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Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen (7 DVDs)
Format: DVDÄndern
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juli 2012
Ich maße mir nicht an ein Kunst- oder gar Wagnerkritiker zu sein. Es geht um 7 hochwertige DVDs und ob diese Bayreuth und Wagner korrekt abbilden. Die Antwort ist, ja unbedingt.
Die Neuauflage der Produktion bietet Breitwandformat und Surroundklang, so dass die Aura Bayreuths zumindest technisch ins Wohnzimmer übertragbar ist. Wagnerliebhaber - und solche wie ich die es werden wollen - sollten hier nicht vorbeigehen. Günstiger kann große Kunst nicht erfahren werden. Sowohl Kamera als auch Ton sind von hoher technische Qualität und das Orchester und die Stimmen in optimaler Balance. Die Darsteller des Bayreuther Rings haben wie zu erwarten Weltklasse, allen voran Siegfried Jerusalem als Siegfried, dramatisch Anne Evans als Brünnhilde und der starke Bass Philip Kangs als Hagen überzeugen. Die Nahaufnahmen, welche die Kameraperspektive ermöglicht, zeigen die Gestik alle Protagonisten allerdings teilweise in sehr gewöhnungsbedürftigen Kostümen. Die musikalische Leitung Barenboims wurde seinerzeit groß bejubelt und gefeiert - meines Erachtens nicht zu Unrecht. Barenboim hat Kupfer allerdings bis an die Grenze des vom Gesang her Möglichen nachgegeben - es wird gerannt, gelegen, geklettert, gerutscht, gekniet. In sogenannten Kupferschützern.

Parallel zur Oper lese ich ein Buch des Kunsthistorikers Richard Wagner's Robert Donington 'Ring des Nibelungen' und seine Symbole: Musik und Mythos. Er zitiert in der Einführung Richard Wagners Bemerkung sinngemäss: "Ein allzu offenes Aufdecken der Absicht stört das richtige Verständnis durchaus: es gilt im Drama - wie im Kunstwerk überhaupt - nicht durch Darlegung der Absichten, sondern durch Darstellung des Unwirklichen zu wirken". Anders gesagt, Kunst muss nicht durch die Erklärung sondern durch sich selbst überzeugen. Ich kein Freund der unbedingten Werktreue, aber mit der Bühnenbildgestaltung durch Hans Schavernoch und der Inszenierung Harry Kupfers kann ich mich nicht anfreunden. Wenn ich mich auf den Begriff Regietheater mal einlasse, sollte es besser Musiktheater heißen, mit guten Regisseuren und klugen Dramaturgen. Die Regie sollte nicht vorne stehen.
Bei Wagner frage ich Simpel mich zudem einfach, transportieren die Inszenierung die Bilder der Symbole und Mythen in der ganzen Vielschichtigkeit? Außer bei der genialen Laser Unterwasserszene in Rheingold (die den Ton störte), geschieht das hier meistens leider nicht. Die Götterdämmerung ist ganz schlimm. Statt des Rheins sehe ich so eine Art Röhren. Sagt jedenfalls mir nichts.

Ein durchgängiges Moment des Regietheaters im negativen Sinne ist ja der pädagogische Zeigefinger: man will aufklären, erklären, den wahren "Gehalt" des Kunstwerkes zeigen, den Komponisten und Textdichter besser verstehen als der Bildungsbürger (der ja dafür zahlt), die Wichtigkeit des Werkes für heute zeigen. Letzteres ist ja auch in Ordnung. Nur wenn man das auf der Bühne nicht so recht deutlich machen kann, schreibt man halt leider wie Kupfer was Neues. Die Entstehungszeit der Inszenierung, die bleierne Zeit, Kalter Krieg und die Sendung mit der Maus, ist spürbar. Besonders deutlich wird dies am Ende: Eine Gruppe sensationslüsterner Zuschauer beobachtet im Fernsehen, wie die Welt der Gibichungen in Flammen aufgeht (Visualisierungstechnik am unteren Ende). Zwei Kinder suchen den Weg aus der Katastrophe und ziehen von der Bühne. Kunst ist hier Frontalunterricht, aber wir sind nicht blöd. Man möchte meinen, dieser 68er Kitsch wäre sogar einem dem Kitsch nicht abholden Richard Wagner zuviel gewesen. Nach dem Magazin der Spiegel zu urteilen, rannten auch Anti-Wagnerianern die Tränen herunter - im Programmheft findet man dazu" "Am Ende, mit dem letzten Orchesterton, wird dann ein von Tränen der Rührung benässter Jubel losbrechen, da man sich wieder eins fühlt mit der Kindheit, der eignen und jener der Menschheit".
Die Konzeption des Gesamtkunstwerks der Ring entstand zur Zeit zwischen 1850-1890. Diese Epoche ist durch die Erstarrung des Bürgertums nach dem Scheitern der Märzrevolution (1848). Dies Erstarrung der Bürgertums - oder was heute noch davon übrig ist - und die Kapitalismuskritik Wagners ist heute aktueller den je. Andreas Kriegenburg im derzeitigen Ring im Nationaltheater München transportiert Wagners Metaphern meines Erachtens besser. Trotzdem, unbedingt hörenswert, sehenswert - na ja, wenn es minimalistisch wird, vielleicht.
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eine wirkliche Rezension über 15 Stunden Ring des Nibelungen in Bild und Ton zu schreiben, fühle ich mich als Amateur außerstande. Daher eine eindeutige Kaufempfehlung für den Kupfer/Barenboim-Ring. Der Preis sollte da eigentlich an letzter Stelle kommen, ist aber auch ein wichtiges Argument, da Warner den Ring ja geradezu verschleudert. Zusammen mit dem Chereau/Boulez-Ring sicher die bedeutenste Interpretation des Riesenwerkes auf DVD und wohl auch in der Theatergeschichte. Für den Einsteiger ist vielleicht der Chereau-Ring in seiner Gegenständlichkeit leichter und ein bisschen spannender.

