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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oh Qual der Seele
Für mich (und nicht nur für mich) ist es das beste Werk Stephen Kings. Meine Einstellung dazu erwächst aus der brillanten Konsequenz, mit welcher die Handlung sich entfaltet und zum Schluß kommt. Der Roman ist brillant strukturiert, sehr gruselig und trotzdem weit davon entfernt, einfach nur Horror zu sein, denn er nimmt - wie alle besseren...
Veröffentlicht am 5. August 2006 von A.R.

versus
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich bin nicht zufrieden !!!
Obwohl ich ein wirklich großer Stephen-King-Fan bin, sagt mir das Hörspiel "Friedhof der Kuscheltiere" leider überhaupt nicht zu. Vielleicht liegt es daran, dass es kein Hörbuch ist, sondern ein Hörspiel. Dieser feine Unterschied ist mir nun bewusst.

Hörbuch = Vorlesung; Hörspiel = Film ohne Bilder

Leider sagen mir...
Veröffentlicht am 31. August 2007 von Frank Uwe


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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oh Qual der Seele, 5. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Friedhof der Kuscheltiere (Taschenbuch)
Für mich (und nicht nur für mich) ist es das beste Werk Stephen Kings. Meine Einstellung dazu erwächst aus der brillanten Konsequenz, mit welcher die Handlung sich entfaltet und zum Schluß kommt. Der Roman ist brillant strukturiert, sehr gruselig und trotzdem weit davon entfernt, einfach nur Horror zu sein, denn er nimmt - wie alle besseren Bücher Kings - Bezug auf die Grundprobleme des menschlichen Lebens. Wie gehen wir mit dem Tod um? Davon handelt dieses Buch.

Hochnäsige Berufspsychologen (das scheint mir zumindest einer der Rezensenten des "FdK" auf dieser Webpage zu sein) mögen King als Trivialliteratur abtun - ich hingegen sehe in diesem Roman hochkarätig rekonstruierte menschliche Psychologie. Muss man denn alles immer wörtlich verstehen und den Autor beim Worte nehmen? Es ist ja schliesslich Literatur, und nicht alles, was King sagen will, sagt er direkt. Es muss ja kein mystischer indianischer Friedhof sein; sagen wir, es ginge um ein reale, umstrittene soziale Situation wie Organhandel oder Gentechnik und der Hauptheld stünde in einem Augenblick schwärzester Trauer vor der Option, einem geliebten Menschen ein neues Leben zu ermöglichen. Was ist daran so unglaubwürdig?

King schafft es leider selten, seinen Romanen einen würdigen Schluß zu geben. In diesem Buch ist es ihm gelungen. Es ist ein Buch über den Tod, und dadurch wird es erst recht gruselig und verursacht einem schlaflose Nächte.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfüllte Wünsche und strafende Götter, 5. Juli 2011
Von 
"Wish!" she cried, in a strong voice.
"It is foolish and wicked," he faltered.

(WW Jacobs, "The Monkey's Paw")

Es gibt zwei Arten von Stephen King-Kennern. Da gibt es zum einen die, die seine Bücher nicht lesen, sie angeblich aber trotzdem gut genug kennen, um sagen zu können, dass Kings Bücher nicht lesenswert sind. Die anderen lesen sie, und viele von ihnen loben Kings Bücher über den sprichwörtlichen grünen Klee.

King-Fans fiebern jeder neuen Veröffentlichung ihres Lieblingsautors entgegen wie sonst vielleicht nur noch Harry Potter-Fans den Büchern der Joanne K. Rowling. Und wer erst einmal zehn, zwanzig King-Romane einigermaßen aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass es zwischen den Romanen Kings durchaus Unterschiede gibt. Die meisten von ihnen sortieren Buchhändler rund um die Welt zwar ohne zu zögern in der Abteilung "Horror" ein, aber eigentlich ist das eine etwas zu undifferenzierte Kategorie, als dass sie dem Werk des Stephen King wirklich gerecht würde.
Es stimmt wohl: Kings Romane zielen in erster Linie darauf ab, der geneigten Leserschaft wohlige Gruselschauer über den Rücken zu jagen. Dabei ist der Schrecken, den King erzeugt, aber durchaus nicht immer übernatürlicher Art. Romane wie "Misery" und "Dolores Claiborne" sind im Grunde eher Krimis, auch "Das Spiel" gehört in diese Reihe. "Feuerkind" und "Carrie" sind Thriller, die ebenfalls weniger auf übernatürliche Elemente setzen als andere Vertreter des "Horror"-Genres.

"Shining" und "Christine" hingegen sind vergleichsweise sehr klassische Gespenstergeschichten, "Der Marsch" liebäugelt mit der Science Fiction, "Die Augen des Drachen" ist der erste ziemlich reinrassige Ausflug Kings in die Fantasy.

