Fashion Sale Hier klicken Kinderfahrzeuge calendarGirl Cloud Drive Photos Philips Multiroom Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego NYNY

Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen59
3,9 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:4,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 1000 REZENSENTam 29. August 2009
Ein lupenreiner Film Noir aus Dänemark: Die Eingangssequenz zeigt einen schwer verletzten angeschossenen Mann, der blutend im Regen liegt und bereits halluziniert- Die Off-Stimme beginnt seine Geschichte zu erzählen. Dieser Anfang erinnert stark den leblos im Pool treibenden William Holden in Billy Wilders "Sunset Boulevard", einem grossen wie auch aussergewöhnlichen Film noir.
"Bedingungslos" ist auch ein besonderer Film und heisst im Original "Just another love story". Erzählt wird in der Rückblende eine sehr interessante Geschichte mit einer Vielzahl von Themen wie "Identität" "Rollentausch", "Schuld", "Sühne", "Doppelleben" oder "Vergänglichkeit" - über allem steht aber wie in jedem Film Noir eine gefährliche Liebschaft.
Eine schöne Frau und das Mysterium - dies fasziniert den Polizeifotographen Jonas (Anders W. Berthelsen), der mit seiner Frau Mette (Charlotte Fich) und seinen beiden Kindern ein ganz normales Leben führt, aus dem er wie jeder andere auch mal gerne in Gedanken ausbrechen würde. Alles scheint so festgefahren im Alltag.
Als es unter Beteiligung seiner alten Rostlaube zu einem folgenschweren Autounfall kommt, fühlt er sich verantwortlich für die schwerverletzte Julia (Rebecca Hemse), die sich im Koma befindet und im Krankenhaus liegt. Er will sie besuchen, findet aber verzweifelte und trauernde Eltern und Geschwister vor, die ihn für den Freund Sebastian halten, den sie in Hanoi kennengelernt hat. Dummerweise spielt er das Spiel mit und langsam erwacht die Frau aus ihrem Tiefschlaf, sie kann sich an nichts erinnern und 90 % des Augenlichts ist beschädigt. Nur in kurzen Bruchstücken taucht ein Puzzleteil der Erinnerung auf, wo auch der echte Sebastian (Nikolaj Lie Kaas) eher alptraumhaft auftaucht...
Ole Bornedals "Nightwatch" wurde vor nunmehr 15 Jahren als extrem starker europäischer Thriller gefeiert.
Mit "Bedingungslos" ist ihm erneut ein ausgefallener Thriller gelungen, der seinem vielgelobtem Erstling das Wasser reichen kann.
Die Erzählweise ist interessant, der Film hat keine Schema F Tendenz. In gewisser Weise auch unvorhersehbar, allerdings ahnt man schon die Tragodie.
Die Story hat viel von "Vertigo" und auch an den Identitätstausch von Antonioni "Beruf: Reporter" wird man phasenweise erinnert, weil auch dort die Geschichte des Identitätstauschs vom Protagonisten zuerst sehr naiv vollzogen wird, nichtsahnend was für eine Dynamik damit ausgelöst wird - denn in beiden Fällen ist dem "Actor" die Rolle die er annimmt überhaupt nicht bekannt. Er begreift allmählich, dass alles weit entfernt von einem Spiel ist und sich aus dem Ausbruch vom "Ich" tragische Konsequenzen entwickeln...
0Kommentar|51 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2009
...so fängt ein Film Noir immer an." Frank(Dejan Cukic), Jonas(Anders W.Berthelsen) Kollege bei der Kriminaltechnischen Abteilung der Polizei Kopenhagen, weiß wovon er spricht. Als er von Jonas dessen unglaubliche Geschichte mit Julia(Rebecka Hemse) hört, sagt er diesen Satz. Er weiß zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht, dass Jonas und Julia eher auf einen Horrorthriller zusteuern.

