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66 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
MUSE's Opus Magnum!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
Zu Muse sei zunächst einmal gesagt: Die Stimme des Sängers Matt Bellamy polarisiert sehr stark, und wenn jemand sich dieses 'Gejaule' nicht antun kann ist das absolut legitim. Wenn man sich daran gewöhnt hat und den Gesang mag (so wie ich) eröffnet sich hier in 54 Minuten ein ganzes Universum.Muse waren schon immer großartig, und bereits beim Vorgängeralbum 'Black Holes And Revelations' habe ich beim Erscheinen gedacht 'Jetzt haben sie ihr Opus Magnum erschaffen'. Von wegen! Das neue Album beginnt mit einem kompakten Shuffle-Ohrwurm, der ersten Single 'Uprising' (übrigens mit sehr nettem Video). Schon hier gibt es Muse-typische bombastische Harmonien. Nach dem überaus starken Titeltrack kommt eine ganz besondere Perle: 'Undisclosed Desires'. Getragen von einem Samplebeat und Pizz-Strings à la 'Die Another Day' (Madonna) in viel besser ist dieser Song ein Hybrid aus elektronischen Spielereien und Ballade, und diese abenteuerliche Mischung funktioniert unglaublich gut. Das seichte Intro von 'United States Of Eurasia' gibt nur kurz Zeit zum Durchatmen, bevor ein Queen-Chor den Song nach vorne treibt und ein Klavier/Streicherthema in irgendeiner variierten Phrygisch-Dur-Tonleiter die Kinnlade des unvorbereiteten Hörers vor lauter Schönheit zu Boden fallen lässt. Noch im selben Lied wird dann die Nocturne op.9 von Chopin verwurstelt, total gut! Es folgen drei weitere, überdurchschnittlich gute typische Muse-Titel, die sich wiederum durch großartige Harmonien und klasse Refrains auszeichnen, bevor ein ganz besonderer Track kommt: 'I Belong To You (+Mon Coeur S'Ouvre A Ta Voix)', Ein grooviger Klaviersong (ja, so was kanns geben^^). Eigentlich sollte man ein astreines Liebeslied erwarten, stattdessen hört man eine groteske Liebeslied-Parodie mit herrlicher Selbstironie. Der auf französisch gesungene Mittelteil stammt ursprünglich aus Camille Saint-Saëns' Oper Samson und Delilah, und spätestens beim darauf folgenden Klarinettensolo sollte der letzte kapiert haben, wie dieses Lied aufzufassen ist. Herrlich lächerlich!! Wenn im Vorfeld über die neue Muse-Platte berichtet wurde, gab es immer Verweise auf ein viertelstündiges Orchesterwerk. Aufgeteilt in 3 Tracks, schließt die Exogenisis Symphony das Album ab. Hier brauchten selbst meine Prog-erprobten Ohren ein paar Durchläufe, bevor ich das Werk begriffen hatte. Seitdem denke ich, dass das frenetische Lob mancher Amazon-Rezensenten auf diese Suite absolut gerechtfertigt ist, es handelt sich wirklich um das allerbeste Orchester/Band-Werk dass sich in meinem Plattenschrank befindet. Dank meinem Hang zu Special Editions habe ich auch die dazugehörige Bonus-DVD, die den Aufnahmeprozess der einzelnen Tracks dokumentiert. Für Musiker interessant, und sicher eine der besseren Bonus-DVDs in meiner Sammlung. Fazit: Ich habe 'The Resistance' mit hohen Erwartungen gekauft, die dann um Längen übertroffen wurden! Definitiv neben der neuen Dream Theater eine der besten Scheiben des Jahres, und ich glaube, dass dieses Album das Potenzial hat, später als einer DER Klassiker des Jahrzehnts angesehen zu werden. P.S.: Ach ja, und über das extrem gut gemachte Cover-Artwork habe ich jetzt kein einziges Wort verloren' P.P.S: Ich habe gerade noch ein paar negative Rezensionen zum Album gelesen, und da ist mir ein bisschen die Wut hochgekommen. Wenn jemand schreibt dass ihm die Musik nicht gefällt ist das die eine Sache. Auf dieser Basis ist das vollkommen legitim, Musik ist schließlich Geschmackssache. Aber wenn man in einem höchst objektiv klingendem Tonfall das Album als kommerzielle, langweilige, seichte, selbstgefällige (...) Popmusik abtut ist das für mich total daneben und ein Schlag ins Gesicht des Musikers. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
98 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erhabenheit: Muse erfinden sich neu,
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Limited CD/DVD Digipak) (Audio CD)
MUSE: The ResistanceWas für eine Entwicklung! Was für eine enorme Wegstrecke haben Muse in den 10 Jahren, die seit dem Erscheinen ihres ersten Albums "Showbiz" vergangen sind, zurückgelegt! Auf "The Resistance" scheint nichts mehr an die Songs von früher zu erinnern! Die drei Briten haben sich auf ihrem neuesten, enorm komplexen Album in jeglicher Hinsicht neu erfunden. "The Resistance" ist in jeglicher Hinsicht bombastisch, es bietet in sämtlichen Bereichen ,mehr`, ohne dabei je ,zuviel` zu sein. Bisweilen erinnern einzelne Momente des Albums an eine Reihe bekannter Künstler oder Bands, deren Spannweite von Queen über Maroon 5, Depeche Mode, U2, System of a down und Meat Loaf bis hin zu Andrew Lloyd Webber, Filmkomponisten wie Howard Shore, John Barry oder Hans Zimmer und klassischen Komponisten wie Chopin und Rachmaninov reicht, aber all diese scheinbar bekannten Klänge sind bei genauem Hören nie mehr als geschickt aufgenommene Musikzitate, die Muse ohne jede Scheu mit außergewöhnlicher Kreativität und viel Witz zu etwas absolut Eigenem (und bisweilen Eigentümlichem) gestalten. Sicher ist das fünfte Studioalbum von Muse nicht leicht in seiner ausufernden Komplexität zu begreifen und zweifellos wird es vielen Fans der ersten Stunde schwerfallen, sich damit anzufreunden - zu unvorstellbar scheint es, dass dies dieselbe Band ist, die Songs wie "Citizen erased" oder "Stockholm syndrome" geschaffen hat -; aber