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Was dem Regie-Neuling Steve McQueen (nein, nicht der legendäre Schauspieler) gleich mit seinem Langfilm-Debut gelungen ist, kann man recht schwer in Worte fassen, da man von diesem Werk auch nachhaltig extrem beeindruckt ist. Erzählt wird die Geschichte des IRA-Mitglieds Bobby Sands, der 1981 im Gefängnis Mate bei Lisburn den Hungertod erlitt. Er tat dies aus freien Stücken und wollte damit die britische Regierung dazu bringen, die IRA-Häftlinge nicht wie gewöhnliche Kriminelle zu behandeln, sondern sie als politische Häftlinge anzuerkennen.

Nun ist "Hunger" ganz sicher ein Film, der wieder einmal die Meinungen spalten könnte, denn wer hier einen actiongeladenen Knastfilm mit reihenweise wilden Schlägereien erwartet, der sollte sich diesen Film erst gar nicht anschauen, denn so etwas wird hier nicht geboten. Dafür wird dem Zuschauer hier eine Geschichte präsentiert, die man wohl kaum härter und intensiver hätte in Szene setzen können. Erstaunlich daran ist, das die vorhandene Intensität daraus ensteht, das während der gesamten Laufzeit so gut wie nicht gesprochen wird, fast die einzige Ausnahme bildet hierbei ein fast 20-minütiger Dialog zwischen Bobby und einem Geistlichen, der allein es schon wert ist, sich diesen Film anzusehen. Ansonsten werden zwischendurch einige Sätze gesprochen, aber zum größten Teil herrscht Stille.

Und genau diese Stille ist es, die diesem Werk eine unglaubliche Härte und Intensität verleiht, denn sie ist absolut zermürbend und greift selbst die Psyche des Betrachters an, es entwickelt sich ein starkes Gefühl der Beklemmung, das man einfach nicht abschütteln kann, selbst wenn man es wollte. Es ist nervenzerreissend, vor dem Bildschirm zu sitzen und hoffnungsvoll darauf zu warten, das endlich einmal einige Worte gewechselt werden, was aber wie gesagt, nur sehr selten passiert. Durchbrochen wird diese fast gespenstische Stille lediglich durch einige wenige, aber dafür umso härtere und brutale Übergriffe der Wärter auf einige Gefangene. Die Insassen werden körperlich maltretiert und das auf eine extrem harte Art und Weise.

Und es ist gerade dieser starke Kontrast zwischen der unheimlichen und beunruhugenden Ruhe und den eingestreuten Gewaltakten, die "Hunger" wie einen Keulenschlag in die Eingeweide des Zuschauers wirken lassen, den man nicht so schnell verdaut. Man ist schockiert und angeekelt und erschreckt sich sogar teilweise, wie realistisch und autenthisch das gante Geschehen auf die eigene Psyche einwirkt. Phasenweise hat man nicht das Gefühl, eine DVD zu schauen, sondern vielmehr selbst in diesem gefängnis zu sein, um alles live mitzuerleben. Dabei ist es äußerst schwer, die gewonnenen Eindrücke ziemlich zeitnah zu verarbeiten, da das gezeigte einem ordentlich zusetzt und seine markanten Spuren hinterlässt.

Perfekt ausgewählt für dieses aussergewöhnlich intensive Drama sind auch die agierenden schauspieler, wobei man eine Person ganz besonders hervorheben sollte, denn Michael Fassbender's Darstellung des Bobby Sands kann man ganz einfach nur als brillant bezeichnen. Die Hingabe, mit der er diese Rolle spielt, ist ganz einfach grandios wie auch der ganze Film an sich. Er spielt diesen Charakter nicht einfach nur, er lebt in richtiggehend, was man in jeder einzelnen Sequenz förmlich spüren kann.

