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Diesem Gedanken scheint sich Lawrence Kasdan mit seinem Western "Silverado" besonders verpflichtet zu fühlen, denn mit Ausnahme der Indianer läßt "Silverado" eigentlich kaum eine traditionelle Figur oder Situation des Westerns brach.

"Silverado" ist 1985, also im selben Jahr erschienen wie Eastwoods "Pale Rider", doch mit Ausnahme des Genres und des Erscheinungsjahres haben diese beiden Filme so gut wie nichts gemeinsam, ist "Silverado" doch ein Feuerwerk für die Augen, eine Vignette der verschiedensten Geschichten - mal amüsant, mal spannend, mal, dies aber weniger, anrührend -, eben ein Wilde-Jungen-Gute-Laune-Western.

Lawrence Kasdan und sein Bruder Mark erzählen in ihrem Drehbuch die Geschichte von vier Männern, die auf ihrem Weg in die Stadt Silverado einige Abenteuer zusammen bestehen, dabei aber auch stets immer wieder getrennte Wege gehen. Da ist zum einen Emmet Hollis (Scott Glenn), der eher ruhige und nachdenkliche, aber entschlossene Loner, der in Notwehr einen Rancher erschoß und dafür fünf Jahre im Gefängnis sitzen mußte. Nun kehrt er wieder nach Silverado, in die Stadt, in der seine Schwester und ihre Familie lebt, zurück, wohlwissend, daß diese Stadt von dem Sohn des Mannes, den er tötete, beherrscht wird. Sein Bruder Jake (Kevin Costner), ein wagemutiger Draufgänger und Schürzenjäger, begleitet ihn, doch muß Emmet ihn zu Beginn des Filmes erst einmal aus dem Gefängnis befreien. Ferner haben wir Paden (Kevin Kline), einen Mann mit dunkler Vergangenheit, dem Saloons, besonders die rauchigen, in denen Karten gespielt wird, zur eigentlichen Heimat geworden sind. Paden ritt früher mit einer Gruppe Desperados, mit denen er sich jedoch entzweite, als sie einen Hund malträtierten. Der letzte Mann im Bunde ist der Afroamerikaner Mal (Danny Glover), der zur Farm seines Vaters zurückkehrt, nur um feststellen zu müssen, daß Rancher McKendrick (Ray Baker), der Mann, dessen Vater Emmet tötete, die kleinen Farmer terrorisiert, um sie von ihrem Land zu vertreiben. Er sieht auch seine Schwester Rae (Lynn Whitfield) wieder, die zur Prostituierten geworden ist und an der Seite des schmierigen Spielers Slick (Jeff Goldblum) durchs Land tingelt. Als die Helden in Silverado ankommen, trennen sich ihre Wege zunächst, und scheinbar werden einige von ihnen gar zu Gegnern, nimmt Paden doch eine Stelle im Saloon des korrupten Sheriffs Cobb (Brian Dennehy) an, den er von früher her kennt und der sich mit McKendrick verbündet hat.

"Silverado" ist ein erfreuliches Beispiel für die Rückkehr des Westerns nach einer Zeit der Stille, und wenn Georg Seeßlen sagt, ein Western sei auch immer ein Film über andere Western, dann hat er mit dieser Beobachtung im Falle von "Silverado" ganz besonders recht, denn das Hauptanliegen des Filmes scheint es mir zu sein zu sagen: "Schaut her, Leute, das alles war der Wilde Westen!" Die Kasdans schaffen es, die verschiedensten Standardcharaktere in ihrer Geschichte zusammenzuführen, haben wir doch den skurrilen, aber durchaus effizienten Sheriff (John Cleese), den wir etwa aus "Winchester '73" kennen, seinen korrupten Amtsbruder, den machtgierigen Rancher, die schikanierten, aber standhaften Siedler, eine anständige junge Witwe, die Hure mit dem goldenen Herzen, die rauhe, aber ebenfalls herzliche Bardame, den Jungen, der in den harten Männern sein Vorbild sucht, und den hinterlistigen Gauner. Wir haben Standardsituationen wie den Mann, der aus dem Gefängnis befreit werden muß, den Krieg Rancher gegen Siedler, den Showdown oder den Siedlertreck, der durch allerlei Fährnisse zu seinem Bestimmungsort geleitet wird. All das macht wirklich großen Appetit und birgt manchen Wiedererkennungseffekt - die Szene, in der sich Emmet am Anfang in der Blockhütte gegen die drei Angreifer verteidigt, etwa erinnerte mich an eine ähnliche, furios dargestellte Situation in Peckinpahs "Pat Garrett & Billy the Kid" -, aber diese Vielfalt führt auch dazu, daß wir uns kaum mit den Hauptfiguren identifizieren können und daß dem Film mitunter das erzählerische Gleichgewicht abhanden kommt.