Und dann gibt es da noch Bücher wie "In einer kleinen Stadt" und "Pet Sematary", die in meinen Augen vor allem eines sind: rabenschwarze Komödien, wobei in "In einer kleinen Stadt" (1992 veröffentlicht) das komische Element vielleicht etwas besser sichtbar ist als in "Pet Sematary" aus dem Jahre 1984.

Der "Pet Sematary" ist natürlich eigentlich ein Pet Cemetary", also ein Haustier-Friedhof (aus dem im Deutschen dann der etwas blumigere "Friedhof der Kuscheltiere" wurde). Die lautierende Schreibweise lässt Rückschlüsse auf die zu, die den Friedhof angelegt haben: Auf dem "pet sematary" haben Kinder ihre Haustiere zur Ruhe gebettet, die in diesem Falle allerdings keine letzte Ruhe ist. Womit die sprichwörtliche Katze wohl schon aus dem Sack ist: Was auf dem Haustierfriedhof im Wald begraben wird, liegt nicht lange dort.

Besagter Friedhof liegt in den Ausläufern eines Waldes, und der grenzt an ein Grundstück, das wiederum zu einem Haus gehört, das Arzt Louis Creed und seine Familie soeben bezogen haben. Zählt man Hauskatze Church mit, dann sind die Creeds zu fünft aus Chicago ins gleichermaßen ländliche wie fiktive Städtchen Ludlow in Maine gezogen: Neben Louis' Frau Rachel gibt's da noch Tochter Ellie und deren kleinen Bruder, Baby Gage. Die von den Creeds kürzlich erworbene Immobilie liegt recht idyllisch - sieht man einmal von der ziemlich stark befahrenen Schnellstraße ab, auf der die Lastwagen ziemlich dicht und ziemlich schnell am Creed'schen Grundstück vorbeidonnern.

Wirklich beeinträchtigen kann das die Lebens- und Wohnqualität aber wohl nicht, denn sonst würde Nachbar Judd Crandall sicher nicht schon so lange auf der Straßenseite gegenüber wohnen. Es dauert nicht lange, bis Louis und der ältere Mann sich anfreunden, und auch Rachel und der Nachwuchs mögen den freundlichen Witwer. Beruflich hat Louis Creed ebenfalls keinen Grund zur Klage: Der Job in der Universitätsklinik im benachbarten (ebenfalls fiktiven) Ort Bangor - Fans des Autors bekannt als Schauplatz etlicher Geschichten Kings - ist ok, und so steht zunächst einmal alles zum Besten, sieht man einmal von kleinen Malaisen ab. Tochter Ellie schlägt sich beim Schaukeln das Knie auf, Söhnchen Gage wird von einer Biene gestochen, und Louis' Frau goutiert es ganz und gar nicht, dass Judd die Creed-Kinder angelegentlich eines gemeinsamen Ausfluges in den Wald mit dem Friedhof der Kuscheltiere bekannt macht: Das Thema Tod, fürchtet Rachel, könnte bei Tochter Ellie traumatische Erinnerungen an den Tod der an Hirnhautentzündung verstorbenen großen Schwester wecken.

Ein erster wirklicher Schatten legt sich aufs Idyll, als das schwer verletzte Unfallopfer Victor Pascow unter Creeds Händen stirbt. Bevor der Mann das Zeitliche segnet, orakelt der Sterbende Louis aber noch die ominöse Warnung zu, sich vom hinteren Teil des Tierfriedhofs fernzuhalten - wer sich ein bisschen im King'schen Werk auskennt, weiß die Worte des Todgeweihten einzureihen in diverse Träume, Visionen und Weissagungen, die bei King gern Vorboten dräuenden Unheils sind.

Man muss aber kein King-Kenner sein, um sich ausrechnen zu können, was dabei herauskommt, wenn man einen streunenden Familienkater, eine stark befahrene Schnellstraße und einen Friedhof für Tier-Zombies zusammenzählt: Kater Church haucht das letzte seiner neun (ja, neun - und nicht etwa sieben, liebe Whiskas-Werbefuzzis, die ihr uns für dumm zu verkaufen versucht) Leben unter dem Reifen eines Trucks aus und manövriert Louis damit in eine böse moralische Zwickmühle.
Nachbar Judd, der für den früh verwaisten Louis längst eine Art Vaterersatz geworden ist, nimmt den Jüngeren beiseite und zeigt ihm unter vier Augen eine Möglichkeit auf, wie man Töchterchen Ellie den Schock, den der Tod des geliebten Haustieres fraglos darstellen dürfte, ersparen kann: Sollte Louis das Tier auf dem Tierfriedhof begraben, dann darf er sich ausrechnen, dass die Katz' von dort aus den Weg zurück ins Leben findet. Was es mit dem Ort auf sich hat? Ganz einfach: Ursprünglich war die Stelle im Wald eine Begräbnisstätte der Micmac-Indianer, und die haben den Platz verhext.