Jonas ist Fotograf bei der Polizei. Er ist mit Mette(Charlotte Fich) verheiratet und hat zwei Kinder. Als er eines Tages mit der gesamten Familie in einen Autounfall verwickelt wird, weil sein Wagen liegenbleibt, lernt er die geheimnisvolle Julia kennen. Sie rast fast in Jonas Auto hinein, überschlägt sich mit dem Wagen und landet schwer verletzt im Koma. Jonas fühlt sich mitschuldig und besucht sie im Krankenhaus. Dort glaubt die Familie Julias, dass Jonas Julias Freund Sebastian ist, den sie in Asien kennengelernt hat. Da niemand Sebastian kennt, spielt Jonas das Spiel mit und muss feststellen, dass Julia ihn unglaublich fasziniert und anzieht. Er erfährt, dass sie aus einer steinreichen Familie stammt und nach Übersee "geflohen" ist. Dort beginnt die Liason mit Sebastian. Das war es dann auch schon. Der Rest, von Julias Asienaufenthalt scheint ein undruchdringliches Geheimnis zu sein.
Als Julia erwacht, ist sie fast blind und hat Teile ihrer Erinnerung verloren. Sie nimmt Jonas als Sebastian an und versucht, die Puzzleteile in ihrem Gedächtnis wieder zusammen zu setzen.
Jonas merkt schnell, dass er sich in Julia verliebt hat. Er verlässt Mette und schlüpft in Sebastians Rolle. Mittlerweile hat Frank herausbekommen, dass Sebastian in Hanoi tot aufgefunden wurde. Ein Schuss in die Brust beendete sein Leben.
Als Julia das Krankenhaus verlässt, will Jonas mit ihr ein neues Leben anfangen. Aber da ist nicht nur die Lüge seiner wahren Identität, die einen Keil zwischen die Liebenden treiben könnte. Plötzlich meldet sich der echte Sebastian bei Jonas...

Ole Bornedal hat 1994 mit Nightwatch einen Film gedreht, den niemand vergisst, der ihn gesehen hat. 15 Jahre später verströmt -Bedingungslos- wieder einen Hauch dieser unglaublich beklemmenden dichten Atmosphäre, die Bornedal in seinen Filmen erzeugen kann.
Mutig und mit eigener, unverkennbarer Handschrift, inszeniert Borendal die Geschichte von Jonas und Julia. Der Film beginnt zerrissen und seltsam. Eine Armada von Rückblenden und Verweisen verwirrt den Zuschauer. Das ist zugegebener Maßen nicht einfach anzuschauen. Bornedal braucht etwa dreißig Minuten, um sich zu sortieren. Dann findet er sich in grandiosen Kameraeinstellungen, Großaufnahmen, Blickwinkeln und perfekt unterlegter Musik zusammen. Nach fünfzig Minuten ist -Bedingungslos- so unglaublich spannend und gut, dass es für den Zuschauer kein Zurück mehr gibt. Bornedal setzt alle filmisch möglichen Mittel ein, um die Dramatik seiner Geschichte bis zum Zerreissen anzuheben. Das ist beeindruckend und unheimlich gut gelungen.

Bornedal hat einige, fast surreal anwirkende, Szenen in -Bedingungslos- eingebaut, die uns zweifeln lassen, ob wir hier einen Thriller oder doch eher ein Kunstwerk in den Player befördert haben. Aber die Geschichte um den verliebten Jonas, der sich immer mehr in ein Gespinst aus Lügen und Hoffnungen verwickelt, holt uns regelmäßig auf den Boden der Tatsachen zurück. Als wunderbares Stilmittel lässt Bornedal seinen Jonas als begleitenden Ich-Erzähler auftreten.

