Kundenrezensionen


 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


84 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was hätten Sie denn getan?
fragt Hanna den Richter, als es im Prozess um die Frage der Schuld bei der Selektion von Todgeweihten im KZ geht. Eine Frage die einem ratlos zurück lässt und den Fokus auf die ganzen Facetten und Grautöne von Schuld, Sühne, Recht und Unrecht im Umfeld des Holocaust richtet. Ein absolut sehenswertes Meisterwerk, für alle die sich die...
Veröffentlicht am 9. September 2009 von Kindle-Kunde

versus
14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verstörende Wirkung
Vorneweg: die Literaturvorlage von Bernhard Schlink habe ich nicht gelesen, kann von daher also keinen Vergleich anstellen. Die DVD habe ich im Laden eben mal so mitgenommen, weil ich von dem Film gehört hatte.

Dieser Film hat sehr widersprüchliche Gefühle bei mir ausgelöst: die Story hat mich einerseits regelrecht bestürzt,...
Veröffentlicht am 22. Januar 2012 von Daggi


‹ Zurück | 1 215 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

84 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was hätten Sie denn getan?, 9. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Vorleser (DVD)
fragt Hanna den Richter, als es im Prozess um die Frage der Schuld bei der Selektion von Todgeweihten im KZ geht. Eine Frage die einem ratlos zurück lässt und den Fokus auf die ganzen Facetten und Grautöne von Schuld, Sühne, Recht und Unrecht im Umfeld des Holocaust richtet. Ein absolut sehenswertes Meisterwerk, für alle die sich die Fähigkeit bewahrt haben die Aufmerksamskeitsspanne über 20 Minuten aufrecht erhalten zu können. Eine überaus brillante Kate Winslet, lässt einem teilhaben an der Fähigkeit des Menschen, selbst dann noch ein quasi "normales" Leben zu führen, auch wenn man die tiefsten Abgründe der menschlichen Handelns gesehen und möglicherweise selbt verantwortet hat. Die Gerichtsszene von Kate Winslet ist einer der besten schauspielerischen Leistungen die ich je gesehen habe. Ein erschütternder, leiser und intensiver Film, mit hervorragenden Schauspielern und einfühlsamen Bildern, der einem ausserordentlich nachdenklich werden lässt und den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Bestes Kino jenseits des Hollywood-Mainstreams und des unerträglichen Fernsehmülls der sich allabendlich über einem ergiesst.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Was wir fühlen ist nicht wichtig..., 9. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Vorleser (DVD)
...die einzige Frage ist, was wir tun." Professor Rohl(Bruno Ganz) bringt den Inhalt der Geschichte treffend knapp in diesem einen Satz unter. Sein Jurastudent Michael Berg(David Kross/Ralph Fiennes) ahnt in diesem Moment noch nicht, wie sehr Rohls Analyse auch auf ihn zutrifft. Es geht um Schuld, Sühne, Recht, Gesetz und Moral. Inmitten dieser existenziellen Fragen des Zusammenlebens steht die Liebesgeschichte zwischen dem 15jährigen Michael Berg und der 36jährigen Hanna Schmitz(Kate Winslet).

Die Geschichte beginnt 1958 in Neustadt. Der 15jährige Michael ist an Scharlach erkrankt. Er schafft den Nachhauseweg nicht. Hanna findet den Jungen in ihrem Treppenhaus und bringt ihn nach Hause. Drei Monate später, nach überstandener Krankheit, steht Michael wieder vor der Tür der Straßenbahnschaffnerin. Mit Blumen will er sich bei ihr bedanken. Die kühle, abweisend wirkende Hanna nimmt das Geschenk an und Michael verliebt sich in sie. Es folgen weitere Besuche und zu Michaels Erstaunen schläft Hanna mit ihm. Allerdings gibt sie die Handlungen vor. Als sie ihm dann sagt: "Zuerst liest du mir etwas vor, danach lieben wir uns. Das ist die Reihenfolge" befolgt Michael das nur zu gern. Es kommen unvergleichliche Stunden auf den Schüler zu. Er liest Hanna aus Homer, Lessing, D.H. Lawrence, aber auch Tim und Struppi vor. Die nach Wissen gierende Hanna belohnt ihn mit körperlicher Liebe. Nach einer Radtour mit Hanna glaubt Michael, dass er ohne sie nicht mehr leben kann, er spürt aber auch, dass Hanna ihm etwas verheimlicht. Dann verschwindet Hanna plötzlich und Michael bleibt desillusioniert und verständnislos zurück.

