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187
4,0 von 5 Sternen
Children of Men [Blu-ray]
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56 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. November 2007
"Children of Men" ist ein sehr düsteres SciFi-Drama, das seinen unbarmherzigen Blick auf eine Menschheit am Rande des Abgrunds richtet. Im Jahr 2027 ist unsere Zivilisation fast vollständig dem Chaos anheim gefallen, Kriege und Katastrophen verheeren den Planeten. Ein ultra-faschistisches Regime herrscht in einem Großbritannien, in dem blutige Terroranschläge fast zur Tagesordnung gehören. Hoffnung gibt es keine, denn aus ungeklärten Gründen ist die Menschheit unfruchtbar geworden: Das letzte Kind wurde vor über 18 Jahren geboren! Doch eines Tages begegnet Theo (Clive Owen), ein ehemaliger Aktivist, der seinen Trost im Alkohol sucht, der farbigen Kee. Die junge Frau ist schwanger, was sie zur meist gesuchten und gefährdetsten Person auf dem Erdball macht.

"Children of Men" werden allerlei Dinge zu Last gelegt, die meisten davon meiner Meinung nach unbegründet, was auch die Motiviation für diese Rezension ist. Der Film ist zweifelsohne sehr düster und alles andere als leicht zu verdauen, absolut ungeeignet also für einen "heiteren" DVD-Abend. Aber man sollte ihm nicht vorwerfen, ein erschreckendes weil erschreckend realistisches Bild einer nicht all zu fernen Zukunft zu zeichnen. Eine Zukunft, in der eine Regierung illegale Einwanderer zum Abtransport in Deportationslager wie Tiere in Käfige pfercht oder Suizid-Sets an seine Bürger aushändigt, die zunehmend des Lebens müde werden. Wer heutzutage die Nachrichten verfolgt und sich nur ein wenig in der Geschichte auskennt, der wird erkennen: Ja, das könnten wir in knapp 20 Jahren sein - den passenden Katalysator (hier: die Impotenz der Menschheit) vorausgesetzt.

Ein weiterer, oft kritisierter Punkt ist die fehlende Erklärung dafür, wieso seit Jahren keine Kinder mehr geboren wurden. Aber letztlich ist eine derartige Begründung nicht nur unerheblich für die Handlung, es würde sie außerdem eines wesentlichen Teiles ihrer Atmosphäre berauben. Jede von den Machern gelieferte Erklärung kann die Glaubwürdigkeit nur herabsetzen. Gerade dieses Element der Ungewissheit ist es, welches beinahe unweigerlich eine beklemmende Stimmung hervorruft. War es die zunehmende Verschmutzung der Umwelt, eine grausame Laune der Evolution oder vielleicht doch göttliche Fügung? Die Entscheidung darüber liegt im Ermessen des Zuschauers - und da gehört sie hin.

Wenigstens einer der Rezensenten hier hat ferner bemängelt, dass uns der Film mit schwarzer Farbe bemalte Citroens oder Renaults als "Autos der Zukunft" verkaufen will. Dass der Film nur wenige Jahre in der Zukunft spielt und die schwarz lackierten Autos ganz genau das darstellen, nämlich Autos von heute, die einfach nur schwarz lackiert wurden, scheint ihm nicht in den Sinn gekommen zu sein. Ich für meinen Teil habe selten eine visuell überzeugendere Zukunftsvision gesehen: Wo manche SciFi-Produktionen uns Glauben machen wollen, daß wir in weniger als 50 Jahren alle in fliegenden Autos sitzen und Städte nur noch aus verchromten Super-Wolkenkratzern bestehen, hält uns "Children of Men" den Spiegel vor und zeigt ein Abbild unserer Welt, nur schmutziger und heruntgekommener, mit sehr dezent platzierten Anzeichen fortgeschrittener Technologie.

Mein Fazit: "Children of Men" ist ein sehr düstere, zuweilen bitterböse, aber stets glaubwürdige inszenierte Dystopie, die sich mit den Abgründen sowohl des Individuums als auch der Menschheit im Ganzen beschäftigt. Ein Film, der zum nachdenken und diskutieren anregt. Die Hauptdarsteller, allen voran Clive Owen, agieren mit der angebrachten Ernsthaftigkeit und dem nötigen Feingefühl. Von mir eine absolute Empfehlung.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. November 2006
Eine Welt ohne Kinder? Das ist beizeiten eine Welt ohne Menschen und was treiben die Übriggebliebenen in der Zwischenzeit? Das bekommen wir hier zu sehen, überall zerfallen die Staaten, nur England hält die Ordnung aufrecht und verteidigt sie gegen die Fugies, abgeleitet von refugee, also Flüchtling. Doch auch hier ist die Welt aus den Fugen, die Bahnfenster sind vergittert und den Grund bekommen wir in scheinbar unmotivierten Steinwürfen zu sehen. Primitivgraffiti überall als Zeichen des Verfalls, das kennt man aus etlichen Filmen, wenn die Örtlichkeit besonders verkommen aussehen soll. Graffiti spielt auch in der Schlußszene eine Rolle, unten im Kanal, wo ein Boot gebraucht wird. Hier kritzelt unser Retter der ersten Mutter mit Holzkohle eine Bootkinderzeichnung an die Wand, da es Sprachprobleme gibt. In einer Welt in der man nicht mehr die gleiche Sprache spricht, bleibt nur noch die Bilderschrift wie man sie aus Steinzeithöhlen kennt.

Nebenbei wird kurz die Umweltverschmutzung gezeigt, hier läuft die Entwicklung umgekehrt. Soll heißen, in dieser Welt ohne Zukunft muß man den Kindern auch keine intakte Umwelt mehr hinterlassen, welchen Kindern denn?

Unser Antiheld im Film jedenfalls arbeitet in der Verwaltung und das ist von Bedeutung. Das kann man sich lebhaft vorstellen, die Bürokratie stirbt zuletzt. Der vorletzte Mensch wird noch den letzten Menschen zu verwalten haben. Hier läuft natürlich auch die Meldung pausenlos über die Bildschirme, vom gewaltsamen Tod des jüngsten Menschen und lässt die Tränen der etwas in die Jahre gekommenen Mitarbeiterinnen fließen. Kommt doch sehr vertraut vor, wenn man sich erinnert, wie das Schicksal völlig fremder Promis die Menschen heutzutage mehr berührt als das ihrer Bekannten. In einer beziehungsarmen Welt werden Medienpromis vertrauter als die eigenen Freunde.

Doch selbst diese Welt hat noch Skurriles zu bieten. Die Regierung verteilt Suizidpakete, aber Gras ist immer noch illegal. Hört sich nett an, von einen Althippie beim kiffen.

In dieser nicht allzu fernen Zukunft blüht wieder der religiöse Wahn, es bilden sich Büßer und Geisler und natürlich dürfen die Moslems nicht fehlen. In dem Getto demonstriert ein bewaffneter Märtyrerzug, Bilder die aus den heutigen Nachrichten durchaus vertraut sind. Man muß sich wohl selbst überlegen, wofür diese Gruppen eigentlich noch kämpfen und was sie erreichen wollen. Man meint, sie wissen es selbst nicht, ebenso wenig wie die Regierung, wofür sie die Ordnung verteidigt. Das freilich tun beide Seiten mit Feuereifer und am beeindruckendsten sind die Straßenkampfszenen. Wenn ein Panzer in die Häuser seine Granaten feuert, die Szenen sind bemerkenswert realistisch dargestellt, so etwa darf man sich das in Nah Ost, Stalingrad und Berlin vorstellen.

Natürlich können in den Filmminuten nicht alle Fragen abgehandelt werden. Manches darf weitergesponnen werden. Wir sehen zwar eine Szene die in einen verfallenen Kindergarten spielt und klar, da war schon lange niemand mehr zugange. Doch gibt es noch Jugendschutzgesetze wenn es keine Jugend mehr gibt? Das ganze Berufsgruppen arbeitslos geworden sind, kann man sich vorstellen, ebenso, das die Aktien für Kinderkleidung und Zubehör im Keller sind. Ob es noch Aktien gibt und werden sie noch gehandelt? Aber sicher, die Gier stirbt zuletzt, selbst wenn absehbar ist, das der Reichtum sich irgendwann in Luft auflösen wird.

Insoweit gesehen, ein Film zum Weiterdenken, jenseits der Äktionszenen.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. September 2009
Bei der Beschreibung auf der Cover-Rückseite erinnerte ich mich inhaltlich an einige Endzeitfilme der End-70er oder 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Andererseits erwartete ich mir eine futuristische Umgebung für die im Jahr 2027 spielende Handlung. Beides kam ganz anders.

Die Story hat mehr Tiefgang als die gedachten Vorgänger. Das Setting für die Geschichte stellte eine dem heutigen England ähnelnde Großstadt- und Country-Kulisse dar, nur eben schmuddliger, verkommener und grauer als die hässlichsten Ecken des Inselreichs heute. Das alles passt hervorragend zum Hintergrund der Geschichte. Dazu tragen die Charaktere (und hier nicht nur die bekannten Schauspieler-Größen Clive Owen und Julianne Moore) erheblich bei. In jedem Gesicht ist die Zerissenheit zu sehen. Die Unsicherheit zu Beginn und die später sich entwickelnden Ängste und Hoffnungen, die hier inhaltlich gekonnt inszeniert werden, spiegeln sich in vielen Situationen ohne Worte wider. Dennoch sind die Dialoge nicht unsinnig, sondern prägnant gesetzt, um alles das, was nicht bildlich gezeigt werden kann, sprachlich zu ergänzen.

Einige besondere Kamerapositionen zeigen neue Bildperspektiven. Die HD-Qualität überzeugt an vielen Stellen mit deutlicher Tiefenschärfe. Graining und Unschärfen kommen auch vor, sind aber meiner Ansicht nach als künstlerische Stilelemente gezielt eingesetzt. Der auf der DVD bereits ordentliche Sound gewinnt auf der blu-ray noch an Räumlichkeit und Tiefe. Jetzt ist der Kinogenuss auf einer Leinwand oder dem etwas größeren TV-Geräte in Kombination mit einer 5.1-Anlage zu Hause spürbar. Allerdings (und hierfür gibt es den 1 Stern Abzug) nur mit englischen DTS-HD-Ton. Der deutsche DTS 5.1 Ton ist ordentlich, aber eben keine Verbesserung gegenüber der DVD.
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47 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. September 2009
Nachdem ich heute den Film "Children of Men" auf Blu Ray Disc gesehen habe möchte ich nachfolgend einige Gedanken dazu loswerden. Zur Story möchte ich ausnahmsweise einmal nichts weiter sagen, jedes Wort darüber wäre verschwendet da dieser Film für mich eine einmalige, individuelle Erfahrung war und ich niemandem die Chance nehmen möchte, völlig unbelastet und unvoreingenommen diese ganz spezielle Geschichte zu erleben. Wie der Titel dieser Rezension schon andeutet, ist dieser Film für mich persönlich eine sehr große Überraschung gewesen und zwar im absolut positiven Sinne! Lange schon habe ich keinen Film mehr gesehen, der so schockierend wie dramatisch, mitreißend wie atemberaubend ist. In einer Welt, die kurz vor dem Abgrund steht, kommt das schlimmste im Menschen zum Vorschein, Tod und Zerstörung wohin das Auge blickt. Drastisch sind die gebotenen Bilder von Deportation, Massenerschießungen, Exekutionen. Ungeschnitten und in Farbe, Bilder die einen auch nach Ende des Filmes noch beschäftigen und die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen werden. Bilder von Bombenanschlägen, Massendemonstrationen, Bürgerkrieg. Dazu die Stille - es wird wenig geredet im Film, die Dialoge beschränken sich auf Grundlegendes. Und doch bekommt man als Zuschauer weit mehr Informationen als man überhaupt begreifen kann, vielleicht auch begreifen will - die Gesichter der Menschen sagen mehr als 1.000 Worte. In ihnen spiegelt sich Angst, Verwirrung, das Nicht-Begreifen des Horrors und des täglichen Grauens welches sich ringsum abspielt. In diesem Zusammenhang muss auch die hervorragende schauspielerische Leistung aller Beteiligten erwähnt werden, nicht nur Clive Owen oder Julian Moore überzeugen auf ganzer Linie sondern auch die vermeintlichen Nebendarsteller liefern eine beachtliche Leistung ab und tragen so zur bedrückenden Atmosphäre des Filmes bei. Ebenfalls einen hohen Stellenwert nimmt die Vertonung des Films ein, die Geräuschkulisse ist wahrlich erstklassig. Wuchtige Explosionen, knatternde Schüsse, gellende Schreie und eine imposante weil jederzeit perfekt passende musikalische Untermalung des Ganzen sorgen für eine immense Intensivität des Gesehenen. Auch bezüglich der Bildqualität kann ich nur lobende Worte finden. Obwohl ich schon seit einigen Monaten ausschließlich Filme auf Blu Ray Disc schaue war ich stellenweise von der gebotenen Bildqualität schlichtweg von den Socken.

Beginnt der Film zwar düster, jedoch noch gemäßigt und sorgt stellenweise sogar für ein lautes Lachen so bleibt einem dies bei den dann folgenden Szenen sehr schnell wieder im Halse stecken. Nach einer kurzen Phase der Beruhigung spitzt sich die Handlung ab der Hälfte des Filmes erst langsam, dann immer rasanter zu, gewinnt an Fahrt wie an Dramatik gleichermaßen, lässt einen kaum noch verschnaufen nur um einen völlig unvorbereitet und schutzlos in einer Szene landen zu lassen, die an Intensität und Emotionalität kaum noch zu übertreffen ist. Ich bin ganz ehrlich: An dieser besagten Stelle (wer den Film gesehen hat weiß definitiv welche ich meine) musste ich schwer schlucken und mir eine Träne verdrücken und soetwas ist mir in den letzten 20 Jahren erst bei 2 anderen Filmen passiert. Anschließend setzt der Film auf dem enorm hohen Niveau der vorangegangenen Szenen fort um kurze Zeit später vergleichsweise ruhig, fast schon bedächtig zu enden.

"Children of Men" ist kein Film für den gemütlichen Fernsehabend mit Kindern und gewiss auch kein Film, den man mal eben so zwischendurch anschaut. Er beeindruckt tief, weckt Emotionen, regt zum Nachdenken an. Ohne jeden Zweifel ein Film mit Tiefgang auf den man sich einlassen muss um ihn wirklich erfassen zu können. Wer dazu bereit ist wird eine große Überraschung erleben, ich persönlich jedenfalls bin tief beeindruckt und ordne diesen Film fortan unter meine persönlichen Top 3 Filme ein. 5 Sterne sind eigentlich noch zu wenig, ganz klare Kaufempfehlung von mir!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. Dezember 2013
Alfonso Cuarón hat mich mit Gravity absolut umgehauen. Jetzt habe ich mir sein Frühwerk mal angesehen, weil es von vielen Leuten in hohen Ehren gehalten wird. Und ich muss sagen, ich kann mich dem Lob nur anschließen.

Anno 2027 stirbt der jüngste Mensch der Welt. Es ist eine katastrophale Zukunft in der keine Kinder mehr geboren werden. Plötzlich wird der desillusionierte Theo aber der Beschützer eines Mädchens, das tatsächlich Schwanger ist. Er muss sie an einen sicheren Ort bringen, aber auf diesem Weg werden ihm jede Menge Steine in den Weg gelegt.

Wie schon erwähnt, ich fand Gravity einfach großartig. Alfonso Cuarón hat mich mit diesem Film wirklich umgehauen, was in der Form nur sehr wenige Filme im Kino geschafft haben. Da mir sein Frühwerk daraufhin immer wieder empfohlen wurde, habe ich es mir gekauft und bin ebenfalls begeistert.
Interessant fand ich schon nach dem lesen des Klappentextes, die Geschichte. Diese Form der Zukunft habe ich so auch noch nicht gesehen. Natürlich kenne ich dystopische, oder postapokalyptische Zukunftsvisionen, aber die Tatsache, dass einfach keine Kinder mehr geboren werden können, fand ich interessant. Natürlich ist schnell klar, worauf das Ganze hinauslaufen wird, aber ich war gespannt zu sehen, wie man den Film interessant halten kann und dies ist tatsächlich gelungen.
Fängt die Geschichte noch einfach an und ist eigentlich relativ simpel aufgebaut, ist es das Feingefühl des Regisseurs und des Drehbuchautors, was dem Film diese Faszination gibt. Die Charaktere sind nicht immer ganz klar als gut oder böse zu sehen, sondern entwickeln sich erst im Laufe des Films. Was mir schnell klar wurde, ist, dass man sich hier auch nicht scheut, schwerwiegende Ereignisse passieren zu lassen, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Noch dazu sind die Dialoge mit Bedacht und Feingefühl geschrieben und gespielt.
Und genau dies ist eine große Stärke des Films: die Darsteller. Es sind nicht sonderlich viele Figuren, die im Mittelpunkt stehen, dafür sind diese aber wundervoll geschrieben und gespielt. Allen voran natürlich Hauptdarsteller Clive Owen (King Arthur), der immer genau soviel von der Gefühlswelt seines zerrüttenden Charakters preisgibt, dass man ihn als Zuschauer versteht und mit ihm mitfühlt. Owen ist hier von Sekunde eins bis zum Ende absolut authentisch und spielt wirklich großartig. Ihm zur Seite stehen Julianne Moore (The Kids Are All Right) und Michael Caine (The Dark Knight Trilogy), die auch beide wirklich gut sind und vor allem Caine hier die Akzente setzt. Der restliche Cast ist auch super gewählt und passt perfekt in den Film.
Neben der Geschichte und den Darsteller liegt die größte Stärke aber in der Bildgewalt des Films.
Wie schon bei Gravity, merkt man hier, dass Cuarón einfach ein Meister der Inszenierung ist. Schnell sind mir die ungewöhnlichen Kameraperspektiven aufgefallen, die eigentlich einfach sind, aber so gekonnt benutzt werden, dass jede Szene wirklich eine Bedeutung hat. Seien es die Dialoge oder später dann die Kampfszenen, alles ist so fantastisch und hautnah inszeniert, dass man als Zuschauer in dieser Welt versinkt, auch wenn man das vielleicht gar nicht möchte. Gerade im letzten Drittel hat der Film eine wahnsinnige Bildsprache und Gewalt, sodass er einem lange im Gedächtnis bleibt.

Fazit:
Children of Men ist ein fantastisch inszenierter und geschriebener Film, der den Zuschauer sofort mitreißt. Die sehr guten Darsteller werden hier meisterhaft und mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven präsentiert, was diesen Film einfach einmalig macht.
Wer Gravity mochte, sollte hier unbedingt mal reinschauen.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Juni 2007
Vorab: Children of Men ist ein Ausnahme-Science Fiction und definitiv nichts für Fans leicht verdaulicher Action-Kost. Sensible Naturen seien ebenfalls gewarnt, da der Film teils im Stil bekannter Anti-Kriegsdramen schonungslos aber mitnichten gewaltverherrlichend zur Sache geht. Alfonso Cuaron verlässt hier die üblichen Sci-Fi-Pfade und malt ein ebenso düsteres wie realistisches Zukunftsgemälde (mit Schauplatz des noch halbwegs "funktionierenden" London in) einer Welt, die mit Blick auf die Tatsache, dass die Tage der Menschheit gezählt sind im finalen Chaos zu versinken droht. Die im Grunde genommen schlichte Handlung ist schnell erzählt, Zusammenhänge und Hintergründe werden teils beiläufig erzählt und beim ersten Sehen wird man häufig von den opulenten Bildern abgelenkt. Clive Owen alias "Theo", ehemals politischer Aktivist wird zum Spielball der dramatischen Ereignisse und unfreiwillig zum Hauptakteur einer für die Zukunft der Menschheit entscheidenden Mission mit (milde ausgedrückt) positivem Ausgang, der einen nachdenklich gestimmten Zuschauer mit offenen Fragen zurücklässt. Lobenswert: die Story kommt gänzlich ohne strahlende Action-Helden aus, die Charaktere handeln "natürlich" und zwischendurch menschelt es, was die ansonsten unerträgliche Atmosphäre erträglich macht. Einige Szenen entwickeln sich angenehm überraschend; ebenso überraschend ist die Halbwertzeit der meisten Figuren, mit denen der Film nicht zimperlich umgeht. Die Kameraführung im Doku-Stil kann man getrost als sensationell bezeichnen und die langen Schnitte lassen den Zuschauer atemlos teilhaben und quasi zum Augenzeugen werden. Mein Fazit: Der Film lebt primär von der meisterhaften Inszenierung, seiner Atmosphäre und den sehr guten Schauspielern, das reicht für 5 Sterne ... sehenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein sehr interessanter Film, mit einer packenden Geschichte :

Die Erde befindet sich im Jahr 2027: Seit nunmehr schon 18 Jahren sind seit seltsam ungeklärten Gründen alle Frauen der gesamten Welt unfruchtbar. Mit den Jahren kam es dann zu einem zugespitzen Chaos - die ganze Erde ist kaum noch etwas wert und gleicht einem Destruktivem Zustand. Die heilige Natur wird zertrampelt. Lediglich England gelingt es teilweise, dank einem totalen Army Kontroll - Staat, zivile Grundzüge für die Menschen aufrecht zu erhalten. Das Militär jedoch hat wohl am meisten mit Emigranten uvm zutun. Inmitten des Chaos in England lebt Theo Faron, der früher gegen den Militärstaat mit seiner Ex-Frau, in einer kriminellen Organisation protestierte. Viele Jahre sind seitdem vergangen, Faron hat sich dem System angeschloßen und einen Job erhalten dürfen. Aber jeden holt mal seine Vergangenheit ein. Seine Ex- Frau lässt Faron kidnappen und präsentiert ihm eine schwangere Emigrantin, die so natürlich nicht in die Hände der Royals fallen soll. Er soll sie an die Küste zu der Organisation Human Project begleiten, da sie die letzte Hoffnung für die Menschheit sein sollte. Sicherlich ist die Unfruchtbarkeit aller Frauen der absolute Auslöser für den erwähnten Zustand der Erde als solches sehr fragwürdig. Da gab es schon andere bessere Erklärungen und Verwebungen. Zudem scheint es auch keine Erklärung dafür zu geben, wie es zu eben jenem Kompletten Chaos geführt hat.

Nun muss der Zuschauer das nicht alles immer so genau wissen, vieles muss jeder für sich dann selbst entscheiden, oder gar definieren. Gezeigte Zukunftsvision ist so betrügend real geworden, und nah an der Zukunft nicht Human agierenden Mensch dran, dass der Zustand auch sehr gut durch Ursachen anderer Vorkommnisse zu Stande kommen könnte. Die Menschheit als solches Gesamt betrachtet vegetiert vor sich daher, Anarchie, Depressionen und Lethargie sind weit vorne auf der Liste, einzig Hoffnung vermarg zu trösten. Die ersten 15 Min schleppen sich dahin. Zwar ist die negative Grundstimmung schon vorhanden, jedoch versteift sich Regisseur Alfonso Cuaron zunächst ganz auf die zivilisierte Welt. Und das ganze ohne Action- Feuer loszulassen, es geht in erster Linie um das menschliche Verhalten, in den verschiedensten Situationen, und zeigt einmal mehr wie skrupellos und hemmungslos man stolzieren kann - was natürlich nicht sein darf. Das Leben als Gesamtes betrachet wäre dann nichts mehr wert. Die verstoßenen Einwanderer werden in Käfige eingefercht, im weiteren Verlauf vorhandene Exekutionen stellen Parallelen zu einer schlimmen Epoche dar. Jeder einzelne Einwohner, egal aus welcher Schicht er entstammt, ist sich selbst der am nächsten: ist nicht das, was er zu sein scheint. Moralische und Ethische Grundwerte oder Grundsätze scheinen hier - in dieser Welt wie weggefegt.

Wir begleiten Clive Owen auf eine Odyssey hindurch, die nicht nach einem entsprechendem Schema F verläuft. Nie weiß man genau, wo man drinnen ist, kaum was gar als nächstes passiert. Wenn man sich mal auf einer Seite sicher und geborgen fühlt - kommt alles anders und noch wesentlich schlimmer, als man es immer zunächst denkt. Beispiele wie sich nahende Romanzen werden sofort im Keim erstickt. Allesamt sympathische Charakterzüge oder welche Begleiter von Faron darstellen, ereilt ein schlimmes Schicksal. Faron verliert so ziemlich alles, das was ihn am Leben gehalten hat. Mit der schwangeren Frau hat er ein Ziel gefunden, das tief schlummernde Energie freisetzt und wofür er sterben würde. Die Choreographie ist als Beispiel super gelungen, toll gemacht, sowie eigentlich alles. Der Sondtrack ist ein bisschen lahm, aber gut, am besten kommt der melancholische Track am Ende rüber.

Fazit:

Der Film als solche ist brilliant und weiß absolut zu überzeugen, ich war beeindruckt, aber trotz einiger mancher kleinen Schwächen ist es ein sehr guter Science Fiction der letzten Jahre. Hart und schockierende Beiträge zum Wesen Menschen. Bei einem Gesellschaft beispiel was eben gezeigt wird, und zwar schonungslos erkennt ein jeder das andere wichtige Werte wideer aufflammen müssen - aber, und das ist das entscheidene, muss das Gesamt passieren, noch ist es nicht zu spät. Das Making - Off auf der extra Scheibe ist ebenfalls äußerst interessant
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. November 2006
Hinweis: Die nachfolgende Rezension bezieht sich nur auf den Film selbst, nicht auf die DVD-Umsetzung.

Die Apokalypse scheint gar nicht so weit entfernt zu sein - schon 2027 ist die Menschheit unfruchtbar und versinkt gleichzeitig im politischen Chaos. Nur Großbritannien ist das einzige Fleckchen auf der Erde, in dem es sich noch am wenigsten schlecht leben lässt. Millionen von Flüchtlingen drängen auf die Insel und der Regierung fällt nichts anderes ein, als sie in Ghettos zu einzuquartieren oder sie auf der Straße rumlungern zu lassen. Theo (Clive Owen) glaubt, dass er noch das beste aus seinem Leben rausgeholt hat, wirkt aber vom Leben selbst relativ enttäuscht und abgestumpft. Er hat immer sein Schnäpschen dabei und raucht unentwegt ("Sie rauchen?" - "Ja, es nützt aber nichts"). Sein Leben ändert sich, als er von politischen Aktivisten entführt wird, die sich aber erstaunlicherweise als seine Bekannten von "Damals" entpuppen. Er lässt sich davon überzeugen, wieder für sie zu arbeiten. Soll ja nur ein kleiner Job werden und er hat die Kontakte und so weiter. Wie sich später herausstellt, wird der Auftrag alles andere als einfach, denn sein "Auftrag" Kee (Claire-Hope Ashitey) ist schwanger....

Was jetzt beginnt, ist eine tödliche Hetzjagd, bei der das Ungeborene und später das Kleinkind eine entscheidende Rolle spielt. Es wird hoch gepokert und niemals ist so ganz klar, wer eigentlich Freund und wer Feind ist. Freunde sterben, Feinde überleben und umgekehrt. Der Film macht vor nichts halt. Die Atmosphäre Londons und Umgebung aus dem Jahr 2027 spürt man auf jedem Quadratmilimeter Zelluloid. Ich würde die Qualität des Sets mit dem des kürzlich auf DVD erschienen "Silent Hill" vergleichen. Alles ist schmutzig, überall liegt Müll rum: Kinderwagen, Matrazenroste, verbrannte Autos und und und. Man leidet mit, wenn Freunde brutal niedergestreckt werden und wenn die Helden auf der Leinwand mal wieder in einen Hinterhalt von Flüchtlingen ("Fugees") oder von der Polizei gelangt sind. Im Verlauf der Zeit steigert sich der Film setmäßig und atmospährisch immer weiter rein, bis jeder Regisseur eines Kriegsfilms neidisch werden könnte. Und trotz der Spezialeffekte - ich kanns nur immer wieder betonen - ist man in jeder Zeit bei den Charakteren voll dabei. Das liegt vermutlich auch daran, dass man insbesondere bei Theo, Kee und Jasper (Michael Caine) das Gefühl hat, sie verbindet eine Freundschaft, wie man sie in dieser abartigen Umgebung haben muss. Und sie bewahren trotz aller widrigen Umstände immer noch eine Priese trockenen Humor ("Hat das nicht eine süße Ironie? Wir brechen in ein Gefängnis ein!"). Das macht es nicht nur menschlich, sondern sorgt auch mal dafür, dass man mal durchatmen kann.

Jedoch sollte man das Wörtchen "Durchatmen" nicht damit verwechseln, dass man vor lauter Handlung nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Leider dümpelt der Film in der ersten Hälfte relativ gut vor sich hin. Und auch das Ende ist mir etwas zu klischeehaft.

Nun, ich habe versucht, mein Review ein wenig zu gliedern. 1. Absatz: Handlung, 2. Absatz: Positives, 3. Absatz: Negatives. Was, denke ich, mehr als offensichtlich ist: Der 3. Absatz ist mal extrem dünn ausgefallen. Und so denke ich auch über den Film: Der Streifen nimmt einen von der ersten Minute ein, was nicht nur an den herorragenden Schauspielern liegt, auch an der faszinierenden depressiven Umgebung. Die Handlung könnt etwas dichter sein, aber letztendlich bleibt eine verstörte und düstere, aber auch glaubwürdige Zukunftsvision zurück.
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am 28. Dezember 2008
...in einem Film, der innovationsfreudig und mutig unverzüglich ins Geschehen des Jahres 2027 einsteigt, auf eine inhaltliche Einführung verzichtet und weder auf einen "Ballerhelden" noch auf romantisch verklärte Liebesszenen Wert legt und stattdessen seinen Schwerpunkt ostentativ auf das entworfene düstere Szenario und seine Botschaft ausrichtet. Eine Welt...

...in der keine Kinder mehr geboren werden können, eine Welt am Abgrund der Verzweiflung, geprägt von verfallenen schmutzigen Städten, kaputten Menschen und staatlich subventionierten Suizidpaketen. Eine Welt mit totalitären Strukturen, die Andersdenkende unterdrückt und gnadenlos Jagd auf Ausländer macht, um sie in menschenverachtenden Lagern einzupferchen und wegzusperren. Ein Drama...

...in dem ein "Held" die Chance bekommt, die einzige schwangere Frau und vielleicht das Schicksal der Erde zu retten. Clive Owen ist schon eine Type von Held, der mit ausgebrannten Gesichtszügen unter einem schweren unsichtbaren Mantel der Verzweiflung förmlich dahinvegetiert und weder mit großkalibrigen Waffen noch mit markigen Sprüchen ausgestattet ist. Eine Prise Hoffnung in einer Welt, die in Hass und Rassismus jegliche Menschlichkeit negiert, in der Depressionen Hand in Hand mit Galgenhumor gehen und schwelende Hoffnungslosigkeit alles in ihren Bann zieht.

Fazit:

Eine beklemmende Perspektive auf eine Menschheit, die neben ihren Kindern fast auch ihre Menschlichkeit verloren zu haben scheint. Krass...gut.
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am 1. Februar 2007
Hallo zusammen,

Also ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen: Einer der besten "echten" Science-Fiction-Filme seit langem: ohne übertriebenes Hollywood-Getöse und entsprechenden Sinnlos-Dialogen, stattdessen mit einer Story zum Nachdenken, einem der besten und überzeugendsden Hauptdarsteller, den man sich in der Rolle des "Volksheld wider Willen" vorstellen kann und einem Endzeit-Szenario, welches einem Schauer über den Rücken laufen läßt!

Wer die düstere Stimmung von "1984", "Brazil" oder "Bladerunner" mag, zusammen mit einem gehörigem Anspruch in der Story, der wird diesen Film lieben! Ihn stattdessen mit Blockbustern wie "Minority Report" zu vergleichen, wird diesem Film nicht gerecht...

Auch die "Kritik" an Syncro, Effekten oder Filmmusik kann ich absolut nicht nachvollziehen - alles super!!

Was soll man also noch sagen: Ein "Must Have" für jeden echten Science-Fiction Fan!

Beste Grüße!
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