So kann man letztendlich zu dem Fazit kommen, das hier ein aussergewöhnlich guter Film entstanden ist, der eine Thematik so intensiv und eindringlich bearbeitet, wie man es besser kaum hätte machen können. Das ist Kino vom Feinsten und auf ganz hohem Niveau. Ein anspruchsvoller Film für anspruchsvolle Filmliebhaber, die sich diesen Filmgenuß keinesfalls entgehen lassen sollten, denn ansonsten würden sie es sicherlich irgendwann bereuen.
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am 8. Juli 2010
Dieser Film ist nicht einfach zu greifen. Er erzählt die Geschichte des Hungerstreiks der IRA im Maze-Gefängnis in Nordirland 1981 aus verschiednen Perspektiven. Zu einem aus der Sicht des Wachpersonals und zum anderen aus der Sicht des IRA Mitgliedes Bobby Sands. Und statt aus diesem Thema einen dialoglastigen politischen Film zu machen, hat der Künstler und Filmdebütant Steve McQueen einen sehr visuellen und persönlichen Film mit wenig Dialog gemacht.

Punkten kann der Film mit seinen tollen Bildern und sehr guten Schauspielern. Bewunderswert ist auch, dass hier nicht der übliche Gefängnisfilm abgeliefert wird. Im Rahmen einer langen Dialogszene erfährt man auch etwa über die Motive des Hungerstreiks. Aber alles immer aus persönlicher Sicht der Beteiligten. Historische Zusammenhänge werden weniger klar. Aber das war auch nicht Ziel des Films. Thema ist eher das Verhalten der Wärter und Häftlinge in solchen Situationen. Der Zuschauer wird weder vor der Gewalt der Wärter, noch von Konsequenzen der Häftlinge verschont. Im letzten Drittel wird das Verhungern von Bobby Sands nüchtern und ergreifend dargestellt.

Das alles ist keine leichte Kost, aber ein außergewöhnlicher Film, der lange in Erinnerung bleibt. Die Kunstfertigkeit der Bilder hat mich begeistert. Zuerst war ich aber auch etwas enttäuscht, dass der Film wenig politische Zusammenhänge darstellt, jedoch ist das auch eine Stärke des Films. Er kann sich so von dem IRA-Konflikt lösen und ein allgemeingültiges Statement über Menschen in Extremsituationen abgeben.

Die Extras sind mit 200 Minuten (hauptsächlich Interviews) sehr umfangreich und sprechen nahezu sämtliche Aspekte des Films an. Leider wird die Gelegenheit nicht genutzt, hier eine Doku über den IRA Konflikt unterzubringen, der eine Einordnung des Films erleichtert hätte. Schade. Dafür einen Stern Abzug. Bleiben vier Sterne für einen beeindruckenden Film.
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... kann dies schwer erträglich, aber nicht weniger beeindruckend sein. Es sind vor allem die Körper, die im Film im Vordergrund stehen. Bereits die erste Szene zeigt, wie körperliche Verwundungen prägen, aber zusammenspielen mit geistigen Anstrengungen: Ein Mann taucht seine Hände in Wasser, um Linderung für seine aufgeschürften Fingerknöchel zu erlangen. Er nimmt wortlos sein Frühstück ein, prüft Auto und Straße sehr genau, bevor er losfährt und erreicht schließlich den Umkleideraum der Gefängniswärter. Erst viel später erfährt der Zuschauer, warum diese Knöchel verwundet sind und warum dieser Mann so schweigsam und so besorgt ist.
Nach ca. 35 Minuten kommt die eigentlich Hauptfigur, Bobby Sands, zum ersten Mal ins Bild und hat dann seine zentrale Szene: ein ca. 20 Minuten dauerndes Gespräch mit einem katholischen Priester. Überwiegend aufgenommen in nur einer einzigen Einstellung, die Figuren werden von hinten beleuchtet, so dass der Zuschauer lange nur Silhouetten sieht - eben nur Körper in einem kargen Raum.
Das Gespräch teilt den Film in zwei fast gleich große Teile: Im ersten stehen die Körper in der Konfrontation, in der Gewalt und in ihrer Nacktheit im Vordergrund. Die Weigerung der IRA-Kämpfer Gefängniskleidung anzuziehen, sich zu waschen und das Beschmieren der Zellen mit eigenem Kot wird von den Wärtern mit Bestrafungs- und Zwangsreinigungsaktionen beantwortet - beides ist gleichermaßen schwer erträglich. Dieser erste Teil des Films ist von einem verstörenden Wechsel zwischen extremer Gewalt und großer Ruhe bestimmt.
In der zweiten Hälfte wird der im Gespräch angekündigte Hungerstreik am Beispiel Bobby Sands gezeigt. Der Körper zeigt nun den stillen Protest, verfällt, wird liebevoll gepflegt und gewinnt am Ende etwas nahezu sakrales. Obwohl sich kaum noch etwas ereignet, ist die zweite Hälfte nicht weniger eindrucksvoll und fesselnd als die erste Hälfte dieses ungewöhnlichen und sehr sehenswerten Filmes.
Lange Interviews mit Regisseur McQueen und den Hauptdarstellern auf der Bonusdisk geben sehr guten Einblick in Konzeption und Machart des mit der goldenen Kamera in Cannes und dem europäischen Filmpreis prämierten Spielfilmes. Ein Film, der in seiner Machart und dem Gezeigten deutlich über die historische Ausgangssituation - der Hungerstreik der IRA-Gefangenen im Jahr 1981, bei dem 10 Gefangene starben - hinausweist und etwas über die Macht des Geistes und die Ausdrucksstärke des Körpers, über Menschlichkeit und Unmenschlichkeit erzählt.
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am 20. September 2012
In diesem Film steckt viel auch ungenutztes Potential ; zum einen kann er generell als Anlass zum Nachdenken über Terrorismus und seine Legitimität dienen, sowie über menschenwürdige Behandlung von Gefangenen und über den Nordirlandkonflikt als historisches Ereignis im Speziellen.

