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4.0 von 5 Sternen Übergang, 11. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Goodnight Sun (Audio CD)
Ein Mann zwischen zwei Zeiten - so könnte man diese Aufnahme bezeichnen. Hinter ihm liegen die Jahre des schwer stampfenden Southern-Metal-Rocks der Screamin' Cheetah Wheelies, der um jeden Preis alles das toppen wollte, was Southern Rock jemals ausmachte - und sich doch nur irgendwie verlief. Vor ihm liegen die Jahre als Gospel-Singer mit Grammy-Nominierungen und dem Americana Music Award von 2008 als dem herausragenden "new and emerging artist" - als wäre er da wirklich neu gewesen, aufstrebend vielleicht. Denn so tief wie er sich bis 2002 runtergeschafft hatte, konnte alles danach nur als aufstrebend bezeichnet werden.

Aber da ist weiterhin seine einzigartige Stimme - diese Stimme, die klingt als könnten Steine schreien. Eine Stimme die immer gehört wird, egal ob sie verhalten vom Blues erzählt oder ob sie alles Leid dieser Welt in einem Heavy-Metal oder Gospel-Song gebündelt herausschreit.
2002 also seine erste inzwischen verschollene Soloaufnahme, die nach dem zuletzt nur noch demonstrierten Gestampfe der Wheelies geradezu kontemplativ wirkt: Blues-, R'n'B- und dezenter Southern-Rock bereits unter Gospeleinfluss, eingespielt unter der Anleitung Paul Ebersolds, des ehemaligen Produzenten der Wheelies. Geradezu sonnig, verglichen mit den Wheelies-Aufnahmen, geradezu entspannt kommt sie zunächst daher - so, als sei er endlich am Ende des scheinbar ewig andauernden Drogentunnels angelangt. Besonders deutlich wird dies in der Zwei-Gitarren-Ballade Leave Your Window Open For Me. Hier zeichnen sich die beiden Aspekte ab, die fortan für sein Leben und seine Musik einzig von Bedeutung sein sollen: Liebe und Liebe, konkret zwischenmenschlich und religiös transzendental - so und so. Hier, auf Goodnight Sun, hält er sich zunächst mehr an den ersten der beiden. Später dann, in seinen Gospel-Songs, fast ausschließlich an den zweiten.

Was hier in Woodstock, NY, und nicht Memphis, entsteht ist ein musikalisches Austesten, dessen was ihm, Farris, zu diesem Zeitpunkt möglich ist - die Droge hinter, die Ungewissheit vor sich. Diese Unbestimmtheit spiegelt sich zur Gänze in den Songs. Zu diesem einzigen Zeitpunkt in seinem Leben spielt er alles aus, was in seinem Leben Bedeutung hat. Das gelingt nicht immer gleich gut - aber zunehmend. Das startet z.B. in Track 3 mit einer reichlich unausgereiften Version des Fulsom Prison Blues, den er wirklich zum Blues transformiert, aber irgendwie nicht zu Ende bekommt, er ihn in einer Soundcollage ausklingen lässt. Doch spätestens ab Leave Your Window ist er voll und ganz bei sich. Äugt er vorher in unterschiedliche Richtungen des sich probierens, ist er nun definitiv beim Song Vegas im Blues angelangt, den er übrigens vollständig alleine einspielt, also auch die E-Gitarren, Bass und Drums und unter Einbeziehung erster dezenter Gospel-Elemente, ganz bei sich - sehr authentisch. Mit dem Solo-Prayer Keep Your Hands On The Plow schließt er das folgerichtig ab.

Es erstaunt sehr mit welcher Hingabe und mit welcher Ausdauer und Stehvermögen er sein persönliches Tal durchschritten hat. So ist es wohl mehr ein Gefühl des Mitempfindens, das einen an diese Aufnahme bindet, weniger das der musiklaischen Qualität: Glücklich der, der glaubt.
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Goodnight Sun [Explicit]
Goodnight Sun [Explicit] von Mike Farris
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