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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen26
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am 5. Dezember 2010
Mit dem Namen der Autorin Patricia Highsmith verbindet man elektrisierende Hochspannung und darin könnte der Grund liegen, dass der Film "Der Schrei der Eule" die Zuschauer spaltet. Wer einen Thriller erwartet, der die Welt in Gut und Böse einteilt und schnurstracks auf einen nervenaufreibenden Showdown zumaschiert, der wird hier enttäuscht werden.

Was nicht heißen soll, das der Film nicht spannend ist, im Gegenteil. Aber er nimmt sich Zeit für seine Charaktere, deren psychische Defizite der Auslöser sind für eine fatale Verkettung von Ereignissen, über die keiner der Protagonisten mehr die Kontrolle hat. Der Film ist modern und unterkühlt inszeniert, ohne eine Sekunde steril zu wirken. Er vermeidet Klischees und genau die daraus resultierende Uneindeutigkeit halte ich für eine der großen Stärken des Films, neben brillanten Schauspielern und den großartigen Bildern. Vieles spielt sich zwischen den Zeilen ab und zeichnet ein komplexes Bild unseres Alltags, mit all seinen Irrungen und Lebenslügen.

Eine düstere Geschichte mit Sogwirkung, in der keine der Figuren glücklich ist. Ich mag auch, wie der Film feste Vorstellungen ins Wanken bringt, z. B. die, das ein Mann, der regelmäßig ein Haus aufsucht, um heimlich eine Frau zu beobachten, nur Böses um Schilde führen kann...

Die Blu-ray bringt die ausgesuchte Farbkomposition des Films wunderbar zur Geltung und gibt mit ihrem detaillierten Bild keinerlei Grund zur Beanstandung. Ich habe "Der Schrei der Eule" mittlerweile zum dritten Mal gesehen und das war bestimmt nicht das letzte Mal. Eine Empfehlung für alle, die auch mal über den Tellerrand des Genres hinwegschauen können.
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Genau das macht eine junge Frau, die von einem Mann über geraume Zeit heimlich beobachtet wird. Als sie ihn auf frischer Tat ertappt, reagiert sie zunächst ängstlich irritiert, jedoch zunehmend interessiert an dem verstört wirkenden Robert. Bald ist er es, der sich von Jenny, seinem ursprünglichen Objekt der Begierde, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat und sich wie eine Klette an ihn hängt, verfolgt fühlt. Jenny äußert, dass sie Robert liebe. Doch dieser mochte sie eigentlich nur in der scheinbar heilen Welt, die er durch das Küchenfenster erspähte.
Ihr sitzengelassener Freund Greg möchte sich mit der neuen Situation nicht abfinden und verhält sich äußerst feindselig gegenüber Robert. Als er nach einer Prügelei an einem Fluss spurlos verschwindet, fällt natürlich der Verdacht unvermittelt auf Robert, der sich einem zunehmenden Druck durch sein berufliches und nachbarschaftliches Umfeld ausgesetzt sieht. Ebenso die Freunde von Jenny verhalten sich unmissverständlich ablehnend den beiden gegenüber. Zunehmend unklar wird auch die Rolle seiner Exfrau, von der er gerade frisch geschieden ist. Die Schlinge um Robert beginnt sich zu zu ziehen.....

Für mich wirkte dieser Thriller nicht nach den üblichen Mustern konzipiert. Wenn auch manche Beweggründe der Agierenden im Dunkeln bleiben und Anlass zur Spekulation bieten, wartet der Verlauf doch mit der einen oder anderen Überraschung auf. Ich kenne das Buch von Patricia Highsmith nicht und kann entsprechend nichts bezüglich der Umsetzung des Stoffes sagen. Der Film an sich ist spannend, wenn auch teilweise etwas verwirrend im Handlungsverlauf.

Paddy Considine als Robert bringt die verletzliche Seite seiner Rolle gut herüber. Sein Gesicht war mir bisher noch nicht aufgefallen. Interessant, dass er auch Regisseur bereits Preise gewonnen hat.
Mit der Verkörperung durch Julia Stiles bekommt Jenny eine geheimnisvolle, fast mystische Komponente. Wodurch ihre eigene seelische Verwundung ausgelöst wurde, bleibt jedoch im Dunkeln.