Die Kasdans erzählen zwar eine ungemein spannende Geschichte, in deren Verlauf es oft kracht, wobei aber fast ausnahmslos die Bösewichter ins Gras beißen, während die Guten, mit einer Ausnahme, meist nur verwundet werden - was es dem Film unmöglich macht, ein für den Western so charakteristisches Gefühl der Tragik aufkommen zu lassen -, doch tragen sie so gut wie nichts zur Weiterentwicklung des Westerns bei. Fast scheint es, als habe es "Bloody Sams" alternde, gebrochene Helden oder Leones Anarchotypen nie gegeben, so jugendlich unbekümmert schießen, reiten und flachsen sich Kasdans Helden von einem Abenteuer ins andere. Dieses unkritische Revival zeigt sich auch in der Filmmusik, die ebenfalls an die Scores der Fünfziger erinnert.

Während Eastwood zur selben Zeit ein ungleich ernsterer und tieferer Western gelingt, konzentrieren sich die Kasdans wieder ganz auf die Mythen des Wilden Westens. Vielleicht ist das ja auch ein Grund, warum dieser Westernkonfekt - gar nicht negativ gemeint! - ausgerechnet die Indianer ausspart, denn dem Thema der Ureinwohner gerecht zu werden, diese Herausforderung hätte ja einen kritischen, ernsteren Blick auf die Mythen, mit denen hier kunstvoll jongliert wird, erfordert.