wer im Rückblick alte Songs wie "Megalomania", "Blackout" oder auch "Map of the problematique" hört, wird erkennen, dass es Vorboten für ein Album wie "The Resistance" schon immer in der Musik von Muse gegeben hat. Und es ist ein Merkmal großer Kunst und Künstler, dass sie sich stets weiterentwickeln, ohne sich dabei je untreu zu werden. Die diffuse Wut, mit denen die früheren Songs getränkt waren, scheint beim ersten Hören milder geworden zu sein, aber dies scheint nur so: Der frühere, meist richtungslose Zorn hat sich weiterentwickelt zu konkreten (politischen) Anklagen und sehr direkten Aussagen - auch und vor allem zur Macht der Liebe im Widerstand gegen herrschende politische Verhältnisse. Zu diesem Thema, das bereits in "Invincible" (Black Holes & Revelations, 2006) angeklungen war und das eine neue Dimension und neue Farben in die Songtexte einbringt, wurde M. Bellamy laut eigenen Aussagen von George Orwells "1984" inspiriert, einem Roman, der in mehreren Songs Spuren hinterlassen hat, allen voran in "United States of Eurasia". Es sind neben ihrer großen Innovationskraft in erster Linie ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Genauigkeit, die die Mitglieder von Muse auszeichnen: Schwierige Oktavläufe in den an Chopin und Rachmaninov gemahnenden Klavierparts sowie Gitarrenriffs, die ihresgleichen suchen, zeugen von Bellamys außergewöhnlichem Talent und Können; der Bass ist in weiten Teilen zu einem vollgültigen zweiten Melodieinstrument entwickelt, das Schlagzeug ist intensiv und häufig vorherrschend wie selten, und über allem spannt sich in anspruchsvollen, großangelegten Melodien mit weiten Sprüngen Bellamys gereifte, ungemein kraftvolle Stimme, die die Songs zusammenhält. Mit dem gelenkigen und erstaunlich leichtfüßigen Wechsel sowohl in der Dynamik der Songs (schnell / langsam; laut / leise) als auch in ihrer Thematik (Politisches Statement / Liebe) und besonders in der von ihnen gebotenen Perspektive (Ernst / Komik) fordern Muse dabei viel von ihrem Publikum: "The Resistance" verlangt sowohl Zeit als auch eine gehörige Portion Mut zum tiefen Eindringen in das äußerst komplexe Klang- und Textgebilde, aber für denjenigen, der sich vorurteilsfrei auf die Reise durch die elf Songs mitnehmen lässt, wird das Bündel roter Fäden, das sich durch das gesamte Album zieht, immer deutlicher und greifbarer werden. Bei all seiner beinahe grotesken Skurrilität und Absurdität ist "The Resistance" durchaus eine der am ernstesten zu nehmenden musikalischen Neuerscheinungen dieses Jahres, nicht zuletzt auch, weil es selbst genau das vollzieht, wozu der Text von "Unnatural Selection" aufruft, nämlich "counterbalance this commotion": Scheint "The Resistance" anfangs überladen, so wird immer deutlicher, dass es in seiner schwierigen Komplexität stets perfekt und genau austariert ist. Muse, wandelbar und facettenreich wie das Albumcover, beweisen soviel Mut, sich mit gewagten experimentellen Innovationen und ihrer uneingeschränkten theatralischen Opulenz an der Grenze zur Lächerlichkeit zu bewegen (und - warum auch nicht? - diese bisweilen zu überschreiten), dass sie damit schon wieder über jede Lächerlichkeit erhaben sind. Kompromisslos, verspielt, intelligent, stilvoll und mit hohen Ansprüchen an die Fähigkeiten der Musiker sowie an die des Publikums ist "The Resistance" ein großartiges, absolut unvergleichliches Meisterwerk, das aber ohne Zweifel sowohl bei manchen Fans als auch Kritikern auf Widerstand stoßen wird. Der Perfektionismus von Muse, der nicht nur beim genauen Songwriting und bei dem hohen Niveau der musikalischen Umsetzung zu spüren ist, sondern auch in der brillanten Aufnahmequalität und der genau überlegten Gestaltung des Booklets, wird nicht zuletzt auch auf der "Making of"-DVD auf sehr sympathische Weise porträtiert: Neben interessanten und sehr informativen Einblicken in die konkrete Entstehung und Aufnahme des Albums, bei der die musikalische Klasse der drei Briten deutlich wird - wahrhaft handgemachte Musik! -, beweist die DVD mit augenzwinkernden Detailszenen ganz nebenbei auch noch, dass Muse trotz beinahe uneingeschränkter Möglichkeiten im eigenen Studio durchaus geerdet sind und bei allem Erfolg und Ruhm nie die ursprüngliche, pure und zutiefst authentische Freude am gemeinsamen Musikmachen verlieren. Uprising: Genialer Opener mit mitreißenden Rhythmen und engagiertem Text; ungewöhnlich für Muse ist der sehr direkte Einstieg ins Album; die erste Zeile - "paranoia is in bloom" - enthält die Stimmung des gesamten Albums und der monotone Refrain ist geradezu prädestiniert, von Tausenden Menschen mitgesungen zu werden ("They will not force us / they will stop degrading us / they will not control us / and we will be victorious") Resistance: Sehr eingängig, treibende beats, wundervolle Melodie, harmonischer Wechsel von Gegensätzen (laut-leise, schnell-langsam), Refrain mit befreiender Aufwärtsbewegung; die Erwähnung der "thought police" verweist auf Orwells "1984" und auf den Themenbereich von Kontrolle und einem Widerstand, dessen Wurzeln in der Liebe liegen ("love is our resistance") Undisclosed desires: Stilistisch am ehesten vielleicht zu vergleichen mit "Map of the problematique" und "Supermassive Black hole"; der einzige Song, der bis auf den Gesang nahezu ganz aus Samples besteht und nicht zuletzt schon allein daher an Depeche Mode der 90er erinnert, ein Vergleich der jedoch nicht lange standhält; durchaus gelungenes Experiment, clubtauglicher Sound United States of Eurasia (+ Collateral Damage): Schon der Titel