Extras: Recht ausführliches 'Making of' (über 20 Minuten; die Darsteller kommen zu Wort), Kurzvita Patricia Highsmiths (sehr kurzer Text, auch zur Buchvorlage), Trailer

Fazit: Wie die Rezensionen nahelegen, kann man bezüglich der Bewertung des Filmes durchaus strittiger Meinung sein. Ich war, trotz keiner Abstriche, positiv überrascht und gebe deshalb klare 4 Sterne.
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am 11. Januar 2012
Vorab sei gesagt, dass ich das Buch von Patricia Highsmith nicht kenne und dementsprechend unbefangen die Blu Ray schauen konnte.

Film 10/10

Es dauert zwar bis die Handlung dieses Thrillers Fahrt aufnimmt, da der Film aber sehr spannend erzählt ist, kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.

Die beiden Hauptcharaktere werden einfach grandios dargestellt. Insbesondere Julia Stiles, die sich nach ihrem Auftritt in der 5. Season von Dexter zu meiner Lieblingsschauspielerin gemausert hat und ehrlich gesagt der Hauptgrund war, warum ich mir diese Blu Ray mehr oder weniger blind zugelegt habe, scheint die Rolle der psychisch labilen Jenny auf den Leib geschneidert zu sein.
Paddy Considine, der die männliche Hauptrolle übernimmt, steht ihr in nichts nach.

Der Film hat mich ziemlich mitgenommen, ich hatte danach sogar Probleme einzuschlafen, was mir zuvor wegen eines Films noch nie passiert ist (außer vllt. mal als Kind). The Cry of the Owl wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen.

Dass dieser Film scheinbar so polarisiert und meiner Meinung nach von einigen verkannt wird , kann nur daran liegen, dass einige Fragen offen bleiben und man auch viel selbst hineininterpretieren kann und muss. Dabei ist es genau dies, was mich so gefesselt hat.

Kurz noch zur technischen Umsetzung der Blu Ray.

Am Bild habe ich abgesehen von einer gelegentlich unnatürlichen Blässe der Schauspieler ( was zum Teil an der direkten Sonneneinstrahlung gelegen haben kann) nichts zu meckern.
Bild : 7/10

