14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Schwieriges Meisterwerk
Mit "The Incident" legen Porcupine Tree das stilistisch ausgereifteste Konzeptalbum ihrer bisherigen Laufbahn vor. Entgegen einem sich hartnäckig haltenden Gerücht, handelt es sich dabei NICHT um einen einzigen Longtrack, wohl aber um einen thematisch zusammenhängenden Songzyklus, bei dem sich einige der Stücke auch melodisch komplementieren. Die Idee hinter dem Album...
15 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Porcupine Tree versumpfen in Durchschnittlichkeit
Steven Wilson, Mastermind von Porcupine Tree, No-Man und Blackfield, weckte schon öfter Befürchtungen ob die Vielzahl seiner musikalischen Aktivitäten, zuletzt ein Soloalbum, nicht irgendwann zu Masse statt Klasse führen würde. Bisher zerstreute er die Bedenken stets mit grandiosen und experimentierfreudigen Alben.
Mit "The Incident" legen Porcupine Tree das stilistisch ausgereifteste Konzeptalbum ihrer bisherigen Laufbahn vor. Entgegen einem sich hartnäckig haltenden Gerücht, handelt es sich dabei NICHT um einen einzigen Longtrack, wohl aber um einen thematisch zusammenhängenden Songzyklus, bei dem sich einige der Stücke auch melodisch komplementieren. Die Idee hinter dem Album greift vermeintlich alltägliche Ereignisse (Incidents eben) auf, wie man sie nur zu häufig in den Nachrichten hört oder vielleicht sogar selbst schon beobachten konnte: Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang, das Treiben einer Sekten-Gemeinschaft irgendwo im mittleren Westen der USA, der Fund einer im Wasser treibenden Leiche. Der Clou: Dem Zuhörer wird dabei die Neutralität, die schützende Distanz geraubt, da all diese Dinge aus der Sicht einer jeweils unmittelbar betroffenen Person geschildert werden.
Der Sound von "The Incident" entpuppt sich als abwechslungsreiches Fazit aus knapp 15 Jahren bisherigen Schaffens (ich zähle ab Signify): Die Härte und Düsternis jüngerer Alben finden sich hier ebenso, wie auch die elegischen und psychedelischen Elemente älterer Scheiben. Die Band erfindet sich also keineswegs neu, aber muss sie das denn mit jedem Album? Die Qualität der Songs hat jedenfalls nicht darunter gelitten, und einige Tracks sind auch losgelöst vom Rest schön anzuhören. So etwa der aggressiv-rockige Ohrwurm "Blind House", der unheilschwangere Titelsong "The Incident", der ab dem zweiten Drittel eine unerwartete und herzzerreißend schöne Metamorphose durchmacht, oder das wunderbar leichte und grandios melancholische "Time Flies". Darüberhinaus finden sich auf der Scheibe auch viele kürzere Tracks (etwa 1:30 bis 2:30 min), die für sich genommen wenig bemerkenswert und nach halbfertigen Lückenfüllern klingen. Erst im weiteren Kontext des Albums entfalten diese "Songschnippsel" ihre volle Wirkung; als herausragendes Beispiel sei hier "The Seance" und "Circle of Manias" erwähnt, die sich mit "Octane Twisted" zu einem gänsehauterzeugenden Erlebnis ergänzen -- immer vorausgesetzt, man lässt sich auf das zugrundeliegende Konzept ein und beschäftigt sich auch einmal damit, worum es in den Songs eigentlich geht. (Wohl dem, der sich zur rechten Zeit über Rhino Records die limitierte Edition des Albums gesichert hat, samt 116-seitigen Hardcover-Bildband mit begleitendem Fotomaterial -- war die Kohle allemal wert ;-)).