ist ein expliziter Verweis auf Orwells Roman "1984", auf den der Song (wie das gesamte Album) in vielerlei Hinsicht verweist; eine langsame, melancholische Ballade mit Klavierbegleitung geht über zu einer Stimmexplosion à la Freddie Mercury ("comic relief"), der arabische Klänge folgen, bevor das Lied mit dem wiederholten "Eura-sia -sia -sia -sia" Refrain vollends ins Absurde gleitet - bevor es durch die Einfügung eines Auszugs von Chopins Nocturne Nr. 2 (Opus 9, E Moll) wieder die Brücke zum Anfang schlägt und erneut die melancholische Dimension des Songs wachruft - die dann ihrerseits mit dem Geräusch eines startenden Düsenjets radikal abgebrochen wird... ein Meisterwerk, wie es aufgrund der Verbindung verschiedenster, scheinbar sogar gegensätzlicher Elemente nur Bellamy schreiben (und singen!) kann; großartiger, überaus poetischer Text, der durchgängig auf 2 Ebenen lesbar ist (Politik / Liebe) Guiding light: Erinnert ein wenig an U2 der 90er, unterlegt mit 80er Synth-Effekten; beeindruckend: Bellamy als Verkörperung von Freddie Mercury UND Brian May; beinahe musicalartig und vielleicht gerade deshalb am wenigsten überzeugend von allen Tracks auf der CD: lyrisch und musikalisch zu wenig innovativ, um ganz ernst genommen zu werden, für eine ironische Sicht-(Hör-)weise aber liefert der Song nicht genug Hinweise Unnatural selection: Zweifellos einer der ganz großen Höhepunkte des Albums (der stürmische Jubel der Fans bei den ersten Live-Aufführungen am Seaside-Rendezvous-Festival in Teignmouth am 4. und 5. September 2009 war bezeichnend, zumal die meisten Fans den Song dort zum ersten Mal hörten): Der Anfang mit Kirchenorgel und meditativem Gesang geht schnell über zu enorm dichten Rhythmen und einem aggressiven Riff (das eingefleischte Fans vielleicht ein wenig an den Anfang des sehr frühen Muse-Songs "Futurism" erinnert); grandioser Refrain, sowohl in Bezug auf den (kryptischen, und dabei vielsagenden) Text als auch auf die Musik; der langsame Teil ("slow motion") ist ein Kunstgriff, der dem ganzen Song Relief verleiht und seine Wirkung, gefördert durch das wiederholte "I want the truth", mit aggressivem Nachdruck hervorhebt MK Ultra: Schnell, energiegeladen, aggressiv; Gitarrenriff mit Wahnsinns-Arpeggios; Bellamys Stimme in all ihren Facetten; der Refrain wirkt geradezu unheimlich durch die zuerst leise, dann laut mehrmals wiederholten Worte "They are breaking through" I Belong to you (+ mon coeur s'ouvre à ta voix): Vor Ironie sprühendes, selbstparodistisches Meisterwerk, das zeigt, bis zu welchem Grad Muse das lustvolle Spiel mit musikalischen Zitaten treiben: hochkomisch, intelligent, verspielt; mag es auch ein wenig an "This love" von Maroon 5 erinnern, so gehen Muse doch über ein bloßes musikalisches Zitat weit hinaus - indem sie nämlich alles zitieren, was ihnen unter die Finger kommt, und dabei machen sie weder vor großen Opernarien halt, noch vor eigenen Songs: Dass die Opernarie (aus C. Saint-Saens` "Samson and Dalila"), die Bellamy mit herrlich britischem Akzent auf französisch singt, wie ein Song-im-Song genau zwischen Mu- und -se" eingefügt ist, ist alles andere als ein Zufall, genau wie auch die Zeile "you're my guiding lightning strike" nicht von ungefähr mit einem subtilen Augenzwinkern auf "Guiding light" vom selben Album verweist; auch Textzeilen wie "she attacks me like a Leo / when my heart is split like Rio / but I assure you my debts are real" zeugen von einem großen Humor, den man bei Muse nicht unbedingt mit solcher Deutlichkeit erwartet hätte. Dass Bellamys Stimme bei der Arie klingt, als käme sie aus einem alten Grammophon, was ihn kurzfristig zum Chansonnier à la Aznavour macht, und dass gegen Ende gar eine Bassklarinette fast jazzartig die Musik bereichert, zeigt, dass Muse vor nichts zurückscheuen, wozu sie in ihrer musikalischen Verspieltheit Lust haben - was zu erstaunlichen Meisterwerken führen kann! Exogenesis I-III: Dreiteilige Rocksymphonie (I. Overture II. Cross-Pollination III. Redemption) mit vielen Tempo- und Stimmungswechseln; schwierige Klavierparts von tragender Bedeutung; Bellamys Falsett gibt dem Anfang etwas Sphärisches; der Anfang des zweiten Teils erinnert an Chopin und Rachmaninov und bietet Bellamy einmal mehr Gelegenheit, sein enormes musikalisches Talent und Können unter Beweis zu stellen; den Fundamentalfragen ("Who are we? / Where are we? / When are we? / Why are we?") und direkten Aufforderungen im Text ("You must rescue us all") folgt ein überraschend versöhnlicher, optimistischer Schluss in Dur. Ein sehr gewagtes, riskantes Experiment und vielleicht der Teil des Albums, der am schwersten zugänglich ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Muse ? Muse !,
Von
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Limited CD/DVD Digipak) (Audio CD)