Aber natürlich wäre ein King-Roman kein King-Roman, wenn die Sache nicht einen Haken hätte: Kater Church, das verschweigt Judd Crandall nicht, werde nach der Auferstehung aus ungeweihtem Boden nicht mehr ganz derselbe sein. Der wieder zum Leben erweckte Streuner werde möglicherweise ein bisschen langsamer und unbeholfener sein als vorher.

In Louis' Ohren klingt der Deal gut genug, um's drauf ankommen zu lassen. Church wird nächtens auf dem Tierfriedhof eingebuddelt, und jetzt heißt's nur noch warten. Tatsächlich stellt der versprochene Lazaruseffekt sich auch ein, nur sind leider mit der Auferstehung auch charakterliche und olfaktorische Veränderungen einhergegangen: Der Zombie-Kater entpuppt sich als überaus heimtückisches Wesen, das zudem noch schlecht riecht. Das entgeht weder Ellie noch Louis, und bald hat Louis allen Grund, das Katzenviech zurück zum Teufel zu wünschen.

Wenig später ereignet sich dann die Katastrophe: Beim Spielen gerät Sohn Gage auf die Straße und erleidet einen tödlichen Unfall.

Und natürlich wäre ein King-Roman kein King-Roman, wenn der trauernde Louis sich nicht die Frage danach stellte, was denn wohl passieren werde, wenn man einen Menschen auf dem alten Indianerfriedhof bestattet ...

Wer den Schauergeschichten-Klassiker "Die Affenpfote" kennt, wird sich beim Lesen von Stephen Kings Roman "Pet Sematary" unwillkürlich an WW Jacobs' Schauergeschichte aus dem Jahr 1902 erinnert fühlen, denn der Gegenstand beider Geschichten ist, wie auch ihre Moral, sehr ähnlich: Wen die Götter strafen wollen, dessen Gebete erhören sie. Während die Sache in Jacobs' Fall aber noch vergleichsweise glimpflich ausgeht, lässt King seine böse Geschichte auch böse enden.

Und das soll komisch sein? Ich entdecke eine gewisse Komik in "Pet Sematary", aber warum das so ist, ist sicherlich erklärungsbedürftig; und nicht jeder wird diese Erklärung nachvollziehen können oder wollen. Der Unterton, der für mich in "Pet Sematary" mitschwingt, ist einer, den ich aus Märchen und märchenhaften Erzählungen kenne. In denen geht es bekanntlich oft ebenfalls sehr grausam zu, und wenn am Ende eine Einsicht oder Moral steht, dann ist es meist eine, zu der die Figuren im Märchen selbst auf eine äußerst schmerzhafte Weise gelangen. Das hölzerne Bengele Pinocchio zum Beispiel muss erst versengt, erhängt, vom Wal verschluckt und wieder ausgespuckt werden, um einzusehen, dass Lügen kurze Beine haben (das darf man in diesem Falle ganz wörtlich nehmen, denn gleich zu Beginn der Geschichte brennen dem Marionettenjungen erst einmal die Füße weg). Die habgierige Frau des Fischers, die jedem Wunsch, den man ihr gewährt, gleich den nächsten folgen lässt, lernt nichts dazu und erhält dafür die gerechte Strafe: Am Ende der Geschichte ist sie wieder so arm wie zu Beginn.

Eine grimme Komik beziehen solche Geschichten aus der Tatsache, dass nichts, was geschieht, unvermeidlich ist. Mit anderen Worten: Hier waltet kein blindwütiges Schicksal, sondern die handelnden Personen selbst sind für ihr Wohl und Wehe verantwortlich. Pinocchio könnte schon viel früher die Lehre aus seinen Erlebnissen ziehen und es zur Abwechslung mal mit der Wahrheit probieren. Die Frau des Fischers könnte sich mit der weltlichen Krone zufrieden geben und nicht noch den Stuhl des Papstes für sich beanspruchen. Auch Louis Creed könnte sich damit zufrieden geben, dass Kater Church wunschgemäß wieder ins Leben zurückkehrt.

Tut er aber natürlich nicht, und dabei hat man ihn sogar ausdrücklich gewarnt. Wie's dem ergeht, der nicht hören will, ist bekannt.

