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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erschreckender Einblick in LA's Schattenseite,
Von
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
Rot und Blau sind ihre jeweiligen Erkennungszeichen, auf ihren Strassen herrscht das Recht des Stärkeren, kaum jemand, der noch keinen Angehörigen eines gewaltvollen Todes verloren hat. Nur wenige Kilometer, doch ganze Welten von Hollywood und den Residenzen der Reichen entfernt. Willkommen in South Central, Los Angeles. Hier streiten sich seit nunmehr über 40 Jahren die Crips und die Bloods um den Einfluss und die Macht im Drogengeschäft. Bereits über 15.000 Menschen fielen diesem Bandenkrieg zum Opfer, welcher kein Ende zu nehmen scheint.Crips and Bloods von Stacy Peralta beleuchtet in zahlreichen Interviews mit aktuellen und ehemaligen Gangmitgliedern beider Seiten die Umstände und Beweggründe, warum Menschen in einer solchen Situation sich Gangs anschliessen oder wie sie gar hineingeboren wurden. Gerade die älteren Personen, welche die Entstehung in den 60igern miterlebt haben und rückwirkend betrachten, geben die erschreckendsten Einblicke wider. Erschreckend vor allem im Sinne, wie Staat und Stadt der Verrohung und Frustration der Jugendlichen, aber auch der afroamerikanischen Bevölkerung allgemein im Herzen von LA vorangetrieben und täglich neue Nahrung gegeben haben. Rassismus, Polizeibrutalität, Armut und fehlende Perspektiven mutierten zu Schwungrädern der Gewalt und Kriminialität, welche sich letztlich in zwei rivalisierenden Gangs manifestierten. Diese bieten oft den einzigen (vermeintlichen) Rückhalt in dem Leben junger Menschen, die nicht selten von den eigenen Müttern zum Drogenverkauf ermutigt werden und nie ein geregeltes Familienleben erfahren durften. Fast jeder, der in dieser Dokumentation zu Wort kommt, berichtet von zerrütteten Verhältnissen, einer Jugend ohne Vater und dem allgegenwärtigen Tod von Freunden und Familienangehörigen. Es kommen sowohl Mütter und Angehörige zu Wort, die Kinder in Strassenkriegen verloren haben, als auch Soziologen und Journalisten, welche die Ursachen und Probleme deutlich bis vor hundert Jahren zurückverfolgen. Bildlich wurde dies hervorragend recherchiert und dargestellt. Von den ersten Aufständen in Watts 65, den Zerschlagungen afroamerikanischer Bürgerbewegungen bis zu dem Freispruch der Polizeibeamten 1992, welche Rodney King nachweislich auf Video brutalst versprügelt haben, was zu den zweiten Unruhen in Watts führte. Gerade auf diese Themen fokusiert Stacy Peralta einen wesentlichen Teil seiner Dokumentation, wie es überhaupt erst zur Gründung von Crips und Bloods gesellschaftlich betrachtet kommen konnte. Aber auch die heutige Generation kommt ausreichend zu Wort und es ist wenn junge Menschen davon erzählen, wie Mord und Gefühlskälte Teil ihres Lebens wurden. Ein Teufelskreis, aus dem nur wenige entrinnen. Stacy Peralta mag auf den ersten Blick nicht derjenige sein, dem man es zutrauen würde eine solche Dokumentation direkt in den Brennpunkten von South Central aufzunehmen. Für die Produktion mussten sie dem Versicherungsunternehmen schriftlich versichern, dass sie kugelsichere Schutzwesten tragen - allein hier wird deutlich, welches Umfeld bei diesem Projekt betreten wird. Stacy Peralta verzichtete dennoch auf diese, um keine Respektlosigkeit jenen Menschen zu erweisen, deren Leben und Alltag eben in diesem Moloch aus Angst und Gewalt stattfindet und für seine Dokumentation das Herzblut sind. Die Dokumentation ist handwerklich gut umgesetzt, modern geschnitten und mit teils historischem