Stimme des Sängers Matt Bellamy polarisiert sehr stark, und wenn jemand sich dieses Gejaule nicht antun kann ist das absolut legitim. Wenn man sich daran gewöhnt hat und den Gesang mag (so wie ich) eröffnet sich hier in 54 Minuten ein ganzes Universum.
Muse waren schon immer großartig, und bereits beim Vorgängeralbum Black Holes And Revelations habe ich beim Erscheinen gedacht Jetzt haben sie ihr Opus Magnum erschaffen. Von wegen!
Das neue Album beginnt mit einem kompakten Shuffle-Ohrwurm, der ersten Single Uprising (übrigens mit sehr nettem Video). Schon hier gibt es Muse-typische bombastische Harmonien. Nach dem überaus starken Titeltrack kommt eine ganz besondere Perle: Undisclosed Desires. Getragen von einem Samplebeat und Pizz-Strings à la Die Another Day (Madonna) in viel besser ist dieser Song ein Hybrid aus elektronischen Spielereien und Ballade, und diese abenteuerliche Mischung funktioniert unglaublich gut.
Das seichte Intro von United States Of Eurasia gibt nur kurz Zeit zum Durchatmen, bevor ein Queen-Chor den Song nach vorne treibt und ein Klavier/Streicherthema in irgendeiner variierten Phrygisch-Dur-Tonleiter die Kinnlade des unvorbereiteten Hörers vor lauter Schönheit zu Boden fallen lässt. Noch im selben Lied wird dann die Nocturne op.9 von Chopin verwurstelt, total gut!
Es folgen drei weitere, überdurchschnittlich gute typische Muse-Titel, die sich wiederum durch großartige Harmonien und klasse Refrains auszeichnen, bevor ein ganz besonderer Track kommt: I Belong To You (+Mon Coeur SOuvre A Ta Voix), Ein grooviger Klaviersong (ja, so was kanns geben^^). Eigentlich sollte man ein astreines Liebeslied erwarten, stattdessen hört man eine groteske Liebeslied-Parodie mit herrlicher Selbstironie. Der auf französisch gesungene Mittelteil stammt ursprünglich aus Camille Saint-Saëns Oper Samson und Delilah, und spätestens beim darauf folgenden Klarinettensolo sollte der letzte kapiert haben, wie dieses Lied aufzufassen ist. Herrlich lächerlich!!
Wenn im Vorfeld über die neue Muse-Platte berichtet wurde, gab es immer Verweise auf ein viertelstündiges Orchesterwerk. Aufgeteilt in 3 Tracks, schließt die Exogenisis Symphony das Album ab. Hier brauchten selbst meine Prog-erprobten Ohren ein paar Durchläufe, bevor ich das Werk begriffen hatte. Seitdem denke ich, dass das frenetische Lob mancher Amazon-Rezensenten auf diese Suite absolut gerechtfertigt ist, es handelt sich wirklich um das allerbeste Orchester/Band-Werk dass sich in meinem Plattenschrank befindet.
Dank meinem Hang zu Special Editions habe ich auch die dazugehörige Bonus-DVD, die den Aufnahmeprozess der einzelnen Tracks dokumentiert. Für Musiker interessant, und sicher eine der besseren Bonus-DVDs in meiner Sammlung.
Fazit: Ich habe The Resistance mit hohen Erwartungen gekauft, die dann um Längen übertroffen wurden! Definitiv neben der neuen Dream Theater eine der besten Scheiben des Jahres, und ich glaube, dass dieses Album das Potenzial hat, später als einer DER Klassiker des Jahrzehnts angesehen zu werden.
P.S.: Ach ja, und über das extrem gut gemachte Cover-Artwork habe ich jetzt kein einziges Wort verloren
P.P.S: Ich habe gerade noch ein paar negative Rezensionen zum Album gelesen, und da ist mir ein bisschen die Wut hochgekommen. Wenn jemand schreibt dass ihm die Musik nicht gefällt ist das die eine Sache. Auf dieser Basis ist das vollkommen legitim, Musik ist schließlich Geschmackssache. Aber wenn man in einem höchst objektiv klingendem Tonfall das Album als kommerzielle, langweilige, seichte, selbstgefällige (...) Popmusik abtut ist das für mich total daneben und ein Schlag ins Gesicht des Musikers.