Mein Fazit: -Bedingungslos- ist völlig anderes Kino als gewohnt. Ole Bornedal ist ein Meister seines Fachs und die Story, so wie deren Umsetzung ist künstlerisch und spannungstechnisch hervorragend gelungen. Die Zeitblenden und irritierenden Sprünge am Anfang der Produktion machen den Einstieg schwierig, aber trotzdem interessant. Wer auf "neues" Kino steht und bereit ist, sich abseits der eingetretenen Pfade zu bewegen, der wird -Bedingungslos- zu seinen Lieblingsfilmen zählen. Wer mehr auf den guten "Old-School-Thriller" steht, wird eventuell kopfschüttelnd zurückbleiben. So heißt es zum wiederholten Male: Entscheiden sie bitte selbst!
11 Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. März 2012
Zu Anfang des Films war ich etwas skeptisch und wusste noch nicht was ich von dem Film halten soll. Man sieht zu wie der Protagonist mehr und mehr das Leben tauscht und kann eigentlich nur darauf warten, dass es schief geht. Der Film baut langsam Spannung auf und zieht einen dann vollkommen mit. Ich war so gebannt und der Film enttäuscht absolut nicht!! Die Kameraführung, die Bilder und auch die Musik sind sehr eindrucksvoll und haben teilweise eine wahnsinnige Wirkung, die einen mitreißt. Hier war ein Meister am Werk!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. September 2015
...gesehen Dank Amazon Prime!

Kein Spoiler!
Der Film beginnt wie er aufhört - meiner Meinung nach mit einem richtigen Paukenschlag.
Die Handlung ist aus dem Drehbuch heraus richtig gut umgesetzt und das Thema des Wechsels der Lebensart ist spannend.
Das Loswerden einer Identität, weil einem die neue Scheinidentität gefällt ist extrem spannend und prikelnd.
Die Umsetzung in diesem Thriller mit Dramatischen Teilen ist mehr als nur gelungen.
Man lebt mit dem Pseudo-Sebastian mit und zittert zeitgleich von Anfang an.
Auch die Komponenten mit seiner Familie bringen einem dazu sich innerlich zu verwinden.
Die tragischen Teile wurden perfekt und auch etwas mysteriös in Szene gesetzt.
Der eine, maßgebliche Schlag am Strand ist so überraschend und erschreckend,
dass man dabei richtig zusammenzuckt und einem der Mund offen bleibt.

Kurz:
Drehbuch: TOP
Schauspieler: TOP
Kulisse: TOP
Musik: TOP

Kurzum habe ich mir den Film mit meiner Freundin bereits ein zweites Mal angesehen.
Ein absolutes Muss in einer Sammlung von Filmen.

Von uns gibt es für dieses Dänische Meisterwerk volle fünf Sterne!
Empfehlenswert zu ruhiger, abendlicher Stunde mit einem Glas rot [das sie dann wohl doch erst nach dem Film trinken werden.. :-)]
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 14. April 2012
"Bedingungslos" reiht sich nahtlos ein in eine Liste von ganz herausragenden dänischen Filmen der letzten Jahre wie "In einer besseren Welt" oder "Adams Äpfel".

Einige Rezensenten sind ja schon ausführlich auf den Inhalt des Films eingegangen. Ich denke, jeder, der gerne mal einen Film mit echtem Tiefgang sehen möchte, ist bei "Bedingungslos" genau an der richtigen Adresse.

Zur Blu-ray möchte ich noch was sagen: Außer dem Kinotrailer gibt es leider kein Bonusmaterial. Dafür spendiert das Label immerhin ein Wendecover. Aber was viel wichtiger ist: Die Bildqualität überzeugt auf der ganzen Linie. Die Schärfe ist auf allerhöchsten Niveau. Lediglich ein paar wenige Shots sind nicht ganz perfekt fokussiert, sowie die ganzen Rückblenden aus Asien, diese wirken digital verfremdet mit starkem Filmkorn und fast surreal, aber das ist selbstverständlich reines Stilmittel.

Die dänische Tonspur hat fest eingeblendete Untertitel. An sich nichts schlimmes, wer kann schon dänisch? Man müsste die Untertitel also eh einblenden. Allerdings hat es halt auch den Nachteil, dass man während des Film über die Audio-Taste nicht einfach die Tonspur wechseln kann.