1968 studiert Michael in Heidelberg. Zusammen mit anderen Studenten und Professor Rohl besuchen sie eine Gerichtsverhandlung gegen sechs ehemalige Auschwitz-Aufseherinnen. Es geht um 300fachen Mord. Michael muss entsetzt feststellen, dass Hanna eine der Angeklagten ist. Er weiß nicht, wie er mit der Situation umgehen soll, ist zerrissen und verzweifelt. Als er erkennt, dass Hanna ihr Geheimnis noch immer mit sich trägt und sogar eine lebenslange Haft in Kauf nimmt, um es nicht zu verraten, weiß Michael nicht mehr ein noch aus. Seine Gefühle sind ihm nicht mehr klar und er müsste etwas tun...aber was?

Nach Bernhard Schlinks gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1995 hat Stephen Daldry einen wunderbaren Film geschaffen. Schlink und der Dramatiker David Hare haben das Drehbuch geschrieben.
In geschickt gesetzten Zeitblenden begleiten wir Michael Berg in die Jahre 1958, 1968, 1976 und 1995. Die Schauplätze in Neustadt, Berlin und Heidelberg sind zeitgemäß wunderbar umgesetzt worden.

Wie Daldry die verzweifelte, alles verzehrende Liebe zwischen dem Schüler und der ehemaligen SS-Frau in Bilder gemeißelt hat, das ist überaus sehenswert. Vor allem der hochinteressante Blickwinkel auf die Themen Menschlichkeit, Pflicht, Verständnis und Verzeihen hat Daldry perfekt umgesetzt. Sehr schnell merken wir, dass es nicht um Verzeihen, sonder Verstehen geht, dass die Geschichte der Mittelpunkt ist, nicht die handelnden Personen.

Besetzt ist -Der Vorleser- mit einer Kate Winslet, die sich die Seele aus dem Leib spielt. David Kross und Ralph Fiennes verkörpern Michael Berg in all seinen Facetten. Bruno Ganz, Hannah Herzsprung, Lena Olin und Mathias Habich brillieren in den Nebenrollen.

-Der Vorleser- ist ganz großes Kino mit Gänsehautgarantie. Der Film zeigt, dass man aus sehr guten Zutaten ein hervorragendes Filmmenue zubereiten kann. Das klappt zwar nicht bei jedem Film, hier hat das Ergebnis jedoch die absolute Höchtspunktzahl verdient.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmend, 30. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Vorleser [Blu-ray] (Blu-ray)
Deutschland 1958: Ein Teenager (Michael Berg aka David Kross / Ralph Finnies) verliebt sich in eine ältere Frau (Hanna Schmitz aka Kate Winslet). Mit ihr erlebt er seinen ersten Sex. Es entwickelt sich eine für die damalige Zeit unseriöse Liebesbeziehung in deren Verlauf sich abzeichnet, dass mit der Frau etwas nicht stimmen kann. Erst viele Jahre später stellt sich das wahre Ausmaß dieser Unstimmigkeit heraus. Hierbei gehen die Protagonisten menschlich / zwischenmenschlich / ethisch und moralisch an ihre persönlichen sowie gesellschaftlichen Grenzen...

Das Geschehen wird von einem Schauspielerteam gespielt, das man qualitativ hochwertiger kaum finden konnte. Neben der letztlich oskarprämierten Kate Winslet finden wir einen nicht weniger brillanten Ralph Finnies, der sich im Verlauf des Geschehens nicht entscheiden kann „Held“ oder Opfer zu sein. Hierbei muss er seine persönlichen Grenzen erleben und ausleben. Er weiß nicht ob und wie er handeln soll. Er kann die Geschichte beeinflussen. Doch weiß er seine Gefühle sowie Recht und Unrecht nicht mehr einzuordnen. Das weitere Geschehen fällt somit wieder tragisch aus…

Eine leider noch immer brisante Story.
Ein tragischer und eigentlich bedauernswerter Charakter.
Ein Zwiespalt zwischen Recht und Recht bzw. Recht und Unrecht.
Der Zwiespalt eines Antihelden.