Für den Kenner bleibt aber die Einfühlung Kupfers mit dem kongenialen Bühnenbildner Hans Schavernoch in den Wagnerschen Kosmos unvergleichlich. Kupfers Deutung ist zeitloser als Chereaus in der Entstehungszeit des Werkes angesiedelter Ring, ein düsteres Menschheitsdrama auf der Straße der Geschichte mit mehr offenen Fragen als Antworten. Die fast choreographische Übereinstimmung mit der Musik, das menschliche Mitfühlen mit allen Figuren, dieses Kraftwerk der Gefühle lassen aber wohl niemanden unberührt.
Einzelne Szenen möchte man eigentlich garnicht anführen, aber trotzdem -gleich der Beginn und die 1.Szene des Rheingolds, der Beginn des 2. Aktes der Walküre, das Frösteln Brünnhildes vor der Todverkündigung, der Furor der Walkürenszene, der Feuerzauber, Brünnhilde im Netz Gunthers Mannen, Wotan und Brünnhilde in der klaffenden Wunde der Erde beim Trauermarsch sitzend - das sind einfach große Bilder zu großer Musik.
Dass ich diesen Ring dann über den Chereauschen stelle, liegt am musikalischen Teil. Damit stelle ich mich persönlich gegen die gängige Kritikermeinung, die ja kurz gesagt so ist: je neuer desto schlechter. Barenboim und das fulminant spielende Orchester bringen den gesamten Wagnerschen Orchesterkosmos zum Klingen im lyrisch Zarten, in der Kunst der Übergänge, im gewalttätigen Zugriff. Das ist mir lieber als der trockene Boulez, aus dessen vielgerühmter Analyse ich erheblich weniger z.B. an Nebenstimmen heraushöre. Dieses Dirigat befindet sich auch in absoluter Übereinstimmung mit der Regie - Leidenschaft, Pathos, Zorn, Liebe - hier ist alles absolut und groß. Die kühle Perfektion Karajans ist bei dieser Quasiliveaufnahme natürlich nicht zu erwarten. Warum der äußerliche und brutale Soltiring noch immer so gelobt wird, verstehe ich immer weniger. Ich habe Barenboim in den letzten Jahren oft mit dem gesamten Wagner in der Berliner Lindenoper erlebt und halte ihn für den derzeit größten und spannendsten Wagnerdirigenten.

Auch für die Sängerschauspieler möchte ich eine Lanze brechen: John Tomlinson ist einfach d e r Wotan, dieses totale Aufgehen in der Rolle lässt Kestingsches Belcantogerede hier erstmal zweitrangig erscheinen. Anne Evans überzeugt auch ohne Nilsson-Trompete und übertrifft die gilfende Gwyneth Jones erheblich, Jerusalem gestaltet die undankbare Siegfried-Rolle stimmlich und schauspielerisch überzeugend. Graham Clark und Günter von Kannen, Nadine Secunde und Poul Elming schaffen eindrucksvolle Rollenporträts. Philipp Kang ist leider kein Gottlob Frick oder Salminnen, aber immer noch ein überzeugender Hagen. Matthias Hölle imponiert als Fasolt und Machohunding.

Die Szene der Waltraude im 1. Akt der Götterdämmerung wird durch Waltraud Meier zu einem intensiven Höhepunkt, bei dem auch Anne Evans über sich hinauswächst.