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Mit dem neuen Album sind Muse wieder einen Schritt weitergegangen und das überrascht sicher den ein oder anderen Fan. Für mich sind dabei entlang dort angelangt, wo ich sie schon beim ersten Album erwartet habe. Die Band hat überwunden sich an einer Musikrichtung festhalten zu müssen und schreibt einfach nur unglaublich gute Songs mit viel Tiefgang, ohne die Notwendigkeit sich durch konstruiert kommerzielle Songstrukturen Gehör zu verschaffen.
Das riecht natürlich nach großen Vorgängern und Inspirationen ala Queen, Italo-Western, 70-er Pathos & Oper...Muse vereinen eine Menge davon und schaffen schließlich eine sehr starke CD mit Langzeitwirkung.
Einzelne Songs hervorzuheben ist nicht nötig, da es keinerlei Schwächen gibt. Vielleicht: "Unnatural Selection" und "United States Of Eurasia". 5 Punkte für die Songs und 5 Extra-Punkte für die Risikobereitschaft eines solches Album abzuliefern inclusive der finalen Symphony.
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Eins muss man Muse ja lassen. Ihr Drang, immer neue Elemente ihrem seit jeher ausladenden Alternative Rock hinzuzufügen spornt sie seit nunmehr 10 Jahren zu immer neuen Höchstleistungen an. Und mittlerweile hat sich auch der Erfolg endlich eingestellt. Die größeren Hallen werden auch abseits der englischen Heimat voll, denn der Ruf, eine der besten Live Bands der Welt zu sein spricht sich langsam rum. Die richtigen Songs dafür haben sie eh schon immer gehabt. So geht auch das mittlerweile fünfte Album The Resistance den Weg kontinuierlich weiter, den zuletzt Black Holes & Revelations eingeschlagen hatte. Die Band öffnet sich neuen Spielarten, die Produktion wird ausgereifter, der raue, wütende Zorn der Anfangstage weicht einer stärkeren Musikalität. Das wird sicher vielen Fans der ersten Stunde nicht sonderlich gefallen, aber Muse haben sich halt weiter entwickelt. Immerhin sind sie keine 20 mehr, wie noch zu Showbiz-Zeiten.
So ist The Resistance natürlich wieder ein gewohnt pompöses, ausladendes Album, dass wie immer dem uneingeschränkt sympathischen Größenwahn frönt. Nach dem thematischen Ausflug in ferne Galaxien auf dem letzten Album, geht es diesmal etwas bodenständiger zu. Wobei die Betonung natürlich auf dem etwas liegen sollte, denn inhaltlich gehts diesmal neben den üblichen Themen Liebe, Sex und Zärtlichkeit natürlich auch um revolutionäre und politische Umbrüche, sowie den gelebten Widerstand. Bereits der Album-Opener, die treibende Single Uprising kündet davon. Im Titeltrack fleht Matthew Bellamy anschließend die Angebetete an, dass ihre Liebe ihr Widerstand gegen all den Rest ist. Ach, schön. Zumal der Song ordentlich Ohrwurmpotential hat. Im Anschluss wirds tanzbarer, denn mit dem groovigen Undisclosed Desires präsentiert man sicher einen der ungewöhnlichsten Muse-Songs. Immerhin ist es der erste, der vollkommen ohne Gitarren- oder Pianospiel von Matt auskommt. Herausgekommen ist ein Song, den Timbaland besser nicht hätte hinbekommen können. Urbaner Elektro-RnB inklusive sexy Text. Eine Art konsequente Weiterentwicklung von Supermassive Black Hole. Sicher eine ziemliche Geschmackssache, aber nicht ohne Reiz. Auch die weiteren Songs des Albums zeigen die bisher vielseitigste musikalische Bandbreite der Band. United States of Eurasia gibt all den Leuten, die Muse seit jeher als neue Queen ansehen endgültig Recht, während sich das schwülstige Guiding Light irgendwo zwischen U2 und fiesem 80er-Pop bewegt. Inklusive viel Hall auf den Drums. Das lange Unnatural Selection, sowie MK Ultra gehen dann wieder in die klassische Muse Richtung. Nachdem sehr ungewöhnlichen I Belong To You setzen Muse natürlich noch einen drauf und beenden das Album mit der dreiteiligen Exogenesis-Symphonie, welche noch einmal die klassisch-virtuose Seite der Band mit ihrem bekannten Gitarrensound verbindet. Gerade der finale Teil, Redemption ist ein wundervoller Ausklang, der kaum hätte besser sein können.