Dieser Film gehört einfach in jeden Filmsammlung. Ein Geheimtipp!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Juni 2014
(Kinoversion)

Mit „Bedingungslos“ schlägt der dänische Regisseur Ole Bornedal (“Nightwatch”) etwas leisere, aber dennoch spannende Töne an. Mittlerweile sind wir von den Dänen ja vorrangig pechschwarze Komödien gewöhnt, aber hier zeigt Bornedal, dass der kleine Staat hoch oben im Norden ebenfalls tragische Stoffe hervorragend auf die Leinwand bringen kann. Die Mischung aus Krimi, hoffnungsloser Liebesgeschichte und packendem Drama ist hier ganz wunderbar gelungen, da verzeiht man dem Film gerne, dass er mit 100 Minuten ein kleines bisschen zu lang geraten ist. Bornedal, der hierfür ebenfalls das Drehbuch verfasst hat, geht in seinem Film über Leichen, sowohl moralisch als auch physisch.

Jonas (Anders W. Berthelsen, „Mifune“, „Italienisch für Anfänger“) hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann: seine ihn liebende Frau Mette (Charlotte Fich, „Unit One“), zwei reizende Kinder, eine neue Wohnung, einen sicheren Job und ein Auto. Gut, der Job ist etwas… ungewöhnlich. Jonas fotografiert Leichen für die Polizei. Und sein Auto ist ein Wrack. Aber alles in allem kann er sich wirklich nicht beklagen. Eines Nachts rechnet er mit Mette aus, dass sie, seit sie sich kennen, ca. 2.000 Mal Sex miteinander hatten, und sagt ihr lächelnd, dass er das noch für viel zu wenig hält.

Aber eines Tages passiert es dann… die Familie wird auf der Autobahn fast in einen Unfall verwickelt, Jonas, unverletzt und unter Schock, eilt der Fahrerin des Unfallwagens zur Hilfe und… schon ist es um ihn geschehen. Julia (Rebecka Hemse, „Drowning Ghost“) lässt ihn fortan fast jeglichen Bezug zur Realität verlieren, er ist einfach völlig hin und weg von dieser Frau. Eigentlich will er sie nach dem Unfall nur mal kurz im Krankenhaus, wo sie im Koma liegt, besuchen. Er gibt sich, um zu ihr vorgelassen zu werden, als ihr Freund aus. Blöd nur, dass Julias gesamte Familie gerade am Bett der Schwerverletzten weilt und ihn sogleich für Sebastian hält, den Mann, mit dem Julia die letzten neun Monate in Kambodscha verbracht hat. Somit ist der erste Faden des Lügennetzes gestrickt, welches Jonas und alle anderen langsam aber sicher ins Verderben stürzen wird. Aber da Sebastian, wie Jonas recherchiert, in Kambodscha ums Leben gekommen ist, spielt er sein falsches Spiel einfach weiter, da er einfach nicht von Julia lassen kann. Und, das Wunder geschieht, Julia wacht auf, hat 90% ihres Erinnerungsvermögens verloren und ist zudem blind, beste Voraussetzungen also für Jonas, mit seiner Lüge durchzukommen. Es kommt, wie es kommen muss, Julias Familie schließt ihn sofort ins Herz, Julia verliebt sich nach kurzer Zeit tatsächlich auch in ihn und Jonas lässt jegliche Vernunft fahren und verlässt Frau und Kinder, um fortan mit Julia am Meer zu leben. Selbst sein bester Freund Frank (Dejan Cukic, „In China essen sie Hunde“), der fast alles mit knochentrockenem Humor kommentiert, macht sich langsam Sorgen. Jedoch… Bruchstückhaft setzt Julias Erinnerungsvermögen wieder ein… und das zeigt ihr, dass der Sebastian, den sie in Kambodscha kennen gelernt hat (Nikolaj Lie Kaas, „Flickering Lights“, „Nightwatch“) nicht der sie über alles liebende Mensch ist, zu dem Jonas ihn gemacht hat…