Die Abrundung erfährt das ganze durch die technische Seite. Während ja wohl bei älteren Aufnahmen oft nur ein Computerprogramm einen Surroundsound generiert, wurde hier auf die Originalbänder mit noch mehreren Mikrophonen als für die Stereoaufnahme zurückgegriffen. Schon im Rheingoldvorspiel badet man im Orchester. Um es kurz zu machen: Der Dts-Sound ist einfach gigantisch, Orchester und Stimmen in optimaler Balance. Ein Lob den Tontechnikern der Aufnahme und den Technikern der DVD-Ausgabe. Die in enger Absprache mit Harry Kupfer erstellte Filmregie Horant H. Hohlfelds überzeugt auch durch den Wechsel von Distanz und Nähe, ohne sich noch vordergründig vor die Theaterregie zu stellen.

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22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. April 2010
Die Einspielungen sind natürlich super. Deshalb auch 5 Sterne.
Ich wollte mit meiner Rezension nur darauf aufmerksam machen, das es sich hier nicht um die Pal-Version (wie in der Artikelbeschreibung steht) sondern um NTSC Versionen handelt.
TV Geräte die nicht NTSC-kompatibel sind, können diese DVDs nur mit Rucklern abspielen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein großartiger, bis ins Detail meisterhafter,bühnenbildlich begeisternder, personendramatisch,schauspielerisch involvierender Ring. Mit der Bühnenbildgestaltung durch Hans Schavernoch und der Inszenierung Harry Kupfers gelingt eine Symbiose aus großer Sing-Schauspiel-Kunst und optisch glanzvollem Ambiente. Wer mit dem Valencia Ring Probleme mangels teilweise schauspielerischer Interaktion hat, hier findet er die Lösung des Problems. Hier wird auch das defizitäre Weimar - Ring Konzept deutlich, die rudimentäre, ambientearme Gestaltung, die aus meiner Sicht keinen adäquaten Rahmen für die Musik Wagners bietet. Das sei allerdings rein subjektiv angemerkt, denn die Geschmäcker sind eben verschieden und das ist gut so. Zu den einzelnen sängerischen Leistungen, die insbesondere im herausragenden John Tomlinson als Wotan manifest werden, habe ich in den Rezensionen zu den einzelnen Teilen Ausführungen gemacht. Insgesamt wird ein sehr gutes Niveau erreicht. Der Schluß der Götterdämmerung wird aus meiner Sicht als Fortbestand des "Alberich Prinzips" inszeniert. Die unausweichliche Verstrickung auch jeder jungen Generation in die Konflikte, die durch den genetisch determinierten, sozialisationsprozeßabhängigen, ambivalenten "Grundcharakter" der Spezies Mensch bedingt ist. Das latente skrupellose Erfolgs- und Machtstreben, die primär besitzergreifende, nicht "selbstlose" Liebe. Diese latent skrupellose Struktur bestimmt letztendlich die Lebensplattform jeder jungen Generation, auf der sie sich behaupten muß. Also kein pessimistischer Schluß sondern eher ein realistisch evolutionärer.
Insgesamt eine Inszenierung, die man gesehen haben muß. Die ich über den Chereau-Ring setzen würde,dem ebenfalls herausragenden Valencia-Ring ebenbürtig.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Juli 2013
Was soll man darüber schreiben, was nicht schon gesagt wurde. Eine moderne Inszenierung, die dem Ring aber absolut nicht schadet. Die Sänger, allen voran Jerusalem, sind sehr gute Wagner-Interpreten, das Orchester und der Dirigent sind wunderbar. Man merkt überhaupt nicht, wie die Zeit vergeht! Absolut zu empfehlen!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Dezember 2013
Habe diese Inszenierung mehrfach in Bayreuth gesehen. Ich finde sie unübertroffen. Harry Kupfer hat tolle Arbeit geleistet und Barenboim hat wunderbar dirigiert.
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am 23. Februar 2015
Das ist der beste "Ring", den ich je gesehen oder gehört habe! Hervorragende Inszenierung von Harry Kupfer mit der wagnergerechten Stabführung von Barenboim, hervorragende Sänger-Darsteller, modern, aber mit der herrlichen Wagnermusik übereinstimmend, empfehle das Buch von Donington: "Der Ring der Nibelungen" und seine Symbole !
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am 10. April 2013
Eine wunderbare Möglichkeit, zu hause auf dem Sofa mit "Den Ring" kennen zu lernen. Macht gespannt auf noch mehr Wagner.
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am 11. Juli 2013
Ich habe diesen gekaufte Artikel, die DVD's mir sehr gut gehfallen und würde weiter empfehlen an alle meine Freunde und Bekannte.
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am 25. Juni 2014
Es ist interessant, daß man im Laufe der Jahre damals als nicht werktreu empfundene Inszenierungen durchaus akzeptiert. Reife Stimmen in ihrem Zenit.
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