Ich würde den Aspekt des Verhungerns an sich nicht als zentrales Thema des Films betrachten (so wie es der Film tut), sondern die politischen Forderungen und Ziele, die Bobby Sands damit verbindet. Sie werden in der Dialog-Szene näher betrachtet. Er selbst sieht sich als Märtyrer, der bereit ist, für seine Sache zu sterben und der mit seinem evtl. Tod politischen Druck auf die britische Regierung ausüben will, d.h. einen passiv-aggressiven Akt begeht.

Doch genauso entschlossen wie er, ist auch Magret Thatcher, die ebenfalls nicht gewillt ist, einzulenken oder sich erpressen zu lassen. Wenn zwei Personen nicht einlenken, verhärten sich die Fronten, was hier geschied. Der Priester hält einen Hungerstreik für sinnlos und durchschaut Bobbys Motive, welcher sich jedoch im Recht sieht und ihn schon fast als "Verräter" betrachtet.

Der Film zeigt, z.B. die Polizeigewalt in sehr drastischen Bildern, lässt die Polizisten, die ebenfalls Gründe für ihren Hass auf die Terroristen haben, aber nie über ihre Motive sprechen, was einseitig zu Gunsten der IRA wirkt, die so nur als Opfer erscheint. Es wird auch nicht erwähnt, welches Verbrechen Bobby eigentlich begangen hat, was ihn ebenfalls einseitig als Opfer erscheinen lässt. Das die IRA-Kämpfer auch Täter sind, zeigt sich als ein Polizist erschossen wird. Wie wird seine Frau reagieren ?

Nur weil eine Person durch ihr qualvolles Verhungern an unser Mitgefühl appelliert, rechtfertigt es nicht ihre Taten oder Ziele. Personen, die durch IRA-Attentate Angehörige/Freunde etc. verloren haben, werden wenig Mitgefühl für Bobby aufbringen. Diese Perspektive verschweigt der Film, hätte hierdurch aber wachsen können.