Die zweite CD stellt mit vier großartigen Tracks mehr als nur eine nette Beigabe dar: Der Opener "Flicker" breitet mit seinen entspannt dahin rollenden Beats einen akustischen Teppich aus, in den man sich am Liebsten einwickeln möchte, um so den Tag zu verträumen. Ein unheilvoll gezupfter Bass und bedrohlich geflüsterte Lyrics kennzeichnen den zweiten Track "Bonnie the Cat", und schlagartig ist es vorbei mit der Gemütlichkeit. Wenigstens bis mit "Black Dahlia" wieder etwas Tempo und Härte rausgenommen und statt dessen gepflegte Melancholie verbreitet wird. Und schließlich noch die wohl schönste Art einen Schlußstrich zu ziehen (pun intended): Das grandiose "Remember Me Lover". Es macht einfach Spaß diesen Jungs beim Spielen ihrer Instrumente zuzuhören -- bedauerlicherweise keine Voraussetzung, um in der Musikbranche Erfolg zu haben. Jedenfalls könnten die Heerscharen heutiger Möchtegern-Trommler von Gavin Harrison lernen, dass ihr Drum Set noch ein wenig mehr hergibt als BUM-TSCHING-BUM-TSCHING oder (die Wagemutigen) BUM-BUM-TSCHING. Aber ich schweife ab...
"The Incident" ist gewiss kein leichtes Album: Es möchte ganz allmählich erforscht und erobert werden, bevor es sein volles Potential entfaltet, und bestimmt nicht jeder kann oder will sich die Zeit dafür nehmen. Speziell die oben erwähnten "Songschnippsel" sind ein Stück weit auch Geschmackssache. Für mich aber ist die Platte Bestätigung für den Ausnahmestatus dieser Band, die einfach konkurrenzlos schönen, melodischen Prog-Rock spielt, der sich simpler Kategorisierung widersetzt.
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Diese Zeile singt Steven Wilson über sich selbst auf The incident. Dieses Geburtsjahr ist damit nicht nur irgendeine Zahl, sondern durch das genannte Beatles-Album quasi die Geburtsstunde Album orientierter Rockmusik im Allgemeinen und des Konzeptalbums im Speziellen. Und in dieser Tradition ist The incident nicht nur der Name des neuen Porcupine Tree-Albums, sondern zugleich der Name des knapp 56-minütigen Herzstücks des neuen Machwerks. Ein einzelner Song, aufgeteilt in 14 Akte. Aus diesem Grund wird The incident auch auf zwei Silberscheiben ausgeliefert. Auf CD Nr. 1 findet sich das Kernstück, während die restlichen vier Titel mehr oder weniger schmückendes Beiwerk sind.
Obwohl es sich bei den ersten vierzehn Stücken um ein zusammengehöriges Werk handelt, sind die einzelnen Teile doch mehr lose verknüpft und folgen keiner durchgehenden Geschichte. Vielmehr greift Steven Wilson hier wieder seine düstere Weltsicht auf und schildert verschiedene Vorfälle (engl. Incidents) aus der Ich-Perspektive; z.B. über die Evakuierung weiblicher Jugendlicher von einem religiösen Kult in Texas, eine Familie die ihre Nachbarn terrorisiert, einen toten Körper, der in einem Fischernetz treibend gefunden wurde oder bei "Time flies" auch ganz persönlich über sich selbst, was er mit dieser Direktheit noch nie tat. Ähnlich wie die erzählten, unterschiedlichen Geschichten klingen auch die einzelnen Songs sehr variantenreich und folgen keiner durchgehenden Linie, selbst wenn sie immer wieder ineinander fließen. Die Umsetzung eines derartigen musikalischen Konzepts hätte man sich vielleicht ein wenig anders vorgestellt. Denn eine derart einnehmende Atmosphäre wie bei Fear of a blank planet fehlt dem Album damit komischerweise.