Das soll natürlich nicht heißen, dass wir Louis nicht verstehen könnten - im Gegenteil. Schließlich haben seine Frau und er schon einmal ein Kind verloren. Was für Louis schon schwer genug ist, scheint für seine Frau schier unerträglich. An ihm selbst nagt aber noch etwas anderes: Wäre er nur etwas schneller gewesen, wirft Louis sich unablässig vor, hätte er den Kleinen noch am Schlafittchen packen können und so das Unglück abwenden können. Anders gesagt: Louis tut das Falsche, weil er das Richtige tun will. Mit einem niederdeutschen Sprichwort gesagt: Kein schlimmer' Leid, als dat der Mensch sich selbst andeit".

Und ist das komisch?

In dem Sinne, in dem literarische Figuren komisch sind, die sehenden Auges in ihr Unglück laufen, ist Louis Creed eine komische, zumindest tragikomische Figur. Louis macht Fehler auf Fehler, und wir, die Leser, wissen ganz genau, dass Louis falsch handelt. Außerdem dürfen wir der Figur genug Intelligenz unterstellen, um ihr falsches Handeln selbst erkennen zu können: Die Trauer mag Louis zwar den Blick verstellen, aber spätestens nach dem Ableben der Familienkatze und den Folgen daraus müsste dem Herrn Doktor doch klar sein, dass nichts Gutes daraus erwachsen kann, wenn man die tote Menschen an schlecht beleumundeten indianischen Kultstätten verscharrt. Dass Creed, um den Schein zu wahren, seinem Sohn zunächst ein anständiges Begräbnis zuteil werden lässt, macht die Sache nicht besser: Als er den Leichnam von Gage stiehlt, bricht Louis schon das erste Tabu. Dass das gramgebeugte Familienoberhaupt von allen guten Geistern verlassen ist, dürfte spätestens jetzt klar sein. Hand aufs Herz: Geschieht Louis das, was in der Folge passiert, nicht ganz recht?

Die weiteren Geschehnisse im Roman weichen übrigens, wie so oft, merklich von denen in der gleichnamigen Verfilmung ab - denn leider hat man aus Kings finsterer Geschichte um unselige Wünsche seinerzeit ein ziemlich biliges Schlitzerfilmchen gemacht, das auf Schockeffekte statt der inneren Handlung und durchaus vorhandenen psychologischen Tiefe setzt, die die Vorlage zu einem lesenswerten Stück Unterhaltungsliteratur machen.

Was man King außerdem zugute halten muss ist, dass "Pet Sematary", wie eigentlich alle Bücher Kings, den positiven Eindruck eines jeden Buches hinterlässt, das gut recherchiert erscheint: Bevor King seinen Roman über Bestattungen und Friedhöfe geschrieben hat, hat er sich offenkundig erst einmal ins Thema eingelesen - das lässt jedenfalls der Detailreichtum vermuten, mit dem King sich seinem Sujet widmet. Wer King kennt, wird wissen, dass die Genauigkeit King'scher Beschreibungen teils sehr grausig ist; wer King nicht kennt, sei gewarnt: Alles, was Schrecken erregen kann, gestaltet King wortreich und wortmächtig aus - der private Horrorfilm, zu dem sich die aus Kings Worten entstehenden Bilder zusammenfügen, ist im Zweifelsfalle sehr viel schauriger als die offizielle Leinwandversion des Romans.
Offensichtlich hat King das Thema "Wünschen" nicht losgelassen, denn knapp zehn Jahre nach Erscheinen von "Pet Sematary" greift King das Thema 1992 in "Needful Things" erneut auf. In diesem Falle ist sogar die filmische Umsetzung leidlich gut gelungen - Max von Sydow ist als dämonischer Händler, dessen Geschäft Herzenswünsche sind, jedenfalls eine gute Besetzung.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassisch Spitze., 25. Juli 2010
Einer meiner großen Favoriten! Friedhof der Kuscheltiere ist ein Roman, den man immer wieder lesen kann und der dennoch jedesmal das Grauen erzeugt, weil die Basis der Geschichte etwas ist, das einem - besonders als Haustierbesitzer - so nahe geht. Grauen wird umso größer, wenn es aus dem Alltag kommt und nicht in Form böser Monster in unser Bewusstsein dringt, sondern als etwas, das jedem von uns zustoßen könnte. So ist es Louis Creed zwar unheimlich, den überfahrenen Kater seiner Tochter auf einem alten Tierfriedhof zu begraben und ihn ins Leben zurückkehren zu sehen - verändert, aber doch, immerhin, lebendig - doch es ist auch etwas, das wahrscheinlich die meisten von uns tun würden. Wer ist nicht gerne Herr über den Tod, wer würde nicht alles dafür geben, dem Verlust zu entkommen. So nimmt das Unheil seinen Lauf und die Creeds geraten in ein unaufhaltsames Rad des Grauens, das niemand so perfekt aufbauen und schildern kann wie Stephen King, der nicht zu unrecht Meister dieses Genres ist. Große Empfehlung für alle die, dich qualitativ hochwertige Horrorliteratur auf der Basis ungewöhnlicher Ideen zu schätzen wissen! Große Empfehlung!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärisch auf höchstem Niveau, 29. März 2007
Von 
Ich kann mich noch gut an die Phase erinnern, in welcher ich "Friedhof der Kuscheltiere" gelesen habe. Ich lag oft im Bett und fragte mich, ob ich nun wirklich weiterlesen oder das lieber auf den nächsten Tag verschieben sollte. Denn beim Lesen erstreckte sich in mir immerzu ein extrem unangenehmes Gefühl, ich wollte einerseits wissen, wie es weiter geht, andererseits war jede Seite fast schon eine Qual - einfach gruselig.

