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18
4,6 von 5 Sternen
Man on Wire: Der Drahtseilakt
Format: DVDÄndern
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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Oktober 2009
"Man On Wire" lautet der simple Protokolleintrag eines New Yorker Polizeibeamten in die Strafakte des französischen Künstlers Philippe Petit, der am 07.08.1974 kurz zuvor auf den Dächern des World Trade Centers verhaftet wurde. Eine knappe Dreiviertelstunde wandelte der Seiltänzer in 450 Meter Höhe ohne Absicherung auf einem Drahtseil zwischen den beiden Türmen acht Mal hin und her. Als die Polizisten auf den Dächern der Türme erscheinen, setzt er sich auf das Seil und lächelt sie an, spielt mit ihnen, indem er auf sie zukommt und wieder zurückgeht. Er tanzt traumwandlerisch, kniet sich nieder, hüpft auf dem Seil herum und balanciert auf einem Bein. Als der Wind zunimmt und schließlich auch Polizeihubschrauber in die Nähe der Türme gelangen, verlässt er das Seil.

Ende der 60er sitzt der 17-Jährige Philippe im Wartezimmer beim Zahnarzt und liest einen Artikel über den Bau des World Trade Centers, das einmal das höchste Gebäude der Welt werden soll. Für Petit beginnt eine jahrelange Obsession vom tänzerischen Überwinden der Türme. Der Dokufilm von James Marsh verknüpft eng die Errichtung der Twin Towers mit diesem Kunstwerk, das selbst Nixon und Watergate für einen Tag von den Titelseiten verschwinden ließ und dass als das künstlerisches Verbrechen des letzten Jahrhunderts in die Geschichte einging. Von Petit selbst wurde der illegale Auftritt schlicht als Le Coup betitelt. Obwohl das Ende der Türme am 11.09. 2001 nicht ein einziges Mal erwähnt wird, ähneln sich dennoch manche Bilder. Angefangen vom Legen des Fundamentes, das einen gigantischen Krater vergleichbar dem Loch von Ground Zero in den Boden gräbt, bis zu den Menschenmassen am Boden, die fassungslos zu den Türmen hinauf zu Petit starren. So kann man Petits Seiltanz als Gegenpol zu den Terroranschlägen sehen, als friedliches Bezwingen der Türme und der Schwerkraft in kontrastreichen Bildern zwischen dem kleinen Menschen und der überdimensionalen Architektur. Über Jahre hinweg spionierte Petit mit Hilfe eines Teams (das irgendwie an die Truppe aus Soderberghs Oceans 11 erinnert) Möglichkeiten aus, ohne Verhaftung sich Zugang zu den Dächern der Towers zu verschaffen. In Anekdoten erzählen die einzelnen Teammitglieder wie etwa Petits damalige Lebensgefährtin Annie Allix und sein langjähriger Freund Jean-Louis Blondeau über die akribische Planung, Logistik und Durchführung des Drahtseilaktes. Regisseur James Marsh setzt den Film mosaikartig aus Archivmaterial sowie Originalaufnahmen der Crew von Petit, nachgestellten Szenen und aktuellen Interviews zusammen. Die Besessenheit und Hingabe Petits, der seine Erinnerungen sehr beseelt und leidenschaftlich wiedergibt, kommt trotz der jahrelangen Distanz immer noch zum Ausdruck. Dabei zeigt Marsh wie der Coup letztendlich auch die Menschen nachhaltig veränderte, die ihn verwirklichten und lässt die Doku in eine menschliche Tragödie münden.

Der Ton der DVD ist als OmU abgefasst, wobei sich die Untertitel nicht ausblenden lassen. Das Bild liegt in 1,78:1 anamorph vor.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. September 2012
..diesem Film kommt in meinen Augen eine ganz besondere Bedeutung zu.
Ich erlebte beim Ansehen ein Gefühl des Trostes, der Wiedergutmachung.

Wie ich das meine?

Ganz einfach:
Für jeden von uns steht das World Trade Center seit dem 11. September 2001 sinnbildlich für den absoluten Horror,
das Grauen - geradezu für das Inferno schlechthin.
Jedem von uns haben sich wohl auf ewig die furchtbaren Bilder des Anschlags eingebrannt.
Unvergesslich, so dass dieses Bauwerk vermutlich für immer mit Schrecken und Tod assoziiert werden wird.