Ähnlich verhält es sich beim Sound. Er ist mir weder positiv noch negativ aufgefallen und ist damit vollkommen zweckmäßig.
Ton : 6/10
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am 14. Januar 2016
Man muss mit Sicherheit ein Fan von Patricia Highsmith - Romanen sein, sonst kann man mit diesem Thriller-Drama wohl wirklich nicht allzuviel anfangen. Alle Charaktere warten mit enormen Verhaltensstörungen auf, die allerdings von den Darstellern sehr beeindruckend und glaubwürdig dargestellt werden. Voran Julia Stiles, die in ihrer sehr schwierigen Rolle wirklich brilliert. Die Handlung selbst ist zunächst sehr interessant, wird aber im zunehmenden Verlauf sehr abstrakt und eigenwillig. Davon abgesehen zeigt die Inszenierung doch einige Schwachpunkte auf, die den Ablauf der Ereignisse nicht noch zusätzlich hätten komplizieren müssen. Der Film lässt sich zwar Zeit, die Charaktere ausführlich zu umreissen, bleibt dem Zuschauer aber viele Antworten auf Fragen bezüglich deren Denkweise, die für ihr Handeln eigentlich doch ausschlaggebend sind, schuldig. Da es sich hier um sehr aussergewöhnliche, ja eigentlich schon psychopathische Charaktere handelt, sind Eigenschlüsse ohne profunde Kenntnisse im Bereich der Psychoanalyse nicht wirklich möglich, eher irreführend und werfen weitere Fragen auf. Vielleicht sollte dieses Stilmittel dem Film einen zusätzlichen intellektuellen Anstrich geben - ist aber hier meines Erachtens in keinster Weise erforderlich, da die Handlung selbst schon genügend Denkanreize bietet. Gegen Ende wird das Spielgeschehen schlagartig und überraschend sehr temporeich, überschlägt sich plötzlich mit Ereignissen, scheut aber leider auch nicht vor einigen doch etwas seltsam platt anmutenden Action-Momenten zurück - wird völlig gegensätzlich zum vorherigen Spielverlauf. Ein mutiger Ausflug in die "Moderne" - aber leider nicht so ganz geglückt. Man nimmt doch leider vornehmlich wahr, dass hier wohl noch dem Anspruch auf das Genre "Thriller" Genüge getant werden wollte. Das Finale wurde recht blutig gestaltet - endet dennoch im leeren Raum... hinterlässt den Zuschauer eher etwas ratlos und nicht etwa nachhaltig beeindruckt.
Keine leichte Kost. Vielleicht aber auch einfach nur eine Geschmacksfrage. Oder vielleicht beurteile ich diesen Film auch nur anders, da ich das Buch nicht gelesen habe und mir einige Vorkenntnisse fehlen die hier eventuell vorausgesetzt werden.
Eigentlich bin ich ein Freund von Filmen, die auch Denkanstösse bieten, dem modernen Fimtheater in keinster Weise abgeneigt, aber diese Inszenierung von Jamie Thraves konnte mich nicht begeistern, erschien mir doch etwas zu kurios....
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am 17. August 2012
Diese Patricia Highsmith- Verfilmung ist sehr gelungen, die Inszenierung spricht das Dunkle im Zuschauer an und baut eine emotionale Brücke zum Hauptdarsteller auf. Kein Film für ausgesprochene Rationalisten, die sich alles erklären müssen und vielleicht verdrängen, was sie erlebt haben. Gleich zu Beginn lässt die Kamera den Blick aus dem hintersten und finstersten Winkel des Wagens (hier sitzt der Zuschauer) über Robert Forester (den Fahrer) auf das Armaturenbrett und die menschenleeren Straßen fallen. Es ist finsterste Nacht. Im Heckfenster ziehen die Lichter der Wohnhäuser vorbei wie Chimären. Ein Dracula am Steuer? Nein, dieser Typ ist in allem, was er tut oder lässt, ein Mensch, der nur von seinen eigenen Gedanken verfolgt wird. Frisch geschieden, lässt seine Ex- Frau Nikki nicht von ihm ab. Niemand weiß, was sie noch von ihm will, aber es ist so wie es ist, und er hat allen Grund, beunruhigt zu sein. Er tritt aus dem Dunkel und lernt Jenny kennen, eine junge Frau, die er gestalkt hat und die dieselben depressiven Neigungen hat wie er. Je zutraulicher das Verhältnis mit ihr, um so mehr entfremden sich die Beiden von ihren Freunden. Dann zieht Robert den Hass von Jennys Ex-Freund Greg auf sich und schlägt sich mit dessen Vater. Und dann der große Suspense- Moment, wo ein dickes Bündel Geld den Besitzer wechselt und klar wird, dass Roberts ärgste Widersacher gemeinsame Sache gegen ihn machen. Wie haben sie sich überhaupt kennen gelernt? Da ist eine Möglichkeit Wirklichkeit geworden, die dem ganz normalen Wachzustand zu fern steht, um überhaupt gedacht zu werden. Mitten im Showdown ist nicht klar, wer hier eigentlich normal und wer verrückt ist, nur dass Robert alias Paddy Consistine die Fäuste fliegen lassen muss, damit am Schluss wieder alles offen für ihn ist.
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TOP 500 REZENSENTam 22. Juni 2009
.....und doch in einem Desaster endet!
Kleiner,feiner Thriller,der ohne die üblichen Ladungen von Kunstblut und deren vorangegangenen Metzeleien auskommt.Der männliche Hauptprotagonist,der sich gerade im Scheidungskrieg befindet,hat auf seinen Heimwegsfahrten von der Arbeit das einsame Haus mitten im Nirvana entdeckt.Neugierig täuscht er am Straßenrand eine Panne vor,um mal einen Blick durchs Fenster zu riskieren!Dort entdeckt er die junge Jenny!So findet er Gefallen daran,ihren glücklichen Gesichtsausdruck während der Hausarbeiten zu sehen und findet dabei selbst ein wenig Frieden.Ergo kommt er täglich wieder.Leider kommt dann der zukünftige Ex von Jenny mit ins Spiel,der noch eine tragende Rolle einnehmen wird.Derweil ist das nächste Problem,daß sich die Ex des Spanners auf einmal nicht mehr wirklich scheiden lassen will!Erschwerend kommt hinzu,daß Jenny den besagten Spieß ein wenig umdreht!Wie diese vier Personen nun in obskure Verstrickungen miteinander geraten und was so alles im Leben eines normalen Menschen passieren kann,wenn man falscher Verdächtigungen bezichtigt wird,zeigt dieser Psychothriller in gelungener Form!