King schafft mit ganz simplen aber genialen Mitteln, den Leser mitzureißen. Die Story mag simpel sein, aber die Spannung steigert sich ins Unerträgliche, was nicht zuletzt den sensationell guten Charakterzeichnungen und dem ständigen Nutzen von Monologen zu verdanken ist. Das macht das Buch zu einem einzigartigen Erlebnis.
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27 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ist der Tod das Ende? Stephen King sagt nein......, 5. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Friedhof der Kuscheltiere (Broschiert)
Friedhof der Kuscheltiere ist eines der besseren Bücher von Stephen King. Diejenigen , die die leider schlechte Verfilmung gesehen haben, sollten sich bitte nicht davon abhalten lassen, das Buch zu lesen.
Wunderschön beschrieben ist die absolute Idylle und das Glück der Familie... und dann das umso tragischere Ende durch den Tod. Kein Wunder, dass man diese Idylle mit allen Mitteln wieder haben will! Die Beschreibung des alten indianischen Friedhofes treibt einem die erste Gänsehaut über den Rücken. Ebenso schön beschrieben die Strasse vor dem Haus, denn hier baut sich beim Leser schon so langsam diese unheilvolle Vorahnung auf, die das Lesen von King-Büchern ganz allgemein zu einem Genuss macht. Schön ist auch die eigene Zerrissenheit (war bei mir zumindest so): Eigentlich kann man ja verstehen, dass man das geliebte Haustier, das geliebte Kind, das geliebte... nicht gehen lassen will, wenn man schon eine, zugegebenermassen schräge Möglichkeit hat, dies zu verhindern. Andererseits möchte man am teilweise liebsten in das Buch springen, um das Schlimmste zu verhindern.
Die absolute Meisterleistung ist dann nochmal das Ende (vor allem die letzten beiden Worte)- hier gibt es noch einmal richtig die Gänsehaut.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Höhepunkt in Kings Karriere, 19. August 2007
Wenn es einen Roman aus Kings umfangreichem Output gibt, der den Test der Zeit bestehen wird, und den man in vielen Jahren noch zu seinen Gunsten zitieren wird: Friedhof der Kuscheltiere wird es sein.
Die Geschichte ist eine Abwandlung der klassischen Geschichte von der Affenpfote: Was wäre, wenn man verstorbene Familienmitglieder zurückholen könnte. Ist das nicht, was wir alle wollen? Sie niemals wieder herzugeben? Was wäre, wenn wir es tatsächlich könnten.
Louis Creed ist mit seiner Familie von Chicago in einen ruhigen Vorort von Bangor gezogen. Ein großes Haus an einer stark befahrenen Landstraße. Das Glück scheint perfekt. Eines Tages führt ein Nachbar die Familie in ein Waldstück hinter dem Haus; auf einer Lichtung liegt der 'Friedhof der Kuscheltiere' ' ein Ort an dem schon seit hundert Jahren alle Kinder des Dorfes ihre Haustiere beerdigen, die auf der Landstraße ihr Leben verloren. Doch hinter dem Haustierfriedhof liegt noch etwas anderes: Eine alte indianische Kultstätte, an der den Seelen der verstorbenen gehuldigt wurde, und an der seltsame Rituale vollzogen wurden. Der Legende nach kann diese Erde den Körper des verstorbenen nach seinem Tod zurückgeben ' gegen einen geringen Preis.
Als Louis Frau und Kinder ein Wochenende aus dem Hause sind, geschieht das unvermeidliche, und der Kater von Louis' Tochter Ellie wird überfahren.
Um eine Szene zu vermeiden, probiert der besorgte Vater sein Glück auf dem Friedhof:
Der Kater kommt wieder. Er sieht seltsam aus, er stinkt nach Verwesung und er ist bösartig- aber was macht das schon.
Aber schließlich fällt mehr als nur das tierische Familienmitglied der Creeds der Landstraße zum Opfer; und in einer brillanten Erzählung zieht Mr. King den Leser in einen schicksalhaften Gewissenskonflikt.
Es ist nicht nur der Horror, der dieses Buch lesenswert macht; es bietet vielmehr eine wirklich glaubhafte Abwandlung, wie man Kindern den Tod nahe bringt, und wie Familien mit Trauer umgehen. Man kann dem Buch gewisse Längen ankreiden - ob auch der vierte Gang zu dem dämonischen Friedhof noch ausführlich geschildert werden muss, ist Ansichtssache - aber am Gesamturteil ändert das nichts: Mich ein Buch von über 500 Seiten in weniger als einer Woche lesen zu lassen - das schafft nur ein Autor.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich bin nicht zufrieden !!!, 31. August 2007
Von 
Frank Uwe (Nordrhein-Westfalen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Friedhof der Kuscheltiere (Audio CD)
Obwohl ich ein wirklich großer Stephen-King-Fan bin, sagt mir das Hörspiel "Friedhof der Kuscheltiere" leider überhaupt nicht zu. Vielleicht liegt es daran, dass es kein Hörbuch ist, sondern ein Hörspiel. Dieser feine Unterschied ist mir nun bewusst.

