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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus Lust am Masochismus
Auch wenn "Belle de Jour", gedreht 1967, inzwischen inmitten einer völlig enttabuisierten Gesellschaft einen Teil seiner skandalträchtigen Sprengkraft eingebüßt haben dürfte, besitzt die Idee, die masochistischen Wunschträume einer gutbürgerlichen Frau aus der Oberschicht im immer undurchsichtigeren Spiel der beiden Perspektivebenen...
Veröffentlicht am 13. April 2011 von Mrs. Peel

versus
6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Film ist einmalig, die Blu-Ray leider Mist.
Habe mir nach langer Zeit wieder mal "Belle de Jour" angesehen, diesmal auf Blu-Ray. Der Anfang war bildmäßig schon mal eine Enttäuschung, unsauberes Bild, flimmern, jedoch kräftige Farbgebung. Der Ton ist meiner Meinung nach etwas zu laut (dies wäre zu verkraften), jedoch hört man ab Minute 40 plötzlich fast nichts mehr, der Ton ist ab...
Veröffentlicht am 7. Dezember 2009 von hierando


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aus Lust am Masochismus, 13. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Auch wenn "Belle de Jour", gedreht 1967, inzwischen inmitten einer völlig enttabuisierten Gesellschaft einen Teil seiner skandalträchtigen Sprengkraft eingebüßt haben dürfte, besitzt die Idee, die masochistischen Wunschträume einer gutbürgerlichen Frau aus der Oberschicht im immer undurchsichtigeren Spiel der beiden Perspektivebenen Realität und Traum auf der Leinwand abzubilden, dennoch bis heute eben jene pikante Note, die immer wieder zielsicher die Geschmacksnerven trifft, wenn ein subversiver Bürgerschreck wie Luis Bunuel das versucht, wonach sich viele Männer wahrscheinlich so sehr sehnen, nämlich mit dem voyeuristischen Blick der Kamera in die unerschlossene Gedankenwelt des schönen Geschlechts einzutauchen, um so die intimsten Geheimnisse sexueller Phantasien in einer nicht ganz selbstlosen Sicht der Dinge preiszugeben. Im Mittelpunkt des Films steht die devote Severine Serizy, die in entarteten Tagträumen versucht, aus der beklemmenden Enge ihrer gefühlsarmen Ehe mit dem langweiligen Chirurgen Pierre auszubrechen. Gewissermaßen veranschaulicht Bunuel hier eindrucksvoll eines der Freudschen Sexualprinzipien, wonach die Lust am Schmerz eine unmittelbare Vorbedingung der libidinösen Erregung sein kann. Denn gleich in der ersten Szene werden wir Zeugen des gewaltsamen Endes einer zunächst bieder erscheinenden Kutschfahrt im Herbst, bei der Severine das liebevolle Begehren ihres Mannes kalt abweist und er sie daraufhin von den beiden Kutschern auf sadistische Weise an den Haaren gezogen in den Park schleifen lässt, wo sie an einem Baum gefesselt brutal den nackten Oberkörper ausgepeitscht bekommt. Als die Kutscher auf Pierres Anweisung hin beginnen, sich an Severine zu vergehen, verspürt diese zur Überraschung des Zuschauers in der sexuellen Erniedrigung mit einem erleichternden Gesichtsausdruck erogene Lust, ehe schließlich ein Umschnitt erfolgt und wir Pierre und Severine in ihrem Schlafzimmer sehen, in getrennten Betten, unnahbar und zur gefühlten Liebe unfähig.