So ist es auch nicht immer ganz leicht der Reise von The incident zu folgen. Überhaupt klang kein Porcupine Tree-Album in den letzten Jahren so sperrig - aber auch selten so bunt. Von kurzen Singer-Songwriter-Fragmenten, über Math Rock-Ausbrüchen, schwebenden Passagen in Pink Floyd-Manier und einfach schönen melodischen Passagen findet man so einiges vor. Dabei wagt Steven Wilson auch einen Blick weit zurück in seine Vergangenheit. Schon lange war er nicht mehr so dicht an Alben wie Up the downstair oder Signify dran. Das wunderbare und überlange "Time flies" wirkt gar wie ein unerwarteter Nachfolger von "Stars die". Aber auch die bekannte Atmosphäre von Stupid dream und Lightbulb sun feiert immer wieder ihre Auferstehung. Von einem reinen Retrotrip ist das Album allerdings noch weit entfernt und spätestens bei den Meshuggah-artigen Metalriffs von "Circle of manias" fühlt man sich voll und ganz ins Jetzt versetzt.
Während viele der kurzen Stücke als einzelne Songs nur wenig Wirkung entfalten, wirken sie nach mehrmaligem Hören immer schlüssiger und man kommt langsam hinter das Geheimnis des Albums. Dem gegenüber stehen auch Stücke wie das mit seinen metallischen Akkorden an In absentia erinnernde "The blind house", das bereits genannte "Time flies", das maschinelle "The incident", das mit einem ansteckenden Refrain versehene "Drawing the line" oder das fast kindlich gesungene und recht floydige "I drive the hearse", die auch ohne Drumherum ihre Wirkung entfalten. Die zweite CD wirkt ohne das angelegte Korsett wie eine gratis beiliegende EP oder eine Art Entschuldigung dafür, dass man den Hörer so lange auf die Folter spannte. Aber trotz allem sind "Flicker" (Crosby, Stills, Nash & Young meets Psychedelic), "Bonnie the cat" (roboterhaft, kalt und industriell), "Black dahlia" (eine auf angenehme Weise monotone und unspektakuläre Ballade) und "Remember me lover" (mit ein bisschen Dramatik und all dem Guten was diese Band ausmacht) allesamt gute Songs, die man nicht missen möchte.
Wie ist The incident nun um Ende zu beurteilen? Ein Fazit zu diesem Brocken ist hier alles andere als einfach zu ziehen und wohl erst mit gewissem Abstand möglich. Wer sich auf ein weiteres songorientiertes Album gefreut hat wird vielleicht etwas enttäuscht sein, ebenso derjenige welcher auf ein hypnotisches Stück Musik oder eine Rückkehr zu pop-rockiger Eleganz gewartet hat. Porcupine Tree gehen wieder einen anderen Weg, einen schwierigeren, aber einen nicht weniger faszinierenden. Dabei ist The incident ähnlich mutig wie Steven Wilsons Soloalbum Insurgentes und verbindet Härte und Gefühl so gut, wie wahrscheinlich noch kein Album vor ihm.
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Nun liegt es also vor,das zehnte Studioalbum von Mastermind Steven Wilson & Co.Was erwartet uns nun: ein Album weniger düster als der Vorgänger "Fear of a Blank Planet" ist es musikalisch deutlich vielseitiger,quasi bisherige PT im Zeitraffer.
Der Härtegrad ist etwas geringer als zuletzt aber dennoch in packende Songs verpackt (The Blind House,The Incident,Circle of Manias),es sind wieder elegische Songs in bester "Stupid Dream"-Manier am Start (Kneel and Disconnect,I drive the Hearse,Remember me Lover-geil !!!!!!)
Zentraler Song des Albums ist "Time Flies" mit seiner schmissigen Akustikgitarre,melancholischen Text und traumhaft floydigem Mittelteil,jetzt schon ein PT-Classic !!!!!
Die Songs der Bonus-CD sind allesamt keine Resteverwertung sondern vollwertige Zeitzeugen des eigentlichen "The Incident"-Konzeptes.
Fazit: Ein Pflichtkauf für alle Fans anspruchsvollen Art-Rocks,ein Album,dass sich vor der bisherigen Glanztat "In Absentia" nicht verstecken muss !!!!!!
ZUGREIFEN !!!!!!!!!