Und was sagt uns nun dieses Album in seiner Gesamtheit aus? Nur das, was ich schon zu Eingang gesagt hatte Muse entwickeln ihren Kunstrock konsequent weiter und betonen diesmal, auch aufgrund der erstmaligen Verwendung eines echten Orchesters, ihre symphonische Seite. Außerdem werden die Einflüsse aus den 80ern vielleicht noch eine Spur deutlicher als auf Black Holes. Insgesamt ist The Resistance ein sehr stimmungsvolles und abwechslungsreiches Album geworden, welches die Experimentierfreudigkeit der Band mit anderen Genres feiert und sich hinter vergangenen Alben nicht verstecken muss. Es fehlt vielleicht noch der letzte konsequente Schritt, um es perfekt zu machen, aber nichts wäre fataler, als wenn diese wunderbar begabte Band bereits jetzt bereits ihr ganzes Pulver verschossen hätte. Da scheinen uns sicher noch spannende Jahre ins Haus zu stehen
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Da ist sie nun also, die neue Muse. Bombastischer und schwelgender als alles Bisherige dieser Band. Konsequent geht Matthew Bellamy seinen Weg weiter und dieses Werk ist die logische Folge davon. Einigen mag das nun zu viel des Guten sein, andere werden es lieben. Für mich ist es voe allem ein sehr spannendes und eigenständiges Werk, welches sich aus der breiigen Masse der gleichförmigen Produktionen hervorhebt. Natürlich erkennt man Queen-mässige Elemente, aber das muss ja nichts Schlechtes sein, jedenfalls ist es um Längen besser als die letzten Queen-Alben ohne Freddie Mercury. So etwa könnte Queen im 21. Jahrhundert klingen, würde Mister Bulsara noch leben.
Zu den einzelnen Titeln:
1. Uprising:Solider, rockender Muse-Titel: 4
2. Resistance: Packt nicht so ganz: 3
3. Undisclosed desires: Spannender Aufbau, vertrackt: 4
4. Eurasia: Queen-mässiges Opus. Einer der Höhepunkte der CD: 5
5. Guiding Light: Schwerer Rhythmus, tolle Gitarren: 4.5
6. Unnatural Selection: Bestes Muse-Songwriting: 4.5
7. MK Ultra: Fällt etwas ab, immer noch guter Durchschnitt. : 3
8. I belong to you: Ganz passabel, nicht der Titel, der mir am Schluss in
Erinnerung bleibt.: 3.5
9. Exogenesis: Part I, II und III:Spannende und pathetische Mini-Oper. Starker
Aufbau! gegen Schluss etwas zu weinerlich, deshalb nur: 4.5
Insgesamt ein reifes Werk mit einigen Experimenten. Mit Abstand das Übelste an dieser Scheibe ist das hässliche Cover, aber man kann es ja zudecken oder umdrehen.
Mit dieser CD hat mich Muse ein weiteres Mal über weite Strecken entzückt und somit gibt es eine sehr gute 4.
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MUSE: The Resistance
Was für eine Entwicklung! Was für eine enorme Wegstrecke haben Muse in den 10 Jahren, die seit dem Erscheinen ihres ersten Albums "Showbiz" vergangen sind, zurückgelegt! Auf "The Resistance" scheint nichts mehr an die Songs von früher zu erinnern! Die drei Briten haben sich auf ihrem neuesten, enorm komplexen Album in jeglicher Hinsicht neu erfunden.