Fassbender gelingt es durch seine Darstellung die nötige Einfühlung in Bobby beim Zuschauer zu erzeugen, was den Film aber auch tendenziös macht,daher ist es hilfreich, Hintergrundinformationen zur IRA und der Irischen Geschichte zu recherchieren.
Wie man aber letztlich zur IRA und dem Terrorismus steht, ist Sache des Zuschauers.
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TOP 1000 REZENSENTam 8. Januar 2010
Im berüchtigten nordirischen Maze Prison, 1981: Die dort in den sogenannten H-Blocks inhaftierten IRA-Mitglieder protestieren gegen die dortigen Haftbedingungen und wollen vor allem ihre Einstufung als politische Häftlinge, die ihnen die britische Regierung unter der eisernen Lady Maggie Thatcher genommen hat. Sie wollen diese durch einige Protestaktionen im Knast durchsetzen. Die Häftlinge weigern sich Gefängniskleidung zu tragen und verbringen ihre Zeit nur mit Wolldecken umhüllt in ihren Zellen. Zu dem Protest gehört auch die Verweigerung von Arbeit, so bleibt ihnen nur das trostlose Dasein 24 Stunden am Tag in der kargen Zelle zu verbringen. Die Regierung bleibt hart. Somit erweitern die Häftlinge ihre Aktion mit dem s.g. "Schmutzigen Protest": Urin und Exkremente werden dafür benutzt die Zellen zu verunreinigen, sie haben sich soweit abgesprochen, dass am Abend aus jeder Zelle der gesammelte Urin in den Flur des Tracks gekippt wird.
Der Gefangene Davey Gillen (Brian Milligan) ist neu hier und wird von seinem langhaarigen Zellengenossen Gerry (Liam McMahon) als Glückspilz bezeichnet, weil der nur 6 Jahre absitzen muss.
Ray Lohan (Stuart Graham) ist einer der dort arbeitenden Wachmänner. Schon zu Beginn des Films wird gezeigt, wie gefährlich sein Leben, der Schritt nach draussen und die Fahrt zur Arbeit ist. Und auch am Arbeitsplatz herrscht Stress. Genauso wie für die Insassen selbst ist der Schmutz, der Urin und Kot auch für die Wachen unzumutbar. Der Normalo Roy ist negativ geprägt von seiner Arbeit, er agiert im Knast als passionierter Täter und steht in erster Reihe, wenn es darum geht, die Gefangenen auch körperlich zu bestrafen.
Father Moran (Liam Cunningham)ist Gesprächspartner für die Gefangenen. Nach einer weiteren Eskalation sucht der Gefangene Bobby Sands (Michael Fassbender) ein tiefes Gespräch mit dem Geistlichen. Es geht um eine weitere Verschärfung des Protests, ein Hungerstreik ist geplant....
Der Film "Hunger" ist ein starkes, bewegendes Stück kino des Directors Steve McQueen, dessen Arbeit sich dadurch auszeichnet, dass den Bildern eine Körperlichkeit gegeben wird, die den Zuschauer nahezu physisch bindet.
Der Film ist in drei Teile gegliedert, der erste bezieht sich auf die beiden Häftlinge Davey und Gerry. Als Mittelteil fungiert das spannende Gespräch zwischen Sands und dem Pfarrer, dass dann den dritten Teil einleitet: Die letzten 66 Lebenstage des IRA-Mitglieds Bobby Sands, der sich in seinem Delir noch einmal an seine Jugendtage erinnert, an einen schönen Tag am See, der dem Jungen (Ciaran Flynn) zeitlebens in Erinnerung blieb...
McQueen arbeitet mit seinem Film britische Geschichte auf, in einer kompromisslosen und vitalen Art und Weise. Das Leiden der Menschen ist nichts für schwache Nerven, obwohl der Film in eigenartiger Weise auch poetische Momente voller Melancholie einfangen kann.
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am 14. Juli 2009
Bobby Sands war ein IRA-Häftling, der im Gefängnis in den Hungerstreik trat und nach sechsundsechzig Tagen starb. Steve McQueen hat einen sehr starken Film gedreht (und auch das Drehbuch mitgeschrieben) und mit Michael Fassbender aus dem Film EDEN LAKE gibt es einen sehr guten und charismatischen Hauptdarsteller. Neben seiner Darstellung von Bobby Sands ist beeindruckend, wie viel Gewicht er sich für die Rolle von den Knochen gehungert hat, denn anfangs sieht er eher muskulös aus und wird gegen Ende des Films zu einem Gerippe mit Haut drüber. Die besten Maskenbildner können das nicht hinbekommen haben (obwohl sie mit Sicherheit auch das Ihrige beitrugen) und somit reiht Michael Fassbender sich ein in Akteure wie Christian Bale, der einen ähnlichen, sehr radikalen Weg für seine Rolle in THE MACHINIST ging.