Obwohl mich der Film mehr als zwei Stunden lang glänzend unterhalten hat, denke ich, daß fünf Sterne zu viel wären, denn nicht immer besteht ein Ganzes ja exakt aus der Summe seiner Teile. Trotzdem gehört der Film eigentlich in jede Sammlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Januar 2010
Ein imposanter Blick aufs weite Land: Nur wenige Augenblicke vorher hat Emmett (Scott Glen) drei Männer in Notwehr erschiessen müssen. Er kannte sie nicht, waren es Outlaws oder gar bezahlte Killer ? Jedenfalls lebt man im Wilden Westen sehr gefährlich. Emmett saß 5 Jahre im Knast, weil er den Landbesitzer McKendrick erschossen hat. Das Gericht sah in der Schiesserei keine Notwehr gegeben. Nun ist der Emmett unterwegs nach Turley, wo er sich mit seinem jüngeren und sehr temperamentvollen Bruder Jake (Kevin Costner) treffen will, dann kurzer Abstecher in die Heimat nach Silverado zu ihrer Schwester und ihrer Familie. Ab dort ins neu gelobte Paradies Kalifornien. Doch soweit kommt es vorerst nicht.
Auf seiner Heimreise rettet er einem Mann das Leben, den er nur noch mit Unterwäsche bekleidet, nahezu verdurstet, in der Wüste findet. Dieser Paden (Kevin Kline) war Opfer von Cowboys, die ihn ausraubten und ihm das Pferd klauten. Unterwegs freunden sich die Beiden an. In Turley angekommen, gibts gleich wieder Action: Der arrogante Sheriff Langston (John Gleese), der keinen Ärger in seiner Stadt duldet, hat Emmetts Bruder in den Knast gebracht. Er soll am anderen Tag hingerichtet werden. Doch zuvor wird noch der Schwarze Mal (Danny Glover) wegen seiner Hautfarbe aus der Stadt verjagt. Paden findet seine Peiniger und auch seinen alten Weggefährten Cobb (Brian Dennehy). Der hat zudem Connections mit Kendrick Junior. Dieser macht mit seinem Männern neuen Siedlern das Leben schwer....
Lawrence Kasdan ist bekannt für sein glückliches Händchen in Sachen Ensemblemovies (Grand Canyon, Die Reisen des Mr. Leary, Der große Frust) und von diesem Können profitiert auch "Silverado".
Ein Film, der 1985 gemeinsam mit Eastwoods "Pale Rider" eine Renaissance für das immer wieder für tot erklärte, aber dennoch unverwüstliche Westerngenre einleiten konnte.
Beide Filme wurden zu grossen Erfolgen. Kasdan hat auch eine Ahnung davon, was Genrefans von einem neuen Western erwarten: Die unsterblichen Themen (Freundschaft, Loyalität, die mutigen Helden, die bösen Schurken, alte Rechnungen, wichtige Frauen, Duelle) werden im Drehbuch alle treffsicher verarbeitet. Dabei stört es überhaupt nicht, dass das von Kasdan selbst geschriebene Script recht konstruiert wirkt, dafür aber mit einem Erzählfluß überzeugt, der die Geschichte und die Protagonisten alle am Ende in einem überzeugenden Showdown vereint.
Und ja: Große Kinobilder braucht der Western auch. Und auch dies bietet der unterhaltsame Western in Hülle und Fülle.
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am 13. März 2004
Man schreibt das Jahr 1985. Der Regisseur Lawrence Kaskan wird von Columbia Pictures beauftragt ein Drehbuch für einen Western zu schreiben. Nichts besonderes denkt man in einer Zeit, wo das Western Genre mit Open Range oder Cold Mountain diverse Neuverfilmungen erlebt hat. Aber im Jahr 1985 galt das Genre als "Tod" und Hollywood hatte kein Interesse an Western.
Zum Regisseur:
Um das Projekt zu Realisieren musste Kaskan das Budget auf ein Niveau von US$ 25 Mio. halten. Um dies zu erreichen wurden einige Szenen aus dem Originaldrehbuch geschnitten und der Regisseur liess sich auf eine erfolgsabhängige Bezahlung ein.