"The Resistance" ist in jeglicher Hinsicht bombastisch, es bietet in sämtlichen Bereichen ,mehr`, ohne dabei je ,zuviel` zu sein. Bisweilen erinnern einzelne Momente des Albums an eine Reihe bekannter Künstler oder Bands, deren Spannweite von Queen über Maroon 5, Depeche Mode, U2, System of a down und Meat Loaf bis hin zu Andrew Lloyd Webber, Filmkomponisten wie Howard Shore, John Barry oder Hans Zimmer und klassischen Komponisten wie Chopin und Rachmaninov reicht, aber all diese scheinbar bekannten Klänge sind bei genauem Hören nie mehr als geschickt aufgenommene Musikzitate, die Muse ohne jede Scheu mit außergewöhnlicher Kreativität und viel Witz zu etwas absolut Eigenem (und bisweilen Eigentümlichem) gestalten. Sicher ist das fünfte Studioalbum von Muse nicht leicht in seiner ausufernden Komplexität zu begreifen und zweifellos wird es vielen Fans der ersten Stunde schwerfallen, sich damit anzufreunden - zu unvorstellbar scheint es, dass dies dieselbe Band ist, die Songs wie "Citizen erased" oder "Stockholm syndrome" geschaffen hat -; aber wer im Rückblick alte Songs wie "Megalomania", "Blackout" oder auch "Map of the problematique" hört, wird erkennen, dass es Vorboten für ein Album wie "The Resistance" schon immer in der Musik von Muse gegeben hat. Und es ist ein Merkmal großer Kunst und Künstler, dass sie sich stets weiterentwickeln, ohne sich dabei je untreu zu werden. Die diffuse Wut, mit denen die früheren Songs getränkt waren, scheint beim ersten Hören milder geworden zu sein, aber dies scheint nur so: Der frühere, meist richtungslose Zorn hat sich weiterentwickelt zu konkreten (politischen) Anklagen und sehr direkten Aussagen - auch und vor allem zur Macht der Liebe im Widerstand gegen herrschende politische Verhältnisse. Zu diesem Thema, das bereits in "Invincible" (Black Holes & Revelations, 2006) angeklungen war und das eine neue Dimension und neue Farben in die Songtexte einbringt, wurde M. Bellamy laut eigenen Aussagen von George Orwells "1984" inspiriert, einem Roman, der in mehreren Songs Spuren hinterlassen hat, allen voran in "United States of Eurasia".
Es sind neben ihrer großen Innovationskraft in erster Linie ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Genauigkeit, die die Mitglieder von Muse auszeichnen: Schwierige Oktavläufe in den an Chopin und Rachmaninov gemahnenden Klavierparts sowie Gitarrenriffs, die ihresgleichen suchen, zeugen von Bellamys außergewöhnlichem Talent und Können; der Bass ist in weiten Teilen zu einem vollgültigen zweiten Melodieinstrument entwickelt, das Schlagzeug ist intensiv und häufig vorherrschend wie selten, und über allem spannt sich in anspruchsvollen, großangelegten Melodien mit weiten Sprüngen Bellamys gereifte, ungemein kraftvolle Stimme, die die Songs zusammenhält. Mit dem gelenkigen und erstaunlich leichtfüßigen Wechsel sowohl in der Dynamik der Songs (schnell / langsam; laut / leise) als auch in ihrer Thematik (Politisches Statement / Liebe) und besonders in der von ihnen gebotenen Perspektive (Ernst / Komik) fordern Muse dabei viel von ihrem Publikum: "The Resistance" verlangt sowohl Zeit als auch eine gehörige Portion Mut zum tiefen Eindringen in das äußerst komplexe Klang- und Textgebilde, aber für denjenigen, der sich vorurteilsfrei auf die Reise durch die elf Songs mitnehmen lässt, wird das Bündel roter Fäden, das sich durch das gesamte Album zieht, immer deutlicher und greifbarer werden.
Bei all seiner beinahe grotesken Skurrilität und Absurdität ist "The Resistance" durchaus eine der am ernstesten zu nehmenden musikalischen Neuerscheinungen dieses Jahres, nicht zuletzt auch, weil es selbst genau das vollzieht, wozu der Text von "Unnatural Selection" aufruft, nämlich "counterbalance this commotion": Scheint "The Resistance" anfangs überladen, so wird immer deutlicher, dass es in seiner schwierigen Komplexität stets perfekt und genau austariert ist. Muse, wandelbar und facettenreich wie das Albumcover, beweisen soviel Mut, sich mit gewagten experimentellen Innovationen und ihrer uneingeschränkten theatralischen Opulenz an der Grenze zur Lächerlichkeit zu bewegen (und - warum auch nicht? - diese bisweilen zu überschreiten), dass sie damit schon wieder über jede Lächerlichkeit erhaben sind. Kompromisslos, verspielt, intelligent, stilvoll und mit hohen Ansprüchen an die Fähigkeiten der Musiker sowie an die des Publikums ist "The Resistance" ein großartiges, absolut unvergleichliches Meisterwerk, das aber ohne Zweifel sowohl bei manchen Fans als auch Kritikern auf Widerstand stoßen wird.