Videomaterial oder zeitgemäßer Musik unterlegt. Im Originalton konnte sogar Oscar-Preisträger Forest Whitaker als Erzähler gewonnen werden. So bleibt Crips and Bloods während der 90 minütigen Spielzeit zu jedem Zeitpunkt kurzweilig unterhaltsam und man würde am Ende gerne noch weitere Eindrücke und Stimmen mitnehmen. Das Bonusmaterial bietet weitere Interview-Ausschnitte, Statements von Hip Hop Größen wie Snoop Dogg und Lil Wayne zu diesem Thema. Als Fazit bleibt die Objektivität von Peralta zu loben, da sowohl die Problematik an sich, wie auch die vielseitigen Ursachen dafür in den Mittelpunkt gerückt wurden. Es spielt keine Rolle, ob Crips oder Bloods zu Wort kommen, denn wie im Krieg sind die Geschichten auf beiden Seiten der Fontlinie letztendlich die selben. Fern jeglicher Glorifizierung erkennt man hier, wer in Wirklichkeit die Ghettos in Los Angeles kontrolliert. Nämlich Armut und Hoffnungslosigkeit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erstmals konnte ich die Rassenunruhen in South Central verstehen!,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
Ich darf mit einem nicht leicht wiegenden technischen Einwand beginnen: Die Scheibe hat keine englischen Untertitel, so dass man zum Originalton auf die deutschen Titel zurückgreifen muss. Während Forrest Whittacker (der Sprecher) selbst sehr gut zu verstehen ist, können einem beim Slang der Interviewten ohne Untertitel aber wichtige Details entgehen. Schade deshalb, dass man hier so knauserig war.Im Vordergrund der Doku stehen nicht einmal so sehr die Crips and Bloods, sondern die schwarze Ghetto-Bildung in de LA überhaupt. Geschickt wechselt der Film immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dadurch wird einerseits Montonie vermieden, andererseits aber auch der Eindruck der Larmoyanz. Denn ein typisches Vorurteil lautet ja, dass die Ghettobewohner stets anderen die Schuld an ihrem Elend geben, selbst aber viel zu wenig zur Anpassung bereit sind. Auch ich musste hier dazu lernen. Wenn deshalb auf die Zeit der Sklaverei in den Südstaaten erst nach rund einer Stunde eingegangen wird, zuvor aber die Fakten aus der Gegenwart und nahen Vergangenheit sprechen, wird man als Zuschauer schon nachdenklicher. Insbesondere die Originalszenen über Polizeibrutalität, die sich seit dem zweiten Weltkrieg bis heute nicht geändert zu haben scheinen, aber auch der früher offene, heute verkappte Druck zur Ghettobildung der Schwarzen in zentralen Teilen von South LA wirft ein neues Licht auf die Bandenkriege. Die Doku stellt diese als Ergebnis der Liquidierung aller schwarzen Intellektuellen der Bürgerrechtsbewegung dar und damit als eine Umleitung der intellektuellen Empörung in einen schwarzen Selbsthass. Vor dem Ansehen dieser Doku hätte ich wohl innerlich abgewunken; was hier zu sehen ist, überzeugt indes und ist unabhängig von der eigenen politischen Einstellung wegen der menschlichen Tragödie absolut sehenswert. Vielleicht darf ich abschließend noch folgendes bemerken: Im Dokumentarfilmbereich entsteht gerade ein neues Genre, bei dem sich die Filmemacher in die bekannten Slums dieser Welt begeben, das Elend ablichten und zu Hause den sicheren Gruselfaktor kommerzialisieren. Dieses Werk gehört nicht dazu: Es verzichtet auf übertriebene (also für die Veranschaulichung des Themas nicht benötigte) Brutalität, begegnet den Betroffenen achtungsvoll und hat eine wichtige Botschaft. Ich kann es unbedenklich empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Die Vorgeschichte.,
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
