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5.0 von 5 Sternen Die Revolution frißt ihre Kinder......, 9. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Live Vol.1 & 2 (Audio CD)
Nein, ich habe aus meinem Herzen nie eine Mördergrube gemacht: die SCREAMIN' CHEETAH WHEELIES zählen ganz klar zu meinen Lieblingsbands. Als sie 2005, zermürbt vom langjährigen Kampf um die geschuldete Anerkennung, das Handtuch warfen, stürzte mich diese Nachricht in tiefste seelische Abgründe. Allerdings habe ich jetzt läuten hören, daß an einer Reunion gebastelt wird - aber in jedem Fall ohne den charismatischen Sänger Mike Farris. Ich bin mir aber nicht sicher, ob's dann noch "meine" WHEELIES sind?!

Wem die Bedeutung des Bandnamens SCREAMIN' CHEETAH WHEELIES vielleicht nicht vertraut ist - hier eine kurze Erklärung: die Cheetah Wheelies sind eine amerikanische Cartoon-Institution, eine Familienbande von kleinen Jaguaren (Cheetah), die man vielleicht entfernt mit Tick, Trick und Track vergleichen könnte.
So, da jetzt auch das Namensrätsel gelöst ist, komme ich gerne zur Musik. Es ist natürlich eine Live-Scheibe, eine Doppel-CD, die es auf satte 107 Minuten bringt.

Es handelt sich bei den Takes ausschließlich um Songs von den ersten beiden SCW-Alben. Aus rechtlichen Gründen durften von der dritten Studio-CD "Big wheel" keine Aufnahmen auf "Live Volume 1 & 2" erscheinen - es hatte 'mal wieder einen Label-Wechsel gegeben. Das ist einerseits schade, da ich solche Hammer-Songs wie "Right place wrong time", "Julie's Song" und "One big drop of water" nur zu gerne live gehört hätte. Andererseits sind die beiden ersten WHEELIES-Scheiben mit Abstand die besten Aufnahmen der Band.
Ich gehe hier jetzt nicht auf die einzelnen Songs ein, sondern verweise auf meine ausführlichen Rezi's zu "Same" und "Magnolia". Die Songs sind live bedeutend länger, es sind geradezu expressive Gitarren-Jams, die einen magischen, ja hypnotischen Zauber verströmen. Die Gitarren sind knochentrocken und knallhart - Mike Farris knödelt sich einzigartig durch die Songs. Es ist wirklich nicht nötig, da einzelne Tracks herauszuheben!

Diese Live-Doppel-CD der SCREAMIN' CHEETAH WHEELIES gehört nach meinem Dafürhalten in jede ambitionierte Rocksammlung, denn die WHEELIES sind authentische und absolut glaubwürdige Rocker. Sie gehören zu den Vorkämpfern, die die neue Southern-Rock-Welle durch ihr Engagement erst ermöglicht haben - aber leider frißt ja bekanntlich jede Revolution ihre Kinder. Für mich persönlich haben sich die SCW unsterblich gemacht!
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5.0 von 5 Sternen Hallelujah!, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Live Vol.1 & 2 (Audio CD)
Angetreten zu dieser Rezension bin ich mit dem Vorsatz bestenfalls drei Sterne zu vergeben - und was mach ich...?!

Tja, die kleinen Wheelies - als Hörer gibt es überhaupt nur zwei Aggregatzustände, die man ihnen gegenüber alternativ, einander ausschließend, einnehmen kann: entweder das totale Gelangweiltsein, resultierend aus massivstem Desinteresse, wenn sie einen nicht berühren. Oder aber die vollständige Hingabe an den Sog, den sie speziell live erzeugten. Dann wird man als Hörer geradezu hineingezogen, in ihren Southern-Boogie-Marsh-Heavy-Metal-Blues-Rock ohne die Chance vor Ablauf der 106 Minuten dem auch nur im geringsten zu entkommen. Und selbst der Nachall...