Kaskan war in Hollywood des Jahres 1985 kein Unbekannter. Bereits zwei Mal hat er erfolgreiche Filme produziert: "The Big Chill" und "Body Heat".
Wieder mit Kevin Costner drehte er im Jahr 1994 den Western "Wyatt Earp" den ich nur wärmstens empfehlen kann (der aber leider nach wie vor nicht auf DVD erschienen ist).
Silverado - der Drehort:
Da der Produktionsbeginn im November des Jahres 1984 war, wurde als Drehort der Südwesten der USA gewählt. Dies war eigentlich untypisch, denn die meisten Western der 60er und 70er wurden in Europa gedreht. Es wurden Gegenden um Santa Fee (New Mexiko) und in den Rocky Mountains ausgesucht. Der Drehzeitpunkt resultiert in vielen winterlichen Einstellungen, wovon insbesondere das Licht und damit die Stimmung im Film immer wieder profitieren.
Mit 47 Häusern wurde die Stadt Silverado auf der Cook Ranch in New Mexico errichtet und war zum Produktionszeitpunkt das grösste Set, das je für einen Film aufgebaut wurde. In nur 92 Tagen wurde der Film schlussendlich abgedreht und mit US$ 22.7 Mio. blieben die Produzenten innerhalb des Budgets.
Und das Ergebnis... kann sich wirklich sehen lassen....
Zum Film:
Die Idee in einem Western mehrere Helden gemeinsam in den Vordergrund zu stellen kennt man ja bereits aus Sam Peckinpah's "The Wild Bunch". In beiden Filmen ist die Besetzung der vier Helden wirklich gelungen. In Silverado spielt neben Kevin Kline, Scott Glenn, Kevin Costner auch Danny Glover. Die vier verbindet die gemeinsame Herkunft - Silverado. Auf dem Weg in die Heimat werden sie Freunde, in der Heimat müssen sie feststellen, dass Ihre Familien durch einen korrupten Sheriff und einen machgierigen Viehzüchter terrorisiert werden (mehr wird hier nicht verraten).
Der Film galt lange Zeit als authentischste Darstellung des "Wilden Westen" und als Wiedergeburt des wahren Westerns.
Zur DVD:
Dank der Produktion im Jahr 1985 handelt sich es bei diesem Film um einen technisch hervorragende umgesetzten Western. Die Kameraführung ist exzellent, Gegenlichtaufnahmen a la Wild Range und Landschaftsaufnahmen a la "Dancing with Wolves" sind keine Seltenheit. Das Bild und der Ton in DD 5.1. sind hervorragend und lassen keine Wünsche offen (ausser vielleicht eine DTS Tonspur).
Beurteilung:
Dank hervorragender Besetzung und Kameraführung sowie herrlicher Landschaftsaufnahmen handelt es sich hier um ein Western der besseren Sorte. Neben einer für Westernfans ansprechenden Handlung, einer absolut gelungenen Starbesetzung, einem entsprechendem Showdown, kommt auch das Auge nicht zu kurz. Für Western-Fans ein Muss. Viel Spass!
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am 24. August 2011
Wer sich je näher mit dem Schaffen von George Lucas und Steven Spielberg beschäftigte, bei dem klingelts wahrscheinlich beim Namen Kasdan. Die Brüder Lawrence und Mark lieferten nämlich unter anderem die Drehbücher für den Krieg der Sterne und den peitschenschwingenden Archäologen. 1985 hatten die beiden glühenden Western-Fans einige Millionen Dollar zusammen, um sich selbst diesbezüglich den Traum einer eigenen, hochkarätig besetzten Produktion zu verwirklichen. Kommerziell war "Silverado" dann allerdings nicht ganz so erfolgreich, ist aber dennoch über die Genregrenze hinaus relativ bekannt geworden. Allein schon wegen der Big Names. Die seit ihrer Erstveröffentlichung unverändert gebliebene DVD-Ausgabe dümpelt preislich mittlerweile in jenem Schnäppchenbereich herum, wo man im Prinzip nichts falsch machen kann. Dabei ist der Film auch ohne dies kein Rohrkrepierer.