Bornedal hat hier überaus gekonnt ein in sich verschachteltes Storygerüst gebaut, welches sich aus Rückblenden, Erinnerungsfetzen und Realität zusammensetzt. Ein Teil des Endes wird mit der Anfangssequenz bereits vorweggenommen und zu Beginn fällt es schwer, Zeitebenen, Personen und Handlungen richtig ein- und zuzuordnen. Aber genau dadurch entsteht die sogartige Spannung des Films, der man sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr entziehen kann. Für jeden der Hauptdarsteller vermag man sowohl Verständnis als auch Unverständnis aufzubringen und gerät somit selbst in eine moralische Zwickmühle. Einerseits drückt man Jonas die Daumen, dass seine Geschichte nicht auffliegt, weil er so unglaublich glücklich durch Julia wird. Andererseits bemitleidet man seine zurückbleibende Familie. Sebastian, der hier erst als Julias große Liebe dargestellt wird, bekommt nach und nach ein zweites, abgründigeres und viel komplexeres Gesicht. Und auch Julia vereint in sich perfekt das bemitleidenswerte Opfer und eine Frau, deren Handlungen nicht immer nachvollziehbar sind. Alles steuert unweigerlich und unausweichlich auf eine Katastrophe zu, in der zwar Einige überleben, aber zu einem verdammt hohen Preis.