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als langjähriger Fan von Porcupine Tree bin ich sicher nicht unbefangen. Eine wirklich schlechte Platte ist mir von denen entsprechend auch noch nicht untergekommen. Insofern bleibt mir höchstens noch zu beschreiben, wie sich The Incident in die Reihe der bisherigen PT Platten einfügt : Steven Wilson selbst sagt, dass es sich mehr oder weniger um eine zufällige Aneinanderreihung von Songschnipseln handelt, die inhaltlich (das betrifft sowohl Text als auch musikalische Stimmung) von einschneidenden Ereignissen erzählen, nach denen das Leben nie wieder so sein wird wie vorher. Dieses Vorhaben ist Steven Wilson und seinen Mannen meiner Meinung nach sehr gut geglückt. Die musikalische Gangart dabei auf einen oder wenige Aspekte beschränken zu wollen, wäre ein hoffnungsloses Unterfangen, da dieses Album wie auch schon einige Vorgängeralben zwischen Stilrichtungen und musikalischen Stimmungen nach Belieben hin- und herspringt. Dies geschieht teilweise sehr gefühlvoll und allmählich, teilweise aber auch abrupt und kontrastreich. Es plätschern die Keyboardteppiche, es stampfen der Industrialbeats, es schmeichelt Wilsons Kopfstimme, es brettern die Riffs, die wunderschönen Melodien reißen dich mit, es bohren sich die Texte zwischen die Hirnwindungen - kurzum es ist ein Feuerwerk der neoprogressiven aber auch stellenweise hintergründig düsternen musikalischen Handwerkskunst, für die Porcupine Tree mittlerweile auch bei Nichtfans sich einen wohlverdienten Namen und Platz in der Hall of Fame des Progrock erspielt haben.
Nach etwa 30 Durchgängen nutzt sich das Album in keinster Weise ab. Vielmehr präsentiert es sich bei jedem weiteren Durchgang in neuen Facetten und demonstriert so auf eindrucksvolle Weise, auf welchem musikalischen Niveau diese Band Musik produziert : nichts geringeres als ein (weiteres) MEISTERWERK und einen Höhepunkt des musikalischen Schaffens von Steven Wilson, Richard Barbieri, Colin Edwin und Gavin Harrison halten wir in unseren Händen.
Anspieltipps : The Blind House, Great Expectations, Kneel and Disconnect (Tracks 2-4)
Gesamtwertung : 13/15
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Porcupine Tree haben es geschafft, auf ihrem nun zehnten Studioalbum vereinen sie sämtliche Elemente ihrer bisherigen Karriere. Von den ersten floydisch angehauchten Alben, über die Songorientierten Meisterwerke Stupid Dream und Lightbulb Sun, bis hin zu den aktuelleren komplexeren, metallischen Alben, fließt auf The Incident alles mit ein. Und das so perfekt das sie für mich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens asngekommen sind.
Nach nun ca. zehn Durchläufen offenbart mir das Album immer wieder neue Details und immer wieder bekommt man Gänsehaut bei all den vielen tollen Melodien und Gitarrensoli.
Das Album wirkt wie aus einem Guss und es ist schwer einzelne Tracks hervorzuheben. Seien es die vielen kleinen Interludes wie Occam´s Razor, The Yellow Windows of the Evening und Degree Zero of Liberty oder toll herausgearbeiten "Minisongs" wie Great Expectaions, Kneel and Disconnect und The Seance, die teilweise nahtlos ineinander übergehen und nur im Zusammenhang ihre wahre Pracht entfalten. Aber auch die "normal" langen Lieder wie z. B. The Blind House, Drawing the Line oder I drive the hearse, wissen zu überzeugen.
Einzig Time Flies der knapp zwölf minütige Monolith ragt hier heraus. Der Song beginnt solide steigert sich zwischendurch zu einem gigantischen Gitarrensolo und greift am Ende schließlich das Thema vom Anfang auf. Besonders die Atmosphäre die hier im Mittelteil erzeugt wird ist Gänsehaut pur. Klasse!