Man kann diesen Film auch als antiklerikale Gegenreaktion von Bunuel auf seine stark vom Katholizismus geprägte Erziehung verstehen, sozusagen als Plädoyer für die sexuelle Befreiung, die sich offenbar dann einstellt, wenn man im anarchischen Bruch der moralischen Werte das Verbotene umarmt. Als der Playboy Henri, ein zynisch veranlagter Freund des Paares, in einem Cafe scheinbar absichtlich vor den Augen der verklemmten Severine eine Karte mit der Adresse des Etablissements einer gewissen Madame Anais fallen lässt, nimmt Severine die Gelegenheit wahr und steigt fortan als Belle de Jour in die morbide Welt der antibourgeoisen Formen der Erotik ab, wo sie mit bizarren Rollenspielen aus Dominanz und Unterwürfigkeit konfrontiert wird und die jovialen Ehemänner ihren unterdrückten triebhaften Neigungen freien Lauf lassen. Zunächst kann sie diese frivolen Eskapaden hinter ihrer großbürgerlichen Fassade verbergen, als Severine jedoch auf ihren delikaten Abwegen unvorhergesehen auf den von ihr als abstoßend empfundenen Henri trifft und die Amour Fou zu einem der Freier, dem besitzergreifenden Gangster Marcel, zu bedrohlich wird, schleicht sich eine andere, eher unbewusste Erscheinungsform des Masochismus in ihr ein: das latent vorhandene Schuldgefühl, das hervorgerufen durch das eigene moralische Vergehen in immer tieferen Wunden ihre feminine Seele verletzt. Das schlechte Gewissen beginnt nun immer unerträglicher auf Severine zu lasten, so dass sie versucht, diesem Doppelleben ein Ende zu setzen, was fatale Folgen hat.

Die kühle Severine wird von der mädchenhaften Catherine Deneuve gespielt, die dieser Figur eine derart frappierend mimische Sterilität verpasst, dass sie auch rein äußerlich vollkommen emotionslos, gehemmt und vom trostlosen bürgerlichen Alltag in sich erstarrt wirkt. Obwohl einige der surrealistischen Sequenzen, wie die Szene am Meer, als Severine an einem Gerüst gefesselt von Pierre und Henri unter wüsten Beschimpfungen mit Dreck beworfen wird, eindeutig fiktiven Träumen entsprungen sind, lässt Belle de Jour in manchen Punkten mehrere Interpretationen und Deutungen zu und endet mit einer doppelbödigen faustdicken Überraschung, die sich deutlich von Joseph Kessels Romanvorlage unterscheidet. Die Zwischenepisode mit dem nekrophilen Herzog wurde von Bunuel selbst ins Reich der Filmrealität verwiesen, obwohl sie teilweise durch ihre subtile Stilisierung in den Zügen einer Traumwelt erscheint. Zumal der Herzog in der gleichen Kutsche vorfährt, in der Severine zu Beginn des Films sitzt. Phantasie und Wirklichkeit greifen mit Fortschreiten der Handlung immer weiter ineinander, so dass die Trennung zunehmend schwerer fällt. Was nicht zuletzt auch an der raffinierten Ausstattung liegt, die dezent genug ist, um real zu wirken, aber dermaßen abstrakt ausfällt, dass sie doch scheinbar einen Traum suggeriert. So sind die Räume des Etablissements im Stile einer ganz normalen, authentisch erscheinenden Mietswohnung ausstaffiert. Im Kontext eines Bordells entfalten die biederen Requisiten allerdings eine vollkommen surreale Wirkung, weil ein Bordell niemals dieses unstimmige Dekor besitzt. Wobei dieser Umstand allerdings mehr einem sozialkritischen Seitenhieb auf das heuchlerische Scheinleben bürgerlicher Schichten geschuldet ist.

Wenn man diesen damals wohl innovativen Film heute betrachtet, haben die Bilder etwas an ihrer Wirkung verloren, weil die Filmindustrie inzwischen diese Form des Surrealismus natürlich komplett für sich vereinnahmt hat und zahlreiche Epigonen dieses Kunstprinzip nivelliert haben. Die heutigen Surrealisten inszenieren so etwas verstörender, schonungsloser und gewalttätiger, was allerdings nicht immer gleich bedeuten muss, dass die moderne Darstellung auch tatsächlich besser ist. Zumal man Bunuels dezente Visualität immer noch als sehr interessantes Pendant betrachten kann.