Ich konnte den Erscheinungstermin dieses Albums kaum abwarten, da sich nach "Black Holes..." ein bis dato immer größer werdender Ast meines Musikimperiums dem Wachstum verweigert hat. Und das, wo es gerade jetzt spannend wurde zu sehen bzw. zu hören wohin sich dieser Ast namens Muse entwickelt. Seit meinem ersten Kontakt auf einem "Bizarre"-Festivals Ende des letzten Jahrtausends ist diese Band einen beachtlichen Weg gegangen und hat tatsächlich den Spagat zwischen Sich-treu-bleiben und Sich-immer-wieder-neu-erfinden geschafft. Vor allem von "Showbiz" auf "Origin..." (für mich nach wie vor das beste - weil brachialste - Album) gab es einen Quantensprung im englischen Trio, ebenso von "Absolution" auf "Black Holes...". Hier dominierte allerdings einen Rückschritt an Härte, dafür aber eine neue Feinfühligkeit, welche den Stil nicht verwässerte, sondern in eine völlig neue Richtung lenkte. Man kann hier auch erstmalig von einer Art Konzeptalbum reden, da das Album als Ganzes extrem anders wirkt wie wenn man die Songs einzeln hört. Dieser Trend wird auf dem jetzt vorliegenden Studio-Erguß bestätigt.Das erste Anhören war für mich ein großes ? gepaart mit einem Häuflein Enttäuschung. Wo sind die harten Gitarrenriffs hin, wo bleiben die äußerst vertrackten Melodiegänge, wo bleibt die gitarrenverzehrende Wut? Und wo kommt Jean-Michel samt seines Synthesizer-Equipements her? Nachdem sich meine Wut über das Fehlen derselbigen gelegt hat merkte Ich, dass die neue Elektronisierung einfach notwendig war, um den Zusammenhalt des Werkes - den Guß - zu geben. Innerhalb dieser Form entstand eine kleines Universum an Songs, die sich immer wieder im Frage-Antwort-Spiel ergänzen. Mit Ausklang des elften Tracks legt sich eine Abgeschlossenheit in den Raum wie sie vorher bei noch keinem Muse-Album entstand. Selbst wenn man die letzten drei Stücke als Ganzes sieht sind auch sie nur Sahnehäubchen auf den vorher dezent waltenden Laut-Leise-Walzer. Muse haben sich - wie bereits anfangs erwähnt - mal wieder neu erfunden und sich auf "Resistance" stärker denn je ihrer Wurzeln bewußt gemacht. Der Muse-Baum -insbesondere der Stamm - ist deutlich fester und tragfähiger geworden, leider fehlen den frischen jungen Ästen irgendwie die Dornen. Ich habe auch das Gefühl, dass der aktuelle Studio-Erguß nicht so orgastisch wie in den vorigen Malen kommt, irgendwie fehlt der Höhepunkt. Also alles in allem 4 Sterne. Meiner Freude auf das nahende Konzert in Köln tat dieser Streich keinen Abbruch, Ich bin indes sehr gespannt, wie vor allem dieses Album live interpretiert werden kann. Ich habe auf jeden Fall schon mal Mitleid mit diversen E-Gitarren... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Teil 5 der Selbstfindung der aktuell besten Band der Welt,
Von
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
Ja, auch eigenständige Bands wie Muse haben Vorbilder: Klassische Komponisten, Prog-Legenden (Yes, Pink Floyd), Rock-Giganten (Led Zeppelin) und natürlich Queen. Dennoch würde man der Band nicht gerecht werden, sie mit anderen Bands zu vergleichen. Sicher erinnern die Songs (Undisclosed Desires: Depeche Mode, United States Of Eurasia: Queen, etc.) an Produktionsterchniken anderer Interpreten verschiedenster Coleur, aber aufgrund der einzigartigen Stimme von M. Bellamy und des ganz eigenen Soundteppichs sind MUSE nur MUSE und nichts anderes. Man kann "The Resistance" nur mit anderen Muse-Alben vergleichen. Die Band kann es sich erlauben, jede nur erdenkliche Musikrichtung in ihre Alben einfließen zu lassen. Sie haben dennoch immer einen annäherns hundertprozentigen Wiedererkennungswert (dann doch wieder etwas, was an Queen erinnert). Übrigens: Ich bin Queen-Fan.Viele Fans der ersten Stunde kritisieren, dass Muse von Album zu Album immer weniger hart und kompromisslos, dafür immer komplexer und (nach meiner Meinung) intelligenter geworden sind. Nach dem kommerziell enorm erfolgreichen, aber dennoch großartigen "Black Holes" ist es für jede Band schwierig, den weiteren Weg zu definieren. Auf der neuen CD kommt die Band erheblich keyboardlastiger daher. Die Gitarrenriffs, die man auf den ersten Alben kiloweise hörte, muss man im 2. Drittel der CD suchen. Dennoch (die Angelegenheit mal andersherum betrachtet): Muse war immer eine Band, die ihre herausragenden musischen Fähigkeiten hatte, aber auf den ersten Alben wohl nicht zeigen konnte oder durfte. Die frühen CDs sprangen nach meiner Meinung recht offensichtlich auf den "Alternativ-Rock für Jugendliche"-Zug auf. Die Entwicklung der ersten 4 Alben deuteten auf das hin, was "The Resistance" letztendlich bietet: Komplexe, aber eingängige Kompositionen mit meistens herausragenden Melodien, die nach mehrmaligem Hören nicht mehr aus den Gehörgängen wollen. In diesem Zusammenhang: Texte sind für mich persönlich völlig unwesentlich. Wenn man dennoch etwas tiefer in die Thematik eintauchen möchte: Komplexe Themen sind in 5-Minuten-Songs niemals zufriedenstellend zu bewältigen. Wenn man denn ein Haar in der Muse-Suppe suchen will, findet man es am ehesten hier: Die Band nimmt sich als Anwalt der Unterdrückten und Kritiker der Mächtigen zu ernst. Aber es gibt Schlimmeres. Musikalisch ist "The Resistance" jedenfalls ein Meilenstein. Für mich das Album des Jahres. Die ersten Muse-Alben waren Zeitgeist. "The Resistance" ist Musik für die Ewigkeit! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Musikalischer Hochgenuss,
Von cindy Baginski (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
Das 5. Studioalbum der britischen Band erreichte in Deutschland Platz 1 der i Tune Charts.Und eine Woche nach dem Erscheinen im September 2009 sicherte sich The Resistance auch in den offizellen Albumcharts des europäischen Musikmarktes seinen Platz unweit der Spitze. Auch dieses Album lässt sich keinem klassischen Genre zuordnen. Es klingt popig, rockig, elektronisch und teilweise sind klassische Elemente eingebunden. Die klare, unverwechselbare Stimme von Metthew Bellamy verleiht den 11 Songs Tiefgang. Neben eigenen orginellen Melodien hört man deutlich musikalische Einflüsse von beispielsweise Queen und Led Zepplin. Muse ist es nach über 14 Jahren Bandgeschichte wieder einmal gelungen ihre Zuhörer mit perfekten musikalischen Arrangements und einem hohen Maß an künstlerischer Kreativität zu überzeugen. Absolut hörenswert, nicht nur für Fans. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
