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374 von 389 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Gothic-Veteranen und RPGler ein Muss
1. Meine Gothic-Vorgeschichte (wer will, kann gleich zum Risen-Test weiterscrollen):

Schon Gothic 1 hatte mich damals fasziniert; kein anderes Spiel hatte es bisher geschafft eine derart atmende, glaubwürdige Welt zu erschaffen, die noch dazu mit interessanten Quests, Personen und liebevollen Details gefüllt war.
Gothic 1 war rau, brutal,...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2009 von Faulpelz

versus
149 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Wechselbad der Gefühle
Gothic 2,5
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Nach dem Debakel Gothic 3, durften wir uns auf das Besinnen alter Tugenden freuen. Zumindest war das der Tenor der PBs. Vermutlich aus Angst vor den tobenen Fans, und aufgrund des intern gefühlten Scheiterns an einem, für 20 Leute gemessenen, Mammutprojektes, mit dem die PBs einfach überfordert waren.

Aber...
Veröffentlicht am 13. Oktober 2009 von Brakiri


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374 von 389 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für Gothic-Veteranen und RPGler ein Muss, 22. Oktober 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
1. Meine Gothic-Vorgeschichte (wer will, kann gleich zum Risen-Test weiterscrollen):

Schon Gothic 1 hatte mich damals fasziniert; kein anderes Spiel hatte es bisher geschafft eine derart atmende, glaubwürdige Welt zu erschaffen, die noch dazu mit interessanten Quests, Personen und liebevollen Details gefüllt war.
Gothic 1 war rau, brutal, fremdartig und dennoch schön und gehört neben Klassikern wie Baldurs Gate 2 oder Planescape Torment ganz oben auf meine Nostalgie-Liste.

Gothic 2 und das Addon DNDR schafften es dann mühelos an die Qualität von Gothic 1 anzuknüpfen. Zwar wirkten Welt und Story nicht mehr so ungewöhnlich und faszinierend wie beim ersten Teil, dennoch wurde man sofort in das Spiel hineingesogen, Ermüdungserscheinungen oder Langeweile gab es für mich erst nach dem Abspann.
Beide Spiele erzeugten quasi nebenbei unglaubliche Atmosphäre und Abenteurerfeeling; und darüber hinaus eine emotionale Bindung die man bei Software eigentlich selten hat. Gefühle für die sich andere Spiele abrackern und die halbe Welt explodieren lassen...und es dennoch scheitern.
Gothic zu spielen war für mich immer wie nach Hause kommen..keine Realitätsflucht wie sie viele Leute bei World of Warcraft betreiben, sondern eine Möglichkeit abzuschalten und abzutauchen in eine tiefe, atmosphärische Welt.

Doch dann kam Gothic 3:
Nach anfänglicher Begeisterungen, merkte ich schnell das mit diesem Spiel etwas nicht stimmt. Es gab nicht nur Bugs, Abstürze und Grafikfehler an jeder Ecke, sondern die Welt war auch seltsam leer und unlogisch. Selbst starke Charaktere der Vorgängerspiele waren zu simplen Stichwortgebern reduziert und optisch stark abgeändert worden (aus dem vormals schwarzen Greis Vatras wurde in Gothic 3 etwa ein weißer Jüngling und Lares bekam eine Glatze).
Kampfsystem und Balancing stimmten hinten und vorne nicht, Quests waren pure Lieferservice-Aufgaben, Dialoge bestanden meist nur aus wenigen Sätzen und eine nennenswerte Story wurde auch nicht geboten.
Kurz: fast alles was Gothic 1 und 2 so besonders gemacht hatte, war in Gothic 3 nicht mehr da.
Das Spiel war ein hübsches aber weitgehend seelenloses Hack'n'Slay, die detailverliebten Welten waren einem großen, schönen aber langweiligen Kontinent gewichen.

Meine Begeisterung für Gothic war damit erloschen und Piranha Bytes als Entwickler für mich vorerst zu den Akten gelegt.

2. Risen:

Deswegen war mein Interesse nach der Ankündigung von Risen auch nicht allzu groß.
Nach und nach sickerten aber Details durch, die mich aufhorchen liesen; das Spiel solle wieder mehr an Gothic 1&2 angelehnt sein, in einer kleineren Welt spielen und wieder nach dem Kapitelsystem funktionieren.

Und tatsächlich: Risen ist wie Gothic 1&2! So sehr, das es manchmal fast schon weh tut.
Es gibt wieder schräge Charaktere, lange Dialoge, gruselige Wälder und düstere Kavernen, fallenbespickte Tempel, finstere Nächte und detailliert ausgearbeitete Städte und Lager.

2.1. Gameplay

Genau wie schon Gothic 1&2 übt auch Risen relativ schnell eine Sogwirkung aus und man taucht ab in eine tiefe, interessante Welt.
Das Spiel bietet dabei ein sehr gutes Kampfsystem, bei dem jeder Kampf zur Herausforderung gerät. Anders als bei vielen Konkurrenten, muss man bei Risen nicht nur auf sein Timing achten, auch Positionierung und Kampftaktik spielen eine Rolle. Jeder Gegner verfügt über unterschiedliche Kampfmechanismen und immer wieder wird man überrascht.
So tritt man manchmal gegen Gegner an deren Schläge man mühelos blocken kann, nur um beim nächsten Gegner das Schild aus der Hand geschlagen zu kommen und dann ohne Deckung dazustehen. Andere Feinde weichen fast jedem Schlag aus, wenden fiese Tricks wie Eiszauber oder Gasattacken an um unseren Block zu durchbrechen oder sind einfach derart gut gepanzert, dass man sie nur durch Angriffe auf verletztliche Stellen knacken kann....die gerne auch mal am Hinterleib des Wesens liegen.

Darüber hinaus lernt man mit jeder Stufe neue Waffenskills dazu; prügelt sich man Anfangs noch schwerfällig wie ein Steinzeitmensch, tänzelt man später elegant durch die Gegnerreihen und kann selbst harte Gegner allein durch Taktik besiegen.

Das Nahkampfsystem funktioniert also prächtig, auch der Fernkampf macht eine gute Figur (ist aber nicht so umfangreich ausgearbeitet wie der Nahkampf). Weniger gut hat mir das Magiesystem gefallen. Es gibt zwar viele originelle Zauber (Verwandlungen, Levitation, Illusionen oder der sympathische Skelettbegleiter "Fred"), dennoch fehlt es im Bereich der Kampfzauber deutlich an Umfang und Abwechslung. Außerdem werden einige Zauber viel zu schnell viel zu stark: später bombt man Feindgruppen einfach nur noch weg, während man Anfangs pausenlos mit Manamangel zu kämpfen hat.

An den Quests habe ich wenig auszusetzen; sie erzählen oft kleine, nette Geschichten und bieten immer wieder Überraschungen. Gothic-Veteranen schmunzeln aber über den Schwierigkeitsgrad, denn insgesamt gibt es selten wirklich herausfordernde Quests. Schwierig sind nur die Aufgaben, bei denen man mit stärkeren Gegnern konfrontiert wird...besonders innerhalb der Stadt und des Banditenlagers wird man hingegen kaum gefordert, auch wenn es durchaus viele gute Ideen gibt.

Ein Questbeispiel:

Der Händler Konrad ist ein cholerischer Schnösel. Gleich bei der ersten Begegnung mit dem Helden beschimpft er diesen, er hält ihn für einen Bettler oder Langfinger.

Man erfährt dass Konrad dem Bandit Weasel ist er schon lange ein Dorn im Auge ist, denn Konrad weigert sich Schutzgeld für sein Handelshaus zu zahlen...schließlich hat die Inquisition nun das sagen in der Stadt und die Banditen haben keinen Grund mehr, noch Gelder einzutreiben.
Dennoch ist Weasel scharf auf Konrads Gold und bittet nun den Helden einen Weg zu finden, Konrad eins auszuwischen.
Von der Bäuerin Tilda, die in ihrer Not für den despotischen Konrad arbeitet (was wiederum zu zwei seperaten Quests führt), erfährt man, dass Konrad ein besonders herzliches Verhältnis zu einer Kuh namens Bertha pflegt....diese befindet sich in der Stallungen der Inquisition im Norden der Stadt.

Nun hat der Spieler die Wahl den kantigen Weasel zu verpfeifen oder Konrad eine unschöne Überraschung in seinem Bett zu hinterlassen. Für letzteres muss man allerdings erst mehrere Wachen überwinden oder ablenken, eine wehrlose Kuh ermorden und nachts über die Dächer im gut gesicherten Haus des Großhändlers einsteigen, während nur wenige Meter entfernt die Inquisition patroulliert. Atmosphärisch.

Die Quest um Konrad ist dabei nur eine unter vielen, alles in allem ist man gerade in der Hafenstadt mindestens 8 Stunden nur mit Nebenquests beschäftigt, von denen viele wirklich originell sind. Leider gilt dies nur für das erste von vier Kapiteln, denn danach dreht sich fast alles nur noch um die eher langweilige Hauptquest, die leider aus vielen Hol- und Bring-Aufgaben besteht.

Dennoch gibt es weiterhin immer wieder interessante Quests; etwa eine Schnitzeljagd quer über die ganze Insel, bei der man zusammen mit der Piratentochter Patty nach ihrem Vater forscht, die Lüftung der Legende des sogenannten Gyrgers, eines Fabelwesens, von dem niemand weiss ob es existiert oder der Rettung eines entführten Druiden, den man nur mittels Spürhund finden kann. Etc. Etc.

Das Spiel steckt also wieder voller toller Ideen, auch die Welt ist schön gelungen und wieder sehr gefährlich geraten (wer zu neugierig und unvorsichtig ist, wird sehr schnell sterben).

Grafisch ist das Spiel größtenteils traumhaft; besonders die Lichtstimmungen sind fabelhaft gelungen.

2.2. Kritikpunkte

Doch neben viel Licht gibt es leider auch Schatten.

Wie bereits erwähnt ist die Hauptquest größtenteils eher langweilig ausgefallen. Darüber hinaus ist auch die Story nun wirklich nicht originell, sowohl Gothic 1 als auch Gothic 2 haben hier eindeutig Pate gestanden...quasi alles was in Risen thematisiert wird, kennt man schon aus früheren Spielen.

Ab dem dritten Kapitel kriecht man überwiegend durch Dungeons, welche leider überraschend schnell eintönig werden, da man immer wieder den selben Gegnern und gleichen Fallen begegnet. Hier wäre mehr Kreativität nötig gewesen.