Der Plot wird äußerst sensitiv und filigran dargestellt. Vordergründig wird der Film für viele Betrachter stinklangweilig sein. Das Erzähltempo ist langsam; zeitweise verfällt es in Zeitlupe. Der Film ist anstrengend. Man sollte sich permanent auf die Charaktere konzentrieren, damit sich die vielen kleinen und feinen Details erschließen. Doch so entwickelt sich der Film als hochgradig beklemmend. Man weiß nicht, was als nächstes passiert. Der Gesamtausgang ist auch nicht wirklich vorhersehbar...

„Spoiler“

Insgeheim hofft man, dass der „Anwalt“ der Protagonistin hilft;
dass er ihr Unvermögen offen legt und somit eine Strafminderung ermöglicht;
dass die weiteren angeklagten Straftäter(innen) eine gerechtere / härteren Strafe erfahren, weil sie nach wie vor Menschlichkeit und Einsicht vermissen lassen;
und dass das (Liebes)Paar irgendwie doch noch eine Chance bekommt…

„Spoiler Ende“

Doch der Film ist LEIDER realistisch. Der Mensch ist schwach. Es gibt keine wahre Gerechtigkeit. Es gibt kein Happyend!

Alle Auszeichnungen betrachte ich als überaus gerechtfertigt! 5 Sterne für einen der nachhaltigsten Filme der letzten Jahre.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessanter Film um Liebe, Schuld, Sühne und Gerechtigkeit., 3. Oktober 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Vorleser (DVD)
Meine Nachbarin (Buchhändlerin) fand, der Roman streift das Thema Nationalsozialismus nur und hätte Längen.

Da mir mehrfach zu Ohren kam, dass in diesem Fall der Film die bessere Version sei, griff ich zunächst zu diesem:

Ich kann das Urteil der Buchhändlerin bestätigen. Was mich alerdings überhaupt nicht stört, zu diesem Thema gibt es wahrlich genug zu lesen und zu sehen. Eher im Gegenteil: Als Freund von "Psycho-Filmen" wie "Das Experiment" oder "Der Maschinist" fand ich es ausgesprochen spannend, wie hier die Themen Liebe, Schuld, Sühne und Gerechtigkeit ausgeleuchtet wurden.

O.k., der Roman und seine Verfilmung brauchten einen Aufhänger, die ehemalige KZ-Wärterin eben, aber im Grunde sind die Themen zeitlos. Und so natürlich auch etliche gezeigte Reaktionen: Die Suche nach Schuldigen, die Versuche, Schuld abzuschieben etwa, etc..

Sehens- und empfehlenswert! Sehr erfreulich: Die Wirkung tritt ohne Genitalien in Großformat und ohne jegliches Blutvergießen, sondern über die Möglichkeit der Einfühlung in die handelnden Personen ein.

Trotzdem "nur" 4 Sterne, weil in psychologischen Feinheiten etwa hinter dem schon genannte "Experiment" deutlich zurückbleibt und auch nicht die emotionale Wucht etwa des "Pianisten" hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die etwas andere Bettlektüre, 23. März 2010
...bekommt Straßenbahnschaffnerin Hannah Schmitz während Ihrer Beziehung zu dem erst fünfzehnjährigen Michael Berg zu hören. Über ein Jahrzehnt nach dem Megaerfolg "Titanic" steht Kate Winslet endlich ganz oben auf der Erfolgsleiter. Da, wo Sie meiner Meinung nach auch schon längst hingehört. Für mich ist Kate Winslet die wohl derzeit beste Schauspielerin Ihrer Altersklasse und dass nicht nur weil Sie wunderschön aussieht. Vor allem beherrscht Winslet Ihr Fach perfekt und überzeugt sowohl in Liebeskomödien wie Liebe braucht keine Ferien" wie auch in meist anspruchsvollen Filmen wie "Zeiten des Aufruhrs", "Vergiss mein nicht", "Little Children" und nun natürlich "Der Vorleser".