Was in dem Film neben dem Hungerstreik gezeigt wird, sind die Haftbedingungen der IRA-Häftlinge in den Achtzigern, die nicht als politische Gefangene angesehen wurden. Dazu gehören brutale geplante Prügeleien durch Wächter wie auch Besuche der Häftlinge von Verwandten und Freunden.
Es mag paradox klingen, aber der Film besticht durch sehr schöne Bilder. Häufig wird nicht gesprochen, und es gibt so gut wie keine Musik - lediglich am Schluss. Der einzige wirklich lange Dialog ist ein Höhepunkt des Films, dauert ungefähr zwanzig Minuten und findet statt zwischen einem Priester und Bobby Sands. Beachtenswert hierbei ist vor allem, daß in etwa fünfzehn Minuten kein Cut zu sehen ist und die Kamera still auf die beiden Protagonisten drauf hält, wodurch die Intensität noch erhöht wird. Auch fiel auf, daß diese sehr lange Szene die kurz vorher stattfindenden bereits erwähnten Prügelszenen etwas abfedert.
Der Film lässt einen verstört zurück und ist nicht besonders unterhaltsam. Als Feierabend-Ablenkung ist er ungeeignet. Für Leute, die gern anspruchsvolle Filme mit hervorragenden Darstellern und ernsthaftem realem Hintergrund sehen, ist er sehr gut geeignet.
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am 11. März 2012
Ich hatte "Hunger" im Kino verpasst, obwohl er mir mehrfach empfohlen wurde. Nun sah ich das zweite Werk von Steve McQueen "Shame" im Kino und sah seinen Hauptdarsteller Michael Fassbender erstmalig. Was für ein Darsteller. Ich habe bisher keinen vergleichbaren Schauspieler gesehen, der Leere und Verletzlichkeit so gekonnt zusammenbringt. Das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir sofort "Hunger" bestellte. Für mich persönlich heute im Jahr 2012 war der Irlandkonflikt und die Situation der Gefangenen, der Aufschaukelungsprozess zwischen der IRA und der britischen Regierung zweitrangig. Der Film wirft universelle Fragen auf (Menschenrechte, Gewaltausübung und Gewaltspirale, Kampf um Ideale, welche Mittel sind legitim). Der Film ist nicht wirklich parteiisch, bestenfalls tendenziös. Es gibt wenig Dialoge, es herrscht eine gewisse Langatmigkeit, die jedoch ein gutes stilistisches Mittel ist. Es gibt faszinierende Kameraeinstellungen. Obwohl frei von Action, ist der Film nicht frei von Brutalität, ganz im Gegenteil. Aber nie wird sie ohne Sinn eingesetzt. Zurück zum Anfang und zur größten Stärke des Films: der Hauptdarsteller Michael Fassbender. Es gibt keine Alternative zu diesem Mann. Der geht an seine Grenzen und somit auch an die Grenzen des Zuschauers. Er geht so tief rein in die Seele (und in den Körper), dass es zeitweilig an die Grenzen des Erträglichen geht. Ich finde den Film sehr berührend.
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am 27. Mai 2016
Mir war vor diesem Film nicht so klar was die Leute oder auch Filmleute an dem Schauspieler Michael Fassbender so besonderes finden. Nach diesem Film wusste ich es aber. Er hat so etwas Besonderes, etwas dass man nicht beschreiben kann. Der Film selber ist für mich sehr traurig gewesen, einfach diese Story - und noch mehr da sie auf wahren Tatsachen beruht. Klar wird in einigen Sequenzen wenig gesprochen, auch erscheinen mir einige zu langatmig (z.B. als ein Wärter gefühlte 3 Stunden endlos lange den Boden wischt). Wiederum die eine Szene wo der Gefangene traurig einer Fliege hinterherblickt, die einfach so durch Gitterstäbe in die Freiheit fliegt, die ist berührend, intensiv. Da braucht es keine Worte! Fast so als wäre man selber in den Gefängnismauern, so fühlt sich das an.
Der Film hat mich tagelang sehr beschäftigt und nachdenklich gemacht. Auch habe ich angefangen mehr über die IRA zu recherchieren.
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am 6. Januar 2010
Der Film stellt eines der dunkelstens Kapitel britischer und irischer Geschichte extrem hart aber auch sehr bewegend dar... Ohne viele Worte dafür aber mit sehr eindrücklichen Bildern und deshalb um so eindrücklicher werden die Hungerstreiks in den H-Blocks 1981 dargestellt. Nichts für schwache Gemüter, aber der bislang beste Film, den ich zu dem Thema gesehen habe...