Doch halt:
Dieser Film macht für Augenblicke die Geschehnisse vergessen, nutzt er doch den selben Schauplatz für etwas
unvergleichlich Schönes, Künstlerisches - im besten Sinne "Leichtfüssiges".

Philipe Petit ist zu danken für seinen enormen Enthusiasmus und seine Phantasie,
die es ihm damals ermöglichte, diese im Grunde wahnwitzige Aktion durchzuführen.

Denn zumindest ich hatte dadurch die Möglichkeit, ein weltumspannendes Trauma für die Dauer eines
wirklich erstklassig gemachten Dokumentarfilmes zu vergessen.

Dies und der enorme Unterhaltungswert der Dokumentation lassen daher aus meiner Sicht
keine andere Bewertung als fünf Sterne zu.

Schlicht großartig und unbedingt sehenswert.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Oktober 2009
Dokumentarfilme zu rezensieren ist immer eine eigene Herausforderung. Man kennt üblicherweise den Ausgang der Geschichte, und die "Zutaten" sind gänzlich andere, als bei einem Spielfilm (keine Schauspieler, kein Drehbuch u.ä.). Bei "Man on Wire" hatte ich dennoch sehr stark das Gefühl einen Spielfilm zu sehen, und das nicht nur, weil Spielszenen mit Schauspielern an manchen Stellen hineingeschnitten waren.

Erzählt wird die Geschichte von Philippe Petit, der 1974 auf einem Drahtseil zwischen den Türmen des World Trade Center ging, tanzte und lag. Aus diesem zunächst recht einfachen und unkomplizierten Fakt machte James Marsh einen zutiefst poetischen, lyrischen, aber dennoch spannenden und informativen Film. Wie kam dieser Mann auf eine solche Wahnsinnsidee? Welche Logistik war dabei zu bewältigen, wenn man berücksichtigt, dass die Betreiber des WTC ein derartiges Ansinnen kaum goutiert haben? Wie schafft man es überhaupt, zwischen den beiden Türmen ein Drahtseil zu spannen? Wie kann man das Seil stabilisieren, wenn man sich vor Augen hält, welche Windstärken in dieser Höhe herrschen? Auf alles zeigt der Film Antworten.

In seinen stärksten Momenten erinnert "Man on Wire" an einen klassischen Kaper-Movie im Stile von "Rififi". Vor allem das Katz-und-Maus-Spiel mit den Sicherheitsbehörden des WTC ist mit einer unglaublichen Spannung umgesetzt. Auch die Spannungen in Petits Team werden nicht geschönt und verschwiegen. Ebenso die Situationen, in denen das Projekt kurz vor dem Scheitern steht.

Am Ende steht der Erfolg. Der Tanz auf dem Seil. Diese Momente, durch Michael Nymans wunderschöne Musik untermalt, sind pure Magie. So schön kann Kino sein. Auch das weitere Schicksal der Hauptfiguren wird erwähnt. Das allmähliche Zerbrechen der Freundschaften und Beziehungen untereinander, das Bewusstsein, dass der Höhepunkt des gemeinsamen Lebens auch das Ende sein würde. Nichts, was danach kommen würde, könnte diesem Sommer 1974 gleichkommen, und so gingen die Wege auseinander.

Ein durch und durch berührender Film.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2009
bitte amazon, arbeitet mit sauberen detailangaben zu euren artikel die ihr verkauft.

diese version (arthaus collection, dokumentarfilm, man on wire, 4006680050119) hat english 5.1 dolby digital, stereo dolby digital, untertitel: deutsch (nicht ausblendbar), laufzeit ca. 90 min, bild: 1,78:1 anamorph, region2/pal, bestellnr: 502642, kinowelt gmbh, film von james marsh).