Darüber hinaus erfährt man nur wenig über die Welt von Risen; es gibt kaum Hintergrund, nur der Großinquisitor Mendoza hat hier einiges zu berichten.
Hier und da erfährt man mal Namen von weit entfernten Städten oder schnappt Details über die Lage am Festland, fernab der Insel Faranga auf. Alles in allem bleibt Risen in dieser Beziehung aber hinter den ersten beiden Gothics zurück und wird von Konkurrenten wie The Witcher, Mass Effect oder Baldurs Gate 2 gnadenlos abgehängt.

Die Welt von Risen ist überwiegend die, in der man sich im Spiel bewegt. Von Geschichte, Kultur, Religion und politischen Verhältnissen erfährt man nur Bruchstücke. Schade.

Darüber hinaus wirkt die Figurendarstellung des Spiels veraltet. Viele NPC-Gesichter wiederholen sich ständig, darüber hinaus gibt es (abgesehen von den Lippenbewegungen) keinerlei Gesichtsanimationen und die Gestik wirkt oft übertrieben und holzpuppenartig. Hier hat man auf dem PC schon viel besseres gesehen und den ansonsten sehr guten, zotigen und oft wirklich urkomischen Dialogen geht so leider doch einiges verloren.
Grade in der (häufig eingesetzten) Nahaufnahme merkt man, dass für Risen 2 hier noch deutlicher Aufholbedarf besteht.

Insgesamt fehlt es auch etwas an echten Bindungen zu den NPCs. Gab es in der Gothicserie noch immer wieder kehrende Charaktere und Ratgeber wie Diego, Gorn, Milten, Lester, Lee, Lares und Xardas, reduziert sich dieser Faktor in Risen nur auf wenige Charaktere, von denen höchstens die clevere Patty oder der Oger Dork wirklich im Gedächtnis bleiben.
Es fehlt zwar nicht an markanten Figuren, jedoch sehr an emotionaler Bindung zu diesen. Anders als in Gothic 1 und 2 ist der Held von Risen nicht in ein soziales Netz eingebunden...er wirkt mehr wie ein Besucher, der mal eben die Probleme auf der Insel wieder richtet und immer einen trocken-sarkastischen Spruch auf den Lippen hat.

Das ganze nimmt zwar nie die Ausmaße des eher anonymen Gothic 3s an, dennoch fühlte ich mich der Welt von Risen weniger verbunden als noch Khorinis oder dem Minental...selbst die Tode wichtiger Figuren berührten mich kaum.

3. Fazit:

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Risen ist ein klasse Spiel.
Es läuft stabil und bugfrei, sieht gut aus und macht viel Spaß. Es motiviert zumindest in den ersten beiden Dritteln zu jedem Zeitpunkt und entblößt auch nur wenige Schwächen. Sammler werden an jeder Ecke fündig, selbst auf entlegenen Berggipfeln stößt man auf Schätze oder sogar versteckte NPCs!

Musikalisch ist das Spiel ein Ohrenschmaus, auch Geräuschkulisse und Dialogvertonung sind erstklassig. In Sachen Steuerung, Balancing und Kampfsystem ist ebenfalls fast alles in Butter, nur das Magiesystem hätte mehr Umfang und Liebe verdient gehabt.

Dennoch gibt es von mir nur 4 von 5 Sternen. Wieso? Weil noch extrem viel Potential nach oben besteht!
Piranha Bytes hat mit Risen bewiesen, dass sie noch immer liebevollere, detailreichere Welten erstellen können als die komplette Konkurrenz. Aber sie haben auch bewiesen, dass sie sich storymäßig seit Gothic 1 nicht mehr steigern konnten...und es scheinbar nicht mal versuchen wollen!

Für Gothic-Fans ist das Spiel so gut wie Pflicht, ebenso sollten Liebhaber guter, fesselnder Rollenspiele oder Action-Adventures zugreifen. Personen, die mehr Wert auf strikte Storyführung oder tiefsinnige Geschichten legen, sind allerdings aderswo besser beraten.

Ich hatte viel Spaß mit dem Titel, hoffe auf einen Nachfolger, der die wenigen Kritikpunkte verbessert und bin insgesamt sehr zufrieden, dass das Gothic-Prinzip immer noch aufgeht.

Risen ist kein Meisterwerk geworden, aber ein spannendes, niveauvolles Spiel, das das Genre bereichert und die alten Fans zufriedenstellen kann.
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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altbacken, aber gut ..., 8. Oktober 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Als unser Held, der Namenlose, den Chef der Stadtwache (Edgar), in der Hafenstadt trifft, kommt es u. a. zu folgendem Dialog:

* Namenloser: *

"... was passiert den mit mir, wenn ich beim Einbruch ins Lagerhaus erwischt werde?"

* Edgar (bedeutungsschwanger): *

"Unser Rechtsystem ist einfach, aber effektiv:

- Wir hauen dir aufs Maul!
- Und wenn du Bürger ärgerst oder bestiehlst ..., dann hauen wir dir auch aufs Maul!
- Und wenn du jemanden umbringst ..."

* Unser Held unterbricht die Stadtwache: *

"Lass mich raten: Dann haut ihr mir auch aufs Maul ...?"

* Edgar: *

"Genaaau! ... Und danach bringen wir dich ebenfalls um ..."

* Namenloser: *

"Verstehe ..."

---

Ja, auf's Maul bekommt man es in Risen "alle Nase lang". Und das ist auch gut so! Denn man kann selbst bestimmen wann und von wem man es aufs Maul bekommt. Die Freiheit in Risen ist eines der Features, das ich schon an der Gothic-Reihe gemocht habe. Und Risen ist wieder ein "gefühltes Gothic", auch wenn's nicht mehr so heißt.

Und da sind wir auch schon beim großen Schwachpunkt von Risen. Es hat sich kaum etwas verändert zu den Gothic Teilen, und irgendwie kommt einem vieles bekannt vor. Die Spielmechanik ist die gleiche, die Figuren und die Geschichte kommen einen schon fast bekannt vor, die Orte und die Landschaft sind ähnlich, und die Grafik kommt etwas altbacken rüber. Also, beim nächsten mal bitte etwas mehr Innovation!

Aber trotzdem - Risen ist gut!

Und Risen macht Spaß. Denn es ist fast bugfrei, und man kann es flüssig spielen. Die Grafik ist schnell, und Speichern und Laden von Spielständen sind so fix, dass man sich fragt, warum das nicht schon in den Gothic Teilen so gewesen ist. Und viele Dinge sind auch neu oder verbessert worden, wie z. B. das Inventar.

Die Stimmung in Risen ist "Gothic-like" und man fühlt sich einfach wohl in der Welt. Man kann Abenteuer erleben, die Welt erkunden, witzige Gespräche führen (vorausgesetzt man hat den entsprechenden, schwarzen Humor - s. oben) - und natürlich kann man den Monstern und Kontrahenten an jeder Ecke "eine aufs Maul" geben - auch wenn sie manchmal viel stärker sind als der eigene Held. Das ist Freiheit, und man ist nicht ständiger Linearität unterworfen.

Piranha Bytes hat diesmal ein sauberes, stimmungsvolles Stück Arbeit abgeliefert. Wer Gothic und den derben Humor mochte (der Namenlose brummig, wenn man ein Buch etwas zu oft liest": "... sonst steht hier nur noch Schei**e ! ...") der wird wahrscheinlich auch mit Risen zufrieden sein. Und der derzeitige Amazon-Preis ist m. E. auch fair und zeigt, dass man auch ohne Mega-Nerv-Kopierschutz günstige Produkte anbieten kann.

Achso ... wenn Sie sich jetzt fragen, was mit denjenigen passiert, die trotzdem noch dabei erwischt werden wie sie Risen als Raubkopie spielen ...

Tja, dann fragen Sie am Besten mal Edgar, den Chef der Stadtwache in der Hafenstadt ...
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126 von 144 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das was Gothic 3 hätte sein sollen !!!, 3. Oktober 2009
Von 
Christoph (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Ich habe das Spiel nun an die 12 Stunden gespielt. Und ich muss sagen, ich kann mich der Meinung des GameStar-Redakteurs nur anschließen, der sagte: "Wer Gothic mochte, der wird Risen lieben" (Christian Schmidt, GameStar Ausgabe 11/2009 S.36)

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Technik-Check:

Eine der größten Sorgen bei neuen Spielen ist immer: "Läuft es auf meinem PC auch flüssig ?"
Deswegen habe ich hier kurz meine Systemangaben hingeschrieben und die Einstellungen, die ich in Risen benutze, damit es flüssig läuft und trotzdem schön aussieht:

Fujitsu Siemens Amilo Xi 2528
Intel Core 2 Duo T7700 2x 2.4 GHz
Nvidia GeForce 8600M GS
2 GB Arbeitsspeicher

Ich habe alle Grafikeinstellungen auf Mittel, bis auf Schatten (die habe ich ausgestellt, weil sie am meisten Leistung fressen und mich sogar nur nerven). Außerdem habe ich die Tiefenunschärfe aus und den Texturfilter auf Linear. So sieht das Spiel immer noch super aus und läuft flüssig.

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Das Spiel:
Das Spiel ist wie Gothic 1 oder 2. Die Atmosphäre, das Charaktersystem die Waffenklassen und Talente, das Gameplay...einfach alles. Den einzigen nennenswerten Unterschied würde ich das Kampfsystem nennen. Denn nun kommt es auf taktisches Kämpfen an. Man muss vorausschauend spielen und schnell reagieren. Das motiviert, denn jeder Kampf spielt sich je nach Gegner anders ab.
Am Anfang muss man sich einer der 3 Fraktionen anschließen. Entweder man wird Bandit, welche mit Magie nichts am Hut haben und auf Schwert, Schild, Axt, Bogen und Armbrust spezialisiert sind, oder man wird Magier, welcher, wie der Name schon sagt voll und ganz auf Magie spezialisiert ist (am Anfang sau schwer und am Ende klar die mächtigste Klasse) oder man geht zur Inquisition und kämpft mit Stab und Zaubern zugleich. Dabei ist vor allem das befördert werden und Aufsteigen im Rang motivierend. Mann kann dann in neue Bereiche und erhält eine neue Rüstung und Waffe.

Das Kämpfen:
Nun kommt es auf taktisches Kämpfen an. Man muss vorausschauend spielen und schnell reagieren. Das motiviert, denn jeder Kampf spielt sich je nach Gegner anders ab. Generell gibt es drei Arten von Nahkampfwaffen, und zwar Schwert und Schild (ohne Schild wäre es sinnlos), die Axt und den Stäbe. Fernkampfwaffen sind Bogen und Armbrust. Und zu guter letzt die Magie, die in generell in Flächenzaubern (Feuer), magische Geschosse (Energie ähnlich) und Abwehrzauber (Eis, dh. Gegner einfrieren) gegliedert sind.
Außerdem gibt es natürlich die ganzen Verwandlungszauber und z.B. die coole Telekinese (weit entfernte Schalter umlegen oder unerreichbare Items bekommen), oder die Levitation (man kann fliegen). Aber es gibt noch unzählige mehr vom Beschwörungs bis zum Witze erzählen Zauber.