Der Hauptdarsteller ist für die Rolle wohl tatsächlich durch die Hölle gegangen und hat bis zum Extrem gehungert - das merkt man aber auch an der Intensität seiner Darstellung von Bobby Sands.
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am 10. Januar 2010
Ein "cineastisches Meisterwerk", das "emotional berührt" und gleichzeitig "das Denken herausfordert", so wird mir "Hunger" auf dem DVD-Cover angepriesen. Hoch gelobt ist dieser Film, lief auf vielen Festivals, wurde mit Preisen ausgezeichnet. Nach dem Anschauen bin ich schon etwas irritiert, denn der Film konnte mich so gar nicht erreichen. Bin ich die falsche Zielgruppe? Für wen ist der Film gedacht? Steve McQueen sagt zu seiner Motivation zu diesem Film in den Extras, dass die Person des Bobby Sands und seine bewusste Entscheidung für einen langsamen qualvollen Hungertod ihn als Kind unglaublich beeindruckt haben. Das kann ich gut nachvollziehen. Nur ist mir die Person des Bobby Sands (der erst nach einer langen Anfangsphase mehr und mehr in den Mittelpunkt gerückt wird) nur in Ansätzen greifbar geworden. Insgesamt fehlte mir auch mehr politischer Hintergrund, denn schließlich ist es vom Thema her vor allem ein politischer Film. Anscheinend wollte McQueen aber auch gleichzeitig einen "besonderen" Film machen, eine Art "Kunstwerk" (ein Aspekt, der auch in den Kritiken hervorgehoben wird). Über weite Strecken des Films lässt McQueen Bilder sprechen, oft ästhetisch schön, dagegen herrscht meist Sprachlosigkeit im menschlichen Kontakt. Mir war das oft zu viel und gewollt, und der Sinn mancher lang gezogener Szenen hat sich mir nicht erschlossen. Im Kontrast dazu (für mich auch zu betont) das Gespräch zwischen Sands und dem Priester, wohl als "Schlüsselszene" gedacht: alles, was es zu dem Thema zu sagen gab, ewig lang und in einer einzigen Einstellung. Mich haben diese "Kunstgriffe" eher genervt. Gegen Ende des Films wird dann das langsame Verhungern des Bobby Sands in aller Ausführlichkeit nachgebildet. Natürlich sind das darstellerisch und filmerisch hervorragende Szenen und die Bilder sind erwartungsgemäß erschreckend. Für mein Gefühl geht aber der Bezug zu der eigentlichen Motivation und zu den politischen Rahmenbedingungen vollkommen verloren. Ein Mensch verhungert: es könnte auch ein Anorexie-Patient oder ein alter Mensch kurz vor seinem Tode sein.
Fazit: Etwas weniger "Kunst" und mehr Inhalt und Aussage bei diesem wichtigen Thema hätte mir wesentlich besser gefallen.
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