Auf der zweiten CD finden sich vier weitere jedoch unabhängige Tracks. Black Dahlia besticht mit seiner ruhigen fast schon gemütlichen Art, was vor allem durch Wilson´s "Unterwasserstimme" und den sanften Gitarrenklängen unterlegt wird. Bonnie the Cat lässt deutlich erkennen das Wilson hier Einflüsse von seinem Soloalbum Insurgentes miteinbezogen hat. Und mit Remember me Lover haben Porcupine Tree einen der besten Songs ihrer Karriere geschrieben. Ruhiger harmonischer Beginn, getränkt mit zauberhaften Melodien, gefolgt von tollen Gitarrensoli. Traumhaft!
Fans von Porcupine Tree die alle ihre Alben gut fanden werden vielleicht ähnlich denken wie ich. Die Anderen welche nur von manchen Schaffensphasen begeistert waren, werden sicherlich auch ihre Freude haben, jedoch auch manches bemängeln, da Porcupine Tree hier eben alle ihre Stärken vereint haben.
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Beim ersten Hören von The Incident war ich enorm überrascht und befürchtete, dass mich vielleicht dieses PT Album mal nicht überzeugen würde. Es ist wieder ein massiver Schritt in eine neue Richtung, wobei aber auch immer wieder Stilelemente (keine Melodien) aus den bisherigen Alben aufgenommen werden und nach mehrmaligem Zuhören auch unglaublich elegant eingearbeitet sind.
Es gibt für mich zurzeit keine andere Band, die eine derartige Bandbreite in ihrem musikalischen Schaffen vereint und dabei auch noch die einzelnen Stile und Ideen so passend zusammenfügt.
Wer als Musikliebhaber selbst eine große Bandbreite in seiner CD Sammlung hat, für den ist auch das neue Album wieder ein absolut eigenständiges und schönes Stück Musikgeschichte, das man auf jeden Fall als PT Fan haben sollte. Sicher ist es aber nichts für Käufer der letzten 2-3 Alben, die hier etwas ähnliches erwarten.
Ich selbst bin nach etwas "Einarbeitung" wieder einmal begeistert!
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Eigentlich wollte ich ein umfangreiches Review schreiben, um dem Album angemessen gerecht zu werden. Irgendwann saß ich aber einfach nur noch wie in Trance vor dem Bildschirm und habe den hypnotisch-schönen Klängen gelauscht, die da aus den Boxen drangen.
"The Incident" ist eindeutig das bisher ausgereifteste, geschlossenste, aber auch sperrigste Werk dieser fantastischen Band. Die ganz großen Melodien finden sich hier zwar nicht, aber dafür stellt das Album eine mehr als gelungene Symbiose der metallischen Schwere von "Fear of a blank planet" und dem Abwechslungsreichtum von "In Absentia" dar, wobei sich aus jeder Schaffensphase bestimmte Elemente auf "The Incident" wiederfinden lassen. Das Werk ist damit nicht zuletzt auch eine Zusammenfassung von mehr als 20 Jahren Porcupine Tree.
Herausragend ist meiner Meinung nach vor Allem das Trio "Great expectations", "Kneel and disconnect" und "Drawing the line". Man muss schon über verschwenderisch viel Kreativität verfügen, wenn man es sich leisten kann, tolle Ideen wie in "Great expectations" und "Kneel and disconnect" in nur zweiminütigen Songs unterzubringen. Ebenfalls großartig ist das finale "I drive the hearse". Gesangsharmonien zum Niederknien! Oder auch "Time flies", das sich in der Mitte zu einem bitterkalten Prog-Monolithen emporhebt.
Doch eigentlich verbietet es sich, Einzelsongs aus "The Incident" hevorzuheben, denn das Album funktioniert nur als Ganzes, schließlich handelt es sich um einen 55minütigen Longtrack, in dem alles im Fluss ist und alles ineinander übergeht.