Wir schreiben das Jahr 1958 als sich der erst fünfzehnjährige Michael auf dem Heimweg von der Schule übergeben muss und Ihm eine fremde Frau wieder auf die Beine hilft. Zuhause stellt man Scharlach fest und der Junge muss drei Monate lang das Bett hüten. Nach seiner Genesung sucht Michael, mit einem Blumenstrauß unter dem Arm, die fremde Frau auf um sich für deren Hilfe zu bedanken. Von diesem Zeitpunkt an entwickelt sich zwischen der 36-jährigen Hannah Schmitz und dem noch Minderjährigen Michael eine etwas eigentümliche Liebesbeziehung. Bevor das ungleiche Paar Sex hat muss dass "Jungchen" seiner ersten großen Liebe aus seinen Schulbüchern und später aus Romanen vorlesen. Dass Hannah Analphabetin ist weiß Michael zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dies erfährt Michael erst, als er Jahre später, als Jurastudent, Hannah auf der Anklagebank wiedersieht. Diese wird beschuldigt als KZ-Aufseherin, Schuld am Tod von vielen Juden zu sein.

DER VORLESER ist schwere filmische Kost und regt zwangsweise zum diskutieren an. Wie hier schon gesagt wurde, ist es ein Zwiespalt ob man Mitleid mit einer ehemaligen KZ Aufseherin haben muss die aufgrund Ihrer Scham und wohl auch Naivität in den sauren Apfel beißt. Der Film ist aber auch ganz großes Kino mit wunderbaren Bildern und grandiosen Darstellern. Die Musik des Films hält sich angenehm zurück und wird nie aufdringlich. Es ist wunderbar das in der deutsch-amerikanischen Produktion sehr viele deutschsprachige Schauspieler mit an dabei sind. Neben Jungstar David Kross sind unter anderem Hitler-Darsteller Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Karoline Herfurth, Jürgen Tarrach und auch Hannah Herzsprung zu sehen. Sicher liefert Kate Winslet eine großartige Vorstellung ab, aber ganz besonders muss man hier meiner Meinung nach die schauspielerische Leistung von David Kross hervorheben. Er spielt den jungen Michael Berg wesentlich intensiver als wie dann Ralph Fiennes denn älteren Michael.
Die BLU RAY ist absolut vorbildlich, Bild und Ton sind selbstverständlich sehr gut. Das Bonusmaterial wurde komplett vom 2 DVD Set übernommen und sieht wie folgt aus:

* Audiokommentar von Henning Molfenter (Produzent)
* Deleted Scenes
* Featurettes:
- Making of
- Gespräch mit David Kross und Stephen Daldry
- Kate Winslet über die Darstellung der älter werdenden Hanna Schmitz
- Portrait des Komponisten Nico Muhly
- Produktionsdesignerin Brigitte Broch über die Herausforderungen des Projekts
* Görliwood: Die Dreharbeiten in Görlitz
* BD-live

Dazu gibt's den Film in dieser Edition auch auf DVD dazu. Alles in allem ein großartiger Film der auch auf BLU RAY perfekt umgesetzt wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf stille Art beeindruckend!, 6. Oktober 2009
Von 
Was hier schauspielerisch geleistet wird hat mich schlicht weg beeindruckt.
Nicht nur die, zu Recht oscargekrönte, Leistung von Kate Winslet sondern vor allem das was Jungschauspieler David Kross hier abliefert ist einfach großartig.
Der Film versteht, trotz seiner ruhigen und nachdenklich Art, von Anfang an zu begeistern.
Die Affäre zwischen dem jungen Michael und der über 20 Jahre älteren Hanna wird absolut glaubhaft erzählt.
Genau wie die innere Zerissenheit von Michael, als er Jahre später seine erste Liebe vor Gericht wiedersieht - angeklagt als Naziverbrecherin.
Aber auch Ralph Fiennes, als älterer Michael, spielt überzeugend.
Meinen leidet förmlich mit ihm wenn er immer wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.
Das Einzige was mich gestört hat war ein grober Ausstattungsfehler.
Der ganze Film erzählt die Geschichte von zwei Deutschen in Deutschland.
Warum sind dann die Bücher, die Michael vorliest, und die späteren Briefe von Hanna bzw. Michael alle in Englisch?
Abgesehen von diesem Patzer ist es wirklich wunderschöner ruhiger Film und für jeden Filmliebhaber eine Empfehlung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen dies ist keine Unterhaltung, das ist Charakter-Kino, 10. Juni 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr eindringlich und sehr gefühlsbetont inszeniert.
Begabte und bekannte Schauspieler bin in die kleinsten Nebenrollen in Verbindung mit dieser brisanten Story brachten den Film auf ein sehr intelligentes Level.
Der Film ist sehr gut in verschiedene Akte aufgeteilt und separiert. Wobei im ersten Akt zusätzlich noch sehr offene Szenen drin vorkommen. Respekt an Kate Winslet und David Kross.
Hier zermürbt keine fadenscheinige Lovestory den Film, keine unangebrachte Action kommt drin vor. Hier wird einfach das Schicksal zweier Menschen auf sehr anschauliche, und für meine Belange sehr nachvollziehbare Art und Weise nachgestellt und dem Zuschauer nähergebracht.
Großes Kino in nicht mehr ganz Mainstream-Bereich.
Sicher ein Film der sich lange in mir festsetzt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirkt nach, 8. November 2009
Von 
Bernd Hammes (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Der kontroverse Umgang mit Kriegverbreche(r)n - natürlich hat auch 'Der Vorleser' keine Antworten auf die Fragen zum richtigen Umgang mit Opfern und Verbrechern.