Auf dieser Blu-Ray-Edition ist die Uncut-Version vorhanden (Laufzeit: 100 Minuten). Die Tonspur liegt in allen verfügbaren Sprachen in DTS-HD MA 1.0 vor, inklusive deutschen Untertiteln. Das Bildformat beträgt 1,66:1. Bonusmaterial: "Das letzte Drehbuch - Erinnerungen an Luis Bunuel", "Belle de Jour: Die Geschichte eines Films", Audiokommentar, Interview, 20-seitiges Booklet!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Masochistische Obsessionen ungeklärter Herkunft.,, 8. Dezember 2011
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Protagonistin in Luis Bunuels "Belle de jour" ist die schöne Severine,(gespielt von der damals noch sehr jungen Catharine Deneuve). Diese ist mit einem Arzt (Jean Sorel) verheiratet und lebt in gutbürgerlichen Verhältnissen. Pierre, ihr attraktiver Ehemann, kümmert sich rührend um sie, doch Severine weist ihn kühl ab. Zwischen den beiden kann Erotik offenbar nicht aufkommen, weil Severine nur dann sexuelle Regungen hat, wenn sie erniedrigt wird. Pierre behandelt seine Gattin allerdings eher wie eine Madonna, bzw. wie eine Königin.

Der Film visualisiert zunächst Severins Sexualphantasien, aus denen hervorgeht, dass sie sich danach sehnt, gefesselt und ausgepeitscht zu werden und zwar zunächst von ihrem Ehemann. Pierres bester Freund (Michel Piccoli)ahnt, dass mit Severine etwas nicht stimmt und gibt ihr die Karte von Madame Anais, die ein bordellähnliches Etablissement betreibt. Hier verbringt die kühle Blonde fortan ihre Mittagsstunden.

Madame Anais führt Severine zunächst einem Professor zu, der Kunde bei ihr ist. Dieser allerdings hat eine ähnliche Macke wie Severine. Er möchte als Diener verkleidet von ihr, die nach dessen Wunsch wohl eine Art Domina darstellen soll, geschlagen, getreten und verbal angeherrscht werden.

Severine verlässt entsetzt den Raum, weil sie die geforderte Rolle nicht spielen kann, allerdings keineswegs um einen Psychologen aufzusuchen, sondern stattdessen käuflichen Sex mit einem dicken, hässlichen, chinesischen Kaufmann zu haben.
Der Chinese scheint ihr einen Orgasmus verschafft zu haben,(obszöne Bettszenen gibt es in diesem Film nicht, erwarten Sie bitte keinen Porno) denn man sieht Severine mit gelöstem Lächeln auf dem Bett liegen. Auf dem Bettlacken befindet sich ein Blutfleck. Offenbar hat der Chinese sie defloriert.

Im gleichen Etablissement lernt die Protagonistin einen jungen, sehr rüden Ganoven kennen. Sex mit ihm scheint der gutbürgerlichen jungen Dame mit feinen Manieren augenscheinlich zunächst zu gefallen. Er verfügt über die Brutalität, die sie offenbar reizt. Als Pierres Freund mit Severine im Bordell beischlafen möchte, lehnt sie ab und entzieht sich aus Furcht davor, dass in ihren Kreisen ihr Tun bekannt wird, den Räumen von Madame Anais.

Der Ganove, der Severine sexuell heiß begehrt, spürt sie in ihrer Wohnung auf, fordert die Fortführung des Sexualkontakts und schießt, rasend vor Eifersucht, auf Pierre, der in der Folge blind im Rollstuhl sitzt und von da an liebevoll von Severine gepflegt wird. Die neue Lebensrealität- Severine hat jetzt eine Aufgabe- hat ihr Verlangen nach Erniedrigung beseitigt. Ungeklärt bleibt, welche Ursache dieses masochistische Gebaren hat.

Der 1967 gedrehte Film thematisiert sexuelle Untiefen, sowie die generelle sexuelle Sprachlosigkeit der Menschen jener Zeit, die dadurch Gefahr liefen zu Gefangenen ihrer bedenklichen Obsessionen zu werden. Die filmische Thematisierung dieser Probleme war damals geradezu revolutionär.