In dem Film geht es um die Vorgeschichte wie die Gangs endstanden sind und warum.Was mir persöhnlich bisschen gefehlt hat, ist die Dokumentation über die Gangs wie die sich bis heute entwickelt haben und bisschen mehr von heute ebend. Bisschen tiefgründiger auf das heutige South central LA würde diese Dvd perfekt machen, aber volle 4 Sterne wegen trotz allem einer tollen Dvd !! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
@polygraph,
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
In Teilen kann ich dir Recht geben. Die Art und Weise wie Dokumentarfilme heutzutage gefertigt werden ist recht Oberflächlich. Aber deine Kritik bezüglich dieses Films ist, meiner Meinung nach nur in Teilen, berechtigt.Für uns Aussenstehende ist eine solche Art von Gangmentalität... egal ob nun Crips, Bloods oder lateinamerikanische Gangs wie Mara18 oder unzählige andere Banden... auf den ersten Blick eine Vereinigung Schwerkrimineller mit dem einzigen Ziel Kohle zu machen und Einfluss zu gewinnen. Was in Teilen natürlich stimmt... Aber die Gründe zur Entstehung dieser Gangs sind oftmals tief verwurzelt in der Vergangenheit und für unsereins kaum nachvollziehbar.... die meisten von uns haben das Glück in einer Umgebung grossgeworden zu sein die einem die Möglichkeit gegeben hat freie Entscheidungen treffen zu dürfen was unser Leben angeht. Aber es giebt Gegenden... egal ob Vavelas in Rio... South Central in La... oder Soweto bei Kapstadt... selbst hier in Europa...Deutschland... Frankreich... Spanien...( wenn auch im kleineren Rahmen ) ...Gegenden in denen du von klein auf nur Scheisse frisst und dir eingetrichtert wird das du es zu nichts bringen wirst. Auf der anderen Seite wird dir jeden Tag klargemacht das nur der was darstellt der Kohle hat... Geld regiert die Welt. Aber der wohl größte Wunsch ist schlicht und Einfach Zugehörigkeit. Gerade dann wenn die eigene Familie keinen Rückhalt bietet. Wenn du in einer Umwelt aufwächst die dir jeden Tag zeigt das deine Gang für dich da ist... jeder für jeden, bis in den Tod...du wirst ernstgenommen... keiner lacht dich aus nur weil du Arm bist oder schwarz oder Latino... sondern du bekommst Respekt und Schutz. Deinem Frust kannst du durch Gewalt ein Ventil geben indem du dein Revier verteidigst oder vergrösserst oder deine Freunde rächst weil deine Gegner einen der deinen umgelegt haben...und nebenbei kannst du noch ne Menge Schotter machen um dir neue Klamotten oder ne fette Karre leisten kannst.... glaub mir es ist sehr sehr schwer wenn nicht fast unmöglich sich diesem Umfeld entziehen zu wollen. Mach nem Jungen aus soner Gegend doch mal klar das er lieber nen Collegeabschluss machen sollte um später durch nen anständigen Beruf was aus sich zu machen... da wirste auf taube Ohren stoßen. Bei den Gangs wie den Bloods oder Crips oder den großen lateinamerikanischen Gangs kommt noch eine große geschichtliche Tragweite hinzu. Afroamerikaner wurden seid Jahrhunderten unterdrückt... und auch wenn die USA inzwischen nen schwarzen Präsident haben und eifrig das Bild von Rassengleichheit prägen sind gewisse Strukturen gesellschaftlicher Unterdrückung immer noch klar erkennbar! Egal Ob es um Schwarze, Latinos oder Indianische Ureinwohner geht... Mit der falschen Hautfarbe hast du es um einiges schwerer vorwärts zu kommen! Ausser du hast das Glück in einer Familie aufzuwachsen die finanziell und bildungstechnisch gut gestellt ist. Die Mara18 die sich damals in LA gegründet hat bestand weitestgehend aus jugendlichen die als Flüchtlinge die USA gekommen sind und schlimmste Bürgerkriegserfahrungen durchgemacht haben... genauso wie unzählige kindersoldaten in Afrika zu unserer Zeit. Diese ganze Spirale