...was macht den eigentlich aus? Zunächst sind die Wheelies nichts anderes als ein musikalischer Punkt so ziemlich auf der halben Strecke zwischen Allman Brothers und Soundgarden, was ja schon mal was ist: Southern Gitarren-Feeling mit Organ-Blues-Grooves, und einem ehemals überragenden Blues-Shouter, auf der einen Seite, trockenster dunkler Metalsound mit Gravel-Voice auf der anderen. Kann man so definieren, greift's aber noch nicht. Nimmt man diese Live-Aufnahme, entstanden 2000, kurz vor ihrem Ableben und direkt vor dem nächsten Entzug, wird's vielleicht am deutlichsten: drei umeinander kreisende E-Gitarren, die nahezu jede Soundfärbung, derer eine E-Gitarre fähig ist, erzeugen, zeitweise selbst, wie im Dauerdurchlauf-Boogie I Found Love auf CD 2, als ein, den Soundfluss konturierendes E-Piano daherkommen....von einer der E-Gitarren simuliert. Dabei klingen alle Instrumente, einschließlich der metalmäßig, wuchtig treibenden Drums und dem schwer rollenden Bass, hochdifferenziert, erzeugen ein Klangbild, dass für Live-Aufnahmen auch heute, 14 Jahre nach dieser Aufnahme, längst nicht selbstverständlich ist. Und - wohlgemerkt - das ist reichlich manisches Gehämmere, auf monoton gestimmter Bluesrock, nur überlaut gespielt, wenn auch mit ständig vorgenommenen minimalen Verschiebungen im Übergang von Song zu Song, die hier live ausgesprochen fließend ausfallen und nur dann wahrgenommen werden, wenn Who Do You Love dann doch mal durch eine selbstgeschriebene Songzeile und eigene Akkordfolgen ersetzt wird.
Und auf diesem Soundteppich aus Southern-Bluesrock und "knochentrocken und knallhart" intoniertem Metal-Gitarren-Kreiseln, tanzt dann eben DIESE Stimme, diese Nur-einmal-Stimme namens Mike Farris', eigentlich eher ein weiteres Instrument, eine hybride Konstruktion aus Trompete und Kreissäge, ebenso eigentlich nur bedingt bluestauglich, und noch eigentlicher rockuntauglich - stell' sich einer Deep Purple oder eben Soundgarden mit dieser Stimme vor - einer Predigerstimme! Denn tatsächlich ist es eine Gospel-Stimme, ein metallisches Spiritual-Organ - schräg genug! - eins mit dem mann am Sonntag des Presbyterianer-Gottesdienst rockt - und danach reißen tatsächlich alle himmlischen Pforten auf, mithin sowas wie die Trompete vor Jericho....

.....und diese Stimme feiert hier ihren Gottesdienst oder, da es Farris ist, wohl auch den Dienst an seinem eigenen Set von Dämonen - irgendwie gleichzeitig. Hat das zu Beginn der ersten CD noch Songformat, ist es spätestens bei Erreichen des zweiten Teils in eine Daueranrufung aller Heiligen und aller Teufel übergegangen, gleichzeitig und in einem stetigen Anstieg, hallelujah!, bevor dann im letzten Track You Are doch ein Break vorgenommen wird, das Ganze abschwingt, in einer dahingleitenden E-Gitarre ausklingt...um doch noch mal abzuheben zu einer letzten Extase bevor der Sturm der uns längst mitgerissen hat, sich endgültig beruhigt und nicht ganz klar ist, ob wir jetzt vor verwüstetem Land stehen oder doch musik-selig in himmlischen Regionen angelangt sind - hallelujahhhh!

Und damit haben wir den einen Begriff, der diese Band charakterisiert, doch noch irgendwie herausgefiltert: Extase, fast Inbrunst. Wann immer eine Screamin' Cheetah Wheelie Studio-Produktion versuchte davon abzuweichen, ihnen dann doch einfach ein Southern Rock-Gewand überzustreifen, ging das in einer Form von Zerrissenheit und musikalischer Asymmetrie schief, selbst auf einem in Southern-Blues- und -Rock-Belangen versierten Capricorn-Label. Hier nicht - stattdessen 106 Minuten pure Exstase der knallharten und staubtrockenen Sorte im Super-Rock-Sound-Gewand. Mehr geht nicht. Dass ich nicht lache, von wegen drei Sterne - hah...llelujah!
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Live Vol 1 & 2
Live Vol 1 & 2 von The Screamin' Cheetah Wheelies
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