Unter dem Strich gibt es im Krieg immer nur Verlierer.

Der Film erzählt in leisen Bildern und Dialogen seine Story - perfekt in Szene gesetzte Schauspieler liefern eine tolle Leistung ab, die zurecht Oscar nominiert wurde.

Herausragent für mich die beeindruckende Leistung von David Kross neben der souveränen Kate Winslet.

Von mir gibt es dafür 5 Sterne
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sündenbock, 15. März 2010
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Vorleser (DVD)
1958, Neustadt, Deutschland: Zwischen dem fünfzehnjährige Gymnasialschüler Michael Berg und der achtunddreißigjährigen Straßenbahnschaffnerin Hanna Schmitz kommt es zu einer Laison, die den Jugendlichen für sein weiteres Leben prägt.

Acht Jahre später studiert Michael Jura und verfolgt mit Interesse einen Prozess gegen mehrere ehemalige KZ-Aufseherinnen, von denen eine Hanna ist. Die Anklage fokussiert sich auf Hanna, der man anlastet, in Alter von Dreiundzwanzig für den Tod von über dreihundert Menschen verantwortlich zu sein. Michael ist jetzt in dem gleichen Alter wie Hanna, als sie Dinge begangen haben soll, für die sie jetzt vor Gericht steht. Der Unterschied liegt in ihrem Werdegang, Michael hatte die Möglichkeit ein Gymnasium zu besuchen und Recht zu studieren, Hanna wuchs in einem totalitärem System auf und kann weder lesen noch schreiben. Hanna leidet unter ihrem Analphabetismus und ist eher bereit Schuld auf sich zu laden, als dieses Defizit einzugestehen. So wird sie von dem Räderwerk der Justiz aufgerieben und verurteilt.

Während der Gefängnisstrafe schickt Michael ihr regelmässig Kassetten mit selbstbesprochenen Büchervorlesungen. Hanna hält sich daran fest und erlernt im späten Alter das Lesen im Gefängnis. Kurz vor der Entlassung begeht Hanna Selbstmord.

Die bewegende Geschichte vermittelt den Eindruck: Manchmal sind auch Täter Opfer. Die Protagonistin wurde gleich zweimal Opfer eines Staatssystems: Zum einen in einem totalitärem System Staatssystem, dass Gehorsam und Pflichterfüllung als oberste Regel hatte und zum zweiten in einem selbstgerechtes Justizsystem, dem die Verurteilung der Vergangenheit als Staatsrechtfertigung wichtiger erschien, als die tatsächliche Gesamtumstände zu ergründen. So wird die Protagonistin zum klassischen Sündenbock, an dem die Gesellschaft ihre Schuld ablädt.