A Walk To The Middle Of The Earth,
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Limited CD/DVD Digipak) (Audio CD)
Hier ist es also.Das neue Muse Album...Lang durften wir Fans drauf warten aber es hat sich gelohnt.Uprising:Stomp-Glam-Rock-Hit...Grandios antreibend und wunderbar inszeniert...Live ein absoluter Garant für pogende Fans! 5/5 Resistance:Ein fast schon klassischer Muse-rock Song mit viel Attitüde und einem tollem Ende! 4/5 Undisclosed Desires:Dieses Lied wird Fans sowie nicht Fans bestimmt spalten.RnB und viel Mainstreem prasseln auf den Hörer ein...Geschmackssache, trotzdem ein toller Refrain. 3/5 United States Of Eurasia/Collateral Damage:Großartige Queen-Remineszens gemixt mit asiatischen Klängen und einem wunderschönenen(Chopin-esque)Ende.Wunderschön und Episch.Mesterwerk! 5/5 Guiding Light:Mischung aus Starlight und einer großen Portion Pathos.Toller Anfang, im Mittelteil pumpender Bass und schön glockenweicher Refrain sowie Vers. Eingängig und schön mit tollem Gitarrensolo! 5/5 Unnatural Seletion:Der Hit des Albums!Unglaubliche Arbeit in Sachen Songwriting und Sound.Errinnert an New Born und im Mittelteil an das Ende von Citizen Erased. Bombastisch, genial mitreisend und einfach cool!Sicherlich einer der besten Muse-Lieder überhaupt! 5/5 MK-Ultra:Der am schwerst zu durchschauensten Track auf dem Album.Vertracktet Bassläufe mit coolen Synthmelodien und Live eine bestimmte Granate!Braucht seine Zeit zum warmlaufen.Erinnert im Refrain an Sing For Absolution.Trotz teils schmierigem Gesang... 5/5 I Belong To You/(Mon Coeur...):Das schwächste Lied auf dem Album.Hat viel Potenzial welches aber leider durch zu viel Produktion und einfallslosem Arrangement zerstört wird.Einfach zu viele Ideen in einem Lied zusammengepresst.Das französisch gesungene Ende mit Klarinettensolo reists auch nicht raus; leider... 2/5 Exogenesis/Overture:Der 3-teiler war das am mit spannenste erwartete Lied des Albums.Teil 1 fängt leicht Filmmusikmäßig aufgezogenen Melodien und lässt die Classic-Ader des Matthew Bellamy zum hervorschein kommen.Im Verse schwebt die Micro-Cuts-ähnliche Stimme dahin.Atmosphärisch,spannend und düster.Kein Lied für zwischendurch sondern zum genießen.Ganz Großes Kino! 5/5 Exogenesis/Cross Pollination:Teil 2 beginnt mit einem verrücktem Hurricanes and Butterflies änhlichem Klaviersolo eingebettet in sanften Streicherklängen.Dann...Schnitt und schwerer und trauriger Gesang und wunderschöne emotionale Klänge begeistern.Dann...wieder Schnitt und eine rockige Überleitung zum Ende des Songs.Es hört sich so an wie als würden alle diese 3 Teile eine Geschichte erzählen die einen berührt. So soll moderne Classic gepaart mit rockigen Passagen sich anhören! 5/5 Exogenesis/Redemption:Der letzte Teil erinnert anfänglich fast an eine musikalische Begleitung einer Trauerfeier, dann mit dem wohl am schönsten Komponierten Teil das mir jemals unter die Ohren gekommen ist!Schöner geht es nicht!Der Ende des Songs sagt fast schon weinend "Auf Wiedersehen!".Schwer tragend und melodisch endet das Lied und somit das ganze Album aber...Wie soll ein Album denn schöner enden als es hier endet!Ein emotionaleres und melacholisches Lied als dieses hier hat Muse nicht zu bieten! 5/5 Fazit:Allein schon wegen Unnatural Selection und Exogenesis Pt.1-3 loht es sich dieses Album anzulegen.Trotz Durchhänger is dieses Album ein Meisterwerk wie es im Buche steht!Jeder der auch nur IRGENDWAS mit alternativer Musik im entferntesten Sinne etwas anfangen kann muss zuschlagen. 49/55 Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Vom Allerfeinsten,
Von klausi "Nibbes" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
Da hat eine Band das Wembleystadion innerhalb von 4 Minuten ausgekauft, wurde im Radio gesagt: "Muse" - o.k, habe ich schon mal gehört, kenne ich aber nicht. Schließlich habe ich "The Resistance" ungehört erworben. Das hatte ich schon lange nicht mehr gemacht, da ich zu oft enttäuscht wurde. Dies sollte bei diesem Album nach Anhörung der ersten zwei, drei Stücke auf jeden Fall nicht der Fall sein, dessen war ich mir sicher. Selbst wenn der Rest Schrott gewesen wärte, hätte es sich deswegen schon gelohnt - aber weit gefehlt. Nachdem ich das ganze Oeuvre zweimal Non-Stop angehört hatte, was auch sehr selten vorkommt, war mir klar: da etwas ganz, ganz Außergewöhnliches unterwegs.Schon die erste Sekunde hat mich überzeugt: wie sich der mechanisch kratzige Bass von unten in seine Tonlage biegt. Dann folgt ein Riesending nach dem anderen: Super Bassdrive, Hardrockriffs, sphärische Klänge, wunderschöne Melodien und dann: was höre ich da? Queen?! Und was ist das? Ein Heavy-Metal-Solo und plötzlich Mozart? Ne - das ist Chopin, Geigen, ein Flughaften - alles sehr ausgewogen, nicht zu viel und nicht zu wenig, tolle Melodien, überraschende Harmoniefolgen und Arrangement - ich kann es kaum fassen, ich bin richtig hin- und her gebeutelt von dieser Vielfalt. Dann wieder Hardrock, staccato im Grundton und im Refrain fließt alles auseinander und zusammen und und und. Zum Schluss wird's klassisch, ein symphonisches Werk, Beethoven in DUR "Mondscheinsonate"- die trauen sich was, später schreiende Gitarren dazu und der extreme Gesang - ich bin wie von den Socken. Ich habe mir schon oft gedacht oder gewünscht: vielleicht kommt da mal einer, der alle Stilrichtungen und Genres versteht, kennt und liebt, der dann das Beste, die Essenz daraus herauspickt