Die Spielwelt:
Die Spielwelt ist der Wahnsinn....man fühlt sich einfach wohl und alles ist mit Liebe gestaltet. In jeder Ecke entdeckt man irgendeine geheime Höhle und irgendein anderes Geheimnis. Wer gerne auf eigene Faust mal entdecken gehen will auch ohne den Zwang durch eine Quest, der wird sich wohlfühlen. Die drei Hauptorte sind auch sehr gemütlich designt. Die Hafenstadt scheint wie eine typische südländische Hafenstadt mit mexikanischem Baustil. Die Vulkanfestung wie das Kloster aus Gothic 2 und natürlich das Banditenlager wie das Sumpflager von Raven in Gothic 2 DNdR.

Die Quests:
Die Quests sind meiner Meinung nach immer motivierend. Zwischendurch kommt immer mal eine ganz originelle Quest, zwischendurch auch schon mal eine einfach gestricktere aber man wird nie wie in manch anderen Rollenspielen immer nur mit stupiden Töten/und Sammeln-Quest genervt. Außerdem sind die Quests durch das Tagebuch sehr schön geordnet und man kann immer mal wieder nachlesen was der Questgeber nochmal gesagt hatte.

Die Dialoge:
Um kurz auf die Dialoge einzugehen. Die sind wieder sehr gut gelungen. Nicht zu lang, dass sie langweilen würden. Und wie auch in Gothic ist der Humor einfach zum tot lachen. Ein Beispiel (nur ungefähr wie es war) ^^:
Ich: "Willst du Kraut kaufen ?"
Ein Rekrut: "Mhm, ich könnte dir das Kraut einfach abnehmen !"
Ich: "Ich könnte dir einfach die Zähne rausschlagen !"

Das Charaktersystem:
Ich habe ein Bild auf Amazon gestellt, in dem ihr eine Übersicht vom Charaktersystem habt (wenn ihr euch die Bilder ansieht wo auch das Cover zu sehen ist). Ist wie auch sonst übersichtlich und nicht zu verzweigt. Man muss sich auf jeden Fall auf Sachen spezialisieren. Denn ansonst wäre es eine Verschwendung von seinen Lernpunkten, die man in jedem Levelaufstieg bekommt und seine Werte verbessern kann. Fähigkeiten kosten z.B. entweder 5 oder 10 Lernpunkte (man bekommt 10 bei jedem Aufstieg)

Sonstiges:
Es gibt noch viele Kleinigkeiten, die ich gar nicht alle aufzählen kann, die Risen so motivierend machen wie auch schon Gothic 1 und 2. Da wäre z.B. das Schlösser knacken Minispiel, oder das Schätze finden und ausgraben. Nicht zu vergessen die vielen Geheimgänge und kleinen Rätsel mit Zaubern.

Fazit:
1. Ladet euch die Demo oder spielt Gothic 1 o. 2 um zu wissen ob's euch gefällt
2. Seit geduldig und entdeckerfreudig
Ansonsten kann ich nur sagen: Das Spiel ist so wie ich es gewollt habe. Ein verbessertes Gothic 2 mit neuer Story.
Das Spiel macht einfach Laune und hat einen hohen Wiederspielwert !!!
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149 von 172 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Wechselbad der Gefühle, 13. Oktober 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Gothic 2,5
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Nach dem Debakel Gothic 3, durften wir uns auf das Besinnen alter Tugenden freuen. Zumindest war das der Tenor der PBs. Vermutlich aus Angst vor den tobenen Fans, und aufgrund des intern gefühlten Scheiterns an einem, für 20 Leute gemessenen, Mammutprojektes, mit dem die PBs einfach überfordert waren.

Aber nun zum Spiel.
Zunächst wacht man an einem Strand auf, und sofort kommt das alte Gothic-Feeling wieder rüber. Die ersten Dinge werden aufgesammelt, der erste Seegeier erschlagen.

Doch etwas später kommen auch die Dinge ans Tageslicht, die schon in G1/G2 nicht gut gelungen waren.
Die Charaktermodelle sind eher schlecht geworden, und unsere Figur (natürlich ohne Namen) läuft hakelig und hölzern durch die Gegend. Was anno 2003 noch ok war, läd 2009 eher zum lachen ein.

"Angriff der Klonschmiede"
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Doch die Stadt ist hübsch, und die Quests folgen auf dem Fusse.
Aber was ist das? Warum hat Vasili das gleiche Aussehen wie unser guter Schmied Walter? Und moment, Walters Arbeitgeber sieht aus wie Walter mit roten Haaren? Drillinge?

Mitnichten. Die Charaktermodelle werden alle 2 Meter recycled, und mit einer anderen Haarfarbe erneut in die Landschaft gestellt. Das Modell des Schmiedes begegnet einem überall. In der Vulkanfeste, in der Stadt und im Banditenlager. Adhoc fallen mir 8 identische Charaktere ein, die sich nur durch Namen und, wenn man Glück hat, durch ihre Haarfarbe unterscheiden. Ähnliches gibt es bei den Gegnern. Es gibt mehrere Arten von Wölfen und Faltern, die sich nur in winzingen farblichen Veränderungen, und natürlich ihren Werten voneinander unterscheiden. Die Grabmotte z.B. ist also modelltechnisch identisch zum Krallenfalter. Doch wurde hier zusätzlich schlampig gearbeitet, denn das Klon-Gefühl der Charaktere hätte man damit etwas kaschieren können, das man nicht soviele gleiche Modelle auf einem Punkt konzentriert. Aber in der Festung und in der Stadt, hängen teilweise 2-4 gleiche Modelle direkt auf einem Platz. Sowas ist extrem ungeschickt, und trotz limitierter Resourcen hätte man, mit einer weiteren Verteilung, die starke Offensichtlichkeit der wenigen Charaktermodelle reduzieren können.
Unter anderem führt das dazu, dass alle NPCs 'forgetable' bleiben. Starke NPCs deren Schicksal einem am Herzen liegen, oder die man zutiefst verabscheute wie Diego, Lorn, Lee, Lester, Angar usw. sind nicht mehr enthalten. In keinem PB-Spiel ausser G3 waren die NPCs blasser und uninteressanter.

"Gleiche Arbeit, egal für wen"
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Schon in der Stadt sieht man, was politisch hier Sache ist. Also muss man sich entscheiden, rechtschaffend oder lieber spitzbübisch? Die Questdichte ist in der Stadt sehr hoch, und es kommt erneut der Spielspass von Gothic nach oben.
Doch was ist das? Die Entscheidungsquests sind für jede Karriere die gleichen, und sind sogar oft garnicht anders zu erfüllen, nur das Ergebnis ist bei jemand anders abzuliefern. Wie schade, denn das war einer der grossen Stärken von Gothic 1, wo der Anfang Sumpflager oder Altes Lager sich immens auf den zweiten Quest-Intervall und das Erlebnis an sich ausgewirkt hat.

Hat man sich dann für eine Richtung entschieden, wechselt man von der Stadt zum entsprechenden Lager der Partei.
Als angehender Magier oder Ordenskrieger geht man in die Feste, und als Bandit ins Banditenlager.

Hier ist erneut die Questdichte sehr hoch, und durchaus spassig. Leider sind auch hier, zumindest für die 2 Karrieren des Ordens, die Quests alle gleich, so das sich der Replay-Value, zumindest bei diesen 2 Karrieren, sehr in Grenzen hält.

Balancing und Entdeckerspass sind Fremdwörter
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Leider gibt es auf dem Weg dahin ebenfalls Probleme. Die Gegner die am Rand stehen, sind generell zu stark, als das man sich jetzt schon derer annehmen kann. Als Magier verfügt man lange Zeit nicht über Magie, so das man sich trotz des zukünftigen Weges, mit Waffengewalt seiner Haut erwehren muss. Mit Stab ist das wirklich eine Qual, weil man viele Tierattacken nicht blocken kann und mit generell schwacher Rüstung durch die Botanik läuft.
Als Magier mit Schwert und Schild ist es etwas einfacher, und für den Krieger, der ausserdem noch über eine bessere Rüstung verfügt, ist der Start wesentlich angenehmer.

Zwischendrin packt einen dann die Entdeckungs- und Kräutersammlerwut, und auf gehts aus dem Lager um die Insel zu erforschen.
Auch hier kann Risen nicht wirklich überzeugen. Viele Truhen enthalten sinnloses Zeug, es gibt keine schönen Stellen wie z.B. die Schattenläuferhöhle oder das verlassene Grab/die magische Stätte bei Gothic 1/2. Der Entdecker wird nicht mit Orten, Geschichten oder Gegenständen belohnt, sondern mit leeren Ruinen, sinnlosen Monsteransammlungen und leerem Wald abgespeist.
Alles was man hier findet, sind ein paar Kräuter, den einen oder anderen Toten der in einer verborgenen Ecke liegt, und einige kleine Ruinen an den Küsten, die aber ausser ein paar knochigen Einwohnern nichts interessantes enthalten.

Nach den ersten 2 Akten, die mit viel netten Dialogen und Quests gefüllt sind, geht es dann steil bergab. 2 komplette Akte schlägt man sich eigendlich nurnoch durch Ruinen/Gräber/Höhlen, und diese 2 Akte bestehen storymässig nur aus 2 'grossen' Hol-und-Bring-Quests. Von richtiger Story also keine Spur.

Auch kippt nun die Balance erneut spürbar weg. Wo zu Beginn die Krieger einen Vorteil hatten, kommen nun die Magier zum Zug. Sobald der Magier ENDLICH zaubern kann, und die Auswahl zwischen 3 verbesserbaren Kampfsprüchen hat, ist der Kampf plötzlich zu einfach. Auf Entfernung kann man nun teilweise ganze Gruppen von Gegnern wegbomben, ohne sich schmutzig zu machen, wohingegen der Krieger nun bedröppelt aus der Klamotte guckt.

Jetzt muss der Schwertschwinger sich 2 Akte lang durch über 100 anspruchsvolle Gegner kloppen, wärend der Magier einfach alles wegmäht, was droht zu nahe zu kommen. Erst wenn man den Krieger fast ausgemaxt hat, wird es etwas besser.

In den Ruinen wird man in Akt 3 und 4 mit nervigen Schalter-Rätseln gequält, die zusätzlich durch massig gleiche und starke Gegner garniert sind.