Uprising: Genialer Opener mit mitreißenden Rhythmen und engagiertem Text; ungewöhnlich für Muse ist der sehr direkte Einstieg ins Album; die erste Zeile - "paranoia is in bloom" - enthält die Stimmung des gesamten Albums und der monotone Refrain ist geradezu prädestiniert, von Tausenden Menschen mitgesungen zu werden ("They will not force us / they will stop degrading us / they will not control us / and we will be victorious")
Resistance: Sehr eingängig, treibende beats, wundervolle Melodie, harmonischer Wechsel von Gegensätzen (laut-leise, schnell-langsam), Refrain mit befreiender Aufwärtsbewegung; die Erwähnung der "thought police" verweist auf Orwells "1984" und auf den Themenbereich von Kontrolle und einem Widerstand, dessen Wurzeln in der Liebe liegen ("love is our resistance")
Undisclosed desires: Stilistisch am ehesten vielleicht zu vergleichen mit "Map of the problematique" und "Supermassive Black hole"; der einzige Song, der bis auf den Gesang nahezu ganz aus Samples besteht und nicht zuletzt schon allein daher an Depeche Mode der 90er erinnert, ein Vergleich der jedoch nicht lange standhält; durchaus gelungenes Experiment, clubtauglicher Sound
United States of Eurasia (+ Collateral damage): Schon der Titel ist ein expliziter Verweis auf Orwells Roman "1984", auf den der Song (wie das gesamte Album) in vielerlei Hinsicht verweist; eine langsame, melancholische Ballade mit Klavierbegleitung geht über zu einer Stimmexplosion à la Freddie Mercury ("comic relief"), der arabische Klänge folgen, bevor das Lied mit dem wiederholten "Eura-sia -sia -sia -sia" Refrain vollends ins Absurde gleitet - bevor es durch die Einfügung eines Auszugs von Chopins Nocturne Nr. 2 (Opus 9, E Moll) wieder die Brücke zum Anfang schlägt und erneut die melancholische Dimension des Songs wachruft - die dann ihrerseits mit dem Geräusch eines startenden Düsenjets radikal abgebrochen wird... ein Meisterwerk, wie es aufgrund der Verbindung verschiedenster, scheinbar sogar gegensätzlicher Elemente nur Bellamy schreiben (und singen!) kann; großartiger, überaus poetischer Text, der durchgängig auf 2 Ebenen lesbar ist (Politik / Liebe)
Guiding light: erinnert ein wenig an U2 der 90er, unterlegt mit 80er Synth-Effekten; beeindruckend: Bellamy als Verkörperung von Freddie Mercury UND Brian May; beinahe musicalartig und vielleicht gerade deshalb am wenigsten überzeugend von allen Tracks auf der CD: lyrisch und musikalisch zu wenig innovativ, um ganz ernst genommen zu werden, für eine ironische Sicht-(Hör-)weise aber liefert der Song nicht genug Hinweise
Unnatural Selection: Zweifellos einer der ganz großen Höhepunkte des Albums (der stürmische Jubel der Fans bei den ersten Live-Aufführungen am Seaside-Rendezvous-Festival in Teignmouth am 4. und 5. September 2009 war bezeichnend, zumal die meisten Fans den Song dort zum ersten Mal hörten): Der Anfang mit Kirchenorgel und meditativem Gesang geht schnell über zu enorm dichten Rhythmen und einem aggressiven Riff (das eingefleischte Fans vielleicht ein wenig an den Anfang des sehr frühen Muse-Songs "Futurism" erinnert); grandioser Refrain, sowohl in Bezug auf den (kryptischen, und dabei vielsagenden) Text als auch auf die Musik; der langsame Teil ("slow motion") ist ein Kunstgriff, der dem ganzen Song Relief verleiht und seine Wirkung, gefördert durch das wiederholte "I want the truth", mit aggressivem Nachdruck hervorhebt