von Gewalt und Gegengewalt bestimmt das Leben dieser Menschen über Generationen hinweg und wie ich schon erwähnt habe ist es kaum Möglich sich dem Leben einer Gang zu entziehen um sich für einen "normalen" Bildungsweg zu entscheiden und ein ehrbarer Bürger zu werden wenn man nichts anderes kennt. Für sie ist Thuglife eine Art zu leben... eine Ehre in die Gang aufgenommen zu werden...von klein auf arbeiten sie darauf zu aufgenommen zu werden. Egal ob als Mann oder Frau... es is wie ne geosse Familie...und nur ganz vereinzelte nehmen irgendwann wahr das es noch mehr geben kann um das Leben positiv gestalten zu können...das es doch net so prickelnd kommt jede Woche nen Kumpel zu Grabe zu tragen oder Crack an ner Straßenecke zu ticken...oder anderen ne Kugel zu verpassen und diejenigen die versuchen dann auszusteigen gehen durch die Hölle. Vom Intellekt her könnten es die meisten weit bringen... der Überlebenkampf und das tricksen beim hustlen sowie die taktische Übersicht über die Gang verlangt den meisten hohe kleverness ab... man wächst damit auf schnell und umsichtig auf jede Situation reagieren zu können... aber leider kriegen nur die wenigsten die Kurve zb durch Aussteigerprogramme. Und natürlich giebt es auch Menschen die trotz solch wiedriger Lebensumstände den schwierigen Weg wählen um etwas aus sich zu machen ohne dem verführerischen Weg der kriminalität zu gehen...aber solch eine innere Stärke zu besitzen ist etwas ganz kostbares und dadurch sehr selten. Das soll das allgemeine handeln der Gangs in keiner Weise entschuldigen... darf es auch nicht. Denn jede Anwendung roher Gewalt sollte ein absolutes nogo sein. Aber unsereins sollte sich auch klar machen wieviel Glück man gehabt hat nicht in solch einer Umgebung grossgeworden zu sein! Und man sollte sich auch klarmachen wieviele Arschlöcher in den hohen Positionen unserer Gesellschaft genau dasselbe tun... Kohle scheffeln, ihre Macht festigen und andere bescheißen bis dahin ganze Familien in den Ruin zu treiben oder sogar ganze Staaten Bankrott gehn zu lassen wenn man sich mal die ganzen korrupten Politbonzen, Manager, Banker, Machthaber und was weiß ich net alles noch reinzieht : P So nu zur Doku... Auch ich finde sie ein bischen zu einfach gestrickt...gerade wenn man, wie ein Vorredner schon meinte, etwas vorbelastet is... aber dennoch gut anzuschauen...3 Sterne ; ) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
Etikettenschwindel?,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
Natürlich handelt es sich bei "Crips and Bloods" um einen handwerklich sehr guten Dokumentarfilm. Und die Schwierigkeiten der Crew bei den Dreharbeiten kann ich mir bestenfalls ausmalen.Trotzdem hatte ich eine andere Erwartungshaltung. Ich wollte etwas zu den Strukturen, Zielen und zur Entstehungsgeschichte erfahren. Wie konnte aus einem gemeinsamen Ziel - die Bürgerrechtsbewegung - eine so feindliche Situation entstehen. Für alle Themeneinsteiger empfehle ich die Dokumentation uneingeschränkt. Für alle "vorbelasteten" Interessenten empfehle ich einige Dokumentationen aus El Salvador und Brasilien. Die sind sicher auch nicht voyeuristisch, aber irgendwie realer, greifbarer und eben so weit weg. Gespannt auf Neues, Weller. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4.0 von 5 Sternen
sachlich,
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