_Zur Story_

5 Jahre saß Emmett unschuldig im Knast und ausgerechnet auf seiner Heimreise nach Silverado wird er eines Morgens von einer Bande schießwütiger Desperados angegriffen. Die Gunmen sind aber alles andere als zufällig auf ihn gestoßen, doch das wird er erst sehr viel später in Erfahrung bringen. Nachdem die vermeintlichen Revolverhelden ins Gras gebissen haben, findet er auf seinem Weg ein weiteres Opfer der Gang, welches man ohne Pferd, Kleidung und Wasser in der Wüste ausgesetzt hat. Jener halb Verdurstete namens Paden erweist sich als dankbarer, ruhiger und freundlicher, aber nichtsdestoweniger etwas undurchsichtiger Typ. Zudem ist er jemand, der mit dem Colt sparsam-effektiv umzugehen versteht. Man beschließt ein Stück des Weges gemeinsam zu reiten, so ist man in diesen wilden Zeiten des Westens nachweislich sicherer unterwegs.

Auf ihrer Durchreise eines kleinen Kuhkaffs, treffen sie in einem Saloon auf den schwarzen Farmer Mal und springen diesem bei, als er aufgrund seiner Hautfarbe dort nicht bedient und überdies verprügelt werden soll. Was dem Sheriff nicht so ganz in den Kram passt, er hat in seinem beschaulichen Örtchen schon genug Ärger - gleich morgen wird ein angeblicher Missetäter am Galgen baumeln. Hierbei handelt es sich ausgerechnet um Emmetts jüngeren Bruder Jake, welcher jemanden wegen einer Weibergeschichte in den Rücken geschossen haben soll. Natürlich will Emmett ihn befreien, kennt er seinen Bruder zwar als heißspornigen Hitzkopf, doch nicht als feigen Mörder. Paden ist von dem Vorhaben nicht grade begeistert und will sich aus diesen doch recht prekären Familienangelegenheiten raus halten.

Abends im Saloon entdeckt Paden jedoch einen seiner Peiniger, die ihm seine Klamotten abnahmen wieder. Kunststück. Der Kerl trägt seinen quasi unverwechselbaren Hut und seinen ebenso markanten Revolver, was diesem das Leben kostet. Somit wandert auch der sonst so besonnene Paden erst einmal in den gemütlichen Kleinstadt-Knast - ausgerechnet zu Jake in die Zelle. Die spektakuläre, gemeinsame Flucht aus der fürsorglichen Obhut des Sheriffs gelingt dem Trio in der Tat - und mit unerwarteter Unterstützung des dankbaren Mal. Der trennt sich von ihnen nach einem kurzen, gemeinsamen Abenteuer. Die drei Anderen reiten weiter nach Silverado. Dort haben sich Korruption und ein großkotziger Viehbaron breit gemacht. Das schreit nach bleihaltiger Gerechtigkeit. Auch für Mal, dessen Familienbesitztümer niedergebrannt und sein Vater ermordet wird.

_Eindrücke_

Die Kasdan-Brüder sind der Kinowelt eigentlich eher für ihr Screenplay in den berühmten ersten STAR WARS Trilogie bekannt. Dass sie auch etwas anderes können, beweisen sie in diesem kleinen, feinen Western, welchen sie komplett geschrieben, inszeniert und auch Regie geführt haben. "Silverado" ist sicher kein wirklich wahnsinnig wichtiger Film mit tiefenphilosophischer Aussage oder einer künstlerisch wertvollen, bis ins kleinste Detail ausgefeilten Geschichte. Dennoch bietet er eine solide erzählte Gerechtigkeits-Story mit jeder Menge Charakterköpfen samt ihren Ballermännern, sowie wirklich schön-herber Landschaftsaufnahmen. Zu vergleichen ist das Ganze entfernt mit "Open Range", nur weniger langatmig als dieser: Silverado kommt schneller und actionreicher auf den Punkt, greift aber auch zuweilen sehr tief in die Pathos- und Klischeekiste.

Dabei ist dieser Umstand allerdings beabsichtigt und eine Verneigung vor den klassischen Westernhelden aus mehr oder weniger grauer Kinovorzeit. Dazu passt auch, dass "sauber" und adrett gestorben wird. Klaffende, ultrarealistische Wunden und spritzendes Gekröse findet man nicht, die Kunstblutbank wird geschont. Der Getroffene bricht, vielleicht noch mit einer final-eleganten Pirouette, zumeist mausetot zusammen. So wie das schon zu Zeiten eines John Wayne war. Die Figurenzeichnung ist ebenso straff und direkt - man könnte auch flach sagen. Es gibt kaum Grautöne, entweder Gut oder Böse. Dazwischen ist nicht viel Raum geblieben, auch wenn es zunächst den Anschein hat, dass Hauptfigur Paden aufgrund seiner gemeinsamen Vergangenheit mit dem korrupten Sheriff Cobb, eventuell etwas zwielichtig sein könnte.