Gothic 2 all over again
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Strukturell erinnert Risen ganz stark an Gothic 2. In Risen gibt es NICHTS, was man in G2 und G1 nicht schon gesehen hat. Magier in einem Magier"tempel", ein Banditenlager, Novizenausbildung, Echsenmenschen, eine Hafenstadt, Kronstöckel, was jetzt Heldenkrone heisst usw. Also auch hier keinerlei Neuerungen, geschweige denn Überraschungen.

Risen spielt sich komplett wie eine neu aufgelegte Gothic 2-Kopie, allerdings in jeder inhaltlichen Hinsicht einen Tuck schlechter.

Grafik und Steuerung anno 2003
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Grafisch hat sich bei Risen ebenfalls nicht viel getan. Die Engine gleicht eher einer leicht aufgemöbelten G2-Engine mit ein paar Filtereinstellungen und mehr Vegetation. Die Figuren sind immernoch unförmig, die Felsen und Berge immernoch kantig und mit matschigen Texturen versehen, und die Bäume mit Speedtree aus dem Boden gerechnet.
Würde man die Texturen auf Mittel stellen, und die Vegetation auf Niedrig, könnte man glauben, Gothic 2 zu spielen.

Steuerungstechnisch gibt es ebenfalls einige Macken die zumindest erwähnt werden wollen. Das Kampfsystem ist keine Offenbarung, aber nun mit mehr Taktik und Möglichkeiten versehen, als das Sinnlos-Geklicke bei G3. Leider ist das Springen auch ein Artefakt von G2, funktioniert aber schlechter und genauso hölzern wie bei den Vorgängern. Beim Laufen bleibt man immernoch an aller Art Gegenständen "hängen" und in "Zauberstellung" humpelt der Magier eher langsam durch die Gegend, um es dem Gegner zu erleichtern einem die Robe aufzuschlitzen. Also auch hier seid 6 Jahren kein Fortschritt.
Schwimmen wurde sogar komplett gestrichen. Geht man zu nahe ans tiefe Wasser passiert eine Überraschung, die man so schnell nicht wiederholen möchte.

Die Dialoge hingegen sind wie immer toll, wenn auch nicht so derb und lustig wie man sie aus den ersten 2 Teilen kennt. Leider gibt es nur 10 Sprecher, so das Eldric mit der gleichen Stimme spricht wie Ignatius oder der Erzähler.

Nervig ist leider auch das Schlösser-knacken-Minispiel geworden. Es ist eine grafische Repräsentation des Systems aus G1/G2, fühlt sich aber wesentlich holpriger an, und hat mich bewogen, die Truhen links liegen zu lassen, bis mein Magier Schlösser aufzaubern konnte. Da es auch so genug Gold und Items gibt, ist es eigendlich auch garnicht nötig, die verschlossenen Truhen aufzumachen. Als ich in einem Save mal Schlösser öffnen gelernt hatte, um es auszuprobieren, ist mir nach dem ersten Versuch daran die Lust ordentlich vergangen. Etwas Tolles gibt es in den meisten Truhen eh nicht zu entdecken. Ich denke diese Sache ist aber Geschmacksache und geht auch nicht wirklich in miene Wertung ein.

The lone Profi
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Toll hingegen, hat Kai Rosenkranz wieder die musikalische Untermalung hinbekommen. Spährische Waldmelodien und sanfte Küstentöne verzaubern das Ohr in Stadt, Land und Küste. Erneut erstklassige Arbeit, so das für mich persönlich immer mehr die Frage aufkommt, ob Kai nicht in einem anderen Team besser aufgehoben wäre. Mittelmässige Spiele wie G3 und nun auch Risen, mit professionell guter Musik zu unterlegen, hat ein bisschen was von 'Perlen vor die Säue'.

Fazit
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Am Ende hat man mit Risen ein Spiel, was besser ist als G3, aber in keiner Disziplin den 2 Vorgängern das Wasser reichen kann. Dafür ist die Technik zu altbacken, die Story zu schwach, die NPCs zu vergessbar, die 2 letzten Akte zu langweilig, das Balancing zwischen den Klassen vollständig vergeigt, und für den Entdecker die Welt zu unbefriedigend.

Im Gegensatz zu G3 aber trotzdem ein technisch und inhaltlich solides Spiel, was sich aber nicht zu alten PB-Höhen aufschwingen kann. Wären die letzten 2 Akte von vergleichbarem Kaliber wie die ersten 2 gewesen, dann wären trotz aller Probleme sicher 4 Sterne drin gewesen. Aber dadurch, dass 50% der Akte aus völlig story- und spannungsevakuiertem Ruinengekloppe besteht, gibt es dafür keine Chance.

Ich hoffe, dass Risen eine Zwischenerholung auf dem Weg weiter nach oben ist, aber sollten die PBs es jedoch versäumen, ihren nächsten Spielen eine inhaltliche und technische Verjüngungskur zu spendieren(und zwar über die GESAMTE Länge des Spiels!), denke ich, dass Gothic eine ganze Reihe an Fans verlieren wird.
Ständiger Neuaufguss zum Vollpreis macht auch der hartnäckigste Fan nicht ewig mit.

UPDATE:

In den Kommentaren wurde eine genauere Betrachtung des Kampfsystems gewünscht.
Dies füge ich hiermit hinzu.

Man kann parieren(Waffe oder Schild), um gegnerische Angriffe abzuwehren, und man kann angreifen. Die ART der Angriffe, die man nutzen kann, hängt von der Stufe ab, die man in der hiesigen Waffenart erreicht hat. Beispiele sind hier ein seitlicher Schlag, oder eine Konter, die einen feindlichen Angriff unterbricht. Zweihändige Waffen(Äxte, Stäbe, Grossschwerter) haben das Problem, dass sie das parieren vieler Tierattacken unmöglich machen. Dafür richten sie aber meist mehr Schaden an. Dadurch, dass diese Zweihandwaffen aber sehr langsam sind, kann der Gegner mit einer schnelleren Waffe einen oft unterbrechen(z.B. wenn er "konter" beherrscht).
Am "sichersten" ist eigendlich für jeden Charakter, egal ob Magier, Ordenskrieger oder Bandit, der Kampf mit Schwert und Schild. Das Schwert ist schnell, und das Schild ermöglicht die Parade von ALLER Art physischen Angriffen. Das ist vorallem zu Beginn als Magier wichtig, denn ohne Schild macht das Erkunden der Insel und das killen von "Monstern" noch viel weniger Spass. Auf hohen Stufen kann man später auch Bastard- und Zweihandschwerter einhändig mit Schild führen. Dieser Waffenart galt wohl auch das Entwicklerhauptaugenmerk, da man viel mehr Schwerter und Schilde findet, als Stäbe und Axtarten.

Das Problem am Kampf ist primär, dass er sehr schnell langweilig wird. Eigendlich pariert man die ganze Zeit, und hofft auf einen Treffer beim Gegenangriff. Der Angriff teilt sich in 3 einzelne Angriffe die jeweils mehr Schaden machen, als der vorherige. Kriegt man z.B. nur je den ersten Schlag als Treffer durch, kann der Kampf sehr lange dauern.

Zu Beginn ist der Kampf noch ok, aber so richtig "Spass" macht er eigendlich nie. Er fühlt sich die ganze Zeit eher wie eine nervige "Notwendigkeit" an. Gegen Ende, wo es von starken Echsenkriegern nur so wimmelt, ist der Kampf eine Qual. Der Gegner richtet viel Schaden an, und oft sind 2-5 Echsenmenschen auf einen Fleck(In den Ruinen wo eh nicht viel Platz ist), wo einen Gegner "rausziehen" nicht funktioniert. So werden die Kämpfe gegen Ende eher zum Glücksspiel, und das Laden des Schnellspeichersaves wird zur traurigen Routine.

Trotz erweiterter Möglichkeiten, fühlte sich der Kampf in G1 "lebendiger" an. Es gab keine "routinierten" Kombos, sondern man musste eigenständig, mit den wenigen Möglichkeiten die man hatte(Seitlich bewegen, Schlag in den Angriff hinein usw.), dem Gegner den Garaus machen.
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103 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Spiel für Gothic Fans ohne Bugs und Technikprobleme, 30. September 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Ich habe meine Collector's Edtion heute erhalten und die ersten Stunden Spiel hinter mir. Nun ist es natürlich so, dass ich das Game, welches eine Spielzeit von 40-80 Stunden haben soll, nach nur wenigen Stunden noch nicht wirklich bewerten kann.

Warum ich das gerade im Fall von Risen aber trotzdem tue, liegt an der Skepsis, mit welcher viele potentielle Käufer diesem Spiel auf Grund des Bug-Debakels von Gohic 3 gegenüber treten. Das ist zwar teils unbegründet, weil das Desaster eher der Publisher und nicht PB zu verantworten hatte, aber dennoch verständlich.

Ich möchte meine bisherigen Eindrücke, insbesondere von technischer Seite her, hier mal für alle noch unentschlossenen Käufer kund tun.

Systemkonfiguration:
C2D 6600
4870 1GB
4GB Ram
Vista64

In 1680x1050 bei maximalen Details mit 16af(aa geht nicht) zeigt mir Fraps fast permanent eine Framerate von 40-52 an. Selten fällt diese auch mal runter auf 30. Das merkt man aber nicht und sieht es nur, wenn Fraps an ist. Man hat nie das Gefühl, dass das Game ruckelt oder träge läuft. Das automatische Speichern geht extrem schnell und stört den Spielfluss kaum. Auch die Quicksave Funktion ist extrem schnell.

Das Spiel sieht zudem wirklich gut aus. Zwar gibt es sicher Games mit besseren Engines, aber der Gesamteindruck ist hier stimmig und sehr gut.

Das Game ist bei mir nicht ein einziges mal abgestürzt und lief vom ersten Start weg problemlos und flüssig. Die Berichte in diversen Magazinen, dass das Game wirklich fehlerfrei kommen soll, kann ich somit auch bestätigen. Das einzige Problem was mir bisher aufgefallen ist, ist, dass man die Maus nach jedem Spielstart neu invertieren muss. Zwar wird die Einstellung gespeichert, im Spiel nach dem ersten Start aber trotzdem nicht übernommen. Erst wenn man kurz in die Optionen wechselt, funktioniert es. Ich denke aber, dass das vernachlässigbar ist:)

Zum Spiel selbst kann ich nach den wenigen Stunden nur sagen, dass man schon nach wenigen Minuten dieses typische Gothic-Feeling bekommt. Das beginnt schon beim Intro, wo der Erzähler die Stimme von Xardas hat. Ist man erst mal im Spiel, gibt es kein Halten mehr. Jeder der Gothic kennt, ist sofort mit der ganzen Spielmechanik vertraut.