Die Dokumentation beschäftigt sich entgegen des Titels kaum mit den internen Strukturen der beiden Gangs. Vielmehr wird aufgearbeitet wie es überhaupt zu Gangbildung und der übertriebenen Gewaltbereitschaft kommt. Außerdem wird die Geschichte der Schwarzen in Los Angeles Aufgearbeitet. So spielen beispielsweise die Rassenunruhen ein große Rolle. Die Dokumentation lebt größtenteils von Einspielern und Interviews. Besonders Beeindruckend fand ich, dass es scheinbar viele Jungendliche gibt, die noch nie den Ozean gesehen haben. Dieser ist nur wenige Kilometer weg. Da die Kids ihre Viertel nicht verlassen können, kamen die meisten dennoch nicht dazu den Strand zu sehen.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Schulfernsehen,
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
Wer mit einigermaßen klarem Blick auf die letzten Filme zurückblickt, der wird kaum abstreiten können, dass es um das Filmgenre Dokumentation schlecht bestellt ist: Während ein Regisseur früher oft Kopf und Kragen riskierte, in fremde Länder reiste, Archivmaterial auswertete, und sich nicht selten sogar persönlich bei den Dreharbeiten in Gefahr brachte, genügt es heute, dasselbe Filmmaterial aus dem Dritten Reich zur Abwechslung mal von einer Frauenstimme kommentieren zu lassen, um Fördergelder und einen Grimme-Preis einzufahren.Gerade diese Flut von "Aufklärungsfilmen" zu jedem noch so banalen Aspekt des Dritten Reichs zeigt bereits, dass viele Regisseure kein Interesse mehr haben, wirklich tiefschürfende Filme zu drehen, sondern nur noch bestimmte Reizthemen aufgreifen, mit denen man schnell zu Ruhm und Geld kommt. Auch der intellektuelle Anspruch hat (nicht erst seit Guido Knopp) gelitten: Früher sollte eine Doku aufklären und zum Denken anregen - heute wird der Zuschauer durch Musikeinsatz und unheilsschwangere Narration bereits von der ersten Minute an in die gewünschte Richtung geschoben. Echte, unbequeme Fragen werden kaum noch gestellt, stattdessen wird eine Betroffenheitsindustrie am Laufen gehalten, und das Dokumentarkino verkommt mehr und mehr zu staatlich alimentierter "Volkspädagogik." Der vorliegende Film zeigt überdeutlich, wie tief das Dokumentarkino zumindest in Amerika bereits gesunken ist: Nach außen verkauft der Regisseur sein Machwerk als Aufklärungsfilm über die beiden größten Straßengangs der USA, aber die eigentliche Botschaft ist wiedereinmal eine undifferenzierte Anklage an die 'weiße' Mehrheitsgesellschaft (und der Film benutzt das Adjektiv 'weiß' selbst, und grundsätzlich nur zur Darstellung negativer Zustände oder Denkweisen.), die platter und rührseliger kaum sein könnte: Das Schlagwort ist hier wieder einmal "Rassismus": Die späteren Gangs entstanden ursprünglich als Gegenreaktion junger Afro-Amerikanern, die unter den Segregationsgesetzen der 50er Jahre nicht in herkömmliche Clubs gelassen wurden - das leuchtet ein. Mit der nächsten Frage, die hier auftaucht, nämlich warum diese Gruppen von jungen Männern schon bald dazu übergingen, Leute auszurauben, Drogen zu verkaufen und Schutzgeld zu erpressen, will sich der Regisseur aber schon nicht mehr beschäftigen. Es tritt eine Vielzahl von Personen zu Interviews auf, aber im Grunde sagen die Soziologen, Historiker und Gangmitglieder alle dasselbe: Die Gesellschaft ist schuld, dass die Gangs Verbrechen begehen, die Polizei ist schuld, dass die Gangs Verbrechen begehen, die Politiker sind schuld, dass die Gangs Verbrechen begehen' nur das einzelne Gangmitglied, das die die Verbrechen begeht, ist natürlich das Opfer. Die Erklärung des Regisseurs für die anhaltende Attraktivität der Gangs ist, dass viele schwarze Teenager ohne Vater aufwachsen müssen (da eine angeblich korrupte und krypto-rassistische Regierung vorsätzlich die Familien aufbricht, in dem sie die Väter ins Gefängnis schickt), so dass das Geld eben aus anderer Quelle kommen muss; dies ist ohne