Der Film diente den Kasdans wohl auch als Testwiese für ihren späteren Blockbuster "Wyatt Earp" für den sie Kevin Costner später erneut casteten. Hier ist Costner noch ein grünschnäbeliger Bengel, den er allerdings charmant spielt. Übrigens ist das nicht der einzige große Name in der Besetzungsliste. Neben den bereits erwähnten Kevins Kline ("Dave") und Costner turnen eine ganze Reihe illustrer und sturmerprobter Gestalten über die Leinwand: Scott Glenn ("Jagd auf Roter Oktober"), Danny Glover ("Lethal Weapon"), Jeff Goldblum ("Jurassic Park"), Linda Hunt ("Dune") und Monty Python Mitgründer John Cleese in einer Gastrolle als Sheriff eines Kuhkaffs. Dementsprechend professionell geht die Geschichte auch über die Bühne. Ähnliches gilt auch für den Soundtrack des der breiten Masse sicher unbekannten Komponisten Bruce Broughton - streckenweise übertrieben pathetisch aber auch das ist durchaus ins bzw. zum Bild passend.

_DVD und Bonusmaterial_

Für ein vergleichsweise altes Release geht die Ausstattung in Ordnung. Das Bild fällt weder besonders positiv noch negativ aus dem Rahmen. Ankreiden könnte man der DVD höchstens, dass der Ton es hierzulande nicht auf DD 5.1, sondern lediglich auf 2.0 schaffte. Der höherwertige Sound bleibt somit anglo- oder frankophonen Zuschauern vorbehalten. In Sachen Bonusmaterial war man seiner seiner Zeit dafür sogar voraus gewesen. 1999 buhlte man noch nicht so stark mit Zusatzfeature-Overkill um die Gunst des Käufers, wie es heute für die Labels fast schon unumgänglich geworden ist. Die Hintergrundbeiträge und Interviews sind sehenswert, allerdings natürlich nicht auf dem neuesten Stand, gerade was Bio- und Filmographien angeht.

_Fazit_

Eine unverkrampfte Hommage an den klassisch gestrickten Western. Mögen die Figuren und die Handlung daher auch berechenbar, oft pathetisch und ganz weit weg von späteren, schwer bedeutungsschwangeren Genre-Brüdern sein, so wird man von der gradlinigen Story und einer Reihe gut aufgelegter Stars über 2 Stunden bestens unterhalten. Selbst dann, wenn man mit Western sonst vielleicht nicht ganz soviel am Hut hat. Die DVD an sich ist in Anbetracht ihres Alters ordentlich produziert und ausgestattet, wiewohl man unter einer "Collector's Edition" heute sicherlich etwas anderes versteht und erwartet. Das bislang undankbare Mauerblümchendasein auf dem Wühltisch hat "Silverado" jedenfalls nicht verdient.

Jürgen Pern - VideoZone Redaktion
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am 15. Mai 2003
Dieser Western zählt, neben den "Glorreichen Sieben" und "El Dorado" zu meinen absoluten Lieblingen. Durch die Bank weg super besetzt, eine doch gute Geschichte, was bei Western nicht immer zu erwarten ist, und ein guter Soundtrack. Die Geschichte vom bösen mächtigen Rinderbaron, der die friedlichen Siedler schikaniert ist zwar nicht neu, wird aber klasse präsentiert, lebt aber auch vom Starensemble, das sich hier die Klinke in die Hand gibt.
Klar haben die Macher ein bisschen im Genre gewildert, aber im Gegensatz zu Filmen wie "Schneller als der Tod" haben sie das gut hinbekommen.
Als Glücksgriff kann man hier sicher Brian Dennehy sehen, der den symphatischen Schurken gibt, um den es einem irgendwie schon leid tut, das er den Showdown nicht überlebt.
Wer Silverado bis jetzt noch nicht gesehen hat- ansehen, der lohnt sich wirklich!
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am 6. April 2001
Die ist unverholen einer meiner Lieblingswestern und wenn`s nach mir ginge, würde er mehr als 5 Sterne bekommen.