und Genie genug hat, alles für seine neue Musik zusammenzufügen, sich je nach Bedarf vom einen oder anderen bedienend - da haben wir so jemanden. Nachdem ich das Album zunächst von iTunes heruntergeladen hatte, habe ich mir es bei Amazon bestellt um es in der Hand zu halten um das Inlet zu studieren - ist doch was anderes als rein Digital! Wer sind die, wer steckt dahinter, der Mann heißt: Matt Bellamy. Er komponiert, arrangiert, textet, singt, spielt Klavier, Keybords und Gitarre. Mir fallen nur sehr wenige ein die ähnliches Potenzial hatten: Frank Zappa, Mike Oldfield, Sting, John Lennon (kann man noch ergänzen)... das schöne an denen allen ist doch, dass sie in keine Kiste passen. Weder Heavy noch Punk, noch Pop und Rock, sondern von jedem das Beste zu etwas ganz eigenen. Wenn es einem um die reine Musik geht, ohne Trends, Stilrichtungen und/oder musikideologischem Firlefanz, ist dies vom allerfeinsten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
39 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erhabenheit: Muse erfinden sich neu,
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
MUSE: The ResistanceWas für eine Entwicklung! Was für eine enorme Wegstrecke haben Muse in den 10 Jahren, die seit dem Erscheinen ihres ersten Albums "Showbiz" vergangen sind, zurückgelegt! Auf "The Resistance" scheint nichts mehr an die Songs von früher zu erinnern! Die drei Briten haben sich auf ihrem neuesten, enorm komplexen Album in jeglicher Hinsicht neu erfunden. "The Resistance" ist in jeglicher Hinsicht bombastisch, es bietet in sämtlichen Bereichen ,mehr`, ohne dabei je ,zuviel` zu sein. Bisweilen erinnern einzelne Momente des Albums an eine Reihe bekannter Künstler oder Bands, deren Spannweite von Queen über Maroon 5, Depeche Mode, U2, System of a down und Meat Loaf bis hin zu Andrew Lloyd Webber, Filmkomponisten wie Howard Shore, John Barry oder Hans Zimmer und klassischen Komponisten wie Chopin und Rachmaninov reicht, aber all diese scheinbar bekannten Klänge sind bei genauem Hören nie mehr als geschickt aufgenommene Musikzitate, die Muse ohne jede Scheu mit außergewöhnlicher Kreativität und viel Witz zu etwas absolut Eigenem (und bisweilen Eigentümlichem) gestalten. Sicher ist das fünfte Studioalbum von Muse nicht leicht in seiner ausufernden Komplexität zu begreifen und zweifellos wird es vielen Fans der ersten Stunde schwerfallen, sich damit anzufreunden - zu unvorstellbar scheint es, dass dies dieselbe Band ist, die Songs wie "Citizen erased" oder "Stockholm syndrome" geschaffen hat -; aber wer im Rückblick alte Songs wie "Megalomania", "Blackout" oder auch "Map of the problematique" hört, wird erkennen, dass es Vorboten für ein Album wie "The Resistance" schon immer in der Musik von Muse gegeben hat. Und es ist ein Merkmal großer Kunst und Künstler, dass sie sich stets weiterentwickeln, ohne sich dabei je untreu zu werden. Die diffuse Wut, mit denen die früheren Songs getränkt waren, scheint beim ersten Hören milder geworden zu sein, aber dies scheint nur so: Der frühere, meist richtungslose Zorn hat sich weiterentwickelt zu konkreten (politischen) Anklagen und sehr direkten Aussagen - auch und vor allem zur Macht der Liebe im Widerstand gegen herrschende politische Verhältnisse. Zu diesem Thema, das bereits in "Invincible" (Black Holes & Revelations, 2006) angeklungen war und das eine neue Dimension und neue Farben in die Songtexte einbringt, wurde M. Bellamy laut eigenen Aussagen von George Orwells "1984" inspiriert, einem Roman, der in mehreren Songs Spuren hinterlassen hat, allen voran in "United States of Eurasia". Es sind neben ihrer großen Innovationskraft in erster Linie ihre musikalischen Fähigkeiten und ihre Genauigkeit, die die Mitglieder von Muse auszeichnen: Schwierige Oktavläufe in den an Chopin und Rachmaninov gemahnenden Klavierparts sowie Gitarrenriffs, die ihresgleichen suchen, zeugen von Bellamys außergewöhnlichem Talent und Können; der Bass ist in weiten Teilen zu einem vollgültigen zweiten Melodieinstrument entwickelt, das Schlagzeug ist intensiv und häufig vorherrschend wie selten, und über allem spannt sich in anspruchsvollen, großangelegten Melodien mit weiten Sprüngen Bellamys gereifte, ungemein kraftvolle Stimme, die die Songs zusammenhält. Mit dem gelenkigen und erstaunlich leichtfüßigen Wechsel sowohl in der Dynamik der Songs (schnell / langsam; laut / leise) als auch in ihrer Thematik (Politisches Statement / Liebe) und besonders in der von ihnen gebotenen Perspektive (Ernst / Komik) fordern Muse dabei viel von ihrem Publikum: "The Resistance" verlangt sowohl Zeit als auch eine gehörige Portion Mut zum tiefen Eindringen in das äußerst komplexe Klang- und Textgebilde, aber für denjenigen, der sich vorurteilsfrei auf die Reise durch die elf Songs mitnehmen lässt, wird das Bündel roter Fäden, das sich durch das gesamte Album zieht, immer deutlicher und greifbarer werden. Bei all seiner beinahe grotesken Skurrilität und Absurdität ist "The Resistance" durchaus eine der am ernstesten zu nehmenden musikalischen Neuerscheinungen dieses Jahres, nicht zuletzt auch, weil es selbst genau das vollzieht, wozu der Text von "Unnatural Selection" aufruft, nämlich "counterbalance this commotion": Scheint "The Resistance" anfangs überladen, so wird immer deutlicher, dass es in seiner schwierigen Komplexität stets perfekt und genau austariert ist. Muse, wandelbar und facettenreich wie das Albumcover, beweisen soviel Mut, sich mit gewagten experimentellen Innovationen und ihrer uneingeschränkten theatralischen Opulenz an