Fazit: Handwerklich gut gemachtes Movie,bei der auf die üblichen Action (Krach - Bumm - Bäng Einlagen) verzichtet wird und was dennoch nicht ohne Leichen bleibt!Hier wird in herrlicher Form im wahrsten Sinne des Wortes aus der besagten Mücke ein riesiger Elefant gemacht!
Klare Kaufempfehlung!
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am 8. Juli 2009
"Ich liebe Dich, Robert." Dieser schlichte Satz von Jenny(Julia Stiles) hat eine Menge Zündstoff in sich. Denn: Jenny war eigentlich das Opfer von Roberts(Paddy Considine) Begierden als Voyeur. Der ausgebrannte, zur Zeit in der schwierigen Scheidung von seiner Ehefrau Nicki(Caroline Dhavernas) steckende Ingenieur, sucht immer wieder das Haus von Jenny auf und beobachtet diese aus der Dunkelheit.

Eines Tages fliegt der "Spanner" Robert jedoch auf. Aber als Jenny ihn entdeckt, ruft sie nicht die Polizei, sondern bittet ihn herein. Der abweisende Robert erzählt ihr schuldbewusst von seinen Depressionen und Problemen. Jenny, die sich gerade von ihrem Freund Greg(James Gilbert) trennen will, erwärmt sich für den labilen Mann. Als Robert Jennys Haus verlässt, ist der Vorfall für ihn eigentlich erledigt. Aber weit gefehlt. Obwohl Robert auf Distanz zu Jenny geht, belagert sie ihn regelrecht. Sie stellt ihm nach, erscheint sogar auf seiner Arbeit und Robert weiß nicht mehr, wie er sich verhalten soll. Als dann auch noch Greg mitbekommt, was zwischen Jenny und Robert läuft, kommt es zum Eklat. Wie diese Situation dann dazu führt, dass Robert zum Mittelpunkt polizeilicher Ermittlungen wird, die sich immerhin mit Vorwürfen wie Fahrlässiger Tötung und Mord befassen, dass können sie sich bei -Der Schrei der Eule- ansehen.

Patricia Highsmith gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen, aber da ihr Roman bereits 1987 von Claude Chabrol zum ersten Mal verfilmt wurde und bei der neuen Version von Jamie Thraves, der eigentlich als Videoclipregisseur gilt, Paddy Considine die Hauptrolle spielt, haben mich neugierig gemacht.

Thraves schickt uns mit sehr puristischen, klaren und sauber strukturierten Bildern in die Geschichte. Die hat einen wunderbaren Spannungsaufbau und bringt uns die Charaktere der einzelnen Rollen schnell und gekonnt nahe. Dabei ist das Thema "Frau verfolgt Mann" oder "Jäger wird zum Gejagten" nicht unbedingt neu. Paddy Considine und Julia Stiles spielen ihre Rollen perfekt, Caroline Dhavernas ergänzt die beiden als fiese Exfrau perfekt.

Mein Hauptkritikpunkt an der Story ist das Ende. Der Plot kommt wirklich stark rüber und fesselt einen an den Bildschirm, als sich die Puzzleteile der Geschichte zum Ende jedoch zusammenfinden, rief das bei mir nur eine Reaktion hervor: Schön erzählt, gut gespielt, aber warum handeln die Charaktere so? Was war der Sinn der ganzen Geschichte? Habe ich irgendwas verpasst?