Der Film hält sich nahe an die Buchvorlage und schafft es Schlüsselszenen pointiert umzusetzen. Die Szenarien sind gut gewählt. Zahlreiche Accessoires bieten der Kamera reichlich Futter und sorgen für Atmosphäre und Augenschmaus. Regie und Schauspieler leisten ausgezeichnete Arbeit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Romanverfilmung, 27. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Vorleser [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Eine Geschichte um das sexuelle Erwachen eines 15-Jährigen und seine erste Liebe zu einer deutlich älteren Frau. Eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem Prozess gegen die Aufseherinnen in einem KZ. Und der innere, viele Jahre dauernde Kampf eines erwachsenen Mannes, das Trauma seiner ersten Liebe aufzuarbeiten. All das beinhaltet Bernhard Schlinks Roman "Der Vorleser", der 1995 erschienen ist. International fand Schlinks Werk nicht nur wegen des sprachgewaltigen und präzisen Erzählstils Beachtung, sondern auch wegen des provokativen Inhalts: dem Tabuthema Liebe zu einem Minderjährigen und dem ungewöhnlichen Blick auf die Täter des Holocaust.

Zentrale Figur in "Der Vorleser" ist Michael Berg, aus dessen Blickwinkel der gesamte Roman geschrieben ist. Seine schüchterne Teenagerliebe zu der 36-jährigen Hanna Schmitz wird von Bernhard Schlink sehr poetisch und mit unglaublichem Einfühlungsvermögen in die pubertären Gefühlswirren in wunderschönen Worten geschildert. Über viele Monate hinweg dauert ihre Liebesbeziehung an, bei der Sex eine wesentliche Rolle spielt, und Hanna lässt sich von Michael - quasi als Vorspiel - immer aus Werken der Weltliteratur vorlesen. Doch eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden.

Viele Jahre später studiert Michael Jura und belegt ein Seminar, das einen Prozess gegen ehemalige KZ-Aufseherinnen begleitet. Auf der Anklagebank findet er Hanna wieder und im Laufe des Prozesses stellt sich heraus, dass auch im KZ junge Mädchen regelmäßig für Hanna aus Büchern vorlesen mussten. Michael, der seine Liebe zu Hanna und ihr plötzliches Verschwinden nicht überwunden hatte, ist wie traumatisiert. Seine Zerrissenheit zwischen der Erinnerung der ersten Liebe und den Eindrücken aus dem Prozess bestimmen fortan sein ganzes Leben. Und erst sehr spät findet er Erlösung und innere Distanz.

Regisseur Stephen Daldry ("Billy Elliot") brachte den Weltbestseller auf die Kinoleinwand. Und ich bin begeistert! Die Kritiken, die ich bislang zur Verfilmung gelesen habe, gehen sehr streng mit dem Werk ins Gericht und haben so manches daran auszusetzen. Dem kann ich nun so gar nicht zustimmen. Stephen Daldry hält sich - von ganz wenigen filmischen Freiheiten mal abgesehen - konsequent an Schlinks Vorlage. Die einfühlsame Umsetzung der Liebesbeziehung zwischen Michael und Hanna steht an Faszination und Ausdruckskraft dem Roman in nichts nach. Der Gerichtsprozessprozess und die Jahre danach und auch die Darstellung von Michael Bergs Gefühlen erschüttern einen im Film ebenso wie im Buch.

"Der Vorleser" ist bestimmt kein unbeschwertes Popcorn-Kino, aber ein großartiger Film. David Kross und Kate Winslet spielen grandios und zaubern im ersten Teil eine knisternde, erotische Spannung auf die Leinwand. Die außerordentlich freizügigen Sexszenen überraschen für eine US-amerikanische Produktion. Die Amis scheinen sich daran nicht gestoßen zu haben, denn Kate Winslet bekam den Oscar für ihre Darstellung. Der Film war außerdem für 4 weitere Oscars nominiert, für Regie, Drehbuch, Kamera und als bester Film - und das hat er auch wirklich verdient. Umso mehr verwundert das kritische Pressefeedback in Deutschland. Kann es sein, dass sich deutsche Journalisten bemüßigt fühlen, an dem Film einfach etwas Negatives finden zu müssen, um sich bequem von Bernhard Schlinks kontroverser Auseinandersetzung mit der Schuldfrage zur Judenvernichtung distanzieren zu können?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 215 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Vorleser
Der Vorleser von Stephen Daldry (DVD - 2009)
EUR 6,49
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen