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154 von 170 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, einfach wunderbar
Jemand, der dieses Buch als finster und deprimierend empfindet, hat dieses Buch nicht verstanden, oder hat noch nie soetwas wie Dunkelheit und Leere im Herzen empfunden. Paolo schreibt so emotionsgeladen, das jedes seiner Worte ins Herz geht.
Ich las als erstes "Elf Minuten", ein wunderbares Buch über das Leben, die Liebe und die menschlichen Triebe und...
Veröffentlicht am 24. Januar 2008 von Maria König

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend.
Wenn ich mir hier all die überaus positiven Rezensionen anschaue, bin ich fast versucht, mich zu fragen, ob ich das gleiche Buch gelesen habe.
Ich habe mich in den letzten Jahren mit zahlreichen Texten über psychische Erkrankungen beschäftigt; über 'Veronika beschließt zu sterben'' stolperte ich dabei immer wieder und beschloss daher - auch...
Vor 4 Monaten von Felinity veröffentlicht


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154 von 170 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig, einfach wunderbar, 24. Januar 2008
Von 
Maria König "Maria" (Sachen-Anhalt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Jemand, der dieses Buch als finster und deprimierend empfindet, hat dieses Buch nicht verstanden, oder hat noch nie soetwas wie Dunkelheit und Leere im Herzen empfunden. Paolo schreibt so emotionsgeladen, das jedes seiner Worte ins Herz geht.
Ich las als erstes "Elf Minuten", ein wunderbares Buch über das Leben, die Liebe und die menschlichen Triebe und Beweggründe.
Danach las ich "Veronika beschließt zu sterben", zu einer Zeit, in der ich in einem tiefen Loch aus Sinnlosigkeit steckte, alles um mich herum war auf einmal wertlos, völlig ohne Liebe, oder Verstand.
Mein Vater ist ein paar Tage zuvor gestorben, und ich fühlte mich so unvollständig, auf einmal war alles zu spät, was man hätte ändern können.
Ich las dieses Buch und ich habe wieder erkannt was das Leben so wunderbar und wertvoll macht.
Es ist nicht Geld, oder sonstige materialistischen Dinge,
nein, ich saß auf meinem Balkon und lauschte den Bäumen, die im Wind raschelten. Ich empfand eine innere Ruhe und Zufriedenheit, die mit keinem Wort zu beschreiben ist.
Paolo möchte uns Lesern mitteilen, dass genau das etwas so wunderbares ist, und das wir hin und wieder hinhören sollten, um wieder Kraft zu schöpfen. Er ist ein großartiger Autor, der sich auf seiner Homepage zu jeder Kritik, ob positiv, oder negativ privat äußert. Und wenn es doch nur einer seiner Angestellten ist, egal, er kümmert sich und interessiert sich für seine Mitmenschen. Wie sonst könnte er schreiben, wie eine Frau fühlt in manchen Momenten, wie dunkel es manchmal in der Seele eines Menschen ist. Ich kannte das Gefühl von Veronika nur zu gut, und es besucht mich noch immer sehr oft, aber es geht auch wieder und macht Platz für alles Lebenswerte, ich denke das ist es, was er uns sagen wollte.
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58 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine hymne an das leben, 7. Dezember 2003
Das Buch handelt von einer jungen Frau, die sich entschließt zu sterben. Sie nimmt eine Überdosis von Schlafmitteln und erwacht in der Klapse "Vilette".
Dort erfährt sie nachdem sie aus dem Koma aufgewacht ist, dass sie nur mehr ein paar Tage zu leben hat, weil ihr Herz irreperabel geschädigt ist. Im Angesicht des Todes überdenkt sie ihr vorheriges Leben und durch Gespräche mit anderen Patienten, erkennt sie wie unwichtig es ist immer nur das zu tun, was den anderen gefällt bzw. diese von einem erwarten.
Sie geht aus sich heraus, tut was ihr gefällt und niemand hasst sie dafür.
Sie beginnt wieder an ihrem Leben zu hängen und erinnert sich an ihren Kindheitstraum Pianistin zu werden.
Sie spielt am Klavier der Anstalt wie eine besessene für einen Schizophrenen in den sie sich verliebt und dem sie sich ohne Hemmungen und Schranken hingibt.
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der seine verloren geglaubten Träume wieder entdecken will, und Leuten die schon Psychiatrieerfahrung haben ganz besonders, denn man entdeckt viel viel Wahres in den persönl. Geschichten der betroffenen Patientin in diesem Buch.
Coelho war ja selber 3 mal psychiatriert und weiß wovon er spricht.
Ein absolut positives Buch und eine Hymne an das Leben.
Andrea
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend., 23. August 2014
Wenn ich mir hier all die überaus positiven Rezensionen anschaue, bin ich fast versucht, mich zu fragen, ob ich das gleiche Buch gelesen habe.
Ich habe mich in den letzten Jahren mit zahlreichen Texten über psychische Erkrankungen beschäftigt; über 'Veronika beschließt zu sterben'' stolperte ich dabei immer wieder und beschloss daher - auch aufgrund der vielen guten Kritiken - , es zu kaufen.

Inhalt:
Der Roman beginnt damit, dass die junge Frau Veronika aufgrund permanenter Langeweile und in Ermangelung nahender Besserung ihres Lebens überdrüssig ist, weshalb sie beschließt, sich umzubringen - was ihr jedoch nicht gelingt. Stattdessen landet sie in der Psychiatrie Vilette. [weiter möchte ich ungern spoilern]
Figuren:
Ab dem Moment, in dem Veronika in Vilette erwacht, kommen weitere Nebenfiguren hinzu, unter anderem der Oberarzt Dr. Igor - der Veronika eröffnet, dass sie infolge ihrer Tablettenüberdosis nur noch wenige Tage zu leben hat-, die depressive Zedka oder der schizophrene Eduard.
Coelho gelingt es bei keiner dieser Figuren, platte Klischees zu überwinden und einzigartige Figuren zu zeichnen. Allein schon durch die hohe Anzahl an Nebenfiguren, die er jeweils ihre eigenen Geschichte erzählen lässt, wird Veronika selbst immer mehr zur Nebenfigur. Statt einer oder zwei Figuren ein tiefgreifendes und facettenreiches Profil zu verleihen, zu der man als Leser auch einen Bezug aufbauen kann, zeichnet Coelho gleich insgesamt 5 Figuren nebeneinander, allerdings fad und klischeehaft.

Bei der Beschreibung der Krankheitsbilder verhält es sich ebenso - und das von einem Autor, der sich doch unter anderem dadurch profiliert, selbst bereits drei Psychiatrie-Aufenthalte durchlaufen zu haben - da könnte man doch ein wenig mehr Ahnung und Feingefühl für ein solches - durchaus ernstes - Thema erwarten.
Wie man bereits dem Klappentext entnehmen kann, entdeckt Veronika durch die Konfrontation mit dem eigenen Tod ihre Lebensfreude wieder - in meinen Augen ist das Pseudopsychologie vom feinsten. Wer ernsthaft den Schritt wagt, sich das Leben nehmen zu wollen, wird wohl kaum aufgrund eines solchen Vorfalls plötzlich alles ganz anders sehen. Darüberhinaus wird ihr Gemütszustand und der der anderen Insassen scheinbar gerne als 'Verrücktheit' trivialisiert und auch romantisiert, und das halte ich nun doch für sehr gewagt und gefährlich.
Die Quintessenz des Buches lautet in etwa, dass 'normal' und 'verrückt' von der Gesellschaft konstruierte Konzepte sind, aus denen es auszubrechen gilt, um die eigene Individualität entfalten zu können (Überraschung!), was dann auch allzu gerne auf jede der Figuren immer und immer wieder übertragen und während des gesamten Buches auf gefühlt jeder zweiten Seite wiederholt wird. Soweit, so gut, aber solche Aussagen in Verbindung mit depressiven und suizidalen Figuren - die sicher nicht als einfach nur 'ein wenig verrückt, aber einzigartig und gut so' zu klassifizieren sind- sind wohl etwas sehr daneben.
Der Handlungsverlauf bleibt nicht im Gedächtnis, alles plätschert so vor sich hin. Ich habe das Buch mehrmals weglegen müssen und konnte keine so rechte Beziehung dazu aufbauen.

Dieser esoterische, pseudowissenschaftliche Blödsinn in Verbindung mit einem Schreibstil, der mich ganz stark an das Niveau von Mittelstufe-Aufsätzen erinnert, haben es mir sehr schwer gemacht, das Buch zu lesen - etwa 20 Seiten vor dem Schluss musste ich es dann auch beiseite legen, was mir so schon seit Jahren nicht mehr passiert ist.
Für Leute, die sich nur oberflächlich mit dem Themenkomplex beschäftigen wollen, ist das Buch vielleicht durchaus geeignet.
Ich fand es durch und durch schrecklich und misslungen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Ansatz eigentlich viel Potential haben könnte, was in diesem Roman aber alles andere als sinnvoll genutzt wurde.
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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...ich weine immer noch..., 7. Februar 2002
Von Ein Kunde
ich habe gerade das buch zu ende gelesen und ich kann nicht aufhören zu weinen und zu lachen - einfach verrückt! ich kann nicht glauben, dass jemand solch eine geschichte aufs papier bringen kann, sollte mich allerdings bei paulo coelho nach "der alchimist" und "Am Ufer des Rio Piedro sass ich und weinte" nicht mehr wundern. aber ich will nicht zu viel erraten - nur soviel - das buch nimmt eine ganz andere wendung, als man von der kurzbeschreibung annehmen könnte. es ist schlicht und ergreiffend eine liebeserklärung an das leben, ein appell an alle menschen, die jeden tag gelangweilt vor sich hinleben und so ihre kostbare zeit verschwenden. tut das, was euch gefällt, jeder auf seine art und weise und nicht so, wie es uns gezeigt oder gesagt wurde. wir wissen am besten, was uns guttut-wenn wir nur darauf hören - müssen. ich muss fange gleich wieder an zu lesen...
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Titel der vielleicht falsche Vorstellungen weckt...., 21. August 2001
Sobald man die ersten Seiten dieses Buches gelesen hat, ist man schon hypnotisiert. Die Faszination dieser Geschichte, steigt von Seite zu Seite. Man hat durch den Titel des Buches höchstwahrscheinlich eine ganz andere Vorstellung vom Inhalt. Man stellt jedoch sehr schnell fest, dass der Sinn hinter allem nicht der TOT ist, sondern das LEBEN! Dieses Buch sprüht förmlich vor Leben, und vor Hoffnung, und darauf kommt es an. Man sollte sein Leben so leben, als könnte morgen schon der letzte Tag sein. Paulo Coelho versteht es meisterhaft diese Erkenntnis seinen Lesern zu vermitteln. Vielleicht muß man aber erst an seine Grenzen gestoßen sein, um den tieferen Sinn dieses Buches wirklich zu begreifen...
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut aber nicht vollends überzeugend, 7. Januar 2002
Ich mochte das Buch, las es gern und dennoch erschien mir die Geschichte nicht ganz glaubhaft. Zu banal schien mir der Grund, dass Veronika aus dem Leben scheiden wollte, zu einfach ihre Heilung und ihr Weg zurück zum Leben. Mir schien beim Lesen, dass Coehlo über etwas schreiben wollte, was er niemals selbst gefühlt hatte. Eine depressive Episode, der Wunsch der eigenen Existenz ein Ende zu setzen fühlt sich anders an und lässt sich nicht ganz so einfach aus der Welt schaffen, wie man es uns hier glaubhaft machen will. Wer das Gefühl verstehen möchte, wie man sich mit seinem Todeswunsch fühlt, dem empfehle ich Hesses Steppenwolf.
Trotzdem, ein hübsches Buch, mit vielen weisen Worten.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ...wer kauft schon ein Buch mit einem solchen Titel?, 26. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Das können doch wohl nur Menschen sein, die entweder den Autor kennen (was bei mir nicht der Fall war) oder weil der Titel sie irgendwie anzieht (was bei mir der Fall war).
Natürlich sind die Botschaften Binsenweisheiten...aber wen stört das, wenn sie so nett verpackt daherkommen? Und kann mensch oft geung davon lesen? Davon, daß "verrückt sein" manchmal nicht mehr heißt, als Mut zur Indvidualität zu haben, die Unfähigkeit, sich Regeln anzupassen, die nicht für einen gemacht sind. Davon, daß mensch Grenzerfahrungen braucht, um das Leben schätzen zu lernen oder vielmehr zu verstehen, daß viele Erfahrungen im Leben maßgeblich von sich selber abhängen. Davon, daß die eigene Bitterkeit einen töten kann.
Es rührt irgendwie an, Veronika, Zedka, Mari, Eduard und Dr. Igor zu begegnen, und ich wage einmal dreist zu behaupten, daß die meisten Menschen mehr oder weniger von einem oder mehreren dieser Personen in sich wiederfinden.
Was jeder für sich aus dem Buch mitnimmt oder auch nicht mag ein Spiegelbild der eigenen Verfassung, Einstellung, Seelenlage,... sein.
Lesern, die "Geh' wohin Dein Herz Dich trägt" oder "Der kleine Prinz" mögen, wird auch dieses Buch gefallen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen vom nahen Tod ins Leben zürück, 5. März 2006
Von 
Stephan Kleiber "buchtippse.de" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
°
´Veronika beschließt zu sterben´, weil sie einfach keinen Sinn mehr sieht in ihrem tristen Lebensalltag. Sie nimmt Schlaftabletten, wird allerdings noch rechtzeitig gefunden und erwacht in der Psychiatrie. Der Arzt dort erklärt ihr, dass die Tabletten ihr Herz so geschädigt hätten, dass ihr nur noch kurze Zeit zu leben bleibt. Um sie noch mehr davon zu überzeugen, injiziert er Medikamente, die Herzschmerzen verursachen. Und tatsächlich erwacht durch die Nähe des bevorstehenden Todes der Lebenswille in Veronika. Sie verliebt sich sogar noch in der kurzen Zeit und wagt einen Fluchtversuch aus der Anstalt, um draußen den vermeintlichen Rest von Leben voll auszuschöpfen. Das Buch macht betroffen und lässt den Leser darüber nachdenken, worin der eigene Lebenssinn besteht. Im besten Fall bricht man danach selbst aus der Anstalt aus, in die man sich lebensmüde gebracht hat und beschließt, seine Tage zu leben statt zu erleiden. Das Buch steigt gleich zu Beginn recht tief ein – eben bei Selbstmordgedanken – und entwickelt aus der anfangs düsteren Sinnlosigkeit eine inspirierende Zukunftsperspektive. Dennoch ists nicht das beste Buch von Coelho und bekommt daher ´nur´ 4 Sterne.
~
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Hommage an das Anders-Sein, 19. Januar 2011
Da ich zu den größten Kritikern Paulo Coelhos gehöre (der Alchimist als misslungenstes Werk allen voran) war es eher Zufall, dass ich auf das Buch stieß. Eigentlich interessierte ich mich vielmehr für den Film, dessen Vorschau ich im Fernsehen sah. Schnell kam ich jedoch dahinter, dass die Geschichte ein Buch Coelhos war, lieh es mir von meiner Schwiegermutter und fing an - frei von jeglichen Erwartungen - zu lesen. Der sachliche Inhalt wurde ja hier nun schon zur Genüge platt getreten, wobei ich mich immer wieder über die Aussage der 1-Sterne-Bewerter zum Thema "Stereotypen" wundern musste - allen Anschein nach waren diejenigen noch nie in einer solchen Institution und haben auch sonst nicht viel mit, wie Coelho es eigentlich ganz treffend nennt "VerRÜCKTen" zu tun. Wie dem auch sei, am Meisten störte mich die sich immer wieder wiederholende (abgeguckte) Aussage jener Rezensenten, das Buch sei "Banal". Ich vermute jeder, der dieses Buch als banal betrachtet, ist einer derjenigen Menschen, die noch viel zu sehr in dem Stadium stecken sich der Gesellschaft anzupassen und krampfhaft versuchen nicht "verrückt", nämlich anders, nämlich instinktiv sie selbst zu sein. Denn nur so ist zu erklären, warum sie mit der Aussage des Buches nichts anfangen können. Es kommt in diesem Buch nicht darauf an, wie überzeugend oder authentisch die Charaktere einen realen Psychatriealltag darstellen. Dies ist ein buch um zu sich selbst zu finden und sich darüber bewusst zu werden, dass man niemandem etwas schuldet außer sich selbst.
Zugegeben, die 2-3 Anspielungen Coelhos auf sich selbst fand ich auch störend, aber sie sind Gott sei Dank nur am Rande zu finden.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch jedem, der selbst Erfahrungen mit psychosomatischen Symptomen gemacht hat, der selbst schon mal Angst hatte als "verrückt" bezeichnet zu werden, der das Gefühl hat sich um jeden Preis einer Gesellschaft anpassen zu müssen, der selbst einmal in einem tiefen Loch saß und keinen Ausweg mehr sah. Allen Anderen rate ich: Finger weg - die Lektüre ist etwas für fortgeschrittene "Verrückte", nicht für Anfänger, die mehr mit leugnen als mit sich selbst beschäftigt sind...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lesenswert!, 1. Dezember 2009
Zur Handlung denke ich, wurde schon genug gesagt. Ich war eigentlich, angesichts des großen kommerziellen Erfolgs Coelhos Bücher, durchaus skeptisch, muss aber zugeben, dass die Skespsis unbegründet war, und der Erfolg des Autors zu Recht besteht.
Man kann dieses Buch sicherlich kritisieren, in Bezug auf die durchwegs simpel gehaltene Sprache, die stellenweise etwas eigenartigen Metaphern oder die Erzählweise.
Das sei jedem unbenommen. Das Buch jedoch als "belanglos", "platt" oder gar "gefährlich" darzustellen, ist nicht möglich. Dass viele Leute dieser Ansicht sind, rührt wohl daher, dass vielen Menschen, gerade in unseren Breitengraden, die Fähigkeit symbolisches, mystisches oder spirituelles zu verstehen, abhanden gekommen ist. Leute, die -außerhalb einer anerkannten Religionsgemeinschaft- offen für soetwas sind, werden gerne in das Eck der kommerziellen Esotherik, des Feng Shui udgl. gestellt.

Nun, was ist es also, was an diesem Buch gerne kritisiert wird? Die mangelnde Auswälzung der Hintergründe für das Handeln vA der Protagonistin, generell die "Banalität" der Personen und der Botschaft. Das soll, diese Meinung habe ich schon oft gehört, die literarische Qualität dieses Wekes schmälern.
Meinetwegen, auch sei es jedem unbenommen, etwas als Literatur zu qualifizieren, oder es als Selbsthilfebuch einzuordnen.
Ob das Sinn macht, ist eine andere Frage. Literatur ist ein so wandelbarer Begriff, und vieles was früher als Schund abgetan wurde, ist heute anerkannte Kunst. Und vieles was füher anerkannte Kunst war, kann heute kein Mensch mehr konsumieren (man denke zum Beispiel an Barocklyrik, oder wer erträgt denn bitte Wagners Operntexte ohne die zugehörige Musik?)

Tatsache bleibt, dass dieses Buch Millionen von Menschen berührt hat, und zwar auf einer ganz persönlichen Ebene. Und warum hat es das? Weil eben nicht, wie es in den als Literatur anerkannten Werken, ein psychologischer Voyeurismus betrieben wird, um eine erfundene Figur möglichst realistisch und greifbar darzustellen, sondern vielmehr bleibt bewusst sehr viel offen und scheibar (!) banal.
Wie es in der anerkannten Literatur übrigens auch manchmal ist. Um bei einem Selbstmörder zu bleiben: Wird denn Woyzeck bis in letzte Detail psycholgisch beleuchtet? Würde ich nicht sagen. Dass der Woyzeck mit einem Amoklauf endet ist ein denkbares Ende. Er hätte auch anders enden können. Der Versuch übrigens die Gedanken eines Selbstmörders einem geistig gesunden Menschen verständlich zu machen, ist außerdem wohl ein Versuch, der von vornherein in vielen Fällen keine realistische Erklärung bietet.
Hält jemand Hänsel und Gretel für ein schlechtes Märchen, weil darauf verzichtet wird, psychologische Details bis ins letzte zu durchleuchten? Ist die Geschichte weniger qualitätvoll, weil wir nicht erfahren, was Hänsel und Gretel fühlen, als sie beschließen, die Hexe ins Backrohr zu schieben? Wir erfahren nicht, wie sie mit der Tatsache einen Mord begangen zu haben ihr restliches Leben fertig werden. Macht das was? Oder macht es was, das die Idee, dass Eltern ihre Kinder im Wald aussetzen, ja auch nicht gerade die glaubhafteste Variante ist?

Nein, hier stört es keinen. Aber nur weil ein moderner Autor Literatur verfasst, die etwas anders als die gewohnte ist, erhebt man sofort den Vorwurf der Banalität. Tasache bleibt, dass dieses banale Werk Millionen von Menschen berührt hat. Heißt dass, das all diese Menschen banal sind? Ich denke nicht.
Vielmehr sind jene, die zu der Symbolhaftigkeit des Buches keinen Zugang haben, einfach eher jene Menschen, die so sehr von der Vernunft geprägt sind, dass ihnen das ganze natürlich banal erscheinen mag, oder solche, die das Problem des "unverwirklichten Traums" einfach nicht kennen. Vielleicht, weil sie das Problem verleugnen, oder zuviel Angst haben, sich nicht stark genug dafür interessieren, oder vielleicht zu den wenigen Glücklichen gehören, die ihren Traum schon leben.

Unstrittig ist es aber sicher ein Werk, das in der westlichen Leistungsgesellschaft unerwünscht ist. Die Leute könnten ja auf die Idee kommen, dass ihr Job mit 60 Stunden Woche zwar gut für die Wirtschaft, nicht aber gut für sie selber ist.
Wie die Individualität generell eher unerwünscht ist, denn es ist ja leichter Waren herzustellen, die den Geschmack hundert gleichgeschalteter Menschen treffen, als hundert von einander unterschiedlicher.

Ein sehr lesenwertes Buch, allerdings nur, wenn man einer dieser rastlosen Menschen ist, der gerne über das Leben philosophieren, denn das ist eindeutig die Zielgruppe.
Natürlich vermittelt das Buch auch direkte Botschaften, die sind aber garnicht so das interessante. Das wirklich interessante sind die Denkanstöße, zu denen dieses Buch führen kann. Inwieweit man Denkanstöße findet, wohin sie führen, hängt natürlich vom Leser ab.
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Veronika beschließt zu sterben Roman
Veronika beschließt zu sterben Roman (Unbekannter Einband - 1. Januar 2002)
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