So bleibt am Ende nur mein Fazit, dass -Der Schrei der Eule- bis kurz vor dem Ende ganz sicher ein Vier-Sterne-Kandidat für mich war. Beim Abspann war mir jedoch klar, dass ich gegen meine eigenen Prinzipien verstoßen werde. Heute heißt es nicht, zu Gunsten des Angeklagten vier Sterne, sondern: Aufgrund dieser Auflösung des Themas nur drei Sterne. Mit einem anderen Schluss wäre da sicher eine Menge mehr drin gewesen. Sie müssen das natürlich wieder einmal selbst entscheiden und dürfen dabei zu einem völlig anderen Ergebnis kommen.
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am 6. Dezember 2012
Diese Verfilmung zeigt, dass die Romane von Patricia Highsmith zeitlos gut sind. Das Buch ist von 1962, aber selbst die Adaptionen, um die Handlung in die heutige Zeit zu verlagern, nehmen ihm nichts von seiner Spannung. Highsmith hat schon über Stalking geschrieben, als es das Wort in diesem Zusammenhang noch gar nicht gab. Und gut übertragen fand ich auch den Ansatz, aus geringfügigem Anlaß echte Katastrophen erwachsen zu lassen. Es sind diese feinen Beobachtungen des Alltags, die Highsmith immer ausgezeichnet haben. Und die man auch im Film wieder findet. Das sehr gute Schauspieler-Ensemble rundet die Leistung des Regisseurs ab. Sehr zu empfehlen, nicht nur für Highsmith-Fans!
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am 5. August 2015
Das Auto fährt leise durch nächtlich dunkle Waldwege.
Im Licht des Scheinwerfers gleiten gespenstisch die schwarzen Bäume dahin, links und rechts der verlassenen Straße.
Aus der Vogelperspektive zeigt uns die Kamera den Wagen, wie er auf eine Weggablung langsam zufährt. Die rechte Abzweigung mit einer hell strahlenden Straßenlaterne führt wohl auf sicherem, erleuchteten Weg aus dem Dickicht hinaus. Der linke Weg , getaucht in die Finsternis des undurchdringlichen Waldes , eine Dunkelheit bei der man kaum die Hand vor Augen sieht, scheint jedoch die verführerische, anziehendere Option für die Person hinter den Steuer zu sein.
Kurz zögert der Fahrer, und lenkt dann sein Auto in die dunkle Abzweigung.
Eine beklemmendere Bild- Metapher für das unerbittliche Schicksalsdrama " Der Schrei der Eule" konnte dieser Film nicht finden.
Eine einzige Szenerie als Synonym für die irratonalen Entscheidungen, die ein jeder von uns wider besseren Wissens gelegentlich trifft. Entscheidungen, die sich zu Handlungsketten formieren, im Wechselspiel mit den Abgründen, Untiefen, und verborgenen Ambivalenzen der Menschen, die uns auf diesem unbekannten Pfad begegnen.
Ein Mobilee' , der sich gegenseitig in Schwingung bringenden Unvorhersehbarkeiten.
Zufall, Schicksal, Projektionen- das Leben jederzeit ein Abwägen, sich entscheiden müssen . Dunkle Strasse- helle Strasse, weitergehen , umdrehen oder stehenbleiben, und damit jederzeit Teil auch einer anderen Geschichte werden, aktiv handelnd , passiv abwartend.
Das Leben ein Roulettespiel. Rollt die Kugel einmal, wissen wir nicht, wo sie ihren Kreislauf beenden wird.
In " Schrei der Eule" strudelt sie lange, ziehen sich die Kreise immer enger bis es uns den Atem abschnürt, und am Ende bleibt sie auf Tod, Wahnsinn und Grauen stehen.
Patricia Highsmith, die Königin des sezierenden Psychohorrors zwischen Alltagsmenschen hat genau diese irrationalen Entwicklungen immer interessiert, diese Unwägbarkeiten des Daseins, in denen plötzlich irgend etwas geschieht, was eigentlich harmlos scheint , ein Räderwerk in Gang gesetzt wird, und ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück mehr. Eine Initialzündung, die einen ganzen Erdrutsch erzeugt, der alles Leben begräbt.
Alles wird denkbar, und je mehr sich der bemitleidenswerte Protagonist versucht den tückischen Verflechtungen zu entwinden, desto nachhaltiger verfängt er sich in einem tödlichen Spinnennetz.
" Der Schrei der Eule" handelt von ganz " normalen" Protagonisten, die alle für sich genommen nur eine alltagliche psychische Dispostion mit sich bringen. Sei es bei dem einen Eifersucht und Angst vor Zurückweisung , bei der anderen Melancholie und Hang zur Schwermut, bei dem nächsten Einsamkeit, vielleicht ein Drang zum Voyeurismus. All diese Eigenschaften hätten in unzähligen anderen Konstellationen nicht zu einer derartigen Katastrophe geführt. In " Schrei der Eule" lässt Highsmith jedoch die einzelnen Schwächen in einer sich verstärkenden Melange aufeinandertreffen, die alle ins Verderben führen wird.
Das ist meisterhaft geschrieben und die hier vorliegende Verfilmung, die genau herausarbeitet, wie schnell Normalität durch einige kleine Zufälle und Unwägbarkeiten zum Schreckensszenario werden kann, ist tatsächlich die bisher eindringlichste Adaption des genialen Romans.
Doch halt, es ist die eindringlichste, die bis dato erhältlich ist.
Ein wenig krankt diese neue Adaption daran, dass die Laufzeit zu knapp bemessen wurde , man den einzelnen Stationen in den Untergang noch mehr Zeit hätte beimessen sollen.
Das gelang einer anderen herausragenden " Schrei der Eule"- Verfilmung aus dem Jahre 1985 wesentlich besser, wurden doch hier satte 130 Minuten für die komplexe Story aufgewendet. Doch ist diese wirklich beste Verfilmung des Romans von Regisseur Tom Toelle mit Mathias Habich in der Titelrolle bis heute nicht erhältlich.
Ein gewisser Claude Chabrol versuchte sich ebenfalls einmal an einer Adaption, und fabrizierte hier wohl eines der schwächsten Werke seiner Filmvita.
So ist Regisseur Jamie Thraves hier vorliegende neue Version bislang diejenige , die das Flair des Romans am ehesten wiedergibt, und sich exakt auch an die genaue Abfolge der Handlungen hält.