Ob das alles auf Dauer anhält, vermag ich natürlich noch nicht zu beurteilen, wirklich zweifeln tue ich daran aber auch nicht.
Bisher kann ich nur sagen, dass ich mit Risen genau das Game bekommen habe, welche ich mir gewünscht und erhofft hatte. Das der Spielspaß zudem nicht von irendwelchen Bugs, technischen und/oder Performanceproblemen getrübt wird, macht das Ganze umso schöner
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erzählerisch schwach, aber ungemein atmosphärisch !, 19. April 2012
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
In gut einer Woche dürfen wir "Risen"-Fans uns freuen, denn dann steht mit "Risen 2 : Dark Waters" der zweite Teil des neuen Rollenspiel-Franchises des beliebten deutschen Entwicklers "Piranha Bytes" endlich in den Startlöchern und es darf fröhlich drauflos gezockt werden.
Grund genug, um den Vorgängertitel von 2009 noch einmal hervorzuholen und von Neuem ein Abenteuer zu erleben.

Doch wie sieht es mit dem Vorgänger aus ?
Hat dieser überhaupt einen Nachfolger verdient oder war Teil 1 dermaßen gut, das ein Teil 2 nie an die Klasse des Vorgängers heranreichen würde ?

Nun, die Antwort liegt wohl irgendwo dazwischen, denn "Risen" ist vor allem eins, nämlich ziemlich altmodisch :

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Klassischer geht's nicht mehr
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Da sind wir nun ! Schiffbrüchig, ohne Geld, Waffen, Nahrung ! Aber wo sind wir überhaupt ? Die Antwort lautet Faranga. Diese kleine, aber feine Insel stellt die Spielwelt von "Risen" dar und wird prompt auch schon fast zum Grab unseres Helden, denn zusammen mit einer weiteren blinden Passagierin, die das Schiffunglück ebenfalls überlebt hat, machen wir uns auf die Suche nach Zivilisation.

Die ersten Schritte sind zwar keinesfalls neu, aber machen dennoch Spaß.
Die ersten Kämpfe dagegen sind aber knackig und bieten ordentlich Frustpotenzial, was aber an dem eher mauen Kampfsystem für Nahkämpfer liegt, dass einfach nicht für Kämpfe gegen mehrere Gegner gleichzeitig ausgelegt wurde.
Dazu gesellen sich verwaschene Texturen, hackelige Animationen und eine stellenweise schlechte Performance.
Schade, aber trotzdem wirkt die Grafik in sich stimmig und vor allem atmosphärisch.

Bald darauf finden sich auch die ersten Anzeichen von Zivilisation und man darf sich entscheiden, wen man sich denn anschließen möchte :
Kristallfestung/Inquisition, Banditenlager oder besuche ich erst die Hafenstadt !

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Ja wohin denn nun ?
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Je nachdem für welche Option man sich entscheidet, ändert sich der weitere Spielverlauf grundlegend.
Wer sich für das Banditenlager entscheidet und sich im Banditenlager - nebenbei bemerkt liegt dieses im Sumpf - einen Namen macht, der wird zum starken Nahkämpfer mit dem Schwert, der Axt oder einer Kombination aus Schild und Schwert.

Hat man die ersten einfachen Quests im Lager erledigt steigt nicht nur der Ruf bei den Banditen, sondern auch der erste Levelaufstieg lässt nicht lange auf sich warten. Dabei erhählt der Spieler 10 Lernpunkte, die er bei verschiedenen Lehrern in der Spielwelt zusammen mit Gold in hilfreiche Talente verwandeln darf.
So gibt es z.B. für 5 Lernpunkte die ersten 3 Stufen für Schwert- oder Axtkampf.

Entscheidet man sich für die Kristallfestung bzw. die Inquisition investiert man zu anfangs erst in den Stabkampf.
Wer Eifer mitbringt und sich als treu erweist, der kann sogar zum Magier ausgebildet werden.
Dort darf man dann zwei Arten der Magie wirken : Die kampforientierte Kristallmagie und die taktisch ausgelegte Runenmagie, die auch bei diversen Rätseln wichtig ist.
Auch Nahkämpfer dürfen diese Runenmagie benutzen allerdings nur als Schriftrollen, die nach einmaligen Gebrauch verschwinden.
Ist der Vorrat an Schriftrollen aufgebraucht kann man diese mit einem speziellem Talent, einem Runentisch und speziellen Zutaten nachfertigen.

Man hat ebenfalls die Möglichkeit zuerst der Hafenstadt - die größte und einzige Siedlung der Insel - einen Besuch abzustatten.
Wer sich dafür allerdings entscheidet, darf aber erst heraus, wenn er sich für eine der beiden Seiten entschieden hat, denn auf Verordnung des Inquisitors (mit dessen Schiff wir hier gelandet sind) müssen alle Bewohner der Insel in der Hafenstadt bleiben zu ihrer eigenen Sicherheit.

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Der Weg zum Held
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Die Grundausbildung der beiden Parteien Inquisition und Banditen teilt sich in folgende zwei Bereiche : allgemeine Ausbildung vor Ort und ein Besuch der Hafenstadt.
In welcher Reihenfolge man diese beiden Abschnitte erledigt ist einem selber überlassen.
Fest steht jedenfalls, dass es danach endlich richtig zur Sache geht !

Nach der Ausbildung darf man nämlich als "Schützling" des Inquisitors, der uns für seine eigenen Pläne benötigt, die Insel querbeetein erkunden.
Truhen, Monster, Quests und das alles in solider bis hoher Qualität.
Die Spielwelt von Risen wirkt einfach lebendig und wunderschön !
So schön, dass man den Faden der recht dünnen Handlung locker verliert und lieber die komplette Insel abgrast, während man nebenbei ordentliche Aufträge erledigt.
So z.B. dürfen wir erfahren, was es mit dem Gyrger auf sich hat und man darf das Geheimnis der 6, auf Faranga verstreuten, Burgherren lösen.
Generell sind die Quests in Risen klassisch, aber mit einer eigenen Note.
Selten weichen die Entwickler nämlich vom Schema F ab (Töte das!, bringe das ! usw.) wissen aber durch originelle Storys und einige Rätseleinlagen Langeweile zu vermeiden.
Zudem darf man einige Quests mit Partnern bestreiten.

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Wo ist die Spannung ?
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Allerdings trifft das nicht wirklich auf die Story/Hauptquest zu, da diese einfach nicht fesselt.
Die Geschichte rund um die Bedrohung durch die Titanen und das alte Echsenvolk ist einfach viel zu fade inszeniert. Keine Zwischensequenzen, keine epischen Kämpfe, keine abwechslungsreichen Quests.
Schlicht und ergreifend nur ellenlange Dialoge, frustrierende Kämpfe gegen viel zu starke Gegner und ständige Such- und Kämpfquests.

Vor allem gegen Ende verwandelt sich "Risen" in eine wahres Schnetzelmonster, das uns von einer Ruine sprich Dungeon in das Nächste führt.
Zwar bauen die Entwickler immer wieder nette Hebelrätsel ein und verstecken einige Easter Eggs, die gefunden werden wollen, aber auch diese Zwischenschübe werden zu oft und zu platt wiederholt, als dass sie der lahmen Artefaktsucherei auch nur einen Funken Spannung entlocken könnten.

Die Charaktere helfen hier ebenfalls nicht wirklich weiter, denn außer Patty, Kapitän Romanov und Stadthalter Carlos baut man zu nahezu keinem NPC Sympathie auf, selbst der ach so schreckliche Inquisitor bleibt für viele Spielstunden allzu sehr im Hintergrund.

Zudem macht sich gegen Ende auch schlechtes Balancing bemerkbar, denn während der magieferne Bandit fast keine Chance gegen die überstarken Echsen hat und mit drei Schlägen zu Grunde geht hat der Magier allzu leichtes Spiel.
Dieser wirft nämlich einfach nur einen Feuerball und verwandelt die Gegner in brennende Asche oder friert diese ein, je nach Wahl des Kristalls.
Ein derartiges Ungleichgewicht wirkt sich extrem störend auf den Frustgehalt der Spieler aus und dürfte einigen sauer aufstoßen, die den Weg des reinen Nahkämpfers gewählt haben.

Doch die größte Enttäuschung ist der Endboss !
Als einfaches Minispiel überzeugt der letzte Kampf aufgrund eines lachhaften Titans und eines gähnend langweiligen Spielprinzips nicht wirklich. Gerade Magier dürften jetzt stöhnen, denn all die hart erlernten Talente werden nun nicht mehr benötigt.
Einzig und allein eine massive Rüstung und eine Titanenaxt reichen nun aus.

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Fazit
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Auch wenn "Risen" erzählerisch so ziemlich das Schwächste ist was man derzeit in Rollenspielen finden kann und auch wenn viele der Spielmechaniken direkt aus Gothic übernommen worden zu sein scheinen ,so gefällt der Titel vor allem durch seine tolle Spielwelt, dem hohen Entdeckerdrang und einer sich ändernden Spielwelt.
Dem gegenüber steht allerdings auch noch eine schwache Technik, die aber viele nicht stören dürfte, da die Grafik in sich mehr als stimmig ist.

Im Großen und Ganzen ist "Risen" definitiv ein guter Titel, dem es aber noch am Feinschliff fehlt.
Nach den bereits veröffentlichten Infos rund um "Risen 2" scheinen sich die Entwickler aber der Kritik angenommen zu haben und spendieren dem Spiel endlich Zwischensequenzen und eine anspruchsvollere Story.

Wer also nicht direkt in "Risen 2 : Dark Waters" geworfen werden will, oder wer einfach nur ein spielerisch anspruchsvolles Rollenspiel sucht, der ist mit "Risen" bestens bedient.
Fans von "Mass Effect", "Dragon Age" und co. sollten aber einen großen Bogen um den Titel machen !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unverständnis, 1. November 2009
Von 
Martin Herzog "muh" (Chemnitz, Sachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Als ich mir Risen kaufte, hoffte ich auf ein Spiel welches Gothic 2 ähnelt, es aber nicht kopiert und eine Eigenständigkeit vermitteln würde, was aufgrund der Schwächen der Gothic-Serie möglich hätte sein müssen. Ich wurde enttäuscht.