Hörbuch = Vorlesung; Hörspiel = Film ohne Bilder

Leider sagen mir die Sprecher nicht zu, für mich hört sich alles etwas laienhaft an. Völlig unangenehm empfinde ich die "musikalische" Untermalung. Das ist teilweise so störend, dass man die Protagonisten nicht mehr richtig versteht.

Ich möchte niemandem den Spaß an diesem Hörspiel verderben und versuche auch objektiv zu sein, aber wenn ich als King-Fan diese CDs wieder verkaufe, sollte einem das zu denken geben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste King, 10. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Friedhof der Kuscheltiere. (Taschenbuch)
Friedhof der Kuscheltiere. Was niedlich und romantisch beginnt, entwickelt sich schnell zu einer unheimlichen Geschichte, die den Leser fesselt.
Einmalmehr vermittelt Stephen King mit seiner hier bis zur Perfektion auf die Spitze getriebene Art zu schreiben dem Leser das unheilvolle Gefühl, mitten in der Handlung teilzuhaben.
Genau so töricht, wie Louis Creed nicht auf die Warnungen seines Nachbarn Jud hört, wäre es für jeden Fan der King-Bücher töricht, dieses nicht zu lesen.
Und wer glaubt, daß er mit dem Film auch die Geschichte vom Friedhof der Kuscheltiere kennt, irrt einmalmehr. Das Grauen beginnt im Buch auf Seite 1.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tod ist noch lange nicht das Ende, 13. April 2007
Zumindest bei Altmeister Stephen King ist es nicht so. Wieder einmal verblüfft er mit einer interessanten, spannenden, unheimlichen und im höchsten Sinne gruseligen Geschichte. Wie er auf eine solche Idee kommt, weiß ich nicht, aber es bereitet langjährigen King-Fans genauso wie Neueinsteigern auf diesem Gebiet höllischen Spaß, dieses Buch zu verschlingen.

Leute, die ruhig einschlafen wollen, sollten ihre Zeit lieber mit dem Lesen von Rezensionen anderer Produkte eines anderen Genres zubringen.