Der durchschnittliche unscheinbare Robert Forrester, 29 Jahre, technischer Zeichner, gerade in eine neue Kleinstadt gezogen, steckt in einer typischen Lebenskrise, vor der jeder von uns nicht gefeit ist. Der zermürbende Scheidungskrieg mit seiner Ehefrau, samt Vorwürfen und Schlammschlachten , sich in den Verhandlungen ewig hinziehend, hat ihm den sicheren Boden unter den Füssen weggezogen.
Einsam ist er, zermürbt von vielen Streitereien, Sorgen und Depressionen . Paddy Considine spielt diesen schüchternen, gutmütigen stets
etwas entscheidungsschwachen Menschen hinreissend, und genau solch einen Charakter dürfte sich Patricia Highsmith beim Schreiben vorgestellt haben.In seiner Einsamkeit und Melancholie macht er etwas, was mit dem stigmatisierenden Tatbestand " Voyeurismus" fast schon zu hochgegriffen betitelt ist, sind Forresters Motive doch fast unbedarft kindlich zu nennen.
Eines Nachts fährt er im Wald an einem hellerleuchtetn Haus vorbei, in dem in harmonischer Idylle eine Frau, durch das Küchenfenster ersichtlich, das Abendessen zubereitet.
Ein Bild der Wärme, der Ruhe und Geborgenheit. Eine tiefe Sehsucht nach Heim und Frieden, die Forrester so sehr in seinem eigenen tristen Leben vermisst.
Nacht für Nacht kann er es nun nicht lassen nach Büroschluss mit dem Wagen eben diese dunkle Wegbiegung im Wald einzuschlagen, die zu dem Haus führt. Immer wieder wird er sogartig von der Atmosphäre des sanft friedlich im Walde schimmernden Lichtes der fremden Fenster angezogen.
Im schützenden Dunkel der Nacht steigt er aus dem Wagen, pirscht sich an das Haus heran, und beobachtet still die junge Frau bei ihren häuslichen Tätigkeiten. Juristisch gesehen ist damit Robert Forrester ein Spanner, Stalker, doch an juristischem Firlefranz ist Highsmith nie gelegen gewesen. Ungleich subtiler und facettenreicher , weiser ist ihr Blick auf die Welt, als dass sie diese jemals in Paragraphen einordnen würde .
Forrester möchte als einzige Motivation etwas von dem Glanz von Glück erhaschen, das ihm scheinbar im Leben verwehrt ist.
Eine sexuelle Komponente fehlt seinem irrationalen Handeln völlig.
Was einmal gut geht, klappt vielleicht ein zweites, drittes Mal , doch irgendwann setzt sich das verhängnisvolle Rädchen in Gang, das ein unvorgesehenes schockierendes Drama nach sich ziehen wird.
Robert wird von der jungen Hausbesitzerin Jenny ( Julia Stiles ) im Dunkeln entdeckt, und das Unfassbare geschieht.
Nach einigen kurzen Worten empfindet die sensible Frau Verständnis für den fremden Mann, und bittet ihn sogar hinein.
Das fremde Glück, was nur von außen still betrachtet werden wollte, wird nun greifbar, und in dem Forrester die Schwelle des Hauses übertritt, beginnt eine Geschichte, die in den Untergang führt.
Nichts ist wie es scheint, denn Jenny ist psychisch wesentlich feingliedriger und zerbrechlicher als Forrester, das ahnen konnte.