Technik:
Die Grafik ist stimmig und spiegelt eine lebendige Welt wieder, einzig das Figuren-design (der Menschen) ist zu monoton und nicht gut gelungen.
Die Soundkulisse ist wie gewohnt klasse, eine Berreicherung für das Spielgefühl, da die Welt bzw. jeweilige Situation immer mit einer passenden -nicht zu aufdringlichen- Musik untermalt wird, auch die Soundeffekte sind größtenteils zutreffend umgesetzt.
Das Gameplay stellt eine Schwäche aus meinen Augen dar. Auch wenn das Kampfsystem verbessert wurde, spielt es sich träge (Stichwort: Blocken) und ist aus Sicht eines Nahkämpfers äußerst monoton, gerade gegen Ende des Spiels.

Spiel:
Zuerst das Postive: Risen setzt auf eine wunderbar geschaffene, freizugängliche und weitläufige Welt, welche man gern entdeckt. Es macht tatsächlich Spaß alles zu erkunden, schon allein wegen manch spektakulärer Aussicht. Das war es dann schon, was ich an positiven Dingen, die mich an Risen gefesselt haben für um die 35 Stunden, nennen kann.
Die Geschichte ist vollkommen trivial und austauschbar genau wie die einzelnen Charaktere im Spiel, dies finde ich sehr bedauerlich, denn ein gutes Rollenspiel, was Risen ja sein will, braucht eine interessante, schlüssige Story zumindest im Jahre 2009. Dies ist auch mein Hauptkritikpunkt, neben der Tatsache, dass sich die Aufgaben, welche man im Spiel erfüllen soll/ muss, immer wiederholen, dabei stechen die Hauptquests direkt ins Auge, die sich jedes mal aus Sammelaufgaben zusammensetzen. Piranha tritt hier - für mich unbegreiflich - auf der Stelle, etwas Weiterentwicklung und Risen wäre ein großes Spiel geworden.
Weiterhin kann man viel sammeln, dieser Trieb wird ausreichend befriedigt, aber trotzdem ist Risen hierbei eine Enttäuschung, was nützt mir ein ganzes Inventar voll mit Edelsteinen und Erzen, wenn man daraus jeweilis nur ein parr wenige, sinnvolle Sachen herstellen kann? Den Rest schleppt man dann bis zum Endgegner mit im Rucksack. So wäre ich bei meinem letzten Kritikpunkt angekommen, welches sich aber aus der miserabeln Storyline ableiten lässt, das äußerst uninspirierte und nichtssagende Ende.

Risen ist kein Erbe von Gothic, es ist ein Klon mit allen Stärken aber vor allem den Schwächen und somit für Gothic-Fans (wie ich vor 7 Jahren noch war) ein gutes Rollenspiel, für alle Anderen nur gehobenes Mittelmaß.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gothic-Klon, 5. Oktober 2009
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Das ist die Rezension von einem Gothic-Fan", enthält einige Spoiler zum Ende des Spiels:

Habe Risen als Bandido von Don Esteban durchgespielt und letztendlich den Obergegner totgekloppt.

Zuerst mal alles Positive zu dem Spiel:

Es läuft wirklich rund. Zwei mal ist es mir abgeschmiert, aber das kann nach 6 Stunden Extremegaming auch am Arbeitsspeicher liegen. An Bugs habe ich nur einen einzigen gefunden. (Bei der am Anfang erhaltenen Quest Schutzgeld" bin ich mir nicht sicher: da habe ich den Arbeiter Danny völlig allein in den letzten Spielminuten mitten in einer mordsgefährliche Grabruine gefunden, aus der er auch nicht wieder rauskam... war schon seltsam/lustig.Der in Foren häufig bemängelte Bug beim Abschluss der Magieraufnahmequest ist dagegen keiner, da fehlten meistens die 10 Äpfel für den Schweinehirten).
Ab und an findet man eine verschmierte Felswand, aber das fällt eigentlich nicht weiter auf.
Die Grafik ist vergleichbar mit Gothic III, nur läd sie viel schneller und ruckelt (bei mir) nie. Ich persönlich finde sie sehr hübsch und stimmungsvoll, dem Genre absolut angemessen.
Viele wirklich gute Eigenschaften der Gothic-Serie sind eins zu eins in Risen wiederzufinden, so das freie Bewegungsfeld, dem nur böse Kreaturen und magische Barrieren Grenzen setzen sowie die klassische Aufteilung der Attribute/Fähigkeiten. Mir persönlich roch die Insel insgesamt aber etwas zu sehr nach routiniertem Level-Design, genauso wie Nordmaar" in Gothic III. In Risen läuft man für meinen Geschmack etwas zu oft auf einer Felstrasse entlang, auf der alle paar Schritte drei Gegner stehen, die etwas Pepp in die Wanderung bringen sollen. Am Anfang ist das noch lustig, später nervt es nur noch.

Das Kampfsystem ist in Risen deutlich dynamischer. Gegner stunnen läuft nicht mehr, aber sie stunnen einen ebenfalls nicht (die Wildschweine, gern auch mal in Rudeln, sind immer noch schwer, irgendeiner bei den Piranhas hatte da wohl beim Pilzesammeln ein traumatisches Erlebnis). Durch taktische Bewegungen lassen sich aber auch mehrere Gegner in Schach halten, insbesondere wenn man sie in schwierige Positionen zwingt, also an eine Wand/ einen Abgrund, in einen engen Gang. Beim Jagen empfiehlt sich das Klettern auf Felsen. Zwar kommen alle Gegner hinterher (anders als in Gothic), aber sie sind dort in ihrem Bewegungsradius dermaßen beschränkt, dass sie keine Chance mehr haben.

Was mir am Balancing hingegen nicht so zugesagt hat, war die teilweise bockschwere Kombination von gepfefferten Preisen für die Charakterentwicklung und den Kämpfen (habe normal" gespielt). Um sich zu verbessern braucht man Gold - Gold bekommt man nur in großen Mengen, wenn man massenweise Viecher ausweidet - Viecher erlegen kann man aber nur, wenn man sich verbessert... Im ersten Kapitel hatte ich deshalb massenweise LPs, aber kein Gold für die Lehrer und rannte in meinem jämmerlich abgerissenen Hemd durch die Walachei, um von jeder dritten Stachelratte ins Hauptmenü befördert zu werden... das kann aber auch daran gelegen haben, dass ich erst im Banditenlager und erst danach in der Stadt war.

Eine weitere Sache, die mich persönlich zum Wahnsinn getrieben hat, war die Unmöglichkeit, den Lehrer für Erzschürfen zu finden. Überall sind Erzadern und als Profischmied will man endlich loslegen... doch fehlen die Rohstoffe und auf der ganzen Insel sitzen die Leute auf den Goldadern und können nicht schürfen!!!
Zwar traf ich den fähigen Olf (?) im Osttempel, doch da hatte ich gerade keine LPs. Später war er dann wie vom Erdboden verschluckt. So rannte ich bis zum Ende mit 10 LPs für das Schürfen rum, habe ihn aber nie mehr wiedergesehen. Als ich die beiden schürfenden Gefangenen der Echsen sah, brach ich schon innerlich in Jubelschreie aus. Dummerweise waren beide offenbar eher mit ihrem Pilzproblem beschäftigt, als mir mal zu zeigen, wie man die Hacke schwingt. Evtl. handelt es sich hierbei auch um einen Bug.

Das sind aber beides Sachen, die man schon aus Gothic kennt. Dass einen Wölfe und Schweine fressen, ist man ja gewöhnt. Meine erste Runde Gothic II brachte ich auch völlig ohne Schlösser öffnen" hinter mich, bis es mir Diego kurz vor dem Turn nach Irdorath noch mal gezeigt hat. Habe die Diebesgilde, bzw. den Schlüssel zur Kanalisation einfach nicht gefunden...

Warum kommt also trotzdem nur in ganz seltenen Augenblicken Stimmung auf (die amouröse Quest mit der feschen Piraten-Patty war so ein Moment)?

Mein größter Kritikpunkt ist, und der läßt sich auch in fast allen anderen Rezensionen finden, die nicht aus der Feder von Promotern oder Fanatikern stammen: Die Story.
Risen macht einfach alles richtig um an den großen Erfolg von Gothic anzuknüpfen. Das geht soweit, dass mit Risen ein Gothic-Plagiat entstanden ist. Das trägt das Spiel ja schon hintergründig im Namen (frei übersetzt: Auferstanden"). Man kann im Einstiegsvideo lächeln, wenn man vom Fortgang der Götter erfährt, was sich auch auf den Abgang von Xardas und uns in Gothic III. Man kann das so deuten, dass die Story nach Gothic III mit einem neuen Namenlosen weitergeht.
In vielem wollten es auch alle so, wie die Beiträge der Community im Risen-Forum zeigen. Dass die Scavenger jetzt Seegeier heißen, dass die Molerats Stachelratten, die Goblins Gnome, die Trolle Aschebestien und die Orks nun Echsen sind, das macht eher Freude als Verdruss. Hier das Spielprinzip beibehalten zu haben, war gut. Das ist eben das Markenzeichen der Piranhas. Auch die Sprecher der Vertonung und der stimmungsvolle Hintergrundsound wecken Erinnerungen (Kai Rosenkranz hat wieder mal Großes geleistet, wenn auch mit dem Philharmonic-Orchestra of Prague in Gothic III beinahe eine Wagneroper entstanden ist, die meiner Meinung nach alles bisher in Spielen Gehörte in den Schatten stellt - übrigens, der Risen-Titelriff erinnert irgendwie an Fallout 3:-).

Aber die Story: Wie in Gothic I+II... also genauso. Es gibt wieder eine diffuse, schlafende" Bedrohung, die in einem unbekannten Tempel unter der Erde haust, der von den Orks... äh, Echsen bewacht wird und den man zum Schluß im Sturm nimmt, wobei man immer wieder irgendwas braucht, um die nächste Hürde zu überwinden (Uriziel und Erzrüstung... äh ich meine Titanenhammer und Titanenrüstung).
Dazu muß man ein paar Informationen sammeln und mal der einen, mal der anderen Fraktion beim Erreichen ihrer Ziele helfen, bis man den wahren Grund der mysteriösen Ereignisse kennt. Das Spiel besteht letztlich einfach in der Zurüstung des Charakters auf den Endkampf hin (...sammele vier hiervon und drei davon, aber Vorsicht, die liegen in den schrecklichen Ruinen von ... und dazu brauchst Du...)
Was dabei definitiv gut ist: Die Linearität der Hauptstory in Kapiteln.
Was dabei definitiv schlecht ist: Wir kennen diese Geschichte und ihre Protagonisten schon. Sie braucht nicht noch einmal erzählt zu werden. Ob Kalom jetzt Medoza, der Schläfer jetzt Feuertitan", der Gomez nunDon Esteban oder die untoten Orkpriester jetzt untote Echsen heißen (denen man !!!NEU!!! nicht ihre Stäbe, sondern ihr Schädel abnimmt, um die Tür zum Obermotz zu öffnen), ist egal und belanglos. Die Story ist die gleiche.
Was sich geändert hat, ist das Makro für die geplanten folgenden Teile und das ist in Risen nicht stark genug gemacht worden (bzw. fehlte da einfach Phantasie). Die Titanen wollen nach dem Abgang der Götter die Menschen unterjochen... o.k. es braucht scheinbar in RPGs wohl immer irgendwas Böses, das bekämpft werden muß (vielleicht sollte man das in einem RPG mal thematisieren und widerlegen). Aber ob diese Titanen eine Geschichte haben, eine hörenswerte Geschichte, bleibt fraglich. Man fürchtet sich vor den nächsten 3 Risen/Gothic Klonen.