Nicht uninteressant gemacht.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Bluray! Ein Klassiker, wie man ihn sehen sollte!, 18. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Eine fabelhafte Bluray mit einem von Anfang bis Ende sauberen und klaren Bild. Eine gewisse Körnung des damals verwendeten Filmmaterials wirkt nicht weiter störend, sondern gibt diesem Klassiker der Filmgeschichte erst den letzten Kinoschliff. Auch die Monotonspur von 1967 hat den Weg ins digitale dolbystereo Zeitalter gut überstanden. Die Dialoge der Synchro- wie der Originalfassung sind durchgängig und glasklar zu verstehen. Der Heimkino- und Arthausfan kommt mit dieser wunderbar restaurierten Fassung voll auf seine Kosten. Absolut empfehlenswert!!!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super HD Transfer Klasse Blu-Ray, 1. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Auf den Film selbst werde ich jetzt hier nicht eingehen. Den Film kennt man ja! Die Blu-Ray aber ist der totale hammer. Für so einen alten Film ist das so der maßen genial!!!! Super Menü schön schlicht und übersichtlich, Extras sind auch mit drauf klasse Blu-Ray!!!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Séverines Doppelleben, 11. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Grundidee ist der Ausbruch einer gelangweilten Arztgattin (Catherine Deneuve) aus dem Ehealltag. Sie verdingt sich als Edelnutte. Nach anfänglichem Zögern und Rumzicken wird sie immer lockerer. Nur ihrem Ehemann gegenüber (Jean Sorel) verweigert sie sich. Hier gibt es offenbar nur die sexfreie, reine Zuneigung!
Ein formal geschlossener Bunuel: Anfang und Ende ist eine Kutschfahrt. Erst besetzt, dann leer. Entscheidend ist aber die surreale Machart des Films mit unerwartetem Szenenwechsel. Da gibt es Kindheitserinnerungen an Missbrauch oder die erste heilige Kommunion. Der gelungenste ist der Schuss beim Duell. Man sieht nicht einen Getroffenen der Kombattanten, sondern Séverine (Catherine Deneuve) blutend an einen Baum gefesselt. Später kommt dann noch der Dreckbewurf dazu. Das Ende mit einer Wunder-von-Lourdes Version für Séverines Ehemann Pierre) hinterlässt nur Staunen. Aber es sind gerade diese überraschenden Kurzszenen, die unvermittelt daherkommen, die den Film zu einem Erlebnis der besonderen Art machen. Und natürlich eine umwerfend gute Catherine Deneuve, die hier eine Entwicklung einer Frau zeigt, die anfangs verklemmt und feige, dann aber selbstbewusst und selbst bestimmt ist. Da stört es nicht weiter, dass gerade am Ende vieles nicht gezeigt, manches glatt verheimlicht wird. Ein Klassiker.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Als Blu Ray ein Gewinn, 6. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Über Inhalt und Aussage des Films möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen, da dieser aus anderen Rezensionen und vielen anderen Quellen im Internet bei diesem großen Klassiker hervorgeht.

Der Ton liegt in Mono als Master-HD vor.

Das Bild ist sehr gut gelungen, Farben und Auflösung angesichts des Alters des Films lassen eigentlich nichts zu Wünsche übrig. Daher als Blu Ray gegenüber der früheren DVD-Fassung unbedingt ein Gewinn.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Tag und Traum, 9. März 2011
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Wenn man bedenkt, dass das Buch des Franzosen Joseph Kessel, welches Luis Buñuel 1967 verfilmte, bereits 1928 erschienen war, wird deutlich, dass "Belle de jour" nicht in einer historischen, sondern in aus jeweiliger Sicht kontemporären Umgebungen spielt. Buñuel spielt damit im Wechsel der surrealen Fantasien zum tatsächlich Erlebten.