Im Gegensatz dazu ist die beiliegende EP eine lose Ansammlung selbstständiger Songs. Natürlich haben alle die gewohnte Klasse, aber "Remember me lover" ist eindeutig das Highlight. Schade nur, dass der Song nicht ohne Metal-Riffs auskommt. Als lupenreine Ballade hätte er meines Erachtens besser funktioniert.
Für mich persönlich ist Porcupine Tree die Band meines Lebens. Kennengelernt habe ich sie mit "In Absentia", wobei "The sound of muzak" mein erster jemals gehörter Song war (quasi mein Incident...). Seitdem finde ich mich in jedem Wort und in jeder Note zu 100% wieder.
"The Incident" bildet da keine Ausnahme. Es fehlt zwar ein Übersong im Stile eines "Arriving somewhere...", "Anesthetize" oder "Trains", doch dafür stellt das Album eine Entdeckungsreise sondergleichen dar. Ständig findet man Neues, entfalten bekannte Momente neues Potenzial und erschließt sich der gesamte Vorfall nach und nach. Abschließend beurteilen kann man das Album wahrscheinlich erst im nächsten Jahr.
Porcupine Tree musizieren seit inzwischen 6 von insgesamt 10 Studioalben auf schwindelerregend hohem Niveau, entwickeln sich permanent weiter und scheinen immernoch nicht mit ihrem Latein am Ende zu sein. Vielleicht sind Steven Wilson & Co. (noch?) nicht die "wichtigste Rockband der Neuzeit" (das meint zumindest das Fachmagazin Ecplised), aber definitiv die interessanteste, kreativste, vielseitigste und qualitativ konstanteste.
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Kurz um: Die Platte ist der Hammer! The Incident dudelt nun unzählige Male durch den Player und gräbt sich bei mir immer tiefer in den Hörkanal. Noch konsequenter sich stetig abwechselt bekommt der Hörer hier keine leichte Kost, es ist Musik zum zuhören, nicht nebenbeihören.... aber so wollen wir es. Alle Fasetten des musikalischen Schaffens der Band werden bedient, mal floydig, mal hart, mal popig, mal durchtringend traurig, mal einfach nur schön. PERFEKT! Ein Meilenstein im New-Artrock ist gelungen. Geniesen wir es in dem Wissen, das dies keine Kunst für Massen ist und das ist gut so! Meine Droge bleibt Schokolade und Porcupine Tree....
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Das ist sicherlich keine Musik, die man mal eben nebenher hören kann: Sehr gekonnt, abwechslungsreich, anspruchsvoll, konzeptionell und irgendwie auch sehr intellektuell. Allein schon der erste, eine ganze CD dauernde Song lässt aufhorchen. Mit einfacher U-Musik hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Ich hatte nicht gedacht, dass es so etwas noch gibt. Man merkt dem Album an, mit wieviel Liebe und Engagement es konzipiert und produziert wurde. Für mich ein kleines Meisterwerk.
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Wie schon beim Vorgänger "Fear of a blank planet" ist es mir auch mit "The Incident" passiert, dass ich die CD anfangs eher nicht so spannend fand, aber mit einigem Abstand zu einer völlig anderen Beurteilung komme. Zwar hat es ca. 20 Hördurchläufe bedurft, bis die Raupe zum Schmetterling wurde, aber die Geduld hat sich gelohnt. Ernsthafte Künstler haben es ja generell gern, wenn man sich intensiv mit ihrem Schaffen auseinandersetzt. Ich habe das Gefühl, Porcupine Tree bzw. Steven Wilson verlangen das gerade zu, indem man immer ein wenig gegen die Erwartungen der Fans produziert. Das ist zwar ein schmaler Grat, der auch durchaus als provokativ und arrogant empfunden werden kann, aber solange letztlich doch solche Klasse dahinter steht, lasse ich mir das gerne gefallen (soviel Geduld schenke ich eigentlich keiner anderen Band). Ich frage mich nur, ob bzw. wie man solchen Effekt (scheint ja mehreren mit PT so zu gehen) planen kann. SW Wunderkind. Wird mir langsam unheimlich der Typ...
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