MK Ultra: Schnell, energiegeladen, aggressiv; Gitarrenriff mit Wahnsinns-Arpeggios; Bellamys Stimme in all ihren Facetten; der Refrain wirkt geradezu unheimlich durch die zuerst leise, dann laut mehrmals wiederholten Worte "They are breaking through"
I Belong to you (+ mon coeur s'ouvre à ta voix): Vor Ironie sprühendes, selbstparodistisches Meisterwerk, das zeigt, bis zu welchem Grad Muse das lustvolle Spiel mit musikalischen Zitaten treiben: hochkomisch, intelligent, verspielt; mag es auch ein wenig an "This love" von Maroon 5 erinnern, so gehen Muse doch über ein bloßes musikalisches Zitat weit hinaus - indem sie nämlich alles zitieren, was ihnen unter die Finger kommt, und dabei machen sie weder vor großen Opernarien halt noch vor eigenen Songs: Dass die Opernarie (aus C. Saint-Saens` "Samson and Dalila"), die Bellamy mit herrlich britischem Akzent auf französisch singt, wie ein Song-im-Song genau zwischen "Mu-" und "-se" eingefügt ist, ist alles andere als ein Zufall, genau wie auch die Zeile "you're my guiding lightning strike" nicht von ungefähr mit einem subtilen Augenzwinkern auf "Guiding light" vom selben Album verweist; auch Textzeilen wie "she attacks me like a Leo / when my heart is split like Rio / but I assure you my debts are real" zeugen von einem großen Humor, den man bei Muse nicht unbedingt mit solcher Deutlichkeit erwartet hätte. Dass Bellamys Stimme bei der Arie klingt, als käme sie aus einem alten Grammophon, was ihn kurzfristig zum Chansonnier à la Aznavour macht, und dass gegen Ende gar eine Bassklarinette fast jazzartig die Musik bereichert, zeigt, dass Muse vor nichts zurückscheuen, wozu sie in ihrer musikalischen Verspieltheit Lust haben - was zu erstaunlichen Meisterwerken führen kann!
Exogenesis I-III: Dreiteilige Rocksymphonie (I. Overture II. Cross-Pollination III. Redemption) mit vielen Tempo- und Stimmungswechseln; schwierige Klavierparts von tragender Bedeutung; Bellamys Falsett gibt dem Anfang etwas Sphärisches; der Anfang des zweiten Teils erinnert an Chopin und Rachmaninov und bietet Bellamy einmal mehr Gelegenheit, sein enormes musikalisches Talent und Können unter Beweis zu stellen; den Fundamentalfragen ("Who are we? / Where are we? / When are we? / Why are we?") und direkten Aufforderungen im Text ("You must rescue us all") folgt ein überraschend versöhnlicher, optimistischer Schluss in Dur. Ein sehr gewagtes, riskantes Experiment und vielleicht der Teil des Albums, der am schwersten zugänglich ist.
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Muse, sind wieder da!!! Und wie!!! Dieses Werk ist musikalisch der absolute Hammer!!!!
In diesem einen Album, sind verschiedenste Musikrichtungen untergebracht, da könnte man mehrere Alben rausbringen!!! Hier gibt es, Rock, Alternative, Glam-Rock, Pop, Synthie-Pop und zum guten Schluss, Rock-Oper zu hören und das alles vom allerfeinsten!!! Auch zollen Sie, verschiedensten Bands ihr Tribut, wie den Eurythmics, Queen oder auch Depeche Mode. Aber, das alles ohne billig oder anmaßend zu wirken, nein alles Top produziert und bombastisch gut!!!! "The Resistance", ist keine leichte Kost, dieses Werk von Muse, muss man auf sich wirken lassen!!!! Es lässt sich auch mit keinem, anderen Rock-Album vergleichen, weil es sich ganz und gar nicht in einer Rocknische stecken lässt!!!! Eben Muse!!!! Für mich ein phänomenales Album!!!! Kaufen!!!