es ist echt traurig dass konzernriesen wie amazon noch immer solche riesen probleme mit den fakten ihrer produkte und sauberen details haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Juli 2010
Dass jemand in den Siebzigern zwischen den Türmen des WTC auf einem Seil spaziert ist hatte ich schon mal gehört - welch abenteuerliche Geschichte dahintersteckt wusste ich aber nicht. Die Vorschau hat mich ehrlich gesagt nicht umgehauen, aber beim Zappen bin ich dann doch (zum Glück!) sofort hängengeblieben.
Petit und seine Wegbegleiter sind einfach wahnsinnig symphatisch und man fiebert von der ersten Sekunde an mit ihnen mit. Den Wechsel zwischen Interviews, nachgespielten Szenen und Original-Material fand ich sehr gelungen.
Rührender Film, absolut empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. August 2010
Diese Dokumentation habe ich in der ARD als Spätausstrahlung am 13.7.2010 gesehen. Sie hat mich von der ersten Sekunde an gefesselt, sie ist der reinste Thriller. Auch andere, denen ich diesen TV Tip gegeben hatte, waren von dieser Dokumentation total begeistert und berührt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. September 2009
Spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde. Aber nichts für Special-Effekt-Fans oder Freunde von aufwändig restauriertem zeitgenössischen Material. Für mich hat aber gerade das den Film authentisch werden lassen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Juli 2010
Wie bin ich als Cascadeur durchs Leben geknallt. Dieser Mann bricht alles. Ein Hippie, ein Stern, ein Verwegener, ein Master of Arts, ein Beispiel für alle
Hocker dieser Zeit, die meinen, Action-Filme wären das Leben. Dies ist wahres Aktion, hypergeile Aktion. Dies ist Leben hoch 2, dies ist Leben.

Gottseidank gibt es noch wahre Helden der wahren Art. Wer diesen Film, diese Doku sieht, sieht im Namen des Sehens eines Don Juan, der sieht und er sieht hier etwas, das 100 Sterne verdient. Hoch lebe Phillipe Petit, hoch lebe er als Vorbild für uns alle, die hinterm Ofen sitzen und nichts mehr auf die Beine Stellen als ihre alten vermoderden Knochen. Eines der größten auf der Welt, das Werk vom kleinen Phillipe.
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Mitreißende Dokumentation über einen einmaligen Coup: zwischen den Twin Towers ein Seil zu spannen und darüber zu laufen.

In manchen Szenen bekam ich schon beim Zuschauen Höhenangst. Allein die Vorstellung ohne Absicherung über einen 450 m tiefen Abgrund zu laufen ... Nichtsdestotrotz hat mich diese Dokumentation über Philippe Petit und seine Helfer mitgerissen. Man erfährt viel über die jahrelange Planung dieses einmaligen Coups, die Ängste der Mitstreiter und kann die Faszination von Philippe Petit nachvollziehen.

Schade fand ich, dass mit der Verhaftung von Philippe Petit Schluss war. Dass nicht erzählt wurde, wie es mit ihm und seinen Mitstreitern weiterging. Es wird zwar angedeutet, aber mehr auch nicht. Ich hätte gerne noch erfahren, was er jetzt macht, inwiefern er sich in den Augen seiner "Komplizen" verändert hat.

Fazit

Eine absolut sehenswerte Dokumentation selbst wenn man wie ich unter Höhenangst leidet ;-)
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am 1. März 2011
Die Dokumentation erzählt authentisch die Ereignisse um den 7. August 1974 nach, als Philippe Petit mit seinen mehr oder weniger zufälligen Bekannten akribisch einen Wahnsinns-Drahtseilakt zwischen den noch unvollendeten Türmen des World Trade Centers in New York vorbereitet und quasi im Handstreich vollführt. Mehr noch: Die damaligen Akteure kommen selbst zu Wort, aus dem Abstand von gut 30 Jahren, mit ihrem Draufgängertum, aber auch ihren Zweifeln, ihren Skrupeln - und der schließlich alles besiegenden Begeisterung des P. Petit. - Hochaktueller Querverweis: Im Roman "Let The Great World Spin" von Colum McCann (deutsch: Dirk van Gunsteren "Die große Welt") wird um den "Traumtanz" des P. Petit herum ein faszinierendes Zeitbild des New York der 1970er Jahre gezeichnet... Mehr als "Das Buch zum Film" - und unbedingt auch lesenswert!
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