Doch für alle, die den Nervenkitzel wollen, ist dies, eines der wohl schockierendsten Werke vom US-amerikanischen Schriftsteller und Meister des Horrors eine notwendige Abendlektüre!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassischer King, 19. August 2012
Die Familie Creed kommt nach Ludlow, Maine. Vater Louis hat einen Job als Arzt an der Uni, man hat ein neues, großes, schönes Haus gekauft, hinter der eine wunderbare Wiese liegt, alle - Louis, seine Frau Rachel, die Tochter Ellie und der noch sehr kleine Sohn Gage - freuen sich auf den Neustart. Die Nachbarn Judd und seine Frau Eleanor Crandall sind freundliche ältere Mesnchen, gerade Jud entpuppt sich als Quell steter Erzählungen über die Stadt und deren Geschichte. Er zeigt den Creeds auch den Tierfriedhof, der über einen Pfad erreichbar ist, der von der Wiese hinter ihrem Haus abgeht. Louis beginnt seine neue Arbeit, muß allerdings gerade am ersten Tag schon mit dem Tod eines Studenten, der beim Joggen überfahren wurde, fertig werden. Zumal der Student ihm sterbend seltsame Dinge darüber, was er zukünftig zu tun und zu lassen hätte, zuzuraunen scheint. Während Rachel mit den Kindern ihre Eltern besucht, findet Jud den Familienkater Church, den v.a. Ellie abgöttisch liebt, tot vor seinem Haus. Louis ist untröstlich und macht sich Sorgen, daß Ellie den Verlust nicht verkraften könnte; hinzu kommt, daß Rachel das Thema Krankheit und Tod krampfhaft vermeidet und auszublenden versucht, war sie doch als junges Mädchen mit dem schrecklichen Sterben ihrer kranken Schwester Zelda konfrontiert. Jud fordert Louis auf, ihm zu folgen, sie nehmen den Kadaver mit und der alte Mann zeigt Louis, daß es hinter dem Tierfriedhof noch viel weiter in die Wälder hineingeht und irgendwo dort drinnen ein weiterer, verborgener Friedhof, eine Begräbnisstätte der Micmacindianer, liegt. Dort vergräbt Louis den toten Kater. Am folgenden Tag taucht dieser zwar scheinbar lebendig, jedoch seltsam abwesend und unzugänglich wieder auf. Trüben Auges beobachtet er fortan Louis, zudem entwickelt er eine ungesunde Art, Ratten, Vögel oder Mäuse zu jagen und - ohne sie je zu fressen - zu zerfleischen. Als Rachel mit den Kindern zurück kommt, merkt erstmal niemand etwas von den Veränderungen. Das Leben der Creeds geht weiter, scheinbar glücklich. Dann, eines Tages, rennt Gage, der mittlerweile gewachsen ist, laufen und etwas sprechen kann, auf die Strasse und einer der von Jud immer wieder erwähnten Lastwagen, die die Route 15, an der die Häuser der Nachbarn liegen, befahren, erwischt den Sohn der Creeds. Er hat keine Chance zu überleben. Während Rachel in Schockstarre versinkt, ihre Eltern, die Louis nie leiden konnten, diesen verantwortlich machen, die Freunde und Bekannten versuchen, die Trauernden zu umsorgen, reift in Louis ein allzu naheliegender Plan heran. Jud versucht, ihn nicht nur zu warnen (ein einziges Mal hat jemand versucht, einen Menschen auf dem Indianderfriedhof zu begraben), sondern auch, ihn von dem Vorhaben abzuhalten, doch Louis in seiner Trauer ist von Sinnen. Er schleppt seinen toten Sohn in die Wälder...

Dies ist einer der Kingromane aus seiner "klassischen" Periode, in der seine Großromane wie "Shining", "Das letzte Gefecht", "Cujo" oder "Brennen muß Salem" (letztere werden in "Friedhof der Kuscheltiere" auch erwähnt) entstanden. Vielen ist gerade dieser Roman (ebenso wie die oft gelobte, oft verdammte Verfilmung) zu heftig. 1983 erschienen, war die Zeit, in der er entstanden ist, jene, in der Kings eigene Kinder noch verhältnismäßig klein waren und er so offen (wie er in seinem Vorwort der Neuauflage von 2000 schreibt) seine Ängste hinsichtlich ihrer Verletzbarkeit verarbeiten konnte. Genau diese Ängste aller Eltern sind es wahrscheinlich, die das Buch für viele so unerträglich machen. Der Verlust von Kindern wird hier auf verschiedenen Ebenen thematisiert - neben dem Tod Gages ist es v.a. die Geschichte Zeldas, die ebenso von Verlust, erst durch die Krankheit, dann durch den Tod, der hier aber eine Erlösung ist, erzählt. Hinzu kommt die Frage, wie man Kindern gegenüber mit dem Tod umgeht? Sagt man ihnen, was es bedeutet, zu sterben? Setzt man sie der ganzen Unerbittlichkeit aus, die die Endgültigkeit des Todes nunmal mit sich bringt? Oder erfindet man Geschichten, die umschreiben und verschleiern, was früher oder später doch jeder lernen muß? King spielt die verschiedenene Möglichkeiten durch. Und denkt sich darüber hinaus in die Frage hinein: Was, wenn ich es rückgängig machen könnte? Und wenn schon nicht rückgängig, was, wenn ich den Toten zurückholen könnte?