Es ist eine schwierige Angelegenheit wieweit man mit Neuerungen gehen soll, wenn man an einen großen Erfolg anschließen will. Meiner Meinung nach ist die Community falsch verstanden worden. Was sie mit ihren quasi-religiösen Konservativismus ausdrücken wollte, war eine Begeisterung für das Spielprinzip: Charakterentwicklung, Dialoge, das hat alle begeistert, war in Gothic III nahezu suspendiert worden und ist jetzt wieder da. Das ist auch goldrichtig, das Piranha-Spieldesign macht einfach Spaß.

Aber das ist nur ein Genre-Rahmen, ein Mittel für etwas ganz anderes: Eine Geschichte erzählen. Anstatt zu lesen, klicke ich eben Monster tot, höre Charakteren zu und erfreue mich an der digitalen Illusion von Handlungsfreiheit und allmählichem Machtzuwachs, der mir wieder mehr Handlungsfreiheit geben soll.
Aber warum mache ich das? Um die Geschichte zu hören. Es ist mal ein Adrenalinschub, einen Gegner totzuklicken. Aber letztlich interessiert mich nur die Geschichte, sei es ein Shooter, ein RPG oder ein Point-and-Click-Adventure. Wenn es nur ums geniale Spielprinzip geht, spiele ich Anno o.ä., kein RPG!

Ich wünsche den Pirhanhas in Zukunft mehr Final Fantasy und weniger Gothic.
Und ich wünsche allen Entwicklern die Erkenntnis, das Bücher und Games mehr gemeinsam haben, als man gemeinhin so denkt. Vielleicht sollte man sich einfach erstmal hinsetzen und sich überlegen, dass die industrielle Seite der Branche einer kreativen und künstlerischen gegenübersteht, auf die man nicht verzichten kann. Und damit ist nicht nur Design" gemeint, es ist die alte Kunst des Erzählens.
Und dem enttäuschten Gothic-Jünger in mir wünsche ich die Erkenntnis, dass es Spielerfahrungen gibt, die nicht wiederholbar sind. Alle wünschen sich das: um Geld zu machen, Erfolg zu haben oder gut unterhalten zu werden, aber es ist und bleibt einmalig und kann nicht in Dosen gefüllt werden.

Wenn Risen ein Buch wäre, würde ich sagen, dass es ein absolut solider gemachter Arztroman ist: Uninteressante, tausendmal wiederholte Dutzendware: 3 Punkte
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ri(e)sen Spaß trotz kleinerer Mängel, 7. Oktober 2009
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Um das Fazit schonmal vorwegzunehmen: Trotz einiger Schwächen ist Risen seit Jahren(!) das erste Spielt, das mich richtig an den PC fesselt.

Grafik
Sehr schön stimmig. Mag technisch sicherlich nicht mit aktuellen Toptiteln mithalten, hat aber durch ihren besonderen Stil eigenen ganz eigenen Charme. Zudem ist die Welt sehr schön gestaltet. Wenn beim Sonnenuntergang die Lichtstrahlen durch die Baumkronen in den Wäldern brechen - das kriegt selbst die Natur kaum schöner hin. Einzig die (wahlweise deaktivierbare) Tiefenunschärfe ist für meinen Geschmack etwas zu stark ausgefallen.

Sound
Fantastisch. Kai Rosenkranz (Komponist von PB, der auch für die alten Gothic Teile schon die Musik geschrieben hat) hat bei der Musik wieder etwas wunderbares abgeliefert. Eine tolle Musik, die sich sehr gut ins Spiel einfügt ohne zu aufdringlich auszufallen.
Ein Punkt muss hier auch deutlich hervorgehoben werden: Die geniale Sprachausgabe. Alle Dialoge (und das sind in diesem Spiel wirklich SEHR viele) sind wieder komplett vertront - und das mit wirklich professionellen Sprechern. Das trägt enorm zur Atmosphäre des Spiels bei!

Steuerung
Erinnert sehr an die alten Gothic Teile, selbst die Animationen sind zum Teil gleich. Das mag man mögen oder nicht, mir persönlich gefällt es sehr. Vor allem das Kampfsystem ist sehr intuitiv und geht flott von der Hand.

Performance
Da ich kein großer Techniker bin kann ich dazu nicht allzu viel sagen, nur so viel: Mein PC, den ich vor üben einem Jahr für gerade mal 500€ zusammengestellt habe, stellt das Spiel auf höchsten Einstellungen durchgehend absolut flüssig dar. Zu hardwarehungrig scheint es also nicht zu sein.

Bugs
Bugs waren ja nach Gothic III eine große Sorge. Aber: Risen schlägt sich in dem Bereich gar nicht übel. Hatte bislang (geschätzt rund 15 Stunden Spielzeit) nur einmal einen etwas gröberen Bug (Konnte meine Waffe nicht mehr ziehen), aber durch Laden eines älteren Spielstandes leicht behebbar. Ansonsten wäre mir noch kein einziger anderer Bug aufgefallen, also in dem Punkt definitiv: Daumen hoch!

Gameplay
Keine weltbewegenden Innovationen, vergleichbar mit den alten Gothic-Teilen. War bislang aber immer recht abwechslungsreich, mal läuft man durch die Landschaft und verkloppt alles was sich einem in den Weg stellt, dann kommt man mal wieder in eine neue Stadt und muss viel erledigen, wo das Schwert stecken bleiben kann. Für einige Quests gibt es unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, man hat also oft das Gefühl, freie Entscheidungen treffen zu können (Arbeite ich für den Questgeber oder verrate ich ihn hinterrücks an seine Feinde? Schleiche ich mich zu meinem Ziel in die Wohnung? schlage ich es einfach nieder? suche ich einen Hinterweg? bestehle ich es? usw. usw)
Kritikpunkt: Um Lebensenergie und/oder Mana zu regenerieren muss man entweder schlafen oder etwas essen (Pflanzen, Fleisch, Tränke o.Ä.). Letzteres ist aber ganz schön nervig und dauert ewig, um voll zu regenerieren muss man oft 10 mal oder mehr etwas essen, jeweils immer verbunden mit einer entsprechenden Animation. Das dauert lange und geht gehörig auf die Nerven. Hier hätten sich die Entwickelr gerne vom alten Gothic-System verabschieden dürfen.

Kampfsystem
Durch die Verteilung der Skillpunkte bei Levelaufstiegen gibt es eigentlich immer eine Fortentwicklung und es bleibt "spannend". Das Kampfsystem ist dabei sehr ähnlich zu Gothic, neu ist jedoch, das man ein Schild haben kann (und sollte) und entsprechend damit blocken kann (bzw. muss). Evt. hätte man noch ein paar mehr Variationen bei der Schlagfolge einbauen können.
Ganz einfach sind die Kämpfe nicht - zumindest nicht auf Schwierigkeitsgrad normal, auf "einfach" ist es sicher besser. Gothicveteranen kennen auch das schon. Manchmal kann das frustrierend sein, andererseits ist es auch sehr motivierend. Und man freut sich erst so recht, wenn man sich irgendwo gut durchkämpfen kann. Zudem lernt man mit der Zeit, sich auf die Strategien seiner Gegner einzustellen, ein bischen können wird einem also durchaus abgefordert.
Großer Kritikpunkt: Magier schauen in Puncto Abwechslung ziemlich in die Röhre. Richtig Magier können eigentlich nur aus 3 "exklusiven" Zaubern ihre Spezialisierung auswählen, d.H. man hat am Ende einen einzigen effektiven Zauber zur Verfügung, den nicht-magier nicht über einfache Spruchrollen bekommen können. Außerdem ist, zumindest anfangs, das Mana sehr sehr schnell alle.

Story
Bin momentan erst am Anfang von Akt zwei, also storytechnisch noch nicht am Ende angelangt. Die Story ist im Wesentlichen in Ordnung, gewinnt aber sicherlich keinen Preis. Bislang war die Hauptstory ohnehin stark im Hintergrund und es standen eher Reibereien zwischen den Fraktionen im Vordergrund, diese waren bislang aber auch ohne große Überraschungen.
Was mich sehr stark stört: Die Charaktere sehen alle gleich aus. Es gibt wirklich sehr, sehr wenige unterschiedliche Modelle im Spiel, alles wird ständig recycelt. Ich würde praktisch keinen einzigen Charakter am Aussehen erkennen, ohne Namen wäre ich aufgeschmissen. Das bringt mich auch schon zum zweiten Kritikpunkt:
Keine Identifikation mit den anderen Charakteren. Bei den alten Gothic-Teilen hat man sich richtig gefreut, etwa einen Diego oder einen Xardas wiederzusehen. Bei Risen besteht bisweilen eigentlich keinerlei Verbindung zu irgendwem, weder würde ich mich besonders freuen irgendwen nochmal zu treffen noch bin ich besonders darauf aus, an irgendwem Rache zu nehmen. Schade, das hätten die Entwickler besser gekonnt!

Kopierschutz
Ausnahmsweise mal ein positiver Punkt in Sachen Kopierschutz. Es wird lediglich zu Spielstart die CD abgefragt, danach keinerlei Repressalien mehr. Keine Rootkits auf dem PC, keine begrenzte Onlineaktivierung oder ähnliches. Großer Pluspunkt!

Fazit
Wer Gothic 1 und 2 mochte kann hier ganz bedenkenlos zugreifen. Wer die beiden Teile nicht kennt sollte sich einfach mal die Demo anschauen.
Von mir bekommt es trotz der beschrieben Schwächen 5 Sterne, ganz einfach weil der Gesamteindruck stimmt und es einen tatsächlich an den PC fessel wie kaum ein anderes Spiel in letzter Zeit.
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32 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Dramaturgisch betrachtet Abfall, 1. Januar 2010
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Risen (Computerspiel)
Zugegeben, ich haderte ein bisschen ob des harschen Tons der Überschrift mit mir, schlief sogar eine Nacht darüber. Geholfen hat aller gute Wille nichts, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Jungs von Piranha Bytes (PB) mit Risen in puncto Spannungsaufbau und Aufzug der Haupthandlung tatsächlich sagenhaft gescheitert sind. Nichts für ungut, die Herren, aber diese Erkenntnis schmerzt niemanden mehr als einen alten namenlosen Helden wie mich, der sich zunächst noch prächtig aufgehoben fühlte, als er die idyllische Hafenstadt der kleinen Insel betrat, um wieder das Mädchen für alles und alle zu mimen ...