INHALT & WÜRDIGUNG

Die schöne, von Yves Saint Laurent elegant eingekleidete Pariserin Séverine Serizy / Belle de Jour (Catherine Deneuve, 34) lebt als Frau eines Arztes in gediegenen Verhältnissen. Sie lässt sich von ihrem Gatten vergöttern, entzieht sich aber beharrlich seinen Annährungsversuchen. In Träumen verschafft sie sich Szenen, in welchen sie gefesselt, ausgepeitscht und missbraucht wird.

Doch auf Dauer genügen die Phantasien nicht. Sie beginnt, nachmittags in einem kleinen Bordell zu arbeiten. Dabei lässt sie sich gerne auf "Besonderheiten" ein, in einen besonders machistischen Freier verliebt sie sich regelrecht. Den Höhepunkt ihrer Eskapaden bildet eine "schwarze Messe". Doch eines Tages besucht Henri (Michel Piccoli, 42), ein Freund ihres Mannes, das Etablissement. Er vertritt sehr eigene Vorstellung von Diskretion und Loyalität...

Die oft übergangslos und schwer zu unterscheidenden Vermischungen von Realität und Fiktion werden mit surrealen Motiven verstärkt. Die Fotografie fasziniert noch heute durch eine besondere Ruhe und Schönheit. Das gleiche gilt für Catherine Fabienne Dorléac, für welche die "Séverine" vermutlich die Rolle ihres Lebens darstellte.

Wer das Ende nicht recht versteht, befindet sich in bester Gesellschaft: Auch dem berühmten Regisseur selbst soll es so gegangen sein. Doch damit scherzte er wohl nur - ihm ging es darum, von einer Rationalisierung abzuraten, um die unbewusste Wirkung nicht zu stören.

TECHNIK

Im Original 101 Minuten, Format 1,66:1 auf 35 mm Film, Mono (Quelle: IMDB)

Der HD-Transfer gehört zu dem Besten, was man von älteren Filmen zu sehen bekommt. Dezente Farbigkeit, originalgetreu wirkendes Korn, Freiheit von Artefakten und eine gelungene Übertragung des Tons mit natürlich wirkenden Stimmen, glaubwürdiger Balance, guter Verständlichkeit und sehr dezentem Rauschen - so sollte eine werkgerechte, subtile Umsetzung erfolgen, die nicht über die technischen Unzulänglichkeiten des Originals drüberbügelt, sondern geschmackvoll nivelliert.

FAZIT

"Belle de Jour" ist einer der wirklich großen Filme seiner Epoche, dessen sinnlich-fantastischen Bilder sowie die untergründige Reflexion abnormen Sexualverhaltens auch den modernen Betrachter nicht unberührt lassen. Darüber hinaus wirkt der wohl zu Recht berühmteste Buñuel weder formal noch technisch irgendwie verstaubt.

film-jury 5* A0535 9.12.2011eg Genre: Drama

Catherine Fabienne Dorléac (* 22. Oktober 1943 in Paris)
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1967 Belle de Jour - Die Schöne des Tages [Blu-ray]
1969 Das Geheimnis der falschen Braut mit Jean-Paul Belmondo
1983 Begierde mit David Bowie und Susan Sarandon
2002 8 Frauen mit Fanny Ardant ****
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6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Film ist einmalig, die Blu-Ray leider Mist., 7. Dezember 2009
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Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection [Blu-ray] (Blu-ray)
Habe mir nach langer Zeit wieder mal "Belle de Jour" angesehen, diesmal auf Blu-Ray. Der Anfang war bildmäßig schon mal eine Enttäuschung, unsauberes Bild, flimmern, jedoch kräftige Farbgebung. Der Ton ist meiner Meinung nach etwas zu laut (dies wäre zu verkraften), jedoch hört man ab Minute 40 plötzlich fast nichts mehr, der Ton ist ab diesem Zeitpunkt ganz leise. Wer die SZ-Ausgabe von "Belle de Jour" sein Eigen nennt, sollte diese behalten und sich daran erfreuen. Auf die Blu-Ray kann man gerne verzichten!
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Belle de Jour - Die Schöne des Tages / Studio Canal Collection  [Blu-ray]
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