Damit stellt er sich großen Fragen und ein wenig greift er auf das zurück, was zum Thema schon gesagt/geschrieben wurde, in diesem Falle W.W. Jacobs Geschichte von der "Affenpfote", die King laut Wikipedia auch in früheren Werken schon erwähnt hatte. Hier, in "Friedhof der Kuscheltiere" hat man es mit einer Art ausgewälzten Affenpfote zu tun. Das Original ist ca. 4 Seiten lang, King braucht ca. 600, um seine Version zu erzählen. In beiden Storys, so könnte man sagen, wird der Satz "protect me from what I want" sehr genau genommen. Bei Jacobs ist es ein Elternpaar, das eine magische Pfote besitzt, mit der sie ihren in der Fabrik in einer Maschine zermalmten Sohn zurückholen will und erst, als es die schmatzenden Geräusche dessen, WAS da die Treppe herauf- und zu ihnen zurückkommt hört, begreift, daß es vielleicht besser ist, Totes tot zu belassen. Hier ist es der Indianerfriedhof, dessen Kräfte in der Lage sind, die Gestorbenen zurück zu holen. Allerdings, das erklärt Jud dem untröstlichen Louis, sei der Wendigo, ein Dämon, ein Geist, der in den Wäldern haust, einst über den Friedhof gekommen und hätte den Boden berührt und so zu schlechtem Boden gemacht. So also sei nicht immer deutlich, ob das, was zurück käme, auch gut sei. Wir haben es in beiden Geschichten, auch darauf sei verwiesen, also im Grunde mit Zombies zu tun. Doch anders als in den herkömmlichen Zombiestories, sind die "Untoten" hier gewollt ins Leben zurück gerufen worden, sind sie erwünscht. Anders als Jacobs, der die hohe Kunst der Anspielung und Auslassung beherrschte und somit die alte, ungeschriebene Regel des Horror/Grusel/Spuk-Genres befolgt, wonach der größte Schrecken der Phantasie des Lesers entspringt, zieht King die Sache natürlich plakativ durch und also bleibt dem Leser hier wenig bis gar nichts erspart.

Interessanter Weise ist dies eins von den im Großen und Ganzen eher unblutigen Büchern des Meisters. Zwar passieren einige unheimliche und auch blutige Dinge (v.a. der Tod des jungen Studenten Pascow, an Louis' erstem Tag, ist eine recht unschöne Angelegenheit), doch die wirklich schlimmen Dinge passieren fast ausschließlich auf den letzten 100 Seiten. Einmal mehr kann man also an "Friedhof der Kuscheltiere" Kings erzählerische Mittel, seine Ökonomie, sein Talent, Spannung aus psychologischen und zwischenmenschlichen Konstellationen zu beziehen, begutachten und bestaunen. Ihm gelingen - neben den von mir immer sehr gelobten Dialogen, seine, wie ich finde, größte Stärke - immer wieder Beschreibungen menschlicher Konflikte, die wie hier beschrieben klischeehaft anmuten, denen er aber geschickt so unerwartete und auch psychologisch richtige Wendungen abgewinnt, daß sie weder abgestanden, noch verbraucht wirken. Und vieles wurde natürlich auch erst durch ihn zum Klischee. Hier ist es einerseits die Schilderung der Probleme zwischen Rachel und Louis, v.a. wenn es um den Tod geht, aber auch die aus der Ehe resultierenden Konflikte mit Rachels Eltern, andererseits und mehr noch die beeindruckenden Schilderungen um die kranke und schließlich sterbende Schwester Zelda, die den Leser in ihren Bann ziehen. Das entfaltet natürlich auch deshalb so viel Kraft, weil King in jenen Jahren vieles noch erstmals (be)schrieb und noch nicht, wie es heutzutage oft anmutet, eine Art Zettelkasten im Kopf hatte, wo er genau die Figuren und Phrasen findet, die den Leser kingtypisch packen und ins Geschehen ziehen. Auf 600 Seiten gerechnet, haben wir es im Großteil der Geschichte mit einem gelungenen Ehe- und Familiendrama zu tun, in welches dann das Grauen einbricht: selbstverschuldet und gewollt.

Stephen King kann was. In Amerika wird der Unterschied zwischen E- und U-Literatur, also der hohen Schule und dem Trivialen, bei Weitem nicht so klar und deutlich gezogen, wie die europäische Kunst- und Literaturbeflissenheit das an den hiesigen Universitäten durchgesetzt hat. Was schade ist, weil man oft im vermeintlich "Niedrigen", "Unterhaltsamen" große Wahrheit und Wahrhaftigkeit finden kann. Und Vieles, was einst trivial anmutete, zur reinen Unterhaltung gezählt wurde, hat sich heute seinen Platz im Pantheon der "Großliteratur" erkämpft. Poe oder Lovecraft seien erwähnt, in gewisser Hinsicht auch Conrad. King schreibt vielleicht keine Weltliteratur, aber in seinen besten Momenten gelingt ihm schon Großes. "Friedhof der Kuscheltiere" gehört vielleicht nicht zu seinen Großwerken, aber unter den früheren, klassischen, sticht es schon heraus mit seiner Unerbittlichkeit und auch durch Kings Mut, die Dinge bis zum Letzten durchzuspielen, egal was es kostet.

Und unterhaltsam, bzw. spannend, ist dieser "Zombieroman mit umgedrehten Vorzeichen" allemal.
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Heyne-Bücher : 1, Heyne allgemeine Reihe ; Nr. 7627 Friedhof der Kuscheltiere : Roman
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