"Als ich ein Kind war, starb mein kleiner Bruder, und ein paar Tage vorher besuchte uns ein fremder Mann. Ich habe ihn immer als Bote des Todes gesehen. Heute bist du als Fremder gekommen. Vielleicht bist du jetzt mein Engel des Todes"

Sanft schmiegt sich Jenny an Forrester, und zum ersten Mal erkennt dieser, dass ihm mehr und mehr die Entscheidungsgewalt über sein Schicksal entgleitet.

" Sie müssen sich von mir fernhalten. Es war töricht von mir und ich komme nie wieder.."

Die Todessehnsucht von Jenny müsste für Forrester noch nicht zum Problem werden, mehr dann schon die Tatsache, dass sich Jenny vom ersten Blick innig und sehnsuchtsvoll in ihn verliebt, und sein grösstes Problem wird ihr brennend eifersüchtiger Freund werden, der sofort rot sieht, als er von dem vermeintlichen Nebenbuhler erfährt.
Mehr darf auf keinen Fall verraten werden.
Für jeden Charakter in der nun folgenden gefährlichen, nervenzerfetzenden Verkettung stellt sich die Wirklichkeit individuell anders dar. Jede Figur handelt aus ihrem eigenen eingeschränkten Wirklichkeits- Horizont heraus, und dem Film gelingt es in dunkelen Farben , exzellenter Kameraarbeit und glaubwürdigen Schauspielern eine fast griechische Tragödie zu entwerfen, in der die Fragen nach Schuld und Unschuld, nach Ursache und Wirkung vollkommen verschwimmen in einem Drama, das den Atem anhalten lässt.
Die Normalität, die durch etwas unglücklich getönte Nuancen zur Hölle werden kann. Situationen , die scheinbar einen harmlosen Charakter haben, doch durch die Verschiebung von Parametern in unaufhaltsamer Abwärtsfahrt enden.
Der Film " Der Schrei der Eule" schafft es hier tatsachlich annähernd an die Vielschichtigkeit und Doppeldeutigkeit des Buches heranzukommen.
Jamie Thraves setzt auf ruhige unheilschwangere Szenen, die konsequent die drückende, lauernd gefährliche Atmosphäre vermitteln.
Mit grosser Präzision und Dichte erweckt er Patricia Highsmiths grandiosen Roman auf der Leinwand zu verstörendem Leben.
Bestürzt fragt sich der Zuschauer, wo man der Spirale der Gewalt, des Psychoterrors und der Angst noch hätte Einhalt gebieten können.
Patricia Highsmiths Kunst ist es darauf keine Antwort zuzulassen.
Letztendlich ist das Verunsichernde, dass die durchaus vorstellbare Konstellation der Personen auch glimpflicher, vielleicht sogar glücklich hätte enden konnen. Doch dieser Film zeigt uns die andere Möglichkeit . Wie schnell wir alle nämlich, in einen gefährlichen unkontrollierbaren Sog geraten können, wenn wir als Menschen mit unserer Vita, nun einmal auf Menschen mit ihrem individuellen Erleben treffen , und was geschehen kann wenn wir Linien übertreten, von denen wir in dem Moment gar nicht wußten, daß sie existieren.