1. "Risen ist Gothic!"

... nur für den Fall, dass daran noch Zweifel bestehen. PB mag mit der Scheidung von seiner geldgeilen Alten die Namensrechte an der Gothic-Saga eingebüßt haben, die Wurzeln Risens jedoch sind unverkennbar ebendort verankert. Wer die Vorgänger gespielt hat, wird sowohl vertraute Synchronsprecher als auch einen wichtigen inhaltlichen Eckpfeiler wiedererkennen: Die Götter haben die Welt verlassen, die Menschen sind auf sich gestellt. Und, klingelt's? Seht ihr! Nach den ersten zwei Stunden musste ich schmunzelnd an ein Interview mit den Machern zurückdenken, das ich knapp ein Jahr vor dem Release des Spiels in die Finger bekam. Damals erklärte einer der Verantwortlichen auf die Frage hin, ob Magier in Risen denn überhaupt Feuerbälle werfen dürften oder ob die Rechte daran ebenfalls bei JoWood geblieben wären, doch wirklich bierernst: Feuerbälle unterlägen keinem Copyright und könnten somit in jedem Rollenspiel verwendet werden. Auch die adaptierte Proklamation einer Fanpage, Risen sei nicht Gothic und das sei auch gut so, klang gleich noch ein Stück einfältiger. Natürlich ist Risen Gothic!

Selbst der neue Held ist seinem ungeduldigen Vorgänger merkbar nachempfunden: etwas eloquenter und nur halb so patzig, und doch ... Und nicht nur in diesen Belangen wurden Erinnerungen wach ...

2. Grafisch ganz der Papa, ...

... sofern man Gothic III als bildlichen Vater Risens ausmachen möchte. In der Tat scheinen die optischen Parallelen zum viel gescholtenen dritten Teil der Reihe unverkennbar: Saftig grüne Bäumchen und Auen so weit das Auge reicht, alles in kräftigem Grün und lebenswahren Erdfarben gehalten. Echte Verbesserungen haben jedoch allenfalls Licht- und Schatteneffekte erfahren, was Sonnenuntergänge und blitzdurchzuckte Unwetternächte noch viel hübscher anzusehen macht. Am Rest rüttelte man nur wenig. Das bedeutet gleichwohl, dass die Grafik mehr oder weniger auf 2006-Niveau stecken geblieben ist. Kein Beinbruch in einem Rollenspiel, wie ich finde, in dem andere Charakteristika den Spielspaß tragen, hiermit der Vollständigkeit halber dennoch erwähnt.

Hinterher hinken leider Gottes auch die Animationen im Kampf, die - wenig flüssig und beinahe holzschnittartig aufgezogen - kaum in das harmonische Windspiel des Blattwerks passen, das es von Zeit zu Zeit durch das Bild wirbelt.

3. Zur Klassenwahl und Stufenaufstiegen

Für eine Klasse entscheidet man sich, wie schon in Gothic, erst im Laufe der Story. Grundinvestitionen in Stärke sowie Nicht-Kampf-Talente, um die ersten Schlägereien ohne ständiges Laden hinter sich zu bringen und ein sicheres Einkommen durch den Verkauf von Fellen und Zähnchen zu sichern, schienen selbst mir als passioniertem Magier abermals ratsam. Da ich schließlich ein solcher wurde, kann ich im Folgenden auch nur von diesem berichten.

Als Magus widmete ich mich also wie eh und je mit Leib und Seele der Zauberei, konzentrierte meine Ausbildung pfiffig, wie ich dachte, auf einen der drei magischen Kristalle und wurde, mit einem stattlichen Pool brodelnden Manas im Rücken, bald schon oberstes Glied der Nahrungskette. Die neuen magischen Geschosse machten nämlich nicht nur annehmbar Schaden, sondern hielten mir zudem die Gegnerschaft wie ein Wasserwerfer vom Leib. Taktisches Vorgehen, wie noch im Nahkampf vonnöten, brauchte es damit nicht. Zielen, Feuer, nachladen! Die nötigen Lernpunkte, um den Kristall zu meistern, hatte ich, da ich ja förmlich durch die Reihen der Feinde schnitt, rasch zusammengekratzt. Mit einem Lichtzauber und dem besagten Kristall im Gepäck war nun kein Dungeon mehr vor mir sicher. Hier und dort bedurfte es noch einer kleinen Verwandlung oder der Levitation, um ein Rätsel zu lösen, die Notwendigkeit der übrigen Runen blieb mir jedoch verborgen. An der Balance meines Zauberlehrlings haperte es für meinen Geschmack also gewaltig, was ich unter Punkt vier noch einmal aufgreifen möchte. Auch ein einheitliches System in den Kosten für die verschiedenen Fähigkeiten konnte ich nicht erkennen. Einige verlangten auch auf höheren Stufen nur fünf Lernpunkte, andere stiegen peu à peu wie in Gothic 2 üblich, und dritte nahmen konstant gleich zehn davon. Ich zahlte sie einfach, ohne Fragen zu stellen.

4. Mit dem simpelsten Handlungsgespinst aller Rollenspiele

Der Kern der Geschichte (keine Bange, es wird nicht gespoilert): Die Erde der kleinen Insel, auf der unser 0-8-15-Plot spielt, bebt gar fürchterlich und überall schießen alte Ruinen wie Gänseblümchen aus dem Boden, da wird rasch klar, dass irgendetwas in den Tiefen des Vulkans unter der alten Klosterfestung Schuld daran trägt. Und schon beginnt die Suche ...

Mein Problem: Sie langweilte mich zwischenzeitlich so fürchterlich, dass ich mich gezwungen sah, eine mehrwöchige Pause einzulegen, um während des Spielens nicht einzuschlafen. Nach dem fulminanten Auftakt in dem kleinen Hafenstädtchen, in dem die Ränkespiele zwischen Banditen, Magiern und dem vom Inquisitor geleiteten Orden noch interessant inszeniert waren, stellte sich nämlich eine Handlungsarmut ein, wie ich sie bis dato nur in wenigen Abenteuern des Genres durchwaten musste. Ohne zu viel zu verraten: Man schließt sich einer Seite an, geht in den Vulkan, findet die Ursache, pilgert auf der Suche nach fünf Rüstungsteilen über die Insel und erledigt den Endgegner. Basta! Es gibt keinen Klimax im dramaturgischen Sinn, keinen Moment der letzten Spannung, nichts Unvorhergesehenes, wie den Ausfall des Alten Lagers in Gothic I, dem Auszug der Söldner als Drachenjäger oder dem Auftauchen der Suchenden im zweiten Teil. Jeder bleibt auf seinem Hintern sitzen und dreht Däumchen - bis auf den Titelhelden, versteht sich. Nichts sonst bewegt sich, nichts gerät in Wallung, niemand interveniert. Allein die kleine Schatzsuche abseits der Haupthandlung brachte mich noch einmal in Stimmung. Wahrscheinlich mehr Pattys Verdienst als der der Entwickler ...

Und die Pointe meiner kleinen Klageschrift? Nun, ich habe den Oberbösewicht in einem Jump & Run-Endkampf, wie man ihn einfallsloser wahrscheinlich nur in den Neunzigern hätte erdenken können, gut zehn Minuten (14 Teleportsteine ersparen eben viel Laufarbeit), nachdem ich in die beste Rüstung im Spiel geschlüpft war, mit einem Streithammer auf die Bretter schicken müssen. Zu Erinnerung: Ich steuerte einen Zauberwirker ... Die Meisterschaft im Magischen Geschoss hatte mich 100 Lernpunkte gekostet und war im wichtigsten Duell des Spiels für die Katz'. Apropos Magier: War der vielleicht zu stark, fungierte meine Ganz-oder-gar-nicht-Skillung am Ende gar als Spaßbremse? Mit ausreichend Manatränken in petto kamen auch drei Elitekrieger der Gegnerschaft im Bunde nicht einmal in die Nähe meines Rockzipfels. So war mit Stufe 26 und zwanzig unverbratenen Lernpunkten Schluss. Ich hätte auch nicht gewusst, wofür ich sie noch ausgeben sollte. Noch mehr Basis-Mana und ich hätte die zweihundert Tränke in meiner Tasche in die Brandung kippen können.

Womöglich hätte ich noch ein paar Stündchen mehr im letzten Gefecht verbringen und damit besagte Rüstung auch etwas länger tragen können, wenn ich mir nicht ergoogelt hätte, wie man dem Chef der Bagage überhaupt beikommt. Der nämlich zeigte trotz Dauerfeuer meinerseits keinerlei Anzeichen für einen erfolgreichen Treffer, so dass ich nur raten konnte, ob ich dem Ziel denn gar ein Stück näher gekommen war. Ja, dieser Endkampf spiegelte die letzten, einfallslosen fünfzehn Stunden fast 1:1 wider. Das letzte interessante Nebenquest, von denen ich übrigens alle erledigt habe, die sich ergaben und die nach einer Entscheidung meinerseits noch lösbar waren, war da schon längst absolviert.

5. Fazit

Schlussendlich kann mein Fazit nicht lobend ausfallen. Es ist mir schlicht schleierhaft, wie man bei PB so stark beginnen und dann derart abbauen konnte. Wo griff da der gute Geschmack der Mannen, die das Spiel von der Pike auf entwarfen? Risens Abgesang wirkt wie eine Persiflage auf die Schema F-Ausläufer seiner Gattung und spottet den hauseigenen Ambitionen, die nach den Erfolgen der Vergangenheit eigentlich höher hängen sollten. Gothic-Fans müssen da logischerweise nichtsdestoweniger durch und sie erwartet ja auch eine wundervolle erste Halbzeit. Ob das allerdings schon zum Augenblick zu erfolgen hat oder erst dann, wenn es im Preis spürbar gesunken ist, überlasse ich jedem selbst. Neueinsteigern würde ich gar abraten, wenn sie von den erzählerischen Möglichkeiten eines RPG hörten und diese nun selbst erleben wollen. Echte Spannung ist Risen nämlich selbst mit einem dicken Patch nicht mehr einzuverleiben.
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