der Grenze zur Lächerlichkeit zu bewegen (und - warum auch nicht? - diese bisweilen zu überschreiten), dass sie damit schon wieder über jede Lächerlichkeit erhaben sind. Kompromisslos, verspielt, intelligent, stilvoll und mit hohen Ansprüchen an die Fähigkeiten der Musiker sowie an die des Publikums ist "The Resistance" ein großartiges, absolut unvergleichliches Meisterwerk, das aber ohne Zweifel sowohl bei manchen Fans als auch Kritikern auf Widerstand stoßen wird. Uprising: Genialer Opener mit mitreißenden Rhythmen und engagiertem Text; ungewöhnlich für Muse ist der sehr direkte Einstieg ins Album; die erste Zeile - "paranoia is in bloom" - enthält die Stimmung des gesamten Albums und der monotone Refrain ist geradezu prädestiniert, von Tausenden Menschen mitgesungen zu werden ("They will not force us / they will stop degrading us / they will not control us / and we will be victorious") Resistance: Sehr eingängig, treibende beats, wundervolle Melodie, harmonischer Wechsel von Gegensätzen (laut-leise, schnell-langsam), Refrain mit befreiender Aufwärtsbewegung; die Erwähnung der "thought police" verweist auf Orwells "1984" und auf den Themenbereich von Kontrolle und einem Widerstand, dessen Wurzeln in der Liebe liegen ("love is our resistance") Undisclosed desires: Stilistisch am ehesten vielleicht zu vergleichen mit "Map of the problematique" und "Supermassive Black hole"; der einzige Song, der bis auf den Gesang nahezu ganz aus Samples besteht und nicht zuletzt schon allein daher an Depeche Mode der 90er erinnert, ein Vergleich der jedoch nicht lange standhält; durchaus gelungenes Experiment, clubtauglicher Sound United States of Eurasia (+ Collateral damage): Schon der Titel ist ein expliziter Verweis auf Orwells Roman "1984", auf den der Song (wie das gesamte Album) in vielerlei Hinsicht verweist; eine langsame, melancholische Ballade mit Klavierbegleitung geht über zu einer Stimmexplosion à la Freddie Mercury ("comic relief"), der arabische Klänge folgen, bevor das Lied mit dem wiederholten "Eura-sia -sia -sia -sia" Refrain vollends ins Absurde gleitet - bevor es durch die Einfügung eines Auszugs von Chopins Nocturne Nr. 2 (Opus 9, E Moll) wieder die Brücke zum Anfang schlägt und erneut die melancholische Dimension des Songs wachruft - die dann ihrerseits mit dem Geräusch eines startenden Düsenjets radikal abgebrochen wird... ein Meisterwerk, wie es aufgrund der Verbindung verschiedenster, scheinbar sogar gegensätzlicher Elemente nur Bellamy schreiben (und singen!) kann; großartiger, überaus poetischer Text, der durchgängig auf 2 Ebenen lesbar ist (Politik / Liebe) Guiding light: erinnert ein wenig an U2 der 90er, unterlegt mit 80er Synth-Effekten; beeindruckend: Bellamy als Verkörperung von Freddie Mercury UND Brian May; beinahe musicalartig und vielleicht gerade deshalb am wenigsten überzeugend von allen Tracks auf der CD: lyrisch und musikalisch zu wenig innovativ, um ganz ernst genommen zu werden, für eine ironische Sicht-(Hör-)weise aber liefert der Song nicht genug Hinweise Unnatural Selection: Zweifellos einer der ganz großen Höhepunkte des Albums (der stürmische Jubel der Fans bei den ersten Live-Aufführungen am Seaside-Rendezvous-Festival in Teignmouth am 4. und 5. September 2009 war bezeichnend, zumal die meisten Fans den Song dort zum ersten Mal hörten): Der Anfang mit Kirchenorgel und meditativem Gesang geht schnell über zu enorm dichten Rhythmen und einem aggressiven Riff (das eingefleischte Fans vielleicht ein wenig an den Anfang des sehr frühen Muse-Songs "Futurism" erinnert); grandioser Refrain, sowohl in Bezug auf den (kryptischen, und dabei vielsagenden) Text als auch auf die Musik; der langsame Teil ("slow motion") ist ein Kunstgriff, der dem ganzen Song Relief verleiht und seine Wirkung, gefördert durch das wiederholte "I want the truth", mit aggressivem Nachdruck hervorhebt MK Ultra: Schnell, energiegeladen, aggressiv; Gitarrenriff mit Wahnsinns-Arpeggios; Bellamys Stimme in all ihren Facetten; der Refrain wirkt geradezu unheimlich durch die zuerst leise, dann laut mehrmals wiederholten Worte "They are breaking through" I Belong to you (+ mon coeur s'ouvre à ta voix): Vor Ironie sprühendes, selbstparodistisches Meisterwerk, das zeigt, bis zu welchem Grad Muse das lustvolle Spiel mit musikalischen Zitaten treiben: hochkomisch, intelligent, verspielt; mag es auch ein wenig an "This love" von Maroon 5 erinnern, so gehen Muse doch über ein bloßes musikalisches Zitat weit hinaus - indem sie nämlich alles zitieren, was ihnen unter die Finger kommt, und dabei machen sie weder vor großen Opernarien halt noch vor eigenen Songs: Dass die Opernarie (aus C. Saint-Saens` "Samson and Dalila"), die Bellamy mit herrlich britischem Akzent auf französisch singt, wie ein Song-im-Song genau zwischen "Mu-" und "-se" eingefügt ist, ist alles andere als ein Zufall, genau wie auch die Zeile "you're my guiding lightning strike" nicht von ungefähr mit einem subtilen Augenzwinkern auf "Guiding light" vom selben Album verweist; auch Textzeilen wie "she attacks me like a Leo / when my heart is split like Rio / but I assure you my debts are real" zeugen von einem großen Humor, den man bei Muse nicht unbedingt mit solcher Deutlichkeit erwartet hätte. Dass Bellamys Stimme bei der Arie klingt, als käme sie aus einem alten Grammophon, was ihn kurzfristig zum Chansonnier à la Aznavour macht, und dass gegen Ende gar eine Bassklarinette fast jazzartig die Musik bereichert, zeigt, dass Muse vor nichts zurückscheuen, wozu sie in ihrer musikalischen Verspieltheit