Wie nicht anders zu erwarten, übertreffen sich die Schauspieler mal wieder selbst. Der allgegenwärtige Nikolaj Lie Kaas zeigt auch hier wieder, dass er zu Recht in so vielen dänischen Produktionen auftaucht. Er ist wirklich ein Ausnahmetalent, einer der besten Schauspieler, die Dänemark derzeit zu bieten hat und attraktiv noch dazu. Fein nuanciert ist sein Spiel, überzeugend bis in die letzten Winkel des düsteren Charakters von Sebastian. Auch Anders W. Berthelsen spielt seinen Part herrlich lakonisch und ebenso nachvollziehbar. Charlotte Fich weiß mit Trauer und Wut zu überzeugen, der Charakter der Julia wird von Rebecka Hemse genauso vielschichtig angelegt, wie das Drehbuch es vorsieht. Und es gibt endlich ein Wiedersehen mit Trottel Arvid aus „In China essen sie Hunde“, der sich hier zum souveränen, ironischen und leicht durchgeknallten Cop gemausert hat. Gekrönt wird das Ganze mit realistischen und wunderschönen Aufnahmen von Kameramann Karsten Jacobsen, der die spröde Schönheit Dänemarks ebenso gut einfängt wie die tropische Schwüle Kambodschas. Wenn man erstmal alle Protagonisten kennt und die Zeitebenen richtig einordnen kann, eröffnet sich einem ein Kaleidoskop verschiedenster Menschen und Schicksale, die Bornedal in ein ebenso bestürzendes wie fulminantes Finale führt. Beeindruckend! Daher fünf von fünf fein gesponnenen Lügennetzen ohne doppelten Boden.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. August 2013
Und was für eine Naturgewalt von Film Noir!
Mit offenem Mund sitze ich nach dem Abspann da, muss erst einmal realisieren welch ein atemberaubendes, geniales Meisterwerk jetzt mir die letzten anderthalb Stunden geboten wurde, und komme zu dem Schluß hier einen der herausragendsten Thriller der letzten Jahre gesehen zu haben.
Ein geniales verstörendes Filmpuzzle, eine mehr als faszinierende Variante von Hitchcocks "Vertigo", ein cineastischer Leckerbissen"- nie konnte man die Zitate auf der Rückseite des DVD-Covers mehr unterschreiben als bei diesem Film.
Er lässt das Blut gefrieren, verstört nachhaltig.
Ole Bornedal katalputiert sich hier zusammen mit seinen Werken "Nightwatch" und "Deliver us from Evil" in die Reihe der besten, talentiertesten Spannungsregisseure.
Wunderbar verschachtelt, in kleine spannungstreibende Sequenzen eingeteilt beginnt der Film bei elegischer Musik mit einem Blick auf eine regennasse Strasse.
Ein Sterbender liegt hier in einer grossen Blutlache.
Es ist Jonas, der Protagonist der jetzt mit Off-Stimme rückblickend uns seine Geschichte erzählt.
"Ich sehe in den Regen. Ich sterbe. Bald werden Polizisten kommen und mit Kreide die Umrisse um meine Leiche ziehen. Über mich beugt sich eine Frau, -- es ist immer eine Frau im Spiel."
Drastisch, schockend, nervenzerreissend werden wir hineingezogen in eine perfide Geschichte um dunkle Geheimnisse, Leidenschaften, doppelte Identitäten und gefährlich bösen Alpträumen.
Wie ein einmal ins Rollen gekommenes Verhängnis wird diese Tragödie nicht mehr zu stoppen sein.
Wir lernen Jonas kennen, seinen Arbeitsalltag. Er ist Photograph ,wird zu Tatorten gerufen um dort Spuren von Verbrechen zu dokumentieren.
Sehr bald wird er selbst in Verwickelungen und düstere Leidenschaften gezogen werden.
Trügerisch gefestigt sein Leben mit Frau und Kindern.
"Früher schliefen wir fünfmal am Tag miteinander, jetzt zweimal pro Woche." sagt er augenzwinkernd zu seiner Frau.
Das alltägliche, sichere, solide Familienleben.
Ein furchtbarer in alptraumhaften Bildern authentisch gefilmter Autounfall wird sein Leben auf den Kopf stellen.
Die junge Julia will ihrem Dasein ein Ende setzten, streift das Auto des Familienvaters.
In Kaskaden von Scherben liegt die junge Frau auf der Strasse. Jonas stoppt, eilt herbei, hält sie in seinen Armen- und ein einziger Blickkontakt verändert sein Leben.
Die junge, schöne schwer verletzte Frau geht ihm nicht mehr aus dem Kopf.
Tage später besucht er die im Koma liegende Julia im Krankenhaus um sich nach ihrem Befinden zu erkundigen.
Ihre Angehörigen stehen um ihr Bett, laufen auf ihn zu und erliegen einer Verwechselung.
Sie halten ihn für einen Mann namens Sebastian.
Die grosse Liebe Julias, die sie im Ausland kennen gelernt hatte.
Der Augenblick des Zögerns, die Faszination des Unbekannten, der Reiz hier in eine andere Identität schlüpfen zu können, läßt Jonas verhängnisvollerweise diesen Irrtum nicht sofort aufklären.
Er spielt die Rolle mit. Glaubt jederzeit aus dem Spiel wieder aussteigen zu können.
Es ist dieser eine sekundenschnelle Moment einer irrationalen Entscheidung, die jedes Leben plötzlich in eine unvorhergesehene Richtung lenken kann.
Jonas sitzt mit neuer falscher Identität immer öfter am Krankenbett der Bewusstlosen, verliebt sich in sie, baut Intimität zu ihr auf, küsst sie.
Seine Familie vernachlässigt er immer mehr, gesteht seiner Frau die neue Liebe, trennt sich von seiner Familie
Immer wieder macht er Anläufe den Angehörigen Julias die Verwechselung zu beichten, doch zu tief ist er bereits in einer fremden Lebensgeschichte verstrickt.
Da erwacht Julia eines Tages, eine Amnesie hat sie ihre Identität vergessen lassen, außerdem ist sie fast ganz erblindet.
Durch einen Koffer, der im Unfallauto gefunden wurde, und der Jonas in die Hände fällt, kann er über einige Notizen, Gegenstände, die letzten Tage, Monate von Julia und ihrem Freund scheinbar lückenlos rekonstruieren.
Und so wird Jonas endgültig zu Sebastian.
Julia verliebt sich in Ihn, im Glauben an seine richtige Identität, wird schwanger.
Möchte das Leben mit ihm verbringen.
Doch immer wieder häufen sich Flashbacks bei ihr. Fetzenartige Erinnerungen an Schläge, Misshandlungen in einem Hotelzimmer, an einen gemeinsam geplanten Selbstmord.
Sebastian ihr Freund, war er vielleicht in Wahrheit ein gefährlicher Psychopath?
"Stell dir vor, ich habe gestern Nacht einen Alptraum von einem Jonas gehabt, der sich in mein Leben einschleicht", dabei kenne ich niemand mit diesem Namen..." sagt sie zu ihm und Jonas erschaudert.
Mehr und mehr verlieren wir den Boden der Realität unter den Füssen.
In kalten, extrem unheimlichen Bildern, in verzerrten Geräuschen und Tönen steigert Bornedal die Spannung ins Unermessliche.
Wann wird der Identitätsklau auffliegen?
Jonas lebt mittlerweile mit Julia in einem einsamen Landhaus.
Eines Tages klopft es an der Tür...
Die düstere Wucht des Films, das packende Ende, die verschachtelte Erzählstruktur machen Ole Bornedals Film zu einem phantastischen Meisterwerk und so gehört dieser kalte, böse dänische Alptraum zu den besten Thrillern aller Zeiten.
33 Kommentare|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 18. März 2010
Dieser dänische Film bietet (im Gegensatz zu vielen amerikanischen Produktionen) keine absolut lineare und vorhersehbare Story, sondern einen Mix aus Drama, Film Noir, Thriller, Liebesgeschichte...