Der Film kann ein wirkliches Staraufgebot vorweisen. Alle Rollen sind sehr gut besetzt. Kevin Costner, Kevin Kline, Scott Glenn, Danny Glover, Brian Dennehy, Linda Hunt, John Cleese, Jeff Goldblum und Jeff Fahey zeigen hier wirklich eine grandiose Vorstellung. Der Film hat ein typisches High Noon Ende wie man es aus -12 Uhr mittags- kennt. Nur ist hier die Konstellation der Akteure besser verteilt, so hat jeder der Guten einen bösen Widerpart auf den er sich beim fulminaten Ende stürzen kann. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf. Irgentetwas passiert immer; bei 4 Helden auch nicht sonderlich verwundernswert.

Ein Film, den ich mit meiner subjektiven Meinung, nur wärmstens empfehlen kann.
© deval
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am 9. Mai 2013
Bin nicht ganz unvoreingenommen, da ich schon immer ein echter Fan dieses Films war. Als Blu-ray auf jeden Fall ein Augen- und Ohrenschmaus. Für Fans der Darsteller und von echten Westernklassikern ist diese Blu-ray ein echtes Muss.
Möchte hier nicht weiter auf die Handlung eingehen, nur so viel. Es ist alles drin, was einen guten Western ausmacht: böse Schurken, mutige Helden, Duelle, super Stunts und sogar eine große Prise Humor. Kevin Costner ist hier noch recht jung und unbekannt, aber sein Talent kommt hier schon zur Geltung. Die anderen Schauspieler schon sehr bekannt und wie immer brilliant in ihren Rollen.
Die Extras, die mit Sicherheit erst später dazu kamen, sind recht aufschlussreich und gut gemacht. Ein sehr gutes Making of und das Interview mit Kevin Costner, in dem er von seiner Beziehung zu dieser Rolle und seiner Priorität für seine weitere Karriere erzählt auch sehr interessant.
Ich kann Film und Blu-ray mit gutem Gewissen empfehlen.
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am 12. Januar 2007
Ich bin ein Western Fan und vor allen der Duke (John Wayne) hat es mir angetan. Doch irgendwann hat man so alles gesehen was wirklich sehenswert ist!

Wendet man sich nun den so genannten Spätwestern zu, dann wird die Anzahl doch sehr dünn und man findet immer wieder dort den Namen Kevin Costner!

In Silverdado ist er noch sehr Jung und unverbraucht, auch so Dynamisch habe ich ihn selten gesehen!

Kevin Klein, Scott Glenn und auch Danny Glover liefern hier eine Spitzenleistung ab und auch selbst der spätere Dinoforscher Jeff Goldblum mal in einer für ihn eigentlich sehr ungewohnten Schurkenrolle hat hier seinen Auftritt!

Alles im allem ein sehr guter Western mit einer absoluten Starbesetzung unter der Regie des späteren Produzenten Lawrence Kasdan!

Da ich hier nur den Film selbst bewerte ganz klar von mir fünf Sterne!
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am 12. Januar 2013
"Silverado" erzählt die Geschichte des gerade aus dem Gefängnis entlassenen Emmett (Scott Glenn), seines hitzköpfigen Bruders Jake (Kevin Costner), des ehemaligen Banditen Paden (Kevin Kline) und des Abenteurers Mal (Danny Glover).
Ziemlich zu Beginn des Films trifft Emmett auf Paden. Emmett ist auf dem Weg nach Silverado, wo seine Schwester und ihre Familie leben. Zuvor will er noch seinen kleinen Bruder in einem kleinen Städtchen namens Turley treffen. Dummerweise sitzt Jake unschuldig in Turley im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Nachdem Paden ebenfalls unschuldig im Gefängnis gelandet ist, befreien sich die beiden und können mit Hilfe von Emmett fliehen. Auf der Flucht rettet sie Mal vor dem Aufgebot des Sheriffs.
Gemeinsam reiten die vier Männer nach Silverado. Auf dem Weg dorthin erleben sie bereits ihr erstes gemeinsames Abenteuer.
In Silverado angekommen, müssen die Männer feststellen, dass dort vieles im Argen liegt: Der Viehzüchter McKendrick (Ray Barker) und Sheriff Cobb (Brian Dennehy) beherrschen die Stadt und das Umland. Durch eine Verflechtung unglücklicher Umstände sind Familienangehörige von Emmett, Jake und Mal durch die gewalttätige Herrschaft von McKendrick und Cobb vom Tod bedroht.
Paden hat zwar keine Angehörigen in Silverado, aber er und der jetzige Sheriff Cobb gehörten in der Vergangenheit derselben Bande an.
Nach und nach spitzt sich die Situation zu, bis es zum Showdown kommt.