Lust haben - was zu erstaunlichen Meisterwerken führen kann! Exogenesis I-III: Dreiteilige Rocksymphonie (I. Overture II. Cross-Pollination III. Redemption) mit vielen Tempo- und Stimmungswechseln; schwierige Klavierparts von tragender Bedeutung; Bellamys Falsett gibt dem Anfang etwas Sphärisches; der Anfang des zweiten Teils erinnert an Chopin und Rachmaninov und bietet Bellamy einmal mehr Gelegenheit, sein enormes musikalisches Talent und Können unter Beweis zu stellen; den Fundamentalfragen ("Who are we? / Where are we? / When are we? / Why are we?") und direkten Aufforderungen im Text ("You must rescue us all") folgt ein überraschend versöhnlicher, optimistischer Schluss in Dur. Ein sehr gewagtes, riskantes Experiment und vielleicht der Teil des Albums, der am schwersten zugänglich ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Loblied,
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
Heute muss ich einfach mal was loswerden!Ich war schon seit ich denken kann, Fan der Rockmusik. Meine Sturm- u. Drangzeit waren die 60er Jahre mit Elvis Presley. In den 70ern waren Pink Floyd, Toto, Queen oder auch Metallica meine Favoriten, auch deshalb, weil die E-Gitarre mein absolutes Lieblingsinstrument ist.In den 80ern und 90ern trauerte ich diesen Bands hinterher,bis auf einige Ausnahmen wie U2 oder Depeche Mode. Leute, ich musste über 60 Jahre alt werden, um meinen musikalischen Höhepunkt zu erleben!!!! Und dieser heisst "MUSE" und ist die geilste Band der Welt! Seit ca. 2 Jahren höre ich täglich in voller Lautstärke, ob zu Hause oder im Auto unterwegs, nur noch MUSE. Vom 1.Album "Showbiz" bis zum letzten "The Resistance" abwechselnd und ich kann sagen, dass mich jeder einzelne song, auch nach x-mal anhören, immer noch umhaut. Das liegt natürlich auch an MATT BELLAMYS grandioser Stimme, die von den tiefen zu den höchsten, von aggressiven zu gefühlvollen, schmeichelnden und zarten Tönen reicht. Er hat das Potential eines Genies. Das zeigt sich nicht nur im Gesang, sondern vor allen Dingen in seinem Gitarren- u. Klavierspiel. Als wenn das noch nicht genug wäre, er schreibt u. komponiert seine Musik selbst. Dabei dürfen natürlich seine beiden Freunde und Bandmitglieder CHRIS, weltbester Bassgitarrist und DOM, weltbester Schlagzeuger, nicht fehlen. Was die drei Jungs auch noch LIVE abliefern (ich spreche aus Erfahrung, war in Köln dabei) ist zum Niederknien!!! "The Resistance"ist für mich das reifste,abgerundetste Album. Einerseits die drei klassischen Titel, die so gefühlvoll komponiert sind,dass einem die Tränen kommen können, andererseits die übrigen Songs, alle einzigartig und genial. Ich bin überzeugt, dass "Uprising" zur Hymne wird, wenn sie es nicht schon ist. Das dann folgende "Resistance" ist ein Gänsehaut- Titel, wie auch " Guiding Light"(geile Gitarre,Gefühl pur), "United S.o.Eurasia" absolutes Hammerstück,(Rasanz u. Gefühl) Dann gibt es einen für MUSE untypischen Song "Undisclosed Desires" ein "kommerzieller Ohrwurm" würde ich sagen, der so gut ist, dass er einen nicht mehr los lässt. "Unnatural Selection" ist der Kracher, der dich total mitreisst. Ich kenne niemanden, der von diesen Songs nicht begeistert ist, wobei ich dazu sagen muss, wer MUSE nicht kennt, sollte erst nach mehrmaligem Anhören sein Urteil fällen. Jeder weiss, je öfter man ein Stück hört, desto mehr geht es einem ein. Entweder wird es dadurch besser, oder man hat es leid. MUSE hat ganz klar mein Leben bereichert und ich hoffe, dass diese göttlichen Jungs noch Millionen Menschen erreichen können und werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Jetzt wird fett angerichtet!,
Von Cheswick "It's not over till it's over" (St. Gallen - Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Resistance (Audio CD)
Da ist sie nun also, die neue Muse. Bombastischer und schwelgender als alles Bisherige dieser Band. Konsequent geht Matthew Bellamy seinen Weg weiter und dieses Werk ist die logische Folge davon. Einigen mag das nun zu viel des Guten sein, andere werden es lieben. Für mich ist es voe allem ein sehr spannendes und eigenständiges Werk, welches sich aus der breiigen Masse der gleichförmigen Produktionen hervorhebt. Natürlich erkennt man Queen-mässige Elemente, aber das muss ja nichts Schlechtes sein, jedenfalls ist es um Längen besser als die letzten Queen-Alben ohne Freddie Mercury. So etwa könnte Queen im 21. Jahrhundert klingen, würde Mister Bulsara noch leben.Zu den einzelnen Titeln: 1. Uprising:Solider, rockender Muse-Titel: 4 2. Resistance: Packt nicht so ganz: 3 3. Undisclosed desires: Spannender Aufbau, vertrackt: 4 4. Eurasia: Queen-mässiges Opus. Einer der Höhepunkte der CD: 5 5. Guiding Light: Schwerer Rhythmus, tolle Gitarren: 4.5 6. Unnatural Selection: Bestes Muse-Songwriting: 4.5 7. MK Ultra: Fällt etwas ab, immer noch guter Durchschnitt. : 3 8. I belong to you: Ganz passabel, nicht der Titel, der mir am Schluss in Erinnerung bleibt.: 3.5 9. Exogenesis: Part I, II und III:Spannende und pathetische Mini-Oper. Starker Aufbau! gegen Schluss etwas zu weinerlich, deshalb nur: 4.5 Insgesamt ein reifes Werk mit einigen Experimenten. Mit Abstand das Übelste an dieser Scheibe ist das hässliche Cover, aber man kann es ja zudecken oder umdrehen. Mit dieser CD hat mich Muse ein weiteres Mal über weite Strecken entzückt und somit gibt es eine sehr gute 4. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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The Resistance von Muse (Audio CD - 2009)
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