Am Ende greift eine Hand nach einem blutigen Messer. Der Geruch des Todes liegt in der Luft. Die Hand zögert, verkrampft sich und zuckt vor der blitzenden Klinge zurück. Wieder eine Sekunde , die über das Schicksal entschieden hat.
Der Mann, der jetzt aus dem Küchenfenster in die dunklen Wälder blickt , ist zum Ausgestoßenen geworden, mit der Angst, der Qual, der Trauer , die in seinen leeren Augen stehen. Die Kamera fährt zurück in das schweigende Dunkel der Bäume.
Totenstille.
Wie werden es nicht vergessen, das hellerleuchtete Haus im Wald.
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am 22. September 2010
Ich möchte hier einmal den Stab brechen für einen Film, der international so viel harsche Kritik hat einstecken müssen. Zum einen handelt es sich um den ersten oder zweiten Spielfilm seines Regisseurs, und dafür ist er sehr ansehnlich. Zum anderen handelt es sich wohl um die bislang werkgetreueste Verfilmung eines Highsmith-Romans, und damit meine ich nicht nur die Nähe zur Romanhandlung, sondern auch zu Stimmung und Charakterzeichnung. Weder die Melodramatik von "Die Sonne war Zeuge" noch die oberflächliche Aneinanderreihung von Postkartenmotiven in "Der talentierte Mr. Ripley" kamen dem Geist der Vorlagen nahe. Claude Chabrol unternahm 1987 einen ersten Versuch, den "Schrei der Eule" zu verfilmen. Das Ergebnis war, typisch für den Regisseur, ein Thriller mit Nähe zur schwarzen Komödie und hässlich verzerrten, hysterischen Charakteren. Thraves nimmt seine Figuren ernst und lässt der Geschichte die nötige Zeit, sich zu entwickeln. "Der Schrei der Eule" ist Erzählkino, nicht Effektkino; mit dieser Erwartungshaltung sollte man sich dem Film auch nähern.
Noch ein kurzer Kommentar zu den technischen Details: Leider enthält auch die deutsche DVD ein abgekaschtes Bild. Der Film wurde ursprünglich für das moderne 16:9-Format gedreht, die Kaschierung am oberen und unteren Bildrand, um ein Cinemascope-(2,35:1)Bild vorzutäuschen, ist also absolut unnötig. Es fehlt zwar keine wesentliche Bildinformation, aber im 1,78-Format besitzt der Film in Szenen wie z.B. in Jenny's Landhaus eine kammerspielartige Intimität, die im Pseudo-2,35-Format verloren geht.
Die deutsche Fassung ist passabel synchronisiert, nicht mehr, nicht weniger. Die Entscheidung, Julia Stiles' im Original tiefe, kehlige Stimme im deutschen durch ein Piepsstimmchen zu ersetzen, das in einem Zeichentrickfilm besser aufgehoben wäre, ist allerdings völlig unverständlich. Hier empfiehlt sich die (glücklicherweise enthaltene) Originaltonspur mit deutschen Untertiteln.
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