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Hier ist es also.Das neue Muse Album...Lang durften wir Fans drauf warten aber es hat sich gelohnt.
Uprising:Stomp-Glam-Rock-Hit...Grandios antreibend und wunderbar inszeniert...Live ein absoluter Garant für pogende Fans! 5/5
Resistance:Ein fast schon klassischer Muse-rock Song mit viel Attitüde und einem tollem Ende! 4/5
Undisclosed Desires:Dieses Lied wird Fans sowie nicht Fans bestimmt spalten.RnB und viel Mainstreem prasseln auf den Hörer ein...Geschmackssache, trotzdem ein toller Refrain. 3/5
United States Of Eurasia/Collateral Damage:Großartige Queen-Remineszens gemixt mit asiatischen Klängen und einem wunderschönenen(Chopin-esque)Ende.Wunderschön und Episch.Mesterwerk! 5/5
Guiding Light:Mischung aus Starlight und einer großen Portion Pathos.Toller Anfang, im Mittelteil pumpender Bass und schön glockenweicher Refrain sowie Vers.
Eingängig und schön mit tollem Gitarrensolo! 5/5
Unnatural Seletion:Der Hit des Albums!Unglaubliche Arbeit in Sachen Songwriting und Sound.Errinnert an New Born und im Mittelteil an das Ende von Citizen Erased.
Bombastisch, genial mitreisend und einfach cool!Sicherlich einer der besten Muse-Lieder überhaupt! 5/5
MK-Ultra:Der am schwerst zu durchschauensten Track auf dem Album.Vertracktet Bassläufe mit coolen Synthmelodien und Live eine bestimmte Granate!Braucht seine Zeit zum warmlaufen.Erinnert im Refrain an Sing For Absolution.Trotz teils schmierigem Gesang... 5/5
I Belong To You/(Mon Coeur...):Das schwächste Lied auf dem Album.Hat viel Potenzial welches aber leider durch zu viel Produktion und einfallslosem Arrangement zerstört wird.Einfach zu viele Ideen in einem Lied zusammengepresst.Das französisch gesungene Ende mit Klarinettensolo reists auch nicht raus; leider... 2/5
Exogenesis/Overture:Der 3-teiler war das am mit spannenste erwartete Lied des Albums.Teil 1 fängt leicht Filmmusikmäßig aufgezogenen Melodien und lässt die Classic-Ader des Matthew Bellamy zum hervorschein kommen.Im Verse schwebt die Micro-Cuts-ähnliche Stimme dahin.Atmosphärisch,spannend und düster.Kein Lied für zwischendurch sondern zum genießen.Ganz Großes Kino! 5/5
Exogenesis/Cross Pollination:Teil 2 beginnt mit einem verrücktem Hurricanes and Butterflies änhlichem Klaviersolo eingebettet in sanften Streicherklängen.Dann...Schnitt und schwerer und trauriger Gesang und wunderschöne emotionale Klänge begeistern.Dann...wieder Schnitt und eine rockige Überleitung zum Ende des Songs.Es hört sich so an wie als würden alle diese 3 Teile eine Geschichte erzählen die einen berührt.
So soll moderne Classic gepaart mit rockigen Passagen sich anhören! 5/5
Exogenesis/Redemption:Der letzte Teil erinnert anfänglich fast an eine musikalische Begleitung einer Trauerfeier, dann mit dem wohl am schönsten Komponierten Teil das mir jemals unter die Ohren gekommen ist!Schöner geht es nicht!Der Ende des Songs sagt fast schon weinend "Auf Wiedersehen!".Schwer tragend und melodisch endet das Lied und somit das ganze Album aber...Wie soll ein Album denn schöner enden als es hier endet!Ein emotionaleres und melacholisches Lied als dieses hier hat Muse nicht zu bieten! 5/5
Fazit:Allein schon wegen Unnatural Selection und Exogenesis Pt.1-3 loht es sich dieses Album anzulegen.Trotz Durchhänger is dieses Album ein Meisterwerk wie es im Buche steht!Jeder der auch nur IRGENDWAS mit alternativer Musik im entferntesten Sinne etwas anfangen kann muss zuschlagen. 49/55
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