Die Liste der Schauspieler liest sich fast wie ein "Who-is-who" großartiger Hollywood-Akteure der Achtziger (Kevin Costner war zu diesem Zeitpunkt noch verhältnismäßig unbekannt). Das merkt man auch dem Film an, denn die Film-Charaktere sind bis in die Nebenrollen hinein - u.a. John Cleese als Sheriff von Turley, und Jeff Goldblum als Slick - passend besetzt und werden hervorragend gespielt. Die charismatischen Schauspieler verleihen besonders den Hauptrollen Tiefe und Charakter.
Besonders erwähnenswert ist für mich Brian Dennehy. Seine Darstellung des "bösen" Sheriffs ist schön fiese feixend.
So sind überhaupt die "Bösen" nicht alle nur böse und die "Guten" auch nicht nur gut. Aber sie sind immer noch in ihren Rollen als Vertreter der jeweiligen Richtung klar zu erkennen und noch nicht so diffus Böse-Gut/Gut-Böse wie in manchen späteren Western.

Die Handlung von "Silverado" wirkt schon fast etwas überladen. Da sich aber die Geschehnisse alle in einem begrenzten Umfeld ereignen und die Charaktere dementsprechend oft gemeinsam agieren, kann man der Geschichte problemlos folgen.
Außerdem kommt dadurch trotz einiger etwas ruhiger Abschnitte nie Langeweile auf. Insgesamt ist "Silverado" überhaupt spannend und sehr abenteuerlich.
Der Film ist auch witzig, wobei es aber hauptsächlich ein trockener Humor ist, der vor allem in Gesprächen durchkommt.

Die Landschaftsaufnahmen sind imposant.
Die Kameraführung ist dynamisch und insgesamt sehr gut.
Mir persönlich gefällt auch der Soundtrack, vor allem das Hauptthema.

Stellenweise wirkt das Bild der Blu-ray etwas körnig, aber insgesamt ist die Bild-Qualität für einen Film aus dem Jahr 1985 sehr gut.
Der deutsche Ton liegt in Dolby TrueHD 5.1 vor. Die zahlreichen Schusswechsel klingen relativ satt und kraftvoll.
Die Verpackung beinhaltet nur den Datenträger und ein Wendecover (ohne FSK-Logo)

Ich finde den Film einfach nur großartig.
"Silverado" ist einer der letzten "klassischen" Western - und mein absoluter Lieblingswestern.
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am 28. Februar 2012
Zum Film muss man nicht viel sagen...ohne Silverado gäbs keine Neo Western. Keine Teufelsreiter, Wolfstänzer oder Züge nach Yuma.

Aber die BluRay sollte besprochen werden, meiner Meinung nach hervorragend umgesetzt. Bildqualität, Detailschärfe sehr gut. Bildrauschen auf ein minimum reduziert, rausgeholt was geht. Man darf aber keine Wunder erwarten, wie aktuelle Produktionen sieht es natürlich nicht aus. Tonqualität exzellent, Dolby True HD auch in deutsch - was will man mehr...?

Das alle älteren Film so angeboten werden und nicht anders!
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