Ein durchschnittlicher Familienvater mit Frau und 2 Kindern entgeht nur knapp einem schweren Autounfall, den eine junge Frau verursacht. Aus Interesse, wie es der Frau nach dem Unfall geht, besucht er sie im Spital. Weil weinende Angehörige anwesend sind und er diese nicht enttäuschen will, lässt er sie im Glauben, dass er der Freund und somit die wichtigste Bezugsperson der, durch den Unfall fast blinden, jungen Frau ist. Von da an entwickelt (und verwickelt) sich die Story auf interessante Art immer weiter und weiter.
Bild und Ton der DVD sind in Ordnung, auch die Wahl der Motive und Landschaften gefällt. Die verschiedenen Charaktere werden ebenfalls stimmig und interessant dargestellt.

Alles in allem endlich mal ein Film, der ganz anders ist, als der ewig gleiche Hollywood-Einheitsbrei.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. August 2009
Der Polizeifotograph Jonas hat Frau und Kind und müsste eigentlich mit seinem Leben zufrieden sein. Ein Autounfall mit der Fotographin Julia stört dieses Idyll. Aus Schuldgefühlen besucht Jonas Julia im Krankenhaus. Julia's Familie hält Jonas fälschlerweise für den noch unbekannten Freund Sebastian. Jonas versäumt es diesen Irrtum auszuklären. Auch als Julia stark sehbeeinträchtigt aus dem Koma aufwacht, lüftet Jonas nicht das Missverständnis. Julia's Erinnerungen kehren langsam zurück und Jonas beginnt an seinem Arbeitsplatz zu recherchieren, war Sebastian ist.

Die Geschichte leidet unter einem schweren Handikap. Da ist auf der einen Seite die taffe Weltenbummlerin und auf der anderen ein braver Polizist mit bewusst begrenzten Horizont. Sowas passt per se nicht zusammen und belastet den Fortgang der Story. Die trotzdem aufkeimende Spannung wird gut in Szene gesetzt und weiter ausgebaut. Regie und Schauspieler leisten sehr gute Arbeit.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. März 2011
Ein Thriller, der ohne wilde Autojagden, zwielichtige Gestalten in finsterer Umgebung und blutige Pistolenballereien auskommt und dennoch den Adrenalinspiegel höher und höher steigen läßt. Angeführt von dem hervorragenden Regisseur Ole Bornedal agiert ein Ensemble absoluter Spitzenkräfte, die selbst in kleinsten Nebenrollen großes Format beweisen. Das ungewöhnliche Drehbuch ist frei von in diesem Genre abgedroschenen Klischees und bietet dem Zuschauer Handlungsabläufe, die voller Überraschungen stecken. Ein ohne jede Einschränkung empfehlenswerter Film.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

5,00 €
4,99 €
4,99 €