Zweifel plausibel, nur präsentiert der Film diese Mentalität als das Natürlichste der Welt, und spuckt damit auf sämtliche Bürger der ganzen Welt, die es auch nach einer Familientragödie schaffen, sich über Wasser zu halten, ohne Verbrechen zu begehen. Ich will hier nicht leichtfertig über die (ohne Zweifel bestehenden) sozialen Missstände in den USA hinweggehen: Ich wehre mich nur gegen die armselige Argumentation eines Films, der Küchen-Soziologie als tiefschürfende Analyse verkauft, und sich mit Mördern, Erpressern und Menschenhändlern verbrüdert, die angeblich nie darüber hinweggekommen sind, dass ihr Großvater vor 60 Jahren nicht zu den Pfadfindern durfte, und die uns mit pfundweise Goldketten um den Hals versichern, dass sie ja nur ihre Familie versorgen müssten. Und wenn man die Welt so klar in gut und böse, dann passt die hässliche Realität natürlich nicht ins Bild: Dass es sich bei den beiden Gangs unterm Strich immer noch um kriminelle Gruppierungen handelt, blendet der Film natürlich aus. An Selbstmitleid der Gangmitglieder fehlt es nicht, an Anklagen gegen Unbekannt ebenfalls nicht, aber bei tausenden von erschossenen Polizisten und Passanten, bei unzähligen Ladenbesitzern im ganzen Land, die schon seit 40 Jahren für ein paar Groschen Schutzgeld drangsaliert werden, bei jährlich hunderten von Toten durch die von den Gangs vertriebenen Drogen, bei unzähligen Zwangsprostituierten aus Osteuropa, an denen die Männer mit den bunten Tüchern dick und fett mitverdienen, hüllt sich der Regisseur in Schweigen; der Fairness halber wäre auch der Hinweis angebracht gewesen, dass es bei den Crips & Bloods auch Asiaten, Mexikaner und Weiße(!) gibt, was die Ausgangsbasis wenn nicht widerlegt, dann zumindest ins Wanken bringt; aber davon will der Film natürlich nichts wissen. So bleibt "C & B - Made in America" unterm Strich ohne den geringsten Aufklärungswert, sondern entpuppt sich als ein weiteres Fließbandprodukt einer Dokufilm-Industrie, deren Auftrag nicht mehr die Vermittlung von Wissen sondern die Verbreitung einer politischen Agenda ist: Und in diesem Fall ist dies nichts anderes, als dass eines der größten kriminellen Netzwerken der westlichen Welt samt und sonders aus beklagenswerten Halbwaisen besteht, die nur Leute abziehen, Drogen verkaufen und Schutzgeld erpressen, weil sie auch im Amerika des 21. Jahrhunderts mit seinen unzähligen Political-Correctness-Paragraphen keine Chance haben. Es wird Zeit, einmal die Frage zu stellen, ob Regisseure und Journalisten, die auch weiterhin mit dem "Die Gesellschaft ist Schuld"-Plakat herumwedeln, sich nicht zu nützlichen Idioten von Schwerkriminellen machen, die sich nach Ende des Interviews ins Fäustchen lachen. Es wäre eine Frage, die sich vielleicht auch einige meiner Vorredner einmal stellen sollten. 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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
hammer,
Von F.H. "CNN" (Nürnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Crips and Bloods (DVD)
Also dieser dokufilm ist echt der hammeres wird alles sehr gut dargestellt wie sich das alles mit den Gangs entwickelt bzw. wie sie entstanden sind sowie die vorgeschichten. ex gangmembers erzählen von dem gangleben und wie schei*e das eigentlich ist "für einen gangmember gibt es keinen leben-das was da abläuftist kein leben" es werden die mütter interviewt von ermordeten mitgliedern. außerdem werden "antigang"-projekte vorgestellt kaufempfehlung Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Crips and Bloods von Stacy Peralta (DVD - 2009)
EUR 16,99
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